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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

124 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Sachsen-anhalt, Koalitionen, Landestagswahl ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

um 09:17
Zitat von VenomVenom schrieb:Dann kommt ganz schnell schon die Nazi/Faschismus-Keule
Genau so wie die weit verbreitete "woke"- und "linksgrünversifften"-Keule, die ebenfalls sehr gern geschwungen wird.
Zitat von VenomVenom schrieb:dass man im Moment zu radikalisiert ist um aus eigenem Tellerrand hinauszuschauen.
Naja, die erwähnte Bereitschaft zum Perspektivwechsel sieht eben genau das vor, nämlich über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Es ist aber halt die Frage, ob man pauschale Feindseligkeiten und gruppenspezifische Verachtung (z.B. gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen aus dem linken Spektrum) seinerseits tolerieren muss.

Und irgendwie scheinen mir solche gruppenspezifischen Verachtungsgefühle schon zu den Kernthemen des rechten Spektrums zu gehören. Ich frage mich, ob man mit einer grundsätzlichen Bereitschaft zum Perspektivwechsel und zur Empathie gegenüber den Mitmenschen überhaupt noch stark rechts bzw. politisch extremistisch eingestellt sein kann (jenseits des demokratisch-rechtsstaatlichen Spektrums).


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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

um 09:41
Zitat von martenotmartenot schrieb:Genau so wie die weit verbreitete "woke"- und "linksgrünversifften"-Keule, die ebenfalls sehr gern geschwungen wird.
Stimme ich zu, da rotten sich solche Gestalten dann auch gerne bei vielen dieser Demonstrationen und Kundgebungen der rechten Parteien und derer Organisationen. Genauso kritikwürdig.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Naja, die erwähnte Bereitschaft zum Perspektivwechsel sieht eben genau das vor, nämlich über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Es ist aber halt die Frage, ob man pauschale Feindseligkeiten und gruppenspezifische Verachtung (z.B. gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen aus dem linken Spektrum) seinerseits tolerieren muss.
Um mal ein Beispiel zu nehmen. Bei Kundgebungen und Demonstrationen lässt sich nicht nur schwer entschärfen, sondern es läuft so ziemlich "immer" auf Eskalation hinaus da sich zwei sich feindlich gesinnte oder zumindest oppositionell gesinnte Gruppen gegeneinander aufstellen und gegenseitig auspfeifen und jeder will sich und seine eigene Meinung durchsetzen. Ein Dialog bei einem Cafe, im Park oder sonst wo sieht da ganz anders aus. Da kann ich deutlich besser mit Leuten aus beiden Lagern reden und ich habe auch an Bürgerdialogen hier in Österreich teilgenommen. Erfahrungsgemäß habe ich festgestellt viele dieser Leute die sich tatsächlich bereitstellen auch aus dem Bubble rauszuschauen gar nicht erst bei diesen Demos- und Gegendemos teilnehmen.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Und irgendwie scheinen mir solche gruppenspezifischen Verachtungsgefühle schon zu den Kernthemen des rechten Spektrums zu gehören.
Es muss ja auch noch keine Verachtung sein aber klar. Nur sieht man das genauso auch im linken Spektrum, der Unterschied ist aber mal wieder die spezifische Gruppe. Eigentlich müsste man hier deutlich mehr in die Details eingehen.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ich frage mich, ob man mit einer grundsätzlichen Bereitschaft zum Perspektivwechsel und zur Empathie gegenüber den Mitmenschen überhaupt noch stark rechts bzw. politisch extremistisch eingestellt sein kann (jenseits des demokratisch-rechtsstaatlichen Spektrums).
Kann man definitiv, ich war ein Jahrzehnt lang im Grunde ein Faschist. Aber auch da muss man detailliert diskutieren. Ich war gegenüber dem Westen politisch feindeselig gesinnt, Muslime und Katholiken habe ich gehasst - bei Tieren, Frauen grundsätzlich, Alten und Schwerkranken war ich immer sehr empathisch gesinnt. Und ich schaffte es sogar mich in Frauen zu verlieben deren Volksgruppe oder Religionsgruppe ich gehasst habe. Hautfarbe spielte auch nie eine Rolle bei mir. Perspektivwechsel? Auch möglich, ich bin so ziemlich alleine rausgekommen aus dem serbischen Ultranationalismus und Klerikalfaschismus auch wenn der Schaden nachhaltig da war und ich bis heute mit Konsequenzen meines damaligen Lebensstils zu leben habe.


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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

um 09:45
Zitat von VenomVenom schrieb:Auch möglich, ich bin so ziemlich alleine rausgekommen aus dem serbischen Ultranationalismus und Klerikalfaschismus auch wenn der Schaden nachhaltig da war und ich bis heute mit Konsequenzen meines damaligen Lebensstils zu leben habe.
Interessant, vielen Dank für Deine Beschreibung. Wie hast Du es denn geschafft, aus dem faschistischen Denken rauszukommen? Gab es da bestimmte Anlässe oder Erlebnisse, oder war das Deiner Einschätzung nach ein langsamer Prozess, in dem sich nach und nach Dein Denken und Deine Wahrnehmung verändert hat?


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Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

um 17:58
Zitat von martenotmartenot schrieb:Wie hast Du es denn geschafft, aus dem faschistischen Denken rauszukommen? Gab es da bestimmte Anlässe oder Erlebnisse, oder war das Deiner Einschätzung nach ein langsamer Prozess, in dem sich nach und nach Dein Denken und Deine Wahrnehmung verändert hat?
Es war ein Prozess, die Ideologie bröckelte im Grunde von Anfang an, während meine "Kameraden" alle misogyn und homophob waren zum Beispiel - ich habe dieses spezifische Gedankengut schon immer gehasst. Das hat es mir dann auch einfacher gemacht nach dem Ausstieg die gleichen Kameraden auch mit gleichen Methoden zu bekämpfen. Es hat sich also nur das Feindbild und die Ideologie geändert und bis zu einem gewissen Grad auch die Methodik nach meiner Distanzierung von Ultranationalisten aus meiner Heimat. Es fand keine Entradikalisierung statt. Das radikale Leben ging danach halt weiter. Ach und was noch eine Rolle gespielt hat bei meiner Wendung - ich habe mich mehrfach in Frauen verliebt die ich ideologisch gesehen verachtet hätte "sollen". Zwei davon wollten was von mir, eine davon hat mich zur Hölle geschickt als sie von meiner Gesinnung erfuhr was mich sehr verletzt hat. Ich könnte zu all dem viel mehr schreiben aber das wäre zu OT und zu lang. Es hätte mich alles auch mein Leben kosten können, und das Leben anderer.


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