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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

91 Beiträge, Schlüsselwörter: Linke, Alternative, Konservative

Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 20:37
In diesem Thread soll es um folgendes Thema gehen:

Wie man sie auch nennt, politisch Linke, Grüne, Alternative... - alle schmücken sich gerne damit, modern, weltoffen, fortschrittlich usw. zu sein.

Wenn man sich aber in vielen Städten anschaut, was geschieht, wenn ,,linke" oder ,,alternative" Stadtteile dadurch Veränderungen erfahren, dass neue Bewohner hinzuziehen (gerade dann, wenn diese neuen Bewohner etwas vermögender sind), schmutzige, verwohnte, alte Bauten durch neue ersetzt oder teuer renoviert werden oder sich neue Ladengeschäfte im Viertel ansiedeln (abgesehen von den als der alternativen Szene angehörig gesehenen Läden), dann beobachtet man oft, dass es nicht mehr so weit her ist mit den stolz getragenen Labeln.

Dann heisst es gerne:,,Yuppies raus", ,,keine Gentrifizierung", ,,XY bleibt" oder ,,keine Kommerzbuden".

Offenbar wollen also die politisch ,,Linken" und ,,Alternativen" in ihrem eigenen Lebensbereich doch keine Veränderung - jedenfalls nicht, wenn diese nicht von ihnen ,,genehmigt" ist und nach deren Vorstellungen geschieht.

Stattdessen wollen sie vielfach, dass alles so bleibt - der lässige, alternative Markt am Mittwochnachmittag, wo Muschelketten oder Ethno-Foods verkauft werden, das punkige Tätowierstudio, die Graffitis an den Wänden, der schmutzige Hinterhof des alternativen Zentrums, das alte, völlig verwohnte Gebäude, welches man schon seit der Kindheit kannte und Leute aus aller Herren Länder, Menschen mit Rastalocken, Punks, politisch Linke...


Vor diesem Hintergrund:

Sind die Angehörigen der politisch linken und alternativen Szenen die ,,wahren Konservativen" unserer Zeit, die keine Entwicklung und Veränderung ,,ihrer" Viertel wünschen?


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 20:58
Eher Wahrung der Proletariatsromantik.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:25
Kc schrieb:alle schmücken sich gerne damit, modern, weltoffen, fortschrittlich usw. zu sein.
Entweder leben wir alle arm und dafür zufriedener, oder wir beuten aus und leben dafür in Wohlstand, aber unzufriedener.

Entweder wir entwicklen uns weiter, fördern Innovation und bleiben fortschrittlich, oder wir halten uns an unsere Wohlstandsdiskussionen fest, die uns zurückwerfen.

Wie diese Widersprüche gelöst werden sollen, ist eben einer der schwierigsten Fragen überhaupt.

Ohne Abstriche lässt es sich eben nicht im Wohlstand leben. Ohne Leistung kein Ergebnis. Aber wenn Leistung zu einem Kampf und Schimpfbegriff wird, kann man halt nix machen :s


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:35
@kofi

Stimmt, was du schreibst.

Teilweise kann man ja schon den Eindruck bekommen, dass man sich schämen muss, wenn man gute Bildung hat oder Erfolg mit einer Geschäftsidee.

Dabei muss ein gutes Einkommen oder eine gute Bildung keineswegs immer nur auf Ausbeutung und Kapitalismus beruhen, wie von links gerne behauptet.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:37
@Kc
Bisschen mehr Pauschalisierungen bitte. Son bisschen mehr Populismus muss schon sein ... Diese verdammten Linken!!


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:39
@yummi

Wie wäre es mit einer vernünftigen Antwort zum Thema? ^^


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:45
@Kc
Das war ein Geniestreich, denn dieser soll dich dazu anregen zu differenzieren und ein wenig mehr nachzudenken.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:46
@yummi

Wenn du mir sagst, zwischen welchem ich differenzieren soll, mache ich das gerne.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 21:55
Weil es die Linken nicht gibt. Eigentlich ist das eher so der anarchistische Bereich, wie Künstler , Freigeister und "Punks" die dagegen wettern oder irgendwelche "Ökofaschisten", die sich die Haare etwas länger wachsen lassen. Natürlich ist das auch alles überspitzt was ich sage. Aber generell ist es so, dass jeder Mensch der mitbekommt, wie sich sein Lebensumfeld ändert und dass nicht nach seinen Vorstellungen, sich dann im nachhinein versucht abzusondern, weil das mit seiner ursprünglichen Lebensweise nicht zu tun hat. Ich denke, dass Thema ist weit aus komplizierter als es den Anschein hat. Wenn man nach Prinzipien/Wertvorstellungen lebt und jene Prinzipien/Wertvorstellungen durch sagen wir kapitalistische/materielle/Trendfaktoren zerstört werden, dann hat man das Gefühl vertrieben zu werden. Von daher kann man schon von Konservatismus reden, dass ist abern icht der selbe Konservatismus wie man ihn aus der Politik kennt.


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NagaSadow
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 22:02
Kc schrieb:Sind die Angehörigen der politisch linken und alternativen Szenen die ,,wahren Konservativen" unserer Zeit, die keine Entwicklung und Veränderung ,,ihrer" Viertel wünschen?
Also irgendwie wird mir das ganze jetzt nicht klar. Es kann gut sein das ein Teil
der "Linken" ihre Viertel gerne so haben möchte, wie sie momentan sind, und sich gegen
Kommerzialisierung, Umbau, Neubau, und weiß der Geier was noch einsetzen.

Aber ob man das Konservativ nennen kann? Ich würde den Begriff nur im großen und
ganzen verwenden, als politischen Begriff. Ich würde ihn nicht für dieses Beispiel
benutzen.
Kc schrieb:Stattdessen wollen sie vielfach, dass alles so bleibt - der lässige, alternative Markt am Mittwochnachmittag, wo Muschelketten oder Ethno-Foods verkauft werden, das punkige Tätowierstudio, die Graffitis an den Wänden, der schmutzige Hinterhof des alternativen Zentrums, das alte, völlig verwohnte Gebäude, welches man schon seit der Kindheit kannte und Leute aus aller Herren Länder, Menschen mit Rastalocken, Punks, politisch Linke...
Eigentlich ist es normal das man einen Ort/ein Viertel, wo man sich sau wohl fühlt, so
erhalten möchte wie er ist. Und ihn nicht durch zig unnötige Bauten verunstaltet haben will.
Bestimmt wird keiner irgendwas gegen ne neue Schule oder einen Kindergarten sagen,
aber "Kommerzbuden" stoßen ganz gerne auf breite Ablehnung das sie in ne Innenstadt
gehören und den "Wohlfühlfaktor" des Viertels stören.
Und für viele zerstören auch Renovierungen dieses bestimmte Flair des Viertels, auch
wenn das für nen Großteil der Leute unlogisch erscheinen mag.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 22:13
Leider gibt es viele Hypokriten in unserer Gesellschaft. Sie sagen dir, dass du dies und das anders machen sollst und dich verändern musst, um ein besserer Mensch zu werden, aber sie selbst machen es auch nicht besser.

Ich hatte mal eine Lehrerin, die sehr gesellschaftskritisch war. Sie hat uns immer gesagt: Ihr dürft keine Billigklamotten kaufen, weil ihr damit Kinderarbeit und "moderne Sklaverei" unterstützt, aber was macht sie: Sie geht erstmal nach TK Maxx und kauft einfach alles, was sie nicht braucht, so ein Fashionvictim von der ganz üblen Sorte. Oder kauft sich jede Woche neue Bücher, die sie sowieso nicht liest und dann spricht sich vom Aussterben des Regenwaldes, Papierverschwendung und vom Zeitgeist der Nachhaltigkeit. :D

Oder ein ganz anderes krasses Beispiel: Erst hat sie uns einen Film über Massentierhaltung gezeigt, am Ende der Schulstunde kam dann: Heute gehe ich erstmal schön zu Freunden grillen :D

Sie glaubt selbst, dass sie einen alternativen Lebensstil hat, aber sie ist auch die Einzige, die das glaubt.

Ich bin mir bewusst, dass es schwierig ist in dieser Gesellschaft wenig zu konsumieren, aber man sollte nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern sich an seine eigene Nase packen und an sich arbeiten.


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brucelee
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 22:26
Kc schrieb:Teilweise kann man ja schon den Eindruck bekommen, dass man sich schämen muss, wenn man gute Bildung hat oder Erfolg mit einer Geschäftsidee.
Hut ab, wer gelernt hat, hat es ja verdient. Oder nicht :D
Kommt auf die Person an. Wobei man sich bei einigen Abiturienten wirklich fremdschämen kann...
Da frägt man sich schon, ob sowas wirklich studieren gehen sollte und wie es den Abschluss geschafft hat.

Nur haben viele (ja, viele) dieser gebildeten Leute eine teils, herablassende Art gegenüber Leute mit einem einfachen Abschluss und die Beispielsweise nach der Hauptschule gleich in die Arbeit sind. Weist du, wenn Leute persönlich etwas erleben und das öfters, dann prägt sich das ein.
Daher bekommt diese latente gegenseitge Ablenung in der Gesselschaft.

Ehrlich, alle gehören sie dazu. Jeder leistet seinen Teil. Der S-Bahn Fahrer leistet nicht einen minderwertigen Dienst im Vergleich, der Mechatroniker auch nicht, der Ingenieur verdient halt mehr weil er eine Aufgabe mit Verantwortung hat und an seinen entscheidungen Arbeitsplätze hängen.
Man könnte jetzt viele Beispiele nennen.


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Warhead
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 23:09
@Kc
Von mir aus darfst du den Kampf gegen Gentrifizierung,Privatisierung der Innenstädte,Vereinzelung und kapitalistische Totalverwertung von Wohnraum konservativ nennen,dann sind Obdachlosigkeit,Mietwucher und die Privatisierung öffentlicher Räume trotzdem nichts progressives

gentrifizierung


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schokowhey
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 23:44
Momentan gibts keine Alternative zur CSUCDU...außer man will sich danach wieder mit Populisten rumschlagen, bei der CSUCDU weiß man wenigstens was man hat...nix gutes unbedingt aber Mutti macht weiter so wie bisher und noch gehts uns allen gut...


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Warhead
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

05.04.2013 um 23:47
@schokowhey
Jaja,Mutti überlächelt jede soziale Kürzung und jede Solarpleite


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25h.nox
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

06.04.2013 um 00:35
zukunftsdenker schrieb:Ich bin mir bewusst, dass es schwierig ist in dieser Gesellschaft wenig zu konsumieren, aber man sollte nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern sich an seine eigene Nase packen und an sich arbeiten.
aber ich will doch viel konsumieren, konsum ist geil!
dieses immer gleiche saure mantra vom bösen konsum, ich kann das nicht mehr hören. an übermäßigem konsum ist nichts schlimm solange man das bewußt und richtig macht.
hedonismus ist trumpf...


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

06.04.2013 um 08:28
@Warhead

Also müssen Entwicklung, Veränderung und Fortschritt erst von einem Rat aus linksalternativen Menschen abgesegnet und für gut befunden werden?

Werfen nicht eigentlich GERADE Leute aus dieser Szene den pauschal als ,,Etablierten" bezeichneten vor, dass diese anderen Menschen sagen wollen, was sie zu tun haben?

Wie passt es dann, selbst eine solche Haltung einzunehmen, man könne bestimmen, was gut und richtig sei und wie man alles bewahren wolle?

Ist das nicht Arroganz und Konservatismus?


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Sparkz
ehemaliges Mitglied

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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

06.04.2013 um 09:55
@Kc

Wenn man Deutschland endgültig den Rest geben will, sollte man alternativ die Linken wählen.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

30.04.2013 um 15:13
"Warum um alles in der Welt aber ist es unter so vielen Linken en vogue, sich über Angehörige der sogenannten Unterschicht lustig zu machen und sie aus ihren politischen Gruppen auszuschließen? Zumal sie doch alle vorgeben, für die Rechte der Arbeiterklasse einzutreten? In der Soziologie gibt es einen Begriff für diese Form der Diskriminierung: Klassismus."
Das mag vor allem damit zusammenhängen, daß linke Gruppen, wie schon erwähnt, seit Jahrzehnten von Menschen geprägt sind, die materiell abgesicherten, ja häufig wohlhabenden Einfamilien- oder Reihenhausverhältnissen entstammen. Ihre eigene Lebenswirklichkeit kennt keinen aktiven Klassenkampf, weil sie das Gymnasium und später die Universität besucht haben, ohne dort mit vielen Menschen aus Armutsverhältnissen oder aus gewerkschaftlich organisierten Lohnarbeiterhaushalten in Kontakt gekommen zu sein. Schule und Medien, manchmal auch postmateriellen Werten zugeneigte Eltern, haben ihnen allenfalls Rassismus und Sexismus als maßgebliche gesamtgesellschaftliche Diskriminierungsformen, die es engagiert zu bekämpfen gelte, vermittelt. So entwickelten sich dann vor allem Antirassismus, Antisexismus sowie der Kampf gegen Atomkraft und den menschlich erzeugten Klimawandel zu den zentralen Themen heutiger Protestbewegungen. Ihr Aktivismus beruht meist auf einer Mischung aus dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und einem anerzogenen schlechten Gewissen.
http://www.konkret-magazin.de/hefte/aktuelles-heft/articles/zu-hoch-fuer-dich.html


Wie sagte der JusoBundesvorsitzende während einer Veranstaltung auf Nachfrage:" Wir gehen nicht in soziale Brennpunkte. Das ist Zeit und Ressourcenverschwendung". Wir konzentrieren uns für den Wahlkampf auf Studien, die uns unser Milieu, dass wir bewerben werden, zuteilt.
Grummeln unter jungen Juso Mitgliedern, wie weit man eigentlich noch für den Stimmenfang gehen will, wie weit noch verbiegen um ja die letzte Stimme abzutrotzen.
Aber die Führung hat gesprochen und vorgegeben.Also wird es auch so gemacht.


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Linke/Alternative: Die ,,wahren Konservativen"?

30.04.2013 um 15:30
@Kc

Ich hatte mir linke Politik irgendwie selbst anders vorgestellt und bin schon ein wenig enttäuscht. Im Grunde genommen ist ein bisschen sozial und konservativ in einem zu sein lohnend um für etwas zu kämpfen. Aber was bedeutet das in unserer schnellebigen Zeit noch? Und vor allem in einer immer komplexer werdenden Gesellschaftsstruktur. Merkel meint ja selbst immer:" Ihre Politik ist alternativlos". Im Prinzip ist mittlerweile alles irgendwie alternativlos geworden und man braucht offensichtlich sich nicht mehr die Mühe machen, um etwas zu kämpfen.
Kc schrieb am 05.04.2013:Stattdessen wollen sie vielfach, dass alles so bleibt - der lässige, alternative Markt am Mittwochnachmittag, wo Muschelketten oder Ethno-Foods verkauft werden, das punkige Tätowierstudio, die Graffitis an den Wänden, der schmutzige Hinterhof des alternativen Zentrums, das alte, völlig verwohnte Gebäude, welches man schon seit der Kindheit kannte und Leute aus aller Herren Länder, Menschen mit Rastalocken, Punks, politisch Linke...
Vielleicht sind das die letzten Erinnerungen an die Tage, als noch nichts "alternativlos" war. Alles konnte so bleiben wie es ist und koexistieren, heute ist es einfach alternativlos, dass es nicht mehr koexistieren kann.
Als man noch was ändern konnte, sich engagieren, die Zeit nicht so schnellebig war. Das was unsere Zeit ausmacht ist geboren werden, konform sein, arbeiten gehen bis zum erbrechen, Kinder auf die Welt bringen, sie zum stillhalten zu bewegen, alt werden und sich von den Kindern in ein Altenheim abschieben zu lassen, weil sie wie die Tiere arbeiten müssen für wenig Lohn und einem Zeitvertrag. Ist Idealismus einfach obsolet geworden?


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