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Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

81 Beiträge, Schlüsselwörter: Erleuchtung, Egoismus, Meister, ZEN

Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

24.02.2017 um 15:40
Ein hoher Politiker, der Premierminister persönlich, suchte einmal einen Zen-Meister auf. 
Er fragte ihn: „Euer Ehren, wie erklärt Ihr Egoismus?"
Des Zen-Meisters Gesicht lief plötzlich blau an. Sehr von oben herab, ja verächtlich, sagte er zum Premierminister: „Was fragst du da, du Dummkopf?" Diese unerwartete Rückmeldung schockierte den Politiker zutiefst und die Wut stieg im förmlich ins Gesicht. Daraufhin lächelte der Zen-Meister und sagte:
Euer Exzellenz, das ist Egoismus."

Dieser Zen-Meister dagegen haut lediglich den Nagel auf den Kopf. Statt sich auf die Theorie einzulassen, geht er gleich ans Eingemachte. 
Indem er den Mann wütend macht, stellt er eine Situation her. Plötzlich ist das Ego kein Theorem mehr, sondern Aktualität, eine greifbare Tatsache. Die Flamme des Ego schießt hoch, und schon vernebelt ihr Rauch dem Mann das Bewusstsein. Und dann sagt er: „Euer Exzellenz: Das ist Egoismus." Er hat eine Situation geschaffen, die es ihm erlaubt, die Sache unmittelbar zu veranschaulichen. Es klingt hart, wenn er diesem armen Mann auf seine Frage - die ja nicht absurd war, die ja eine religiöse Frage war - „Was ist das Ego? Was heißt Egoismus?", antwortet: „Was fragst du da, du Betonkopf?" Dabei war dieser Zen-Meister gar nicht einmal sehr zen-mäßig vorgegangen; denn Zen-Meister sind bekannt dafür, dass sie dich schlagen, anbrüllen, anspringen, zur Türe hinauswerfen - kurz, eine Situation herstellen, in der das Problem real wird und du unmittelbar mit der Nase drauf gestoßen und aufgeweckt werden kannst. Zen ist direkt. Zen hält nichts von Leisetreterei.  
von Osho - Das Zen- Prinzip
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Kennt ihr Zen Geschichten? Oder wart schon mal bei einem Zen - Meister? ...hab ihr eine auf den Deckel bekommen? ^^ Gibt es heute noch Zen Meister??

Gehört das Ego nicht auch zum Spiel des ganzen? Ist es nicht auch egal ob man im Ego ist oder nicht? Denn alles gehört zum Spiel.... ? 
( der Zen Meister spielt ja auch nur ein Spiel.... ^^ )


was fällt euch spontan zum Thema ein?


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24.02.2017 um 19:12
Ich glaube man nennt diese Geschichten Koan und es gibt sehr sehr viele davon :)

Es geht dabei mehr um die Moral von der Geschichte bzw. Diese während der Meditation zu ergründen.


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Omnios
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24.02.2017 um 19:23
Dieses Wort ist nicht wert gesprochen zu werden.


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Erasmus
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24.02.2017 um 19:25
DasMietz schrieb:hab ihr eine auf den Deckel bekommen? ^^ Gibt es heute noch Zen Meister??
Ich bekomme laufend einen auf den Deckel, egal was ich mache. Demnach laufen hier noch ne Menge Zen-Meister herum, wahrscheinlich ist jeder einer, nur ich nicht :D


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24.02.2017 um 19:45
@Omnios

welches Wort?

@Erasmus

lol

ach, ich bin mir sicher du wärst ( in Zukunft )  wenigstens ein/e liebe/r Zen - Meister ^^


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Omnios
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Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

24.02.2017 um 19:46
@DasMietz
Das Wort dass ich sprach.


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Erasmus
ehemaliges Mitglied

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Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

24.02.2017 um 19:47
DasMietz schrieb:ach, ich bin mir sicher du wärst ( in Zukunft )  wenigstens ein/e liebe/r Zen - Meister ^^
Was nicht ist, kann ja noch werden :D


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24.02.2017 um 19:53
@Omnios

welches Wort sprachst du? :-)

@Erasmus

welches Wort sprach @Omnios ? ^^


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Erasmus
ehemaliges Mitglied

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24.02.2017 um 19:55
@DasMietz

Wahrscheinlich Om, die ersten beiden Buchstaben seines Nicks :D ^^


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24.02.2017 um 19:59
@Erasmus

:-)))

erzähl mal @Omnios ^^


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24.02.2017 um 19:59
ich bin das Wort die Wahrheit und das Leben?


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Omnios
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24.02.2017 um 20:03
@Erasmus
Bildlich vorgestellt...

Der Zenmeister sitzt in Om meditierend unterm Wasserfall,
da kommt ein Schüler des Weges und Fragt den meister:
"Was ist das Geheimnis des Zen?"
Der Meisterer antwortet:
"Dieses Wort ist nicht wert gesprochen zu werden"
Und der Schüler fragt:
"Welches Wort?"
Und der Meister schreit ihn an
"DAS WORT DASS ICH SPRACH!"
Und der Schüler fragt erschrocken:
"Welches Wort sprachet ihr ehrwürdiger Meister!?"
Der Meister schließt die Augen, atmet aus und meditiert weiter.


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24.02.2017 um 20:05
lol @Omnios


mag ich  :-)))


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24.02.2017 um 20:30
Ein junger Mann trat vor Tao-hsin:
„Bitte gebt mir einen Fingerzeig.“
Tao-hsin hob die vor ihm liegende Tasse auf und fragte den Mann:
„Wer hat diese Tasse bewegt?“

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Tao-hsin sprach zu seinen Schülern:

„Was weißt du sicher?“


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Hier gibt es mehr...
https://www.findyournose.com/koan-beispiele-paradox


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24.02.2017 um 20:32
Was ist ein Koan?

Mit einem Koan zu arbeiten bedeutet, spontan und völlig bewusst direkt auf eine unlösbare Frage zu antworten. Kannst du die unten stehenden Beispiele beantworten?
Frage: „Hat ein Hund Buddha-Natur?“

Antwort: „MU!“


https://www.findyournose.com/koan-beispiele-paradox


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15.03.2017 um 15:09
Ich kenne gleich mehrere Geschichten.

Der Zen-Meister und der Einbrecher

Eines Tages rezitierte ein Zen-Meister in seinem Haus Texte, als ein Einbrecher mit einer Waffe auf ihn zukam.
"Geld oder Leben!" verlangte der Einbrecher.
"Das Geld liegt in der Küche," sagte der Zen-Meister ruhig, "nimm Dir so viel, wie Du brauchst."

Verwirrt ging der Einbrecher in die Küche, wo er das Geld fand.
"Aber lass noch etwas für mich übrig!" rief der Zen-Meister ihm nach.

Das verunsicherte den Einbrecher noch mehr. Trotzdem nahm er fast alles und wollte durch den Raum, in dem sich der Zen-Meister befand, wieder verschwinden.
Doch der Zen-Meister sah ihn an. "Du nimmst mein Geld und bedankst Dich nicht? Das ist aber unhöflich!"

Jetzt bekam der Einbrecher es mit der Angst zu tun. Er stammelte ein "Danke" und rannte davon, so schnell er nur konnte.

Später wurde gegen den Einbrecher Anzeige erstattet. Auch der Zen-Meister sollte bei der Polizei aussagen.
"Bestohlen?" fragte er. "Er hat mich nicht bestohlen. Er hat mich um Geld gebeten und ich habe es ihm gegeben."

Der Einbrecher wurde verurteilt. Nachdem er seine Strafe allerdings gebüßt hatte, wurde er zum besten Schüler des Zen-Meisters.

Der Zen-Meister und das Erdbeben

Ein Zen-Meister und sein Schüler befanden sich nach einem Erdbeben in der Küche.

"Siehst Du," sagte der Zen-Meister, "das ist Gleichmut: Als die Erde gebebt hat, bin ich nicht in Panik verfallen. Ich habe einen kühlen Kopf bewahrt und Dich in die Küche geführt. Das ist der sicherste Ort, und wie Du sehen kannst, steht sie noch. Trotzdem habe ich mich aber auch erschrocken. Ich musste erst einmal ein großes Glas Wasser trinken, was ich sonst nie tun würde."

Der Schüler lachte.
"Was ist so witzig?" fragte der Meister.
Der Schüler sah ihn an. "Meister, das, was Sie da gerade getrunken haben, war kein großes Glas Wasser, sondern ein großes Glas Sojasoße!"

Der Zen-Meister, das Kind und die Katze

Es kam ein kleines Mädchen zu einem Zen-Meister, das gerade erlebt hatte, wie eine Katze gestorben war. "Wo ist die Katze jetzt?" fragte sie.

Als Antwort stampfte der Meister auf den Boden. "Wir alle sind aus demselben kosmischen Teig gemacht," gab er als Erklärung, "bevor wir geboren werden, sind wir kosmischer Teig. Wenn wir leben, sind wir aus kosmischem Teig. Und wenn wir sterben, werden wir wieder kosmischer Teig."

Das Mädchen hörte ihm interessiert zu. "Aber wo ist die Katze jetzt?" fragte sie erneut.
Der Zen-Meister lächelte. "Das weißt Du schon."
Das Mädchen überlegte kurz und stampfte dann ebenfalls auf den Boden.

"Sehr gut!" lobte der Zen-Meister.
Das Kind begann zu lachen. "Aber wenn sie mich in der Schule fragen, gebe ich eine normale Antwort!"



Zu der Frage, ob es heute noch Zen-Meister gibt:

Ja, es gibt sie, und das nicht einmal in kleiner Zahl. Brad Warner schrieb in seinem Buch "Hardcore-Zen" sogar, es gäbe sie wie Sand am Meer.

Letztes Jahr habe ich jemanden getroffen, von dem ich davon ausgehe, dass er ein buddhistischer Meister ist (ob seine Richtung Zen war, weiß ich nicht genau). Ganz sicher bin ich mir da aber auch nicht.

Allerdings gibt es eine Zen-Meisterin, die regelmäßig in unsere Nachbarstadt kommt. Ich hoffe, dass ich sie bald treffen kann.


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15.03.2017 um 16:01
@DasMietz
DasMietz schrieb am 24.02.2017:Dieser Zen-Meister dagegen haut lediglich den Nagel auf den Kopf.
Eigentlich nicht, denn seine Antwort ist falsch. Die Reaktion des Mannes ist, falls überhaupt, höchstens eher Narzissmus als Egoismus.

Und selbst Narzissmus trifft es nicht so richtig, denn diese Reaktion ist nämlich eine völlig normale, natürlich-gesunde Instinktreaktion auf Gefahr. Auch eine verbale Bedrohung ist eine Bedrohung und somit Gefahr.
Wenn Gefahr auf einem zukommt, ist eine der ersten instinktmäßigen Reaktionen, ihr auszuweichen, also abzuhauen.

Sollte aber der Fluchtweg versperrt sein, und das ist er immer, wenn die Gefahr schon sehr nahe ist oder sehr schnell daher kommt, oder man aus sozialen Gründen nicht einfach davon laufen kann (so wie in der beschriebenen Situation), sodass man weder Zeit noch Raum noch Gelegenheit zur Flucht hätte, dann greift die Natur auf Trick # 2 zurück, der sogenannten Flucht nach vorne. Man greift den (vermeintlichen) Angreifer an – erst nur verbal oder/und gestikulierend, letztendlich eventuell doch noch physisch.
Das läuft aber nicht sofort völlig hemmungslos, sondern wird sozial dosiert, sprich: je nach Situation kann das ein einfaches Fauchen oder eben ein echter physischer Angriff sein.

Fast alle Tiere, tja, und Menschen gehören dazu, die zur Flucht nach vorne gezwungen sind, weil sie sich eben wortwörtlich oder auch nur sozial in die Ecke gedrängt fühlen, drohen dann erst mal mit Lauten oder/und Gesten. Katzen zB fauchen einen erst einmal an, oder/und heben die Pfoten, zeigen Krallen, machen einen Buckel, richten sich (um Größe zu demonstrieren) manchmal sogar auf, bevor sie wirklich zuschlagen. Tätliche Angriffe sind das allerletzte Mittel, auf das jemand zugreift, der sich in Gefahr befindet oder dort wähnt.

Auch Menschen kann man bei derartigem Tun beobachten: erst laufen sie rot an (immer ein Warnsignal!), dann schreien („fauchen“) sie, knirschen mit den Zähnen (Zähne zeigen gilt als Warnsignal), spucken vielleicht auch, heben die Faust, drohen mit der Faust, tun so, als würden sei gleich zuschlagen, schubsen schon mal den andren, gehen immer wieder mal vor und zurück (übrigens ein Geste, die deutlich zeigt, wie unschlüssig der Bedrohte ist: soll er abhauen oder doch angreifen?).

Warum? Die Erklärung ist einfach. Der Fluchtinstinkt dient dazu, sich in Sicherheit zu bringen. Eine echte physische Auseinandersetzung kann aber durchaus schlimm ausgehen, bedeutet also Gefahr, aber die will man ja vermeiden.
Drohen hilft da mitunter auch noch. Viele Aggressoren lassen sich davon nämlich beeindrucken, einfach, weil sie ja auch das Risiko einer Auseinandersetzung kennen und diese daher vermeiden wollen. Lieber erst brüllen, vielleicht nutzt es ja.

Richtig krachen tut es erst, wenn es gar nicht mehr anders geht - oder der Aggressor unerfahren, dumm oder psychisch krank ist oder unter Drogen steht. Dann hat das Gehirn schon mal Probleme, ordentlich zu funktionieren.

Somit hat dieser Staatsmann völlig normal und gesund reagiert. Er hat erst einmal gedroht. Er hätte einen Rangniederen vielleicht sogar gebissen … äh … geschlagen, aber die soziale Situation hält ihn davon zurück, jemanden, den er ja für „höher“, „besser“ oder „weiser“ ansieht, gleich anzugreifen.

Fazit: Tja, der Zen-Master ist nicht besonders weise oder gar gebildet. Er hat keine Ahnung von dem, was vor seiner Nase abläuft. Er besitzt keine echte Menschenkenntnis weil es ihm am dazu benötigtem Wissen in Biologie und Verhaltenspsychologie fehlt. Er ist nur ein Phrasendrescher, ein Schwurbler.

PS; auch er wurde gleich zu Beginn des Gespräches rot … ;)


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Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

15.03.2017 um 22:21
@off-peak
Und doch zeugen solche Instinkte von einer Illusion eines unabhängigen Selbst, was im Zen auch manchmal als Egoismus bezeichnet wird... meine Geschichte ("Der Zen-Meister und der Einbrecher") zeigt ja, dass man so nicht reagieren muss, auch, wenn es eine verbreitete Reaktion ist.


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Ego, Zen - Meister, Erleuchtung

16.03.2017 um 10:00
@CountDracula
CountDracula schrieb:Und doch zeugen solche Instinkte von einer Illusion eines unabhängigen Selbst,
Stimmt. Das unabhängie Selbst ist auch nicht meine Meinung.


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16.03.2017 um 10:41
CountDracula schrieb:dass man so nicht reagieren muss,
Wenn du mit "so" Instinkte und Reflexe meinst, so laufen die ab, egal, ob Du das willst oder nicht. Es gibt auch innerhalb dieser Prozesse eine Palette an Möglichkeiten, oder sagen wir besser, graduelle Unterschiede, aber auch die sind vorgegeben.

Nimm die Reaktion auf Gefahr: der Körper schüttet Adrenalin aus und stellt Energie für die Flucht bereit. Diese chemische Mischung nennt man Stress. Das kannst Du nicht abschalten, Yoga hin, Zen her.
Und dieser Stress sollte schleunigst abgebaut werden, denn sonst können die zu viel herum sausenden Chemikalien dem eigenem Körper schaden. Kleinere Tiere wie Meerschweinchen zB sterben sehr schnell am Stress bzw Angst.

Aber auch große, wie der Menschen, können echte Probleme mit Stress bekommen. So zB besteht die ideale Kombi, einen Herzinfarkt zu erleiden aus drei gleichzeitig auftretenden Faktoren: Übergewicht (besser gesagt: Blutfette) & Rauchen & Stress. Wirkt mit sehr hoher Garantie. ;)

Nun, wie baut sich der Stress am besten ab? Durch Flucht - die verbraucht nämlich jetzt die Energie und alles ist gut.
Kann man nicht fliehen (und gelten auch soziale Normen als Fluchthemmer, man kann eben nicht vor dem Chef davon laufen, zB), dann wandelt sich der Stress in Aggression gegenüber dem Stressverursacher - richtig, es kommt zur Keilerei.
Sollte das auch nicht gehen, weil das Gegenüber zu stark oder schon nicht mehr da ist, dann trifft die Aggression einfach irgendjemanden, der gerade zufällig anwesend ist. Das führt dann zum berühmten Fall, dass der nächst Rangniedere es ausbaden muss. Kinder werden angeschrien, Haustiere getreten, Gegenstände durch die Gegend geschmissen.
Biologisch gesehen, immer noch prima. Verbraucht auch Energie und Stresshormone. Endet zwar oft mit blutiger Nase und vor Gericht, ist aber, physiologisch, immer noch besser als Nichtstun. Denn Nichtstun frisst nicht nur die Seele auf, sondern auch den Körper. Wer seinen Stress auf lange Sicht nicht abbauen kann, wird krank.

Man spricht in dem Fall von Autoaggression, der Stress richtet sich gegen einen selbst. Wenn man ein Problem nicht lösen kann, dann ist das "zum Haare Ausraufen" - und das ist in einigen Fällen durchaus wortwörtlich gemeint.
Eine ganz stark reduzierte diesbezügliche Geste, die selbst die zivilisiertesten Menschen noch drauf haben, ist es, sich beim Grübeln oder bei Sorgen ständig mit der Hand durch die Haare zu fahren. Das ergibt eigentlich erst dann Sinn, wenn einem klar wird, dass es dem Stressabbau dient.

Eine andere Empfehlung, statt sein Gegenüber zu vermöbeln, ist der Stressabbau durch Sport. Verhaltenstherapeuten empfehlen gerne, auf Kissen statt auf Menschen einzuschlagen, um sich abzureagieren. Sieht komisch aus, aber funktioniert auch und ist sozial gesünder als den Chef verkloppen (auch wenn es weniger Spaß macht :) )

Und was tut das Mädchen in Deiner Geschichte? Es stapft auf. Das ist eine aggressive Handlung, aggressiv im Sinne, es bewegt sich etwas, Energie wird körperlich abgebaut, nicht im Sinne, es wäre böse. Man bewegt sich körperlich, was gut ist, denn es baut Stress ab.
Auch die Antwort, in der Schule würde sie [grammatikalisch falsch, aber es gefällt mir besser als dieses blöde "es" für weibliche kleine Wesen :D] eine "normale" Antwort geben, entspricht einer gesunden Reaktion. Wie gesagt, auch die soziale Situation spielt ja beim Stress und den Reaktionsmöglichkeiten eine Rolle.
Ich kann Dir aber garantieren, dass je nachdem, wie jung das Mädchen noch ist, sie auch in der Schule keine "normale" Antwort geben würde ...
Sie würde aufstapfen, aufspringen, wütend werden, zappeln, etc. Schließlich muss die Energie ja wohin.

Was natürlich auch passiert, ist, dass nicht jeder dasselbe gleich bedrohlich empfindet, und daher nicht alle in den gleichen Situationen gleich viel Stress haben. Ob man nun schnell oder langsam Stress aufbaut, bei jeder Gelegenheit oder kaum, ob eben viele oder wenige Stresshormone sofort oder sehr spät oder gar nicht ausgeschüttet werden, das ist genetisch bedingt und kann durch Umwelteinflüsse verstärkt oder gemildert werden.

Aber wenn der Stress erst mal da ist, dann laufen auch die Reaktionen reflexartig und situationsbedingt ab. Nichts kann einen Gestressten dann noch aufhalten. Daher nervt auch nichts einen bereits Gestressten mehr, als wenn man sagt, man solle sich doch nicht so stressen ... oder doch mal wieder beruhigen … (oder lächelnde Zen-Master …)

Man kann sich einfach nicht sagen, ich reagiere nicht auf meinen Stress, das geht einfach nicht.
Man kann also die Reize, die den Stress auslösen, reduzieren. Entweder, indem man sie meidet, oder indem man sich aber sagt oder es sagen/denken/fühlen lernt, dass das und das nicht (so) gefährlich oder (so) schlimm sei, und es mich daher auch nicht wirklich stresst/nervt/.
Und genau das kann man lernen.
Hier helfen eben Yoga, Meditationen, positive Erfahrungen, aber auch Hypnose oder Drogen aller Art. Schließlich sind ja auch Stresshormone körpereigene Drogen, und auch wenn es manche Leute nicht wahrhaben wollen, Chemie pur, gegen die, wenn sie erst einmal ausgeschüttet wurde, man sich eben nicht mehr wehren kann (außer durch Gegenchemie, zB Beruhigungspillen).


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