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Kindern den Tod erklären

38 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Tod

Kindern den Tod erklären

13.01.2020 um 11:53
Mein fast fünfjähriger Sohn lässt das Thema nicht los.
Seit gut einem Jahr vergeht kaum ein Tag, an dem er mal keine Fragen stellt. Ich bin mit meinem Latein am Ende und brauch ein paar Denkanstöße, wie ich das Thema kindgerecht behandeln kann.

Es fing eigentlich damit an, dass Sohn mit etwa 3 1/2 Jahren realisiert hat, dass Menschen sterben und dann tot auf dem Friedhof liegen. Dann kamen natürlich die Fragen, was denn passiert, wenn man stirbt und ob es Geister (verstorbene Menschen) gibt und, und, und.

Ich bin in einer Zwickmühle, da ich keine Fantasiewelten um Leben nach dem Tod aufbauen will - schlicht, weil niemand es weiß - und ich meinem Sohn auch nicht ins Gesicht sagen kann "danach kommt nichts mehr" (Es mag Eltern/Erwachsene geben, die so herzlos sind, ich kann es aber nicht).

Also habe ich mich immer sehr vage gehalten mit "das weiß man nicht". Leider hat das meinem Sohn überhaupt nicht geholfen. Er hat eine Heidenangst und er weint sich oft genug vor Angst in den Schlaf. Seine Uroma ist schon sehr alt und er hat auch total Angst, dass sie plötzlich sterben könnte und er traut sich draußen nur noch sehr wenig, aus Angst, er könne einen Unfall haben und dann sterben.
Wenn er mal Kopfschmerzen hat, bekommt er auch richtig Panik, dass er krank wird und daran sterben könnte.

Leute... als Mutter kann ich das ganz schwer ertragen. Was soll ich ihm denn sagen?
Heute stellte er folgende Frage: "Wenn wir geboren sind, dann müssen wir auch sterben. Aber warum werden wir geboren? Kein Mensch will doch sterben."

Was sagt man dem fast fünfjährigen darauf? -_-


(wir hatten in der Familie keinen Todesfall. Kann also im Moment keinen Anlass für Kleinsohns Panik finden.)


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13.01.2020 um 12:06
GalleyBeggar schrieb:s mag Eltern/Erwachsene geben, die so herzlos sind, ich kann es aber nicht)
Das ist nicht herzlos.
Je nachdem, wie man das Kind einschätzt, ist das ein gangbarer Weg.

Man muss eben sein Kind einschätzen und dann versuchen, eine Kommunikation zu finden. Ein Patentrezept "eines für alle" gibt es da nicht.
In der Regel verstehen Kinder aber solche Konzepte schon, wobei fünf schon ein frühes Alter ist, an so ein komplexes Thema ran zu gehen.

Aber Dein Problem ist weniger die Frage, wie Du Deinem Kind erläutern sollst, was nach dem Tod passiert oder nicht passiert.
Es scheint viel mehr darum zu gehen, dass er starke Ängste entwickelt, zu sterben bzw. dass Menschen aus seiner Umgebung sterben.
Das ist - jedenfalls in dieser Ausprägung - nicht allzu üblich. Nur wirst Du in einem Forum dazu keine brauchbaren Tipps finden. Da hängt es davon ab, woher diese Ängste kommen und was man konkret machen kann. Ist es nur eine Phase. Hat er irgendwas erlebt, das ihn nachhaltig ängstigt. Oder ist es einfach seine Natur.
Jeder Tipp aus einem Forum (außer ggf. "rede mit ihm ausführlich und verständnisvoll") kann da eigentlich nur schaden, weil keiner Deinen Sohn kennt.

Wird es schlimmer und mehren sich die Ängste, sollte man auch ohne zu zögern professionellen Rat in Anspruch nehmen.


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13.01.2020 um 12:24
Oh, bei einem Psychologen habe ich schon mal angefragt. Da bekam ich eine tolle Aussage (Sohn war 4 1/2):
"In dem Alter sind Kinder kognitiv nicht in der Lage den Tod zu verstehen. Frau Galley, Sie interpretieren da zu viel rein. Wenn ihr Sohn sieben ist, dann könne man über eine Therapie nachdenken."

Schön... half mir aber wenig und meinem Sohn erst recht nicht.

Das mir hier keiner eine Lösung nennen kann, ist mir klar.
Aber vielleicht hat ja jemand ähnliches mit seinen Kindern durch gemacht und kann ein wenig berichten, wie es sich dort entwickelt hat.

Oder einfach mal ausjammern - hab hier leider niemanden, mit dem ich darüber reden kann. Das Thema wird familiär konsequent vermieden. Wenn Sohn die fragt, bekommt er nur zu hören, dass er darüber nicht nachdenken soll.
Ich kann also auf keinen Erfahrungsschatz und keine Gesprächspartner zurückgreifen und da fühlt man sich so ziemlich allein gelassen -_-


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13.01.2020 um 13:07
@GalleyBeggar
Der Punkt ist:
Wie sehr beeinträchtigen diese Ängste sein Leben und seine Entwicklung.

Klar können Kinder in dem Alter die Komplexität solcher Fragen nicht umfänglich erfassen. Aber wenn reale Ängste da sind, die sein Leben stark beeinträchtigen, sollte eine professionelle Beratung zumindest überdacht werden.

Ich habe mit meinen Kindern auch über den Tod gesprochen, sobald sie danach fragten. Vermutlich war das ein ähnliches Alter.
Meine Linie war: "Der Tod gehört zum Leben und er trifft uns alle. Ich denke nicht, dass danach was kommt, andere Menschen glauben aber daran. Aber was auch immer man glaubt, wir alle leben in den Erinnerungen derjenigen weiter, denen wir nahe sind. Wir sind auch nach unserem Tod nicht weg und vergessen."
Der Punkt ist aber auch, dass meine Kinder nie übermäßige Angst vorm Tod hatten, auch wenn ihnen nahe stehende Personen während ihrer Kindheit verstorben sind.
Es hängt eben von der Person ab, wie sie so etwas wahr nimmt und wie sie darauf reagiert. Und ob das mal eine Phase ist oder es dauerhaft das Leben prägt.

In meinen Augen ist es nicht gut, wenn das Kind sein Leben an übermäßigen Ängsten ausrichtet. Nicht gerne vor die Tür geht, aus Angst zu sterben.
Aber was will man denn da aus der Ferne raten? "Mein Kind hatte auch Angst, dann habe ich XY gesagt oder getan und dann wars vorbei."?

Mein Tipp: Viel mit dem Kind sprechen und ihm gut zuhören. Aber was und wie man etwas sagt, hängt eben davon ab, wie es darauf reagiert.


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13.01.2020 um 14:52
GalleyBeggar schrieb:Ich bin in einer Zwickmühle, da ich keine Fantasiewelten um Leben nach dem Tod aufbauen will - schlicht, weil niemand es weiß - und ich meinem Sohn auch nicht ins Gesicht sagen kann "danach kommt nichts mehr" (Es mag Eltern/Erwachsene geben, die so herzlos sind, ich kann es aber nicht).
Bin selber keine Mutter, aber vielleicht hilft es euch beiden, den Umgang mit dem Tod in verschiedenen Kulturen kindgerecht durchzugehen. Z.B. darüber reden, dass es Menschen gibt, die an den Himmel glauben oder ins Museum gehen und Mumien anschauen (das fand ich als Kind immer sehr faszinierend, da kannst du aber am besten einschätzen, ob ihm das nicht zu gruselig ist).

Edit: es gibt doch auch Bücher, die das Thema Tod für Kinder aufbereiten, habt ihr in der Richtung schon was?


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13.01.2020 um 15:13
GalleyBeggar schrieb:Das Thema wird familiär konsequent vermieden. Wenn Sohn die fragt, bekommt er nur zu hören, dass er darüber nicht nachdenken soll.
Das ist natürlich ein Problem. Eventuell kommt dein Sohn dadurch erst auf die Idee, dass das Thema etwas ganz, ganz Schlimmes sein muss, und steigert sich dann noch mehr hinein.

Zum Vergleich: Als ich in dem Alter deines Sohnes war, hatten wir einen Todesfall. Und ich war mit der Erklärung, die verstorbene Person würde jetzt für immer schlafen und (sie war krank gewesen) hätte jetzt keine Schmerzen mehr, ganz zufrieden.

Wenn in eurer Familie noch niemand gestorben ist, könnte es dann sein, dass er davon im Kindergarten oder auf dem Spielplatz gehört hat? Irgendwelche älteren Kinder könnten sich einen Spaß daraus gemacht haben, ihm entsprechende Horrorgeschichten zu erzählen.

Ansonsten kannst du ruhig bei "das weiß man nicht" bleiben. Das stimmt schließlich. Auch Erwachsene müssen nicht alles wissen.


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13.01.2020 um 17:49
@GalleyBeggar
Vielleicht hilft dir dieser YouTube Kanal weiter, dort sind Kindgerechte Videos/Beiträge zum Thema Tod gesammelt (u.a. aus der Sendung mit der Maus und Löwenzahn).
https://www.youtube.com/playlist?list=PLq7xRHVphjLLhj0Q_kZ48eDTCKUbJ6sUV


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13.01.2020 um 18:03
GalleyBeggar schrieb:"Wenn wir geboren sind, dann müssen wir auch sterben. Aber warum werden wir geboren? Kein Mensch will doch sterben."
Puh ... ganz schön philosophische Frage für so einen kleinen Krümel :) Kinder bringen da einen wirklich immer wieder an die Grenzen.

Ich bin selber keine Mama, aber meine hat früher mit mir verschiedene Bücher zu dem Thema gelesen. Es gibt da ja einige, die die ganze Thematik "kindgerecht" aufbereiten.

Der Vorschlag von @Akkordeonistin gefällt mir auch sehr gut. Was spricht dagegen, einem Kind zu vermitteln, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod sehr unterschiedlich sein kann? Vielleicht findet dein Sohn in einer dieser Anschauungen ja Trost.


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13.01.2020 um 18:14
ich erinnere mich an meine kindheit, meine eltern haben versucht mir solche fragen "kindgerecht" zu erklären

ich habe das damals als beleidigung angesehen ein kind ist eine person einer person etwas kindgerecht zu erklären

ist als würde man auf jemanden herabschauen finde ich

warum nicht einfach ehrlich sein ? das ist immer die beste wahl in meinen augen und zugeben das man es nicht

mit bestimmtheit wissen kann


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13.01.2020 um 18:54
GalleyBeggar schrieb:"In dem Alter sind Kinder kognitiv nicht in der Lage den Tod zu verstehen. Frau Galley, Sie interpretieren da zu viel rein. Wenn ihr Sohn sieben ist, dann könne man über eine Therapie nachdenken."
Ich wüsste jetzt nicht wie ich mich in diesem Fall verhalten würde.
Wenn meine kleine Enkelin mich damit konfrontieren würde, wäre wohl meine Antwort:

Der Tod ist immer präsent, aber keiner weiß, wann er kommt und wohin man mit ihm geht.
Somit sind Ängste gedankliche Zeitverschwendung, weil alles offen und durch uns Menschen nicht beeinflussbar ist.


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13.01.2020 um 19:21
Ich würde dem Kind sagen, der Tod sei ein ruhiger, friedlicher Ort. Das ist sicher nicht falsch, und es ist auch nicht fürchterlich und auch nicht irgendwelches esoterisches Zeug.

Sollte das Kind daraufhin irgendwelche Anzeichen von Todessehnsucht zeigen (Ist das ein schöner Ort? oder: Das ist doch sicher ein schöner Ort...) sag, dass es vermutlich ein sehr langweiliger Ort ist und das Leben viel schöner ist mit all seinen schönen Seiten.

Das Problem hier ist in diesem Fall allerdings, wenn man dem Kind sagt, niemand weiss es, wird es dich heute fragen, warum man das denn jetzt plötzlich doch weiss? Wir wissen doch wie Kinder sind: "Aber du hast doch gestern behauptet, niemand weiss es...".


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13.01.2020 um 22:44
GalleyBeggar schrieb:Oh, bei einem Psychologen habe ich schon mal angefragt. Da bekam ich eine tolle Aussage (Sohn war 4 1/2):
"In dem Alter sind Kinder kognitiv nicht in der Lage den Tod zu verstehen. Frau Galley, Sie interpretieren da zu viel rein. Wenn ihr Sohn sieben ist, dann könne man über eine Therapie nachdenken."
Puh! Psychologe ist ja kein geschützter Begriff.. ich würde mir definitiv Rat bei einem Psychotherapeuten suchen!!!


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18.01.2020 um 15:03
Klingt nach einer Angststörung. Angst vor dem Tod ist ja wichtig um zu überleben. Deshalb sollte man auch nicht blind auf die Straße laufen, ohne nach Autos zu schauen. Aber auf dem Gehsteig kann man schon gefahrlos laufen. Wenn man sich nun gar nicht mehr aus dem Haus traut, dann ist das eine irrationale Angst, also falsche Angst. Weil auf dem Gehsteig kann man ja ruhig laufen.

Vielleicht hilft es dem Kind zu verstehen, welche Gefahren draußen real sind, z.B. einfach auf die Straße zu laufen, ohne nach Autos zu schauen. Und welche Gefahren harmlos sind, z.B. krank zu werden mit Fieber, das ist ja grad bei Kindern ganz normal. Oder auch schon verhältnismäßigkeit zu lernen, also jeden Tag stirbt ein Kind aber Millionen Kinder leben weiter. Deshalb wird auch er weiter leben.

Und auf der anderen Seite, das der Tod zum Leben dazugehört und auch die Uroma irgenwann sterben möchte. Weil wenn die Menschen sehr alt geworden sind, dann haben sie schon alles im Leben gesehen und werden immer schwächer. Bevor man im Alter lange leiden würde, stirbt man dann lieber. Und deshalb ist ja auch dein Sohn da, weil die alten Menschen irgendwann sterben, hinterlassen sie ihre Kinder. Also wird dein Sohn vielleicht verstehen, dass er erst stirbt, wenn er auch mal Papa geworden ist und Kinder hat und dann so alt wird wie die Uroma.

Der Sinn des Lebens ist ja das es weitergeht - aber immer mit der nächsten Generation. So haben wir uns weiterentwickelt von den ersten Zellen des Lebens auf der Erde, über die Tiere bis zum Menschen. Die Evolution funktioniert nur wenn es immer neue Generationen gibt, die es vielleicht besser machen als die Generation zuvor. Und auch das gehört zur Aufgabe eines Menschen im Leben - ein besserer Mensch zu werden. Eines Tages werden wir sterben - aber alle anderen Tage nicht. Deshalb beschäftigen sich alle Menschen mit dem Leben und nicht mit dem Tod.


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18.01.2020 um 16:20
GalleyBeggar schrieb am 13.01.2020:Was sagt man dem fast fünfjährigen darauf? -_-
@Akkordeonistin Hat meiner Meinung nach die sinnvollste Idee :)

Du als Mutter kannst darauf gar nicht richtig antworten, also lass dein Sohn selber entscheiden an was er glauben will. Vielleicht hat er ja intuitiv ein gutes Gefühl wenn er sieht das Kulturen respektvoll und teilweise feierlich mit dem Tod umgehen.

Außerdem sieht er dass er nicht alleine mit der Frage dasteht, sondern dass sich auch andere darum einen Gedanken machen und seit Jahrtausende machen.


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Karl00
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20.01.2020 um 19:58
@frivol

Das ist keine Angststörung (eine Angststörung ist etwas völlig anderes) sondern ein völlig natürlicher und menschlicher Prozess der mit dem Großwerden einhergeht und solche pseudo-psychoanalysen helfen @GalleyBeggar sicher nicht weiter, worauf willst du überhaupt hinaus? Soll die Mama jetzt das Kind zu einem Psychologen schicken und mit diversen Anxiolytika vollgepumt werden nur weil es sein Dasein hinterfragt? Und der Verweis auf Evolution ist hier ebenso völlig verfehlt, das sind keine Themen mit denen ein Fünfjähriges Kind etwas anfangen könnte, geschweige denn verstehen könnte.

Erkläre mal einem Fünfjährigen Gendrift.

Hallo @GalleyBeggar
Wenn wir geboren sind, dann müssen wir auch sterben. Aber warum werden wir geboren? Kein Mensch will doch sterben.
Recht hat er ja :) und erstaunlich ist, das er für einen Fünfjährigen ziemlich tiefe Gedanken hat. Ich persönlich würde ihn einfach das Ganze in Gegenwart eines Elternteils zu Ende denken lassen, denn es stimmt schon, der Tod ergibt eigentlich garkeinen Sinn, doch ist er aber vorhanden, vielleicht kommt er ja dann selber zum Schluss das es weitergeht, dann hätte er seinen Seelenfrieden und das Thema wäre gegessen, denn das ist was er möchte, deswegen ja auch die Frage von Ihm: "warum werden wir geboren wenn wir sterben müssen?".

Wir können von Kindern soviel lernen, ich würd dieses natürliche Bedürfniss des Menschen und die deines Kindes (dass der Tod kein endgültiges Ende markiert) nicht blockieren, aber gleichzeitig darauf Acht geben das er sich nicht zu sehr in die Materie vertieft und anfängt destruktive Gedanken zu entwickeln, Kinder sind leicht abzulenken.

Letzendlich bist aber Du seine Mama und nur Du kennst dein Kind am allerbesten und wirst deshalb wissen müssen was das aller Richtigste und Beste für dein Kind ist, ich bezweifle das dir hier jemand helfen werden kann.


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21.01.2020 um 06:54
Karl00 schrieb:denn es stimmt schon, der Tod ergibt eigentlich garkeinen Sinn, doch ist er aber vorhanden,
Das gute an solchen uralten und vermeintlich sinnlosen Dingen ist, dass man seit vielen vielen Generationen dran herum denkt, und sich jede Menge Modelle überlegt hatte, doch irgenwie einen zumindest relativen Sinn hinein deuten zu können.

So banal, widersprüchlich und mitunter falsch wie das für einen aufgeklärten Erwachsenen alles klingen mag, so leicht verständlich und durchaus sinnig (sinnstiftend) ist vielerorts die Semantik von religiösen Geschichten.

Solltest du also ja nicht mehr weiter wissen @GalleyBeggar greife ruhigen Gewissens zu sowas.
Hier geht es nicht darum, dem Kind ein blödes Märchen zu verkaufen, sondern einen Gedanken so positiv wie möglich zu verpacken, um einem Menschen die Angst zu nehmen.

Einfach mal die Evolution -also Aspekte wie Transformation, Anpassung, Erneuerung- als etwas völlig normales, wichtiges und fürs Leben (übergeordnet sogar das ganze System, also das Universum, "Gott" und den ganzen Rest) notwendiges mit etwas romantisierten vllt sogar z.T. rel. Bildern verständlich und leicht verdaulich machen.

Der Rest dürfte dann im Laufe der weiteren Entwicklung von selbst kommen, ..hoffe ich.
Etwas Zweckoptimismus kann hier nicht schaden.
GalleyBeggar schrieb am 13.01.2020:Ich bin in einer Zwickmühle, da ich keine Fantasiewelten um Leben nach dem Tod aufbauen will - schlicht, weil niemand es weiß - und ich meinem Sohn auch nicht ins Gesicht sagen kann "danach kommt nichts mehr" (Es mag Eltern/Erwachsene geben, die so herzlos sind, ich kann es aber nicht).

Also habe ich mich immer sehr vage gehalten mit "das weiß man nicht". Leider hat das meinem Sohn überhaupt nicht geholfen. Er hat eine Heidenangst und er weint sich oft genug vor Angst in den Schlaf.
Die Sache hier ist, dass die weit verbreitete menschliche Vorstellung von den Dingen sehr materialistisch und ego-zentriert ist. Da kann auch keiner was für, es ist irgendwo in den Dingen und der Art und Weise, wie wir sie beurteilen selbst angelegt.

Guckt man tiefer in die ganzen Verbindungen der Dinge, erkennt man jede Menge Tatsachen und Sachverhalte, die dieser oberflächlichen Betrachtung entgegen rufen: ne, so ist das alles nicht.. Das was du glaubst zu sein, bist oft gar nicht du, sondern irgendwelche Vorstellungen, abstrakte Bilder und Eigenkonstruktionen von Verhältnissen, über die man im Grunde auch nichts weiß. Dennoch meint, daran fest halten zu müssen, weil es einem irgendwie das Leben vermeintlich erleichtert.. schon alleine, weil man nicht in seiner Umgebung als weltfremd gelten will, usw. usf.

Ich persönlich löse mich gerne von den oberflächlichen, lange einkonditionierten Betrachtungen der Welt. Dem Leben - dem Tod; dem Ich - dem Du; dem Sein oder nicht sein. In meiner Wahrnehmung verschwimmen diese Dinge so oft, dass ich sie oft gar nicht mehr richtig unterscheiden kann. Auch nicht muss, wozu überhaupt? Ich finde es sogar höchst interessant, erfrischend geradezu.

Denn diese gängigen fast schon genormten Weltbilder schränken einen Menschen manchmal doch etwas mehr ein, als dass sie ihm nützen. Wobei man hier schon sehr genau abwägen muss, was an "Fantasie" noch erlaubt ist und wo es anfängt schädlich zu werden, weil man da zu weit den Boden der Realität verlässt.

Langer Rede kurzer Sinn.. Gelassenheit hilft glaube ich in solchen Dingen. Einfach ein Urvertrauen, dass das schon alles irgendwo seine Ordnung hat, und so sein muss. Selbst wenn wir es nicht ganz verstehen können, geschweige denn unseren Kindern plausibel erklären.
Wir können eine innere Ruhe vorleben, und das stärkt die Kleinen am meisten, denke ich. Gibt ihnen den Halt den sie brauchen, und nimmt ihnen auch irgendwelche irrationalen Ängste, von einem sehr abstrakten Bild eines Todes, den sie so vermutlich niemals selbst erleben werden.


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Mot
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24.01.2020 um 18:03
Das Unsichtbare ist das ursächliche für die sichtbare Wirkung. Du und ich sind also gleichermaßen Wirklich. Also alles was ist ist Wirklich. Daraus folgt, daß "Gott/Logos" alles Unsichtbare ist, sprich die geistige Ursache / die Idee ist und zugleich die materielle Wirkung der Welt der Dinge. Was schließen wir daraus?

Aus dem Nichts kommen wir und ins Nichts gehen wir wieder zurück. Doch das Nichts kann unmöglich einfach nur "Nichts" sein.

Mit der Befruchtung der Eizelle
~•
~☉
~•
beginnt die menschliche Dualität aus Geist und Materie und somit die Sterblichkeit. Im Leben ist der Tod der beste Coach, denn eins ist Gewiss: Sterben MUSS jeder. Immer und immer wieder viele kleine und große Tode. Sterben ist Werden und der Tod somit eine treibende Kraft des Lebens. Ergibt das Sinn? ☯

Fall ja, muss man das nur noch kindgerecht aufarbeiten. :Y: :D

Youtube: Pförtner
https://www.songtexte.com/songtext/kaptn-peng-and-die-tentakel-von-delphi/pfortner-g3f1e533.html


Käptn Peng & die Tentakel von Delphi haben viele philosophische Songs in der Art, die vor allem das junge Publikum ansprechen. Kann ich nur empfehlen. :Y:


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24.01.2020 um 18:41
Danke euch, für die Beiträge.

Ich schaue... was ich daraus mache.
Mein Kopf ist leider sehr logisch... meine Eltern sind Atheisten/Naturalisten aus vollster Überzeugung - das war schon immer so. Für beide ist nach dem Tod Schicht im Schacht und für beide ist das auch ok so. Jedenfalls haben sie mir gegenüber nie irgendwelche Ängste geäußert, mich aber auch nie unterstützt, wenn ich diese Ängste als Kind hatte.
Da gab es immer nur Floskeln wie "Du bist noch jung, denk nicht drüber nach."

Alles, was ich mir im Laufe meines Lebens aufgebaut habe, sind Konstrukte aus "Glauben und Hoffen", die mich aber selber nicht überzeugen und die ich ganz schlecht meinen Kindern erzählen kann.
Rückblickend.... bereue ich zeitweise die Entscheidung Kinder bekommen zu haben, denn jetzt habe ich ihnen die grausame Fahrt in die Nichtexistenz aufgezwungen.

Nun... versuche irgendwie im Buddhismus etwas Ruhe zu finden, die ich meinen Kindern dann auch geben kann.


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02.02.2020 um 21:06
@GalleyBeggar


"Alles wörtlich nehmen
Was beide Psychologinnen betonen: "Es braucht klare Worte." Einfache, unmissverständliche Sätze wie: "Wer gestorben ist, der atmet nicht mehr. Auch das Herz hört auf zu schlagen. Der Körper wird kalt." Oft wollen die Eltern ihr Kind aber schützen und wählen deshalb beschönigende Metaphern wie "Das geliebte Haustier ist für immer eingeschlafen", "Die Oma ist von uns gegangen" oder "Der Opa hat sich auf eine lange Reise gemacht". Das Problem an solchen Formulierungen: Kinder nehmen bis zum Volksschulalter alles wörtlich. So besteht die Gefahr, dass sie Angst bekommen, wenn Papa und Mama in der Früh zur Arbeit gehen, eine Dienstreise machen oder sich die Familie am Abend schlafen legt." Zitat aus unten stehender Quelle, Der Standard

Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mir als Kind damals am meisten Angst machte dass niemand darüber sprechen wollte. Es wurde nie racht darauf eingegangen und meisstens ausgewichen. Es erscheint einem Kind dann sehr tabuisierend und so als ob man darüber nicht reden dürfe, und dass man sich dann komisch fühlt..

Ich denke, dass wenn man offen, aber dennoch kindgerecht darüber spricht einem am besten geraten ist.. Kinder lieben aufklärung und hassen normal Geheimnistuerei..


Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000066940453/wie-erklaert-man-kindern-den-tod

mfg Amanon


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02.02.2020 um 21:11
cherry.blossom schrieb am 13.01.2020:Puh ... ganz schön philosophische Frage für so einen kleinen Krümel :) Kinder bringen da einen wirklich immer wieder an die Grenzen
Ja genau das bringt jeden Verstand an die grenzen... Kinder zeichnen sich darch aus dass sie eben einen sehr sehr offenen Verstand haben, und nicht in oft umständlichen Mustern von Erwachsenen denken..

Also die Frage bringt einen ja schon auf die Ursache der Existenz.... Und das fragt ein Kind ja ^^ Warum werden wir geboren... Warum sterben wir?


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