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Antike Population

Antike Population

17.02.2009 um 13:30
@Aineas

Nachtrag noch zu den Griechen in Ägypten:

Die meisten Kolonisten gingen keineswegs nach Alexandria. Griechische Städte gab es sonst ja noch Naukratis und Ptolemais, aber der Großteil von Makedonen und Griechen hat sich im Fayum angesiedelt


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Aineas
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17.02.2009 um 16:50
@JPhys


Zu 1.: Das ist wahrscheinlich ein Problem, denn meine Überlegung geht davon aus, dass die Sklaven und ihre Kinder gestorben sind, bevor letztere ihrerseits Nachwuchs geboren haben, woraus resultiert, dass die Urbevölkerung Ägyptens (im alten Reich hat sich die Menge der Sklaven, sofern es überhaupt eine gab, in engen Grenzen gehalten, denn Strafexpeditionen erfolgten damals höchstens, um ein paar marodierende Beduinen zurechtzuweisen.) unbeeinträchtigt von importierten Sklaven wachsen konnte. Das Ergebnis würde sogar noch geringer ausfallen, falls man erwägen würde, dass die Populationsentwicklung auch maßgeblich von Immigranten (Babylonier, Makedonen, Römer, Araber, Osmanen) geprägt wurde, denn dies würde ja eine Steigerung des Wachstumsfaktors bedeuten.

Zu 2. Du hast meine alte Kalkulation in die Kritik genommen, die ich bereits revidiert habe:
Mit Blick auf anerkannte Werte, die sich in den Enzyklopädien finden, lässt sich sagen, dass ein konstanter Wachstumsfaktor von 0,1% entsteht. Diese Angabe, auf die wir zurückgreifen, beachtete in ihrer Berechnung Probleme, wie du sie nennst, und stellt ein Ergebnis dar, das für die gesamte Bevölkerungsentwicklung von Zeitpunkt a-b eine Zahl darlegt.


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19.02.2009 um 01:10
@Aineas
Ich blick nicht so ganz durch, worauf Du hinauswillst...
Ägypten hatte im Alten Reich rund 2 Mio. Einwohner, und bis zum Ende des Ptolemäerreiches änderte sich daran nicht allzu viel - ich glaub, da waren das so 3 Mio.. Die Ägypter hatten eine ziemlich reglementierte Bevölkerungspolitik und siedelten in Kriesenfällen ganze Bevölkerungsgruppen um (Literaturtipp: Kaisers "Zwangsumsiedlung als Mittel der Politik..."). Sklaverei im eigentlichen Sinne gabs übrigens nie in Ägypten, es gab nicht mal einen Namen dafür. Die klassische Sklaverei (der Sklave hat weder Recht an den Produktionsmitteln, den damit erarbeiteten Gewinnen und seinem Leben) wurde erst von den Griechen erfunden.
In Ägypten hatten selbst Zwangsarbeiter Recht an ihrem Leben und den erarbeiteten Gewinnen, und der Status war immer zeitlich limitiert und auf höchstens 7 Jahre angesetzt. Zudem hatten sie Bürgerrechte und konnten auch klagen. Und "Sklavenmädchen" wie sie hier angeschnitten wurden gabs schlicht nicht.

Humanitär gesehen war Ägypten den ganzen späteren Kulturen Lichtahre voraus - nur mit Humanität gewinnt man keine Kriege.

Alte Kulturen kann man übrigens schwer durch mathematische Formeln erfassen :-)


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Aineas
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19.02.2009 um 11:27
@FrankD

Das Problem ist schlicht, dass wir zwar solche Werte in den Raum stellen können, aber uns die Stütze fehlt, weil die resultierenden Kalkulationen vollkommen seltsam wirken.
Veranschlagen wir mal 2 Millionen für das Alte Reich und nehmen wir erneut als Anfangsfixpunkt 2500v. Chr., da dieses Datum recht mittig gelegen ist, und als Endzeitpunkt 150v. Chr. aus selbigem Grunde.

2.000.000 x 1.00017^2350 ~ 3.000.000
Mit anderen Worten ein jährliches Wachstum von etwa 0,017% und ein solcher Wert wäre selbst für die Steinzeit zu gering ... nicht einmal zwei Zehntel der Promille, welche die Literatur veranschlagt, was so unterdurchschnittlich wirkt, dass ich erhebliche Zweifel äußern muss. Überdies unterstreicht eine Rückrechnung die Schwierigkeiten:

Vor 10.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit betrug die Population der Erde ungefähr 5 Millionen (http://www.prb.org/Articles/2002/HowManyPeopleHaveEverLivedonEarth.aspx). Ein konstantes Bevölkerungswachstum auch vor dem Fixpunkt 2500v. Chr. (das ist großzügig, denn eigentlich müsste es kleiner sein hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität, der hygienischen Umstände, der medizinischen Kenntnisse usw.), was folgende Rechnung impliziert:
2.000.000 : (1.00017^5500) ~ 785.234
würde bedeuten, dass 1/6 der gesamten Weltbevölkerung vor 10.000 Jahren in Ägypten lebte. Und auch wenn der fruchtbare Halbmond im vorderen Orient das Leben begünstigte, solch utopische Werte sind kaum nachvollziehbar.

Ebenso eigenartig mutet der zweite Abstand an, von 150 v. Chr. - 1800, denn wogegen die Weltpopulation um das Jahr 0 170-400 Millionen, nach Angaben der UNO 300 Millionen betrug und 1800 die Milliardenmarke überwunden wurde - sie verdreifachte sich also - stieg sie in Ägypten um nicht mehr als die Hälfte.

Entwicklung Weltbevölkerung:
300.000.000 x 1,0007^1800 ~ 1.000.000.000
Entwicklung ägyptische Bevölkerung (gemäß den Werten 3 Millionen 150v. Chr. , 4,5 Millionen 1800 n.Chr. ):
3.000.000 x 1,0002^1950 ~ 4.500.000

Die Frage, die sich ergibt, sucht nach den Stützen, der Werte die du nanntest, aus den durchschnittlichen Wachstumswerten auf mediterraner bzw. globaler Ebene vermag man sie schließlich nicht abzuleiten.

Mythen und Kunstfertigkeit lassen sich schlecht ausrechnen, da gebe ich dir recht, doch was Rahmendaten wie die Bevölkerungsgröße anbelangt, sieht es anders aus.


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19.02.2009 um 14:15
??? Ich kapire immer noch nicht was Du willst. und was die dummen Berechnungen sollen. Die Bevölkerungsentwicklung antiker Gesellschaften KANN man nicht in eine primitive Gleichung packen, da sie viel zu dynamisch und von andren Faktoren abhängig ist. Krankheiten, Zuwanderungen (Ägypten war früher ein "Staubsauger" für Wüstenvölker), Kriege, Hungerkatastrophen und so weiter.

Wenn Dich das Thema interessiert, schnapp Dir entsprechende Literatur, anstatt aus sinnlosen Rechnungen vermeintliche Rätsel zu konstruieren...


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Aineas
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19.02.2009 um 16:01
@FrankD

Die subjektive und unangebrachte Art zu diskutieren, welche du mit deinem letzten Beitrag unter Beweis gestellt hast, habe ich zur Kenntnis genommen.
Desweiteren durfte ich konstatieren, dass du offensichtlich nur einen Bruchtteil der Analyse gelesen hast, die ich auf den letzten Seiten der Debatte hier präsentierte.
Nichtsdestotrotz will ich dir nocheinmal erklären, wie sich der Wert eines durchschnittlichen Wachstums von 0,1% errechnet:

Zunächst einmal bedeutet er nichts anderes, als dass ein Elternpaar einer Generation von 30 Jahren 2,06 Kinder zeugt, die selbst das Erwachsenenalter erreichen ((1,001^30)x2).
Und diese Angabe wird unter Berücksichtigung der Kindersterblichkeitsrate, der Totgeburtenrate, der Beeinträchtigung durch Hungersnöte und Kriege, der Unfruchtbarkeits- und Impotenzrate, der heterogeschlechtlichen Partnerlosigkeitsrate sowie der durchschnittlichen Lebenserwartung getroffen.
Und wenn die Autoren diesbezüglicher Fachliteratur wie du sie erwähnst ihre Werke aufmerksam und sachkundig verfasst haben, dann dürften sie anhand dieser Kalkulation vorgegangen sein. Sofern sie aber einen alternativen Weg bevorzugten, haben sie sich womöglich ein damaliges Großprojekt ausgesucht und die benötigten Arbeiter und Versorger veranschlagt. In einem noch ungünstigeren Modell würden sie von der Zahl der gefundenen Skeletten direkt oder indirekt auf die Population geschlossen haben. Sollte das Resultat der Untersuchungen, die in genannten Büchern publiziert werden, nicht mit den allgemeinen und zu erwartenden Werten, die ich darlege, übereinstimmen, dann geben - das musst du feststellen - diese Ergebnisse ein Rätsel auf und nicht meine.

Und was den Staubsauger für Wüstenvölker anbetrifft: Ägypten hat sich meines Erachtens häufig damit beschäftigt, auf dem Wege von Strafexpeditionen die Beduinen der Sinai Halbinsel und des Libu Landes zurechtzuweisen - für mich erweckt das eher den Eindruck südeuropäischer Migrationspolitik hinsichtlich Flüchtlingen aus Afrika als den der amerikanischen Variante während dem Ende des 19. Jahrhunderts.


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19.02.2009 um 16:20
Nochmal: Man kann Bevölkerungsdynamik nicht in eine einfache Formel fassen, daher sind Deine generalisierten "Analysen" schlicht wertlos. Speziell für die Bevölkerungsdynamik der ägyptischen Bevölkerung gibt es tausende von Seiten in X Konferenzbänden, die hier bei mir rumfliegen. Hach, wär das schön wenn man die alle durch ne primitive Formel ersetzen könnte :D

Irgendwie hast Du eine recht naive Vorstellung von Geschichte, vielleicht solltest Du Dir erstmal die Grundlagen vernünftig erarbeiten. Schon alleine dein letzter Absatz zeigt, dass Dir da alleine schon die Grundlagen fehlen. Ich würde Dir für den Start mal Freidmans "Gift of the Nile" ampfehlen...


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Serg
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19.02.2009 um 17:04
FrankD schrieb:Man kann Bevölkerungsdynamik nicht in eine einfache Formel fassen
Würd ich mich anschließen.


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Aineas
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19.02.2009 um 17:46
@FrankD

Man kann mehr mit Formeln erfassen als du denkst. Je mehr Daten es gibt, desto genauer sind wir in der Lage, sie zu kalkulieren. Natürlich existieren Abweichungen von einem Mittelwert - das liegt in der Natur der Sache - allerdings ergibt sich doch gerade aus ihnen letzterer, weswegen er erstere berücksichtigt.
Ich bin mir wohl bewusst, dass es Bereiche gibt, die sich so bestimmen lassen, und andere, bei denen es schlicht und ergreifend nicht möglich ist. Aber eine Bevölkerungsentwicklung können wir sehr gut konstruieren, zumal sie etwas kaum abstraktes ist, das wir sehr gut zu erfassen und uns vorzustellen vermögen. Und dass wir hier keine schlichte Aufgabe vor uns haben, resultiert am ehesten aus der Menge der zu berücksichtigenden Faktoren, nicht aus dem Unvollführbaren.

Ich frage mich ernsthaft, was dich, der du doch so viele (scheinbare) Rätsel gelöst bzw. aufgeklärt hast, davon abhält, mitzurechnen oder zu recherchieren, die Elemente der Überlegung zu begreifen und in Relation zu setzen.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass dein Wissen Einzug in die Diskussion finden würde, aber wie es scheint, wird das Thema aus eigenartigen Gründen als unbegreifbar abstempelt ... bedauerlich.

Und sollten wir uns sogar unfähig fühlen, solch generelle Informationen wie die bezüglich der Population zu erhalten, dann würde die Aussage, wir wären in der Lage die Gedanken hinter den damals verfassten Texten zu verstehen, aus unserem Munde einer unglaublichen Anmaßung und Verschätzung gleichen - so als würden wir das geistige Wesen einer Gestalt zu beschreiben versuchen, obwohl wir noch nicht einmal ihre Anatomie zu begreifen vermögen.


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Obrien
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09.03.2009 um 16:06
@Aineas

Milchmädchenrechnung, du nimmst ein konstantes exponentielles Wachstum an, aber dieses exponentielle Wachstum schreitet auch nur solange voran, wie es die natürlichen Ressourcen erlauben, sind die Grenzen erreicht stagniert das Wachstum und wenn sich die Ressourcen nicht erholen, kommt es zu einem Absterben der Population.


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Aineas
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09.03.2009 um 17:11
@Obrien

Ich bezweifle, dass eine Magd der Milchproduktherstellung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert viel von exponentiellen Funktionen verstand, doch das nur einmal am Rande.

1. Wir sprechen hier nicht von Tieren, folglich kannst du keine Obergrenze für die Anzahl humaner Wesen festlegen (Denn der Mensch vermag sich den Gesetzen seiner Triebe zu entziehen, indem er kulturellen Leitlinien folgt ... und sollten diese Kindern einen hohen Wert beimessen, wird man sich als schlichte Seele nicht an Problemen wie der Überbevölkerung stören, zumal die Weiterentwicklung der Agrarwirtschaft potenzielle Defizite in der Versorgung verhindert).
2. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ägyptische Niltal einmal weniger als 4,5 Millionen Menschen fassen konnte. 1000 Kilometer lang, dann das ausgedehnte Delta, wo ermangelt es da an fruchtbarer Landfläche?
3. Du sprichst vom Absterben der Population, die in Ägypten wohl bei den Bevölkerungsgrößen über die wir hier reden recht unwahrscheinlich anmutet - könntest du unabhängig davon ein Beispiel für so eine Entwicklung darlegen, bei dem ein Volk durch Überpopulation dezimiert wurde?


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09.03.2009 um 17:27
@Aineas
Aineas schrieb:1. Wir sprechen hier nicht von Tieren, folglich kannst du keine Obergrenze für die Anzahl humaner Wesen festlegen (Denn der Mensch vermag sich den Gesetzen seiner Triebe zu entziehen, indem er kulturellen Leitlinien folgt ... und sollten diese Kindern einen hohen Wert beimessen, wird man sich als schlichte Seele nicht an Problemen wie der Überbevölkerung stören, zumal die Weiterentwicklung der Agrarwirtschaft potenzielle Defizite in der Versorgung verhindert).
Schonmal was vom Rentenkapitalismus gehört?

Und was ist mit Rom:

An seine Blütezeit konnte es bevölkerungstechnisch auch erst Jahrhunderte später anknüpfen.

Es ist nicht ungewöhnlich dass Bevölkerungspopulationen zurückgehen und sich nichtmehr erholen, die Gründe können unterschiedlich sein.

Achso, und die Rechnung in Generationen haut immernoch nicht hin. Du musst wenn schon in Jahren rechnen.


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09.03.2009 um 17:28
. Wir sprechen hier nicht von Tieren, folglich kannst du keine Obergrenze für die Anzahl humaner Wesen festlegen (Denn der Mensch vermag sich den Gesetzen seiner Triebe zu entziehen, indem er kulturellen Leitlinien folgt ... und sollten diese Kindern einen hohen Wert beimessen, wird man sich als schlichte Seele nicht an Problemen wie der Überbevölkerung stören, zumal die Weiterentwicklung der Agrarwirtschaft potenzielle Defizite in der Versorgung verhindert).
-------------------

gilt nur bedingt, wie man auch heute in Afrika so schön sieht. Grundsätzlich ist Bevölkerungswachstum abhängig von den Recourcen und da waren damals die Grenzen enger als Heute

sieht man ja auch am Wachstum der letzten 1000 Jahre, das es nicht immer exponentiell gewesen ist.


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Obrien
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09.03.2009 um 17:33
@Aineas

Ich bezweifle, dass eine Magd der Milchproduktherstellung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert viel von exponentiellen Funktionen verstand, doch das nur einmal am Rande.

Das ist doch nicht dein Ernst, oder?

1. Wir sprechen hier nicht von Tieren, folglich kannst du keine Obergrenze für die Anzahl humaner Wesen festlegen (Denn der Mensch vermag sich den Gesetzen seiner Triebe zu entziehen, indem er kulturellen Leitlinien folgt ... und sollten diese Kindern einen hohen Wert beimessen, wird man sich als schlichte Seele nicht an Problemen wie der Überbevölkerung stören, zumal die Weiterentwicklung der Agrarwirtschaft potenzielle Defizite in der Versorgung verhindert).

Selbstverständlich gibt es Wachstumsgrenzen, auch Fortschritte in der Anbautechnik können nicht dafür sorgen das Ressourcen für ein stetiges exponentielles Wachstum zur Verfügung stehen.

Worauf willst du eigentlich hinaus?Du lehnst jeden Erklärungsansatz für deine Fragestellung ab, also hast du was im Hinterkopf...;)

3. Du sprichst vom Absterben der Population, die in Ägypten wohl bei den Bevölkerungsgrößen über die wir hier reden recht unwahrscheinlich anmutet - könntest du unabhängig davon ein Beispiel für so eine Entwicklung darlegen, bei dem ein Volk durch Überpopulation dezimiert wurde?

Ich habe nie von Überbevölkerung gesprochen, sondern stets von begrenzt verfügbaren Ressourcen. Nimm jede beliebige Hungerkatastrophe als Beispiel.

2. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ägyptische Niltal einmal weniger als 4,5 Millionen Menschen fassen konnte. 1000 Kilometer lang, dann das ausgedehnte Delta, wo ermangelt es da an fruchtbarer Landfläche?

Zwischen Realität und deinen Vorstellungen liegen Welten;)

Und bitte Aineas, jeden Begriff durch einen Fachausdruck zu ersetzen lässt weder dich eloquent erscheinen, noch deine Posts stimmiger.


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09.03.2009 um 18:11
@Obrien und seine Nachredner

1. Wenn ich hier lese, dass jemand fordert, ich solle eine Kalkulation in Jahren aufstellen, dann kann ich nur um die Verminderung der Ignoranz bitten und auf die vorherigen Beiträge verweisen, in denen ich bereits in Jahren gerechnet habe.
(bezog sich auf: "Achso, und die Rechnung in Generationen haut immernoch nicht hin. Du musst wenn schon in Jahren rechnen.")

2. Ebenso wie so manchen stört, dass ich in geringem Maße Fachausdrücke verwende und mich damit dem Umfang der deutschen Sprache bediene (man sollte bedenken, dass die Begriffe Population und Agrarwirtschaft wahrlich nicht ungebräuchlich sind), bin ich nicht sonderlich angetan von leeren, zur Polemik tendierenden, umgangssprachlichen Thesen, hinter denen keine begründete Argumentation steckt und die unangemessen sind. Und da es dir ja offensichtlich beliebt, diese Thematik weiter zu vertiefen, empfehle ich dir folgende Adresse: http://www.dirnenlied.de/page20/page23/page23.html
Und um noch einmal zu dokumentieren: Ein "Mädchen das die Milch besorgt und sie auch feil hat" (laut dem Grimmschen Wörterbuch von 1885) bzw. eine "mit dem Melken und der Milchverwertung betraute junge Magd" (Definition Wiktionary), eine zum niederen Stand gehörige schlichte Arbeiterin hat deiner Auffassung nach um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert für gewöhnlich eine Bildung genossen, bei der sie Kenntnisse über Exponentialfunktionen erlangte - ja oder nein?

3. "Zwischen Realität und deinen Vorstellungen liegen Welten;)"
Dann willst du mit der gleichen Selbstsicherheit, mit der du diese Zeile verfasst hast, postulieren, dass 4,5 Millionen Menschen im Jahre 1800 gar nicht in Ägypten gelebt haben konnten, weil man damals in diesem Land noch nicht von der industriellen Revolution erfasst worden war, die eine essenziell besseres Nutzung des zur Verfügung stehenden Ackerbodens erst ermöglichte. Schön - wenn du diese gründlich vorgenommene Volkszählung nicht ernst nimmst und als fehlerhaft deklarierst, dann lege mir die Gründe dar, weshalb die Franzosen damals die Menge drastisch aufgewertet haben - denn gemäß deiner Hypothese dürfen ja niemals vor der industriellen Revolution 4,5 Millionen Menschen in Ägypten gelebt haben.


4. "Du lehnst jeden Erklärungsansatz für deine Fragestellung ab"
Das tue ich bislang, weil alle meine bisherige Argumentation verkennen und nicht auf ihren Inhalt achten. Täten sie dies nämlich nicht, so hätten sie in die Überlegung involviert, dass die professionell errechneten durchschnittlichen Wachstumsraten, an denen wir die ägyptischen Werte messen, nicht nur Kindersterblichkeit und Geburtenrate, sondern zugleich Ereignisse wie Hungersnöte, Epidemien und Kriege bedacht haben.


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09.03.2009 um 18:34
@Aineas

Du, der du stilsicher in den unendlichen Weiten der deutschen Sprache herumreist und ein votrefflicher Schatzsucher in unserem Wortschatz bist, sollte den Begiff "Milchmädchenrechnung" als Synonym für allzu kurz gedachte logische Schlussfolgerungen (deine Thesen), eigentlich kennen, doch falls diese deine Bemerkung - "Ich bezweifle, dass eine Magd der Milchproduktherstellung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert viel von exponentiellen Funktionen verstand, doch das nur einmal am Rande." - lediglich ein Witz deinerseits gewesen sein sollte, war mir der Humor dahinter bisher verschlossen;).

Im übrigen postuliere ich gar nichts, sondern weise dich lediglich auf Mängel in deiner Argumentation und deiner Gedankengänge hin. Das du diese Mängel mit willkürlichen Interpretationen meiner Äusserungen zu überdecken versuchst, nützt dir dabei wenig, fehlerhaft bleibt fehlerhaft, da hilft dir auch kein Duden weiter.

Dein Versuch "dich dem Umfang Deutschen Sprache zu bedienen" ist gelinde gesagt, misslungen. Kein professioneller Autor würde seine Sätze so mit Fachbegriffen überladen, denn es stört den Lesefluss erheblich und zudem wirkt es bei dir häufig deplaziert.

die eine essenziell besseres Nutzung des zur Verfügung stehenden Ackerbodens erst ermöglichte.

Nimm nur das "essenziel"l in diesem Satz, sicherlich bedeutet essenziell auch "wesentlich" aber im Sinne von "ursächlich und unbedingt notwendig", was allerdigs in diesem Zusammenhang nur wenig Sinn macht. Leg mal das Synonym-Wöterbuch beiseite und habe den Mut, dich deiner eigenen Sprache zu bedienen;-)


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09.03.2009 um 18:49
@Obrien

Erstaunlich, dass sich Verlage heutzutage um Verfasser reißen, die nicht als Autoren bezeichnet werden dürfen, nicht wahr?

Ansonsten konstatiere ich lediglich, dass du dich auf Nebenkriegsschauplätze flüchtest und dich eigentlich nicht mehr gegen meine eigentliche These wendest. Da ich dies aber als Zeichen dafür erachte, dass das zu Sagende gesagt ist und ein Widerlegungsversuch scheiterte, bin ich gern bereit das Spielchen weiterzuspielen und auf deine aus dem persönlichen Geschmack resultierende Kritik an meiner Wortwahl einzugehen:

Zunächst einmal: Das s bei besseres passt selbstredend nicht und beruht auf einem Tippfehler.

Desweiteren erhalte ich als Synonyme für Essenziell bei http://www.wie-sagt-man-noch.de/synonyme/: "wesentlich", "bedeutungsvoll" - von "ursächlich und unbedingt notwendig" steht dort nichts. Und wie erstere Ausdrücke ist es auch an dieser Stelle zu verstehen: Eine wesentlich bessere Nutzung - was hast du daran auszusetzen?

Im Übrigen habe ich nicht gescherzt, sondern dein Sprichwort vollkommen bewusst missinterpretiert - nämlich buchstäblich - um so meinen Kommentar für ihre Untrefflichkeit anzubringen. Da du dich aber weiterhin sträubst, meine Argumente zu respektieren und zu berücksichtigen, wirst du vermutlich nicht einsehen, dass ich gewissen Vergleichen meine Stellungsnahme erweise.


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09.03.2009 um 19:13
@Aineas

Ein Widerlegungsversuch ist nicht gescheitert, denn du bist gar nicht auf die Kritik eingegangen,zumindest hast du mein kernargument, dem exponentiellem Wachstum einer Poulation seien Grenzen (auch in technologischer Hinsicht) gesetzt, mitnichten widerlegt.

Stattdessen interpretierst du irgendeinen Schwachsinn in meine Posts hinein und widerlegst Diesen dann.

Im übrigen, "wesentlich" wäre in dem von dir genannten Zusammenhang deutlich präziser gewesen, denn essenziell hat weitaus mehr Synonyme als die von dir gennannten. In der Naturwissenschaft sind essentielle Stoffe eben eines unbedingt notwendig. Es ist eine Geschmacksfrage, gar keine Frage, aber sie zeigen dennoch die Essenz deiner Argumentatgion: Mehr Schein, als Sein.

Du gehst beispielsweise von zahlreichen Annahmen aus, die entweder nicht wirklich stimmig sind oder wesentliche Faktoren ausser acht lassen.

Aber nichtsdestotrotz, habe ich dich gefragt, worauf du eigentlich hinauswillst, aber eine Antwort bist du weiterhin schuldig.


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09.03.2009 um 19:53
@Obrien

Es steckt gar kein diabolischer Plan oder etwas derartiges dahinter, wie du vielleicht vermuten würdest. Ein Blick in meinen Eingangsbeitrag hätte genügt, um die Antwort zu erhalten: "Aus diesem Grund soll dieser Thread dazu genutzt werden, am Exempel der Hochkultur am Nil zu errechnen, wie sich die damalige Demographie ungefähr gestaltete."

Aber nochmal zu deiner Hypothese:

Also ganz langsam ein zweites Mal: Um 1800 wurde eine Volkszählung in Ägypten vorgenommen, die ergab, dass die Population 4,5 Millionen betrug. Zwischen dem Beginn des untersuchten Zeitraums (2500v. Chr.) gab es keine nennenswerten Klimaveränderungen in Ägypten und auch keine außergewöhnlichen Inventionen, die die Agrarwirtschaft revolutionierten, und darum können wir annehmen, dass das Land in der Zwischenzeit genauso bebaubar war und dementsprechend die gleiche Bevölkerungsmenge versorgen konnte, wie sie der Zensus im Jahre 1800 ergab.
Demgemäß stellen wir im Hinblick auf dein Argument ("sind die Grenzen erreicht stagniert das Wachstum und wenn sich die Ressourcen nicht erholen, kommt es zu einem Absterben der Population.") fest: Die Grenzen waren in Ägypten zu keiner Zeit erreicht.

Zu meiner Kalkulation: Ich zitiere aus einem vorherigen Beitrag

"0,1% Wachstumsrate bedeutet in der Rechnung 1,001 und nicht 1,1 oder derlei.

Manche Enzyklopädien ( http://www.answers.com/topic/population ) geben nun an, dass eben dieser Wert als jährliche Wachstumsrate für die Antike anzusetzen ist. Und deswegen verwenden wir ihn nocheinmal, lassen außer Acht, dass die arabische Medizin oder neuzeitliche Entdeckungen die Kindersterblichkeitsrate verringerten, sind also äußert großzügig und entwerfen die Kalkulation:

? x 1,001^4300 ~ 4.500.000
4.500.000 : (1,001^4300)/73,54 ~ 61.191"

Der Wert mit dem ich rechne kommt also nicht von mir - er ist vielmehr allgemein anerkannt. Und er ist entstanden unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren, die relevant sind (Kindersterblichkeitsrate, Totgeburtenrate, Kriegsopfer, Hungersnotopfer, Epidemienopfer, usw.). Und da solche Werte bereits inkludiert wurden, brauchen wir uns nicht überlegen, inwieweit sie das Wachstum beeinträchtigen.


Ich hoffe, es ist klarer geworden.


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Obrien
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09.03.2009 um 20:13
Du verwendest werte die in keiner Relation stehen. Die 0,1 % Wachstumsrate beziehen sich auf die Weltbevölkerungsentwicklung, doch du rechnest mit ihr das Wachstums Ägyptens hoch und ignorierst die Tatsache, dass das Wachstum nicht an jedem Punkt der Erde konstant verlief.

Wenn du die Wachstumsrate für Ägypten bestimmen möchstest, kannst du diese Gleichung verwenden:

v=ln N-ln N0 / t-t0

Wobei v=exp. Wachstumsrate, N= Anzahl der Individuen zum Endzeitpunkt N0=Anzahl der Individuen zum Startzeitpunkt und t-t0 steht für die Differenz von End und Anfangszeit.

Da deine Annahme, das Wachstum sei exponential verlaufen der Kern deiner Argumentation ist(eine Annahme, von der du nicht weisst, ob sie korrekt ist) ist deine ganze Theorie hinfällig.

Irgendwie habe ich den Eindruck, du versuchst einen Missing Link zu deinen Atlantishypothesen zu erzeugen.


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