Die Rettungsdienste bei Verkehrsunfällen sind „not amused“ wenn Gaffer tatenlos rumstehen oder gar ihre Arbeit behindern. Aber bei Flugzeugabstürzen werden prominente Gaffer aus Spanien, Frankreich und Deutschland im Hubschrauber über die Unglücksstelle geflogen. In ihren Ländern wird Trauerbeflaggung angeordnet, während Gedenkminuten geschwiegen, und ein Lichtermeer aus Kerzen zur Erinnerung an die 150 Opfer entzündet. Auch am Tag des Airbus-Absturzes sind allein in Deutschland mehr als doppelt so viele Opfer durch die Droge Nikotin gestorben. 110 000 bis 140 000 Tote jedes Jahr in Deutschland. Das sind 300 bis 380 Tote, oder 2 abgestürzte Airbusse A320, an jedem einzelnen Tag eines Jahres. Gab es für diese Nikotintoten jemals Pressekonferenzen, Kranzniederlegungen, Trauerbeflaggung, Gedenkminuten, Kerzenschein und Gafferflüge an auch nur einem einzigen Tag im Jahr? Nein! Und warum nicht? Weil man sie nicht sieht. Die Drogentoten eines Tages liegen nicht an einem bestimmten Ort Deutschlands zusammen, so dass sie begafft werden können. Sie sind nur Zahlen in Statistiken. Und dennoch werden nach jeder Woche so viele Nikotintote in Deutschland fehlen, wie bei 14 Germanwing-Abstürzen zusammen. Hat man die Bundeskanzlerin deswegen jemals erschüttert vor den Pressefotografen gesehen? Nicht, dass ich wüsste. In vielen Berichten zum aktuellen Flugzeugunglück wird berichtet, dass an manchen Orten „…nichts mehr so sein wird, wie es vorher war…“ Die prominenten Gaffer dagegen werden nach Hause geflogen und zeigen nach kurzer Zeit keine Erschütterung mehr. Sie zeigen auch keinerlei Einsatzwille um die Nikotintodes-Zahlen unverzüglich, effektiv und nachhaltig zu senken. Und es wird alles wieder so sein, wie es vorher war. Jeden Tag soviel Tote wie bei 2 Flugzeugabstürzen…
Hier eine Petition zum Unterzeichnen und weitersagen:
https://weact.campact.de/petitions/rauchfreies-deutschland (Archiv-Version vom 23.08.2019)