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Für mehr rationales Denken

Für mehr rationales Denken

25.08.2017 um 16:37
@Dogmatix

Kant, die Leute der Frankfurter Schule... alle setzen sich für die Nutzung des rationalen Verstandes ein und es gehört sowohl in die Psychologie, als auch Soziologie und Philosophie.


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Für mehr rationales Denken

27.08.2017 um 09:18
Moin,
nun habe ich alle Antworten auf den Beitrag gelesen und meine Antworten gehen in eine andere Richtung. Ich hoffe mich dementsprechend präzise auszudrücken, auch wenn ein Beitrag für die komplexen Zusammenhänge nicht ausreichend sein.
Den Zustand der hier umfassend beschrieben wird ist die Boulevardisierung der (Unterhaltungs-) Medien.
Axel_Eugen schrieb am 18.08.2017:Um das grundsätzliche Problem kurz zu fassen: es ist zur Zeit dramatisch, wie sehr das Denken auf Emotionen und den eigenen Vorurteilen basiert.
Ich hinterfrage hier an dieser Stelle. Basiert das Denken als solches auf Emotionen und wäre dies wirklich das Problem oder werden psychologisch manipulative Mittel eingesetzt, um zu polarisieren, lenken, um letzten endlich Quote zu machen. Letzteres von dir bewusst und aufmerksam wahrgenommen erzeugt in dir die Emotion „aufregen“, es beunruhigt dich, es entrüstet. Hier sei angemerkt, dass ich diese Sichtweise nicht in die Richtung einer Forumsrubrik stelle.
Ein Beispiel für ein solches manipulatives Mittel ist umfassende Verwendung von Suggestionsvokabular; mutmaßlich, angeblich, offenbar, offensichtlich, aber auch schrecklich, furchtbar in der Einleitung eines Beitrages zählen dazu.
troublerin77 schrieb am 19.08.2017:Irgendwie verliert (nicht nur) Deutschland seine Mitte.
Entweder rechts oder links, entweder schwarz oder weiß, aber dabei gibt es so viele Grautöne.
Im Grund ist das schon die Beschreibung für polarisierendes Denken nach A.T. Beck. Es wird nicht mehr differenziert, es gibt nur extreme. Es lohnt sich die Kurzfassung seiner Theorien über Denkfehler zu lesen. Diese Entwicklung spiegelt sich dann in einem gestörten Vertrauen zu den Unterhaltungsmedien wieder und endet im Unwort des Jahres 2014.
McMurdo schrieb am 19.08.2017:    Axel_Eugen schrieb:
   Es geht nicht um kalte, kapitalistische Effizienz und Gewinnmaximierung, sondern um Menschen, die Sachverhalte emotional behandeln wo die Vernunft herrschen sollte.

Wie soll das gehen bei einem Lebewesen das zum allergrößten Teil von Emotionen und Gefühlen gesteuert werden? Ein Gespräch über Beziehungsprobleme kann ich mir ohne Gefühle und Emotionen gar nicht vorstellen. Hätte glaube ich auch wenig Sinn. :-)
Heute habe ich es mit Zitaten…und die Frage m.E. relativ schnell beantwortet.
In dem dieses Lebewesen durch seine Sozialisierung (so wie ich den Begriff definiere), sich seiner Wahrnehmung, Achtsamkeit auch bewusst ist, was Emotionen sind. Zum Beispiel: mMn entstehen Beziehungsprobleme, weil die Kommunikation nicht funktioniert und dies ist erst der Auslöser für die Emotionen. Sind sich beide bewusst, was Kommunikationsmodelle aussagen, würde sachlicher an das Problem gegangen.

Ich glaube ich triffte ab. Das ein Computer die Entscheidungen trifft, hatten wir schon bei dem genialen Film Colossus, wie sich das auf Emotionen auswirkt perfide verarbeitet bei dem Alphaville. Nun, ich hatte Jahrelang die SZ im Abo, bis mir das zu heftig wurde, trotz den vielen Journalistenpreisen bleibt es ein Unterhaltungsmedium. Lieber Fachzeitungen wie Handelsblatt, auch dort gibt es Meinungen, aber der reine Informationsgehalt ist signifikanter recherchiert. Radio nur DLF und dann eher um die Stimmung zu erfassen, auch dort gibt es in den Nachrichten teils, fragwürdige Zusammenstellungen der Beiträge. Auf die Führungskräfte-Diskussion gehe ich aus persönlichen Gründen nicht ein:)

Ah...eines noch.
Axel_Eugen schrieb am 21.08.2017:Wenn ich emotional nicht ausgewogen bin, mir etwas fehlt, dann hilft es nur kurzzeitig, wenn ich mir einen Fernseher und zwei neue Handys kaufe.
Guter Ansatz zu mehr Rationalität. Was macht ein Mensch zu einem glücklichem Menschen? Geld, Arbeit, Job, Konsum, Freunde? Ich denke nicht, man wird mit dieser Zufriedenheit geboren. Jemand der unglücklich ist, wird niemals durch Geld, Arbeit, oder durch Selbsthilfebücher sein Glück finden. Es ist eine Frage der inneren Einstellung.

Ich habe aufgehört mich über den Sachverhalt der Boulevardisierung aufzuregen, ich kann es nicht ändern und versuche, wenn es zu Diskussionen in meinem Umfeld kommt, lediglich mit Gelassnheit andere Sichtweisen aufzuzeigen. Meistens ohne Erfolg.


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27.08.2017 um 13:02
Axel_Eugen schrieb:Kant, die Leute der Frankfurter Schule...
ah so, danke für die info. puh, das klingt ziemlich heavy.


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01.09.2017 um 22:26
@Dogmatix

Sry, das sollte nicht herablassend oder so klingen. Wenn du die Ansicht vertrittst, dass dies kein an die Philosophie angelehntes Thema ist, so äußere dich doch bitte dazu. Meiner Ansicht nach beschäftigt sich diese sehr umfassend mit der Gesellschaft und dem Menschen.
Und falls der Kommentar nicht sarkastisch ist, kann ich sehr empfehlen Adorno und seine Kollegen zu lesen.

@Quatermass

Ich schätze den Aufwand, den du in deinem Beitrag betrieben hast sehr, danke dafür.

Mit Boulevardisierung lässt sich das Phänomen recht gut beim Namen nennen.
Quatermass schrieb am 27.08.2017: Letzteres von dir bewusst und aufmerksam wahrgenommen erzeugt in dir die Emotion „aufregen“, es beunruhigt dich, es entrüstet.
Welche Emotion ich dabei empfinde ist erstmal nebensächlich, aber es stimmt natürlich, es löst etwas aus.
Dass mich diese Sache stört, veranlasst mich diesen Beitrag zu verfassen und es beschäftigt mich weiter.

Allerdings hast du in deiner Kritik auch zugleich mit eingebaut, dass ich diese Emotion bewusst wahrnehme.
Sollen die Menschen ja gerade diese empfinden und Menschen bleiben.
Wenn ich bewusst empfinde, lasse ich mich nicht von Gefühlen steuern, lediglich motivieren.
Quatermass schrieb am 27.08.2017:Im Grund ist das schon die Beschreibung für polarisierendes Denken nach A.T. Beck. Es wird nicht mehr differenziert, es gibt nur extreme.
Die Kognitive Verzerrung ist ja gerade das Resultat dieses Themas, oder nicht?
Quatermass schrieb am 27.08.2017: und dies ist erst der Auslöser für die Emotionen. Sind sich beide bewusst, was Kommunikationsmodelle aussagen, würde sachlicher an das Problem gegangen.
Definitiv. Da will ich einmal hin.
Quatermass schrieb am 27.08.2017:Ich habe aufgehört mich über den Sachverhalt der Boulevardisierung aufzuregen, ich kann es nicht ändern und versuche, wenn es zu Diskussionen in meinem Umfeld kommt, lediglich mit Gelassnheit andere Sichtweisen aufzuzeigen. Meistens ohne Erfolg.
Hier hast du genau den Kern getroffen. Ich habe über die Medien gesprochen, weil ich dadurch die Diskussion anstoßen wollte.
Am Ende sind es aber die Gespräche, die auf diesen basieren, die mich aufregen. Warum hast du keinen Erfolg? Weil nur wenige sich mit freiem Verstand für deine Argumente öffnen können.


Was war denn nun der andere Ansatz? Entweder habe ich die Aussagen so verstanden wie ich es wollte oder du stimmst mir in deiner zusammenfassenden Schreibweise zu.


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02.09.2017 um 01:29
McMurdo schrieb am 19.08.2017:Wie soll das gehen bei einem Lebewesen das zum allergrößten Teil von Emotionen und Gefühlen gesteuert werden? Ein Gespräch über Beziehungsprobleme kann ich mir ohne Gefühle und Emotionen gar nicht vorstellen. Hätte glaube ich auch wenig Sinn. :-)
Es hat Sinn. Weil vielleicht macht die Beziehung objektiv betrachtet keinen Sinn mehr, obwohl man sich ggf. liebt.


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02.09.2017 um 01:33
Quatermass schrieb am 27.08.2017:Guter Ansatz zu mehr Rationalität. Was macht ein Mensch zu einem glücklichem Menschen? Geld, Arbeit, Job, Konsum, Freunde? Ich denke nicht, man wird mit dieser Zufriedenheit geboren. Jemand der unglücklich ist, wird niemals durch Geld, Arbeit, oder durch Selbsthilfebücher sein Glück finden. Es ist eine Frage der inneren Einstellung.
Ich denke die Antwort ist die Sinnhaftigkeit des individellen Seins. Meine Sinnhaftigkeit ziehe ich nicht aus meinem Beruf, aber aus dem Stecken von Zielen im Bergsport und dessen erreichen. Ein Anderer braucht seinen Beruf. Obwohl ich Erzkapitalist bin, halte ich Konsum nicht für erfüllend, persönlich finde ich es schwer mir etwas zu leisten, wenn es nicht wieder meinem Bergsport dient und selbst da wäge ich ab.

Aber was momentan in den Medien läuft, wie vieles Emotional aufgebauscht wird, das habe ich seit Jahren nicht gesehen. Das ist wie eine Daily-Soap. Weiter ist gefühlt jede 4 Meldung eigentlich ein Kommentar und keine Nachricht mehr.

Da kann ich nur beipflichten, die Qualität sinkt.


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02.09.2017 um 02:48
Axel_Eugen schrieb:Ich schätze den Aufwand, den du in deinem Beitrag betrieben hast sehr, danke dafür.
Danke.
Axel_Eugen schrieb:Sollen die Menschen ja gerade diese empfinden und Menschen bleiben.
Wenn ich bewusst empfinde, lasse ich mich nicht von Gefühlen steuern, lediglich motivieren.
Ich gebe zu, ich musste dies mehrmals lesen.
Hier sprichst du von Selbstkompetenz (Gedanklich weiche ich vermutlich von der allgemeinen Definition ab).
Das Gute: das unbewusste kann man trainieren/schulen. Täglich werden nur Fünf Prozent durch bewusstes Handeln bestimmt, der Rest ist unbewusst, ein Automatismus. Die Zahl stammt aus irgendeiner Studie, welche mir im Ergebnis vorgetragen wurde, daher keine Quelle.
Axel_Eugen schrieb:Die Kognitive Verzerrung ist ja gerade das Resultat dieses Themas, oder nicht?
Genau. Nur wenn ich die „Möglichkeiten“ kenne Denkfehler zu begehen, kann ich diese bei meiner Entscheidung als Einflussfaktor hinterfragen, erkennen und korrigieren.
Axel_Eugen schrieb:Definitiv. Da will ich einmal hin.
Dürfte wohl kein Problem darstellen für eine Einzelperson, für die Gesellschaft müsste das Schulsystem und die Erziehungsmethoden geändert werden. Da es keine Veränderung in diese Richtung gibt, gibt es vermutlich für die Gesellschaft auch das Problem nicht.
Axel_Eugen schrieb:Warum hast du keinen Erfolg? Weil nur wenige sich mit freiem Verstand für deine Argumente öffnen können.
Was war denn nun der andere Ansatz? Entweder habe ich die Aussagen so verstanden wie ich es wollte oder du stimmst mir in deiner zusammenfassenden Schreibweise zu.
Ich werde etwas weiter ausholen…aber man könnte es so in Kurzform auch so ausdrücken. Und ja,…

Es ist die „Meinung“.  Die gebildete Meinung ist im beruflichen Leben abhängig vom vermeintlich vorhandenen Wissen (Basis), Erfahrungen (Interpretation) und zum Teil von der Intention. Intention? Die Meinung variabel ist, je nachdem welchem eigennützigen Vorteil daraus gezogen werden kann, wenn man diese vertritt. Hier geschieht auch viel im unbewussten. Beispiele erspare ich mich.
Im Privaten habe ich ähnliches beobachtet, m.E. gibt es da einige Intentionen mehr. Diese gehen eher in die Richtung Selbstschutz, vor Selbstzweifel bezogen auf das Selbstbild/Selbstwahrnehmung. Eine Kritik, eine nicht vorhandene Akzeptanz von einer Meinung, wird mit Kränkung, reflexartig abgewehrt. Warum? Das aufgebaute (und selbstsuggerierte) Selbstbild wird bedroht, wir müssten uns selbst hinterfragen. Da greifen Schutzmechanismen. Ich sehe es schon als Erfolg, wenn jemand auf Kritik angemessen reagiert.

Nun, hier im Forum ist ein Beitrag schnell geschrieben, da gehen komplexe Gedankengänge schnell zwischen den Zeilen unter oder werden der einfachheitshalber nicht vollständig ausgeführt. Manche Beiträge kürze ich nach dem Schreiben, da in Zeiten von Smartphones die Aufmerksamkeit nur noch bei wenigen Sekunden liegen soll. Ein Gespräch ist interessanter. Gespräche, werden von mir mittlerweile unbewusst analysiert und dabei geht es nicht um den Inhalt der Aussage. Wiederum hinterfragt, was macht ein gutes Gespräch aus?

Pausen sind wichtig, es ist das Signal, ob der Gegenüber zuhört oder schon reflexartig/Adhoc auf eine Aussage reagiert. Die Aussage wird nicht verarbeitet, will nicht verarbeitet werden (Selbstschutz?). Fragen, wer nicht Fragt und Aussagen nicht hinterfragt interessiert sich um Grunde nur Oberflächlich oder gar nicht für andere Meinungen/Fakten/Aspekte. Wer keine Fragen an mich hat, der hat dann auch kein Interesse an mir. Andere Meinungen werden nicht hinterfragt, ja dann interessiert es den Gesprächspartner auch nicht welche Basis für die Interpretation/Intention vorhanden sind. Es wird ein Dialog ohne wirklich mentale Präsenz geführt.

Es ist hierbei sekundär, welches Thema angesprochen; Boulevardisierung, Flüchtlingsthematik, Rentenpolitik, Kanzlerschaft, Ehe, Erziehung, Finanzkrise, Investments, Filmbewertungen etc… Ist es kein gutes Gespräch erzwingt es Small-Talk und der Abend mit Freunden ist weniger inspirierend. Ich habe daher keinen Erfolg, da ich durch meine Gelassenheit keinen durchsetzen möchte. Außerdem bin ich so schon nicht mit meinen Ansätzen beliebt...

Die Rubrik Philosophie wäre für mich ebenso korrekt wie Psychologie. Ansonsten denke ich sind wir dacor in den Meinungen.
Hansi5000 schrieb:Ich denke die Antwort ist die Sinnhaftigkeit des individellen Seins. Meine Sinnhaftigkeit ziehe ich nicht aus meinem Beruf, aber aus dem Stecken von Zielen im Bergsport und dessen erreichen. Ein Anderer braucht seinen Beruf.
Ich würde eher sagen, er hat nichts anderes wie seinen Beruf, nichts was ihn als Individium auszeichnet. Materiales wie Haus, Auto, Reise oder Frau, Kind, alles da, nur das wesentliche nicht erkannt.
Und mit den Worten von Rolf Dobelli „Nur emotionaler Erfolg ist wahrer Erfolg“. Wer dies für sich nicht erkennt, wird m.M.n. unzufrieden mit sich, dem erreichten und mit dem Leben sein. Am Besten sich dessen nicht bewusst sein/werden und dadurch immer den Vergleich mit anderen Anstreben, ein Konkurrenzkampf als Lebensziel…ein anderes Thema.


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Hansi5000
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02.09.2017 um 02:57
Quatermass schrieb:Und mit den Worten von Rolf Dobelli „Nur emotionaler Erfolg ist wahrer Erfolg“. Wer dies für sich nicht erkennt, wird m.M.n. unzufrieden mit sich, dem erreichten und mit dem Leben sein.
Mit emotionalem Erfolg meinte er nicht-materiellen?


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02.09.2017 um 03:25
Hansi5000 schrieb:Mit emotionalem Erfolg meinte er nicht-materiellen?
Das Zitat stammt aus einem Artikel, welcher vor Wochen im Handelsblatt veröffentlicht wurde.
Es ging um die Frage "Macht Geld glücklich" und war ein Auszug aus seinem im November erscheinendem Buch "die Kunst des guten Lebens".

Im Grunde geht es um nicht-materiellen, um das Empfinden von Glück und Zufriedenheit in Abhängigkeit zum Einkommen. Meiner Meinung nach Lesenswert. Wie ich finde sehr angenehme Kolumne und anbei auch bei der NZZ veröffentlicht.

Wir neider

Passt zum Thema Emotionen:
Wir Selbsttäuscher


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Hansi5000
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02.09.2017 um 03:35
Naja, ein gutes Einkommen erhöht die Optionen. Die Berge, auf die ich gehe, setzten Ausrüstung vorraus. Meine Schuhe alleine Kosten 800 €. Aber das ist mein Lebensinhalt, der mich glücklich macht. Ich habe mich lange auf nichts wirklich gefreut (ohne unglücklich zu sein), aber seit ich vollgas in die Berge gehe, freue ich mich schon Monate im Vorraus auf meine Reisen.


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03.09.2017 um 13:34
Axel_Eugen schrieb:kann ich sehr empfehlen Adorno und seine Kollegen zu lesen.
nee, das war schon ok.

@Axel_Eugen

Kannst du da zu deiner Frage ein bestimmtes Buch oder einen bestimmten Aufsatz empfehlen?


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26.11.2017 um 04:54
Zt wurde der Threadersteller ungerechtfertigt angegriffen. 
Ich verstehe zb nicht, warum das rationale Denken an sich entgegengesetzt zu einem Emotionalen menschen steht. 
Rationales denken setzt gewisse dinge wie zb  eine Systematik voraus und in dieser ist es sicherlich nicht von nachteil, wenn man seine Emotionen ordnen kann, um eben rational zu denken.  Insofern kann keine rede davon sein, dass hier zwei entgegengesetzte Menschengruppierungen aufeinander treffen. 

Ich habe mit meinen 33 Jahren schon viele Menschen kennengelernt und dabei Menschen getroffen, die sowohl sehr rational aber in der Begegnung herzlich waren. Ich habe Menschen getroffen die gleichzeitig Attraktiv, klug, fleißig waren und auch Menschen die dumm, dick, faul und böse waren. 

Ich habe also keine Ahnung, warum man bei manchen Thematiken so tut, als würde sich die Sache "ausgleichen". 


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27.11.2017 um 16:22
Axel_Eugen schrieb am 20.08.2017:Warum nicht mehr Reflexion? Dann sollte die Rationalität von alleine folgen.
Weil intuitive Entscheidungsfindung einfach, schnell und in den allermeisten Fällen gut ist. Deswegen ist sie die grundsätzlich bevorzugte Form, Entscheidungen zu treffen. Unser Gehirn belohnt uns mit Wohlgefühl, wenn wir eine Bauchentscheidung treffen.

Rationale Entscheidungen sind dagegen anstrengend, langsam und vor allem dann frustrierend, wenn nicht genügend Entscheidungskriterien zur Verfügung stehen. Deswegen entscheiden wir im Grunde nur dann rational, wenn wir dazu gezwungen werden. Wenn etwas unsere Faulheit und unsere Angst, eine frustrierende Entscheidung treffen zu müssen, überwindet.

So, da stehen wir. Wir haben einerseits eine einfache, angenehme und schnelle Lösung, die meist gute Ergebnisse produziert und andererseits eine Lösung, die langsam, aufwändig und potentiell unangenehm ist, die aber den Vorteil hat, unter bestimmten Bedingungen deutlich bessere Ergebnisse zu bringen. Vor allem dann, wenn bestimmte Umstände entweder zufällig oder auch beabsichtigt, bestimmte intuitive Entscheidungen triggern (z.B. die Angst vor Terroranschlägen ist ein reines Problem der intuitiven Einschätzung der Gefahr, rational betrachtet ist das völlig absurd).

Hinzu kommt, dass wir ständig Entscheidungen treffen. Was wir essen, was wir unternehmen, was wir lesen etc.
Wir haben gar nicht die geistigen Kapazitäten, alle diese Entscheidungen rational zu treffen.
Deswegen ist der Normalfall, dass wir intuitiv entscheiden und nur, wenn wir Anlass haben zu denken, eine rationale Entscheidung wäre in der speziellen Situation besser, machen wir das.
Wir brauchen also einen Trigger, der uns quasi aufhorchen lässt. Der uns dazu bringt, auf eine leichte Entscheidungsfindung zu verzichten und den schwereren Weg zu gehen.
Nur für welche Entscheidungen soll das gelten? Alle können wir so nicht treffen, daher müssen wir auswählen.
Aber wonach?

Wenn wir klug sind, betrachten wir potentiell gefährdete Situationen. Z.B. besonders folgenschwere Entscheidungen oder Entscheidungen, die gerne von Dritten beeinflusst werden (Kaufverhalten z.B.) und dann bringen wir uns bei, wenn so eine Situation auftritt, diese bewusst rational zu durchdenken.
Aber man kommt prima klar, wenn man das nicht macht. Eben weil intuitive Entscheidungen meist gut sind und vor allem, weil wir die negativen Folgen intuitiver Entscheidungen viel leichter herunterspielen können, als wenn wir die Entscheidung rational getroffen hätten.

Man kann also nur (für sich selbst, eher schwierig für andere) versuchen, potentiell gefährliche Situationen zu identifizieren und sie als einen entsprechenden Trigger abzuspeichern.


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27.11.2017 um 21:38
Sry, hatte viel zu tun und das Forum aus den Augen verloren.

@Dogmatix
"Kritische Theorie: Eine Einführung und Dialektik der Aufklärung."
lässt sich ganz angenehm lesen, wenn man es nicht so anstrengend möchte. Ansonsten ist "Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente"

@Sungmin_Sunbae
Angegriffen habe ich mich nicht gefühlt, aber das ist genau das, was der Thread thematisieren soll.

@kleinundgrün
Einfach und schnell, das ist sie. Deine Argumentation finde ich nicht schlecht, es ist auch eine meiner für die Ursache dieses Verhaltens, aber für präzise halte ich die Intuition nur bedingt. Entscheidungen wie die Wahl der Eissorte haben für sich genommen keine so großen Auswirkungen auf die Umwelt, daher sollen diese ruhig emotionaler Natur bleiben. Bei dem Rest steht die Kritik.

@Quatermass
Verstehe, das kenne ich ganz gut. Wenn der Selbstschutz einsetzt, gibt man lieber auf :D


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27.11.2017 um 22:48
Evolutionsbedingt wäre es sicherlich von nachteil, wenn wir in situativen Augenblicken nicht die vorprogrammierten und zumeist unterbewussten Abläufe nicht zurückgreifen könnten. Nebst der angeborenen Reflexe und der damit verbundenen Automatismen, sind damit auch die kognitiven Verzerrungen inkludiert.

Daraus erschließt sich dennoch nicht eine art von Erklärung, warum so viele menschen nicht rational Denken können.
Denn der mensch als Wesen, ist in seiner Gesamtheit gegenüber alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten in seiner Beschaffenheit anders geartet. Wir sind nicht nur über uns selbst bewusst, sondern wir können sogar Dinge erdenken, die es (noch) gar nicht gibt. Wir können imaginieren und auf eine art und weise adaptieren, wie kein anderes Lebewesen, dass wir kennen, dementsprechend in Kombination mit unsere zivilisatorischen Entwicklung kann nicht die rede davon sein, dass man im Hinblick auf das rationale Denken, der instinktive teil von uns daran hindert.

Viel mehr hat es mit Faulheit, Arroganz und das nicht ertragen von dingen zu tun.
Es ist eine bewusste Form des nicht auseinandersetzen wollens, denn kann sehr unangenehm werden.
Die tatsächlich vorhandenen kognitiven Verzerrungen, die im Großteil nichts anderes als ein falsches Kausalitätsdenken sind, kann man mit dem erlernen von Logiksystematiken ziemlich gut bändigen.


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28.11.2017 um 01:26
Ich denke beides hat seine Vorteile, rationales Denken, aber auch emotionale Entscheidungen. Wäre falsch, das eine auf dem Podest zu heben und das andere zu verteufeln. Beides sollte im ausgeglichenen Verhältnis existieren. Emotionale Empfindungen kann ich mit rationalem Denken überprüfen, ebenso darf bei der ganzen Rationalität auch die Emotion nicht vernachlässigt werden. Wenn möglich, trifft man Entscheidungen am Besten in dem man diese emotional und rational abwägt, was natürlich nicht immer möglich ist:
Sungmin_Sunbae schrieb:Evolutionsbedingt wäre es sicherlich von nachteil, wenn wir in situativen Augenblicken nicht die vorprogrammierten und zumeist unterbewussten Abläufe nicht zurückgreifen könnten. Nebst der angeborenen Reflexe und der damit verbundenen Automatismen, sind damit auch die kognitiven Verzerrungen inkludiert.
Letzten Endes ist es von Fall zu Fall verschieden, ob ich eher emotional oder rational entscheide. Die Emotionale Entscheidung Schokolade essen zu wollen, oder die rationale sich doch lieber entgegen dem Wunsch was gesundes zu zu gönnen. Bei einem Therapeuten sitzen, der dich nur rational versteht, aber sich emotionsmäßig null in dich hineinversetzen kann, oder lieber einen, der dich sowohl auf emotionaler, als auch rationaler Ebene versteht, es aber dennoch weiß, den korrekten Abstand zu wahren und dir in seiner Empathie sachlich gute Ratschläge und Tipps mit auf dem Weg gibt, welche nicht von seinem persönlichen Erfahrungsbild verzerrt sind.

Emotional und rational beides hat seine Daseinsberechtigung und beides hat seine Vorteile. Sei es wenn es ums Überleben geht, ums gesellschaftliche Miteinander, das Treffen schneller Entscheidungen, da langsame fatal wären, das reflektieren falsch getroffener Entscheidungen.

Beides darf sich gegenseitig korrigieren. Das emotionale Gefühl man liegt richtig, das rationale Erkennen man hat sich geirrt.


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28.11.2017 um 01:31
@Saphira

Die emotionale Entscheidung sich tragen zu lassen und sich was zu gönnen, ist nicht dasselbe wie in gewissen dingen rational zu agieren. Die Entscheidung wann man was zur Geltung bringt, ist in seiner Qualität eine andere, wenn ich mir im hinblick auf rationale Denken mir eine Systematik aufgebaut habe.


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28.11.2017 um 01:38
Sungmin_Sunbae schrieb:Die emotionale Entscheidung sich tragen zu lassen und sich was zu gönnen, ist nicht dasselbe wie in gewissen dingen rational zu agieren.
Ich weiß, hatte ich auch nicht geschrieben.
Sungmin_Sunbae schrieb:Die Entscheidung wann man was zur Geltung bringt, ist in seiner Qualität eine andere, wenn ich mir im hinblick auf rationale Denken mir eine Systematik aufgebaut habe.
Man kann eh nie immer genau sagen wann was besser ist oder Vorrang hat, schon da kann man wohl die momentan "falsche" Entscheidung treffen. Weiß nicht ob es immer so möglich ist sich ne Systematik aufzubauen.

Vielleicht ist sogar die rationale Entscheidung letzten Endes emotionaler Natur, da ich irgendwann den Wunsch gefasst habe, über etwas rational nachzudenken. Irgendein emotionales Motiv bringt mich zum rationalen Denken. Beispiel man möchte sich mit jemanden besser verstehen, mit dem man oft Krach hat, bringt mich dazu sein und mein Verhältnis rational zu reflektieren, der Wunsch dahinter war aber erstmal emotionaler Natur.


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28.11.2017 um 01:43
Sungmin_Sunbae schrieb:Die emotionale Entscheidung sich tragen zu lassen
Die emotionale Entscheidung sich in der Sänfte tragen zu lasen, oder rational zu erkennen, dass laufen gesünder ist.


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28.11.2017 um 01:46
Saphira schrieb:Vielleicht ist sogar die rationale Entscheidung letzten Endes emotionaler Natur, da ich irgendwann den Wunsch gefasst habe, über etwas rational nachzudenken. Irgendein emotionales Motiv bringt mich zum rationalen Denken
Das ist schon richtig, wenn wir aber von rationalen denken vs Emotionalen denken reden, dann teilen wir  das zuerst einmal grob ein. Dass es da auch desweiteren Vermengungen gibt und auch sich diese dinge bedingen, ist erst einmal nicht die Hauptfrage.

Um es nochmal zu vereinfachen.
Wir reden, wenn wir von Gefühlen reden auch nicht davon, dass wir rational gefühlt haben.
Wenn wir vom rationalen Denken sprechen, dann sind damit dinge wie Lösungsstratgien, Konzepte usw verbunden.
Wie soll jetzt da das emotionale denken uns da im Allgemeinen weiterhelfen ?
Das ist in diesen Lösungsstratgien und Konzepten die Emotion drin steckt, habe ich doch gerade dir in einer anderen Thematik erklärt. Unser Gehirn speichert nunmal dinge viel besser ab, wenn sie uns bewegen und das tun sie mit Emotionen.

Ja wir sind fühlende Wesen und die Emotion wiegt insgesamt bei menschen viel schwerer, als die Rationalität.
In der Entscheidungsfindung ist die Sachlage wie ich es schon oben erläutert habe, eine andere.
Hierbei ist es auch gut, wenn man ambivalente Themen wie die Liebe hier außen vorlässt.
Das ist ein spezielles und komplexes Thema...


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