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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

963 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Prostitution, Verboten

Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 14:50
@sacredheart
doch, leider gibt es das noch zu oft. Es gibt aber genauso oft das Gegenteil. Deswegen muss da einfach besser kontrolliert werden. Bin ja nur dagegen das zu pauschalisieren und Prostitution an sich schlecht zu machen.


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 14:50
@Lufu

Warum Prostitution verpönt ist?

Ein paar Ideen, die sich kaum entzerren lassen:

Als ich noch in Dortmund gewohnt habe, sah ich immer wieder Familienautos in die damals berüchtigte heute stillgelegte Hornbachschleife einbiegen, schön mit Kindersitz hintendrin und 'Marcel' und 'Jaqueline' an Bord. Ich denke, Mutti wäre nicht ganz so glücklich darüber, was Papi vor der Arbeit noch schnell erledigt und denkt dann vielleicht auch nicht ganz so gut über die Anbieterin der Dienstleistung.

Der klassische gut situierte Herr 'in den besten Jahren' der mal eben eine 19jährige aufgabelt, macht sich auch abseits moralischer Klischees recht lächerlich, wenn er plötzlich den feurigen Liebhaber gibt.

Ich kenne keinen Mann, für den es in Frage käme, eine Beziehung mit einer aktuell berufstätigen Prostituierten zu führen.

Ich kenne auch keinen Elternteil, der diese Berufswahl unterstützen würde und dann abends im Freundeskreis angibt: Unsere Jennifer hat heute doch schon wieder 20 Männer geschafft, die kann richtig was wegstecken.

Ich kenne auch keine Ehefrau, die ihren Freudinnen erzählt: Mein Jochen, ich habe ja schon immer gesagt, er muss sich mehr bewegen, hat doch jetzt jeden Abend eine junge Rumänin geschafft, er hat auch schon ein paar Kilo abgenommen. Ich hätte nie gedacht, dass der das durchhält, aber wenn er sich einmal etwas vorgenommen hat...


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 15:14
@sacredheart
Aber für deine ganzen Beispiele können die Prostituierten ja nichts. Würde es diese Nachfrage nicht geben, gebe es dieses Angebot nicht. Viele Prostituierte sind sogar verheiratet. Gut, meinen Eltern würde ich nicht erzählen was ich mache😉


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 15:15
@sacredheart

Ja, das Problem ist mir durchaus bewusst. ABER vielleicht sollte man einfach mit der ganzen Thematik offener umgehen. Das klappt nicht alles von jetzt auf gleich, das erwarte ich auch nicht.

Vielleicht sind wir in 50 Jahren soweit, wenn der Planet bis dahin noch am Leben ist bzw. Leben noch möglich ist, dass wir damit etwas gelassener umgehen und von dem monagamen, strengen Trip runterkommen.

Für mich ist es auch ein wenig befremdlich, das gebe ich zu, wenn ich mir vorstelle ich hätte eine Familie mit 3 Kindern und mein Mann ginge zu einer Prostituierten. Das ist so weil die Gesellschaft es mir so beigebracht hat.

Streng genommen ist das ganze nur eine Dienstleistung.

Ich bin meinem Mann ja auch nicht sauer wenn er zum Frisör geht, sich massieren lässt oder ähnliches. Es ist doch normal, dass wenn ich keine Haare schneiden kann, er jemanden beansprucht der es kann.

Vielleicht wären Ehen und Beziehungen sogar glücklicher, wenn man offen damit umgehen würde. Ich will nicht wissen wie viele BZ scheitern weil der Partner heimlich zu einer Prostituierten geht und der/die andere sich hintergangen fühlt.

Wenn beispielsweise die Frau ihrem Mann nicht ausreichend befriedigung geben kann, ist es legitim, dass er diese woanders aufsuchen kann. Man sollte dann liebe von sex trennen.

Ja das ist vielleicht schwer und unvorstellbar aber man sollte evtl. umdenken.


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03.05.2019 um 15:22
@Lufu
Da hat mal meine Kollegin einen geilen Spruch gesagt zum Gast : man kann ja auch selber kochen aber geht ab und an ins Restaurant.

Ich kenne sogar ein Gast, da weiß die Ehefrau bescheid und war auch schon zwei mal mit. Die war so Super locker und süß frech, das war total toll.

Pärchen waren auch schon bei uns.

Eine Empfangsdame, die jetzt bei uns aufhört, sagte: Mensch ich habe durch meine Arbeit hier so viel Respekt vor euch bekommen/eurem Job, dass hätte ich vorher niemals gedacht.


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03.05.2019 um 15:29
Zum Thread Titel: Nein.

Gebe es keine Prostituierten, die Gewalt in der Ehe oder auch die Vergewaltigungen würden eindeutig zunehmen. Dessen bin ich mir sicher.
Wir sollten Prostituierte als das anerkennen was sie sind: Dienstleister. Und oftmals dienen sie auch mit Leistungen die der Partner/Ehepartner
absolut nicht gewillt ist zu geben. Ich finde das Metier nicht als verwerflich.

Wichtig jedoch ist neben der Hygiene die eine jede Prostituierte und auch die Freier präferieren sollten, das die Prostituierten
ärztlich begleitet werden und das sie auch die sozialen Absicherungen wie KV oder Rente in Anspruch nehmen.
Notfalls Privatversichert. ALG denke ich, scheidet aus :)


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03.05.2019 um 15:29
Silvia26 schrieb:Da hat mal meine Kollegin einen geilen Spruch gesagt zum Gast : man kann ja auch selber kochen aber geht ab und an ins Restaurant.
So denke ich auch!

Ich würde mich sehr freuen, wenn man Prostituierten mit mehr Respekt entgegen tritt, es sind auch nur Menschen.


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 15:33
Lufu schrieb:Es sollte nicht verboten werden. Ich finde jedoch, man sollte die Frauen besser schützen & Straftaten auf diesem Gebiet härter bestrafen.
Wie genau würde solch ein besserer Schutz und härtere Strafen denn Deiner Meinung nach aussehen?
Mehrjährige Haftstrafen empfinde ich durchaus als angemessen.
Lufu schrieb:Die Frauen sollten weniger wie Wahre angesehen werden & nicht ausgebeutet werden.
Ob und wie sich eine freiwillige Prostituierte zur Ware machen lässt ist ihre Entscheidung und zumindest denen die ich kenne ist es sehr viel lieber, wenn der Kunde ganz genau weiß, dass er eine Ware erwirbt bzw für eine Dienstleistung zahlt.
Das ist nämlich sehr viel besser als Kunden die sich aus dieser rein geschäftlichen Beziehung irgendwelche persönlichen Ansprüche herbeifantasieren.
Ebenso entscheidet auch jeder Dienstleister, der nicht nach einer Gebührenordnung abrechnet welche Leistung er zu welchem Preis anbieten möchte.
Hat jemand das Gefühl sich unter Wert zu prostituieren, dann muss er den Preis eben höher ansetzen bzw selbst entscheiden ob ihm oder ihr das was gezahlt wird für diese Tätigkeit ausreicht.
Lufu schrieb:Unter anderem finde ich es frech, dass sie für ihren eigenen Schutz so viel von ihrem erarbeiteten Geld an Zuhälter abdrücken müssen.
Ähm.. ggf solltest Du Dich mit dem Thema noch einmal befassen.
Geld an einen Zuhälter abdrücken zu müssen ist nämlich nicht "frech" sondern ganz schlicht und ergreifend illegal.
Lufu schrieb:Es sollte auch strenger kontrolliert werden wie alt die Frauen sind und wo sie her kommen. Frauen aus dem Ausland werden in Deutschland (denke ich) von den Zuhältern noch härter ausgenutzt. Sie haben kaum Rechte.
Ausländer haben rechtlich betrachtet genau die gleichen Rechte wie deutschstämmige Prostituierte.
Menschen die Andere aus dem Ausland nach Deutschland schleusen oder gar verschleppen und dann zur Prostitution zwingen und ausbeuten machen sich gleich in mehrerer Hinsicht strafbar.

Diese illegalen Menschenhändler mit der ganz legalen Prostitution in einen Topf zu werfen ist etwa so sinnvoll wie ebay zu verbieten, weil es da auch Betrüger gibt oder ein Arbeitsverbot für Maler einzuführen, weil viele Betriebe dazu neigen Azubis auszubeuten und Ausgelernte aus damit einhergehenden Gründen häufig als Schwarzarbeiter ihre Brötchen verdienen.

Mehr als die unguten Seiten solcher Berufe unter Strafe zu stellen und somit ganz klar der Illegalität zuzuordnen kann der Staat doch kaum machen.

Ich fände es allenfalls noch sinnvoll, wenn man den Kunden stärker mit in die Haftung nimmt.
Wenn ich z.B. ein Handy oder ein Auto kaufe, bei dem Preis und Begleitumstände des Handels eigentlich keinen Zweifel daran lassen, dass es sich um gestohlene Ware handelt, dann macht sich ja auch nicht nur der Verkäufer strafbar, sondern ich als Käufer hätte ebenfalls ein paar Fragen zu beantworten.

Freier also ebenfalls zu bestrafen, wenn sie diese Dienstleistung in Anspruch genommen haben ohne sich bei einem sehr jung aussehendem Mädchen bzw Jungen mal einen Ausweis zeigen zu lassen um die Volljährigkeit bestätigt zu haben bzw ohne entsprechend Anzeige zu erstatten, wenn es Hinweise darauf gab, dass die Freiwilligkeit in Frage gestellt werden kann und/oder es Hinweise darauf gibt, dass hier ein Zuhälter mit im Spiel ist, das empfände ich noch als sinnvoll.

Aber die legale Prostitution total überreglementieren nur weil es illegale Auswüchse gibt ist dann auch wieder albern.
Die Tatsache, dass es kriminelle Schlepper gibt darf nicht zum Problem selbstständiger Prostituierter werden.
sacredheart schrieb:Auf der einen Seite könnte man so tun, als wäre es ein ganz normales Geschäft: Diesntleistung gegen Geld.
Genau das ist es auch.
sacredheart schrieb:Auf der anderen Seite stimmt das schon im Ablauf nicht, da die meisten Dienstleistungen doch eine höhere Distanz zulassen als Prostitution und auch weniger gesundheitliche Risiken bergen.
Und trotzdem gab es doch immer schon Berufe, die für einige Menschen ok oder gar echt gut sind und für andere komplett indiskutabel.

Nicht jeder kann sich vorstellen eine Leiche aufzuschneiden, deswegen kann eben nicht jeder Gerichtsmediziner werden.
Andere möchten gar nicht so gern das Gesicht sein, dass ein Straftäter sich merkt, wenn er verhaftet bzw zu einer Strafe verurteilt wird und deswegen kann auch nicht jeder als Polizist, Staatsanwalt oder Richter arbeiten.

Dann gibt es massenweise Leute, die auf gar keinen Fall Toiletten putzen oder bei der Müllabfuhr arbeiten möchten und diese Liste kann man endlos fortsetzen.

Ich würde 100x lieber als Prostituierte arbeiten als als Psychologin.
Damit, dass Menschen gewisse körperliche Bedürfnisse haben kann ich gut umgehen, aber ich habe so gar keine Nerven für menschliches Problemverhalten.
Das disqualifiziert mich dann aber vermutlich auch für den Job als Prostituierte, denn es handelt sich sicher nicht um eine Tätigkeit bei der man besonders erfolgreich ist, wenn man nicht ganz hervorragend mit Menschen umgehen kann.
sacredheart schrieb:Es mag ja grundsätzlich angehen, Bezahlsex ohne Kondom zu verbieten. Wie man das andererseits kontrollieren will, ist natürlich völlig offen.
Gewissermaßen ist das sogar der Fall.
Bei der Prostitution gelten da keine anderen Regeln als bei anderen Berufen, bei denen man gegen Bezahlung eine Dienstleistung erbringt und durch Vernachlässigen der Sorgfaltspflicht Kundschaft gefährdet.
Sterilisiert ein Chirurg, ein Tätowierer, Barbier oder Ähnliches seine Instrumente nicht ordentlich und verbreitet damit Krankheiten, dann haftet derjenige auch dafür.
Da man das Wissen, dass ein Kondom vor Ansteckung und "Weiterleitung" entsprechender Erkrankungen schützt voraussetzen kann dürfte auch bei der Ausübung der Prostitution klar sein, dass man für Krankheiten die man im Kundenkreis verteilt, weil man kein Kondom benutzt haftbar ist.

Für den Kunden sollte die Möglichkeit auch Sex ohne Gummi zu "kaufen" zusätzlich noch ein Grund sein um sich die Frage zu stellen ob er das Geschäft wirklich mit jemandem eingeht der diesen Beruf freiwillig ausübt, denn die wenigsten Prostituierten werden sich freiwillig derart in Gefahr bringen.
sacredheart schrieb:Es wird immer ganz gerne das selbstbestimmte Escort Girl angeführt, das sich im Studium mehr Luxus gönnen will und dann so ein bißchen 'Pretty Woman' nachspielt und glücklich ist. In Wahrheit mag es das geben, es wird aber auch die Ringeltaube innerhalb der Prostitution sein und nicht der Regelfall.

Der Regelfall ist dann wohl doch eher die junge Rumänin oder Bulgarin, die von Profis hierhin verbracht wird. Ob sie weiss zu welchem Zweck, ist da schon fraglich. Deren Position zwischen Freiern, 'Managern', Staat und Vermietern ist aus meiner Sicht schon eine sehr Schwache, Ausnutzung wird es wenigstens sein, im Zweifelsfall Schlimmeres.
Da vergleichst Du aber irgendwie Äpfel mit Birnen, nämlich die einzige Form in der Prostitution in Deutschland überhaupt legal ist: freiwillige, selbstständige Prostituierte
mit schwer kriminellem Menschenhandel, sexueller Nötigung, Zuhälterei und wohl möglich noch Schlepperei und Freiheitsberaubung.
Diesen Vergleich halte ich aus oben genannten Gründen für unrealistisch, denn mehr als bestimmte Dinge unter Strafe stellen kann der Staat nun einmal nicht machen und seriöse Anbieter dürfen nicht für die Straftaten zur Verantwortung gezogen werden, die bei organisierter Kriminalität zur Tagesordnung gehören.
Silvia26 schrieb:Ja, Herr Cerne hätte auch die andere Seite mit einbringen sollen. So fühlen sich die Prostitutions Gegner nur bestätigt. Es wirft ein schlechtes Licht auf die ganze Prostitution.
Vor Allem wirft es auch ein schlechtes Bild auf Aktenzeichen xy, denn eigentlich erwartet man dort eine seriöse Berichterstattung und dieses Gequassel in dem Prostitution ohne Ausnahme als übles Schreckgespenst dargestellt wird, aber NUR für arme weibliche Opfer und rücksichtslose männliche Täter war alles andere als seriös.

Ne Freundin die sich mal eine Weile ihr Geld damit aufgebessert hat beschrieb ihre Kunden in der Mehrzahl als "ein bisschen tapsig".
Das waren in der überwiegenden Anzahl aller Fälle irgendwelche Workoholics, die einfach keine Zeit bzw keinen Nerv haben sich zum aktuellen Zeitpunkt auf eine feste Beziehung einzulassen bzw welche die grade eine Beziehung hinter sich hatten die nicht ganz so glücklich geendet ist und dahingehend erst einmal eine Auszeit brauchen und dann eben wenn es um körperliche Bedürfnisse geht oder darum bei Großvaters Geburtstagsfeier nicht schon wieder alleine aufzukreuzen um sich dann den ganzen Abend anhören zu müssen wie dringend man langsam mal unter die Haube müsste ;)
Allerdings hat sie meiner Ansicht nach auch aus den falschen Gründen das Richtige getan. Sie hat aus Prinzip nur Kunden angenommen, die sie zu Hause aufsuchen konnte und soweit es für sie möglich war das zu beurteilen Kunden die in einer festen Beziehung, vermutlich noch mit Kindern sind gemieden.
Ich vermute mal dieser selbstauferlegte "Ehrenkodex" hat sie in nicht grade geringem Maße vor den etwas unerfreulichen Kunden bewahrt.
Lufu schrieb:Sehe ich auch so. Krankheiten können schnell verbreitet werden, da reicht 1 mal im Jahr/ alle 2 Jahre kaum aus.
Wenn man so argumentiert und nicht nur an die ganz fiesen Dinge wie HIV und Co denkt, sondern auch an einfache Pilzerkrankungen oder so, dann würde auch eine Pflicht jede Woche zu einer Untersuchung zu gehen keine Sicherheit geben aber ganz massiv in das Leben dieser Dienstleister eingreifen.
Da ist es doch sinnvoller auf eine gewisse Sorgfaltspflicht zu vertrauen die entweder bereits zum Selbstschutz geachtet wird oder spätestens dann, wenn es um die Haftungsfrage geht.
Lufu schrieb:Vielleicht sollte man auch mehr Seelsorgestellen/Anlaufstellen für Prostituierte anbieten.
Sowas gibt es doch bereits und selbst wenn nicht überall so differenziert dürfte auch die ganz normale Seelsorge nicht sagen "Nö, für Prostituierte bin ich net zuständig."
Silvia26 schrieb:Aber klar, die die gezwungen werden können nicht einfach mal eben dahin da wäre es vielleicht wichtig das solche Seelsorger direkt in den Bordellen, Laufhäusern et cetera vorbeischauen.
Wie gesagt, die Tatsache, dass es illegale Machenschaften gibt darf nicht zum Problem der seriösen Anbieter werden.
Ich kann nichts dafür, dass sich in meinem beruflichen Umfeld auch Quacksalber tummeln, die ihren Kunden Globuli und andere Formen von Schlangenöl aufschwatzen.
Seriöse Händler auf ebay können nix dafür oder dagegen, dass auf den gleichen Plattformen auch Betrüger ihr Unwesen treiben und genauso kann es nicht das Problem einer seriösen Prostituierten sein, dass es Menschenhändler, Schlepper und andere Kriminelle gibt.


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 15:53
Fraukie schrieb:Wie genau würde solch ein besserer Schutz und härtere Strafen denn Deiner Meinung nach aussehen?
Mehrjährige Haftstrafen empfinde ich durchaus als angemessen.
Leider kann ich das nicht genau sagen. Ich würde die Straflast jedoch eher auf die Freiher legen als auf die Prostituierten. Im Verhältnis 70% zu 30% würde ich sagen.

(Btw. Sry das ich Ware mit H geschrieben hab, da war das Gehirn wohl wieder aus :D)
Fraukie schrieb:Hat jemand das Gefühl sich unter Wert zu prostituieren, dann muss er den Preis eben höher ansetzen bzw selbst entscheiden ob ihm oder ihr das was gezahlt wird für diese Tätigkeit ausreicht.
Klar, dass ganze ist irgendwo ein Konkurrenzkampf. Ich weiss nicht, ob es machbar ist aber vielleicht könnte man (sry wenn das Besipiel völlig daneben ist aber ich kann mich schlecht anders ausdrücken) es so ähnlich handhaben wie bei Takstellen auch.

Mir fällt das Modell nicht ein, wie es in der Wirtschaft gehandhabt wird bzw. heiist, um den Konkurrenzkampf aufrecht zu erhalten aber OHNE das dass Preisniveau stätig sinkt..
Fraukie schrieb:Geld an einen Zuhälter abdrücken zu müssen ist nämlich nicht "frech" sondern ganz schlicht und ergreifend illegal.
Klar, gleiches Recht für alle. Ich kann nur von meinem Wissen sprechen, welches ich von Berichten und Dokumentationen habe. Dort wird oft der Schwerpunkt auf die osteuropäischen Frauen und Mädchen gelegt, welchen es (so wie es rüberkommt) nochmals schlechter geht.

Ja da hast du Recht aber das interessiert einen Großteil denke ich wenig.. und ja ich bin nicht zu 100% in der Materie.
Fraukie schrieb:Ausländer haben rechtlich betrachtet genau die gleichen Rechte wie deutschstämmige Prostituierte.
Menschen die Andere aus dem Ausland nach Deutschland schleusen oder gar verschleppen und dann zur Prostitution zwingen und ausbeuten machen sich gleich in mehrerer Hinsicht strafbar.
Fraukie schrieb:Ich fände es allenfalls noch sinnvoll, wenn man den Kunden stärker mit in die Haftung nimmt.
Ja.
Fraukie schrieb:Freier also ebenfalls zu bestrafen, wenn sie diese Dienstleistung in Anspruch genommen haben ohne sich bei einem sehr jung aussehendem Mädchen bzw Jungen mal einen Ausweis zeigen zu lassen um die Volljährigkeit bestätigt zu haben bzw ohne entsprechend Anzeige zu erstatten, wenn es Hinweise darauf gab, dass die Freiwilligkeit in Frage gestellt werden kann und/oder es Hinweise darauf gibt, dass hier ein Zuhälter mit im Spiel ist, das empfände ich noch als sinnvoll.
Leider zieht sowas auch viele Männer an..


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 16:28
Lufu schrieb:Leider kann ich das nicht genau sagen. Ich würde die Straflast jedoch eher auf die Freiher legen als auf die Prostituierten. Im Verhältnis 70% zu 30% würde ich sagen.
Na das wäre aber ein gewaltiger Rückschritt.
Warum möchtest Du das Prostituierte überhaupt bestraft werden bzw wofür?
Sollten wir nicht FROH sein, dass Prostituierte sich nicht mehr strafbar machen, grade weil es sich nicht nur um verspielte Studentinnen handelt die gern noch eine teure Uhr dazu hätten, sondern auch häufig um Menschen die sich durch Prostitution aus einer finanziellen Notlage befreien?

Warum bist Du der Ansicht das diese Menschen für das Anbieten dieser Dienstleistung bestraft werden sollten?
Und warum der Freier?
Wenn er die Dienste einer Person in Anspruch nimmt bei der erkennbar ist, dass es sich um Minderjährige handelt, Zweifel an der Freiwilligkeit aufkommen oder mutmaßlich doch ein Zuhälter im Spiel ist, dann bin ich wie gesagt auch der Ansicht, dass der Kunde da genauso mit in der Haftung sein sollte, wie jemand der wissentlich ein geklautes Telefon kauft.

Aber in jedem anderen Fall finde ich die aktuelle Rechtslage sehr gut.
Und danach sind Prostituierte ganz normale Dienstleister für deren Beruf es keine Gebührenordnung gibt und folglich sind "Anbieter und Kunde" (sofern beide volljährig sind) völlig frei in der Verhandlung was zu welchem Preis angeboten wird.

Die einzige Besonderheit dabei ist, dass "Vertragsbrüche" anders behandelt werden.
Normaler Weise ist ein Vertrag ja für beide Seiten bindend.
Ein Tischler, der jemandem zusichert für einen bestimmten Preis eine Tür zu reparieren hat die Tür ebenso zu reparieren wie der Kunde den dafür vereinbarten Preis zu zahlen hat.

Überlegt es sich eine Prostituierte anders, dann ist sie oder er lediglich verpflichten vorab gezahltes Geld zurückzugeben, aber kann nicht dazu verpflichtet werden den Vertrag einzuhalten, weil das aus guten Gründen sittenwidrig wäre.

Welche Abmachungen Prostituierte und Kunde sonst treffen geht sonst niemanden etwas an und wenn ein Zuhälter die Hand aufhält, dann macht er sich ohne Ausnahme strafbar.

Diese gesetzliche Regelung finde ich sehr vernünftig, zumindest sehr viel fortschrittlicher als Dein Vorschlag Prostituierte wieder zu kriminalisieren.
Und das bei Zuhälterei nicht herum diskutiert wird ab welchem Punkt es nun Ausbeutung ist oder nicht sondern Zuhälterei immer und ohne wenn und aber strafbar ist halte ich ebenfalls für sehr vernünftig.
Lufu schrieb:Klar, dass ganze ist irgendwo ein Konkurrenzkampf. Ich weiss nicht, ob es machbar ist aber vielleicht könnte man (sry wenn das Besipiel völlig daneben ist aber ich kann mich schlecht anders ausdrücken) es so ähnlich handhaben wie bei Takstellen auch.
Tankstellen sind da oft schon gefährlich nah an einer Preisabsprache dran, die so eigentlich nicht erlaubt ist.
Lufu schrieb:Mir fällt das Modell nicht ein, wie es in der Wirtschaft gehandhabt wird bzw. heiist, um den Konkurrenzkampf aufrecht zu erhalten aber OHNE das dass Preisniveau stätig sinkt..
Das geht am ehesten mit Gebührenordnungen, wie sie z.B. für Ärzte, Tierärzte und Anwälte gelten.
Lufu schrieb:Leider zieht sowas auch viele Männer an..
Deshalb wäre es eben sinnvoll, dass der Kunde sich ebenfalls strafbar macht und zwar nicht nur, wenn er eine minderjährige Prostituierte anheuert, sondern auch wenn er es nicht zur Anzeige bringt und die Finger davon lässt wenn die Freiwilligkeit in Frage gestellt werden muss oder es Hinweise darauf gibt, dass hier ein Zuhälter die Hand aufhält.
Dann sollten die Kunden genauso vor Gericht landen wie Zuhälter, Schlepper und Co aber bitte nicht wie von Dir vorgeschlagen die Prostituierte selbst, das wäre nu wirklich nen Schuss in die total falsche Richtung.


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03.05.2019 um 16:37
Gwyddion schrieb:Gebe es keine Prostituierten, die Gewalt in der Ehe oder auch die Vergewaltigungen würden eindeutig zunehmen. Dessen bin ich mir sicher.Wir sollten Prostituierte als das anerkennen was sie sind: Dienstleister. Und oftmals dienen sie auch mit Leistungen die der Partner/Ehepartnerabsolut nicht gewillt ist zu geben. Ich finde das Metier nicht als verwerflich.
Sieh mal an, es gibt also doch Sachgegenstände in denen wir übereinstimmen, weil dein Gehirnkastl scheints genau dort noch funktioniert wo man uns Männern gerne ein Versagen des Denkapparats unterstellt und die Gehirnleistung sehr gerne in einer anderen Körperregion verortet.

Wirklich, du nimmst mir Gedanken + Worte aus dem Mund und so bleibt mir nur ein bekräftigendes Schulterklopfen.


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03.05.2019 um 16:39
Fraukie schrieb:Na das wäre aber ein gewaltiger Rückschritt.
Warum möchtest Du das Prostituierte überhaupt bestraft werden bzw wofür?
Sollten wir nicht FROH sein, dass Prostituierte sich nicht mehr strafbar machen, grade weil es sich nicht nur um verspielte Studentinnen handelt die gern noch eine teure Uhr dazu hätten, sondern auch häufig um Menschen die sich durch Prostitution aus einer finanziellen Notlage befreien?
Ahhh ich glaube da verstehst du was falsch bzw. hab ich mich evtl. unverständlich ausgedrückt. Die Prostituierten sollten eine Art Platzverweis erhalten und bei wiederholtem erwischen an Orten wo Prostitution verboten ist Geldstrafen - gerade so hoch, dass sich es nicht mehr lohnt, dort zu stehen -.

Leider kenne ich mich mit den verhängten Strafen nicht so gut aus, wie man ggf. merkt.

Die von mir angesprochene Strafe war jetzt auch nur darauf bezogen. (Also auf Prostitution an Orten, wo es verboten ist)

Prostitution an sich SOLL straffrei bleiben, definitiv.
Fraukie schrieb:Wenn er die Dienste einer Person in Anspruch nimmt bei der erkennbar ist, dass es sich um Minderjährige handelt, Zweifel an der Freiwilligkeit aufkommen oder mutmaßlich doch ein Zuhälter im Spiel ist, dann bin ich wie gesagt auch der Ansicht, dass der Kunde da genauso mit in der Haftung sein sollte, wie jemand der wissentlich ein geklautes Telefon kauft.
Männer die minderjährige beanspruchen oder sich an Frauen vergehen sollten stärker bestraft werden.
Fraukie schrieb:Aber in jedem anderen Fall finde ich die aktuelle Rechtslage sehr gut.
Und danach sind Prostituierte ganz normale Dienstleister für deren Beruf es keine Gebührenordnung gibt und folglich sind "Anbieter und Kunde" (sofern beide volljährig sind) völlig frei in der Verhandlung was zu welchem Preis angeboten wird.
Das finde ich auch gut, es muss nur noch in den Köpfen der Menschen so ankommen.
Fraukie schrieb:Dann sollten die Kunden genauso vor Gericht landen wie Zuhälter, Schlepper und Co aber bitte nicht wie von Dir vorgeschlagen die Prostituierte selbst, das wäre nu wirklich nen Schuss in die total falsche Richtung.
Ja. Wenn die Kunden mit ernstzunehmenden Srafen rechnen müssen, ist das vielleicht auch eine Art Unterstützung, um Straftaten vorzubeugen, sodass diese gar nicht erst vollzogen werden.


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03.05.2019 um 19:12
Gwyddion schrieb:Gebe es keine Prostituierten, die Gewalt in der Ehe oder auch die Vergewaltigungen würden eindeutig zunehmen.
Glaub ich nicht. Oder kannst du dich nicht "unter Kontrolle" halten, wenn du länger keinen Sex mehr hast? Also.

Männer, die eine wildfremde Frau vergewaltigen, sind in der Minderheit. Der Großteil an Missbrauch und/oder Vergewaltigung findet im Bekanntenkreis statt. Ok, was in der Ehe passiert... Kann mir schon vorstellen, dass es Streit gibt, wenn ein Partner Sex will, der andere aber ablehnt, und das über längere Zeit so geht.

Ich finde auch, dass Prostitution legal bleiben, und man verstärkt gegen Zwangsprostitution sowie Prostitution von Minderjährigen vorgehen sollte.
Freier bestrafen, die sowas ausnutzen, schön und gut, aber wie sieht das in der Praxis aus? Noch eher könnte man den Zuhälter drankriegen als ein Freier.


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03.05.2019 um 19:15
satansschuh schrieb:Oder kannst du dich nicht "unter Kontrolle" halten, wenn du länger keinen Sex mehr hast?
Also ich kann mich locker unter Kontrolle halten. Aber meine Person ist nicht repräsentativ :)


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

03.05.2019 um 19:21
@Gwyddion
Ja :)
Aber du kannst nicht umgekehrt behaupten, Männer können sich nicht beherrschen und vergewaltigen alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist, nur weil sie "Druck" haben. Dass längere Abstinenz schlechte Laune machen kann...geschenkt. So triebgesteuert sind wir wohl doch nicht, wage ich zu behaupten :)


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03.05.2019 um 19:24
satansschuh schrieb:So triebgesteuert sind wir wohl doch nicht, wage ich zu behaupten :)
Ich möchte da gerne Unrecht haben.. befürchte aber das in der Tat auch die Übergriffe in einer Ehe ansteigen.
Müssen ja keine signifikant hohen Anstiege sein.

Aber man kann grundsätzlich.. und da gebe ich Dir recht.. nur für sich selbst sprechen.


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13.05.2019 um 10:30
Gwyddion schrieb am 03.05.2019:Gebe es keine Prostituierten, die Gewalt in der Ehe oder auch die Vergewaltigungen würden eindeutig zunehmen.
Wie kommst du darauf? Gibt es dazu irgendwelche Vergleichswerte?

Wenn dem so wäre, was sagst uns das über heterosexuelle Männer? Und über toxische Männlichkeit?

Ist das dann tatsächlich etwas, was Sexarbeiter*rinnen auffangen können /sollten?


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Sollte Prostitution in Deutschland verboten werden?

13.05.2019 um 10:44
Fraukie schrieb am 03.05.2019:Allerdings hat sie meiner Ansicht nach auch aus den falschen Gründen das Richtige getan. Sie hat aus Prinzip nur Kunden angenommen, die sie zu Hause aufsuchen konnte und soweit es für sie möglich war das zu beurteilen Kunden die in einer festen Beziehung, vermutlich noch mit Kindern sind gemieden.
und gab es noch irgendwelchen anderen Kriterien? Evt. auch wa das alter bzw. Äußere betrifft? hab ich nun auch schon öfters gehört kann ich mir jedoch nicht so recht vorstellen.
Also ne Prostituierte die halt nur junge Männer nimmt, die auch entsprechend aussehen...natürlich trotzdem alles gegen Geld is klar. Aber so rein vom logischen her wäre es ja kontraproduktiv da ihr somit Kunden und damit Geld verloren gehen...

Deshalb haben ja viele Prostituierte auch diesen zweifelhaften ruf weg bzw. werden von der Gesellschaft nicht so gut angesehen... egal ob 20 jähriger Bub oder 50 järhiger Familienvater....angenommen wird alles so lange sie bezahlen.

Zum Thema Verbot, also wenn man das machen würden, müsste man auch die ganzen Online-Dienste verbieten, also wo Frauen vor der Webcam die Beine breit machen + noch viele andere Dinge. Rumänien ist da geradezu ne Hochburg für, kam mal ne TV-Doku.
Ist zwar kein wirklicher Sex, aber wo will man sonst die grenze ziehen? schwierig...


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13.05.2019 um 12:51
cesare schrieb:Wie kommst du darauf? Gibt es dazu irgendwelche Vergleichswerte?
Natürlich gibt es keine Vergleichswerte, denn es gab nie eine Epoche ohne Prostitution. Prostitution lässt sich genauso wenig verbieten wie Alkoholgenuss. Aber es ist doch auch so ganz einfach zu verstehen. Es heißt doch nicht umsonst "Sexualtrieb" - "TRIEB", du verstehst, und Triebe sind schwierig zu kontrollieren. Meistens geht es gut, aber eben nicht immer. Wenn jemand, der seinen Sexualtrieb aus welchen Gründen auch immer nicht sicher kontrollieren kann, sich gegen simples Bezahlen Befriedigung verschaffen kann kommt er als Gewaltverbrecher schon deutlich weniger in Frage als ohne diese Möglichkeit. Für mich ist das eine ganz logische und glaubhafte Aussage.


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13.05.2019 um 14:02
@Orig.Nathan

Das sehe ich ein bißchen anders. Wer zu einer Prosituierten geht, sucht mit großer Wahrscheinlichkeit sexuelle Befriedigung. Er schließt mit ihr einen Vertrag, bezahlt einen bestimmten Betrag und erhält im Gegenzug eine Leistung.
Ich kann mir vorstellen, dass dies vom Mann nicht als besonders machtvoll erlebt wird.

Wer eine Vergewaltigung begeht, sucht aus meiner Sicht höchstens auf zweiter Ebene Sex, in erster Linie möchte er eine Macht ausüben, die ihm für gewöhnlich nicht möglich ist. Es wird also aus meiner Sicht dabei in erster Linie etwas anderes angesprochen.

Mit anderen Worten: Wer nur Sex möche, versucht es zunächst mal privat oder geht zu einer Prostituierten.
Wenn die gerade alle Feierabend haben, wird er dadurch keinesfalls zum Vergewaltiger.

Wer überschießende Macht ausüben möchte, wird bei entsprechender Veranlagung und Situation zum Vergewaltiger und man könnte ihn nicht dadurch abhalten, dass man als Alternative zu einem Besuch einer Prosituierten rät.


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