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Gespannt auf den eigenen Tod sein

88 Beiträge, Schlüsselwörter: Tod, Religion, Atheismus, Endlichkeit

Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:05
Halt! Bevor hier die falschen Gedanken aufkommen: Hier geht es nicht um Selbstmord oder Todessehnsüchte. Im Gegenteil! Es geht um die Frage, wie wir mit unserer Endlichkeit umgehen.

Religionen sind ein Mittel, um mit dem Bewusstsein der eigenen Endlichkeit fertig zu werden. Da der Tod im normalen Alltag der Menschen kaum bis keine bewusste Rolle spielt, ist er tabuisiert und negativ behaftet. Als eine Form der Grausamkeit, die unser Leben sinnlos erscheinen lässt. Die Angst vor dem Tod kommt wohl primär daher, da er die ultimative Form des "Unbekannten" darstellt. Menschen tendieren schnell dazu, Angst vor dem Unbekannten zu haben, da sich das Unbekannte der Planbarkeit und Kontrolle entzieht. Paradoxerweise fördert also meiner Meinung nach gerade starke Religiösität eine besondere Furcht vor dem Tod, da religiöse Menschen häufig dazu tendieren, sich dem "Unbekannten" zu verschließen. Das können andere Menschen sein, die nicht der eigenen Religion angehören. Das können wissenschaftliche Fragestellungen sein, die das eigene Weltbild ins Wanken bringen würden. Gerade religiöse Menschen also, erschaffen eine um sich herum "sinnmachende", einfache und "kontrollierbare" Welt. Aus Angst vor dem Unbekannten. Wenn ich religiösen Menschen z.B. sage, dass ich überhaupt keine Angst vor dem Tod habe, im Gegenteil, ziemlich gespannt darauf bin "ob" danach noch etwas kokmmt, ernte ich ungläubiges Kopfschütteln bis hin zu Entsetzen. So von wegen: WAS? Du hast keine Angst vor dem Tod, obwohl du NICHT an meinen Gott glaubst? Dies impliziert ja geradezu, dass die Angst vor dem Tod der Primärgrund für die Religiösität darstellt. Angst vor dem Tod also für diese Person der "Normalzustand" ist. (Was für mich überhaupt nicht gilt)

Ich bin nicht religiös, sondern bin Agnostiker mit atheistischen Tendenzen. Dennoch macht mir der Tod überhaupt keine Angst. Im Gegenteil, ich bin wirklich gespannt, ob es danach in irgendeiner Form weitergeht oder nicht. Was nicht heißt, dass ich diesen Zustand irgendwie herbeibeschleunigen will. Erleben werden wir es alle. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und die Tatsache, dass wir als Lebenewesen in diesem Universum zwangsläufig an eine endliche Existenz gebunden sind, nimmt zusätzlich jegliche "Angst" vor dem Tod. Und dies führt dazu, dass ich viel befreiter und offener durch das Leben gehen kann, als Menschen, die unterbewusst immer diese "Grundangst vor der eigenen Endlichkeit" vor sich herschieben.


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:09
@Flodolski
Flodolski schrieb:Dies impliziert ja geradezu, dass die Angst vor dem Tod der Primärgrund für die Religiösität darstellt.
Tut sie doch auch. Angst vor dem Tod, Angst vor Ohnmacht. Religion macht das Leben scheinbar kontrollierbar oder zumindest kontrolliert, also weniger willkürlich.

Ich würde das darum auch ganz angenehm finden, wenn ich nur glauben könnte. Leider klappt die Selbsttäuschung bei mir nicht. ^^
Flodolski schrieb:Was für mich überhaupt nicht gilt
Gut, ob du jetzt in einer entsprechend kritischen Situation keine Angst hättest... Angst vor dem Tod ist durchaus normal, das ist ja auch evolutionär sinnvoll -> Selbsterhaltungstrieb. Die Viecher, die vor ihren Fressfeinden davonrannten, waren definitiv im Vorteil, so vom Standpunkt der Selektion her gesehen. ;)


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:17
@Thawra

Vielleicht habe ich deshalb keine Angst vor dem Tod, da ich in jüngeren Jahren durch eine Krebserkrankung zwangsläufig (und alternativlos) mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert wurde. Das führte kurzzeitig zu einem Schock, man war aus dem Alltag herausgerissen, aber das verflog ziemlich schnell bei mir. Natürlich spielt die eigene Konstitution immer mit, aber ich denke das unser Kulturkreis dem Tod zuviel "Macht" gibt und ihn deshalb tabuisiert.


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:22
@Flodolski

Ja, aber eben, ich bin immer noch skeptisch, was jetzt eine akut lebensbedrohliche Situation angeht. Wenn du in der Bank stehen würde, und es geschieht ein Überfall, und jemand wird erschossen und ein Maskierter richtet als nächstes seine Knarre auf dich... ob da wirklich kein Überlebensinstinkt greifen würde?


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:34
@Thawra

Natürlich würde der greifen. Hat mit der Hormonausschüttung und dem Fiight or Flight Reflex zu tun. Ich selber würde wie jeder andere akute Todesangst bekommen, da mich diese Situation überfordern würde. Ein KSK Veteran, der seit 20 Jahren dabei ist, an Spezialeinsätzen teilgenommen hat, Krieg erlebt hat, dem würde der bewaffnete Raubüberfall weniger Angst machen, da sein Gehirn weniger Adrenalin ausschütten und die Nebenniere weniger Cortisol (Stresshormon) produzieren würde. Diese Problematik gilt aber nicht nur für akut, wirklich lebensbedrohliche Situationen, sondern kann auch dann gelten, wenn du z.B. eine öffentliche Rede halten sollst :)

Bewusstes Denken und unbewusstes Handeln aufgrund der aktuellen Hormonausschüttung sind zwei verschiedene paar Schuhe um die es in dieser Diskussion aber gar nicht gesehen soll. Wir sind ja schließlich im Forum Spiritualität und nicht im Forum Neurochemie und Neurobiologie :) Überlebensinstinkt ist, wie du ja sagst, gänzlich unserem bewussten Denken entzogen. In dieser Diskussion geht es um die grundsätzliche Angst vor dem Tod die man selber reflektieren kann, in dem man über den Zustand der späteren Nichtexistenz nachdenkt.


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:36
angst vor dem tod ist doch natürlich ... darum fürchten wir raubtiere ... darum gehen wir zum arzt ... darum pflanzen wir uns fort ... gut zum teil , mag das unterbewusst und über instinkte ablaufen ... aberwir alle fürchten den tod

aber ja ich freu mich auch auf die erfahrung ... solang sie nicht von monatelangem schmerz begleitet wird oder ich nicht zum pflegefall werde

man braucht auch kein religion um ein leben nach dem tod zu glauben ... die sterbeforschung ist da schon ziemlich weit


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:38
Gespannt bin ich nicht auf den Tod.
Habe auch keine Angst, nur meine Meinung, dass nach dem Tode nichts kommt, es ist einfach fertig. Ich kann mich auch irren, so lass ich mich eher überraschen.

Mir ist eher wichtig, wohin ich beerdigt werde, was irgendwie paradox tönt.


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:44
@Dr.AllmyLogo
Dr.AllmyLogo schrieb:Gespannt bin ich nicht auf den Tod.
Ich eigentlich schon, ich weiss nämlich wirklich noch nicht, auf welcher Seite meines Kopfes die Bordsteinkante einschlagen wird... ^^


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:51
Ich hoffe nur, die Religiösen irren sich. Wenn ich der Diener Gottes werde oder in der Hölle gefoltert werde, kriege ich echt das Kotzen.


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Reigam
ehemaliges Mitglied

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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 21:52
Dr.AllmyLogo schrieb:Mir ist eher wichtig, wohin ich beerdigt werde, was irgendwie paradox tönt.
Überhaupt nicht. Habe selbst schon schriftlich festgelegt, dass meine Asche in der Nordsee "beerdigt" werden soll. Mit einem Friedhof kann ich mich nicht anfreunden, da habe ich irgendwie eine "Abscheu" dagegen. Aber in Deutschland muss man ja eine Seebestattung ausdrücklich schriftlich festlegen. Naja, oder es geht nach Holland. ^^


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:07
@Reigam

Ja.. Seebestattung möchte ich auch. Einfach auch aus dem Grunde, meinen Kindern keine unnötige Arbeit zu hinterlassen.. und auch die Kosten. Grabpflege ausgeschlossen. Außerdem liebe ich die Nordsee.. fühle mich dort zu Hause.

Meinem Kumpel wurde dies von seiner Frau verwehrt. Sie wollte ein Grab. hmpf.. Respektlos.


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24.02.2013 um 22:09
@Thawra
Thawra schrieb:Bordsteinkante
Motorrad oder anderer Grund`?


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:10
@Gwyddion

Rennrad ohne Helm reicht dafür aus... ^^

Und ja, ich weiss, dass das dumm ist.


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24.02.2013 um 22:11
Thawra schrieb:Und ja, ich weiss, dass das dumm ist.
Dumm, aber spaßig!


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24.02.2013 um 22:11
@abschied
@Gwyddion

Resultat seht ihr hier:



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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:12
@Thawra

Also ich bin früher immer ohne Helm Rennrad gefahren :D

Motorrad aber immer mit Helm.

Wahnsinnig bin ich ja nicht.


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:13
@Gwyddion

Kommt dann drauf an, wie du fährst, gell... also aufs Rennrad bezogen. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin und nicht grad einen tonnenschweren Rucksack auf dem Rücken hab, falle ich immer in den Streetfighter-Modus. Motto 'alles geht, solange es vorwärts ist'.

Naja, andere machen Wingsuit Flying...


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:15
@Thawra

Naja.. Rennrad hier im Bergischen.. :D Da kannste manchmal ungeahnte Geschwindigkeiten draufbekommen... aber ich fahre ja schon lange Auto. Weil hier bei uns ist Fahrradfahren in der Tat lebensbedrohlich... die Fahrradwege sind nur Alibi-Wege :D


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:29
@Gwyddion
Gwyddion schrieb:Rennrad hier im Bergischen
Ja ok, das IST dann fast Wingsuit Flying. ^^

Maximale Geschwindigkeit, die ich mal erreicht habe (auf einer Strasse den Uetliberg in Zürich runter), waren 74 Stundenkilometer. Das fühlt sich auf dem Velo halt schon extrem schnell an, und man weiss - wenn was passiert, ist man komplett geliefert.


-----------> Adrenaliiiiiinnn!


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Gespannt auf den eigenen Tod sein

24.02.2013 um 22:30
@Flodolski
Flodolski schrieb:Paradoxerweise fördert also meiner Meinung nach gerade starke Religiösität eine besondere Furcht vor dem Tod, da religiöse Menschen häufig dazu tendieren, sich dem "Unbekannten" zu verschließen.
Das ist so, weil ihnen von ihrer Religion vorgegeben wird was sie glauben, was sie für die Wahrheit halten sollen. Das ist ungefähr so, wie Kleidung tragen zu müssen die nicht so ganz passt. Man redet sich ein alles ist in Ordnung, aber tief im Inneren nagt der Zweifel. Wer sich seine eigene Wahrheit sucht, hat damit weniger Probleme. Egal wie diese persönliche Wahrheit aussieht. Hauptsache sie passt.
Was den Tod betrifft, ist auch ein großes Problem, daß es ein Tabuthema ist. Die meisten wollen darüber gar nicht nachdenken. Wenn sie dann doch damit konfrontiert werden, reagieren sie dann oft sehr irrational...


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