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Der große Bluff eines Falschspielers

4 Beiträge, Schlüsselwörter: Fakes, Fälschen, Falschspieler
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tanjakrienen
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Der große Bluff eines Falschspielers

07.03.2005 um 17:36
Wie ein „Nazi-Aussteiger“ jahrelang die Öffentlichkeit und seine Bündnispartner täuschte.

Befragungen von Paul Spiegel (Zentralrat der Juden in Deutschland), Prof. Manfred Lahnstein (Bundesminister a.D. und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft) und Ulla Jelpke (Journalistin und Ex-MdB), brachten nun entscheidende Details ans Licht.

Wenn er heute mit scharf verengten Augen unter dem beinahe kahl rasierten Kopf Sätze zwischen den schmalen Lippen heraus presst wie: „Beim Kampf gegen Rechts - der auch ein Kampf gegen die gesellschaftlichen Ursachen und ökonomischen Rahmenbedienungen die das entstehen von Faschismus verursachen und befördern, sein muss - sind auch und gerade die sozialen Bewegungen, globalisierungskritische Kräfte, queere Emanzipationsgruppen und viele andere gefordert“, so wird zum einen deutlich, dass es um etwas ganz anderes geht als den Kampf gegen wirkliche Nazis, sondern im Grunde um den Kampf gegen die soziale Marktwirtschaft und gegen die bürgerliche Gesellschaft, und zum anderen, dass man es sich leicht vorstellen kann, wie aus demselben Gesicht gestern: „Juda verrecke!“ geklungen haben mag.

1969 im Rheinland geboren, wächst Jörg Fischer heran: klein, schmal und krank, d.h. heißt konkret: er ist seit dem vierten Lebensjahr Diabetiker. Die Familie zieht um. Als er im Alter von 13 Jahren in seinem süddeutschen Wohnort einen Schwerbehindertenschein beantragt, ködert ihn der zuständige Sachbearbeiter des Versorgungsamtes für die NPD. Dort gefällt es ihm. Die Kameradschaft gefällt ihm besonders: Fischer ist homosexuell. Später wird er diesen Umstand reklamieren, um die rechte Szene formal verlassen zu können. Seine Stiefel behält er dabei an. Noch heute bekennt er sich dazu, ein Skinhead zu sein; ein Linker natürlich – es käme schließlich auf die Bänder in den Stiefeln an und auf den Kopfinhalt, erklärt er jedem, der das merkwürdig findet. Die homosexuelle Macho-Komponente hingegen verklärt er – sie wird sein Markenzeichen, sein politisches Aushängeschild.

Doch sein Weg zur Rolle des „Antifaschisten“ ist noch lang. Er tritt zunächst bei der NPD aus und in die DVU des Zeitungsverlegers und Devotionalienhändlers, Gerhard Frey, ein. Frey mag den jungen Mann, sein Sohn besonders, wird Fischer später in einem schmalen Büchlein über diese Zeit behaupten wollen, muss aber diese Stelle einschwärzen lassen. Bald schon wird Fischer Volontär und schreibt Artikel für die „Nationalzeitung“. Nachdem er die DVU und die Nationalzeitung verließ – nach anderen Aussagen verlassen musste – führt sein Weg über andere rechte Organisationen, und womöglich über die religiöse Gemeinschaft der Mormonen, in die PDS.

Auch dort tritt er 2003 aus, weil die PDS, so Fischer, nicht mehr für den Sozialismus einträte. Die TAZ schreibt dazu: „Die Kölner PDS hat eines ihrer schillerndsten Mitglieder verloren. PDS-Ratsherr Jörg Detjen zeigte sich erleichtert über den Austritt Jörg Fischers. Bei Fischer handele es sich um jemanden, bei dem die Selbstdarstellung leider zu häufig vor Inhalten stehe. Nachdem der "Egomane" in der PDS gescheitert sei, suche er sich jetzt halt ein anderes Betätigungsfeld: "Der hängt seine Fahne immer in den Wind".

Dieser neue Wind, in dem die alte Fahne flattert, heißt aktuell SAV – „Sozialistische Alternative“ – eine kleine Politsekte mit wenigen hundert Mitgliedern. Wofür das „V“ im Namen steht wird nicht klar, doch SA konnte man sich wohl nicht nennen.

Irgendwann am Ende der 90er Jahre beginnt Fischers Fahne im Zuge der Debatten um ein Erstarken des Neonazismus heftiger zu flattern. Da erzählt er seine Geschichte in Talkshows vom gleich gesinnten Biolek bis hin zu Maybrit Illner. Seine Version der Läuterung wird ihm abgenommen und so beginnt er mit lukrativen Vorträgen durch das Land zu reisen. Längst nicht so oft, wie er anderenorts glauben machen will, längst nicht mit den Inhalten, die er vorgibt, längst nicht so erfolgreich, wie er es gerne hätte. So nährt der schmale Boden auf dem er ankert neue Hoffnungen, beginnt er nun seine Biographie gewinnbringend, aber mit Auslassungen – je nach dem, wie er es gebrauchen kann – einzusetzen. Ein paar Einsätze bei verblüfften und wohl nichts ahnenden, jüdischen Organisationen führen dazu, dass er immer mehr die Rolle des Anti-Antisemiten übernimmt, ohne je etwas anderes von sich zu geben, als es Arafat an gleicher Stelle gemacht hätte.

Nun stapelt er hoch und höher. Im Zuge der Schwankungen zwischen den Sekten und der PDS, hat er wohl scheinbar einen Aufnahmeantrag für die Deutsch-Israelische - Gesellschaft (DIG) ausgefüllt, und reist jetzt durch die Lande mit der Botschaft, er sei ein aktives Mitglied der DIG. Doch sowie er während des Bundestagswahlkamp für die PDS Anzeigen in Schwulenmagazinen schaltet, um bei dieser Klientel zu punkten (die Rechnungen aber offen ließ), so ist er in Wahrheit entweder aus mangelnder Zahlungsmoral, oder sogar aus bewusst vollzogenem Schritt, nicht Mitglied der DIG. Prof. Manfred Lahnstein, Präsident der DIG teilte auf Anfrage mit: „Herr Fischer ist seit 1995 kein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft mehr.“

Was wäre das auch für ein Mitglied einer deutsch-jüdischen Freundschaftsgesellschaft, welches ist in einer Partei - der „Sozialistischen Alternative“ - ist, die auf ihrer Website in Artikeln Aussagen einstellt wie
Seit Bestehen des Staates Israels nutzen Washington und Wall-Street Israel zum einen als ein Bollwerk…
Die israelische Regierung...begann den Bau des „Sicherheitszauns“…Das Resultat ist neuer Terror und neue Gewalt...
Seit Beginn der zweiten Intifada vor drei Jahren kamen 2.600 PalästinenserInnen und 850 Israelis ums Leben. Die Hauptverantwortung dafür trägt Scharon und die herrschende Klasse Israels.

Als sich Jörg Fischer im Februar in der „Jungen Welt“ zu dem neuen Fall eines „Aussteigers“ zu Wort meldete, war die Zeit gekommen, um in der dortigen Redaktion nachzufragen. Dies führte zu der Erkenntnis, dass die zuständige Redakteurin Ulla Jelpke nicht über Fischers Tätigkeit als Frey-Zögling informiert war, und dieser Fakt bildete den Anlass, auch an anderer Stelle nachzuhaken.

Fischer, der sich mehrfach in der Öffentlichkeit mit der Bekanntschaft des Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, schmückt, macht um die wirklich kritische Aufarbeitung seines Lebens einen weiten Bogen. Er spielt das Opfer, das mit Bier, Schweiß und Zuckerstückchen in die rechte Szene gelockt wurde – über seine propagandistische Täterschaft erfährt man fast nichts. Paul Spiegel, gefragt ob ihm Fischers Tätigkeit für die Nationalzeitung bekannt gewesen sei, verneinte dies. Ebenso wies er es zurück, dass es jemals eine gemeinsame Aktion zwischen Organen des Zentralrates und Fischer geben könne. Es sei aus seiner Sicht auch „fraglich“, dass mit Fischer grundsätzlich für die Sache Israels und der Demokratie in Deutschland zusammengearbeitet werden könne.

An Fischer halten anscheinend die sich in Stillschweigen hüllende Friedrich Ebert-Stiftung und die PDS nahe Rosa Luxemburg-Stiftung fest - zuletzt sogar Vertreter des Fernsehens. Die demokratische Gesellschaft steht auf dem Prüfstand. Wer jedoch gegen rechts mit einem undefinierbaren Extremismus eines nebulös agierenden Exoten „aufklären“ will, gefährdet selbst ihre Basis, sofern er ihre Festigung überhaupt im Sinne hat. Eine gesellschaftliche Diskussion über die Mittel und Personen, die einen versimpelten und im Grunde gegen die bürgerliche Gesellschaft gerichteten „Antifaschismus“ betreiben, erscheint notwendiger denn je. Es wäre zu empfehlen, die meist im Stillen agierenden Personen und Gruppen in einer offenen Debatte zu hinterfragen, ist es doch bisweilen bei einem Blick hinter die Kulissen in manchmal instrumentalisierten Debatten erschreckend, zu welchem Spielball von Extremisten der „Kampf gegen rechts“ - mit ganz anderen Inhalten - wurde.


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allymystery
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Der große Bluff eines Falschspielers

07.03.2005 um 20:12
langeweile?

Hip Hop verursacht Ohrenkrebs!!!


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tanjakrienen
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Der große Bluff eines Falschspielers

08.03.2005 um 14:41
Wieso? Das ist sehr wichtig um die Methode zu erkennen. Findest du nicht?

Ich fasse zu Fischer noch einmal zusammen -

1. Entgegen seiner ständigen Behauptung, er sei Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, ist er es NICHT!

2. Paul Spiegel hat sich von ihm distanziert.

3. Er hat "Bündnispartner" verschiedene Bereiche seiner Biographie verschwiegen.

4. Er ist als K-Gruppen-Sektierer niemand, der für Demokraten im Kampf gegen rechts auch nur ansatzweise zu gebrauchen wäre.

TK


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Der große Bluff eines Falschspielers

08.03.2005 um 15:01
O.K. Das ist ein Mensch der ein bißchen Geld bekommt dafuer das er seine
Seele verkauft. Armer Mensch. Was hat das aber mit dem "Kampf gegen
rechts" (Scheiss Parole. Besser: Hilfe gegen rechts) zu tun? Das der Typ kaputt
ist? Yep. Und?
Ich glaube das viele junge Leute, bei denen man den Kampf oder die Hilfe
gegen rechts ansetzen muesste, noch nie von dem Hirni gehoert haben. Und
Opportunisten gibt es in jedem Bereich.

Life is a bitch: it´s cheap, it´s fun and makes you fuckin´ crazy...


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