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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

260 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Politik, Deutschland, Gysi ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 00:57
Eine kurze Einordnung des aktuellen Geschehens in die Geschichte der Linken:


Ein Linker in Deutschland zu sein, ist spätestens seit 1907 ein etwas schwieriges Los. Anderthalb Jahrzehnte zuvor, 1892, war zwar schon Rudolf Rocker – der spätere Kopf eines intelligenten Anarchosyndikalismus – aus der SPD geflohen; aber wer weiß schon in Deutschland, was intelligenter Anarchosyndikalismus ist?

Bleiben wir also bei 1907 und damit bei Rosa Luxemburg. Vor einhundert Jahren war die SPD ins Trudeln geraten. Nirgends hatte sich bis dahin die Arbeiterschaft so gut als Klasse organisiert wie in Deutschland: mit eigenen Gewerkschaften, Bestattungshilfen, Bausparkasse, Freidenker-Verein, Abstinenzlerbund, Jugendweihe, Volkshäusern und einer starken parlamentarischen Partei. Deren verkündetes Programm zielte auf eine Gesellschaft der Solidarität, frei von Ausbeutung und Unterdrückung, und stand im Gegensatz zur herrschenden Ordnung.

1907 brachen aber unübersehbar Gegensätze auf. Denn die SPD, gegen die von allen anderen Parteien ein ultranationalistischer Wahlkampf geführt worden war, hatte erstmals eine Wahlniederlage erlitten. Bis dahin war die immer noch jugendliche Rosa Luxemburg vom vaterlandslosen SPD-Parteivorstand – einer Vereinigung alter und alternder Männer – als Vorzeige-Linke und als Erbin des sozialistischen Anspruchs gern gehätschelt worden. Nun entschied sich dieser Vorstand für das Vaterland.

Schon vor 1907 hatten in der SPD gegen die »Umstürzlerei« à la Rosa Luxemburg offen jene Kräfte opponiert, die den weiteren Ausbau der Organisation, den Gewinn neuer Parlamentssitze und den Bestand des proletarischen Milieus nicht mehr durch sozialistische Gegenentwürfe zur kaiserlich-militaristischen Gesellschaft gefährdet sehen wollten. Sie bekamen nun Oberwasser – trotz aller Amplituden letztlich bis heute.

1907 begann die SPD ihren Weg »in die Gesellschaft«, der sie über die Zustimmung zu den Kriegskrediten am 4. August 1914 zum unmündigen Komplizen am staatlich organisierten Mord an deutschen Arbeitern auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges sowie an der Abschlachtung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts werden lassen sollte. Daran heute zu erinnern, schickt sich nicht. Schließlich haben wir die Globalisierung; außerdem zu hohe Lohnnebenkosten, vor allem bei denen, die zu ehrlich sind, die Mehrwertsteuer legal zu verrechnen; zudem eine Generation, die ein kapitalverträgliches Frühableben verweigert, sowie eine viel zu teure BVG – denn Infrastruktur hat nicht für die Gesellschaft dazusein, sondern Rendite abzuwerfen. Das sind die wirklichen Probleme – und wer das nicht begreift, spaltet die Linke.

Immer, wenn die Linke gespalten ist, nütze es der Rechten, sagt ein Ex-SEW-Mitglied an der Spitze des DGB. Daß die Linke 1914 noch gar nicht gespalten war und trotzdem der Rechten nützte und daß seit 2002 die Linke auf bundespolitischer Ebene kaum eine Rolle spielt und trotzdem – die Feder sträubt sich – »die Linke« eine Politik der Rechten mit einer Unverschämtheit betreibt, wie die das selbst seit 1945 nie gewagt hat, mag Michael Sommer vergessen haben und soll hier nicht unser Problem sein. Die Linke hat sich immer dann gespalten, wenn ihre Mehrheit eine rechte Politik ihrer Führer duldete.

Links ist die Linke nicht per Deklaration – Hitler erklärte, daß er antikapitalistische Politik betreibe, weshalb er weit bis ins Jahr 1930 in bürgerlichen Kreisen für einen Linken gehalten wurde. Links ist die Linke nur dann, wenn sie es jeden Tag erneut unter Beweis stellt: mit einer Politik gegen jedwede Unterdrückung, gegen jegliche Ausbeutung, für Solidarität – oder altmodisch und damit völlig »politikunfähig« formuliert: mit den Forderungen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und das ganze auch noch in jeder Hinsicht als unteilbar postuliert.

Die Teilhabe der SPD an der Barbarei Krieg trieb zu Ostern 1917 eine Minderheit ihrer Mitglieder in die USPD. Strategisch erfolgreich wurde jedoch eine schon etwas länger bestehende Gruppe – die Gruppe Internationale um Rosa Luxemburg, Franz Mehring und ihre Freunde, ergänzt um Karl Liebknecht –, die durch die USPD hindurchging und zur KPD wurde. Im Dezember 1920 vereinigte sich mit ihr die Mehrheit der USPD zur VKPD, während die Minderheit 1922 in die SPD zurückkehrte.

Das geschah nicht von ungefähr. Zwischen der SPD, die während des Ersten Weltkrieges ein Bündnis mit den traditionellen Eliten eingegangen war und und während der Novemberrevolution auch noch den deutschen Militarismus gerettet hatte, einerseits und der institutionalisierten Revolution in Rußland und ihrer Verbündeten in Deutschland andererseits hatte eine dritte, demokratisch-sozialistisch agierende, Kraft keine Chance, zumal die immer wieder illegalisierte KPD, um überhaupt weiterbestehen zu können, sich in die Abhängigkeit von den Bolschewiki begeben hatte. Jeder, der sich in den folgenden Jahrzehnten von der SPD trennte oder als Linker auch nur von ihr getrennt blieb, stand im Verdacht, im Solde Moskaus – und später im Kalten Krieg im Solde Ostberlins – zu stehen. Bestenfalls wurde er als kauziger Wanderer zwischen den Welten zur Verspottung freigegeben. Zwischen 1919 und 1990 änderte sich – so viel sich auch sonst veränderte – an dieser Konstellation im wesentlichen nichts.

Gerhard Schröder kam sie 2002 noch einmal zugute, und die SPD hofft erneut darauf: auf die westdeutsche Erinnerung an sächselnde Grenzer und an schlechtgereinigte Toiletten – ein Phantomgeruch, der weder vom Osten noch von der PDS bisher hat weichen wollen. Doch der Ost-West-Konflikt hat seine Substanz verloren; er ist nicht ewig prolongierbar.

Am bittersten wird es die domptierte SPD-»Linke« treffen. Jetzt, da sich außerhalb der SPD ein weites Feld für eine undenunzierbare Linke öffnet, wird linke Konkurrenz nicht mehr niederzuhalten sein. Es steht eine strategische Kräfteverschiebung an – und damit die Vollendung von 1989.

Im Moment – wir schreiben den 29. Mai – benehmen sich nicht wenige in PDS und WASG so, als wenn sie nicht begriffen hätten, daß sie unumkehrbar ins Freie entlassen worden sind und lernen müssen, »ohne Geländer« (Hannah Arendt) zu denken. Die Linke wird nur dann zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft werden, wenn sie sich fair und ohne Bedingungen allen öffnet, denen es um nachhaltigen Widerstand gegen den Klassenkampf von oben zu tun ist. »Ein runder Tisch wartet«, schrieb 1932 Carl von Ossietzky. Damals verhallte seine Aufforderung ungehört.

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www.dasblaettchen.de
(direkten Link zum Artikel gibts leider nicht)



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 01:13
@tunkel

Gut ausgewählt, den druck ich mir mindestens 10x aus und verteile ihn bei einigen Verwandten, für die kann man ja nix...*g*

DC

Das Fundament ist die Basis jeder Grundlage.


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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 11:34
Wenn etwas der Nagel in Deutschlands Sarg ist, dann das dieses Linksbündnis etwas zu sagen hat. Die Leute darin sind naiv, realitätsfremd und scheibar haben 70 Jahre Sowietunion udn 41 Jahre DDR nicht bewiesen das eine STaatliche Wirtschaft nicht funktioniert, was den allen fehlt sind rudimentäres Grundwissen von Wirtschaft, und der Welt an sich.

Lafontaine ist nur ein Schreihals der vor lauter Solidarität sich zwischendurch mit seinen Bezügen einen ruhigen Lenz gemacht hat und sich immer verpisst wenn es probleme gibt, und immer zurückkommt mit dem Traum er könne das Land retten.


Die Hölle zu meiner Linken - Das Paradies zu meiner Rechten- und hinter mir der TOD

aus der orange Katholischen Bibel



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 16:05
@Fedaykin

Wie recht du hast..


Die klassische links-rechts Einteilung verschleiert die grundsätzlichen Gemeinsamkeiten beider Ideologien.

Roland Baader schrieb 1999:
Das Gegenteil von "links" ist nicht "rechts" -und das Gegenteil von "rechts" ist nicht "links". Der braune Sozialismus ist nur eine Variante des roten Sozialismus.
Das Gegenteil von "links" (und von "rechts") ist:
>freiheitlich< und >offen<, sowie >rechtsstaatlich< im ursprünglichen Sinn des Wortes.
Und freiheitlich, offen und rechtsstaatlich bedeutet zugleich:
So viel persönliche und private Entscheidungsautonomie des Bürgers -und sowenig kollektiv- oder hoheitliche Entscheidungen als möglich.
Und das wiederum heisst zugleich:
So wenig Staat und Politik als überhaupt möglich, und so wenig Parteien - und Funktionärenkompetenzen als gerade noch denkbar.

Doch welche Lehren ziehen nun die Deutschen aus diesen Erkenntnissen?
Sie reden noch immer davon , "nicht alles am Sozialismus (rot und braun) sei schlecht gewesen."
Nur so ist der traurige Erfolg solcher Volksverführer a la Lafontaine zu verstehen.



"Die Zukunft war früher auch besser"


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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 18:05
@Fedaykin
sehe ich eben ähnlich. Deren Vorstellungen in allen Ehren.
Aber ich glaube und traue den Köpfen dieser Partei keine Regierungsverantwortung zu und auch nicht, dass gerade sie so aufrichtig sind, wie sie propagieren.

Einer sagte mal:
Lafontaine ist wie früher ein "begnadeter Populist" der sich bei seinen Reden in "realitätsfernen Bereichen" befindet und überwiegend beim "bildungsfernen Milieu" ankommt. ;)

Dennoch, eine Partei ähnlich der Grünen - in der Opposition unverzichtbar.

Alle Menschen sind klug: Die einen vorher - die anderen nachher.
Wir haben die DDR überstanden und werden auch die BRD überstehen.



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

25.06.2005 um 20:34
Ich muss euch da auch zustimmen.
Diese Köpfe wollen ja auch garnicht regieren, Lafontaine und Gysi haben selbst gesagt das eine Regierungsverantwort für sie bei dieser Bundestagswahl ausgeschlossen ist, die Rolle des Linksbündnisses sei ganz klar in der Opposition, haben beide vor kurzem so auf einer Pressekonferenz gesagt.
Ich bin ja mal sehr gespannt auf das konkrete Wahlprogramm des Linksbündnisses, bislang konnte ich auf den Webseiten von PDS und WASG noch nichts dazu entdecken...

Justitia in suo cuique tribuendo cernitur


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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 03:49
@tunkel

Sehr schöner Artikel. Und gute Zusammenfassung der unglücklichen Entwicklung der sozialistischen Alternative.


@Hansi

Der Baader-Artikel ist wie aus den Verlautbarungen der FDP abgekupfert. Der erste Teil ist ja noch nachvollziehbar - aber dann kommts: "Möglichst wenig Staat" - ja freilich - DAFÜR sind immer DIE, die sich so etwas leisten können! Die Reichen und Superreichen! Schlimm nur, daß Otto Normalverbraucher DAS dann auch nachbetet!

Mir ist schon klar WARUM von interessierter Seite so gegen Lafontaine und Gysi gehetzt wird.

Andersdenkende sind oft ganz anders, als wir denken.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 04:30
@Hansi

Dieser Roland Baader wird auch gerne von der "Jungen Freiheit" zitiert.

In der Rubrik "Bücher zur Freiheit" rezensiert ef neben den eigenen neurechte Autoren wie Andre F. Lichtschlag und Roland Baader u.a. auch Franz Schönhuber....



Er ist ein gnadenloser Verfechter des "richtigen Kapitalismus" also ein Gegner der "sozialen Marktwirtschaft"! Er hält das Modell der chinesischen Wirtschaft für das bessere! In bestimmten Kreisen gilt er als Freiheitskämpfer aber:

Man darf den Herrn Baader und sein Werk auch SO sehen:

<" Einseitiges Pamphlet 07.02.2005

So eindrucksvoll die Fakten auch sein mögen, die Roland Baader in seinem Buch geschickt aneinander reiht: Spätestens nach der fünften Schimpftirade gegen Politker oder Globalisierungsgegner ("NGO-Chaoten") möchte man das Buch schon wieder zur Seite legen. Auch Baaders Hinweis, ausgerechnet der durch antisemitische und rasssistische Ausfälle bekannte Schweizer Rechtsaußen Christoph Blocher sei ein vorbildlicher Volksvertreter, dürfte selbst beim nachsichtigsten Leser nur noch ein Kopfschütteln hervorrufen. Unangenehm ist Baaders martialische Sprachwahl, die ihm immer wieder entgleitet. Keine Frage: Roland Baader ist nicht der Freigeist, für den er sich selber hält. Baader ist ein ulta-konservativer Eiferer im Kleid des liberalen Ökonomen. ">

Auszug aus:

http://lexikon.izynews.de/amz/393519742X


So - und jetzt kannst Du ja wieder aufjaulen und schreien ich stelle Dich in die "rechte Ecke"!
Aber was Du uns da vorstellst IST nunmal nicht ganz koscher.


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© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 11:29
Die verbalen Ausfälle Lafontaines gegen Ausländer haben Methode. Sie zielen auf Links- und Rechtsaußen

Das ist etwas Neues in der linken Politik: Schwulenfeindlichkeit im Gewand eines Protestsongs. Der offizielle Song der Wahlalternative soziale Gerechtigkeit (Deutschlandboogie), auf der Website zum Download angeboten, zieht über Deutschlands politisches Spitzenpersonal her, über Schröders angeblich unsoziale Politik, über Fischers Visa-Affäre – und dann folgt die Zeile: »Der Westerwelle schaut sich nur noch Männer an.« Das soll offensichtlich ein Vorwurf sein.

Links geht plötzlich vieles. Oskar Lafontaine betrachtet es als Staatspflicht, deutsche »Familienväter und Frauen« davor zu schützen, dass »Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen«. Hinter der Aufregung über den Nazi-Begriff »Fremdarbeiter«, den Lafontaine am Dienstag letzter Woche vor der Marx-Büste in Chemnitz benutzte, steckt die Frage nach der Zukunft des Populismus in Deutschland.

Warum haben wir keinen Haider, keinen Le Pen, keinen Pim Fortuyn? Haben wir wirklich keinen? Oder ist er bloß schwer zu erkennen, weil er als Linker unter dem Schutz seiner Gutmenschen-Legitimation agiert? Lafontaine beteuert pharisäisch, er wolle durch seine Wortwahl niemanden »ausgrenzen«. Die WASG wählte ihn wenige Tage nach dem beherzten Griff in das Wörterbuch des Unmenschen zum Spitzenkandidaten in Nordrhein-Westfalen. Eine Debatte über den »verbalen Fauxpas« (Der Spiegel) fand nicht statt.

Der Auftritt war alles andere als ein Fauxpas. Unter den strengen Blicken der monumentalen Marx-Büste experimentierte Lafontaine ganz unverkrampft mit der Sprache von Goebbels. Chemnitz war ein erster Testlauf vor Publikum für einen schillernden Populismus, der so lechts ist, das er fast schon wieder rinks ist. Die NPD hat sofort den Versuch gerochen, in das Revier ihres »nationalen Sozialismus« einzubrechen. Der Parteivorsitzende Udo Voigt höhnte, das Linksbündnis übernehme offenbar die »Argumente der nationalen Opposition«. Auch Voigt will die Arbeitslosigkeit bekämpfen, indem »wir die Fremdarbeiter nach Hause schicken«. Sein Stellvertreter Holger Apfel dankte Lafontaine hämisch für den Beitrag zur »Enttabuisierung des politischen Diskurses«.
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Die Fremdarbeiter-Äußerung ist nur das Symptom einer Ressentiment-Politik, für die Oskar Lafontaine nicht erst seit kurzem steht. Sein aktuelles Buch Politik für alle, eine Art Manifest für die neue Linksbewegung, ist ein regelrechter Bauchladen der multiplen Ressentiments. Da geht es zum einen gegen die bösen Reichen, die unfähigen Manager und die korrupten politischen Eliten, die mit ihren »Schandgesetzen« den kleinen Mann knebeln.

Wer das für links hält, lese weiter, wie Lafontaine von der »forcierten Einwanderung« spricht, die »in Deutschland einzig von den oberen Zehntausend gefordert« werde. Er will die Staatsangehörigkeit all jenen entziehen, die nicht »die deutsche Sprache sprechen, nach ihrer Leistungsfähigkeit Steuern zahlen und den Sozialstaat finanzieren«. Reiche Steuertrickser und türkische Sozialfälle ausbürgern – so sendet Lafontaine Botschaften nach ganz weit links und ganz weit rechts zugleich. Er spricht vom »deutschen Volk« als einer »Schicksalsgemeinschaft« und sorgt sich, »welche kulturelle Identität Europa am Ende dieses Jahrhunderts haben« soll. »Das Einwanderungsland USA«, menetekelt er, »wird bereits in fünfzig Jahren keine weiße Mehrheit mehr haben.« Die »weiße Mehrheit« in Europa sieht er offenbar durch den EU-Beitritt der Türkei gefährdet, der per Referendum verhindert werden müsse. Er warnt, dass »Bush und Kerry ihre Wähler schon auf Spanisch« ansprechen, und fragt, »wann Spitzenpolitiker in Europa bei Wahlkämpfen die Zuwanderer in ihrer Heimatsprache umwerben«

Quelle: zeit.de


Ich habe mir jetzt nicht alles in diesem Thread durchgelesen und hoffe das noch niemand dieses Thema angesprochen hat.
Hier sieht man wer zu weit nach links geht, kommt rechts wieder raus. Lafontaine ist ein arroganter Mensch der für seine Interviews auch noch Geld verlangt. Lafontaine ist eine Schande für das linke Spektrum
Ich finde die PDS sollte PDS bleiben.

Reicher Mann und armer Mann standen da und sah`n sich an.
Da sagt der Arme bleich:
"Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich."



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 13:26
"Hier sieht man wer zu weit nach links geht, kommt rechts wieder raus."

Sepukko,

genau so ist es! Natürlich wurde dies hier auch schon angedeutet. Ist ja immer eine Sache des Horizonts, inwieweit diese Dinge dann beim geschätzten Leser auch ankommen. Die derzeitig besonders links liegenden Linken hier üben ihren "Weitblick" noch und verfummeln sich in Historienschinken a la Rosa Luxemburg....Auf einmal ist Geschichte wieder "in" - wenns um den Holocaust geht, will man aber nun endlich, "nach so vielen Jahren" nicht mehr "zahlen" - Grauslich, das verwirrte Volk wird verwirrt, bleibt verwirrt und lässt sich von abgehalfterten "neuen" Linken weiterhin verwirren. Der "neue" Ossi Lafontaine wandelt auf Kohls Pfaden, der hat sich auch om Osten die Mehrheit geholt. Wer noch? Na ja - mit der "richtigen" Verpackung ist dem Volk jegliche Übernahmetaktik recht. Warum soll das Kürzel "PDS" im Westen nicht mit auf die Wahlzettel? Haben sich das die linkischen Linksträger des Westens schonmal gefragt?

Gruß

Die Reihenfolge ist:
Regnerisch kühl, Schaufensterbummel, Hundekot....Oo.NWIO-WBIN.oO



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 13:35
Geschichtsunterricht für Geschichtsinteressierte:

Der Weg zum Linksbündnis

10. Juni 2005 Die PDS und die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) haben sich auf ein Bündnis für die geplante Bundestagswahl im September geeinigt. Eine Chronologie:

11. März 1999: Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine tritt überraschend von seinem Ministeramt und als SPD-Vorsitzender zurück. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte Lafontaines „wirtschaftsunfreundliche Politik” kritisiert.

22. September 2002: Bei der Bundestagswahl verfehlt die PDS die Fünf-Prozent-Hürde und damit den Wiedereinzug in den Bundestag als Gruppe oder Fraktion. Lediglich zwei Abgeordnete erringen ein Direktmandat. Die Partei gerät in eine tiefe Krise.

26. Oktober 2003: Die PDS gibt ihren streng sozialistischen Kurs auf. Das neue Programm akzeptiert die Marktwirtschaft, der Sozialismus als Grundziel wird aber beibehalten.

3. Juli 2004: SPD-Abweichler und unzufriedene Gewerkschafter gründen in Berlin ein neues Linksbündnis, den Verein „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit”. Aus Protest gegen die Kürzungen im Sozialsystem, gegen Hartz IV und die „Agenda 2010”, soll flächendeckend Widerstand organisiert werden.

7. August 2004: Lafontaine will sich notfalls in einer neuen Linkspartei engagieren, wenn Schröder seine Politik bis zur nächsten Bundestagswahl fortsetze. Er fordert erneut den Kanzler-Rücktritt.

30. August 2004: Nach einem Auftritt Lafontaines bei der Leipziger Montags-Demonstration will der rechte SPD-Flügel einen Parteiausschluss prüfen lassen. Die bundesweiten Proteste gegen die Arbeitsmarktreform Hartz IV halten unvermindert an.

22./23. Januar 2005: Die WASG gründet sich in Göttingen als neue Partei. Die „Partei Arbeit und Soziale Gerechtigkeit - die Wahlalternative (ASG)” will bei der Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen erstmals antreten.

22. Mai 2005: Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verliert Rot-Grün seine letzte Bastion auf Länderebene. Die WASG erhält 2,2 Prozent. Die PDS kommt auf 0,9 Prozent (-0,2). Schröder fordert vorgezogene Bundestagswahl.

24. Mai 2005: Lafontaine tritt aus der SPD aus. Er begründet seinen Schritt mit der Hartz-IV-Arbeitsmarktreform von Rot-Grün.

3. Juni 2005: Der frühere PDS-Vorsitzende Gregor Gysi will bei Neuwahlen als Spitzenkandidat seiner Partei antreten. Er werde sich für ein Linksbündnis mit der WASG einsetzen.

10. Juni 2005: PDS und WASG einigen sich auf ein Bündnis. Die Mitglieder der WASG sollen auf offenen Listen der PDS antreten. Lafontaine will dafür kandidieren. Die Gremien von PDS und WASG müssen das Bündnis noch absegnen.

Text: FAZ.NET

Gysi & Lafontaine am 22. Sept. 2002 auf einer Wahlparty der PDS: http://www.faz.net/imagecache/
{11E9FD5F-8D97-4228-95BC-9A16706628CB}picture.jpeg

;-))



Gruß



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26.06.2005 um 13:49
Vorfreude ist die schönste Freude ;-)




Linksbündnis erreicht bei Sonntagsfrage neun Prozent

22. Juni 2005 Der Zusammenschluß von der PDS und der „Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit” (WASG) würde bei der erstmaligen Teilnahme an einer Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde locker überspringen.

Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins „Stern” und des Fernsehsenders RTL erreichte das neue Linksbündnis neun Prozent. Allerdings bekäme die CDU/CSU wie in der Vorwoche 49 Prozent und hätte damit im neuen Bundestag die absolute Mehrheit der Stimmen.

Viele Wähler noch unentschieden
Künftig wieder im Bundestag? Oskar Lafontaine

Die FDP verliert demnach im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt und sinkt somit auf sechs Prozent. Die SPD bekäme mit 26 Prozent einen Punkt weniger als in der Vorwoche. Die Grünen blieben unverändert bei sieben Prozent. Für „sonstige Parteien” würden sich drei Prozent der Deutschen entscheiden.

Der Umfrage zufolge ist die Wahl noch nicht entschieden. Laut Stern„ sind sich zwar 71 Prozent der befragten 2051 Bundesbürger sicher, daß sie bei der Bundestagswahl wählen werden. Doch die Mehrheit dieser Gruppe (64 Prozent) wisse noch nicht, für welche Partei sie ihre Stimme abgeben werde.

Text: FAZ.NET mit Berichten von ddp, dpa


Gruß



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26.06.2005 um 14:51
@Seraphin

Na das sind ja dann die besten, Keine Verantwortung übernehmen sondern nur in der Opposition alles Verreissen, dafür kann ich jeden Menschen schicken, etwas zu Kritisieren ist bekanntlich leichter als eine Alternative anzubieten.

Klar der Bürger mit dem begrenzten Horizont der fällt auf sowas rein, von der dummheit zehren ja auch die Rechten Parteien.

Die WAASG hat ja nicht mal ein Konzept bei der Landtagswahl gehabt.

Ich kann auch einfach sagen wir geben euch mehr Geld und Schaffen HARz 4 wieder ab, nur wie Finanzieren?

Das es Oppositionelle Kräfte geben muß ist klar, nur wäre es schön wenn diese Zusammenwirken und sich nicht nur ankötten.



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26.06.2005 um 22:17
@jafrael
>>>"Möglichst wenig Staat" - ja freilich - DAFÜR sind immer DIE, die sich so etwas leisten können! Die Reichen und Superreichen! Schlimm nur, daß Otto Normalverbraucher DAS dann auch nachbetet!<<<

Eben nicht !
Otto Normalverbraucher ist es doch gerade, der die Hauptlast überbordender staatlicher Regulierungswut und daraus folgender Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung zu tragen hat.

Übrigens:
Mit der Spaßpartei hab ich nicht viel am Hut und reich in deinem Sinn bin ich schon mal gar nicht.


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26.06.2005 um 22:51
Bildungssystem und Krankenversicherung als Regulierungswut darzustellen, ist doch etwas SEHR dreist!

Hier geht es nicht um offensichtlichen bürokratischen Wahnsinn, für den Deutschland so berühmt ist, sondern um staatliche Sicherungssysteme und Regulierungen von Einkommen, um eine gewisse Gerechtigkeit und Gleichheit von oben zu oktroyieren.



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26.06.2005 um 22:53
@jafrael
>>>Dieser Roland Baader wird auch gerne von der "Jungen Freiheit" zitiert.

In der Rubrik "Bücher zur Freiheit" rezensiert er neben den eigenen neurechte Autoren wie Andre F. Lichtschlag und Roland Baader u.a. auch Franz Schönhuber.... <<<

Baader kann wohl nicht jedem verbieten ihn zu zitieren.
Daraus zu schließen er ginge konform mit dem Zitierenden ist weit hergeholt.


Die 'Junge Freiheit' kennzeichnet ein grundlegender Antiliberalismus, der mit Elite-Denken, Kritik am parlamentarischen System und an der Idee der allgemeinen Menschenrechte verbunden ist. Die Zeitung vertritt einen ausgrenzenden Nationalismus, der auf den Prinzipien des so genannten "Ethnopluralismus" beruht. Dieser sieht die räumliche, zumindest aber kulturelle Trennung ethnischer Gruppen vor. Vor diesem Hintergrund tauchen Ausländer und deutsche Staatsbürger mit Einwanderungshintergrund in der Regel als Störfaktoren auf, die die ethnische Homogenität Deutschlands bedrohen.
http://www.im.nrw.de/sch/347.htm (Archiv-Version vom 05.02.2005)

Mit diesen Ansichten der Jungen Freiheit kann man Baader nicht in Verbindung bringen. (Zumindest nicht wenn man ihn selber gelesen hat bevor man urteilt)

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26.06.2005 um 23:05
@Hansi

DAnn solltest Du Deinen Baader mal etwas genauer durchlesen, der ist gegen alles, was es an Sicherheiten für Otto Normalverbraucher noch gibt. DER fprdert unverhohlen Kapitalismus pur.

Heute mittag im Journalisten-Talk wurde erstmals auch vernünftig über das neue Linksbündnis diskutiert. Wird Zeit, daß sich einige Leute mal wieder dem Schaum vom Munde wischen! Der Lafontainsche Begriff "Fremdarbeiter" wurde sehr woh negativ vermerkt - gerade auf Seiten der Linken! DAS kann auch zur Kenntnis genommen werden - Verlange ich nicht von der Zeit und von der FAZ und dem Manager-Magazin aber der einigermaßen informierte Bürger kann das bemerkt haben - wenn er denn will.

Der Begriff "Fremdarbeiter" ist auch seit den 80-er Jahren schon in amtlichen Regierungspapieren aufgetaucht. Hat DAMALS aber niemand zu solchem entrüstetem Aufschrei inspiriert.

Dennoch bin ich sicher, daß sich Lafontaine die Kritik seiner linken Freunde zu Herzen nimmt und künftig darauf verzichtet.

Andersdenkende sind oft ganz anders, als wir denken.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

26.06.2005 um 23:15
Ich halte das mit dem Fremdarbeiter für völlig überzogen. Niemand der jüngeren Generation nimmt dieses Wort als klassischen Nazi-Jargon wahr, und das zu Recht. Wieso auch? Wenn ein fremder hier arbeitet, ist es ein Fremdarbeiter. Aber jüdische Zwangsarbeiter fühlen sich gleich wieder ans Bein gepinkelt - völlig zu Unrecht.

Und wie sehr dieser Begriff nur in den Köpfen von extremst Hypersensiblen Besserwissern steckt, beweist die Tatsache, dass selbst auf offizielle SPD-Homepages dieser Begriff auftauchte (der nach dem Gekreisch um Lafontaine eiligst ausgetauscht wurde), siehe Spiegel-Meldung.

Ich finds auch komisch, dass man heutzutage das simple Verb "heilen" nicht mehr gescheit deklinieren kann. "Heil" bringen hat einfach einen bitteren Nachgeschmack.



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

27.06.2005 um 00:06
@tunkel

Welch "Einklang" unserer postings! -gg*


@Hansi

Ich hatte doch ausdrücklich auf das Periodikum "ef" hingewiesen. In dem ist Baader mit recht suspekten Leuten gemeinsam zugange. DAS ist es was auch mich befremdlich wirkt. Und in der neuen Freiheit wird er nicht nur zitiert. Da finden sich - wenn ich das richtig sah - auch Artikel von ihm. Wäre aber auch kein Wunder, schreibt er in "seinem" Perodikum ja auch mit solchen Leuten zusammen. Und was hälts Du davon, daß er diesen Schweizer Rechtsradikalen für einen guten Politiker hält und anpreist? Und findest Du es auch in Ordnung wenn er Globalisierungsgegener "NGO-Chaoten" nennt? (NGO´s sind Nicht-Regierungs-Organisationenen!!)
Da möchte ich schon Antworten von Dir und nicht nur so eine Randbemerkung!

Es ist immer dasselbe. Ich nennen mehrere Beispiele und Du antwortest lapidar auf das was Du für das Harmloseste hältst und meinst damit sei alles geklärt.

Andersdenkende sind oft ganz anders, als wir denken.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker



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Linksbündnis mit Lafontaine und Gysi

27.06.2005 um 01:03
Ich halte das mit dem Fremdarbeiter für völlig überzogen. Niemand der jüngeren Generation nimmt dieses Wort als klassischen Nazi-Jargon wahr, und das zu Recht. Wieso auch? Wenn ein fremder hier arbeitet, ist es ein Fremdarbeiter. Aber jüdische Zwangsarbeiter fühlen sich gleich wieder ans Bein gepinkelt - völlig zu Unrecht.


Was den Begriff Fremdarbeiter angeht, geb ich dir recht!

Dass aber Lafontaine auf den Zug der Anti- Ausländerstimmung in Ostdeutschland aufspringt um sich bei den Rechten anzubiedern finde ich beschämend!

Wo sind die Massen an Fremdarbeitern in Ostdeutschland, die den aufrichtigen Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen?
Wer von den Ausländern südländischen Aussehens geht freiwillig nach Ostdeutschland?
Es gibt viel weniger "Fremdarbeiter" in OStdeutschland als im Westen!


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