weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 11:05
@Wireless
Wireless schrieb:Dir würde doch sicher auch was einfallen, wie mit der Situation umzugehen ist oder brauchst du dafür zwangsweise eine Kanzlerin, ein Gesetzbuch, die Polizei, einen Richter und einen Henker?
Ein Gesetzbuch finde ich grundsätzlich ganz cool. Ich bin nämlich grundsätzlich ein Fan des Prinzips, dass klargestellt ist, was erlaubt ist und was nicht. Damit die Gemeinschaft mich nicht für irgendwas im Nachhinein auf dem Scheiterhaufen verbrennen kann, nur weil ich denen unsymphatisch bin.


melden
Anzeige

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 11:23
MareTranquil schrieb:"Was, ich kann jemanden ermorden, und höchstwahrscheinlich passiert mir nix deswegen?"
Ich kann mir nämlich schwer vorstellen, dass in so einem System allzu viele Mörder gefasst werden würden.
Nein, natürlich sollte ein Mord für den Täter nicht folgenlos bleiben. Auch heute schon wird nur ein Teil der Morde geklärt, andere werden geschnappt und wieder frei gelassen. Es weiß zwar jeder, wer es war, aber Verfahrensfehler sonstiges behindern die Verurteilung oder Kinderschänder sind wieder auf freiem Fuss und bekommen eine Entschädigung, weil die EU es so will. Solche Gedankenspiele kann man in jede Richtung spielen, dass macht keinen Sinn an solchen Konstrukten zu diskutieren.

Das Ganze lebt von der Idee nicht beherrscht zu werden und möglichst viel persönliche Freiheit zu haben ohne anderen dabei zu schaden. Ob das erstrebenswert ist, ist die eigentliche Frage und wenn man das mit ja beantwortet, dann stellt sich die Frage, wie der Weg dahin aussehen kann und wie man sowas stabilisieren kann.
MareTranquil schrieb:Ein Gesetzbuch finde ich grundsätzlich ganz cool.
Nun sag mir nicht, du weißt was da drin steht und hälst dich daran? Du gehts vermutlich eher nach deinem gesunden Menschenverstand und deinen eigenen moralischen Vorstellungen und wenn du Glück hast, ist das auch genau das was im Gesetzbuch steht.


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 11:37
@Wireless

Ich glaub, ich kann deine ganze Diskussionsgrundlage in einem Satz zusammenfassen:
"Ja, natürlich ist X totaler Mist in der Anarchie, aber im jetztigen System ists ja auch nicht perfekt."

Und wie gesagt: Wenn jemand jemanden ermorden will, wird er sich wohl eine Waffe dafür besorgen. Sollte in der Anarchie ja nix dagegensprechen. Wenn er dann geschnappt werden soll, bevor er flieht, müsste man ihn erstens auf frischer Tat ertappen (danach hat man ja keinen Zugriff mehr) und ihn zweitens auch sofort mit überlegener Waffengewalt gegenüberstehen.

Wenn man verhindern will, dass 99% aller Mörder ungestraft davonkommen (was ja widerum in höheren Mordraten enden würde), würde dies wohl auf paramilitärische Strukturen mit ständigen bewaffneten Patroullien hinauslaufen.

Was widerum ständige Kriegsgefahr mit anderen Gemeinschaften bedeutet. Wie im letzten Post beschrieben.

Das ist für mich eine völlig andere Größenordnung als "Da ist mal einer wegen einem Verfahrensfehler freigekommen".


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 12:13
@MareTranquil
MareTranquil schrieb:"Ja, natürlich ist X totaler Mist in der Anarchie, aber im jetztigen System ists ja auch nicht perfekt."
Nein, ich bin anderer Meinung. Ich versuche nur dir zu erläutern, dass deine eigene Argumentation ins Leere nicht schlüssig ist, wenn du als Argument etwas gebrauchst, was auch jetzt schon ein Problem darstellt. Folgerichtig müßtest du dann sagen, "Ok jetzt ist jetzt alles totaler Mist, aber dann wird's auch wieder nur Mist sein."

Du bist ziemlich festgefahren und setzt einfach Dinge als gegeben voraus, nutzt sogar Prozentzahlen. Dein Argumente sind rein fiktiv, es passt zu deiner Vorstellung die du von der Anarchie hast, aber dein Bild ist unvollständig und fehlerhaft. Dein Bild gleicht (von dem was ich bisher gelesen habe von dir und ich beurteilen kann) eher einer Anomie und um die geht es hier nicht.

-----
Es wird wohl schwer werden, dir zu vermitteln, was Anarchie für mich bedeutet. Deswegen möchte ich es nun auch dabei belassen und dir noch ein Beispiel mitgeben, dass dir vielleicht hilft etwas Verständis aufzubauen:

Jeder in meiner Gegend könnte, wenn er wollte, wochentags um 14:00 Uhr seinen Rasen mähen. Kein Gesetz verbietet es ihm. Trotzdem tut es keiner. Warum? Mir wäre es egal, aber meine Nachbarn sind Rentner, die dösen auf der Terasse. Ich habe keine besondere Beziehung zu denen, aber ich will sie nicht stören. Im Gegenzug vermeiden sie es aber auch, während meines Feierabends zu mähen. Es bedarf keiner Absprache, es ist einfach der Wunsch nach einer angenehmen Nachbarschaft und eine (vermutlich anerzogene) vorauseilende Rücksichtnahme.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 15:30
@kleinundgrün

Zunächst einmal funktioniert umgekehrte Psychologie nicht ausschließlich bei Kindern und Menschen, die sich mit diesen auf einer Stufe befinden, sondern unterbewusst bei jedem.

Entwicklung sichert das Überleben und verbessert dessen Qualität, da gebe Ich dir durchaus Recht, aber ist es das Wert wenn die Mehrheit nicht freiwillig handeln darf, werden wir sozusagen gezwungen uns zu schützen und zu erhalten?
"Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit." - Benjamin Franklin
Wie wir uns schützen würden oder wer die Berechtigung zur Bestrafung gibt ist an sich keine Frage, es hieße Selbstjustiz ( ohne Totschlag oder Gewaltanwendung ), denn die Mehrheit wäre vom Kodex überzeugt und würde den Täter aufhalten und aufklären, abgesehen davon gäbe es in einer anarchistischen Gesellschaft kein Eigentum weswegen es sinnlos ist sich darüber Gedanken zu machen.

Ein anderes psychologisches Prinzip ist, dass wir unsere Grenzen erfahren möchten, weswegen wir jedes Verbot brechen, angesichts dessen, dass es in einer anarchistischen Gesellschaft keine festgelegten Verbote gäbe würde niemand tun was Ihm erlaubt ist.

Abgesehen davon jedoch funktioniert sogar die Nahrungsversorgung ohne Anspruch auf Eigentum, siehe ein Projekt welches dies bereits in unserer kapitalistischen Gesellschaft umsetzt - http://www.mundraub.org

Das wäre eine Alternative zur Selbstversorgung, für diejenigen die sich nicht zu helfen wissen.

Meine Kindheit und die Erfahrung aus dieser Zeit haben mir gezeigt, dass wir versagen wenn wir gezwungen werden, jede Entwicklung und jede Ausübung von Arbeit muss freiwillig angetreten werden um das vollständige Potenzial zu entfalten.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 15:43
MareTranquil schrieb:Und wie gesagt: Wenn jemand jemanden ermorden will, wird er sich wohl eine Waffe dafür besorgen. Sollte in der Anarchie ja nix dagegensprechen.
Jeder Gegenstand der für die Ausübung von Gewalt eingesetzt werden kann wird abgeschafft, dadurch sind die Menschen in Ihrer Freiheit keineswegs beschränkt, sondern besitzen nicht die Möglichkeit sich einen Gegenstand anzueignen der gegen die Freiheit anderer vorgeht.

Es macht durchaus Sinn, dass die Freiheit eines einzelnen dort aufhören muss wo die Freiheit eines anderen beginnt, aber nie sollte die Freiheit des einzelnen mit seinem Leben anzustellen was seiner Vorstellung entspricht verboten werden.

Jeder hat das Recht den Freitod zu begehen, sich vom Drogenkonsum abhängig zu machen und seinem eigenen Körper Leid zuzufügen, diese Freiheit endet erst dann wenn sie andere Personen mit einschließt, die unfreiwillig unterliegen.

Natürlich wird niemand bei seiner Entscheidung allein gelassen, es werden durchaus Menschen versuchen seine Psychologie durch Gespräche zu ändern, aber schlussendlich muss jede Entscheidung die das eigene Leben angeht von der Person selbst getroffen werden.

Anarchie bedeutet zwar Herrschaftslosigkeit, aber umso mehr bedeutet sie Freiheit und diese beinhaltet auch die Freiheit anderer Menschen ( und Tiere ) zur respektieren und zu schätzen, in einer Gesellschaft in der weder psychisch noch physisch gegen jemanden vorgegangen wird, wird niemand psychisch oder physisch gegen andere vorgehen, weil der Mensch ein Gruppentier ist und sich seinem Umfeld entsprechend verhält.

Aller Anfang ist schwer und sicher ist nicht auszuschließen, dass vorerst einiges an Diebstählen, Totschlägen und Gewaltanwendungen begangen wird, aber dies wird sich nicht durchsetzen, weil dies die Fehler der Erziehung aus dem alten System ist, verkorkst wurden die Kinder und entwickelten sich zu verkorksten Erwachsenen allein wegen Schulzwang, Zwanghafter Erziehung und Autoritärem Druck.


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 18:56
@Wireless
@vegan33
Wireless schrieb:Das kann durchaus passieren, da derjenige eine der Grundregeln: "Du sollst niemandem Schaden zufügen" gebrochen hat. Gewaltfreiheit ist kein Merkmal der Anarchie.
(das war zum Thema "Todesstrafe oder Schwanz ab für Vergewaltiger")
vegan33 schrieb:Wie wir uns schützen würden oder wer die Berechtigung zur Bestrafung gibt ist an sich keine Frage, es hieße Selbstjustiz ( ohne Totschlag oder Gewaltanwendung ),
Ok, ihr wollt mir also beide erklären, was Anarchie bedeutet. Und ihr habt kein Problem damit, dass eure Vorstellungen davon völlig unterschiedlich sind?

Ihr seid euch offenbar einig, dass es eine Art Kodex geben sollte, an den sich alle halten sollen. Ok. Aber was drinstehen soll, darüber habt ihr offenbar arg verschiedene Meinungen. Wie verträgt sich das dann mit der Idee der Herrschaftslosigkeit? Entweder der Kodex wird von irgendjemandem durchgesetzt (also Herrschaft) oder es sieht überall anders aus (dann ists doch kein Kodex, oder?).

Dabei sind eute Unterschiede nicht mal die Spitze des Eisbergs. Auf der Anarchopedia stehen verschieden Idealvorstellungen, die gehen von "Mehr Macht für Gewerkschaften wäre cool" bis "Jegliches Anzeichen von Zivilisation muss vernichtet werden!"

Irgendwer muss doch regeln, welche Art von Anarchie umgesetzt wird, oder?


Oder ist es so gedacht, dass jede Gemeinschaft völlig andere Regeln hat? In dem Falle wirds bei Streitigkeiten zwischen zwei Gemeinschaften schnell interresant, wenn die eine sämtliche Waffen abgeschafft hat und die andere nicht.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 19:56
@MareTranquil

Vorerst eine Gegenfrage, sind wir uns einig ( Du und Ich ), dass unsere heutige Gesellschaftsform vollkommen daneben ist?

Schön ( oder nicht schön ), sind wir uns nicht auch dessen bewusst, dass jede Herrschaft früher oder später gestürzt worden ist ( Zaren, Könige, Herrscher, Führer ) und das einige Herrschaftsformen weitaus schlimmeres brachten ( Nationalsozialismus, Stalinismus )?

Sind wir uns bewusst, dass der Mensch das einzige Tier ist welches untereinander individuelle Ansichten teilt und das kein anderer jemals in jedem Bereich das selbe Vorhaben teilt, ergo kein Herrscher jemals vollkommen durchsetzen kann was jeder will?

Schlussfolgerung - Es benötigt nur eine einzige Regel, in der ein einziges Verbot vorkommt, nämlich -

''tue was du willst, schade dabei jedoch keinem und was du von anderen nicht erhalten möchtest, dass füge diesen nicht zu''.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 20:02
@MareTranquil

Wenn es schon eine gewisse Herrschaft gäben sollte, dann eine derer einziges Gesetz das ''nicht-eingreifen'' in das Leben anderer ist, aber nicht eine die mich zwingt auszuführen woran Ich keinen einzigen gefallen sehe und auch keine die mir verbietet eigene Entscheidungen über meinen Körper zu treffen.

Die Vielfalt beim Anarchismus, ebenso wie bei vielen anderen Linken Ideologien beweist, dass es sich nicht um eine Einseitige Gesellschaftsform handelt welche sich nur um das Interesse von einem Prozent einsetzt, sondern eine welche das Interesse von neunundneunzig Prozent respektiert und bis zur einzigen Grenze erlaubt, dass dieses nicht gegen andere gerichtet ist.


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 21:10
@vegan33
vegan33 schrieb:Vorerst eine Gegenfrage, sind wir uns einig ( Du und Ich ), dass unsere heutige Gesellschaftsform vollkommen daneben ist?
Es laufen durchaus einige Sachen schief, aber da hier manche so gern mit Zitaten um sich werfen, stelle ich auch mal eines in den Raum:

"Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, mit Ausnahme aller anderen" -Winston Churchill
vegan33 schrieb:Schön ( oder nicht schön ), sind wir uns nicht auch dessen bewusst, dass jede Herrschaft früher oder später gestürzt worden ist ( Zaren, Könige, Herrscher, Führer ) und das einige Herrschaftsformen weitaus schlimmeres brachten ( Nationalsozialismus, Stalinismus )?
Eigentlich nicht. Spontan fällt mir das römische Reich ein (das west- wie das oströmische), das hat eine beeindruckende Zeit überstanden, ohne gestürzt zu werden. Zugrunde gegangen sind beide Teile durch eine Invasion von Außen.
vegan33 schrieb:Sind wir uns bewusst, dass der Mensch das einzige Tier ist welches untereinander individuelle Ansichten teilt und das kein anderer jemals in jedem Bereich das selbe Vorhaben teilt, ergo kein Herrscher jemals vollkommen durchsetzen kann was jeder will?
Nehmen wirs mal so an.
vegan33 schrieb:Schlussfolgerung - Es benötigt nur eine einzige Regel, in der ein einziges Verbot vorkommt, nämlich -

''tue was du willst, schade dabei jedoch keinem und was du von anderen nicht erhalten möchtest, dass füge diesen nicht zu''.
Diese Logik ist mir zu hoch.

Also, weil Herrschaft grundsätzlich nicht jedem Einzelnen das perfekte Leben bieten kann, ist Anarchie automatisch besser? Was ist denn das für eine verquirlte Logik?

Du sagst ja z.B. weiter oben, dass alles, was auch nur ungefähr als Waffe verwendet werden könnte, gleich mal verboten wird. Ist erstens schomal eine weitere Regel und zweitens, wie zur Hölle soll das durchgesetzt werden? Da behält sich einer eine Pistole (oder schmiedet sich ein Schwert), und schon hast wieder einen Herrscher. Und dann wirst du dir sehr schnell das jetztige System zurückwünschen.

Es reicht nunmal nicht, eine Regel aufzustellen, man muss sie auch irgendwie durchsetzen können. Und du willst gleich mal alle Waffen verschrotten? Die Art von Anarchie, die du hier beschreibst, ist wohl die instabilste aller Regierungsformen, jeder kleine Störfaktor und sie schlägt in eine andere Regierungsform um.



Und komm mir bitte nicht mit der völlig absurden Anarchistenlogik, dass es ja keinen Grund mehr für Gewalttaten gibt. Solange es Menschen gibt, die von ihrem angebeteten Mann/ihrer angebetetenen Frau zurückgewiesen werden, wird es auch Neid und Hass geben. Geld ist nunmal nicht die Wurzel allen Übels, wie es manche gerne darstellen.
vegan33 schrieb:Wenn es schon eine gewisse Herrschaft gäben sollte, dann eine derer einziges Gesetz das ''nicht-eingreifen'' in das Leben anderer ist, aber nicht eine die mich zwingt auszuführen woran Ich keinen einzigen gefallen sehe und auch keine die mir verbietet eigene Entscheidungen über meinen Körper zu treffen.

Die Vielfalt beim Anarchismus, ebenso wie bei vielen anderen Linken Ideologien beweist, dass es sich nicht um eine Einseitige Gesellschaftsform handelt welche sich nur um das Interesse von einem Prozent einsetzt,
Also wenn ich dich richtig verstehe, hast du gar kein Problem damit, wenn andere Teile der anarchischen Gemeinschaft eben kein Waffenverbot erlassen? Ist ja Vielfalt.

Also WIE, WIE, WIE willst du dieses Gesetz dann bitte umsetzen, wenn du alle Waffen in deiner Gemeinschaft verschrottet hast, während andere das vielleicht nicht tun?


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:13
@MareTranquil

Ich will mich zurzeit auch überhaupt nicht mit der Frage über Gewalt in der Anarchie auseinandersetzen, denn diese ist sowohl in der Anarchie wie auch in den anderen Gesellschaftsformen vorhanden, auch wenn die Anarchie Selbstjustiz als Möglichkeit zur Bestrafung sieht.

Wenn der Mensch an sich nach Gewalt dürstet, dann wird er diese umsetzen ohne Rücksicht auf die folgende Bestrafung, daher belehrt die Bestrafung den Täter nicht und wenn sie dies tut, dann aufgrund der Tatsache, dass der Täter bereut, so gesehen hat jede Änderung überhaupt nichts mit der Bestrafung zu tun, diese ist lediglich ein Vorgehen welches uns Sicherheit vermitteln soll.

Es gibt verschiedene Sorten von Menschen und wie du eigens gesagt hast werden einige sich schwer gestört verhalten wogegen andere mit Ihrer Freiheit verantwortungsvoll umgehen, da dies jedoch einzig und allein durch das Implantieren eines Mikrochips ins Hirn zu verhindern wäre entscheide Ich mich für die Variante in der die Allgemeinheit durch Selbstjustiz für Gerechtigkeit sorgt wenn solch' ein Verhalten auftritt.

Jemanden zu bestrafen erfüllt überhaupt keinen Zweck, denn jemand der gegen das Gesetz verstößt indem er das Eigentum oder das Leben anderer bedroht wird von etwas angetrieben, dass weitaus höheren Einfluss auf sein Verhalten hat als die bevorstehende Bestrafung.

Darf Ich in diesem Zusammenhang fragen ob du die weitgehende Überwachung aller Bereiche der Privatsphäre befürwortest, sozusagen als Maßnahme zur Sicherheit?

Wie gesagt, die große Mehrheit wird einsehen, dass der Kodex einer höchst durchdachten Logik unterliegt und die winzige Minderheit wird keinerlei Antrieb zur Ausführung solcher Straftaten vorfinden, denn im Grunde dominieren lediglich Drei Gründe für dieses Verhalten, nämlich Arbeitslosigkeit, Hunger ( oder Obdachlosigkeit ) und Schulden, angesichts dessen dass diese Probleme dank dem fehlen einer Währung und der Anpassung an Selbstversorgung nicht existieren werden sehe Ich bereits weitaus weniger Todesfälle in einer Anarchistischen Gesellschaft oder...

..wie viele Leute hältst du für dermaßen gestört aus purer Freude zu töten?


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:37
@vegan33
vegan33 schrieb:entscheide Ich mich für die Variante in der die Allgemeinheit durch Selbstjustiz für Gerechtigkeit sorgt wenn solch' ein Verhalten auftritt.
Ok, noch mal ganz langsam:

WIE

SOLL

DAS

DURCHGESETZT

WERDEN

?


Wieviele Täter werden denn realistischerweise geschnappt, wenn es keine Waffen irgendeiner Art gibt, mit der man den Täter stellen könnte, und keine Möglichkeit hat ihn wiederzufinden, wenn er aus der Gemeinschaft flieht?

Die einzige Möglichkeit wäre, ihn auf frischer Tat zu ertappen, und zufällig gleich die richtigen Leute dabeizuhaben um ihn (der sich realistischerweise durchaus bewaffnet haben kann) zu überwältigen.
vegan33 schrieb:Darf Ich in diesem Zusammenhang fragen ob du die weitgehende Überwachung aller Bereiche der Privatsphäre befürwortest, sozusagen als Maßnahme zur Sicherheit?
Wie bitte kommst du auf die Idee, ich würde so etwas befürworten?

Was ich befürworte, ist eine Polizei mit ausgebildeten Experten der Spurensicherung, ausgestattet mit modernen Equipment, ausgebildeten Ermittlern, einer staatsweit und sogar international zusammenarbeitenden Organisation, die den Verdächtigen auch noch in Kanada aufspüren kann, und eine bezahlte Sonderkommision, die bei ungeklärten Fällen auch noch nach Jahren am Ball bleibt. Also eine leicht idealisierte Variante dessen, was heute eingesetzt wird.
Das sorgt nämlich dafür, dass die Mehrheit der Killer gefunden und festgenommen wird. Was die Grundvoraussetzung für JEDE Art von Justiz ist.

Ein praktischer Nebeneffekt ist noch, dass auf diese Weise Beweise gesammelt werden, mit denen man feststellen kann, ob der Verdächtige tatsächlich der Täter ist oder nicht. Ich hab nämlich den schweren Verdacht, dass es in der Anarchie nicht besonders gut ausgeht, wenn jemand zufällig mal am falschen Ort ist und der Mehrheit unsympatisch ist.
vegan33 schrieb:..wie viele Leute hältst du für dermaßen gestört aus purer Freude zu töten?
Beiträge lesen ist nicht deine Stärke, oder?

Wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es sehr wohl noch andere Gründe als Geld oder psychopatischer Freude. Auch in der Anarchie wird es eine Menge Leute geben, die z.B. von ihren Wunschpartnern abgewiesen werden. Dies führt zu Neid&Eifersucht, und das war schon sehr oft das Motiv für Mord, oder andere Gewaltverbrechen.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:43
MareTranquil schrieb:WIE

SOLL

DAS

DURCHGESETZT

WERDEN

?
Selbstjustiz! Du, ich und andere nehmen ihn uns vor.
MareTranquil schrieb:Auch in der Anarchie wird es eine Menge Leute geben, die z.B. von ihren Wunschpartnern abgewiesen werden. Dies führt zu Neid&Eifersucht, und das war schon sehr oft das Motiv für Mord, oder andere Gewaltverbrechen.

Und? Dabei handelt es sich schlicht um die Dummheit der Menschen, niemand kann verhindern, dass die Idiotische Menschheit Liebe überbewertet.

Wird sich auch nur im geringsten etwas ändern wenn wir im heutigen System leben? Nur, dass der Verbrecher bestraft wird, aber was bringt das? Haben andere dann Furcht davor? Hat der Verbrecher seinen Fehler einsehen? NEIN.

Es wird eben einmalige und unbestrafte Verbrechen geben, und?

Irgendwann tritt wieder die Vernunft ein!


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:47
@MareTranquil

Ignoriere den vorherigen Beitrag, gerade bin Ich ein wenig durcheinander und habe keine Zeit dir das Konzept der Anarchie zu erklären.


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:47
@vegan33

Ich habs jetzt schon mindestens zweimal geschrieben, deshalb mach ich jetzt einfach ein copy&paste:
MareTranquil schrieb:Wieviele Täter werden denn realistischerweise geschnappt, wenn es keine Waffen irgendeiner Art gibt, mit der man den Täter stellen könnte, und keine Möglichkeit hat ihn wiederzufinden, wenn er aus der Gemeinschaft flieht?

Die einzige Möglichkeit wäre, ihn auf frischer Tat zu ertappen, und zufällig gleich die richtigen Leute dabeizuhaben um ihn (der sich realistischerweise durchaus bewaffnet haben kann) zu überwältigen.
Du kannst keine Selbstjustiz üben, wenn du ihn nicht geschnappt hast!
vegan33 schrieb:Und? Dabei handelt es sich schlicht um die Dummheit der Menschen, niemand kann verhindern, dass die Idiotische Menschheit Liebe überbewertet.

Wird sich auch nur im geringsten etwas ändern wenn wir im heutigen System leben? Nur, dass der Verbrecher bestraft wird, aber was bringt das? Haben andere dann Furcht davor? Hat der Verbrecher seinen Fehler einsehen? NEIN.
Ok, du hast hier offenbar eine grundlegend andere ansicht als ich.

Ich denke durchaus, dass es für jemanden, der einen Mord in Betracht zieht, durchaus einen Unterschied macht, ob er mit 80%iger Wahrscheinlichkeit für Jahrzehnte in den Bau wandert, oder ob ihm fast sicher eh nix passieren wird.

Natürlich mag es ein paar Vollkoffer geben, denen die Bestrafung wurscht ist, aber es gibt auch viele andere...
vegan33 schrieb:Ignoriere den vorherigen Beitrag, gerade bin Ich ein wenig durcheinander und habe keine Zeit dir das Konzept der Anarchie zu erklären.
Sorry, zu spät.


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 22:56
@MareTranquil

Macht nichts, morgen ( oder etwas später ) werde Ich mir jede einzelne Frage vornehmen und vorherige Aussagen meinerseits korrigieren. ;)


melden
vegan33
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 23:25
@MareTranquil

Verzichten wir zunächst auf eine Aussage, welche Ich zutiefst bereue gemacht zu haben, nämlich diese, dass jede Form von Bewaffnung abgeschafft werden würde, die logische Konsequenz wäre, dass jeder eine eigene Waffe besäße und diese aus Sicherheitsgründen bei sich tragen würde, vorerst.

Weiterhin bestünde eine gewaltige Mehrheit aus Menschen, derer Verhalten trotz Besitzes einer Waffe verantwortungsvoll wäre, die gewünschte Verantwortung in der Gesellschaft würde durch Aufklärung erreicht werden.

Gehen wir nicht weiter darauf ein, sondern beschäftigen uns mit der Ausführung von Selbstjustiz und der Alternative nicht zu handeln, dabei ist die Entscheidung zwischen den möglichen Optionen stets Situationsbedingt.

Beispiel für eine gelungene Form von Anarchie - Der Atheismus.

Streng genommen unterliegt der Atheismus keiner Ethik, ebenso wie der Anarchismus keinem Gesetz unterliegt. Es wäre anzunehmen, dass Atheisten nun ein unmoralisches Leben führen in welchem jedes moralische Vergehen erlaubt ist, im Grunde wird keine ewige Konsequenz erwartet, überraschend stellen wir fest, dass genau diese Personen weitaus moralischer handeln als die, die eine ewigen Konsequenz wie das höllische Leid der Folter erwarten.

Würden wir die Regierung von Atheisten zulassen? Ja. Würde dies in irgendeiner Form die Umsetzung der nicht-Moral bedeuten? Nein.

Nun, auch im Atheismus wie im Anarchismus ist weiterhin erlaubt die Moral ( oder das Gesetz ) zu brechen, aber nur eine winzige Minderheit tut dies und allein wegen dieser Lücke darf nicht das vollständige Konzept kritisiert werden.


melden

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

12.07.2012 um 23:33
kleinundgrün schrieb:Und die anderen sind quasi gezwungen, wenn sie nicht untergehen wollen, sich anzupassen
Wegen diesem Spruch alleine schon, ist Anarchie erstrebenswert. Wer so politisiert, denkt nur an sich und die Seinen und nicht global an alle Menschen.


melden
MrsPetty
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

13.07.2012 um 05:33
@MareTranquil
jedes mal kommst du mit deinen gleichen fragen.hast du nichts besseres zu tun als jede antwort auf deine fragen zu kontern??

bei anarchie gibt es erstmal sozusagen auch ein weg zur anarchie.wenn jetzt auf einmal kapitalismus zusammenbricht und alles wer lahmgelegt und die bevölkerung steht vor einem nicht gemeinsamen ziel und haben noch nie oder nichts von anarchie gehört,dann ist klar das chaos herrscht und das heist akratie und nicht anarchie.die mainstream medien propagieren das nur immer traurigerweise anders.

erstmal um zu anarchie überhaupt hinzukommen muss die mehrheit über anarchismus bescheidt wissen,weil ohne das volk geht mal garnichts.wenn sie bescheidt drüber wissen,wissen sie es muss eine revolution geben, da anarchismus außerparlamentarisch ist daher keine reform.wenn dann die revolution klappen würde, gibt es 3 bekanntesten sozusagen wege zur anarchie- anarchsyndikalismus,anarchkommunismus,anarchkollektivismus.das sozusagen bedeutet das es nicht gleich gesetzt ist wie beim kommunismus (sozialismus dann kommunismus).
beim anarchosyndikalismus wird der anarchismus schon im kapitalismus wahrgemacht und umgesetzt.syndikate sind eigene betriebe in allen brachnen.kann man aber besser mal selber lesen.ist immer schwierig alles zu schreiben,weil es zu viel zum schreiben gibt.

will nochmals damit betonen.von jetzt auf morgen einfach so kann man kein system um ändern.die menschen müssen erstmal wissen worum es geht und sich vorstellen können

und ja es ist mega erstrebenswert.aber wiegesagt die sich nicht richtig informieren und denken wenn von heute auf morgen einfach so alle gesetze wegfallen und logischerweise chaos ist nicht als folge des kapitalismus sehen sondern einfach sagen jetzt ist anarchie dann tuhen diejenigen mir nur leid


melden
Anzeige

Selbstversorgung und Anarchie - ist die Utopie erstrebenswert?

13.07.2012 um 07:46
@MareTranquil
Das Thema ist eigentlich sehr interessant, man kann hier viel diskutieren. Was weniger schön ist und für mich die Diskussion zerstört, dass du nicht mal den Versuch unternimmst die Gegenposition zu verstehen und dir mal kurz anzulesen, was Anarchie bedeutet.

Dass ich mir zwar eine gewaltfreie Ordnung wünsche, dies aber nicht Bedingung ist für eine anarchische Gesellschaft, habe ich mehr als einmal bereits geschrieben. Auch deine andere Frage, die du so schreiend (Warum eigentlich?) wiederholst, ist schon mehrfach beantwortet worden. Vielleicht nicht zu deiner Zufriedenheit, aber durch Wiederholung der gleichen Frage, wirst du keine anderen Antworten bekommen.


melden
152 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden