Amerikaner haben Iraker totgeschlagen
19.11.2005 um 12:53
Hier noch zwei Meldungen:
Unter Berufung auf das US-Militär - wie üblich die einzige Quelle für "Informationen" - berichtete AP am Dienstag, dass die schon vor eineinhalb Wochen begonnene US-Offensive "Stählerner Vorhang" weiter fortgesetzt wird.
Ziel der Offensive ist demnach derzeit die Stadt Al-Ubaydi, die wie die anderen im Rahmen der Offensive angegriffenen Orte auch nahe der Grenze zu Syrien liegt. Der Meldung zufolge sind die Soldaten durch den grössten Teil der Stadt "hindurchgefegt", an dieser Aussage bestehen aber begründete Zweifel. Nicht nur, dass das US-Militär bereits den Tod von 3 US-Soldaten am Montag und Dienstag zugegeben hat, es berichtete auch, dass es in der Stadt erneut zu Häuserkampf - die verlustträchtigste Art der Kriegführung - kommt. "Irakische und Koalitionsstreitkräfte säubern die Stadt weiterhin Haus für Haus, wobei sie gelegentlich auf Gebäude stossen, die mit Sprengstoffallen ausgerüstet worden sind", so das US-Militär. Da die Widerstandskämpfer mindestens eine Woche Zeit hatten, sich auf den zu erwartenden Angriff auf ihre Stadt vorzubereiten, dürfte die Formulierung "gelegentlich" ziemlich beschönigend sein.
Nach Darstellung des US-Militärs wurden allein am Dienstag 30 "Terroristen" getötet und 50 weitere am Montag, die meisten von ihnen durch Bombenangriffe aus der Luft. Hierbei ist es sicherlich nicht unwichtig, sich erneut ins Gedächtnis zu rufen, dass das derzeitige Kampfgebiet eine von [b]Menschen bewohnte Stadt ist. Es kann daher mit Sicherheit angenommen werden, dass sich unter den von den US-Soldaten getöteten 80 "Terroristen" eine [b]Vielzahl von unschuldigen Zivilisten befinden. Dass dies [b]erneut eine [b]Verletzung des Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen - Artikel 51 untersagt ausdrücklich [b]"unterschiedslose Angriffe", zu denen auch ein Angriff zählt, "bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch [b]Verluste an Menschenleben unter der [b]Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen zusammen verursacht, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen" - scheint angesichts der Regelmäßigkeit, mit der derartige [b]Kriegsverbrechen seitens der [b]USA begangen werden, [b]kaum noch erwähnenswert. Auch wenn die beiden Zusatzprotokolle der Genfer Konventionen nie durch die USA ratifiziert wurden, so kann dies kaum als Argument dafür gelten, dass es sich hier nicht um ein [b]verbrecherisches Verhalten handelt.
Es ist sicherlich bemerkenswert, mit welcher [b]Selbstverständlichkeit die Medien weiterhin die [b]Behauptung des US-Militärs, bei solchen Bombardements würden ausschliesslich Widerstandskämpfer getötet, akzeptieren, obwohl sich derartige Aussagen in zahllosen Fällen später als [b]falsch erwiesen haben. Letztlich kann dies nur als ein weiterer Beleg für eine [b]einseitige und parteiische Presse gewertet werden. Es mag Journalisten aus Sicherheitsgründen nicht zuzumuten sein, sich in eine Stadt zu begeben, die gerade von den US-Besatzern angegriffen wird, für einen [b]kritischen Umgang mit den Erfolgsmeldungen des US-Militärs ist dies aber auch nicht zwingend notwendig.
2. Meldung, ein Grund zur Hoffnung..?
Ein CNN-Bericht (http://www.cnn.com/2005/POLITICS/11/17/murtha.iraq.ap/) vom Donnerstag zeigt, dass die [b]Kriegsmüdigkeit in den USA angesichts anhaltend hoher Verluste der US-Besatzungsarmee im Irak [b]offenbar zunimmt.
Der Abgeordnete der Demokratischen Partei aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania, [b]John Murtha, hat gegenüber Journalisten einen [b]unverzüglichen Abzug des US-Truppen aus dem Irak gefordert.
[b]"Es ist an der Zeit für eine Richtungsänderung. Unser Militär leidet, die Zukunft unseres Landes ist in Gefahr. Wir können mit den derzeitigen Kurs nicht weitermachen. Es ist offensichtlich, dass fortgesetztes militärisches Engagement im Irak nicht im Interesse der Vereinigten Staaten, des irakischen Volkes oder der Region des Persischen Golfs ist", so Murtha.
Murtha, ein mit Orden ausgezeichneter US-Soldat während des [b]Vietnam-Krieges, ist seit über 30 Jahren Mitglied des US-Kongresses und geniesst wegen seiner Kenntnisse von militärischen Angelegenheiten Respekt beider großer US-Parteien.
Seiner Ansicht nach würde ein Abzug der US-Truppen der "irakischen Regierung" einen zusätzlichen Anreiz liefern, "den Konflikt" von "ihren eigenen Streitkräften" kontrollieren zu lassen. Hierbei vergass er aber offensichtlich, dass die "irakische Regierung" kaum mehr als eine [b]Marionette der US-Regierung ist.
Im Jahr 2002 hatte Murtha noch dafür gestimmt, US-Präsident George W. Bush zu erlauben, den Irak anzugreifen. In der Zwischenzeit [b]lehnte er den Irakkrieg und die Besatzung allerdings zunehmend ab.
"Der Krieg im Irak läuft nicht wie angekündigt. Es ist eine [b]fehlerhafte Politik, verpackt in Illusionen", so Murtha.
Auch wenn sein Standpunkt sicherlich zu begrüssen ist, so ist doch bemerkenswert, dass er wie viele andere US-"Kriegsgegner" auch [b]allein die Sichtweise der USA vertritt. Als Begründung für seine Kritik an dem [b]völkerrechtswidrigen Angriffskrieg dienen ihm allein die Verluste der USA und die politische Erfolglosigkeit des Krieges, aber [b]keineswegs das Leid der irakischen Bevölkerung und der Tod von vermutlich [b]150.000 bis 200.000 Irakern, der durch den Angriff und die Besatzung verursacht wurde.
Ich weiss, dass ich nichts weiss (sokrates)[/b4][/b3][/b2][/b1][/b0][/b9][/b8][/b7][/b6][/b5][/b4][/b3][/b2][/b1][/b0][/b9][/b8][/b7][/b6][/b5][/b4][/b3][/b2][/b1][/b0][/b][/b][/b][/b]