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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

685 Beiträge, Schlüsselwörter: Sezession, Selbstbestimmungsrecht, Territoriale Integrität
dunkelbunt
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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

22.02.2015 um 13:59
nocheinPoet schrieb:Hatten wir ja schon, macht eben keinen Sinn, das Putin da was vom russischem Tempelberg faselt und meint er Russland hätte da nun Anspruch auf die Krim.
Ich denke auch nicht, dass das wirklich so zu verstehen war.

Er mag was von der historischen Verbindung erzählt haben, die gerade die Konservativen im Lande fröhlich stimmt, aber dass sich daraus ein Anspruch auf die jetzige Krim erhärten lassen solle, das hat er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gesagt. Er mag vieles sein, aber sicher kein Idiot. ;)

Vllt können wir uns zusammen nochmal explizit seine Aussage dazu ansehen, dann wird wohl klarer, was er gemeint haben könnte. Ein historischer Anspruch der Russen -also Blut und Boden Argumente- sind seit dem Ende des WW2 nicht mehr wirksam. Das weiß auch ein Vlad, denke ich.


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nocheinPoet
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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

22.02.2015 um 14:08
@dunkelbunt

Wenn Du sachlich diskutieren willst und ergebnisoffen bleibst, also es auch mal in Betracht ziehst mal zu irren soll da von meiner Seite kein Problem sein, kannst es ja raussuchen und dann suchen wir uns wen der es übersetzt.


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dunkelbunt
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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

22.02.2015 um 14:10
@nocheinPoet
Ich hab kein Problem damit mich zu irren. Tue ich ständig, und gebe es auch gerne zu, so es der Fall ist. Also zeig mal die Aussage, und wir gucken gemeinsam, um was es wirklich ging.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

26.02.2015 um 10:48
max mustermann ist sicherlich auch ähnlich kompetent wie eine direktorin des max-plank-instituts.


Ja diese Frau weiß wovon sie spricht:



„Annexion der Krim war krass völkerrechtswidrig“

VORLESUNGSREIHE Prof. Anne Peters nimmt an JLU juristische Aspekte der Ukrainekrise ins Visier / Klage vor internationalem Gerichtshof nicht möglich

GIESSEN - (olz). Wie ist die Abspaltung der Krim von der Ukraine juristisch zu bewerten? Das war die zentrale Frage des Vortrags „Die Ukrainekrise und das Völkerrecht“ von Prof. Anne Peters, Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, bei der Vorlesungsreihe des Präsidenten der Justus-Liebig-Universität (JLU). Diese widmet sich diesmal den „Konfliktregionen im östlichen Europa“. Und erneut kamen dazu rund 300 Zuhörer ins Unihauptgebäude.

„Am 11. März 2014 hat der Oberste Rat der Krim die Unabhängigkeit der Halbinsel erklärt“, blickte Anne Peters zunächst auf die Chronologie der Ereignisse zurück. Etwa einen Monat später hatten die Bewohner aktiv über ihre Zugehörigkeit zur Ukraine oder zu Russland zu entscheiden, nachdem bei dem umstrittenen und unter russischer Militärpräsenz abgehaltenen Referendum am 16. März 93 Prozent für den Anschluss der Krim an Russland votiert hatten. „In der Tendenz verbietet das Völkerrecht eine solche Abspaltung, weil damit die territoriale Integrität des Mutterstaates verletzt wird“, erklärte die Juristin. Dieser internationalen Rechtsvorschrift stehe jedoch das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes gegenüber, so die Wissenschaftlerin. Völkerrechtlich möglich sei deshalb die so genannte „abhelfende Sezession“. Diese Abspaltung unterliegt allerdings strengen völkerrechtlichen Kriterien.

Grundvoraussetzung ist eine als Volk anerkannte Gruppe, der ein Staat innere Selbstständigkeit etwa durch Lokalparlamente ermöglichen muss. „Unter strengen Voraussetzungen kann eine solche innere Selbstbestimmung in eine äußere umschlagen“, erläuterte die Wissenschaftlerin. Voraussetzungen dafür seien wichtige inhaltliche Faktoren wie massive Menschenrechtsverletzungen oder der dauerhafte Ausschluss von der Politik. „Als allerletztes Mittel ist die Abspaltung möglich, wenn alles andere fehlgeschlagen ist.“ Das typische Verfahren sei dann ein Gebietsreferendum, das auf der Krim jedoch nicht ordentlich durchgeführt worden sei und dem die notwendigen inhaltlichen Voraussetzungen fehlten. Zwar lasse sich die Krimbevölkerung mit „viel Augenzudrücken“ im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes als Volk auffassen. „Aber es ist nicht anzunehmen, dass massivste Menschenrechtsverletzungen gegen die Mitglieder der russischsprachigen Bevölkerung vorlagen.“ Zudem habe es vor der Durchführung des sehr kurzfristig anberaumten Referendums keine längere Phase diplomatischer Bemühungen um eine Lösung gegeben. Auch habe es die Standards des Völkerrechtes nicht erfüllt: „Selbst wenn das Referendum frei und fair gewesen wäre, hätte das nicht das Fehlen inhaltlicher Faktoren kompensieren können.“

Im Ergebnis hatte die Abspaltung völkerrechtlich nicht die Voraussetzungen der abhelfenden Abspaltung, der Gebietswechsel sei „vielmehr eine Verletzung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine“. Übrigens auch durch den Einsatz russischer Militärs, der letztlich das völkerrechtliche Prinzip des Gewaltverzichts verletzt habe. Von einer Intervention auf Einladung könne nicht die Rede sein, denn als Ex-Präsident Wiktor Janukowytsch sich mit einem entsprechenden Brief an Russland wandte, war er nicht mehr maßgeblicher völkerrechtlicher Vertreter der Ukraine. Da es sich bei seiner Absetzung nicht um eine offensichtliche Verletzung der ukrainischen Verfassung handelte, könne dies nicht als Argument für russisches Eingreifen gelten. „Die Annexion der Krim war eine gewaltsame und krass völkerrechtswidrige Gebietsverletzung des Territoriums der Ukraine“, pointierte Anne Peters ihre Argumentation. Ein Unterschied zur Abspaltung des Kosovo von Serbien 2008 seien etwa die dort tatsächlich verübten massiven Menschenrechtsverletzungen.
...

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/annexion-der-krim-war-krass-voelkerrechtswidrig_14948132.htm

Damit dürfte das ja dann geklärt sein.

Ich hoffe doch mal, dass sie jetzt trotzdem immernoch weiß wovon sie spricht oder?



übernommen aus einem anderen Thread


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

01.03.2015 um 21:51
@kurvenkrieger
Eine ungeklärte Prämisse. Und solange sich das Hauptthema aus falschen Prämissen ableitet wird es auch nicht mit der Synthese. Soviel zu den Diskrepanzen in den Grundannahmen.
Falsch, eine Prämisse muss als Prämisse selber nicht geklärt sein, es ist ja eben eine Annahme. Gibt sogar bewusst falsche Prämissen, lese mal:
Sind die Prämissen in einem gültigen Schluss wahr, muss auch die Konklusion wahr sein. Ein Beispiel hierfür ist der obengenannte Schluss, dass aus „Alle Menschen sind sterblich“ und „Sokrates ist ein Mensch“ folgt „Sokrates ist sterblich“. Das Umgekehrte gilt jedoch nicht: Sind die Prämissen (oder einige der Prämissen) falsch, gilt nicht notwendigerweise, dass die Konklusion falsch ist. Beispielsweise folgt aus „Alle Menschen sind Griechen“ und „Sokrates ist ein Mensch“ der Satz „Sokrates ist Grieche“. Hier ist eine Prämisse falsch, dennoch ist die Konklusion wahr.

Prämissen brauchen also nicht unbedingt wahr zu sein. Im Gegenteil setzt man gelegentlich Prämissen, von denen man genau weiß, dass sie falsch sind. Dies ist z. B. bei der Beweistechnik des indirekten Beweises der Fall, bei welcher von einer falschen Annahme ausgegangen wird mit dem Ziel, diese zu widerlegen. Das vielleicht bekannteste Beispiel für einen indirekten Beweis ist der Satz des Euklid, bei dem bewiesen wird, dass es unendlich viele Primzahlen gibt.
Wikipedia: Prämisse
Gegenteilige Meinungen als OT abzukanzeln mag zwar praktisch sein, wird dem wissenschaftlichen Anspruch allerdings nicht mehr gerecht.
Ist ja nicht der Fall, Deine Wahrnehmung ist natürlich subjektiv, einfach mal zu Prämisse informieren.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

01.03.2015 um 22:06
@kurvenkrieger
Been there, done that. Beide Themen wurden also "bewusst mit falschen Prämissen eingeleitet"?
Nein und das ist Dir ja klar, ist eine Tatsache, dass die Mehrheit es als Annexion wertet, kannst Dich ja bei der UN darüber beschweren. Steht hier ja auch alles im Thread.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

01.03.2015 um 22:22
@nocheinPoet
Meinungsdiktat durch Mehrheitsvotum?
Nein danke, noch hat jede Meinung ihre Berechtigung. Und solange sie nachvollziehbar hergeleitet werden kann, verbessert sich nur ihre Attraktivität.

Ergebnisoffen diskutieren, das wär doch mal was! Die Vorraussetzungen wären im Prinzip auch gegeben, hier kommen ja wenigstens ansatzweise These & Antithese zu Wort.

Mir persönlich stinkt das Thema nur etwas, zieht sich wie n Kaugummi. Vor dem Hintergrund der Vorgänge in der Ukraine halte ich die Krim eher für ein Nebenkriegsschauplatz. Aber für meine voreilige Verurteilung Deiner Arbeit in diesem Thema möchte ich mich entschuldigen, da hab ich scheinbar was verwechselt.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

01.03.2015 um 22:35
@kurvenkrieger
kurvenkrieger schrieb:Meinungsdiktat durch Mehrheitsvotum?
Nein, geht nicht um Meinung und nicht um eine Mehrheitsentscheidung, geht erstmal um die mehrfach genannte Tatsache, dass es mehrheitlich als Annexion gewertet wird.

Das macht nun die Sache selber noch nicht zu einer Tatsache, dazu gibt es nun konträre Meinungen. Nun sind wir dann bei Meinung. Es kann ja sein, dass der IGH in ein paar Jahren erklärt, es wäre doch nicht so klar eine Annexion gewesen, aber ich halte das mal für wenig wahrscheinlich, Gründe dazu habe ich hier im Thread ja ausführlich genannt.
kurvenkrieger schrieb:..., noch hat jede Meinung ihre Berechtigung. Und solange sie nachvollziehbar hergeleitet werden kann, verbessert sich nur ihre Attraktivität.
Wo Du Rechst hast, hast Du Recht, und um eben auch der nicht mehrheitlichen Meinung dazu Raum zu geben und diese gegen die andere zustellen, gibt es ja diesen Thread hier.
Ergebnisoffen diskutieren, das wäre doch mal was! Die Voraussetzungen wären im Prinzip auch gegeben, hier kommen ja wenigstens ansatzweise These & Antithese zu Wort.
So schaut es aus, freut mich, wenn der Thread Dir hier zusagt.
kurvenkrieger schrieb:Mir persönlich stinkt das Thema nur etwas, zieht sich wie n Kaugummi. Vor dem Hintergrund der Vorgänge in der Ukraine halte ich die Krim eher für ein Nebenkriegsschauplatz.
Sind wohl wenige glücklich über das Thema, ist mal wieder was, was die Welt nun nicht noch gebraucht hätte.
kurvenkrieger schrieb:Aber für meine voreilige Verurteilung Deiner Arbeit in diesem Thema möchte ich mich entschuldigen, da hab ich scheinbar was verwechselt.
Bin nun überrascht, aber kein Problem, kann ja zwischen uns nur besser werden. Und nimm es nicht im anderen Thread persönlich, ich will keinem seine Meinung nehmen, oder eine andere vorgeben, nur ist es sinnvoller das Thema hier gesondert zu diskutieren. War schon im Ukraine Thread ein Problem, dass viele Themen durcheinander gingen.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 01:40
@johannes100
Das ist falsch, weil hier Sezession und Annexion verwechselt wird. Hier der wissenschaftliche Beweis warum durch einen anerkannten Professor für Völkerrecht. Hier die wichtigsten völkerrechtlichen Aussagen:
Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts). Hätte aber Russland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein; die ukrainische Verfassung bindet Russland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein; jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, dass die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Russland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464.html
Das ist erstmal nur eine List mit "Nein" und kein Beweis,
Sezession, Referendum, Beitritt ist etwas anderes als Annexion - „Annexion“ heißt im Völkerrecht die gewaltsame Aneignung von Land gegen den Willen des Staates, dem es zugehört, durch einen anderen Staat. Annexionen verletzen das zwischenstaatliche Gewaltverbot, die Grundnorm der rechtlichen Weltordnung. Regelmäßig geschehen sie im Modus eines „bewaffneten Angriffs“, der schwersten Form zwischenstaatlicher Rechtsverletzungen. Dann lösen sie nach Artikel 51 der UN-Charta Befugnisse zur militärischen Notwehr des Angegriffenen und zur Nothilfe seitens dritter Staaten aus - Erlaubnisse zum Krieg auch ohne Billigung durch den Weltsicherheitsrat. Schon diese Überlegung sollte den freihändigen Umgang mit dem Prädikat „Annexion“ ein wenig disziplinieren. Freilich bietet dessen abstrakte Definition auch allerlei irreführenden Deutungen Raum. Aus einer von ihnen scheint sich das völkerrechtliche Stigma ableiten zu lassen, das der Westen derzeit dem russischen Vorgehen aufdrückt und an dem er die eigene Empörung beglaubigt.

Aber das ist Propaganda. Was auf der Krim stattgefunden hat, war etwas anderes: eine Sezession, die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit, bestätigt von einem Referendum, das die Abspaltung von der Ukraine billigte. Ihm folgte der Antrag auf Beitritt zur Russischen Föderation, den Moskau annahm. Sezession, Referendum und Beitritt schließen eine Annexion aus, und zwar selbst dann, wenn alle drei völkerrechtswidrig gewesen sein sollten. Der Unterschied zur Annexion, den sie markieren, ist ungefähr der zwischen Wegnehmen und Annehmen. Auch wenn ein Geber, hier die De-facto-Regierung der Krim, rechtswidrig handelt, macht er den Annehmenden nicht zum Wegnehmer. Man mag ja die ganze Transaktion aus Rechtsgründen für nichtig halten. Das macht sie dennoch nicht zur Annexion, zur räuberischen Landnahme mittels Gewalt, einem völkerrechtlichen Titel zum Krieg. "
Zu all diesen Behauptungen und Aussagen findest Du hier im Thread recht viel, kannst ja mal nachlesen. Ganz allgemein ist aber ein Artikel, der eine persönliche Sichtweise einer Person wiedergibt, kein wissenschaftlicher Beweis. Ich habe hier zum Beispiel ein Artikel eines Völkerrechtlers, der sehr viel ausführlicher ist und zeigt, dass es doch ein wenig anders ausschaut:

http://www.ifhv.de/documents/huvi/selectedarticles/3-2014-heintze.pdf

Und nun? Nun haben wir zwei Artikel, die es anders werten, wer hat nun Recht? Du solltest erkennen, dass man da tiefer gehen muss und genauer schauen, das PDF fast nur grob all das zusammen, was ich hier im Thread schon rausgesucht habe, Du findest hier wohl fast alles was es dazu im Völkerrecht gibt und auch alle Chartas die eine Rolle spielen als Originalquelle, da wirst Du aber mindestens einen Tag zu lesen haben, wenn Du nur grob selber verstehen willst, worum es geht.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 02:46
@nocheinPoet
nocheinPoet schrieb:Nein, geht nicht um Meinung und nicht um eine Mehrheitsentscheidung, geht erstmal um die mehrfach genannte Tatsache, dass es mehrheitlich als Annexion gewertet wird.

Das macht nun die Sache selber noch nicht zu einer Tatsache, dazu gibt es nun konträre Meinungen. Nun sind wir dann bei Meinung. Es kann ja sein, dass der IGH in ein paar Jahren erklärt, es wäre doch nicht so klar eine Annexion gewesen, aber ich halte das mal für wenig wahrscheinlich, Gründe dazu habe ich hier im Thread ja ausführlich genannt.
Warum kann man die Vorgänge eigentlich nich ohne weiteres den korrekten Begriffen zuordnen? In erster Linie fand doch ne Sezession statt.
Es kann also schon per Definition niemals ne Annexion gewesen sein.
Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die erzwungene (und einseitige)[1] endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit.
Wikipedia: Annexion
Wer hat Russland eigentlich gezwungen die Krim aufzunehmen, etwa die Verfassungsbrecher aus Kiew? Mit dieser Sichtweise mag die Bezeichnung Sinn machen, nur hätte die Krim dann korrekterweise auch Russland annektiert.

Die Bezeichnung Annexion wäre also maximal als Beispiel für Begriffsrevisionismus tauglich, das wird jeder halbwegs bewanderte Germanistik-Student durchdeklinieren können. Andernfalls würde ich jetzt gerne mehr über die Okkupation erfahren.
Nehmen wir nur mal spaßeshalber an, die Besatzung hätte durch "waffenstarrende grüne Männchen" im Parlament stattgefunden;
in welchem Zusammenhang stünden diese Vorgänge dann mit jenen vom Sturz der gewählten Regierung in Kiew, resp. der bewaffneten Rechten in diesem Umfeld?
Vor lauter Gewaltexzessen kann man ja auch nur Sezessionsgedanken hegen, die Scharfschützen vom Maidan und das Blutbad von Odessa bestätigten ja leider noch genau solche Sorgen.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 07:31
Meine Meinung ist, dass eine Abspaltung und Angliederung an einen anderen Staat nur dann in Ordnung wäre, wenn wirklich 100% der Menschen dort (in der anzugliedernden Region) damit einverstanden (oder zumindest nicht dagegen) wären.
Ansonsten tritt man deren (der ablehnenden Minderheit) nationale Identität mit Füßen ...

Mehheitsentscheidungen taugen nichts bei grundsätzlichen Fragen ...


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 08:36
@Issomad
Ich versrehe zwar den Einwand aber die Forderung ist so absolut unrealistisch das man die Landesgrenzen somit für ewig in die Landkarte meisseln müsste. Wer in einem demokratischen Staat lebt muss sich auch mit Entscheidungen abfinden die nicht der eigenen Identifikation entsprechen. Schottland wäre somit auch nie die Mögkichkeit gegeben worden über ihre Unabhängigkeit zu Entscheiden.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 09:31
@Issomad

Nun das ganze hätte eben Sauber erfolgen müssen so wie das Referendum in Schottland.

nicht innerhalb von 3 Wochen und unter Militärpräzens des Nachbarlandes.

auch hätte das Referendum korrekt Fragestellungen bieten müssen und Anständig kontrolliert werden müssen.

Ist doch wiedersprüchlich was zb was Putin erzählte


3. März 2014

"Russland erwägt keinen Anschluss der Krim. Russland behält sich aber das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen."

Russlands Präsident Wladimir Putin


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 10:31
Auf N-TV ist gerade eine schöne Zusammenfassung wie es ablief .......

http://www.n-tv.de/politik/Als-Putin-die-gruenen-Maennchen-rief-article14606236.html


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nocheinPoet
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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 10:46
@kurvenkrieger
Warum kann man die Vorgänge eigentlich nicht ohne weiteres den korrekten Begriffen zuordnen? In erster Linie fand doch ne Sezession statt.
Wenn Du meinen ersten Beitrag gelesen hast, ja der ist lang, und dann das PDF welches ich gestern Abend hier noch mal verlinkt habe, kannst Du erkennen, wie komplex das Ganze ist und was da alles eine Rolle spielt. Man kann ohne Probleme nun auch sagen, in erster Linie fand eine Annexion statt. Könnte es mir ja nun recht einfach machen und sagen, steht nun alles ganz genau hier im Thread, viel Spaß bei der "Gegenrede". ;)
Es kann also schon per Definition niemals ne Annexion gewesen sein. Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die erzwungene (und einseitige) endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit. - Wikipedia: Annexion
Wenn die Welt und die Dinge in dieser doch so schön einfach wäre, das eine kurze Zusammenfassung bei Wikipedia dazu ausreichen würde. Mal gefragt, hast Du nur mal das PDF dazu von mir gelesen?
kurvenkrieger schrieb:Wer hat Russland eigentlich gezwungen die Krim aufzunehmen, etwa die Verfassungsbrecher aus Kiew? Mit dieser Sichtweise mag die Bezeichnung Sinn machen, nur hätte die Krim dann korrekterweise auch Russland annektiert.
Russland hat die Aufnahme erzwungen, subtil und versucht es als Sezession zu tarnen. Es wurde ja auch immer das Gespenst des Genozid gezeichnet, dabei waren nun die Bewohner der Krim die sichersten.
kurvenkrieger schrieb:Die Bezeichnung Annexion wäre also maximal als Beispiel für Begriffsrevisionismus tauglich, das wird jeder halbwegs bewanderte Germanistik-Student durchdeklinieren können. Andernfalls würde ich jetzt gerne mehr über die Okkupation erfahren.
Dann viel Spaß bei Deinem Kurzstudium des Völkerrechts, findest ja die entscheidenden Dokumente dazu hier verlinkt.
kurvenkrieger schrieb:Nehmen wir nur mal spaßeshalber an, die Besatzung hätte durch "waffenstarrende grüne Männchen" im Parlament stattgefunden; in welchem Zusammenhang stünden diese Vorgänge dann mit jenen vom Sturz der gewählten Regierung in Kiew, resp. der bewaffneten Rechten in diesem Umfeld?
Du es ist wirklich besser, wenn Du Dich dazu erstmal mit Informationen versorgst, das PDF sind nur 10 Seiten, die ersten 5 Seiten sind Vorspiel, dann geht es konkret zur Krim, lese es einfach mal, da wird vieles schon relativ genau erklärt. Hat ja einen Grund, dass es dazu Experten gibt, Menschen die das viele Jahre studiert haben.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 11:09
@nocheinPoet
nocheinPoet schrieb:Russland hat die Aufnahme erzwungen, subtil und versucht es als Sezession zu tarnen. Es wurde ja auch immer das Gespenst des Genozid gezeichnet, dabei waren nun die Bewohner der Krim die sichersten.
Ich denk das brauchte es gar nicht. Auf der Krim war wohl klar das man sich nicht einfach von der Ukraine lösen kann ohne sich danach unter den Schutz von "jemandem" stellen zu können. Wenn die Krim nicht den Anschluss an die RF gesucht hätte wärs dort evt jetzt oder bald so wie in den zwei "abtrünnigen" Republiken in der Ostukraine.


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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 11:13
@wichtelprinz
und auch das ist ein Verstoss gegen das Völkerrecht + das Budapester Memorandum ......


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02.03.2015 um 11:15
@wichtelprinz

All diese regionen konnten auch den diplomatischen weg erwägen. Aber es wurde sofort auf AK und Girkin gesetzt.


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IvanIV
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Selbstbestimmungsrecht gleich Recht auf Sezession?

02.03.2015 um 11:23
Fedaykin schrieb:Nun das ganze hätte eben Sauber erfolgen müssen so wie das Referendum in Schottland.
Die Schotten wollten sich ja nicht deshalb abspalten weil Antischottische Politiker mit den Händen von Hooligans einen illegalen Machtwechsel in London herbeigeführt haben.

Was hat denn die Neue Übergangsregierung die ohne Scharfschützen auf dem Maidan nie zur Macht gekommen wäre denn geritten der Krim eine saubere Abspaltung zu verwehren?


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02.03.2015 um 11:31
@wichtelprinz
wichtelprinz schrieb:Ich denk das brauchte es gar nicht.
Nun wenn Du das "denkst" kann es ja nicht anders sein, mal wieder ein unschlagbares Argument, ich frage mich nur, was ist, wenn wer denkt, das braucht es doch?
wichtelprinz schrieb: Auf der Krim war wohl klar das man sich nicht einfach von der Ukraine lösen kann ohne sich danach unter den Schutz von "jemandem" stellen zu können.
"War wohl klar" - wenn nur alles auf der Welt so einfach wäre.
Wenn die Krim nicht den Anschluss an die RF gesucht hätte wär, es dort eventuell jetzt oder bald so wie in den zwei "abtrünnigen" Republiken in der Ostukraine.
Und weiter mit den Spekulationen, hätte, wäre, könnte ...

So wirst Du da nicht über Deine persönliche Meinung hinauskommen.


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