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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

90 Beiträge, Schlüsselwörter: Religion, Glaube, Weltbild
Sarv
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 17:01
@kleinundgrün
nein ist es eben nicht.

Vermuten bedeutet man glaubt es ist so und so.

Ob du an gott glaubst, oder an urknall, oder sagst du kannst es nicht wissen, bist du am vermuten.

Der andere vermutet gott gibt es, der anere urknall gibt es und wieder einer ist überzeugt er kann es nicht erklären oder wissen.
Alle 3 vermuten und sind überzeugt, das Ihre Ansicht wahr ist !

verstehst du das ?


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 17:07
Moin,
trimeresurus schrieb:Ich fürchte wir verstehen uns nicht ganz.
Ich denke schon, wir sind lediglich unterschiedlicher Meinung.
trimeresurus schrieb:Niemand kann nur an das glauben, was beweisbar ist.
Ich kann weder der Formulierung zustimmen noch der Aussage.

Mich an das zu halten was beweisbar ist gibt mir doch grade die Möglichkeit ganz wunderbar ohne Glaube zu leben.
An das was beweisbar ist muss ich nicht glauben, ich kann es ja belegen und beliebig oft objektiv nachprüfen.

Da ich mal definitiv kein "Niemand" bin und außerdem nicht anzunehmen ist das ich mit meiner Denkweise allein auf der Welt ist wirst Du Dich also damit abfinden müssen, dass eben doch Menschen über diesen Planeten schlurfen die sich ausschließlich auf Beweisbares verlassen und ihr Leben wunderbar geordnet haben ganz ohne das "Glaube" irgendeine Rolle spielt.
trimeresurus schrieb:Ein Christ sieht in jedem Sonnenaufgang einen Beweis für die Existenz Gottes. Das mag für dich und mich absurd sein, ist aber so.
Ich glaube Du unterschätzt Christen erheblich und vorallem auch die Tatsache, dass jeder Christ immer noch ein Individuum ist.
Sicher gibt es Christen, die in jedem Sonnenaufgang einen Beweis für die Existenz Gottes sehen, aber es gibt auch massenweise Christen die im Sonnenaufgang einfach nur den Anbruch eines neuen Tages sehen oder einen Beweis dafür, dass die Erde sich um die Sonne und sich selbst dreht.
trimeresurus schrieb:Ich würde nie darauf kommen, zu einer dreifaltigen Witzfigur zu beten aber ich bin nicht das Maß aller Dinge.
Nicht böse gemeint, aber wenn Du schon erkannt hast, dass Du nicht das Maß aller Dinge bist, warum dann so bissig bezüglich des Glaubens anderer?
Was genau bringt es Dir den Gott in dem viele Menschen alles sehen als "Witzfigur" und das Gebet zu ihm als etwas Albernes darzustellen?
Meiner Erfahrung nach ist sowas oft ein Zeichen dafür, dass sich jemand nicht ganz darüber im Klaren ist, dass alle Meinungen egal wie unterschiedlich sie auch sein mögen stets den gleichen "Wert" haben.
trimeresurus schrieb:Nun glaubst du vielleicht nicht an einen perzonifizierten Gott aber auf jeden Fall ein etwas Übergeordnetes.
Nein. Wie ich bereits mehrfach schrieb und ausgeführt habe GLAUBE ich an gar nichts. Dabei spielt es gar keine Rolle ob es um einen personifizierten Gott oder "etwas Übergeordnetes" geht.

Denn für beide gilt das Gleiche:
Es gibt keine Beweise für die Existenz noch ist die Existenz von Gott oder etwas Übergeordnetem widerlegt und das die naturwissenschaftlichen Methoden lassen mich auch nicht annehmen, dass sich die Beweislage in einem geologisch überschaubarem Zeitraum ändern wird.

Deswegen gilt was ich bereits sagte:
Ich glaube an nichts und lebe (ganz wunderbar) damit, dass ich die Frage ob etwas Übergeordnetes existiert nicht beantworten kann.
trimeresurus schrieb:Der Mensch kann niemals ohne dergleichen leben...
Wie kommst Du darauf? Mir gelingt das ganz hervorragend.
Mein Herz schlägt, pumpt Blut durch meinen Körper, mein Atemreflex sorgt dafür das alle Organe fein mit Sauerstoff versorgt werden und ich trinke,  esse und verstoffwechsel Nahrung damit mein Organismus zum Sauerstoff auch noch die Nährstoffe die er benötigt erhält. Dazu brauche ich keinen Glauben, keine "Bestimmung", keinen "Sinn des Lebens".

Weil es nicht zu der Art wie ich leben will passt zwischen meinem Sofa und dem Sozialamt zu pendeln habe ich neben den Dingen die ganz von selbst funktionieren (sogar wenn ich das gar nicht wollen würde) wie Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel usw und den "Mindestanforderungen" wie essen und trinken noch das eine oder andere "nebenher" zu erledigen:

Ich versorge meinen Hof, meine Tiere, führe meinen Haushalt, mache meinen Job, bilde mich fort, verbringe Zeit mit Menschen die ich mag, schmiede Pläne mit meinem Mann und Freunden..

Auch dafür braucht es keinen Glauben, keine "Bestimmung" und keinen "Sinn des Lebens".
trimeresurus schrieb:Was ist also dein Gott? Rhetorische Frage, du musst sie nicht beantworten)
Da Du ein wenig dazu zu neigen scheinst die Frage für mich zu beantworten wenn ich es nicht selbst tue ziehe ich es vor sie Dir kurz, knapp und ehrlich zu beantworten:

Ich habe keinen Gott. Ich habe keinen Glauben. Wie (je nach Ansicht) alle Menschen habe ich nicht darum gebeten auf dieser Welt leben zu müssen/zu dürfen.
Aber ich bin nun einmal hier und da seh ich (wie die meisten mir bekannten Menschen) zu meine Existenz so zu gestalten, dass ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinde wann immer dies möglich ist.

Es mag für Dich schwer zu akzeptieren sein.
Aber dazu braucht man keinen Glauben. Man muss einfach nur Leben.
Sarv schrieb:ergo ist agnostik einer der glaubt.
Nein.
Ein Agnostiker ist jemand der Dir die Frage "Glaubst Du an die Existenz eines Gottes?" mit

"Das weiß ich nicht." beantwortet und je nachdem ob er eher philosophisch oder eher pragmatisch gestrickt ist darüber philosophiert welche Antwort er für die wahrscheinlichste hält oder bestens damit klar kommt, dass die Frage nach der Existenz eines Gottes offen bleiben und in seinem weiteren Leben keine Rolle spielen wird.

Da auch Agnostiker Individuen sind gibt es dazwischen dann natürlich noch sämtliche, denkbare Mischungen und Abstufungen.

lg
Fraukie


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Sarv
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 17:13
@Fraukie
Ja so wird er es beantworten: Das weiß ich nicht.

Das bedeuet, er der Agnostiker, glaubt daran dass er es nicht erklären kann, somit ist für Ihn klar: Er ist überzeugt, das er es nicht wissen kann.


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 17:35
Moin,
Sarv schrieb:Das bedeuet, er der Agnostiker, glaubt daran dass er es nicht erklären kann, somit ist für Ihn klar: Er ist überzeugt, das er es nicht wissen kann.
DAS hängt halt davon ab wie man "Glaube" definiert.

Für mich ist "Glaube" wie bereits geschrieben, die Fähigkeit von etwas überzeugt zu sein, das sich nicht nachweisen oder widerlegen lässt.

Daran, dass es bisher keine wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes gibt muss man aber nicht "glauben", denn es handelt sich nicht um eine Überzeugung sondern um eine unwiderlegbare Tatsache die nach dem wissenschaftlichen Prinzip der Falsifizierung solange als korrekt gilt bis es eine Studie gibt die doch die Existenz oder die Nichtexistenz einer "Übergeordneten Macht" belegt/widerlegt.

Der Agnostiker GLAUBT also nicht das es keine Antwort gibt, sondern beruft sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft nach dem die Frage nach der Existenz eines "Gottes" zum jetzigen Zeitpunkt eben weder bestätigt noch widerlegt werden kann.

Wenn man DAS als "Glaube" definiert, dann könnte man auch dem Arzt nachsagen, dass er "daran glaubt, dass eine Wundinfektion die Heilung und die Gesundheit des Patienten gefährdet und deswegen lieber vermieden bzw behandelt werden sollte."

Wenn es als "Glaube" zählt sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft zu berufen, dann ist mir die Definition von "Glaube" auf die Du Deine Meinung stützt zugegebener Maßen nicht ganz klar bzw ich kann dann nicht nachvollziehen in welcher Art Du "Glaube" und "Wissen" unterscheidest.

lg


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Sarv
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 17:57
Servus haudegen... @Fraukie
Fraukie schrieb:hängt halt davon ab wie man "Glaube" definiert.
Genau.
Fraukie schrieb:Für mich ist "Glaube" wie bereits geschrieben, die Fähigkeit von etwas überzeugt zu sein, das sich nicht nachweisen oder widerlegen lässt.
Das gültet ja eigentlich für jeden...
Fraukie schrieb:Daran, dass es bisher keine wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes gibt muss man aber nicht "glauben", denn es handelt sich nicht um eine Überzeugung sondern um eine unwiderlegbare Tatsache die nach dem wissenschaftlichen Prinzip der Falsifizierung solange als korrekt gilt bis es eine Studie gibt die doch die Existenz oder die Nichtexistenz einer "Übergeordneten Macht" belegt/widerlegt.
Sie gibt es, nur entscheidet jeder für sich von was Sie/er überzeugt sein will.
Wird, solange es den emsnch gibt immer 2 bis mehrere meinungen geben bezüglich des Warum man lebt, witzig ist die mehreren eminungen sind auch diese 2....
Fraukie schrieb:Der Agnostiker GLAUBT also nicht das es keine Antwort gibt, sondern beruft sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft nach dem die Frage nach der Existenz eines "Gottes" zum jetzigen Zeitpunkt eben weder bestätigt noch widerlegt werden kann.
Find ich super, erklärst du es und nicht ich...
ich erkläre es bewusst nie so, weil man ja selber denken muss.
@kleinundgrün @zigushen )
Fraukie schrieb:Wenn man DAS als "Glaube" definiert, dann könnte man auch dem Arzt nachsagen, dass er "daran glaubt, dass eine Wundinfektion die Heilung und die Gesundheit des Patienten gefährdet und deswegen lieber vermieden bzw behandelt werden sollte."
Absolut, könnte man dies und noch mehr...
Fraukie schrieb:Wenn es als "Glaube" zählt sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft zu berufen, dann ist mir die Definition von "Glaube" auf die Du Deine Meinung stützt zugegebener Maßen nicht ganz klar bzw ich kann dann nicht nachvollziehen in welcher Art Du "Glaube" und "Wissen" unterscheidest.
Doch kannst du, musst mich nurnochmal lesen...

Jeder glaubt der lebt, weil er eben mensch ist.

Kurz und bündig alles zusammengefasst.

Gruss zurück...


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 18:34
@CountDracula
@Fraukie
@kleinundgrün
@trimeresurus
@Sarv
@Hyperborea

Oh je! Ich dachte, ich hätte deutlich gemacht worum es mir geht. Und ich habe noch ausdrücklich geschrieben, dass das Verb "glauben" im Deutschen mehrdeutig ist und natürlich jeder verschiedene Dinge glaubt im Sinne von "als wahrscheinlich annehmen". Meinetwegen auch als sehr wahrscheinlich. Und nun dreht sich die Diskussion doch wieder um die Frage, ob nicht jeder etwas glaubt. :(

Nein! Niemand muss etwas ohne Beweise als Gewissheit annehmen. Punkt. Es geht um Glaube und gläubig sein. 

Erhofft hatte ich mir etwa solche Antworten:

"Ich bin mir der Existenz des Gruschlmuschl gewiss. Seine Existenz kann ich aber nicht in letzter Konsequenz beweisen und muss irgendwann einfach an ihn glauben. Dieser Punkt ist für mich da und da erreicht. Und ich halte daran trotzdem fest, weil ...."

(Nein, ich will euch natürlich vorschreiben, was ihr zu schreiben habt. Aber vielleicht verdeutlicht es meine Frage nochmal.)
CountDracula schrieb:Ich verzichte nicht auf Beweise.
Okay. Dann kannst du mir die Frage, was du ohne Beweise glaubst und warum du das tust, wohl leider nicht beantworten. :(
Fraukie schrieb:ich denke das diese Frage bereits eine Fehlannahme beinhaltet.

Ich bin sehr christlich aufgezogen wurden, Sonntagsschule, Bibelstunden, Kirchengruppe, Kindergottesdienst.
Das ganze Programm.

Der christliche Glaube ist mir nicht als Glaube anerzogen wurden, sondern als Tatsache.
Stimmt, wichtiger Aspekt. Es muss sich zunächst nicht um eine bewusste Entscheidung handeln, aber als erwachsener Mensch sollte einem doch irgendwann auffallen, dass die eigenen Wahrheiten nicht von allen geteilt werden und in Folge dessen herausfinden, dass es zumindest bestimmte Aspekte des eigenen Glaubens gibt, die man nicht beweisen kann. Dann trotzdem weiter daran festzuhalten, ist das was ich nicht verstehe. 

Das ist natürlich umso schwieriger, je härter die kindliche Indoktrination war. 
Fraukie schrieb:Oft erwische ich mich dabei, das ich Gläubige Menschen beneide.
Grade als vor Kurzem diese wunderbare Frau starb die mich so liebevoll aufzog als sei ich ihre eigene Tochter.
Da habe ich die Gläubigen unter ihren Freunde sehr "beneidet".
Das geht mir mitunter und besonders im Moment auch so.
Fraukie schrieb:Aber auch die Atheisten beneide ich durchaus. Denn sie finden Ruhe und Abschluss in ihrem Glauben daran, dass es kein Leben nach dem Tod, kein Wiedersehen, keine "Weiterexistenz der Seele" geben wird. Sie schreiten voran mit der Gewissheit, dass sie einfach nur jeden Tag ein wenig in IHREM Sinne leben müssen, damit die Spuren dieser einzigartigen Frau nicht ungehört verhallen.
Kleine Korrektur: Aus dem Atheismus ergibt sich dieser Schluss meiner Meinung nach nicht. Man kann als Atheist an alles mögliche glauben. Auch jemand, dem man ohne Beweise alles mögliche einreden könnte, nur eben nicht die Akzeptanz der Gotteshypothese, wäre ein Atheist. Ein äußerst seltenes Exemplar, zugegeben.  
Fraukie schrieb:Deswegen ist Atheismus meiner Meinung nach auch ein Glaube. Atheisten berufen sich zwar auf die Tatsache, dass die Existenz einer göttlichen Präsenz nie belegt wurde übersehen dabei aber oft, dass der Nachweis einer Nichtexistenz auch nie stattgefunden hat und wohl auch nie stattfinden wird, weil der Nachweis das etwas nicht existiert ohnehin so eine Sache für sich ist.
Einspruch! Als Atheist sage ich "Ich glaube nicht, dass es Gott gibt". Weil mir keine  Beweise vorliegen. Ich kann aber immer nur auf eine bestimmte Aussage reagieren und nicht ausschließen, dass mir jemand einen Gott vorstellt und ihn beweist. Das müsste ich akzeptieren, wäre aber auch kein Glaube.

"Ich glaube, dass es Gott nicht gibt" wäre tatsächlich ein Glaube. Ich habe aber noch keinen Atheisten kennengelernt, der das gesagt hat.

Dass "ich glaube nicht, dass..." für einen Agnostiker aber schon eine starke Aussage nahe des Glaubens ist, sehe ich ein. ;)
trimeresurus schrieb:Sowohl Skeptizismus als auch Agnostizismus sind Formen von Glauben. Bei genauerem Hinsehen findet mal überall Glaube, in den seltensten Fällen ist er wirklich religiös.
Dazu haben ja schon andere viel geschrieben. Ich halte das auch für falsch, will aber betonen, dass es mir auch nicht nur um religiösen Glauben geht. Mich würde auch interessieren, wie ein Gläubiger an Außerirdische die Frage beantwortet.
kleinundgrün schrieb:Das stimmt wiederum. Ich kann nicht alles wissen, vieles muss ich glauben.
Aus deinen anderen Anmerkungen schließe ich, dass du das so nicht meinst. Oder denkst du dabei wirklich an einen Glaube? Nicht-Wissen ist die Alternative zu Wissen, nicht zwingend Glauben.
trimeresurus schrieb:Bei genauerem Hinsehen findet mal überall Glaube,
S.o.
Sarv schrieb:Mit: muss jeder Mensch an was glauben ist eben gemeint, das Mensch nicht drumherum kommt zu vermuten, wie er auch nicht drumherum kommt zu verlangen.
@zigushen musst nicht auf das hineingehen nur lesen.
Danke, mit dir habe ich diese Diskussion ja an anderer Stelle schon frustriert abgebrochen. Ich habe wirklich alles mir mögliche versucht, sie hier zu vermeiden.
trimeresurus schrieb:Nun glaubst du vielleicht nicht an einen perzonifizierten Gott aber auf jeden Fall ein etwas Übergeordnetes.Das kann auch ein Wert, eine Idee oder ein Ziel sein. Der Mensch kann niemals ohne dergleichen leben und die meisten wissen das heute nicht mehr.
Was ist also dein Gott? Rhetorische Frage, du musst sie nicht beantworten)
Vielleicht Menschlichkeit, Glück, Geld, bedingungslose Liebe oder andere erfundene Konstrukte?
Deine Beispiel gehen natürlich in Richtung Glauben, sind aber meiner Meinung nach nicht korrekt.

Menschlichkeit: Sehe ich um mich herum, daran muss ich nicht glauben. Anders sieht es bei der Frage nach dem warum aus. Mir erscheint eine genetische Veranlagung gut begründbar. Übergeordnet ist das jedenfalls nicht, eher ... menschlich.

Glück: Schwieriges Beispiel, weil jeder seine Vorstellung von Glück hat und man sich mit Gefühlen natürlich im Bereich des Unbeweisbaren (Glauben) befindet. Ich misstraue aber meinen Gefühlen. Ich hinterfrage sie nicht dauernd und renne an mir selbst zweifelnd durch die Gegend, aber je wichtiger sie für mein Leben werden, desto skeptischer werde ich. Heroin zu nehmen könnte mich auch glücklich machen.

Geld: Gibt es definitiv, daran muss ich nicht glauben. Ich kann ihm natürlich irgendeine höhere Bedeutung zuschreiben, so wie allem anderen auch. Das man das kann, heißt aber nicht, dass das jeder tut oder tun muss.

bedingungslose Liebe: Mit der Überhöhung "bedingungslos" habe ich meine Probleme. Aber wenn wir uns einfach auf Liebe einigen, gibt es dafür ja auch Beweise. Das geliebte Gegenüber existiert zumindest unfraglich und sein Verhalten mir gegenüber ist eine Ansammlung von Beweisen. Die kann ich natürlich falsch deuten, aber ich glaube nicht einfach. Wenn ich glaube, dass mich die süße Kleine von der Tanke liebt, obwohl ich noch nie ein privates Wort mit ihr gewechselt habe, brauche ich professionelle Hilfe.

Auf deine (noch nicht mal an mich gerichtete) rhetorische Frage bin ich eingegangen, weil die Beispiel konkret sind und hoffentlich verdeutlichen, dass man dabei nicht Glauben muss. Aber kann, das steht für mich außer Frage.
Fraukie schrieb:Des Weiteren habe ich mir schon lange abgewöhnt "ich glaube" zu sagen, wenn ich doch eigentlich sowieso "Ich denke" oder "ich nehme an" meine.
Hihi, ich wollte ursprünglich auch darum bitten das Verb "glauben" in diesem Thread gar nicht zu verwenden oder als Abgrenzung zumindest "an etwas glauben" zu schreiben. Schien mir aber illusorisch.


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Sarv
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 18:37
zigushen schrieb:Nein! Niemand muss etwas ohne Beweise als Gewissheit annehmen.
Wenn du genauer lesen würdest, würdest erkennen, dass ich gar nicht von dem spreche.
Es ist selbstverständlich, also sollte es eigentlich, das man nicht glauben muss, dazu gezwungen wird im sinne von man muss das glauben was ein anderer behauptet.

ich sage nur:
Als mensch kommst du nicht drumherum zu glauben, egal an was, jeder glaubt

ganz simpel um mehr geht es gar nicht.


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13.09.2017 um 18:44
zigushen schrieb:Menschlichkeit: Sehe ich um mich herum, daran muss ich nicht glauben. Anders sieht es bei der Frage nach dem warum aus. Mir erscheint eine genetische Veranlagung gut begründbar. Übergeordnet ist das jedenfalls nicht, eher ... menschlich.

Glück: Schwieriges Beispiel, weil jeder seine Vorstellung von Glück hat und man sich mit Gefühlen natürlich im Bereich des Unbeweisbaren (Glauben) befindet. Ich misstraue aber meinen Gefühlen. Ich hinterfrage sie nicht dauernd und renne an mir selbst zweifelnd durch die Gegend, aber je wichtiger sie für mein Leben werden, desto skeptischer werde ich. Heroin zu nehmen könnte mich auch glücklich machen.

Geld: Gibt es definitiv, daran muss ich nicht glauben. Ich kann ihm natürlich irgendeine höhere Bedeutung zuschreiben, so wie allem anderen auch. Das man das kann, heißt aber nicht, dass das jeder tut oder tun muss.

bedingungslose Liebe: Mit der Überhöhung "bedingungslos" habe ich meine Probleme. Aber wenn wir uns einfach auf Liebe einigen, gibt es dafür ja auch Beweise. Das geliebte Gegenüber existiert zumindest unfraglich und sein Verhalten mir gegenüber ist eine Ansammlung von Beweisen. Die kann ich natürlich falsch deuten, aber ich glaube nicht einfach. Wenn ich glaube, dass mich die süße Kleine von der Tanke liebt, obwohl ich noch nie ein privates Wort mit ihr gewechselt habe, brauche ich professionelle Hilfe.
Menschlichkeit basiert nicht auf dem Menschen, sondern auf der Vorstellnung, wie der Mensch sein sollte.
Das Grausame wird beispielsweise von diesem Begriff nicht erfasst, obwohl die Etymologie eine eindeutige Sprache spricht.
Somit ist es eine Idee, eine Idealvorstellung, ein Ziel.

Wenn du das Geld über dich selbst stellst, ist es dein Gott. Das tun viele, die meisten machen es unbewusst. Wenn du arbeitest um Geld zu beommen und nicht mehr hinterfragst, ob es dir oder den Menschen in deiner Umgebung schadet, wo liegt dann der Unterschied zu einer radikalen Auslegung einer Religion? Ist der Nestle CEO besser als der Islamist?

Glück scheint nicht dein oberstes Ziel zu sein. Hedonismus birgt ja auch eine gewisse Gefahr, keine Frage.
Aber für viele steht das Glück über dem "Ich", was einer Gottheit gleich kommt. Das ist vielleicht etwas abstrakt und schwer nachzuvollziehen.

Wichtig ist es, sich seines Gottes bewusst zu werden. Die meisten kennen ihn nicht, folgen ihm aber trotzdem.


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13.09.2017 um 19:44
trimeresurus schrieb:Menschlichkeit basiert nicht auf dem Menschen, sondern auf der Vorstellnung, wie der Mensch sein sollte.
Das Grausame wird beispielsweise von diesem Begriff nicht erfasst, obwohl die Etymologie eine eindeutige Sprache spricht.
Somit ist es eine Idee, eine Idealvorstellung, ein Ziel.
Und ich wollte noch fragen, was du damit meinst. ;)

Da bist du nahe dran, aber leider doch knapp daneben. Denn tatsächlich habe ich eine Idealvorstellung des Menschen und an der orientiere ich mich auch. Das wäre also etwas, dem ich "mein Leben unterordne", wenn ich dich richtig verstehe.

Aber diese Idealvorstellung ist nicht beliebig. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass es uns als Menschen nicht weiterbringt, wenn wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen. Die immer weiter fortentwickelten Menschenrechte zeigen, dass sie uns da, wo sie eingehalten werden, in der Entwicklung weiter bringen. Es gibt also meines Erachtens gute Gründe, Nicht-Grausamkeit zum Ideal zu erheben.

Dazu kommt _unterstützend_ mein Gefühl, dass Grausamkeiten uncool sind. Das sehe ich aber rein gefühlsmäßig auch manchmal ganz anders, weswegen es trotzdem falsch wäre, das zum Ideal zu erheben.

Die Idealvorstellung von einem Menschen hat also mit Glauben auch nicht zwingend was zu tun, oder?
trimeresurus schrieb:Wichtig ist es, sich seines Gottes bewusst zu werden. Die meisten kennen ihn nicht, folgen ihm aber trotzdem.
Ich hatte hoffentlich verdeutlicht, dass man all das als Gott in deinem Sinne sehen KANN und es Menschen gibt, die das tun. Wenn wir uns jetzt noch darüber einig wären, dass man sowas generell NICHT MUSS, wären wir auch wieder nah an der ursprünglichen Frage, warum einige es trotzdem tun.


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13.09.2017 um 21:05
zigushen schrieb:Und ich wollte noch fragen, was du damit meinst. ;)

Da bist du nahe dran, aber leider doch knapp daneben. Denn tatsächlich habe ich eine Idealvorstellung des Menschen und an der orientiere ich mich auch. Das wäre also etwas, dem ich "mein Leben unterordne", wenn ich dich richtig verstehe.

Aber diese Idealvorstellung ist nicht beliebig. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass es uns als Menschen nicht weiterbringt, wenn wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen. Die immer weiter fortentwickelten Menschenrechte zeigen, dass sie uns da, wo sie eingehalten werden, in der Entwicklung weiter bringen. Es gibt also meines Erachtens gute Gründe, Nicht-Grausamkeit zum Ideal zu erheben.

Dazu kommt _unterstützend_ mein Gefühl, dass Grausamkeiten uncool sind. Das sehe ich aber rein gefühlsmäßig auch manchmal ganz anders, weswegen es trotzdem falsch wäre, das zum Ideal zu erheben.

Die Idealvorstellung von einem Menschen hat also mit Glauben auch nicht zwingend was zu tun, oder?
Dann ist die gute Sache, deine Sache.
Du versuchst ein guter Mensch zu sein? Das kann sogar irgendwie nachvollziehen auch wenn ist es nicht lebe.
Die Idealvostellung des Menschen kann nur dann richtig sein, wenn sie dem Menschen gerecht wird. Unser Vorstellung von Menschlichkeit wird das meiner Meinung nach aber das ist ein schwieriges Thema.

Die Idealvorstellung hast du, weil du glaubst sie sei richtig. Auch die empirische Komponente basiert im Kern auf Glauben. Du glaubst, dass etwas das in der Vergangenheit richtig war, auch in Zukunft seine Richtigkeit besitzt. Es ist ein Erfahrungwert, du glaubst der Erfahrung. Die kann dich ebenso täuschen, wie alles andere auch.
zigushen schrieb:Ich hatte hoffentlich verdeutlicht, dass man all das als Gott in deinem Sinne sehen KANN und es Menschen gibt, die das tun. Wenn wir uns jetzt noch darüber einig wären, dass man sowas generell NICHT MUSS, wären wir auch wieder nah an der ursprünglichen Frage, warum einige es trotzdem tun.
Leider können wir uns hier nicht einigen, denn ich bin der festen Überzeugnung, dass der Mensch ein unvollständiges Wesen ist und einen übergeordeneten Wert braucht, sonst ist er wert(e)los. Er muss glauben.


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

13.09.2017 um 21:44
trimeresurus schrieb:Leider können wir uns hier nicht einigen, denn ich bin der festen Überzeugnung, dass der Mensch ein unvollständiges Wesen ist und einen übergeordeneten Wert braucht, sonst ist er wert(e)los. Er muss glauben.
Okay, dann lassen wir das so stehen.


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 00:19
@zigushen
Vielleicht kann ich Dir doch ein bisschen weiterhelfen. Früherhabe ich mal stark an Geister geglaubt. Auch ein bisschen, weil ich den Tod nicht akzeptiert hatte und irgendwie auch glauben wollte, dass es weitergeht


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 04:19
zigushen schrieb:Einspruch! Als Atheist sage ich "Ich glaube nicht, dass es Gott gibt". Weil mir keine  Beweise vorliegen. Ich kann aber immer nur auf eine bestimmte Aussage reagieren und nicht ausschließen, dass mir jemand einen Gott vorstellt und ihn beweist. Das müsste ich akzeptieren, wäre aber auch kein Glaube.
[...]
Dass "ich glaube nicht, dass..." für einen Agnostiker aber schon eine starke Aussage nahe des Glaubens ist, sehe ich ein. ;)
Wikipedia: Atheismus
Zum Atheismus im weiteren Sinne zählen einige auch den Agnostizismus (agnostischer Atheismus), nach dem die Existenz von Gott bzw. Göttern ungeklärt oder nicht klärbar ist. Im engeren Sinne bezeichnet er jedoch die Überzeugung, dass es Gottheiten nicht gibt.
http://www.huffingtonpost.com/isaac-saul/youre-not-agnostic-youre-an-atheist_b_4675638.html
Hier erklärt ein Agnostiker ziemlich gut, wieso ein "Ich glaube nur nicht an einen Gott, nicht aber, daß es keinen Gott gibt" nicht stimmt, wenn man sich nicht um Gott müht.
zigushen schrieb:Niemand muss etwas ohne Beweise als Gewissheit annehmen
Aber jeder tuts. Vor allem, wenn er ein Weltbild hat. Selbst Agnostikern gelingt solch ein Nicht-Annehmen, Nichtglauben nicht durchweg, schließlich können sie ja nicht einmal das FSM tatsächlich ausschließen oder den Yeti, Nessie, diverse Verschwörungstheorien, Glücksbringer, Horoskope...
zigushen schrieb:"Ich glaube, dass es Gott nicht gibt" wäre tatsächlich ein Glaube. Ich habe aber noch keinen Atheisten kennengelernt, der das gesagt hat.
Hmmm, vielleicht solltest Du mal Dawkins' "Gotteswahn" lesen. OK, hab ich auch nicht bis zuende "geschafft", aber es reichte schon, um wenigstens einen solchen zu kennen. Beachtenswert auch Dawkins' Aussagen über eine agnostische Einstellung á la "ich laß die Frage offen, obs einen Gott gibt oder nicht".


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adeodata
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 12:44
@zigushen


Jeder glaubt, das es da draußen oder drinnen mehr geben muss, als das, was man sieht. Egal ob es nun ein religiöser oder Atheist ist. Auf den Glauben baut der Mensch. Warum tun sie das? Weil sie anscheinend keine andere Wahl haben. :)


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 12:49
adeodata schrieb:@zigushen


Jeder glaubt, das es da draußen oder drinnen mehr geben muss, als das, was man sieht. Egal ob es nun ein religiöser oder Atheist ist. Auf den Glauben baut der Mensch. Warum tun sie das? Weil sie anscheinend keine andere Wahl haben. :)
Ja, sie haben keine Wahl. Der Mensch ist eine ziemliche Missgeburt, er kann nicht ohne Grund existieren. Diesen übergeordneten Wert muss er sich ausdenken um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Manchmal ist er vollkommen absurd, manchmal auch sehr destruktiv. Aber er ist immer vorhanden.


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 12:53
@trimeresurus
Andreas von Bülow hat einmal eine Spirale der Evolution gesehen und dann angefangen gehabt zu lachen.

Als Grund seiner Heiterkeit hat er angegeben: "Der Mensch erscheint als letzter auf der Bildfläche, um alles durcheinanderzubringen und um dann sofort auch wieder zu verschwinden."


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adeodata
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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 12:59
@trimeresurus
trimeresurus schrieb:Ja, sie haben keine Wahl. Der Mensch ist eine ziemliche Missgeburt, er kann nicht ohne Grund existieren. Diesen übergeordneten Wert muss er sich ausdenken um die eigene Existenz zu rechtfertigen. Manchmal ist er vollkommen absurd, manchmal auch sehr destruktiv. Aber er ist immer vorhanden.
Nicht immer. Es gibt jene, die den Wert, Wert sein lassen um nicht in etwas anderem einen Wert zu sehen. Daraus besteht Gleichmut und Gelassenheit. :)


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 13:01
@adeodata
Eine seltene Fähigkeit, etwas mal im Raume stehen zu lassen ohne gleich alles verdiskutieren zu müssen.

Glückwunsch!


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 13:05
adeodata schrieb:Nicht immer. Es gibt jene, die den Wert, Wert sein lassen um nicht in etwas anderem einen Wert zu sehen. Daraus besteht Gleichmut und Gelassenheit. :)
Nein, mi amor. Leider gibt es die nicht. Was ist Gelassenheit anderes, als ein Wert?
Es ist ja auch nicht verächtlich einen Wert, ein Ziel ein Ideal zu haben. Gut ist es, wenn wir uns dessen bewusst sind.


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Warum glaubt ihr, wenn ihr glaubt?

14.09.2017 um 13:13
zigushen schrieb:Auf meinem Weg zum Atheismus habe ich auch eine Weile mit dem Buddhismus geliebäugelt. ;)
Als Buddhist wärest Du doch bereits ein 100 - 120%er Atheist gewesen.
Wieso dann noch weiter auf dem Wege des Suchens gewesen?


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