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Was ist Bewußtsein?

83 Beiträge, Schlüsselwörter: Bewusstsein
allfredo
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Was ist Bewußtsein?

18.12.2012 um 10:11
intelligenz ist ja keine eigenqualität eines körpers .
es ist die qualität von gedanken .
und gedanken kommen und gehen .
aus dem nirgendwo in den "zum handeln präparierten " körper.
sind die gedanken "intelligent", erscheint das daraus motivierte handeln ebenso .
sind die gedanken "dämlich" , gilt selbiges .

der selbst-beobachter sieht immer in selbst-beobachtung ein "richtiges" (ihm intelligent erscheinendes ) "eigenes" handeln , egal wie dämlich dies auch der umgebung erscheinen mag .

es gibt keine möglichkeit der eigeneinschätzung von intelligenz . die wird nur aus beobachtung anderer vermutet . in der konfrontation mit sich selbst, quasi pur, geht diese einschätzungsmöglichkeit jedoch verloren .


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SurWife
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Was ist Bewußtsein?

18.12.2012 um 10:23
allfredo schrieb:es gibt keine möglichkeit der eigeneinschätzung von intelligenz . die wird nur aus beobachtung anderer vermutet . in der konfrontation mit sich selbst, quasi pur, geht diese einschätzungsmöglichkeit jedoch verloren .
Diesen Gedankengang finde ich brilliant und stimme ihm vollkommen zu.

Was, wenn sich nun Jemand für intelligent hält, so wie ich z.B.
Ist das dann ein nachgeplappertes konditioniertes Denken, weil Andere mir das gesagt haben?

@allfredo


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Was ist Bewußtsein?

18.12.2012 um 10:52
@SurWife

Allfredo überhöht hier meiner Meinung nach das mehr als Offensichtliche. Natürlich ist Intelligenz immer vom Kontext abhängig. Im Mittelalter galt man sicherlich als Genie, wenn man in der Lage war zu lesen. Und die Bauern haben sich bestimmt auch für besonders schlau gehalten (Bauernschläue). Da Intelligenz aber so und so nicht komplett objektiv definier/messbar ist (IQ Tests geben zumindest Hinweise auf Potenziale), kann weder das Individuum, noch die Gruppe eine absolute Einschätzung der Intelligenz jedes Einzelnen abgeben.

Das ist aber nicht nur bei Intelligenz der Fall. Der Mensch ist ein soziales Wesen, dass nur aus der Interaktion mit anderen Menschen überhaupt in die Lage versetzt wird, sich zu einem "selbstbewussten Menschen" mit Intelligenz zu entwickeln. Wächst der Mensch unter Tieren auf, wird er keine Sprache entwickeln, keine komplexeren Gedanken, nur eine rudimentäre Form von Selbstbewusstsein, keine höhere Intelligenz. Unsere Intelligenz ist also zwangsläufig abhänig von Externen Faktoren, insbesondere dem Austausch mit anderen Menschen!! Aus diesem Grund KANN es gar keine Bewertung von Intelligenz "pur, aus sich selbst heraus" geben, da wir auch nicht pur aus uns selbst heraus zu Intelligenz und Bewusstsein kommen können. Dies geschieht NUR durch Austausch und Interaktion innerhalb einer sozialen Gruppe.

Aus diesem Austausch entstehen langfristig soziale Normen und Konventionen. Z.B. auch in Bezug auf Intelligenz. Und diese Normen wiederum kann man durchaus selbstreflexiv auf sich übertragen und sich daran messen. Z.B. in Bezug auf Bildungsgrad, beruflicher Erfolg, Allgemeinwissen, Problemslösungskompetenz, Sozialkompetenz etc.

Der Definition von Bewusstsein Allfredos kann ich außerdem nicht zustimmen, da sie nicht schlüssig ist. Da werden zu viele Begriffe durcheinander geworfen. Das geht mir zu sehr in den Bereich Metaphysik und Esoterik. Was genau meinst du mit "das ewig Seiende, gefüllt mit Wissen"? So eine Art Metaphysischer, universeller Festplattenspeicher des gesamten jemals im Universum gesammelten Wissens? Auf den wir bewusst keinen Zugriff haben? Wie dann? Unbewusst? Und wenn gar kein Zugriff besteht, welchen Sinn macht dann ein solches Konzept von "Bewusstsein"?


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allfredo
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18.12.2012 um 11:27
@Flodolski
durchaus richtige nachfragen
und auch einer antwort wert
jedoch mangelt es mir etwas an zeit .

nur soviel vorab

dies ist ja ein begriffs-thread = "was ist ...... ?"
da biete ich definitionen an, die mir hilfreich waren , das eigentlich unwörterbare doch so halbwegs "fassbar" zu kommunizieren .
auch mit mir selbst . sogar vor allem mit mir selbst !

Ich fand es immer besonders hilfreich einfach an die semantischen Wurzeln von Wortbegriffen zu gehen.

Also "be/ge-wusst" und "sein".

solange erfahrung da ist , ist das was ich mit BEWUSSTSEIN meine , nicht erfassbar/erlebbar ...
ist keine erfahrung da , bzw. kein erfahrender , verschwindet also die dauerprojektion eines >existierenden< Ichs , und sei es nur für einen MOMENT ( letztlich geschieht dies immer nur in einem absoluten MOMENT ) , da geschieht das , was ich ( manchmal auch ) die >EINSICHT in das EIGENTLICHE< nenne. Manche sagen auch Erwachen dazu .
Dies ist , und das ist wichtig , kein cognitives Ereignis aus dem Menschen heraus veranlasst , sondern eine Art "BlackOut" der anscheinenden Mensch-Existenz , der völlig automatisch das EIGENTLICHE erscheinen/deutlich werden lässt . ES geschieht , obwohl es (eigentlich ) nie geschehen kann, da es bereits immer SO ist , wie es ist . ES wird nur deutlich ( und dies definieren ich hier als "Geschehen"), da das bisher verdeckende einer vorgeblich "Ich"-Existenz verschwindet in diesem MOMENT der KLARHEIT .
Im Unterschied zum Samadhi , was ein Einheits-Erlebnis ( ! ) ist , indem sich der Mensch als verbunden / einheitlich mit >allem< erlebt , ist dies Geschehen ein viel nüchternes , geradezu eliminierendes , denn auch der "Einheits-Erfahrende" ist hier verschwunden.
Etwas poetisch, verklärend ausgedrückt "Gott schaut Gott" .
Der Mensch ist dabei gar nicht beteiligt.
Im Samadhi erweitert sich das "Ich" zu einem "Alles" .
In dieser EINSICHT zeigt sich (nur) das EIGENTLICHE ( kein Ich dabei beteiligt ) .
Und dieses EIGENTLICHE ist leer . Letztlich aus dem "Bemerken" heraus nur Lücke ...

Die Leinwand hinter der Ich-Film-Projektion wird sichtbar , da die Ich-Projektion in diesem MOMENT stockt.

Das , was da als das EIGENTLICHE , das einzig SEIENDE , deutlich wird , nenne ich BEWUSSTSEIN . Andere sagen ABSOLUT , ATMAN, TAO oder GOTT dazu , oder was auch immer .

Ich bevorzuge BEWUSSTSEIN , da dieses EIGENTLICHE >SEIEND IST ( in unendlichkeit und Ewigkeit ) und da es gefüllt ist ! gefühlt mit der Unendlichen Potentialität ! es also "wissend" um Alles ist .( hier ist nicht menschliches relatives Wissen gemeint, sondern absolutes Wissen)

Also BEWUSST (=wissend gefüllt) SEIN (seiend).

Und dazu im Unterschied das was ich Bewusst-Heit nenne.


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19.12.2012 um 02:07
@SurWife
-> Es gibt doch auch emotionale Intelligenz, Herzenswärme und Güte.
Sind das deiner Ansicht nach keine Attribute von Bewusstsein?

Da Intelligenz im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig geklärt ist, aus diesem Grunde steht jegliche Kombination mit dem Wort "Intelligenz", wie z. Bsp. die "emotionale Intelligenz" auf schwammigem Untergrund.

Intelligenz ist etwa seltenes, wie ich schrieb (< 1%) und mit hohen, geistigen Anstrengungen erreichbar. Um Bewusstsein zu haben, ist die unabdingbare Voraussetzung dafür intelligent zu sein.
Bewusstein lässt sich dann stetig steigern. Intelligenz lässt sich nicht steigern. Entweder man hat sie oder man hat sie nicht. Herzenswärme und Güte sind eher Attribute der Intelligenz, da sie zu einem intelligenten Verhalten hinzuzurechnen sind.

Nur noch mal: Wenn wir Menschen intelligent wären, dann würde diese Welt anders aussehen.
Das versteht doch bestimmt jeder normale Mensch. Wir, die Menschen sind nicht intelligent - zumindest nur sehr wenige. Wären es mehr, dann würde diese Welt anders = intelligenter sein mit viel mehr Liebe, Herzenswärme und Güte. (um Deine Worte zu benutzen)

Bewusste Menschen sind eher zurückhaltend und sehen keine Möglichkeit und deshalb keinen Sinn darin in dieser kontraintelligenten Gesellschaft etwas zu verändern, da die Mehrheit, dies sind über 99% noch nicht mal im Ansatz dazu tendieren sich in Ihrem Verhalten (sei es mehr fressen, mehr saufen, mehr konsumieren, mehr Geld verdienen, mehr Macht anhäufen) zu ändern.
Damit will ich noch nicht mal sagen, dass diese 99% an sich denken und egoistisch sind. Würden sie wirklich an sich denken, dann würden sie auch ihr Umfeld und ihre Umwelt mit beachten und berücksichtigen. Wer sich z. Bsp. schädigt durch zuviel Essen, der ist nicht egoistisch, der ist - ich sag es mal nett - kontraintelligent.


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fuzzy
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19.12.2012 um 03:41
VODKA - ENERGIE ;)


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19.12.2012 um 10:46
@samraa

Die Sache mit den 1% VS 99% hält keiner wissenschaftlichen Prüfung stand. Und ich denke, dass weißt du selber auch. Du gehst den Weg der Idealisten nach Kant, die der Meinung waren durch rationales Denken alleine, unversell gültige Handlungsmaximen in den Alltag zu integrieren. Dies ist aber durch moderne Hirnforschung längst widerlegt! Der vermeintlich rationale Zugang zur Welt ist verwässert durch die individuelle Beschaffenheit jedes einzelnen Gehirns, der im jeweiligen sozialen Kontext geborenen Gefühle und Emotionen (geprägt durch Hormone) und der allgemeinen Lage in der sich ein Mensch befindet. Keiner sieht die Welt mit den gleichen Augen. Wenn zwei Menschen die gleiche Situation erleben, erlebt sie jeder anders und bewertet sie deshalb auch anders.

Wir Menschen sind extrem intelligent. Wir sind nur nicht pauschal fair zueinander. Und aus dem Grund sieht die Welt so aus, wie sie aussieht. Gäbe es ein inhärentes Programm für "tue Gutes", oder "handle immer fair", DANN sähe die Welt vielleicht anders aus. D.h. aber lange nicht, dass sie BESSER aussähe!! Wir haben ein angeborenes Gefühl für Ungerechtigkeit die UNS widerfährt. Und wir werden agressiv verhindern wollen, dass man uns ungerecht behandelt. Das ist angeboren. Das ist schon bei Affen so. Wir haben aber kein angeborenes Gefühl für Fairness die wir ANDEREN gegenüber ausüben sollten. Das sind fundamental unterschiedliche Dinge. Fairness und Nächstenliebe erlernen wir über soziale Prozesse und Normen. Das ist eine Form der emotionalen Intelligenz die man sehr wohl lernen kann. Wer als Kind vernachlässigt wird, hat hier fundamentale Nachteile im späteren Leben!

Veränderung, nur der Veränderung willen, schafft noch keinerlei Wert an sich! Gemessen am Wohlstandsniveau vergangener Generationen, geht es uns besser als je zuvor. Selbst in Entwicklungsländern. Ich sehe nicht, dass wir in der schlechtesten aller möglichen Welten leben. Außerdem sind deine Ansichten eher kontraproduktiv und düster für eine vermeintliche "Verbesserung" der Welt. Denn du gehst ja davon aus, Intelligenz hat man oder nicht. Und sie ist nicht steigerungsfähig. Da in deiner logischen Kette Intelligez aber Vorraussetzung für Bewusstsein und Bewusstsein Vorraussetzung für eine "bessere Welt" ist, ist eine bessere Welt deiner Meinung nach also gar nicht möglich. Und deshalb verläuft deine Argumentation im Sande, denn sie kann zu keiner "Verbesserung" beitragen.

Es gibt "den Menschen" oder "die Menschheit" an sich nicht. Das sind nur Konzepte in unserem Kopf. Ich bin der Menchheit gegenüber erst einmal zu nichts verpflichtet. Meinem unmittelbaren Umfeld dagegen schon. Egal in welchem Kontext ich mich bewege, ich bin nie wirklich die gleiche Person. Ein konsistentes "Bewusstsein" existiert nicht. Als Angestellter verhalte ich mich anders, als wenn ich auf einer Geburtstagsfeier einer Freundin bin. Als Sohn/Bruder/Vater verhalte ich mich anders, als wenn ich auf dem Parkett einer Börse stehe! Der soziale Kontext macht die Moral!!! Darum braucht es verbesserte Rahmenbedingungen, um moralisches Verhalten gesellschaftsfähig zu machen. Z.B. am Arbeitsplatz zur Bekämpfung von Mobbing. Oder auf dem Börsenpakett, um wieder Verantwortungsbewusstsein in den Händlern zu wecken. Pauschale Dämonisierung (der Böse Konsument, der Böse Manager) auf der einen und pauschale Idealisierung auf der Anderen Seite (der "gute" intelligente, Bewusste Mensch), führen selten zu irgendetwas Sinnvollem.


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2Elai
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19.12.2012 um 10:53
@Flodolski
Flodolski schrieb:Es gibt "den Menschen" oder "die Menschheit" an sich nicht. Das sind nur Konzepte in unserem Kopf. Ich bin der Menchheit gegenüber erst einmal zu nichts verpflichtet. Meinem unmittelbaren Umfeld dagegen schon. Egal in welchem Kontext ich mich bewege, ich bin nie wirklich die gleiche Person. Ein konsistentes "Bewusstsein" existiert nicht. Als Angestellter verhalte ich mich anders, als wenn ich auf einer Geburtstagsfeier einer Freundin bin. Als Sohn/Bruder/Vater verhalte ich mich anders, als wenn ich auf dem Parkett einer Börse stehe! Der soziale Kontext macht die Moral!!! Darum braucht es verbesserte Rahmenbedingungen, um moralisches Verhalten gesellschaftsfähig zu machen. Z.B. am Arbeitsplatz zur Bekämpfung von Mobbing. Oder auf dem Börsenpakett, um wieder Verantwortungsbewusstsein in den Händlern zu wecken. Pauschale Dämonisierung (der Böse Konsument, der Böse Manager) auf der einen und pauschale Idealisierung auf der Anderen Seite (der "gute" intelligente, Bewusste Mensch), führen selten zu irgendetwas Sinnvollem.
Interessante Sichtweise. Mit Sicherheit eine Wahrheit (von mehreren).

Du bist Dir einfach nur Deines "Rollenspieles" bewußt.

Bist Du beim Arbeiten, dann die Rolle als Angestellter, bist Du auf der Party, dann die Rolle als Spaßvogel ... etc.

Zu einem Rollenspiel gehört eine "Bühne", Schauspieler, Zuschauer und Kostüme.

Das wahr-haftige Wesen braucht keine Bühne, denn es ist stets "der-die-das-selbe".


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19.12.2012 um 11:02
Es gibt das "wahrhaftige" Wesen aber nicht. Das ist der Punkt 2Elai. Es gibt kein unveränderliches "Ich" Zentrum im Gehirn. Es gibt viele Ich's an verschiedenen Stellen, die in ihrer Gesamtheit das gefühlte "Ich" ausmachen. Es ist auch kein "Rollenspiel", es ist natürliches menschliches Verhalten.

Ein Großteil unserer gesamten Handlungen gehen aufs Unterbewusstsein zurück. Wir merken gar nicht, wie häufig am Tag wir rein intuitiv, ohne bewusstes nachdenken handeln. Und dieses intuitive Handeln geht zurück auf im Unterbewusstsein gespeicherte Programme, die je nach sozialem Kontext aktiviert werden. Dagegen kann man sich nicht wehren, da der Mensch nur so überhaupt funktioniert. Man kann versuchen sich selbst zu beobachten und versuchen zu erkennen, wann man intuitiv und damit zu schnell gedacht hat. Aber es ist sehr schwer, durch bewusstes Nachdenken, intiutive Entscheidungen zu filtern, oder gar zu blockieren. Nimm z.B. die Situation die dir am meisten Angst macht (vielleicht eine Rede halten) und versuche dich dort so zu verhalten, wie in der Situation, die dir am meisten Freude/Sicherheit/Vertrauen gibt (z.B. im Arm eines geliebten Menschen). Du wirst NICHT die gleiche Person sein und sein können. Das verhindert bereits der Hormonspiegel, der dich gefühlsmäßig in einen ganz anderen Grundzustand versetzt!


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2Elai
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19.12.2012 um 11:27
@Flodolski
Flodolski schrieb:Es gibt das "wahrhaftige" Wesen aber nicht. Das ist der Punkt 2Elai. Es gibt kein unveränderliches "Ich" Zentrum im Gehirn. Es gibt viele Ich's an verschiedenen Stellen, die in ihrer Gesamtheit das gefühlte "Ich" ausmachen. Es ist auch kein "Rollenspiel", es ist natürliches menschliches Verhalten.
Das ist eine be-grenz-te Sicht. Es gibt sie, die Wesen, die wahrhaftig sind. Und dies ist einfach. Eigentlich .... es sind Menschen, die stets die Tugend der Wahrheit anwenden. Es sind einfache ehrliche Menschen.

Tiere und Pflanzen "lügen/täuschen" auch :) ... doch es ist leichter erkennbar und durchschaubarer, als bei Menschen.

Stell´ Dir folgendes vor:

Du belügst 1 Menschen, und dieser Mensch trägt Deine Lüge in sich und damit mit der nächsten Kommunikation weiter und weiter und weiter.

Hättest Du diesem Menschen die Wahrheit gesagt, dann würde sich die Wahrheit "fortpflanzen".
Und wenn sich Wahrheit fortpflanzt, dann geschieht etwas "Wahrhaftiges". Wie das Wort "Wahr-haftig" bereits in sich erklärt.
Flodolski schrieb:Ein Großteil unserer gesamten Handlungen gehen aufs Unterbewusstsein zurück.
Das mag schon richtig sein, von einer bestimmten Warte aus gesehen, doch Tatsache ist, daß der Großteil unserer Handlungen auf Lügen und (Selbst)-Täuschung aufgebaut ist.
Das ist das Problem.
Flodolski schrieb:Und dieses intuitive Handeln geht zurück auf im Unterbewusstsein gespeicherte Programme, die je nach sozialem Kontext aktiviert werden. Dagegen kann man sich nicht wehren, da der Mensch nur so überhaupt funktioniert.
Ja, gegen Programme, die unbewußt in einem "arbeiten" kann man sich nicht wehren.

Doch sobald sie erkannt sind kann man sich erwehren. Dazu braucht´s jedoch Mut und Zeit. Ohne DENKEN gibt´s auch kein Erwehren, bzw. für sich selbst die Wahrheit herausfinden.
Flodolski schrieb:Wir merken gar nicht, wie häufig am Tag wir rein intuitiv, ohne bewusstes nachdenken handeln.
Wir merken ja nicht mal, wie oft wir uns am Tag selbst in die eigene Tasche lügen ... lügen hat mit Nicht-Wahrheit zu tun. Und das geschieht in der Regel immer gezielt, auch wenn man das jetzt auf andere oder das Unterbewußtsein schiebt.
Flodolski schrieb:Man kann versuchen sich selbst zu beobachten und versuchen zu erkennen, wann man intuitiv und damit zu schnell gedacht hat. Aber es ist sehr schwer, durch bewusstes Nachdenken, intiutive Entscheidungen zu filtern, oder gar zu blockieren.
Eben, so ist das.
Flodolski schrieb:Nimm z.B. die Situation die dir am meisten Angst macht (vielleicht eine Rede halten) und versuche dich dort so zu verhalten, wie in der Situation, die dir am meisten Freude/Sicherheit/Vertrauen gibt (z.B. im Arm eines geliebten Menschen). Du wirst NICHT die gleiche Person sein und sein können. Das verhindert bereits der Hormonspiegel, der dich gefühlsmäßig in einen ganz anderen Grundzustand versetzt!
Guter AnSATZ :) ... es gibt 1 Position, wo Du weißt: DAS BIN ICH!
Und in dieser "Position" bist Du stets die-, der-selbe.


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19.12.2012 um 11:56
Lügen und Selbsttäuschung sind elementar für unser überleben. Würden wir permanent die Wahrheit erzählen, würden wir den sozialen Frieden gefährden und uns selber schaden. Würden wir uns in jedem bewussten Moment unseres Lebens permanent die "Wahrheit" vor Augen führen, würden wir als soziale Wesen ebensowenig funktionieren. Warum soll ich einem Menschen, der mir etwas bedeutet, zu jedem Zeitpunkt reinen Wein einschenken?

Auch Selbsttäuschung ist ein psychologsicher Prozess, der unsere geistige Gesundheit aufrecht erhalten soll. Und nicht per Definition etwas schlechtes. Es wurde uns nur eingebläut: Du sollst nicht lügen. Aber die Realität ist, Lügen und Selbsttäuschung gehören zum Mörtel der unseren Verstand und unsere Zivilisation zusammenhält. Was natürlich nicht heißt, dass man nur Lügen soll. Auf keinen Fall. Aber es gibt Situationen, da ist es angebracht, sich Dinge schönzureden.

Was das Erwehren gegen intuitiv ablaufende Programme angeht. Dazu braucht man weder Mut noch Zeit. Dazu braucht man erst einmal die reine FÄHIGKEIT, intuitive Abläufe zu erkennen. Und dafür braucht man ein Verständnis der Hirnabläufe, die dazu führen, dass es intuitives und bewusstes Denken gibt! Ohne das nötige Wissen, ist es schlicht nicht möglich, intuitives Verhalten bewusst zu filtern! Ich empfehle dir das Buch: Schnelles Denken, Langsames Denken. Du kannst dich dabei selber beim Denken beobachten und wirst eine Menge über dich, festgefahrene Paradigmen und Wunschvorstellungen lernen.

Und zu deinem letzten Punkt wo du sagst: es gibt 1 Position, wo du weißt: DAS BIN ICH.

Nein. Das weißt du nicht. Was, wenn du dich eine Woche später, von diesem Partner trennst? Dann wirst du dich in seinem Arm nicht mehr wohl fühlen, sondern du wirst Abneigung, vielleicht sogar Hass spüren und wirst wieder ein anderer Mensch sein. Wirst dich sogar selber nicht mehr wiedererkennen. Es gibt kein durchgehendes ICH, dass immer gleich ist. Du fühlst dich im Arm des Partners nur wohl, weil du Vertrauen aufgebaut hast, über einen längeren Zeitraum. Dein Gehirn hat sich daran gewöhnt. Am Anfang der Beziehung war noch Nervosität und Unsicherheit dabei. Auch Selbstzweifel. Irgendwann kommt die Gewöhnung. Und das Gefühl des Vertrauens. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit: Ja, DAS bin ich jetzt wirklich ICH!! Es kann sich wie schon gesagt, ganz schnell umgekehren. Nämlich, wenn dieses Vertrauen zerstört wird.

Umgekehrt. Nachdem du 50 Reden gehalten hast, fühlst du dich auf der Bühne plötzlich auch richtig wohl. Und kommst vielleicht zum Schluss: DAS bin jetzt aber nun wirklich ich selber. Das wollte ich schon immer tun! Ich habe meine Bestimmung gefunden.

Erkennst du es? Alles hat mit Erfahrung, konditionierung und Kontext zu tun. Das ICH als unveränderliches Konstrukt existiert schlicht und ergreifend nicht. Du bist jetzt nicht mehr die gleiche Person wie vor 10 Jahren. Und in weiteren 10 Jahren, bist du ebenfalls ein anderer Mensch geworden. Auch wenn man nicht 100% konkret sagen kann, was das ICH nun wirklich ist. Eines ist es auf keinen Fall: Statisch! Sondern ein dynamischer, sich verändernder und anpassender Prozess.


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fuzzy
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19.12.2012 um 15:59
PI mal DAUMEN!

1 und 0

Gut und Böse

Mann und Frau

Proton und Neutron usw.

Ist doch ganz einfach Leute :D

Die Eins und die Null erzeugen das was wir Bewusstsein nennen. Danke ^^

Mal anders! ;)

Würde es keinen Menschen auf dieser Welt geben, wer hätte denn dann ein Bewusstsein? Womöchlich^^

Ich muss zugeben, hierbei handelt es sich um eine ziemiche paradoxe Frage^^

Tiere? HAHAHA NÄÄÄÄÄÄää die Checken doch garnichts, Hunde z.B. jagen ihren eigenen Schwanz, weil se einfach nicht wissen was sie tun! Die kannste auch vorm Spiegel stellen, die kläffen sich selber aus, weil sie einfach kein Bewusstsein, auf unsere Ebene haben, watt niedlich die Lüdden :D

Um einem Bewusstsein zu ermöglichen, das es sich selber erkennt,für diese Antwort muss jeder zum Anfang zurückkehrern, bewusst zurückkehren ;)

***Früher warst DU SAMEN UND EIZELLÄ, UND NUN SHAKKA SAMA ?!?! Fragst Du dich wo du nun herkommst^^***

Ich kann mir die BIOI logische Grundlage von Bewusstsein einfach nicht erklären. Diese Tatsache übersteigt jetweden Horizont, bei weitem.

Hmmm, wenn wir vielleicht eine Pyramyde bauen, dann könnten wir vielleicht über den allmächtigen Tellerrand schgucken, und sehen wahrscheinlich nur .....


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19.12.2012 um 16:31
Fuzzy. Viele Tiere haben Bewusstsein. Delphine oder Menschenaffen z. B. Unser Bewusstsein entspringt unserer biologischen Materie. Wo sollte es sonst herkommen?


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fuzzy
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Was ist Bewußtsein?

19.12.2012 um 17:12
@Flodolski

Das reicht nicht für sondern ist nur ne Analyse des Topics, und das weisst Du selber auch.

***Sag mir MENSCH! Warum stehst DU auf dieser Kugel?

Der Kugel, die von einem Mond begleitet wird?**

Wenn Du mir darauf antworten kannst Soldat; JA, dann hast Du ein Bewusstsein, ein Bewusstsein, und einen enormen Horiozont!

Diese Erkenntnis, macht dich aber noch lange nicht zum Übermenschen, vergiss das nicht !

Wir müssen auf einander Aufpassen! Wenn der letzte Mensch verstorben ist, hat sich das Thema Bewusstsein auch erledigt!


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19.12.2012 um 22:54
Bewusstsein ist das, was wir mit unseren begrenzten Sinnen wahrnehmen können und als Erkenntnis oder gar Weisheit interpretieren - ohne bewusst zu sein, daß eine Weisheit ohne unsere Existenz nur ein schlichter Spruch aus irgendeiner Epoche der Evolution ist...von einer nur ca 15000 Jahre existierenden Lebensform.
...die sich womöglich am Ende sogar selbst zugrunde gerichtet hat.


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fuzzy
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Was ist Bewußtsein?

19.12.2012 um 23:13
@pipapo

Wenigstens erkennen wir unsere primitivität.


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oneisenough
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Was ist Bewußtsein?

20.12.2012 um 00:33
Ein paar Anmerkungen über das "Bewusstsein" von mir:

Der Begriff Bewusstsein ist offensichtlich eine Kombination aus den Begriffen "Bewusst" und "Sein".

Der Unterschied ergibt sich dadurch, dass mit etwas Seiendem etwas gemeint ist, dass deswegen erkennbar ist, weil es sich von etwas anderem unterscheidet, sowie der Notwendigkeit, dass man seine Aufmerksamkeit darauf richtet. Erst dann kommt es zu einer Bewusstheit von etwas Bewusstem. Erst dann kann man sagen "Mir ist bewusst, dass ...", vorher nicht.

Was ist denn nun das Seiende?

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Bewusstseins-Qualitäten

Das Seiende kann in 2 verschiedenen Qualitäten unterschieden werden. Die erste Qualität von etwas Seiendem sind SINNESERFAHRUNGEN. Alles, was ich mit meinen Sinnen erfahren kann, wird mir bewusst und ist daher Teil des Bewusstseins.

Die zweite Qualität von etwas Seiendem sind die sogenannten KOGNITIVEN DENKPROZESSE, für die man keine Sinne benötigt.

Kognitive Denkprozese, damit sind alle Formen des Denkens gemeint, kann man zunächst eindeutig unterteilen in Erinnerungen und Vorstellungen. Wenn ich mich an etwas erinnere, dann brauche ich dazu keinen meiner Sinne. Ebenso brauche ich keinen meiner Sinne, um mir etwas vorzustellen. Auch alle kognitiven Denkprozesse können mir bewusst werden und daher sind auch sie Teil des Bewusstseins.

Mehr Bewusst-Qualitäten als diese beiden, nämlich die Sinneserfahrungen und die kognitiven Denkprozesse gibt es nicht, die einem bewusst werden könnten.

Das ist eine Tatsache, die selbst der hartnäckigste Esoteriker oder uneinsichtigste Spiritualist zwar leugnen und abstreiten, sie aber nicht wegdiskutieren kann.

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Was ist überhaupt etwas Seiendes?

Um nicht hunderte Beispiele zu bemühen, die das eben Gesagte verifizieren, soll ein einziges Beispiel genügen, welches stellvertretend für alle Beispiele gilt:

Wenn ich eine stark befahrene Straße überqueren möchte, dann werde ich mich nicht mit meinen Gedanken an meine Schulzeit beschäftigen, denn ich will ja die Straße überqueren. Dazu brauche ich alle meine Sinneswahrnehmungen, um den rechten Moment abzuwägen und die Straße ungefährdet überqueren zu können.

Das bedeutet: Während ich den Straßenverkehr beobachte sind mir die Schulzeiterinnerungen NICHT bewusst. Erst wenn ich damit aufhöre, meine Sinne nicht mehr für das Überqueren der Straße zu benutzen und einfach einen kurzen Moment innehalte und meine Aufmerksamkeit auf meine Schulzeiterinnerungen richte, dann werden mir diese bewusst werden und ich werde sie bemerken. Erst dann.

(Tipp für oberflächliche Menschen: Ich empfehle niemandem, beim Überqueren einer Straße seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes als seine Sinneswahrnehmungen zu richten.)

Das ist gemeint, wenn ich sage: Alles, worauf ich meine Aufmerksamkeit NICHT richte, ist für mich praktisch nicht vorhanden, es ist mir dann nicht bewusst.

Trotzdem müssen aber auch solche Erinnerungen zu den Inhalten des Bewusstseins gezählt werden, auf die man seine Aufmerksamkeit NICHT direkt richtet. Dafür haben wir u.a. den Begriff Unterbewusstsein geschaffen.

Etwas Seiendes besteht für mich daher immer dann, und nur dann, wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf richte. In allen anderen Fällen werde ich es nicht bemerken und es wird dann nicht zu einem Teil meiner aktuellen Wirklichkeit.

Das ist zwar immer noch nicht die Erklärung dafür, was etwas Seiendes ist und wie es entsteht, doch es ist zunächst wichtiger, zu erklären, dass etwas Seiendes immer etwas ganz Bestimmtes, immer etwas ganz Konkretes ist, was einem bewusst werden kann. "Konkret" bedeutet hierbei: ein kontinuierlich ablaufender Prozess, den ich in bestimmte Phasen einteile, damit ich mich zurechtfinde.

Nun gibt es Menschen mit dem Irrglauben, dass Bewusstsein genau dieses Richten von Aufmerksamkeit ist. Das ist jedoch falsch. Das ist abgrundtief falsch. Das ist so was von abgrundtief falsch, wie es falscher gar nicht mehr sein kann.

Daher ist es auch kein Wunder, wenn solche Menschen hier derart seltsame Formulierungen von sich geben, wie beispielsweise "Bewusstsein gibt es immer und ewig", obwohl jeder von ihnen bestätigen kann, dass sie sich bereits heute Nacht in einer Phase befinden werden, in der sie von jeglicher der beiden vorgenannten Bewusstseins-Qualitäten wieder befreit sein werden, nämlich sobald sie eingeschlafen sind.

Oder sie reden von Formulierungen wie "Ich bin Bewusstsein" oder etwas Ähnliches. Sie verstehen einfach nicht, dass einerseits das Bewusste immer nur das ist, worauf sie auch immer ihre Aufmerksamkeit richten, und andererseits, das WOMIT sie dies tun, NICHT zum Bewusstsein gezählt werden darf.

Regel:
Das Seiende, sprich, einem Etwas, dessen ich mir bewusst sein kann, ist NIEMALS das, WOMIT ich das Bewusst-Seiende bemerken kann.

Ich kann einen Stein bemerken. Der Stein ist das mir Bewusst-Seiende. Er ist Teil des Bewusstseins. Doch das, WOMIT ich diesen Stein bemerke, ist NICHTS Konkretes, NICHTS Bemerkbares, es ist kein Ding oder Gegenstand, keine der beiden eingangs beschriebenen Bewusstseins-Qualitäten.

Stattdessen ist das Seiende, sprich einem Etwas, dessen ich mir bewusst sein kann, von mir "getrennt" , genauso wie die Schulzeiterinnerungen von mir "getrennt" sind während ich eine viel befahrene Straße überquere.

Wären sie nicht von mir getrennt, dann wäre ich mir ihrer ständig bewusst, was jedoch offensichtlich nicht der Fall ist. ERST DANN, wenn ich mich an sie erinnere, werden auch sie mir wieder bewusst.

Das zeigt eine eindeutige Trennung zwischen mir und dem, dessen ich mir bewusst sein kann. Anders gesagt: Wäre ich Dasselbe wie meine bewusst möglich Erinnerungen, könnte ich diese Wechsel zwischen Schulzeitserinnerungen und aktuellen Sinneserfahrungen überhaupt nicht durchführen.

Bewusstsein, verstanden als Sammelbegriff für alles, was einem bewusst sein kann, ist immer etwas ganz Bestimmtes, immer etwas ganz Konkretes. Es ist NIEMALS etwas, dass weder von meinen Sinnen noch von meinen kognitiven Denkprozessen ausgeschlossen ist oder ausgeschlossen sein könnte.

Regel:
Das Universum, dieser Oberbegriff für alles, was es gibt, ist das Bewusstsein, weil es nur als Bewusstsein bemerkt werden kann.

Das ist eine unwiderlegbare Tatsache.


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2Elai
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20.12.2012 um 12:05
@Flodolski
Flodolski schrieb:Lügen und Selbsttäuschung sind elementar für unser überleben. Würden wir permanent die Wahrheit erzählen, würden wir den sozialen Frieden gefährden und uns selber schaden. Würden wir uns in jedem bewussten Moment unseres Lebens permanent die "Wahrheit" vor Augen führen, würden wir als soziale Wesen ebensowenig funktionieren. Warum soll ich einem Menschen, der mir etwas bedeutet, zu jedem Zeitpunkt reinen Wein einschenken?
Die Lüge als Überlebens-Strategie.

Man sieht an der heutigen Welt und Welt-Gesellschaft, wie diese Strategie "aufgeht".
Flodolski schrieb:Auch Selbsttäuschung ist ein psychologsicher Prozess, der unsere geistige Gesundheit aufrecht erhalten soll.

Und nicht per Definition etwas schlechtes. Es wurde uns nur eingebläut: Du sollst nicht lügen. Aber die Realität ist, Lügen und Selbsttäuschung gehören zum Mörtel der unseren Verstand und unsere Zivilisation zusammenhält. Was natürlich nicht heißt, dass man nur Lügen soll. Auf keinen Fall. Aber es gibt Situationen, da ist es angebracht, sich Dinge schönzureden.
Na, du sagst es: ...Selbsttäuschung, die unsere Gesundheit aufrecht erhalten soll! ... tun sie das wirklich, die Selbsttäuschungen?

Lügen halten unsere Gesellschaft weder zusammen noch aufrecht!
Lügen zerstören die Gesellschaft, und deren "Gesundheit".

Keine weiteren Fragen.
Danke.


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Was ist Bewußtsein?

20.12.2012 um 13:10
@2Elai

die Welt und Welt-Gesellschaft gibt es nicht. Die gibt es nur als Interpretation in jedem einzelnen Kopf. Ich finde unsere aktuelle Welt-Gesellschaft nicht so schlecht, wie sie immer dargestellt wird. Verbesserungsfähig. Sicher. Aber auf keinen Fall die Schlechteste aller möglichen Welten. Ich könnte dir also auch eine Form von Selbsttäuschung vorwerfen, da du dir die Welt nach deinen eigenen inneren Grundeinstellungen entwirfst und offenbar als "schlecht" empfinden willst!

Es kommt auch darauf an von welcher Art Lügen wir sprechen? Die kleinen Notlügen, um z.B. der Freundin nicht den schönen Abend zu vermiesen? Die sind nicht schlimm.

Stell dir mal bitte für eine Sekunde vor, wie die Welt aussähe, wenn alle zu jederzeit, jedem die Wahrheit auftischen. Aus welchen Gründen auch immer. Z.B. am Arbeitsplatz. Da ist dann z.B. die schüchterne, kleine, dicke Sachbearbeiterin. Und die kriegt nun permanent zu hören: Du bist wirklich zu dick. Nimm doch endlich mal ab, dass würde dir gut tun. Mach Sport und esse nicht so viel Junk Food. Vielleicht bist du dann auch nicht mehr übertrieben schüchtern. Und kauf dir lieber mal Klamotten die nicht so eng anliegen. Das steht dir überhaupt nicht. Kein Wunder, dass du keinen Freund hast.

Diese Frau wird natürlich gleich viel motivierter durchs Leben gehen. Mobbing grassiert doch auch deswegen, weil "gutes Benehmen" scheinbar nicht mehr so viel zählt. Gutes Benehmen bedeutet aber immer auch ein Stückweit "Lügen", bzw. Verzicht/Drehen von Wahrheit. Es sind doch oft gerade die Wahrheitsapostel, die mit ihrer Penetranz, anderen Menschen das Leben zur Hölle machen und die dadurch arrogant und unsympathisch wirken.

Ich rede also nicht vom Lügen im großen Stile, dass wirklichen Schaden nach sich zieht. Z.B. wenn man ganz klar einen Fehler gemacht hat und sich diesen nicht eingestehen will und deshalb lügt. DAS ist falsch. Ich hatte z.B. vor einigen Jahren einen Autounfall verursacht. Ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, die Schuldfrage zu einem Thema zu machen, sondern habe der Polizei noch vor Ort gesagt, dass der Unfall mein Verschulden gewesen ist, aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und überfahrener roter Ampel. Ich habe also Verantwortung übernommen. Die gesamte Unfallabwicklung verlief sehr sachlich und die Polizei war glücklich, dass ich so ehrlich war.

Wer lügt, um Verantwortung zu entfliehen, der handelt unmoralisch. Wer "lügt", bzw. die Wahrheit etwas verbiegt, um anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen, der handelt ok. Was aber nicht heißt, dass man der dicken, kleinen Sachbearbeiterin, nicht trotzdem dabei helfen kann, z.B. abzunehmen. Dafür muss man sich aber natürlich erstmal für die Person interessieren. Wenn man das aber sowieso nicht tut, kann man wenigstens so fair sein und ihr das Leben nicht noch schwerer zu machen. Und wenn das bedeutet, die "Wahrheit" zu verbiegen, dann ist das in Ordnung.


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2Elai
ehemaliges Mitglied

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Was ist Bewußtsein?

20.12.2012 um 13:26
@Flodolski


Du hast Recht!

Die Wahrheit sollte "zuMUTbar" sein.

Wenn das Gegenüber nicht bereit ist für die Wahrheit, dann wird Wahrheit vlt. weh tun. Doch das ändert nichts an der Eigenschaft der Wahrheit.

Was ich damit sagen wollte ist, daß wir uns auf unsere EIGENE Wahrheit besinnen können.
Wir lügen uns selbst jeden Tag an.
Ich habe mich zigmal ertappt, wie ich "die kleine fette Angestellte" schöner machte als sie ist, und dennoch blieb sie eine doofe Kuh. Ihr "Hässlich-Sein" hielt mich davon ab, zu Menschen ehrlich zu sein. Und keck .... ich habe MIR etwas "schön-gelogen".

Ein weiteres Beispiel:
aktuelles Thema: Weihnachten. Das Fest der Familie, der Liebe und der Zuneigung. Zeige deinen Liebsten deine Wertschätzung anhand gelungener Geschenke und Anwesenheit.
FROHE Weihnachten!

Was, wenn man aber lieber daheim bleibt, und Familie, Mama und Papa keinen Besuch abstatten möchte?

Schon geht das Dilemma los:
die "Kinder" machen sich Druck. (Möglicherweise auch die Eltern)
Aus dem Druck wird Angst (vor dem betreffenden Abend) und aus dieser Angst heraus formt sich und quillt letztendlich Ärger. Wie jedes Jahr. Selbst miterlebt; nicht nur bei mir, sondern auch in fremden Familien. (Ausnahmen habe ich auch erlebt :) )

Es ist diese Art der Selbst- und Fremdillusionierung so zu unserem "Alltag" geworden, daß ich wirklich nicht mehr wußte, was ich WIRKLICH will. Und so geht und ging es bestimmt vielen anderen.

Nur so war das gemeint.


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