Feinde müssen um jeden Preis vernichtet werden...
19.10.2008 um 18:24Link: www.glanzundelend.de (Archiv-Version vom 25.10.2008)
Dieser Satz fasst zusammen was derzeit in konservativen Think Tanks hierzulande
zusammen gebraut wird.
Abseits jeder Verfassungsrealität und Verhältnismässigkeit wird die Abschaffung
jeglicher Rechtsstaatlichkeit für erklärte Staatsfeinde gefordert. Der Staat als
Selbstzweck, eine nicht weiter in Frage zu stellende Obrigkeit muss alles tun um sich
selbst zu erhalten und die Bürger haben zu Folgen und notfalls ihr Leben zu opfern.
So in etwas stellt sich das beispielsweise Otto Depenheuer in seinem Buch
"Selbstbehauptung des Rechtsstaats" vor. (Es gilt dazu zu sagen, das Depenheuer kein
als extremistisch bekannter Autor ist, sondern Professor für Staatsrecht an der Uni
Köln.) Unlängst empfahl es Wolfgang Schäuble in der Zeit als "Diskussionsgrundlage"
und da ich neugierig bin, was unser Innenminister vor dem Zubettgehen so liest, habe
ich mir dieses dünne Büchlein gekauft und gelesen.
Gemäß Depenheuer befinden wir uns wie Huntington es einst vorrausgesagt hat mitten
drin im "Clash of Cultures". Der Westen auf der einen und die islamische Welt auf der
anderen Seite. Um aus diesem "weltweiten Bürgerkrieg" als Sieger hervorzugehen,
müssen wir uns vom "Luxus der Freiheit" weitestgehend verabschieden und den
Ausnahmezustand als Normalität hinnehmen. Mit allen Konsequenzen die sich daraus
ergeben, beispielsweise die Einrichtung von Gefangenenlagern nach dem Vorbild
Guantanamos oder die Einführung eines "Feindstrafrechts", nachdem sämtliche
Staatsfeinde abseits rechtsstaatlicher Grenzen abgeurteilt werden. Ebenso sind
grenzenlose Überwachung und im einzelfall auch Folter durchaus legitimes
Instrumentarium des Staates.
Was dabei als staatsfeindlich gilt definiert Günther Jakobs folgendermaßen:
"Der prinzipiell Abweichende kann nicht als Bürger behandelt, sondern muss als
Feind bekriegt werden. Es geht um die Herstellung erträglicher Umweltbedingungen
dadurch, dass alle diejenigen – man erlaube den Ausdruck – kaltgestellt werden, die
nicht (jene) Mindestgarantie (rechtstreuen Verhaltens) bieten, die nötig ist, um sie
praktisch aktuell als Personen behandeln zu können. Feinde sind aktuell Unpersonen.
Auf den Begriff gebracht ist Feindstrafrecht also Krieg, dessen Gehegtheit oder
Totalität auch davon abhängt, was vom Feind alles befürchtet wird."
Auch verlangt Depenheuer ein "Bürgeropfer", also die generelle Freigabe für Polizei
und Militär auch unbeteiligte Dritte zu töten, wenn dadurch Terroristen getroffen
werden.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu diesem Thema(siehe
Luftsicherheitsgesetz) sieht Depenheuer als Beweis für seine These, das unsere
Gesellschaft dekadent, saturiert und hedonistisch sei und damit nicht in der Lage den
Terroristen die Stirn zu bieten.
Was mich am meisten erstaunt hat, war die Tatsache wie offen Depenheuer Carl
Schmitt dem bekanntesten und wichtigsten Staatsrechtler des Dritten Reiches zitiert
und ihn offensichtlich gutheisst.
Hat Depenheuer recht?Sind wir ein Haufen liberaler Sissis und brauchen einen starken
Staat der Notfalls auch gegen die eigenen Bürger durchgreift? Oder ist Depenheuer ein
Demagoge den die Angst nach dem 11.9. vollkommen im Griff hat?
Dieser Satz fasst zusammen was derzeit in konservativen Think Tanks hierzulande
zusammen gebraut wird.
Abseits jeder Verfassungsrealität und Verhältnismässigkeit wird die Abschaffung
jeglicher Rechtsstaatlichkeit für erklärte Staatsfeinde gefordert. Der Staat als
Selbstzweck, eine nicht weiter in Frage zu stellende Obrigkeit muss alles tun um sich
selbst zu erhalten und die Bürger haben zu Folgen und notfalls ihr Leben zu opfern.
So in etwas stellt sich das beispielsweise Otto Depenheuer in seinem Buch
"Selbstbehauptung des Rechtsstaats" vor. (Es gilt dazu zu sagen, das Depenheuer kein
als extremistisch bekannter Autor ist, sondern Professor für Staatsrecht an der Uni
Köln.) Unlängst empfahl es Wolfgang Schäuble in der Zeit als "Diskussionsgrundlage"
und da ich neugierig bin, was unser Innenminister vor dem Zubettgehen so liest, habe
ich mir dieses dünne Büchlein gekauft und gelesen.
Gemäß Depenheuer befinden wir uns wie Huntington es einst vorrausgesagt hat mitten
drin im "Clash of Cultures". Der Westen auf der einen und die islamische Welt auf der
anderen Seite. Um aus diesem "weltweiten Bürgerkrieg" als Sieger hervorzugehen,
müssen wir uns vom "Luxus der Freiheit" weitestgehend verabschieden und den
Ausnahmezustand als Normalität hinnehmen. Mit allen Konsequenzen die sich daraus
ergeben, beispielsweise die Einrichtung von Gefangenenlagern nach dem Vorbild
Guantanamos oder die Einführung eines "Feindstrafrechts", nachdem sämtliche
Staatsfeinde abseits rechtsstaatlicher Grenzen abgeurteilt werden. Ebenso sind
grenzenlose Überwachung und im einzelfall auch Folter durchaus legitimes
Instrumentarium des Staates.
Was dabei als staatsfeindlich gilt definiert Günther Jakobs folgendermaßen:
"Der prinzipiell Abweichende kann nicht als Bürger behandelt, sondern muss als
Feind bekriegt werden. Es geht um die Herstellung erträglicher Umweltbedingungen
dadurch, dass alle diejenigen – man erlaube den Ausdruck – kaltgestellt werden, die
nicht (jene) Mindestgarantie (rechtstreuen Verhaltens) bieten, die nötig ist, um sie
praktisch aktuell als Personen behandeln zu können. Feinde sind aktuell Unpersonen.
Auf den Begriff gebracht ist Feindstrafrecht also Krieg, dessen Gehegtheit oder
Totalität auch davon abhängt, was vom Feind alles befürchtet wird."
Auch verlangt Depenheuer ein "Bürgeropfer", also die generelle Freigabe für Polizei
und Militär auch unbeteiligte Dritte zu töten, wenn dadurch Terroristen getroffen
werden.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu diesem Thema(siehe
Luftsicherheitsgesetz) sieht Depenheuer als Beweis für seine These, das unsere
Gesellschaft dekadent, saturiert und hedonistisch sei und damit nicht in der Lage den
Terroristen die Stirn zu bieten.
Was mich am meisten erstaunt hat, war die Tatsache wie offen Depenheuer Carl
Schmitt dem bekanntesten und wichtigsten Staatsrechtler des Dritten Reiches zitiert
und ihn offensichtlich gutheisst.
Hat Depenheuer recht?Sind wir ein Haufen liberaler Sissis und brauchen einen starken
Staat der Notfalls auch gegen die eigenen Bürger durchgreift? Oder ist Depenheuer ein
Demagoge den die Angst nach dem 11.9. vollkommen im Griff hat?





