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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

49 Beiträge, Schlüsselwörter: Philosophie, Urteil, Vorurteil

Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 03:52
@-Therion-
-Therion- schrieb:durch bestätigung von vorurteilen bildet man sich sein persönliches urteil über eine person
ich gebe dir den tipp über das was du da geschrieben hast noch mal genau nachzudenken.



Vorurteile sind irgendwie ambivalent hab ich festgestellt. Einerseits bestätigen sie sich immer wieder andererseits kann man sie auch immer wiederlegen.


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 07:38
neonnhn schrieb:Einerseits bestätigen sie sich immer wieder andererseits kann man sie auch immer wiederlegen.
ist natürlich richtig wobei aber ein einmal gefasstes urteil über eine person üblicher weise ziemlich schwer zu revidieren ist.


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KönigIsakim
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 09:33
-Therion- schrieb:wobei aber ein einmal gefasstes urteil über eine person üblicher weise ziemlich schwer zu revidieren ist.
@-Therion- sag´ ich ja -----> Beitrag von KönigIsakim, Seite 1

ist wie eine Krankheit die, die Leute befällt. Bestes Beispiel dafür sag´ich ein ander Mal. Reiche ich dir dann nach. Oder nehmen wir jetzt ein anderes klassisches Beispiel:




das Haus hier ------>8ed15c total zerfallenen einsturzgefaehr

Du schaffst es einfach nicht, wenn du das Foto gesehen hast, dir NICHT sofort eine Meinung zu bilden, und egal wer dich auf dieses Haus ansprichst, du verteidigst deine Meinung eisern, weil der Mensch eben so gestrickt ist, das visuelle Erfahrungen ihn zu das verleiten, was wir " Vorurteil " nennen, egal ob es sich später als wahr oder unwahr heraus stellen sollte. Steht ja sogar in der Bibel: Die Menschen glauben was sie sehen, und selig sind die die nicht sehen, und trotzdem glauben. Man glaubt was man sieht. Wer von uns ist stark genug, nicht das zu glauben was man als Augenzeuge sieht ???


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 11:01
ja du hast vollkommen recht .... das haus ist übrigens ein schönes beispiel .... viele werden es als ruine/verfallenes/verwahrlostes haus ansehen einige werden das motiv an sich und die farbgebung als solches bewundern und für wieder andere ist es eine schandfleck innerhalb der schönen landschaft aber für einige wird es auch ein symbol für gegensätze sein, vielleicht auch eine versinnbildlichung von beständigkeit vermitteln ectr.

dafür spielen viele einflußfaktoren eine rolle wie man etwas beurteilt wie erziehung, eigene erlebnisse, die persönlichkeit, erfahrungen ectr. aber ganz besonderst zähle ich dazu das momentane epfinden .... wenn man gerade traurig ist wird man eine situation/ein bild, ein buch, einen menschen ectr anders empfinden und beurteilen als wenn man glücklich ist oder gerade einen schlechten tag hinter sich hat.

somit gibt es eigentlich keine wirklichen vorurteile sondern nur momentane, zeitlich begrenzte beurteilungen würde ich fast sagen. was aber auch nicht so wirklich stimmen kann denn wenn ich zb. an meine einstellung zu tieren denke die für mich gleichwertig zum menschen sind so habe ich damit für mich persönlich eine beurteilung/urteil getroffen dass sich 10000 % niemals ändern werde. und legt man das ganze auf das gegeteil um also menschen die das vorurteil haben tiere wären nichts wert und unter den menschen anzusiedeln sind dann habe ich es persönlich noch nie erlebt dass mal eine so krasse beurteilung revidiert worden wäre und somit wird das vorurteil doch zum urteil.

andererseits stellt sie mir jetzt die frage .... wer beurteilt es denn was ein vorurteil ist und was nicht ? wer legt das fest? die gesellschaft, die familie, die wissenschafft ectr. ..... wäre es nicht richtiger nur die eigene persönliche meinung gelten zu lassen ohne äüßere einflüße. ich persönlich muss doch am besten wissen was ich für mich für eine beurteilung treffen möchte.

so gesehen wird ein urteil nur durch aussenstehende zu einem vorurteil die andere erfahrungen als ich gemacht haben aber das sollte doch mein urteil nicht gleich zum vorurteil machen. weisst was ich meine :)

puuuuhhhh ..... also schon schwierig darüber eine definitive aussage zu treffen :)


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 13:24
@DragonRider
Ein Vorurteil, aus dem nichts Schlimmes folgt, wird auch nichts Schlimmes sein. Wir sind alle voll von Voruteilen über Dinge, die wir nicht kennen bzw. müssen unseren Geist und dessen Aussagen hinsichtlich des Unbekannten demütig beschränken (Sokrates: Ich weiß, dass ich nichts weiß), wir schenken Leuten und ihren Aussagen Glauben, weil wir die Tragweite der Entscheidungen nicht kennen und die Verantwortung dafür nicht übernehmen wollen. Gerüchte müssen nicht schlimm sein, meistens sind sie es aber, weil sie mit Werturteilen verbunden werden und die Wissensbasis schwach ist.

Verallgemeierung bzw. auch Verobjektivierung gilt, wie du gesagt hast, auch für die normale Erkenntnis. Es gibt allerdings immer einen Spielraum für das Eingestehen der begrenzten Aussagefähigkeit, also, wie weit man Aussagen treffen kann und wie stark man sie gelten lässt (bzw. als erwiesen betrachtet). Religionen sind dazu ein abschreckendes Beispiel (ganz platt: "es steht geschrieben - also ist es wahr. Dieser Prophet hat es verkündet - also gehorche").

Das Gegenteil von Relativität (das ist nicht Unwahrheit sondern begrenzte Wahrnehmung und insofern "Wahrheit") ist der Dogmatismus. Dogmatismus verallgemeinert und verabsolutiert zum Zweck der Machtausübung und Bewusstseinskontrolle (-lenkung).

Du kannst feststellen, dass dein Freund zuverlässig sei und das wird auch stimmen, es kann aber auch durchaus sein, dass dies nur den Horizont betrifft, den du von ihm kennst und du insofern zugestehen wirst, dass du die Zuverlässigkeit nicht hinsichtlich aller Faktoren bestimmen kannst, d.h. du gestehst die Relativität deiner Erkenntnis ein. Damit distanzierst du dich davon, Vorurteile zu erzeugen und insofern du sie nicht in die Welt setzt, erzeugst du auch keine Gerüchte.

Dies würde ich als gesunden Geist bezeichnen, krank wird es, wenn man nicht nur unzulässig verallgemeinert sondern auch noch Schlüsse anhängt, die mit dem ursprünglichen Sachverhalt nicht mehr zu tun haben: Jemand ist unzuverlässig, also ist er auch damit faul, also ist er damit auh ein Taugenichts, also wird er deshalb niemals mehr ein produktives Glied der Gesellschaft ...


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dergeistlose
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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 20:59
@Kosplider


Urteile und du wirst urgeteilt... Urteile entsprechen immer dem eigenen Urteil...


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dergeistlose
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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

01.10.2012 um 21:08
@Kosplider
dergeistlose schrieb:urgeteilt
solllte geurteilt sein... :)


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Birkenschrei
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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

02.10.2012 um 08:07
KönigIsakim schrieb:Du schaffst es einfach nicht, wenn du das Foto gesehen hast, dir NICHT sofort eine Meinung zu bilden
Hallo @KönigIsakim
das erscheint mir so aber nicht. Erst lässt man das Bild doch auf sich wirken, dann hinterfragt man doch, wägt ab.....oder nicht?
Ein fantastisches Beispiel gibst du mir :D Es ist doch wie bei deinem nick und bei deinem ehemaligen Ava. Wenn ich es lese und sehe, denke ich mir, dass du einen guten Grund für deine Wahl haben wirst, aber in eine 'Schublade' lege ich dich deshalb nicht ab ....

einen angenehmen Tag wünsch ich dir


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

02.10.2012 um 08:30
mit der Zeit, wenn man (evtl.) schlauer geworden ist.


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

04.10.2012 um 09:52
Ein Urteil ist genau genommen immer ein Vorurteil, es sei denn, es kommt von einem Richter. Man kennt doch nie alle Fakten, wenn man sich ein Urteil bildet.
Oft genug stellt man später fest, dass man sich geirrt hat, was beweist, dass das Urteil falsch war.

Man könnte die Frage anders stellen: Was unterscheidet ein Vorurteil von einem Gerücht? Stimmt es, dass Halbwahrheiten die größten Lügen sind?


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panurg
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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 21:46
Shadike schrieb am 29.09.2012:Ein Vorurteil wird bestätigt sobald sich jemand genauso benimmt wie man es vermutet
Sofern keine Stigmatisierung oder eine sich selbst erfüllende Prophezeiung vorliegt, aber vielleicht bin ich auch nur zu übervorsichtig mit sowas :-)


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Paulette
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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 22:48
panurg schrieb:eine sich selbst erfüllende Prophezeiung
Was meinst du denn damit?

@panurg


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 22:55
Paulette schrieb:Was meinst du denn damit?
@Paulette
Die sich selbst erfüllende Prophezeiung verändert das Verhalten der Menschen, die sie kennen. Dadurch wird sie am Ende wahr.

„Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.“

hier mehr dazu:

Wikipedia: Selbsterfüllende_Prophezeiung


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panurg
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 22:58
@Paulette
eine sich selbst erfüllende Prophezeiung

Was meinst du denn damit?
Hier meinte ich damit, daß es durchaus möglich ist, daß sich jemand so verhält, wie man es erwartet, weil er selbst so behandelt wird, wie man es (hier das edit: die Verhaltenserwartungen etc.) möchte. Er kann auch eine sie sein.
Shadike schrieb am 29.09.2012:Ein Vorurteil wird bestätigt sobald sich jemand genauso benimmt wie man es vermutet
Dies ist halt in meinen Augen keine ganz stimmige Definition. Das meinte ich damit.

Ist aber eigentlich pillepalle.


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Paulette
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:06
@Gurnemanz
@panurg

Danke.

Ich frage mich (und euch) woran macht man dann den Unterschied zum Vorurteil fest?


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:23
@Paulette
Das Vorurteil entsteht, weil wir oft gezwungen sind, über eine Sachlage oder eine Person angemessen zu urteilen ohne alle Fakten zu kennen.
Vorurteile bilden sich aus dem was man von Anderen zu diesem Thema hört oder aus einem oder ganz wenigen Erlebnissen, die man dann als allgemeingültig betrachtet.
Dadurch ist das Vorurteil verwandt mit der Hypothese und der Theorie.
Was zählt, ist allein die praktische Anwendbarkeit. Ein berühmtes Vorurteil ist zum Beispiel: "Alle Schwäne sind weiss". Die Philosophie sagt, dass es endgültige, "objektive" Wahrheiten nicht gibt. Jede Theorie gilt nur solange, bis ihr Gegenteil oder etwas völlig Neues bewiesen wird. So gilt z. B. der Satz "Alle Schwäne sind weiß" nur so lange, bis man die Existenz schwarzer Schwäne nachgewiesen hat.
Trotzdem kann man im Alltag mit diesem Vorurteil arbeiten, um Schwäne zu identifizieren, weil man zu 99% richtig liegt. Das reicht für Alltagszwecke aus.

Ein Vorurteil wäre dann kein Vorurteil mehr wenn seine Allgemeingültigkeit bewiesen wäre.


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panurg
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:26
@Paulette
Paulette schrieb:Ich frage mich (und euch) woran macht man dann den Unterschied zum Vorurteil fest?
Tja, wenn ich das wüßte ....

Hat vielleicht mit Francis Bacons Theorie der Idole angefangen, das theoretisch zu erklären, vielleicht auch nicht.

Ich selbst kann nur sagen: egal, was ich lese und so weiter, was ich erlebe und so weiter, es kommt halt immer drauf an, was man aus allem macht :-)

Ich selbst stecke voller Vorurteile. Ich bin (wenn ich schon mit so vielen ich anfange, mache ich auch weiter damit) voller Vorurteile. Ich bin ein Sack voller Vorurteile. Ein Blähsack, mindestens, ein Ballon, der hoch aufsteigen kann. Meine Galle, die Leber, Herz, Nierchen und Flügel strotzen davon.

Trotzdem gucke ich, woher die kommen und was die mit mir machen, und was ich damit mache, oder ich bilde mir das wenigstens ein und / oder versuche das wenigstens; was aber keine Antwort ist, sondern eher eine Beschreibung meines Umgangs damit.

Tja, um ganz ehrlich zu sein: wahrscheinlich ist das seit spätestens Epikur geklärt, aber mich hat es nicht erreicht. Ist so ein bißchen wie die anderen Fragen: wieso leben eigentlich nicht alle Menschen in Eintracht und Frieden miteinander, obwohl das so einfach wäre? Wieso verzichtet man nicht auf Umweltzerstörung etc.? Warum ... sind eigentlich alle Religionen doof? etc.pp.

Ich sollte mich aus der Welt verabschieden, sofern es an mir hängen bleiben sollte, diese Frage von Vorurteil etc. zu klären, das weiß ich. Ich tue es aus Eitelkeit nicht. Die anderen sind ja auch nicht soooo viel besser.

Jetzt echt mal im Ernst.


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Paulette
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:28
@Gurnemanz
Gurnemanz schrieb:Ein Vorurteil wäre dann kein Vorurteil mehr wenn seine Allgemeingültigkeit bewiesen wäre.
Wenn ich dich richtig verstehe ist das Vorurteil davon abhängig, dass die Sachlage des Vorurteils bewiesen wird und somit "wahr"?!

Aber ist es mit sich selbst erfüllenden Prophezeiungen nicht eben so?

Die Vorraussage muss "wahr" werden?

Solange etwas nicht "wahr" wird, ist es so oder so ein Vorurteil?


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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:29
@Paulette
Ein aktuelles Beispiel wäre etwa: "Nach einem Seebeben kommt immer ein Tsunami".
Wenn man lange diskutiert und das Für und Wider abwägt, dann kann es sein, dass der Tsunami kommt und man ertrinkt. Wenn man aber flüchtet, dann wird man überleben.
Natürlich folgt aber nicht wirklich auf jedes Seebeben ein Tsunami.


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Paulette
ehemaliges Mitglied

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Wann ist ein Vorurteil kein Vorurteil mehr?

06.10.2012 um 23:34
@Gurnemanz

Ich glaube du sprichst nun von Vermutungen, die aufgrund vergangener Erlebnisse gefällt werden.

Was mich interessiert ist, kann man, wenn man keine Vorurteile mehr bildet den Ausgang einer bestimmten Situation oder das Verhalten eines Gegenübers verändern?

Falls ja, wie tief kann der Glaube daran sein, dass ICH es bin, der die Zukunft durch Denken manipuliert ?

so in der Art....ich hoffe du verstehst ;)

@panurg

oder du?


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