Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

479 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Shoah Widerstand Nationalsozialismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:09
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:kindgerecht erklärt.
Ab einem gewissen Alter ja. Ich fand bei uns das zu früh, wir waren da in der 5. Klasse und hatte von den überlieferten Schilderungen alpträume, da war ich ca 10-11 Jahre alt. Ich finde man sollte da wenigstens bis 14 warten. Mich haben die Dinge damals schockiert aber andere in meiner Klasse hatten da keine Probleme. Naja der eine ist eben in der Entwicklung weiter oder auch net als der andere.
Ich muss ehrlich zugeben dass ich den kz Ausflug mit Bus krank gemacht habe, weil ich Regelrechte Angst hatte , immernoch von dem erlebniss mit den erzählungen.
Ich muss auch sagen, dass es mir oft anderes leid nah geht ich sehr sensibel bin.


2x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:20
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Zur Zeit der Wannseekonferenz waren die Männer schon an der Front
Und genau da fängt das "wir haben doch nichts gewußt" an, unglaubwürdig zu werden. Denn in Briefen und im Heimaturlaub haben/werden haben viele erzählt, was an und hinter der Front los war. Und die Wehrmacht war nunmal in die Verbrechen involviert! Und auch wenn sich das Märchen von "wir mussten ja bei Erschiessungen mitmachen, weil es uns sonst selber an den Kragen gegangen wäre" hartnäckig hält, die Weigerung an Erschiessungen teilzunehmen hat tatsächlich selten zu schlimmen Konseuquenzen. Der Einfacheit halber mal die Google "KI" zu "wehrmacht strafe für weigerung an erschiessungen teilzunehmen"
In der Regel keine unmittelbare Todesstrafe; Soldaten der Wehrmacht, die sich weigerten, an Erschießungen teilzunehmen, wurden meist versetzt, degradiert oder diszipliniert, aber selten standrechtlich erschossen.

Wichtige Fakten zur Verweigerung:Kein "Befehlsnotstand": Historische Untersuchungen der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg haben ergeben, dass kein einziger Fall bekannt ist, in dem ein Soldat oder Polizist für die Verweigerung eines verbrecherischen Befehls (wie der Erschießung von Zivilisten) mit dem Tode bestraft wurde.

Konsequenzen: Wer sich weigerte, musste mit Repressalien rechnen, die von Disziplinarmaßnahmen, Versetzung in andere Einheiten, Schikanen bis hin zu Haftstrafen führen konnten.

Mythos der Unausweichlichkeit: Die Behauptung, man habe aus "Befehlsnotstand" handeln müssen, um nicht selbst erschossen zu werden, wird von der historischen Forschung als Schutzbehauptung eingestuft.

Allgemeines Kriegsrecht: Befehlsverweigerung war generell strafbar, doch bei der Ermordung von Zivilisten handelte es sich um ein Verbrechen, dessen Ausführung auch nach dem damaligen Verständnis rechtlich nicht zwingend befohlen werden durfte.
Die Soldaten haben geredet und die Soldaten konnten sich weigern!
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Gibt es die nicht überall da, wo Juden schikaniert oder deportiert wurden?
Stolpersteine werden vor den Häusern/Adressen verlegt, in denen deportierte Juden/Sinti/Roma/weitere gewohnt haben. Ich kenne sie mit Namen, Geburtsdatum und Deportations- und/oder Todesdatum.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:24
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ab einem gewissen Alter ja. Ich fand bei uns das zu früh, wir waren da in der 5. Klasse und hatte von den überlieferten Schilderungen alpträume, da war ich ca 10-11 Jahre alt. Ich finde man sollte da wenigstens bis 14 warten. Mich haben die Dinge damals schockiert aber andere in meiner Klasse hatten da keine Probleme. Naja der eine ist eben in der Entwicklung weiter oder auch net als der andere.
Deshalb schrieb ich ja "kindgerecht". Mein Sohn ist 8. Da habe ich ihm jetzt keine Szenen aus einem KZ gezeigt, aber erklärt das es da eine Regierung gab, die Menschen sinnloserweise tötete. Seine Antwort "ich hasse diese Leute". Ist ja ok.

Als ich in dem Alter war, wurde lediglich gesagt das die Nazis irgendwie böse waren. Ergebnis: Wir hatten in der Grundschule so ein Heft, wo wir was reinmalen konnten (wann, was und wieso bekomme ich nicht mehr zusammen). Ich habe das Heft mit Hakenkreuzen vollgepflastert, denn die Bösen bei Batman waren ja trotzdem irgendwie cool. Ergo, ich wusste nicht annährend was die Nazis für Schaden angerichtet haben.

Die Schulleitung war aufgebracht und Zuhause erwartete mich ein Gespräch mit einem befreundeten Polizisten.

Einbissel ins Thema reinzugehen, schadet nicht.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Und genau da fängt das "wir haben doch nichts gewußt" an, unglaubwürdig zu werden. Denn in Briefen und im Heimaturlaub haben/werden haben viele erzählt, was an und hinter der Front los war. Und die Wehrmacht war nunmal in die Verbrechen involviert! Und auch wenn sich das Märchen von "wir mussten ja bei Erschiessungen mitmachen, weil es uns sonst selber an den Kragen gegangen wäre" hartnäckig hält, die Weigerung an Erschiessungen teilzunehmen hat tatsächlich selten zu schlimmen Konseuquenzen. Der Einfacheit halber mal die Google "KI" zu "wehrmacht strafe für weigerung an erschiessungen teilzunehmen"
Davon habe ich nicht gesprochen.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Die Soldaten haben geredet und die Soldaten konnten sich weigern!
Das ist mir bekannt und das habe ich auch nicht geleugnet. Es ging um den Widerstand im Land.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Stolpersteine werden vor den Häusern/Adressen verlegt, in denen deportierte Juden/Sinti/Roma/weitere gewohnt haben. Ich kenne sie mit Namen, Geburtsdatum und Deportations- und/oder Todesdatum.
Auch das ist mir bekannt.


melden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:25
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ich fand bei uns das zu früh, wir waren da in der 5. Klasse und hatte von den überlieferten Schilderungen alpträume, da war ich ca 10-11 Jahre alt. Ich finde man sollte da wenigstens bis 14 warten.
In der Schule haben wir das Thema (Ende 80er Jahre) gar nicht so intensiv durchgenommen. Zehnte Klasse in Geschichte halt - aber nicht wirklich tiefgründig, dafür hätte man vermutlich Leistungskurs Geschichte nehmen müssen.
Besichtigungen hatten wir höchstens nach Verdun, also erster Weltkrieg.
Ich hab das meiste (als Teenie) wirklich von Zeitzeugen erfahren, damals lebten ja noch ganz viele. Später dann Bücher etc klar - aber in der Schule selbst war das eher überschaubar. Halt so, wie man in Geschichte was durchnimmt und das war gegen Ende des Schuljahrs.


4x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:30
Zitat von abberlineabberline schrieb:In der Schule haben wir das Thema (Ende 80er Jahre) gar nicht so intensiv durchgenommen. Zehnte Klasse in Geschichte halt - aber nicht wirklich tiefgründig, dafür hätte man vermutlich Leistungskurs Geschichte nehmen müssen.
Besichtigungen hatten wir höchstens nach Verdun, also erster Weltkrieg.
Ich hab das meiste (als Teenie) wirklich von Zeitzeugen erfahren, damals lebten ja noch ganz viele. Später dann Bücher etc klar - aber in der Schule selbst war das eher überschaubar. Halt so, wie man in Geschichte was durchnimmt und das war gegen Ende des Schuljahrs
So einen Besuch von Schulen in Gedenkstätten halte ich für notwendig. Dafür kann man auch mal einen Tag weniger Bruchrechnen lernen. Das haben wir dann privat gemacht, da muss ich so 11 gewesen sein. Mir war spei übel.


3x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:32
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:So einen Besuch von Schulen in Gedenkstätten halte ich für notwendig. Dafür kann man auch mal einen Tag weniger Bruchrechnen lernen. Das haben wir dann privat gemacht, da muss ich so 11 gewesen sein. Mir war spei übel.
Absolut. Ich denke, das wird heutzutage auch viel intensiver behandelt


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 17:42
Zitat von abberlineabberline schrieb:Absolut. Ich denke, das wird heutzutage auch viel intensiver behandelt
Das kann sein. Ich finde, es macht nochmal einen Unterschied ob du das nur eher trocken im Unterricht durch nimmst oder auch als Pflichtpogramm in den Stätten siehst.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ich hab das meiste (als Teenie) wirklich von Zeitzeugen erfahren, damals lebten ja noch ganz viele. Später dann Bücher etc klar - aber in der Schule selbst war das eher überschaubar. Halt so, wie man in Geschichte was durchnimmt und das war gegen Ende des Schuljahrs.
In der Familie war das gar kein Thema. Meine Großeltern sind 45 und irgendwann kurz danach geboren und hatten kaum Berührungen damit. Das Thema gab es bei uns quasi gar nicht.


melden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:10
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ende 80er Jahre
Ja das waren andere Zeiten ich war 2002 in der 5. Klasse
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:11 gewesen sein. Mir war spei übel.
Gerade die Fotos sind entsetzlich. Ich könnte mir als Kind wenig vorstellen aber manch ein Bild war sehr Gore wie man neudeutsch sagen würde. Bildung ist wichtig das stimmt aber junge Menschen traumatisierten ist falsch.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ich hab das meiste (als Teenie) wirklich von Zeitzeugen erfahren, damals lebten ja noch ganz viele.
Die könnten am lebhaftesten, nächsten beschreiben aber nun sind alle erwachsenen von damals tot. Meines Wissens Leben von kz Menschen nur noch Kinder von damals. Wir sprechen viel in Familie drüber, wie das wirkliche Leben damals war, ich bin ja halb deutsch aber in Deutschland geboren. Unsere Familie hatte bis zur Wende nichtmal ein Badezimmer bzw Toilette nur Plumpsklo. Wir haben zu 2. WK Zeit noch wie im Mittelalter gelebt. Nur Fuhrwerke, denn Traktoren und LPG kam erst in der DDR. Wir wohnten mitten aufm Land inner Puppenstube kann man sagen, wirklichen Krieg hat dieser Teil der Familie nie erlebt. Nazis kamen oft zu Besuch zu Kontrollen von Haus Hof Scheunen etc. Das keine versteckten da sind. Die Soldaten waren herzlich nett und bekamen auch essen und trinken. Politik war weit weg und lebensfremd bei uns, hier stand man vorm morgengraun auf und arbeitete bis dunkel wurde, kümmerte sich um viehzeuch etc
Fernsehen Kino etc gab es gar nicht. Netmal einen üblichen volksempfänger könnte man sich leisten, nur ein paar reichere Nachbarn und Verwandte in Stadt hatten sowas. Urlaub kannten wir garnet, wer sollte sich denn um alles kümmern? Unsere Familie bekam erst Ende der 80er Jahre ihr 1. Auto.
Die Zeiten damals waren hart und entbärungsreich, das können sich unwissende heutige kinder garnet vorstellen.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:10
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:So einen Besuch von Schulen in Gedenkstätten halte ich für notwendig. Dafür kann man auch mal einen Tag weniger Bruchrechnen lernen
Kommt drauf an was du für eine Klasse hast.
Da ich als Kind schon ein Geschichtsfreak war, ich nur hauptsächlich unter der Erlebnisgeneration aufwuchs und mir von denen tatsächlich viel berichtet wurde plus ein Ur Großvater selber in Dachau eingesperrt war, war es für mich definitiv hochinteressant.
Aber der Rest der Klasse.
Hmm.
Evtl waren noch zwei-drei Intressierte.
Dem ganzen Rest wars überwiegend vollkommen egal, und ließ es sich anmerken.
Wieder noch ein paar fanden es ganz lustig und gut was sie sahen, auch ganz offen.
War, glaub ich, so 8-9 Klasse rum.
Fand diese Idioten als Intressierter natürlich maximal störend und hätte sie gern daheim gelassen.


3x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:15
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Idioten
Ja vielleicht auch eine Art Selbstschutz. Lachen und cool tun und garnet genau hinschauen und drauf einlassen. Sind halt noch Kinder, jeder geht anders damit um. Du klingst sehr reif, wie du damals warst, das ehrt dich, wie du so interessiert und ernsthaft an ein so schlimmes Thema rangehen könntest.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:19
@DerThorag

Iwie scheine ich die missverstanden zu haben, kann passieren
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Da ich als Kind schon ein Geschichtsfreak war,
Dito, wie wohl überall mußten wir als Kinder pünktlich um 7 oder 8 ins Bett, Licht aus und gut ist - außer Lesen, Lesen ging bis die Augen zufielen. Und da Papas "Bibliothek" hauptsächlich aus Sachbüchern, Biographien und geschichtlich basierten Romanen bestand, war mein Interesse ziemlich schnell geweckt.


2x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:43
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ja vielleicht auch eine Art Selbstschutz. Lachen und cool tun und garnet genau hinschauen und drauf einlassen.
Die sahen schon hin, und fanden es gut was sie sahen.
Das war dieser Typ Mensch.
Zitat von rainloverainlove schrieb:Du klingst sehr reif, wie du damals warst, das ehrt dich, wie du so interessiert und ernsthaft
Ne.
Aber wenn du den ganzen Tag daheim seit Kindesbeinen an nur von früher erzählt bekommst, dann entwickelt man glaub ich ein zwangsläufiges Intresse an der Sache.
Und wenn man dann an Orte kommt, an der auch die eigene Familiengeschichte klebt, dann ist das natürlich von großem Intresse.
Zumindest wenn man kein kompletter Ignorant ist.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Dito, wie wohl überall mußten wir als Kinder pünktlich um 7 oder 8 ins Bett, Licht aus und gut ist - außer Lesen, Lesen ging bis die Augen zufielen.
Das weniger.
Eher wurde mir bis spät in die Nacht vom zweiten Weltkrieg erzählt.
Mit so fünf lernten mir meine Großeltern die Buchstaben und das Lesen.
Die Bücher die sie mir dann gaben, das waren alles Sachbücher über Geschichte.
Glaub das wirklich allererste Buch war 'Die illustrierte Geschichte des zweiten Weltkriegs' von Kurt Zettner.

Muss aber auch sagen, dass mein UrOpa ein recht belesener Mann war und er war Offizier der Wehrmacht.
Der sprach ganz offen und recht sachlich vom Vernichtungskrieg im Osten, inklusive der Grundaussage, dass da schon jeder gesehen hat, dass man Gefangene verhungern lässt, die Bevölkerung terrorisiert, Juden massenhaft ermordet usw.
Dass man dies nicht leugnen kann, und jeder es tut, schlicht lügt.
Auch dass man zuerst als Befreier begrüßt wurde und dann beim Rückzug, vielerorts die einrückende rote Armee so 'beliebt' war, wie die abziehende Wehrmacht.
Der hat mir da recht viel erklärt und erzählt.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 18:54
Zitat von abberlineabberline schrieb:In der Schule haben wir das Thema (Ende 80er Jahre) gar nicht so intensiv durchgenommen. Zehnte Klasse in Geschichte halt - aber nicht wirklich tiefgründig, dafür hätte man vermutlich Leistungskurs Geschichte nehmen müssen.
Ich war in der selben Zeit in der Schule, wir hatten in Geschichte zwischen Bismarck und zweiten Weltkieg von der sechsten bis zur zehnten fast nichts anderes.


2x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 19:05
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich war in der selben Zeit in der Schule, wir hatten in Geschichte zwischen Bismarck und zweiten Weltkieg von der sechsten bis zur zehnten fast nichts anderes.
Wir auch.
Würde es aber auch so wie @abberline ausdrücken.
Geschichtsunterricht in Deutschland, so wie ich ihn erlebte, ist einfach schlecht.
Zum einen dieser Dauerfokus zwischen 1933 bis 1945.
Du hörst zwar zwei-drei Jahre dass Hitler ein ganz schlimmer war, aber es hat null Tiefgang.
Wie so eine Platte, die dauerleiert.
Würde man das ein Jahr lang wirklich intensiv machen.
Zb in dem man jedes Jahr der zwölf Jahre NS genauer durchnimmt, oder auch mal die Auswirkung der NS Herrschaft vor Ort ansieht.
Das denke ich, würde der Sache mehr dienen, wie ein paar Wochen jährlich sich wiederholendes und oberflächliches: 'Hitler war schlimm'.


melden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 19:10
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich war in der selben Zeit in der Schule, wir hatten in Geschichte zwischen Bismarck und zweiten Weltkieg von der sechsten bis zur zehnten fast nichts anderes.
Bei uns ging Geschichte erst ab der siebten Klasse los. In der Steinzeit. Und dann maximal zwei Stunden pro Woche. Gefühlt bestand mein Geschichtsunterricht zu 80 Prozent aus irgendwelchen Karls...Grosse, Dicke, Dritte, Einfältige...Dteissigjähriger Krieg usw... bis wir überhaupt mal beim ersten Weltkrieg landeten, war die Schule gefühlt fast vorbei. Und da Frankreich hier ums Eck ist, wurden Verdun und Co besucht.
Was den zweiten Weltkrieg angeht, kenn ich heute noch Häuser, unter denen einst viele Waffen in einer Grube entsorgt wurden, alte Bunker, in denen wir noch als Kinder gespielt haben etc
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Muss aber auch sagen, dass mein UrOpa ein recht belesener Mann war und er war Offizier der Wehrmacht.
Der sprach ganz offen und recht sachlich vom Vernichtungskrieg im Osten, inklusive der Grundaussage, dass da schon jeder gesehen hat
Wenn er selbst als Offizier zb in Polen, Ukraine etc war, dann glaub ich das sofort. Ähnliches hat mir ein alter Offizier auch erzählt. Der kleine Frontsoldat hingegen hatte genug mit sich selbst zu tun. Da werden einige was gewusst haben, andere nicht.
Dass was nicht gut ist, wussten natürlich alle. Aber damals wie heute hätten die wenigsten offen Widerstand geleistet.


2x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 19:21
Zitat von rainloverainlove schrieb:Gerade die Fotos sind entsetzlich. Ich könnte mir als Kind wenig vorstellen aber manch ein Bild war sehr Gore wie man neudeutsch sagen würde. Bildung ist wichtig das stimmt aber junge Menschen traumatisierten ist falsch.
Wie gesagt, muss dazu schon eine gewisse Reife dabei sein.
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Kommt drauf an was du für eine Klasse hast.
Da ich als Kind schon ein Geschichtsfreak war, ich nur hauptsächlich unter der Erlebnisgeneration aufwuchs und mir von denen tatsächlich viel berichtet wurde plus ein Ur Großvater selber in Dachau eingesperrt war, war es für mich definitiv hochinteressant.
Aber der Rest der Klasse.
Hmm.
Evtl waren noch zwei-drei Intressierte.
Dem ganzen Rest wars überwiegend vollkommen egal, und ließ es sich anmerken.
Wieder noch ein paar fanden es ganz lustig und gut was sie sahen, auch ganz offen.
War, glaub ich, so 8-9 Klasse rum.
Fand diese Idioten als Intressierter natürlich maximal störend und hätte sie gern daheim gelassen.
Es kann natürlich, wie @rainlove sagte, eine Art Selbstschutz sein. Trauer gilt ja, gerade in der Jugend, häufig als uncool. Ich wäre vor den Jungs wohl auch eher der Kasper gewesen sein, um es dann Zuhause erst richtig zu verarbeiten. Aber ja! Maximale Empathie ist auch gerade im Jugendalter nicht immer erwartbar. Ein Versuch wäre es zumindest wert.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Iwie scheine ich die missverstanden zu haben, kann passieren
Alles gut. Sowas passiert.
Zitat von abberlineabberline schrieb:Bei uns ging Geschichte erst ab der siebten Klasse los. In der Steinzeit. Und dann maximal zwei Stunden pro Woche. Gefühlt bestand mein Geschichtsunterricht zu 80 Prozent aus irgendwelchen Karls...Grosse, Dicke, Dritte, Einfältige...Dteissigjähriger Krieg usw... bis wir überhaupt mal beim ersten Weltkrieg landeten, war die Schule gefühlt fast vorbei.
Das war bei mir ähnlich. Karl der Große....Gott! Fühlte sich wie eine Ewigkeit an und war damals maximal uninteressant. Ich kann mich lediglich an eine Projektwoche erinnern, in der es um die Greultaten der NS ging.


melden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 19:44
Zitat von abberlineabberline schrieb:Wenn er selbst als Offizier zb in Polen, Ukraine etc war, dann glaub ich das sofort. Ähnliches hat mir ein alter Offizier auch erzählt. Der kleine Frontsoldat hingegen hatte genug mit sich selbst zu tun. Da werden einige was gewusst haben, andere nicht.
Der wurde eingezogen und hatte einen höheren Schulabschluss, die Wehrmacht indes einen immer höheren Bedarf an militärischen Führer auf Ebene Zug und Kompanie.
So kam er auf einen ROA Lehrgang, nach der obligatorischen Frontbewährung kam er dann wieder regulär an die Front.
Glaub zum Kriegsende war er Leutnant oder Oberleutnant.
Auf der Eben bist du nicht viel besser dran als ein einfacher Soldat, zumindest wenn du nicht in irgend einer Schule, Amt oder Stab sitzt.
Er sagte da immer so Sätze wie ungefähr: Man müsse schon sehr blind gewesen sein, um nicht zu sehen was da alles passiert.
Als der vertrat die Meinung, dass es schon alle mitbekamen.
Er hielt den Krieg aber auch ab 41 verloren, laut eigener Aussage.
Als ich älter war, erklärte er es mir dann mal so.
Seine Begründung war, da zeigte er mir die Europakarte, dass man da 39 Polen besetzte, 40 Dänemark, Norwegen, Benelux, Frankreich, 41 dann Jugoslawien und Griechenland.
Das musste alles erstmal gesichert werden, das waren mehrere Heeresgruppen nur an Besetzung.
Da war noch nix mit Front.
Die Ostfrond selber ging dann tausende Kilometer, die Strände am Atlantik mussten nochmal extra gesichert werden.
In Afrika kämpfte eine Armeegruppe.
Das konnte in seinen Augen nicht gut gehen, wenn die ganze Welt parallel gegen dich kämpft.
Hab diese Aussage aber so ähnlich mal in einem YT Zeitzeugenvideo gesehen, diese Meinung scheint schon verbreiteter gewesen zu sein.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 19:59
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Hab diese Aussage aber so ähnlich mal in einem YT Zeitzeugenvideo gesehen, diese Meinung scheint schon verbreiteter gewesen zu sein.
Da ist auch was dran. Lt meinem Opa wurde alles im Laufe der Zeit zu einem riesigen Durcheinander. Einfache Soldaten wurden sinnlos von einer Einheit in die andere geschoben - Heer zu Luftwaffe und andersrum - immer wenn mal wieder irgendwas gehalten werden sollte oder nix funktionierte, weil die Front viel zu weit auseinander war.

Es gab vor dem Russland Feldzug ja auch Stimmen von Offizieren, dass das, wenn überhaupt, nur funktionieren könne, wenn man die Ukraine als Verbündete gewinnt, statt dort Massaker zu veranstalten. Die Ukrainer hatten einen Hals auf Stalin, gute Nachschubwege etc - in Russland waren das eher so fragwürdige Pisten. Und dann erst ständig alles durch halb Europa transportieren zu lassen, das konnte nicht gut ausgehen.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 20:10
Zitat von abberlineabberline schrieb:Die Ukrainer hatten einen Hals auf Stalin
Alles dort hatte einen Hals auf Stalin und seine Schergen.
Man darf ja nicht vergessen.
In den 30igern gab es in der ganzen UdSSR große Hungersnöte, die in der Ukraine war nur ein Teil davon und nur den Wenigsten ist bekannt, dass diese nichtmal die Schlimmste war.
Dazu die massenhaften Säuberungen Ende der 30iger, die im Grunde die ganze Gesellschaft betrafen.
Im Baltikum war man erst 1940 gewaltsam einmarschiert.
Selbst die radikale Judenpolitik der Nazis, und das wird heute auch nicht so gern erwähnt, fiel in dem ganzen Gebiet auf gefallen.
Ohne Mitwirkungen der Einheimischen wäre die Vernichtung der Juden so nicht möglich gewesen, und in Polen gab es selbst nach dem Krieg noch Progrome an Juden.
Wahrscheinlich hätte sogar die rote Armee weniger fanatisch gekämpft, hätte man die Gefangenen menschlich behandelt.
Dort wurde ja selbst während des Krieges noch gesäubert.
Zb. Der Befehlshaber der Westfront Armeegeneral Pawlow, den man nach dem Angriff und dem Zusammenbruch der sowjetischen Front, erschoss.
Auch war die generell Behandlung der Soldaten der Roten Armee, nicht mehr als menschenfeindlich.
Da hatte es der deutsche Soldat fast gut dagegen.


1x zitiertmelden

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

04.05.2026 um 21:02
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Selbst die radikale Judenpolitik der Nazis, und das wird heute auch nicht so gern erwähnt, fiel in dem ganzen Gebiet auf gefallen.
Nicht nur dort - auch die damaligen Verbündeten wie die Ustascha in Kroatien oder die Eiserne Garde in Rumänien (letztere kam von der Größenordnung gleich hinter Deutschland und Italien - wird gerne übersehen) waren extrem antisemitisch.


melden