martenot schrieb:Ich bin vor kurzem in Halle gewesen und bin dort eigentlich vielen Menschen begegnet, denen ich zutraue, nicht die AfD zu wählen.
Das würdest du auch hier, 25 km entfernt von Halle, nicht anders denken.
martenot schrieb:Allerdings scheint Halle sowieso eher unterdurchschnittlich viele AfD-Anhänger zu haben, oder?
Keine Ahnung wo heute der Durchschnitt liegt, aber letztes Jahr haben noch 25% der Hallenser die AFD gewählt. Wie in jeder großen Stadt kommt es auch auf das Viertel an. In HaNeu oder Silberhöhe haste vermutlich einiges mehr an AFD-Wählern, als im Paulusviertel.
martenot schrieb:Oft achte ich auf Kleinigkeiten: wie gehen die Menschen miteinander um, wie gehen sie mit Fremden um, wie gehen sie mit "Migranten" um, wie reagieren sie auf moderne Kunst, wie reagieren sie, wenn es irgendwo eine Regenbogenfahne zu sehen gibt, wie redet man über das Thema Hitze/Trockenheit/Klima? Welche Attribute haben sie selbst an sich (trägt jemand vielleicht selbst eine kleine Regenbogenfahne als Anhänger), etc.
Das wird nichts. Hättest du mich gesehen (vielleicht hast du es ja unbewusst) und ich hätte eines der Bandshirts von bsw. Heaven Shall Burn oder Kanonenfieber an, hättest du mich sicherlich für einen Rechten gehalten. Beide Bands provozieren schon sehr mit ihren Designs, wobei gerade die erstgenannte Band aus Links-Grünversifften Mitgliedern und auch Texten besteht.
Es ist nicht mehr wie vor 20 Jahren, als man recht schnell erkannt hat, wer NPD wählt und wer nicht.
martenot schrieb:Grundsätzlich also: wie reagieren die Leute aufeinander, wie gehen sie miteinander um. Je gleichwertiger ich den wechselseitigen Umgang miteinander wahrnehme, umso angenehmer ist es für mich.
Da bin ich schon häufig auf die Nase gefallen, was die Einschätzung der politischen Wahl angeht. In meinem Umfeld habe ich einige Personen, die sich mal gegen die AFD positionierten und die sie nun doch wählen werden.
Genauso anders rum, denn einige haben auch gerafft, das sie nur als Steigbügelhalter herhalten.
Der Turn macht sie aber nicht automatisch im Alltag zu guten oder bösen Wesen.