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15.05.2026 um 08:40

Finnlands Außenministerin über die Nato und Russland »Ich sehe keinen Ausweg für Putin«
Verliert Russland im Ukrainekrieg gerade an Boden? Finnlands Außenministerin Elina Valtonen hält Kyjiw für »militärisch wie politisch gestärkt«. Und auch die Nato stehe besser da als je zuvor.
Ein Interview von Maximilian Popp, Helsinki
15.05.2026, 20.26 Uhr • aus DER SPIEGEL 21/2026
SPIEGEL: Frau Valtonen, US-Präsident Donald Trump droht damit, Nato-Staaten zu bestrafen, die seinen Krieg gegen Iran nicht unterstützen, und will Soldaten aus Deutschland abziehen. Trotzdem sagen Sie, die Nato sei stärker denn je. Meinen Sie das ernst?
Valtonen: Ja. Erstens tragen Finnland und Schweden deutlich zur Sicherheit bei, seit sie der Nato beigetreten sind. Zweitens nehmen die europäischen Staaten Verteidigung und Abschreckung endlich ernst, was sich in den Rüstungsausgaben widerspiegelt. Gerade der Beitrag Deutschlands ist hier wichtig. Und drittens haben die USA nie gesagt, dass sie aus der Nato austreten.
SPIEGEL: Ist mit den USA unter Trump noch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich?
Valtonen: Das eine ist, was öffentlich gesagt wird, die Rhetorik, die seitens der USA sicher anders ausfällt, als wir das kannten und womöglich erwartet haben. Aber inhaltlich ist die US-Forderung nach mehr Engagement der Europäer in Sicherheitsfragen durchaus berechtigt.
»Die Bürgerinnen und Bürger verstehen, was auf dem Spiel steht, dass es darum geht, Europas Werte zu verteidigen.«
SPIEGEL: Reden Sie die Lage da nicht ein wenig schön? Der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer hat im SPIEGEL gerade erst vor einem Ende der Nato gewarnt.
Valtonen: Wir können viel Zeit darauf verwenden, uns über das zu ärgern, was die Amerikaner sagen oder nicht sagen. Ich halte es für sinnvoller, dass wir Europäer auf uns selbst schauen, dass wir den Kontinent für unsere Bürgerinnen und Bürger zukunftsfest machen. Das bedeutet unter anderem, dass wir mehr in Verteidigung investieren. Aber auch, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken, etwa indem wir neue Freihandelsabkommen schließen.

Foto: Ng Sor Luan / SPH / Newscom / IMAGOhttps://www.spiegel.de/ausland/finnland-russland-und-die-nato-elina-valtonen-sieht-keinen-ausweg-fuer-putin-a-298d3203-e96d-43a8-81ac-5f723c387ca5
Elina Valtonen, 44, ist seit 2023 finnische Außenministerin. Sie ist zudem stellvertretende Vorsitzenden der konservativen Nationalen Sammlungspartei. Bevor sie in die Politik ging, arbeitete sie unter anderem für die Nordea Bank und die Royal Bank of Scotland.
Zum Beispiel verstehe ich mich sehr gut mit der Außenministerin Baerbock. Ich finde, sie macht eine hervorragende Arbeit.