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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

683 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Terror, Anschlag, Halle, Landsberg

Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

21.07.2020 um 21:03
DerThorag
schrieb:
Hoffentlich sieht der kein Sonnenlicht mehr.
Davon darf man getrost ausgehen. Nach dem Auftritt heute, wo er sich als Opfer der widerspenstigen Technik dargestellt hat, so dass er gar nicht anders konnte, als "Weiße" an- oder totzuschießen, um nicht ausgelacht zu werden, aber keinerlei menschliche Züge offenbart hat, die ihn von einem Killer-Automaten unterscheiden ließen, ist abzusehen, dass er die volle Packung bekommt - lebenslänglich ohne Chance, nach 15 Jahren wieder frei zu kommen. Ob mit nachträglicher Sicherungsverwahrung oder wegen besonderer Schwere der Schuld (ich tendiere zu letzterem) ist dabei nur noch eine juristische Formsache.

Mal sehen, wie die Befragung durch die Nebenkläger abläuft. Mir schwant Schreckliches ...


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

21.07.2020 um 23:14
Nach diesem Prozessbericht zum Auftakt

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/terroranschlag-in-halle-prozessauftakt-in-magdeburg-a-f6b20ca9-37b7-40e3-92d7-4ff...

kann man nur ratlos zurückbleiben. Wie wird jemand so, es hat doch nicht an der Befriedigung elementarer Bedürfnisse gefehlt, die Mutter hat für alles gesorgt, es gab keine Pflichten. Soziale Isolation - sie führt nicht zwangsläufig zu solchen Taten, wie sie hier angeklagt sind, zu solcher Kommentierung eines Angeklagten zu diesen Taten. Was hätte "die Gesellschaft" hier verhindern können, was hat sie versäumt? Wo haben Schule, Lehrer, Eltern, Politik, Polizei, Sozialbehörden, Ärzte und Gott weiß wer noch in Frage kommt und gerne bemüht wird, versagt?

Manche wohlfeile globale Schuldzuweisung an "die Gesellschaft", wie sie gerne mal postuliert wird, könnte hier ad absurdum geführt werden. Der Einzelne ist eben nicht nur und ständig Opfer, sondern wird manchmal auch zum - voll schuldfähigen - Täter.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

21.07.2020 um 23:17
Andante
schrieb:
Was hätte "die Gesellschaft" hier verhindern können, was hat sie versäumt? Wo haben Schule, Lehrer, Eltern, Politik, Polizei, Sozialbehörden, Ärzte und Gott weiß wer noch in Frage kommt und gerne bemüht wird, versagt?
Nicht immer hat überhaupt irgendwer versagt. Man kann alles richtig machen und trotzdem nicht gewinnen. Auch der Staat, Verwandte, Lebenspartner usw. können den Leuten nur bis vor die Stirn schauen. Hinterher erkennt man die Warnzeichen, die man vorher übersehen oder ignoriert hat, vielleicht auch nicht wahrhaben wollen. Es hat schon seine Berechtigung, dass "Sowas hätte ich ja von dem nie gedacht" schon fast der Klischee-Spruch schlechthin ist. Man kann es sich im Alltag gar nicht leisten, bei jedem Menschen finsterste Abgründe und verwerfliche Motive zu vermuten, da würde man zügig paranoid und verrückt.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

21.07.2020 um 23:31
bgeoweh
schrieb:
Man kann es sich im Alltag gar nicht leisten, bei jedem Menschen finsterste Abgründe und verwerfliche Motive zu vermuten, da würde man zügig paranoid und verrückt.
Stimmt schon, Millionen Menschen setzen sich morgens in ihr Auto und fahren los, obwohl sie wissen, dass es pro Jahr im Land soundsoviel tausend Verkehrstote gibt und sie heute Abend dazugehören können. Hinterher kommt dann von den Hinter- und Zurückgebliebenen meist die Frage nach dem "Was wäre, wenn.....er oder sie zwei Minuten später losgefahren wäre/10 km/h schneller oder langsamer gefahren wäre/der Unfallgegner gar nicht erst losgefahren wäre/der LKW-Fahrer eher gebremst hätte/die Ampelanlage angeschaltet gewesen wäre" usw.

Der Mensch neigt eben dazu, allgemeine Lebensrisiken minimieren und nach deren Vermeidbarkeit fragen zu wollen. Vielleicht sind solche Fragen manchmal wirklich sinnlos bzw. nicht beantwortbar.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

21.07.2020 um 23:34
Andante
schrieb:
Vielleicht sind solche Fragen manchmal wirklich sinnlos bzw. nicht beantwortbar.
Es ist schon in Ordnung, diese Fragen zu stellen, aber man muss akzeptieren, dass manchmal einfach nur Ratlosigkeit und die Erkenntnis einer Welt ohne übergeordnete Erzählung und ohne das "große Ziel" als Antwort übrigbleiben. Der einsame Sonderling, der mehr oder weniger still und unauffällig vor sich hinsimmert bis er plötzlich katastrophal überkocht ist vermutlich durch Prävention nicht wirklich zu verhindern. Erst recht nicht, wenn man den Menschen nicht hinterherspionieren will.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 04:50
Mutagenius
schrieb am 21.07.2020:
Snayder schrieb:
Was bringt dieser Prozess zu Tage...?

Ich erwarte keine grundlegend neuen Erkenntnisse. Der TV ist geständig. Es gibt umfangreiches Beweismaterial, die die vorgeworfenen Taten (Mord und Mordversuch in mehreren Fällen) belegen (u.a. das live gestreamte Tatvideo) sowie eine Menge Zeugen, die während der Taten vor Ort waren und den TV identifizieren können.
Auf Grund der vollständigen Wiedergabe der Aufzeichnung des Tatablaufs seiner Helmkamera im Gerichtssaal wurde mir ein neuer, bisher unbekannter Teil des Geschehens bekannt. Die zusätzlichen Recherchen von FAKT
zeigen, dass der Attentäter S. B. auf seiner Flucht mit seinem Auto absichtlich auf zwei Somalier zuhielt, die vor ihm an einer Straßenbahnhaltestelle die Straße überqueren wollten. Im vom Täter veröffentlichten Video ist zu hören, wie er das Fahrzeug beschleunigt und es zu einer Erschütterung kommt. Einer der beiden Somalier, Abdi Raxmaan Aftax Ibrahim schildert erstmals im Interview mit "FAKT" den Vorfall. Er ist davon überzeugt, dass das Auto direkt auf ihn zugesteuert wurde. "Ich habe versucht wegzulaufen, aber er hat mich genau auf der anderen Straßenseite erwischt, wo ich dann auf den Bürgersteig geflogen bin.
Dieser Sachverhalt wird von verschieden Seiten sehr unterschiedlich gesehen: Der Generalbundesanwalt wertet diesen Teil des Geschehens nicht als Mordversuch, der Strafrechtsprofessor Martin Heger sieht deutlich die Tatmerkmale für einen Mordversuch, der SPD Politiker Karamba Diaby glaubt nicht an einen Zufall.
Es bleibt spannend, wie dies im Verfahren aufgearbeitet und bewertet wird.

Trotz Geständnis und gestreamten Video gibt es eben doch noch Neuigkeiten.
Mutagenius
schrieb am 21.07.2020:
rhapsody3004 schrieb:
ob Stephan B. wirklich nur ein Einzeltäter gewesen ist

Bis jetzt spricht nichts dagegen, dass er sein "Ding" komplett alleine durchgezogen hat. Der Typ, der ihm Bitcoins verschafft hatte, mit denen er seine Waffenbastelei finanziert hat, war in die Vorbereitungen nicht involviert - zumindest gibt es keine Belege, die dafür sprechen - so dass er wohl tatsächlich höchstselbst seine Taten vorbereitet und ausgeführt hat, ohne dass es Mitwisser gegeben hat.
Immerhin hat S.B. Bitcoin im Wert von ca. 750€ gespendet bekommen, weil er seinen Plan im Internet herumposaunt hat. Ich hoffe, es war möglich, diesen Spender zu identifizieren und die Chat- und Nachrichtenverläufe etc. genau zuverfolgen. Woraus Du@Mutagenius schlußfolgerst, dass es keine Belege dafür gibt, dass der Spender nicht in die Vorbereitungen involviert war, würde ich gerne wissen. Hast Du dazu Quellen? Immerhin könnte man, mMn. die Geldspende für das Waffengebastl. etc. auch als deutliche Unterstützung und Förderung interpretieren, auch wenn S.B. allein losgezogen ist.
Auch in diesem Punkt wird der Prozess spannend bleiben.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 09:09
Ich habe eine Frage an euch:
Ich habe gelesen, dass der mutmaßt. Attentäter immer wieder das Geschehen kommentiert hat, auf Deutsch u. Englisch.
Er hat z.B. den Holocaust geleugnet.
Daraus schließe ich, dass ihm bewusst war, dass er zu einem Publikum spricht.
Ausser natürlich, als er die Tür der Synagoge nicht aufkriegte, da hat er geflucht.

War das im Wesentlichen so?
Worauf ich hinaus will:
Es gibt viele Menschen, die unbewusst Selbstgespräche führen. Die merken das noch nicht mal.
Wenn er so jemand wäre, hätte er erzählt, was er vorhat, als er mit dem Auto auf den Mann aus Somalier zu hielt.
Für die Beweisführung wäre ideal, wenn er vor sich hingeplappert hätte, dass er den Mann umfahren will.

Wenn er vorher diese unwillkürlichen Selbstgespräche nicht geführt hat, hat er es in dem Moment auch nicht getan.

Wenn er vorher ALLES kommentiert hat und nur diesen beinahe Unfall nicht, wäre das ein Entlastungspunkt von zumindest diesem Verdacht.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 09:31
frauzimt
schrieb:
Wenn er vorher ALLES kommentiert hat und nur diesen beinahe Unfall nicht, wäre das ein Entlastungspunkt von zumindest diesem Verdacht.
Im Prinzip ist es egal, ob er es für ein Publikum machte oder als Selbstgespräch. Die Frage ist, hat er es kommentiert oder nicht? Ich kann mir aber vorstellen, dass er während der Flucht so unter Stress stand, dass er weder weiter für ein Publikum sprach, noch für sich selbst, weil die Stressituation jetzt eine andere war.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 10:08
frauzimt
schrieb:
Ich habe gelesen, dass der mutmaßt. Attentäter
Wieso spricht man hier noch von "mutmaßlich"? Bzw. war das bewusst oder unbewusst geschrieben?

Ich meine das wirklich nicht anpampend aber wie kann man noch von mutmaßlich sprechen wenn er die Tat quasi zugibt, hämisch im Gericht reagiert, und es durch den Livestream bzw. die Aufzeichnung auch klar belegt ist? Da muss ich auch keine rechtskräftige Verurteilung abwarten bis ich "mutmaßlich" weglassen kann, weil die Indizienlage für mich klar ist. Ich sah mir das Video auch an, kurz nach der Tat. Harter Tobak. Aber ganz klar er, er hält am Anfang ja auch seine Fratze in die Kamera.

Ich glaube ferner, dass es den "Kohl nicht mehr fett macht" ob man ihm nun akute Tötungsabsicht bei zwei weiteren Personen im Straßenbild nachweisen kann oder nicht, die tatsächlichen Morde und versuchten Mord (Synagoge) dürften wohl reichen, ihn lange wegzusperren.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 10:29
Snayder
schrieb am 20.07.2020:
@eckhart
Die Feigheit der Stille

Was bringt dieser Prozess zu Tage...?
Nichts, was wirklich neu ist!
Neu ist nichts, was wortführende Rechtsextremisten zum Beispiel der AfD schon längst gesagt haben:
Unter einem Pseudonym habe er für eine NPD-Zeitschrift geschrieben. Zuletzt schrieb er erneut von einer "Wolfszeit", die nun anbreche, wie der Soziologe Andreas Kemper feststellte. Das Reden und Rechtfertigen sei nun vorbei.
Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_84375336/chemnitz-fast-identische-routen-afd-wird-erneut-mit-neonazis...
Neu ist auch nichts, was von der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlicht wird:
Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter
Rechtsterrorismus ist ein globales Phänomen, aber gerade in Deutschland kam es in der jüngsten Vergangenheit zu mehreren schockierenden Gewalttaten, oft ausgeführt von Einzeltätern. Diese "einsamen Wölfe" sind in ihrem Handeln und ihrer Hassideologie aber nicht alleine
Quelle: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/307500/einsame-woelfe

Das angeblich "neue" ist mir längst bekannt!

Was ist mit "Feigheit der Stille" gemeint?


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 10:39
Warden
schrieb:
Wieso spricht man hier noch von "mutmaßlich"?
Er ist (noch) nicht verurteilt. Und laut Duden bedeutet „mutmaßlich“:
aufgrund bestimmter Tatsachen, Anzeichen möglich, wahrscheinlich
Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/mutmaszlich


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 10:47
Rick_Blaine
schrieb:
Im Prinzip ist es egal, ob er es für ein Publikum machte oder als Selbstgespräch. Die Frage ist, hat er es kommentiert oder nicht? Ich kann mir aber vorstellen, dass er während der Flucht so unter Stress stand, dass er weder weiter für ein Publikum sprach, noch für sich selbst, weil die Stressituation jetzt eine andere war.
@Rick_Blaine
So hab ich das gemeint.
Hat er die ganze Zeit vor sich hingequasselt und dazwischen ganz bewusst zu seinem Publikum gesprochen, - oder ist er nicht der Selbstgesprächler?
Ich denke, er hat das Auto bewusst als Waffe eingesetzt. Aber denken...man muss es beweisen können,- bzw. die Richter müssen überzeugt sein.
Warden
schrieb:
Wieso spricht man hier noch von "mutmaßlich"? Bzw. war das bewusst oder unbewusst geschrieben?
@Warden
Bewusst natürlich. Er ist noch nicht verurteilt.

Mal ganz salopp gesagt: Mir kommt er vor, wie ein brennender Flummi, der durch die Straßen springt und versucht dabei so viel wie möglich anzustecken. Ich hoffe, dass man auch den "edlen Sponsor" ermitteln kann.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 10:48
Ja, gut, aber manche Begriffe kann ich mehrdeutig verwenden. Mutmaßlich kann je nach Kontext oft irgendwo auch implizieren, dass es offen sein könnte. Mutmaßend.

Unabhängig von einer Verurteilung oder rechtlichen Einstufung ist das hier aber ziemlich offensichtlich.
Beispiel

- der mutmaßliche (in Verdacht stehende) Täter
Es gibt Fälle, da ist es eben eher offen oder nicht so klar, und dann gibt es Fälle, da ist es ziemlich eindeutig. Jetzt kann man sich natürlich auf eine rechtliche Deutung beschränken, wo man solange von "mutmaßlich" (keine volle Eindeutigkeit implizierend) spricht bis Ereignis X (rechtskräftige Verurteilung) eintritt, die ihn dann in eine feste strafrechtliche Kategorie oder Beschreibung (rechtskräftig Verurteilter) packt.


Oder man kann auch einfach anhand der Indizienlage "im Volksmund" sagen, dass er der Täter war - und man nicht mehr "mutmaßen" muss. https://www.duden.de/suchen/dudenonline/mutmaßen


Vielleicht mag das jetzt auf manche wie Korinthenkackerei wirken - ich finde nur, dass man nicht mehr mutmaßen muss, ob er dies war. Den Begriff "mutmaßlich" deute ich eben eher so als anderweitig, daher die Verwunderung. Ich denke, ich kann mir das in dem Fall auch als Privatperson erlauben, da ich kein Gericht, keine Ermittlungsperson der Staatanswaltschaft, kein Nachrichtensender bin und die Tat eindeutig ihm zugewiesen werden kann bzw. die Beweislage aus meiner Sicht ausreichend ist, dass ich keine Verurteilung abwarten müsste um den Zusatz "mutmaßlich" zu streichen.


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Attentat in Halle an der Saale und Landsberg

25.07.2020 um 11:57
Warden
schrieb:
Ja, gut, aber manche Begriffe kann ich mehrdeutig verwenden. Mutmaßlich kann je nach Kontext oft irgendwo auch implizieren, dass es offen sein könnte. Mutmaßend.
@Warden
Genau so ist der Begriff ja auch gemeint.
Seine Schuld wird durch das Gericht festgestellt.


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