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Sterben für das (Vater-)Land

191 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Deutschland, Vaterland, Opfern ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Sterben für das (Vater-)Land

31.01.2020 um 20:01
Ich würde mich nicht ins Zeug legen für mein Vaterland zu sterben, sorry so ein Patriot bin
ich dann doch nicht.
Ist das jetzt schlimm ? Ich glaube nicht wirklich.
Anders sieht es bei meiner kleinen überschaubaren Familie aus.
Für meine Mädels würde ich definitiv mein Leben geben.
Hört sich klischeehaft an aber ist so (zumindest bei mir).


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Sterben für das (Vater-)Land

01.02.2020 um 08:12
@HF
Zitat von HFHF schrieb:Der Elektriker geht morgens auch nicht los um ne Stadt zu bauen, der legt Leitungen in einen Neubau.Abgesehen davon ist der Müll mit der Landesverteidigung obsolet, wir sind ne Bündnisarmee....Motivierend ist unter anderem die Erfahrung oder endlich Mal das zu machen, wofür man ausgebildet wurde
Ok bleiben wir mal beim Elektriker. Der stellt sich auch nicht dauernd Sinnfragen. Wobei der Sinn da klar ersichtlich ist.

Aber wenn der gleiche Elektriker zu einem Haus geschickt würde, das sehr weit weg ist, in dem neben normalen Menschen auch irre Killer wohnen, die gerne mal Bomben in ihrem Haus drappieren und wo schon einige Elektriker zu Tode gekommen sind, würde der seinen Meister auch fragen: Muss das denn sein? Oder noch klarer: Was soll die Scheisse?

Bündnisarmee ist schon klar. NATO habe ich schon mal gehört. Dass Afghanistan dazu gehören würde, dann nun wieder nicht.

Es ist ja mittlerweile geradezu eine Tradition, Militäreinsätze in Afghanistan durchzuführen. Der Erfolg war immer gleich. Anfang des 19. Jahrhunderts ging man noch offen mit der Grundidee um: Na, dann bringen wir denen mal ein bißchen Manieren bei und nehmen nebenbei alles mit, was uns gefällt. Heute wird es einfach etwas chicer formuliert.
Aus meiner Sicht ist die Idee, völlig fremden kulturellen Welten die europäische Lebensart in Uniform nahezubringen, sehr postkolonialistisch.

Es gibt durchaus Auslandseinsätze, bei denen mir Sinn und Durchführbarkeit klarer ersichtlich sind, Beispiel: Eindämmung der Piraterie am Horn von Afrika.


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01.02.2020 um 09:15
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aus meiner Sicht ist die Idee, völlig fremden kulturellen Welten die europäische Lebensart in Uniform nahezubringen, sehr postkolonialistisch.
Der Ansatz und die Idee, mit der man damals nach Afghanistan rein ist, waren gar nicht verkehrt. Nach dem Zusammenbruch des Menschenverachtenden Talibanregimes eine sichere Umgebung für die Bevölkerung schaffen, den Afghanischen Staat beim Aufbau der Infrastruktur und Sicherheitsbehörden unterstützen.
Das geht in solchen Ländern weder mit dem THW noch mit nem Haufen singender Hippies.
Als ich 2005 das erste Mal da war, gab es eine regelrechte Aufbruchstimmung. Die Leute haben gemerkt dass was passiert. Minen würden geräumt, Schulen gebaut, Krankenhäuser hochgezogen und viele Afghanen haben Arbeit bei ISAF gefunden.
Problematik war halt, dass der Personalansatz zur Schaffung eines sicheren Umfeldes viel zu klein war.
Da konnten sich diverse Gruppen wieder etablieren und Anschläge durchziehen.

Die Schaffung einer Demokratie mit militärischen Mitteln war nie die Idee und Rohstoffe gibt es dort nicht in dem Maße, als dass sich ein solcher Einsatz lohnen würde.
Ganz lange stand in den Rules of Engagement für ISAF dass der Einsatz militärischer Gewalt erst erfolgen darf, wenn man angegriffen wird oder wenn der Angriff unmittelbar bevor steht, bedeutet, wenn bereits die Waffe auf einen gerichtet wird... Also sehr defensiv.

Und um auf den Elektriker zurück zu kommen:
Nennen wir es Mal Berufsrisiko. Nicht jeden Tag geht er in die Bude von wahnsinnigen killern, aber die Chance besteht. Genau wie auch die Chance auf nen tödlichen Schlag oder nen Verkehrsunfall auf den Weg zur Baustelle besteht.
Bei nicht Mal 40 gefallenen Soldaten in der Zeit der Einsätze scheinen wir ja irgendwas richtig zu machen. Wenn man sich da Mal andere Nationen ansieht...


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01.02.2020 um 09:49
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Dass Afghanistan dazu gehören würde, dann nun wieder nicht.
Ist das echt so schwer?
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aus meiner Sicht ist die Idee, völlig fremden kulturellen Welten die europäische Lebensart in Uniform nahezubringen, sehr postkolonialistisch.
Ich sehe es ist schwer.


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01.02.2020 um 10:04
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Bündnisarmee ist schon klar. NATO habe ich schon mal gehört. Dass Afghanistan dazu gehören würde, dann nun wieder nicht.
Ja nun wird es schwierig... Dass es für diesen Einsatz eine UN Resolution gibt, ist dir bewusst?
Der ISAF Einsatz beinhaltet nicht nur die NATO.
Und auch die Einsätze beschränken sich nicht darauf.
Aktuell erinnere ich da mal an MIMUSMA in Mali. Das ist eine UN Mission...


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 12:22
Wie definiert man "für ein Land sterben" genau? Ich finde die Formulierung an sich etwas unglücklich und würde das zumindest umformulieren. Ich weiß zwar was gemeint ist, finde aber "für ein Land..." zu abstrakt. Was mache ich schon "für ein Land"?

Eher würde ich von Mitmenschen sprechen. Klingt besser und direkter. Die profitieren ja davon am ehesten. Ohne Menschen ist ein Land doch auch nur ein Areal ohne tieferen Sinn oder zivilisatorische bzw. kulturelle Definitionen.

Nun, gewisse, spezifische Berufe beinhalten wohl dieses Risiko.

Ich habe grundsätzlich derzeit eine akzeptable Einstellung dazu und würde es selbst auf abstraktem Niveau, da ich mich für die Reserve interessiere, was diesen Umstand ja abstrakt beinhaltet. Aber eigentlich ist das fast "lustig", denn wenn hier in den nächsten Jahrzehnten kein grosser Krieg ausbricht oder zumindest einer der DE bedroht und mich in so ein Konfliktszenario werfen würde, so wäre wohl die Chance weitaus höher an anderen Dingen zu sterben. An alltäglichen Dingen. Vermutlich verende ich eher am Krebs oder einem Unfall bzw. hohem Alter und Verschleiß, als dass ich in einem Konfliktszenario bei der Landesverteidigung sterbe. Da ich kein Vollzeitsoldat werden möchte weil ich im jetzigen Beruf im öD zufrieden bin und Reservisten meines Wissens nach bis auf wenige Ausnahmen rein im Inland eingesetzt werden, wäre das wohl das einzige Szenario mit der Landesverteidigung oder Katastrophenhilfe, das mich betreffen würde. Vielleicht wird es mal auf Terror ausgeweitet. Keine Ahnung.

Ich gehe natürlich auch nicht hin um auf diesen Tag mit vollstem Eifer zu warten, so nach dem Motto "Jetzt ist es soweit, ich kann für mein Land sterben!". Das ist natürlich Humbug. Um mal ein Zitat reinzuwerfen, sinngemäß:
Es geht nicht darum für sein Land zu sterben, sondern den Feind für seines sterben zu lassen.
Das ist nicht verherrlichend gemeint sondern soll abstrakt aufzeigen: Wer will schon sterben? Ich meine selbst wenn man zuvor von manchen Dingen eine "romantisierte Vorstellung" hat. Aber ich denke es geht einfach um eine Grundakzeptanz oder sagen wir Berufsrisikos.

Der Schutzpolizist oder Feuerwehrmann der jeden Tag raus- bzw. rumfährt und auf Fälle reagiert ist auch erhöhten Gefahren ausgesetzt. Wieso haben Leute den Beruf ergriffen oder üben ihn kontinuierlich aus? Weil es sie irgendwo reizt, sie sich damit identifizieren können, etc. pp. So sehe ich das ungefähr auch, in meinem Fall bei der Reserve. Ich würde mich zwar politisch im Kern eher als konservativ-denkenden Menschen bezeichnen aber das ist eine Schublade oder ein Label. In anderen Aspekten ticke ich liberaler. Ich bin patriotisch angehaucht aber niemand der meint er müsse täglich so wie "Vater unser" dann eben "Vaterland unser" runterbeten. Und doch würde ich jetzt sagen, abstrakt wäre ich im Fall der Fälle gewillt meinen Beitrag zu leisten wenn es mal je dazu kommen sollte.

Und das würde eben bedeuten "für das (Vater-)Land" zu sterben. Oder genauer für seine Mitmenschen ein hohes Opfer zu tragen (klingt irgendwie viel besser, als "Für das Vaterland sterben", oder?)

Manche mögen hier vordergründig einen frenetischen patriotischen Eifer haben, andere weniger. Andere interessiert eher die Tätigkeit im praktischen Sinne (ob es nun der Feuerwehrmann, Polizist, Soldat, etc pp) ist statt das soziale Standing dahinter, andere sind voll auf "Ich fürs Vaterland"-Schiene, andere wie ich sind irgendwo dazwischen. Unterschiedliche Menschen treiben unterschiedliche Dinge an, bei mir ist es irgendwo Arbeit für eine Allgemeinheit oder Allgemeinwohl, auch im indirekten abstrakten Sinne. Ich habe wiederkehrend im Job mit vielen ex-Soldaten und Polizisten zutun. Ich denke da würde niemand wie ein religiöser Eiferer aufspringen und bei der Frage nach der Berufswahl sagen "Damit ich für mein Land (oder die Leute) sterben kann!", quasi im O-Ton. Das müsste mir erst noch unterkommen. Die meisten haben sich für gewisse Berufe entschieden, weil sie die Arbeit interessiert oder sie eben Tätigkeiten im Dienst der Allgemeinheit verrichten wollen - auch wenn Tod und Verwundung dazugehören können.

Ich denke das ist auch vollkommen ok. Das ist im weiteren Sinne ein solidarischer Aspekt in der Gesellschaft, dass andere bereit sind sich für andere einzusetzen.

Aber gehen wir zurück zum OP und den dort gestellten Fragen. Ich habe zwar die Thematik etwas weiter gefasst aber der OP (Original Poster, Ursprungsposter, bzw. Threadersteller) hat ja ganz bestimmte Szenarios wie Krieg in den Raum geworfen.

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Zitat von _Canavar__Canavar_ schrieb am 28.01.2020:Wärt ihr bereit für euer Land zu sterben wenn Krieg oder ähnliches stattfindet? Oder seid ihr der Meinung das Leben sei zu wertvoll um es für ein Land zu opfern?
Mit obigem im Sinn: Ja und nein. Kommt halt drauf an.

Wenn ich mich am Ende tatsächlich als Reservist melde und das Land mal bedroht wird, im Krieg, so werde ich ranmüssen. Die Grundakzeptanz in so was umzukommen besteht bei mir derzeit, ob sich das verstärkt oder abnimmt kann ich natürlich nicht sagen weil ich die Zukunft nicht voraussehen kann. Das Risiko ist mir derzeit bewusst, weil ich so was wie ein aktiver Kombatant in diesem Konflikt wäre wo man es als Zivilist "leichter" hätte und hoffentlich nicht von feindlichen Truppen beschossen wird.

Andererseits schrieb ich weiter oben: Wer will schon sterben, zumindest dann wenn es aussichtslos erscheint? Ein Leben mit Jahrzehnten an Erfahrungen und sozialen Verbindungen kann durch das betätigen eines Abzuges binnen weniger Momente ausgelöscht werden, oder nachhaltig beeinflusst wenn es nicht tödlich aber mit Verwundung endet.

Wenn das halbe oder fast das gesamte Land in Trümmern liegt, ich irgendwie noch übrig sein sollte und man mich mit wenigen übriggebliebenen Soldaten oder auch alleine einkesselt, ich entweder nur im aussichtslosen Kampf sterben oder flüchten bzw. mich ergeben kann, so wäge ich ab und würde vermutlich eher letztere Optionen wählen. Das wird dann ein schlichtes Risikospiel bzw. Fragekomplex. Wenn man eh schon verloren hat, ändert ein Tod mehr auch nichts am Gesamtkonflikt. Also wird es eine individuelle Frage, situationsabhängig. Wenn kämpfen definitiv Tod bedeutet kann Fluchtversuch/Gefangennahme nicht viel schlimmer enden.

Die Frage, ob man für so was bereit wäre, ist meines Erachtens also dynamisch und situationsabhängig. Kann sich auch ändern. Ich bin zwar gewillt das Risiko derzeit einzugehen, aber wenn ich ehrlich bin hoffe ich natürlich auch, dass so ein Fall nie eintreten wird. Vielleicht paradox, aber die friedliche Gesellschaft die nicht Kriegsleiden erfahren muss wünsche ich mir dann doch eher, als mich irgendwann mal "erproben" zu können. Da trainiere ich dann lieber für Dinge die hoffentlich nie (zu Lebzeiten) kommen mögen.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 12:42
Zitat von WardenWarden schrieb:Eher würde ich von Mitmenschen sprechen. Klingt besser und direkter. Die profitieren ja davon am ehesten. Ohne Menschen ist ein Land doch auch nur ein Areal ohne tieferen Sinn oder zivilisatorische bzw. kulturelle Definitionen.
Mitmenschen leben auch in dem Land wo bekämpft wird, also selektierst du nach den Grenzen von einem Land, was wie du schreibst nur eine Definition durch den Menschen selbst ist. Für mich persönlich kommt es auf das gleiche heraus ob ich einen Deutschen, Russen, Iraner, Amerikaner, Christen, Muslim, Jude etc. töte, tot ist tot.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 12:58
Zitat von tarentaren schrieb:Mitmenschen leben auch in dem Land wo bekämpft wird, also selektierst du nach den Grenzen von einem Land, was wie du schreibst nur eine Definition durch den Menschen selbst ist. Für mich persönlich kommt es auf das gleiche heraus ob ich einen Deutschen, Russen, Iraner, Amerikaner, Christen, Muslim, Jude etc. töte, tot ist tot.
Bin mir gerade nicht sicher, ob ich dir beim Kernpunkt folgen kann, also was genau du meinst.

Ich meine schlicht, dass die Aussage "für (s)ein Land sterben" ziemlich abstrakt klingt, auch wenn man weiß, was gemeint sein soll. Ich finde, ich gehe nicht das Risiko ein für einen Landstrich zu kämpfen oder zu sterben, sondern für meine Mitmenschen. Das ist vielleicht jetzt am Ende vom Tag auch nur Wortklauberei, aber es ist akkurater. Jene Mitmenschen die ich schütze oder die von der Abwehr profitieren können je nach Konfliktfall ja auch Deutsche, Russen, Iraner, Amerikaner, Christen, Muslime, Juden, etc. pp sein. Aber genau die gleichen theoretisch auch Angreifer - je nach Szenario und Konfliktfall.

Kommt halt drauf an. Wenn du etwas ganz anderes meintest, ruhig berichtigen oder ergänzen.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 13:08
Zitat von WardenWarden schrieb:Kommt halt drauf an. Wenn du etwas ganz anderes meintest, ruhig berichtigen oder ergänzen.
Nun, zum sterben, gehört auch töten, Mitmenschen stehen auch auf der andere Seite deines Gewehrs, warum willst du also für die Mitmenschen kämpfen die gerade durch dein Land selektiert werden und die anderen bist du bereit zu töten, weil sie aus dieser Selektion herausfallen? Am Ende bist du Bereit also nicht für deine Mitmenschen zu kämpfen, sondern durch die Selektion die durch einen Strich auf der Karte getroffen wurde.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 13:18
Zitat von tarentaren schrieb:Nun, zum sterben, gehört auch töten, Mitmenschen stehen auch auf der andere Seite deines Gewehrs, warum willst du also für die Mitmenschen kämpfen die gerade durch dein Land selektiert werden und die anderen bist du bereit zu töten, weil sie aus dieser Selektion herausfallen? Am Ende bist du Bereit also nicht für deine Mitmenschen zu kämpfen, sondern durch die Selektion die durch einen Strich auf der Karte getroffen wurde.
Häh? Wenn ein anderer Staat oder ein Bündnis unseren Staat (oder weiteren Sinne unser Bündnis, etc. pp) angreift und ich feindliche Truppen (Kombattanten) bekämpfe um nationale Souveränität zu wahren, weil diese territorial bedroht wird, sind das keine "Mitmenschen" im weiteren Sinne mehr sondern Feinde die es abzuwehren gilt, notfalls tödlich wenn einem keine Wahl gelassen wird.

Oder reden wir beim Begriff "Mitmenschen" aneinander vorbei? Mit Mitmenschen meine ich Staatsbürger und alle anderen von einem Angriff gefährdeten Personen die keine Staatsbürger sind aber im selben Boot sitzen.

Vielleicht ein anderes Beispiel: Wenn dich jemand angreift und verhauen oder abstechen will kann er auch je nach Auslegung dein "Mitmensch" sein aber dein primäres Interesse wird doch dann die Abwehr oder das Überleben des Angriffs sein, oder nicht? Notwehr quasi.

Deine Sätze implizieren aber fast eine "Unschuld" des Gegenübers auf den bei der Verteidigung das Gewehr gerichtet wird. Das sehe ich nicht so, wenn man nicht gerade wie im 2. WK durch Angriffskriege selbst so einen Angriff provoziert hat und wir hier von Verteidigung reden. Nicht jeder "Mitmensch" im engeren wie auch weiteren Sinne ist ein Freund oder situationsbedingt freundlich gesinnt.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 13:18
Zitat von tarentaren schrieb:Nun, zum sterben, gehört auch töten, Mitmenschen stehen auch auf der andere Seite deines Gewehrs, warum willst du also für die Mitmenschen kämpfen die gerade durch dein Land selektiert werden und die anderen bist du bereit zu töten, weil sie aus dieser Selektion herausfallen? Am Ende bist du Bereit also nicht für deine Mitmenschen zu kämpfen, sondern durch die Selektion die durch einen Strich auf der Karte getroffen wurde.
Tja. Die Menschen sind nicht lieb und nett und friedlich. Im Ernstfall, Krieg, musst du dich entscheiden. Stirbst du oder stiebt der Gegenüber.
Ganz ehrlich? Ich weiß die Antwort für mich. Bevor meine Familie Hops geht, soll der Familienvater gegenüber Hops gehen.
Ah. Die Prämisse. Ich greife nicht an. Wenn, dann hat der Gegenüber die Order bekommen anzugreifen


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 13:30
Zitat von WardenWarden schrieb:Häh? Wenn ein anderer Staat oder ein Bündnis unseren Staat (oder weiteren Sinne unser Bündnis, etc. pp) angreift und ich feindliche Truppen (Kombattanten) bekämpfe um nationale Souveränität zu wahren, weil diese territorial bedroht wird, sind das keine "Mitmenschen" im weiteren Sinne mehr sondern Feinde die es abzuwehren gilt, notfalls tödlich wenn einem keine Wahl gelassen wird.

Oder reden wir beim Begriff "Mitmenschen" aneinander vorbei? Mit Mitmenschen meine ich Staatsbürger und alle anderen von einem Angriff gefährdeten Personen die keine Staatsbürger sind aber im selben Boot sitzen.
Das ist nicht anderes wie ich geschrieben habe, du selektierst einfach aber ja Mitmenschen sind für mich natürlich alle Menschen. Warum sollte mein Gegenüber in einem Krieg kein Mitmensch mehr sein.
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Tja. Die Menschen sind nicht lieb und nett und friedlich. Im Ernstfall, Krieg, musst du dich entscheiden. Stirbst du oder stiebt der Gegenüber.
Ganz ehrlich? Ich weiß die Antwort für mich. Bevor meine Familie Hops geht, soll der Familienvater gegenüber Hops gehen.
Ah. Die Prämisse. Ich greife nicht an. Wenn, dann hat der Gegenüber die Order bekommen anzugreifen
Ja natürlich, es gibt aber noch andere Varianten, z.B. Flucht aber dies muss jeder für sich selbst entscheiden.


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02.02.2020 um 13:34
Zitat von tarentaren schrieb:Ja natürlich, es gibt aber noch andere Varianten, z.B. Flucht aber dies muss jeder für sich selbst entscheiden.
Natürlich. Geht auch.
Das Problem damit, am Ende gewinnt der Skrupellosere.
Ist es das was wir wollen?
Fängt im Kleinen an.
Nazis laufen prügelnd durch die Straßen. Ok. Ich weiche aus. Überlasse ihnen das Feld. Keine Gegendemos etc.
Ich geb zu. Das Beispiel ist extrem. So fängt es an. Zivilcourage. Am Ende der Liste steht der Krieg


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02.02.2020 um 13:35
Zitat von tarentaren schrieb:Das ist nicht anderes wie ich geschrieben habe, du selektierst einfach aber ja Mitmenschen sind für mich natürlich alle Menschen. Warum sollte mein Gegenüber in einem Krieg kein Mitmensch mehr sein.
Reine Definitions- oder Auslegungssache. Wir sind alles Homo Sapiens. Menschen. Auch-Menschen. Mitmenschen.

Ja, die Erkenntnis nützt mir praktisch aber nichts, wenn der oder die andere Mitmensch/Homo Sapiens mir bzw. "uns" die Köpfe wegballern will bzw. die Souveränität mit Waffengewalt nehmen will. Soll ich deswegen nicht im worst-case auf jemanden ein Gewehr richten bzw. mich wehren? Klingt zumindest zwischen den Zeilen so.


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Sterben für das (Vater-)Land

02.02.2020 um 13:42
Zitat von WardenWarden schrieb:Reine Definitions- oder Auslegungssache. Wir sind alles Homo Sapiens. Menschen. Auch-Menschen. Mitmenschen.

Ja, die Erkenntnis nützt mir praktisch aber nichts, wenn der oder die andere Mitmensch/Homo Sapiens mir bzw. "uns" die Köpfe wegballern will bzw. die Souveränität mit Waffengewalt nehmen will. Soll ich deswegen nicht im worst-case auf jemanden ein Gewehr richten bzw. mich wehren? Klingt zumindest zwischen den Zeilen so.
Das muss jeder sich selbst entscheiden
- wenn die Werte stimmen und entscheidend in Gefahr sind, dann kann sein das ich dafür kämpfen werde
- wenn die offizielle Armee entsprechend handelt, schließe ich mich mir an oder evtl. eben auch nicht
- ob ich schlussendlich lethal oder non-lethal kämpfe, werde ich dann auch noch entscheiden, wobei mein Fokus definitiv non-lethal sein wird
- das Risiko für mein Leben ist dabei nachrangig oder gleichwertig zu meinem Feind


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Sterben für das (Vater-)Land

05.02.2020 um 22:49
Ich finde die Ausgangsfrage für sich genommen schon etwas antiquiert mit "Vaterland verteidigen". Wir sind (zumindest D-A-CH) umgeben von befreundeten und verbündeten Staaten. Also wäre so etwas dann eher Bündnishilfe falls dort so ein Fall eintreten sollte.
Und Auslandseinsätze sehe ich prinzipiell auch eher skeptisch. Die letzten internationalen Versuche nationale Interessen zu verteidigen (also explizit nicht das Land an sich) waren ja auch absolut erfolgreich. Da sollten wir uns auch historisch bedingt doch besser zurückhalten mit Einmischungen in innere Angelegenheiten anderer Staaten.

Und bezüglich Religion gehe ich richtig in der Annahme, dass hier Terrorismus gemeint ist? Das ist doch Aufgabe von Polizei und Geheimdiensten...

Aber für einen evtl. worst case hatte ich vorsorglich mal den Wehrdienst verweigert und kenne die Route Richtung Schweiz ;)


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Sterben für das (Vater-)Land

05.02.2020 um 22:57
Ich wohne nur 8 Kilometer von der nächsten Landesgrenze entfernt, und wen es wirklich mal die Pflicht gäbe, in einen Krieg zu ziehen, würde ich lieber über die Grenze in Sicherheit ziehen.
Ich wäre nicht so blöd, für ein Land zu sterben, das einfach nur ein Land ist...warum sollte mir das was bedeuten?
Ob ich in Deutschland lebe oder in einem anderen Land ist doch egal, es ist nichts besonderes an dem Land in dem ich lebe, also warum dafür in den Krieg und damit in den sicheren Tod ziehen?
Nee, das käme für mich nicht infrage.


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06.02.2020 um 01:44
Zitat von _Canavar__Canavar_ schrieb am 28.01.2020:Hallo erstmal,
das ist meine erste Diskussion, die ich starte.

Was haltet ihr davon für euer Land zu sterben, oder allgemein das Menschen für sowas bereit sind bzw. sowas nicht in Frage kommt. Wärt ihr bereit für euer Land zu sterben wenn Krieg oder ähnliches stattfindet? Oder seid ihr der Meinung das Leben sei zu wertvoll um es für ein Land zu opfern? Wie sieht das bei der Religion aus?

Würde mich über ehrliche Antworten freuen :)
Ich vertrete den Standpunkt dass ich meinem Vaterland lebendig einen größeren Nutzen bringe als tot. 🙂


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Sterben für das (Vater-)Land

06.02.2020 um 07:54
Zitat von CMOCMO schrieb:dass ich meinem Vaterland lebendig einen größeren Nutzen bringe als tot.
Nutzen fürs Vaterland? :) ..gut, ich kommentiere das jetzt nicht weiter, weil ich mal davon ausgehe, dass es ironisch gemeint war. ^^


Ansonsten ist "Nutzen" hier schon ein etwas sehr ökonomischer Begriff, was der menschlichen Psyche im allgemeinen nicht so ganz gerecht wird, denke ich. Ich hab mir auch schon öfter die Frage gestellt, wofür ich denn überhaupt sterben würde. Da gibt es einpaar Leute, deren Wohl ich über mein persönliches stellen würde, ja. Mehr aber auch nicht. Den Rest entscheidet mein Ansicht nach einfach die Evolution. Sprich, die übergeordneten Kräfte des "Schicksals" oder wie man das auch immer nennen will, die jeden Menschen antreiben.


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Sterben für das (Vater-)Land

06.02.2020 um 09:32
Kriege dienen in erster Linie wirtschaftlichen Interesse. Das ganze Geschwalle von Gott, Vaterland & Co. dient nur dazu, das dumme Schlachtvieh ins Blutbad zu treiben.


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