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Euer Verhältnis zum Liberalismus

89 Beiträge, Schlüsselwörter: Partei, FDP, Liberalismus
interrobang
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 19:50
@Simowitsch
Simowitsch schrieb:Der Staat sollte der privaten Wirtschaft nicht drohen dürfen, weil er sich dann moralisch aufschwingt, was ekelhaft ist, wenn man bedenkt welche Macht ein Staat gegenüber einem Unternehmen doch hat. Und wer die höhere Machtstellung einnimmt, soll auch moralisch die höchste Instanz sein oder wie?
Hat damit nichts zu tun. Aber der Staat ist für seine Bürger verantwortlich und somit muss er für sie sorgen und sie schützen. Auserdem sollen die Politiker ja die interessen des Volkes vertreten.
Simowitsch schrieb:Wenn du Verstaatlichungen forderst was hat das bitte mit Anarchismus zu tun?
Ach das hab ich mich auch schon immer gefragt... im grunde sind die Anarchisten die extremliberalisten...


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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 20:59
interrobang schrieb:Sie schliessen sich auch nicht aus. Genausowenig wie sie den Konservatismus ausschliessen. (Die dritte grösse) Nur die extremen formen welche unsinnig sind schliessen sich aus.
Also
Anarchismus (Extremer Liberalismus)
Kommunismus (Extremer Sozialismus)
Theokratie (Extremer Konservatismus)

Diese drei gilt es zu ächten.
Nun mit "Ächten" fängt das Dilemma an und es bilden sich durch die gegenseitige und die ganzheitliche Ächtung dieser Prinzipien erst die ganzen Extremismen, somit auch die gesellschaftliche Spaltung. Doch es gibt eben in der Dialektik eben immer auch die Möglichkeiten von Symbiosen und Synthesen, so wie der kommunistische, libertäre Anarchismus mit einer sozialistischen Marktwirtschaft eine wäre. Oder auch der Anarchosyndikalismus.

Jedoch eine Theokratie oder Nationalismus sind in meinem Weltbild tatsächlich verachtenswerte Prinzipien und der Konservativismus war schon immer das größte Hemmnis für Entwicklungen und Vielfalt in Gesellschaften.

Die gesunde Mitte zu finden fällt jedoch vielen Menschen schwer und manche klammern sich an Ideologien wie als wär’s die eigene Identität und da muss man den Hebel ansetzen, das betrifft eben auch den Liberalismus, wenn er denn ins Extrem kippt.
Simowitsch schrieb:Wenn du Verstaatlichungen forderst was hat das bitte mit Anarchismus zu tun?
Was haben Banken als obere finanzielle Instanzen und Hierarchien mit Anarchismus zu tun? Beide Fälle haben nix mit dem Anarchismus am Hut, sei es der staatliche oder der wirtschaftliche, bzw. der des Finanzsektors. Alles was eine Hierarchie besitzt ist nicht anarchistisch, jedoch kann ein Staat oder auch ein Unternehmen wie eine Genossenschaft funktionieren oder ein egalitäres, gleichberechtigtes Netzwerk, das käme dem eigentlichen Anarchismus nahe, nur braucht dieser eben soziale wie auch liberale Komponenten, denn sonst wird es wieder zu extrem. Ich bin Anarchist, doch kein Extremist ;)
Simowitsch schrieb:Nach meinem Eindruck befürwortest du eine Gesellschaft, wie es sie in der BRD bis zu den 70ern und in Dänemark oder Österreich in den 80ern gab. Das wäre auch genau das, worauf die sogenannte "sozialistische Marktwirtschaft" hinausgelaufen wäre, die sich tschechische Reformkommunisten erdacht haben.
Nein diese Beispiele waren zu diesem Zeitpunkt mehr marktwirtschaftlich orientiert als sozial/sozialistisch. Dies trifft auf Dänemark und Schweden nach den 80ern zu, erst da wurde die Marktwirtschaft "sozialistischer", bzw. schlicht und einfach sozial gerechter.
Das schwedische Gesellschaftssystem und die politische Kultur Schwedens wurde vor allem in den 1970er Jahren unter dem Begriff „Schwedisches Modell“ zusammengefasst. Das schwedische Modell entwickelte sich aber bereits zwischen 1930 und 1970. Zu Beginn der 1990er Jahre kam es in den skandinavischen Ländern zu einschneidenden Veränderungen und Reformen aufgrund einer schweren Wirtschaftskrise. Die Anfänge der Reformen, die ab 1994 bis etwa 2000 die Grundlagen des Wohlfahrtsstaats erneuerten, wurden maßgeblich vom damaligen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten von Dänemark, Poul Nyrup Rasmussen geprägt. Er setzte in Dänemark eine neue Ausrichtung der Arbeits- und Sozialpolitik um, die Flexicurity genannt wurde und zentral die Beseitigung von Arbeitslosigkeit und Armut ermöglichen sollte.

Die skandinavischen Länder finanzieren im internationalen Vergleich hohe umfassende Sozialleistungen, eine intensive Bildungspolitik und eine sehr hohe staatliche Forschungsförderung über Steuern. Daraus ergeben sich für die skandinavischen Länder zum einen sehr hohe Staatsquoten und zum anderen die Verwirklichung sogenannter Wohlfahrtsstaaten und eine hohe soziale Sicherheit für die Bürger.

Im internationalen Vergleich ist die Steuerbelastung der Arbeitnehmer in den skandinavischen Ländern mit bis zu 56 % (Spitzensteuersatz im progressiven Einkommensteuersystem in Schweden) sehr hoch. Dies gilt jedoch lediglich für Arbeitseinkommen. Gleichzeitig werden in einem System der dualen Einkommensbesteuerung Einkünfte aus Kapitalbeteiligungen an Unternehmen mit einem deutlich niedrigeren, proportionalen Steuersatz belastet, um die Standortattraktivität für Investitionen zu erhöhen.
Wikipedia: Schwedisches_Modell

Dieses Modell finde ich rational und weitsichtig. Weniger Privatisierung, mehr Regulation der Finanzmärkte und ein Steuersystem was auf dem ersten Blick etwas klotzig erscheint, doch beim zweiten Blick doch recht logisch und durchdacht erscheint.
Simowitsch schrieb:Oder soll es da irgendwelche Unterschiede geben? Also warum nennt ihr euch Sozialisten oder Kommunisten?
Also 1. ich nenn mich Mensch, 2. Sozialist ist man wenn man die Wichtigkeit eines vitalen, gerechten und gesunden sozialen Miteinander verstanden hat, somit auch in der Lage ist eigene Interessen an gemeinschaftliche anpassen zu können, etwas das extrem liberale Menschen ablehnen und mehr sich selbst als höchstes Gut der Welt handeln. Ich betrachte mich (wenn ich mich schon selbst in Schubladen packe) als einen Bauchkommunisten, Herzsozialisten und Kopfanarchisten mit einem liberalen aber auch kollektiven, organischen Körpergefüge.

Man sollte als Mensch erkennen das manche Begrifflichkeiten nicht isoliert werden können, jedes bildet einzelne Komponenten vom Ganzen. Das ist eben der Fehler den politische Lager und Parteien machen, sie trennen dies und schaffen Spannungen und Spaltungen in den Gesellschaften und zwischen den Völkern.

Also mein Verhältnis zum Liberalismus ist weder positiv noch negativ, er wäre positiv wenn er auch die soziale Komponente berücksichtigt, wenn nicht dann wäre dies ein negativer Begriff.


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interrobang
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11.02.2014 um 21:01
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Jedoch eine Theokratie oder Nationalismus
Für mich gehört hier noch der Kommunismus und der Anarchismus dazu.
cRAwler23 schrieb:das betrifft eben auch den Liberalismus, wenn er denn ins Extrem kippt.
Eben den Anarchismus, was die folge währe, ist ein nicht wünschenswerter zustand. Genauso wie wen der Sozialismus ins extreme fällt.


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11.02.2014 um 21:17
@interrobang
Das betrifft alles was ins Extrem läuft, jeder Extremismus schafft Spannungen und Reibungsenergien. Daher ist der Anarchossyndialismus (ohne jede Form von Extremismus) eine durchaus interessante Organisationsform gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aspekte:
Die Begriffe "links" und "rechts" und auch die "Mitte" sind im ureigensten Sinne parlamentarische Begriffe. Die jeweiligen Richtungsangaben leiten sich ganz einfach aus der Rednerperspektive im Parlament ab. Rechts vom Redner saßen die Konservativen, links die Sozialdemokraten, Kommunisten, in der Mitte die Liberalen.

Unter diese Begriffe fallen also seit jeher nur parlamentarische politische Vereinigungen. Gewerkschaften und (andere) politische Zusammenschlüsse, welche nach anarchistischen Prinzipien die parlamentarische Betätigung ablehnen, fallen nicht unter diese Kategorie. Sie unterscheiden sich grundsätzlich von sozialdemokratischen oder kommunistischen Strömungen, sind eben nicht zentralistisch und somit staatsbefürwortend, hängen nicht an diversen Dogmen, wie dem historischen Materialismus als einzigem Erklärungsmuster für Geschichte und Zukunft, sehen nicht in Hörigkeit, Autorität und Führerkult ihre Stärke, sondern in Zusammenschlüssen selbstdenkender, selbstbewusster und damit in jeder Hinsicht emanzipierter Individuen, stehen also für eine Bewegung von unten ein, ohne Vermittler, Bürokraten und Führer.

Es gibt mit "sozialistischen" Parteien sowenig Gemeinsamkeiten, wie mit nichtparlamentarischen monarchistischen und kapitalistischen Despoten auch. Freiheitlich-emanzipatorische Betätigungen zielten in der ganzen Geschichte niemals auf parlamentarische Tätigkeiten ab, sondern lehnten diese strikt ab. Sowohl unter "linken" als auch unter "rechten" oder "Mitte"-Regierungen wurden freiheitliche Ideen und Aktivitäten unterdrückt, wurden und werden Anarcho-SyndikalistInnen überwacht, verfolgt, eingesperrt oder auch ermordet. Im faschistischen, wie im "demokratischen" Italien, im faschistischen, wie im "demokratischen" Deutschland, im zaristischen, wie im kommunistischen Russland, im kapitalistischen, wie im kommunistischen Cuba, im monarchistischen, wie im faschistischen Spanien - ja wie in jedem Staat, jedem zentralistischen Gebilde durch Polizei, Geheimdienste, Bürokratie und Militär. Anarcho-Syndikalismus hat sowohl in der Theorie, als auch in seiner praktischen Tätigkeit mit Marxisten, Kapitalisten oder Faschisten gleichermaßen wenig gemeinsam, richtet sich somit gegen "rechts", "links" und "Mitte" gleichermaßen.

Diese Richtungsangaben werden gezielt dazu eingesetzt, um uns Gemeinsamkeiten zwischen Marxisten/ anderen Autoritären einerseits und Anarcho-SyndikalistInnen andererseits vorzugaukeln, die es gar nicht gibt, die nie bestanden haben. Die Grenzen verlaufen nämlich nicht zwischen "rechts" und "links", sondern immer zwischen oben und unten. Parlamentarier und Regierungen jeder Art, ob "Rechts-", oder "Links"-Regierungen üben Herrschaft aus. Der Anarcho-Syndikalismus vertritt in seinen Prinzipien einen deutlichen Klassenstandpunkt, demnach der Sozialismus entweder frei oder gar nicht sein werde. Es gibt also keine "linke Einheit" im Klassenkampf, sondern an dieser Stelle nur die Selbstorganisation emanzipatorischer Bewegung gegen jede Form von Herrschaft. Das Denken in "rechts" - "links"-Kategorien verschleiert bereits in unseren Köpfen und damit bereits im Ansatz die eigentliche Frontstellung. Aus diesem Denken leiten sich dann immer wieder Trugschlüsse ab, die nur dazu führen, uns vom Regen in die Traufe zu führen - vom Kapitalismus und seinen Gefängnissen in den Staatskapitalismus und die Gulags der Marxisten. "Links" und "rechts" sind Kampfbegriffe, die von den jeweils Herrschenden eingesetzt werden, um unser Denken zu vernebeln und in falsche Bahnen zu lenken. Desweiteren und genauso schlimm ist die Tatsache, dass diese inhaltslosen Begrifflichkeiten die Herausbildung aussagekräftiger und gehaltvoller Bezeichnungen für die Beschreibung der anarcho-syndikalistischen Bewegung behindert. Der Anarcho-Syndikalismus wird zumindest im Titel oder der Titelunterschrift fast jeder Publikation einfach unter "links" subsumiert - und das von Anarchisten, Marxisten, Sozialdemokraten, Konservativen und Faschisten gleichermaßen ! Welch ein Hohn auf unsere Prinzipien. Weder der Anarchismus, noch der Anarcho-Syndikalismus sind "links", sondern emanzipatorisch, basisbewusst- und bestimmt, an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, und in der Negation dann auch antistaatlich und antiparlamentarisch, unbürokratisch, undogmatisch und vieles mehr. Es geht eben darum, in unserem Ausdruck Inhalte zu vermitteln, nicht zu vernebeln oder gar falsche Gemeinsamkeiten herbeizureden.

Unser Leben in die eigenen Hände zu nehmen heißt erstmal auch, Begrifflichkeiten und Kategorien selbst zu bestimmen und zu setzen, statt sie uns diktieren zu lassen. Selbstbestimmtes und emanzipatorisches Handeln fängt im Kopf an. Wenn die Gegner unser Denken bestimmen, haben wir schon verloren. Selbstorganisation fängt im Kopf an.
http://www.syndikalismusforschung.info/hellinks.htm
interrobang schrieb:Eben den Anarchismus, was die folge währe, ist ein nicht wünschenswerter zustand. Genauso wie wen der Sozialismus ins extreme fällt.
Was ja eben das Problem ist, der Anarchismus ist im Gegensatz zum Sozialismus ein sehr dynamischer und wenig statischer Begriff, wenn er alleine für sich steht. Der Sozialismus ist recht statisch, da geht es allein um soziale, egalitäre Aspekte bei der gesellschaftlichen Güter und Leistungsverteilung, bzw. Versorgung ohne Unterschiede zwischen den Menschen zu machen. Beim Liberalismus geht es dann mehr in die Selbstbestimmungsrichtung eines einzelnen, der sich jedoch mehr und mehr im marktwirtschaftlichen Sinne durch seine Ellenbogen behaupten muss. Der Anarchismus der die soziale Komponente integriert hat, wird auch weit weniger extrem sein als ein reiner Anarchismus der droht eine Anomie zu werden, wenn extrem liberale die Zügel übernehmen oder andere politische/religiöse Extremisten.

Der Syndikalismus hat Abstand genommen von diesen spaltenden Aspekten, er beinhaltet von allen (Liberalismus, Anarchismus, Sozialismus, Kommunismus) Komponenten Anteile ohne diese ins Extrem zu drehen und sich dann im Kreise zu drehen. Es wäre wie auch die soziale Marktwirtschaft eine Art Kompromiss ;)


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Simowitsch
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:20
@cRAwler23
Dann bist du eher Idealist? Ich favorisierte einst den Anarchokapitalismus, er scheitert aber am Menschen, denn, und da würdest du mir doch rechtgeben, mit 100% edlen Menschen würde wohl auch ein 100%iger Marktliberalismus funktionieren.


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interrobang
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:22
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Was ja eben das Problem ist, der Anarchismus ist im Gegensatz zum Sozialismus ein sehr dynamischer und wenig statischer Begriff
Er hat nichts mit dem Sozialismus zu tun sondern ist die Extremvariante des Liberalismus. Das traumziel der Neocons....
cRAwler23 schrieb:er beinhaltet von allen (Liberalismus, Anarchismus, Sozialismus, Kommunismus) Komponenten Anteile ohne diese ins Extrem zu drehen und sich dann im Kreise zu drehen.
Er hat die extreme schon integriert mit Anarchismus und Kommunismus. Das ist so als ob du vom Nationalsozialismus ohne Faschismus träumst.


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Simowitsch
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:24
interrobang schrieb:Er hat nichts mit dem Sozialismus zu tun sondern ist die Extremvariante des Liberalismus. Das traumziel der Neocons....
Wenn du mit den Neocons Leute wie Präsident Bush meinst, hat das aber gar nichts mit Anarchie zu tun. Bush war sogar Keynesianer.


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KillingTime
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11.02.2014 um 21:24
Simowitsch schrieb:mit 100% edlen Menschen würde wohl auch ein 100%iger Marktliberalismus funktionieren
Das Problem ist, dass die Menschen glauben, Kapitalismus wäre "normal" und die Ellenbogengesellschaft wäre "natürlich". Aber das stimmt nicht. Letzteres ist die Folge von Ersterem.


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interrobang
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11.02.2014 um 21:28
@Simowitsch
meinte damit die neoliberalen. sorry falls ich die ausdrücke verwechselt habe. bush gehört wohl eher ins konservative lager...


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Simowitsch
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11.02.2014 um 21:33
@KillingTime
Märkte sind das natürlichste was es gibt. Stell dir mal vor den Dresdner Weihnachtsmarkt gibt es nicht mehr oder den Minimarkt um die Ecke. Da würden doch viele ein langes Gesicht machen. Aber genau das wollt ihr doch abschaffen, ihr Linken, das ist eure Absicht, das werfe ich euch vor.


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KillingTime
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:35
@Simowitsch
Simowitsch schrieb:Märkte sind das natürlichste was es gibt. Stell dir mal vor den Dresdner Weihnachtsmarkt gibt es nicht mehr oder den Minimarkt um die Ecke.
Du machst wohl Witze? :D Dresdner Weihnachtsmarkt, haha. Außerdem heißt das jetzt "Wintermarkt", dank der political correctness.
Simowitsch schrieb:genau das wollt ihr doch abschaffen, ihr Linken, das ist eure Absicht
Hast du eine Ahnung...


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pere_ubu
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:38
euer verhältnis zum kommunismus
euer verhältnis zum liberalismus..............

das sind ja schräge threadtitel :D

ja mei , bin ich denn hier ne hure und steig mit jedem ins bett?
ich pflege keine verhältnisse mit politischen systemen. die treibens doch ohnehin mit jedem ...
nee--kein interesse.


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Simowitsch
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

11.02.2014 um 21:42
@KillingTime
Ihr bekundet das zwar nicht öffentlich, aber genau das ist eure Ideologie. Wenn Sarah Wagenknecht in ihrem Buch schreibt, sie sei für und nicht gegen Marktwirtschaft, ja dann frage ich mich, warum denn nicht ganz? Hier sollten doch keine halben Sachen gemacht werden. So wie in der DDR oder so, selbst die musste Märkte zulassen, selbst um das Notwendigste an Gütern dort anbieten zu können. Außerdem war es auch ganz angenehm für die politischen Eliten, die dort auch ihre Luxusartikel erwerben konnten. Aber man will ja nicht die DDR wiederholen, sagt doch eure Sahra.
Aber ich glaube nicht dass sie wirklich dafür ist. Sie will in Wirklichkeit diesmal Märkte ganz abschaffen, das soll anders gemacht werden als in der DDR. Man gibt harmlose Parolen aus, wie Reiche besteuern, Banken an die Leine nehmen, mehr Sozialgelder. Das klingt mir alles zu wenig radikal. In Wirklichkeit beabsichtigt man aber etwas anderes. Man will keine Reichen, keine Banken, keine Marktwirtschaft, man glaubt auch darauf verzichten zu können. So denken die Linken doch tatsächlich.


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KillingTime
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11.02.2014 um 21:46
@Simowitsch
Simowitsch schrieb:Ihr bekundet das zwar nicht öffentlich, aber genau das ist eure Ideologie.
Contenance, s'il vous plaît. Ich bin Theoretiker, kein Ideologe.

Außerdem ist Ideologie etwas völlig anderes. Einer Ideologie wird nachgegangen, ohne sie zu hinterfragen.


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11.02.2014 um 21:55
Ich war schon seit dem Gymnasium fasziniert vom (klassischen) Liberalismus. Grundsätzlich steh ich dem Paläolibertarismus am nächsten, jedoch ist mir bewusst, dass in der heutigen Welt ein Liberalismus nicht durchgesetzt werden kann, vor allem weil er auch (bewusst) missverstanden wird.


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11.02.2014 um 22:12
@Simowitsch
Kann es sein das du ein Freund der objektivistischen Denkschule Ayn Rands bist? Denn deine Haltung erinnert mich sehr stark an dies:

Andrew Ryan - Rapture - Feier Markt

Youtube: Andrew Ryan - Rapture - Feier Markt
"Andrew Ryan stellt dir eine einfache Frage: Bist du ein Mensch oder ein Sklave?"

Schauplatz der Handlung ist die fiktive, im Art-Déco-Stil gehaltene Unterwasserstadt Rapture, die ursprünglich politisch im Sinne der objektivistischen Philosophie der US-amerikanischen Autorin Ayn Rand als ein Ort der vollkommenen individuellen Freiheit für die libertär eingestellten Eliten konzipiert wurde. Die Spielerfigur gelangt nach Rapture, nachdem blutige Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern bereits zuvor weite Teile der Stadt zerstört haben. Auf der Suche nach einem Fluchtweg erkundet der Spieler die Trümmer dieses gescheiterten Gesellschaftsexperiments, wobei er sich mit Waffengewalt gegen die zumeist geistig verwirrten Bewohner zur Wehr setzen muss.

Andrew Ryan ist ein reicher Industrieller und der Erbauer von Rapture. Gründe für den Bau waren seine Unzufriedenheit über die damals existierenden Weltbilder des Kapitalismus, des Kommunismus und des Katholizismus und der Wunsch nach einer Welt, in der jeder Mensch frei von äußeren Zwängen arbeiten und leben kann. Deswegen wurde als Ort der Meeresboden gewählt, um von anderen Staaten unabhängig und unentdeckt existieren zu können. Er macht beispielsweise in Lautsprecherdurchsagen den Altruismus für Diktatur und Holocaust verantwortlich. Nach einer Aussage von Lead Designer Ken Levine besitzt Andrew Ryan Merkmale von Ayn Rand und Howard Hughes.
Das ist das große Problem an der absolut "freien Marktwirtschaft", für einen einzelnen, erfolgreichen Menschen mag dies der Traum aller Träume sein, doch bedingt dies eines übersteuerten Egos. Zum Teil würde ich sogar sagen, wäre es ein interessantes Experiment dieses "Rapture" wie aus dem Spiel Bioshock Realität werden zu lassen und zum Teil decken sich meine Denkweisen sogar mit denen von Ayn Rand und dem Objektivismus. Jedoch spaltet sich mein Weltbild genau da auf, wenn man das zu ende denkt. Wenn man etwas künstliches wie den Markt als "natürlich" beschreibt, hat man nicht gemerkt das es das unnatürlichste ist was es geben kann, da sich der Markt von allen Symbiosen und natürlichen Kreisläufen entkoppelt hat und sich über die Natürlichkeit erhoben hat. Am Ende gilt "Dog eat Dog".

Dieses Thema zeigt den Zwiespalt:

Diskussion: Altruismus und Egoismus

Wie gesagt im Denken bin ich so freigeistig, liberal und frei wie "Andrew Ryan", doch mit der Konsequenz eines absolut freien Marktes zu leben, das wäre der Untergang jeder sozialen Bindung zwischen Menschen, denn es stellt sich die Frage: Was wäre ein freier Mensch ohne das es "Sklaven" gibt die ihm seine Freiheit "finanzieren"? Ist das nicht schon der Teufelskreis in den man sich da als Mensch begibt? Ich empfinde die Gegensätze des freien Marktes gegenüber einer egalitären Marktwirtschaft als den größten Zwiespalt in den man sich begeben kann, da fehlt es einfach an einer Synthese zwischen beiden Prinzipien. Es muss ein gewisses Maß an Selbstbestimmung geben, doch so muss es auch ein soziales Gefüge geben. Denn nicht jeder Mensch hat das "Talent" zum "Erfolg" (auf wessen Kosten auch immer).

Themen die sich um extreme drehen, egal welcher politischen Orientierung auch immer, schaffen nur Spannungen und Spaltungen, wobei man mehr und mehr das wesentliche aus den Augen verliert und sich mehr und mehr mit der eigenen Agenda beschäftigt ohne zu erkennen das es eben nicht ohne Interaktion und Wechselwirkung funktioniert, eine liberale Gesellschaft ohne soziales Gefüge mündet in einer Anomie.

Aber wie ich schon sagte, selbst ich als Anarchokommunist hege gewisse Sympathien für die Denkweise wie sie im Video oben gezeigt wurde. Auch wenn die Ideologie von Ayn Rand prinzipiell mein Feindbild ist, so hab ich Verständnis dafür und gehe in einigen Punkten sogar damit konform, wie auch mit dem Liberalismus. So paradox das auch klingen mag ;)
Simowitsch schrieb:Dann bist du eher Idealist? Ich favorisierte einst den Anarchokapitalismus, er scheitert aber am Menschen, denn, und da würdest du mir doch rechtgeben, mit 100% edlen Menschen würde wohl auch ein 100%iger Marktliberalismus funktionieren.
Ja ich bin ein Idealist und auch Realist, irgendwo zwischen Optimismus und Pessimismus. Jedoch stehe ich mehr deinem Prinzip gegenüber als Anarchokommunist. Mit 100%igen Menschen hab ich allerdings meine Probleme, denn diese sind nicht die Grundvorrausetzung in einem Anarchokommunismus, denn da basiert das Gefüge auf einer Mischung aus Individualismus und Kollektivismus mit einer möglichst hohen Vielfalt, damit wirkt man einer Gleichschaltung entgegen, wie sie im reinen Kommunismus der Fall wäre oder im reinen Kapitalismus durch kommerzielle Mainstreambildung verkommt. Die Wahrheit und Lösung liegt irgendwo dazwischen. Und einen Idealmenschen gibt es nicht, sollte es auch nicht geben! Wäre ja auch irgendwie langweilig wenn eine Gesellschaft nur noch aus solchen Menschen bestehen würde ;)


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25h.nox
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Euer Verhältnis zum Liberalismus

12.02.2014 um 04:32
ich sehe absolut kein problem für den liberalismus immoment. die fdp war nicht liberal in den letzten jhren.
selbst cdu und grüne haben ne menge liberaler positionen übernommen.


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12.02.2014 um 13:18
@25h.nox
Nun die CDU in einigen kleinen Punkten vielleicht, besonders in der Wirtschaftsliberalität, doch bei der Basis geht es da noch immer ziemlich konservativ zu, besonders beim Liberalismus in sozialen und gesellschaftlichen Fragen. Das zeigt sich schon bei solchen "Kleinigkeiten" wie der rationalen Legalisierung von Cannabis die durchaus einen Wunsch nach liberalerer Drogenpolitik äußert. Die CDU stellt sich jedoch stur und ist da nur wenig offen für Veränderungen, auch wenn sie längst überfällig wären. So ist auch die Familienpolitik weitestgehend konservativ geprägt.

Bei den Grünen besteht immer eine gewisse Wechselhaftigkeit. Wenn es um die Linke geht, würde ich sogar sagen, dass die sowohl den Sozialismus als auch den Liberalismus verstanden haben und mehr und mehr Elemente von beidem nutzen. Die liberalen Denkweisen findet man mehr im linken Flügel der SPD, bei den Linken, den Piraten und bei den Grünen. Doch die Wirtschaftsliberalität im marktwirtschaftlichen Sinne findet man bei CDU/CSU und FDP.

Wobei ich bei CDU/CSU nur wenige liberale Positionen erkenne, vielleicht ist das auch mehr ein gewisser Opportunismus mit nur wenig Kompromissbereitschaft.

Ich bin jedenfalls durchaus ein Freund der Kombination von Sozialismus und Liberalismus in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen. Diese Kombination vertritt jedoch keine Partei so wirklich und darum ist mein Interesse am Parlamentarismus auch mehr und mehr gefallen, für mich ist es inzwischen ein veraltetes Konzept das nicht mehr angemessen in schnelllebigen Zeiten reagieren und interagieren kann, es ist einfach zu träge und selbstgefällig/selbstbezogen.


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Simowitsch
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12.02.2014 um 19:02
Liberale Forderung Nr. 1 sollte unbedingt die Trennung von Notenbanken und Politik sein. Es kann einfach nicht sein, dass durch Zinspolitik nochmal eine Krise ausgelöst wird, wie das besonders 2008 der Fall war, aber nachweislich auch 1981/82.
Aber ich denke ein Frank Schäffler ist da schon vernünftig, zumindest in finanzpolitischen Fragen.


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12.02.2014 um 19:56
KillingTime schrieb:Außerdem ist Ideologie etwas völlig anderes. Einer Ideologie wird nachgegangen, ohne sie zu hinterfragen.
Bitte lesen: Wikipedia: Ideologie#Ideologie_in_der_Politik


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