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Pension Riesenmühle in Hessen

49 Beiträge, Schlüsselwörter: Lost Places, Hessen, Pension, Riesenmühle

Pension Riesenmühle in Hessen

18.02.2013 um 15:12
Die 55.000 hätte ich auch genommen. Und n bissl Müll hätt er dafür auch von mir bekommen können...


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Pension Riesenmühle in Hessen

22.08.2014 um 11:41
Also ich und ein paar Freunde waren gestern bei der Riesenmühle und das erste was einem ins Auge springt sind die vielen Ü-Eier und die Zeitschrift "Spiegel" von verschiedenen Jahrgängen (1986-1994 etc). Wir haben zwar nicht alles gesehen weil im 2.-und im Dachgeschoss die Decke schon runter gekommen ist und der Boden an manchen Stellen ziemlich nachgab. Aber es hat sich gelohnt dahin zu fahren aber die Mühle hat schon sehr viel mitgenommen... ziemlich zerfallen und heruntergekommen....


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23.11.2014 um 18:57
Hallo Leute,

habe mit großem Interesse die Diskussionen um die alte Riesenmühle hier gelesen. Nun dann will ich mal so Einiges hier aufklären, weil ich das Ende der bewohnten Phase dieses Gebäudes aus eigener Wahrnehmung kenne. Diese Mühle gehörte bis in die neunziger Jahre hinein (das genaue Datum kann ich leider nicht bestimmen) einem Chemiker, der die Abgeschiedenheit der Liegenschaft für ausgewählte Experimente nutzte. Dieser Mann hatte eine Lebensgefährtin mit knallroten Haaren, die mit ihm dort wohnte. Der Mann war ein wenig cholerisch veranlagt, aber er war auch einmal ein Musiker und spielte Saxophon. Und hier beginnt unsere gemeinsame Geschichte. Mitte der achtziger Jahre war ich Gitarrist in einer Wiesbadener Funk-Band, die aus einer Schülerband des heutigen Martin-Niemöller-Gymnasiums entstanden ist. Da es damals sehr schwierig war, geeignete Proberäume zu finden, stieß ein Band-Mitglied aus Niedergladbach (liegt in der Nähe der Riesenmühle) auf dieses Gebäude und seinen Eigentümer. Er sprach ihn an und man einigte sich auf eine kostenlose Nutzung des seitlichen Anbaus des Hauptgebäudes. In dem Film "Lost-Places" über dieses Gebäude sieht man in der vorletzten Einstellung diesen Seitenanbau von außen. Innen befanden sich wuchtige Regale, in denen das Landesamt für Geologie seinerzeit Bohrkerne lagerte. Die Größe und Beschaffenheit dieses Lagerraumes entsprach dem, was wir damals als Band suchten. Und so bauten wir die vielen Regale ab und täfelten mit den Regalbrettern die Wände, die wir dann rundherum mit Dämmstoff und Rigipsplatten auskleideten. In den Ausgang zur Wisperstraße hin bauten wir eine verzinkte Kellertüre ein, die wir aus einem Baumarkt heranschafften. Da die Riesenmühle zu diesem Zeitpunkt über keinen Fremdstromanschluss verfügte, konnte der Raum nur elektrisch beheizt werden. Trocken war er aber, so dass wir unsere Verstärkeranlagen dort lagern konnten. Der Eigentümer litt an einer schweren Nierenerkrankung und er musste mehrmals wöchentlich an die Heimdialyse. Daher das Krankenbett. Er besaß zwei Dobermänner, die das Anwesen bewachten. Wir betraten unseren Proberaum immer über die Rampe und der eingebauten Türe von der Wisperstraße aus. Einzige Stromquelle war ein großer Schiffsdiesel unter unserem Proberaum im Keller, der als Generator diente. Die Stromausbeute war begrenzt, so dass wir uns bei den Proben immer mit dem Eigentümer absprechen mussten, falls er an der Dialyse hing. Oft begleitete er unsere Proben, da er selbst immer noch seiner Zeit als aktiver Musiker nachhing. Niemand störte uns dort, weil es quasi keine Nachbarn gab, die sich über den Lärm beschweren konnten. Und so feierten wir dort auch wilde Partys an Silvester, z. B. im Jahre 1987/1988. Wir waren mit vielen Freunden und Bekannten dort und traten quasi im Proberaum auf. Es ging sehr feucht fröhlich zu. Und alle übernachteten wir in dem Proberaum. Man sieht an den Wänden unseres ehemaligen Proberaumes heute noch unsere handschriftlichen Notizen von Songs, die wir komponierten. Auch ein paar Malereien von uns sind dort immer noch zu sehen. Eines Tages nahm unser gutes Verhältnis zu dem Eigentümer jedoch ein jähes Ende und wir mussten schlagartig raus aus dem Gebäude. Das war im Herbst 1988. Wir kamen, wie immer, zur Probe, jedoch lief der Schiffsdiesel nicht. Er war zu Wartungszwecken abgeschaltet, was wir nicht wussten. Stattdessen hörte man im Keller des Haupthauses ein anderes Benzinaggregat. Damit hätten wir aber nicht genügend Strom für unsere Verstärker gehabt. Da sich nebenan niemand meldete, gingen wir in den Keller und starteten den Schiffsdiesel mit zwei Autobatterien aus unseren PKW, die wir zu diesem Zwecke ausbauten und in Reihe schalteten. Die Maschine sprang an und wir hatten zunächst den Strom, den wir benötigten. Plötzlich jedoch begann die Maschine Unmengen an Rauch zu entwickeln und sie lief irgendwie unrund. Dann stoppte sie mit einem hässlichen Geräusch. Auch das andere Aggregat aus dem Nachbarkeller lief nicht mehr und wir saßen fortan ohne Strom da. Dann hörten wir plötzlich den Eigentümer im Haupthaus um Hilfe rufen. Offenbar hatte der Totalzusammenbruch der Stromversorgung sein Dialysegerät gestoppt und der Mann war in einer lebensbedrohlichen Situation. Da es damals noch keine Handys gab und wir auch nicht in die Wohnung kamen, traten wir eine Verbindungstüre zum Haupthaus ein und alarmierten über das Telefon des Eigentümers den Rettungsdienst. Dabei wurde ein Kollege noch von einem Dobermann ins Bein gebissen. Der Mann kam ins Krankenhaus und konnte gerettet werden. Kurze Zeit darauf machte er uns für den Schaden des Schiffsdiesels haftbar, da wir ohne seine Zustimmung den Motor gestartet hätten, obwohl sich kein Motoröl darin befand. Da keiner unserer Eltern über eine entsprechende Haftpflichtversicherung verfügte, mussten wir die Kosten der Reparatur des Motors, immerhin 8000 DM, damals selbst stemmen. Das führte zum Zerwürfnis mit dem Eigentümer und wir zogen aus. Kurze Zeit darauf hörte ich von dem Kollegen aus Niedergladbach, dass es dem Mann gesundheitlich immer schlechter ging und Anfang der neunziger Jahre muss er dann wohl auch verstorben sein. Seine Lebensgefährtin mit den roten Haaren lebte dann aber noch eine ganze Weile mit den Hunden in dem zunehmend verwahrlosten Anwesen. Ihr gehörte auch das schrottige Auto, dass dort noch lange Zeit unterhalb auf dem Parkplatz stand. Was aus der Frau wurde, weiß ich leider nicht mehr. Irgendwann Mitte der neunziger Jahre fuhr ich mal mit meiner Vespa dort vorbei und sah, dass das Gebäude verkettet war und offenbar leer stand. Dabei blieb es dann. Den Schlüssel für die Türe zu unserem Proberaum hatte ich noch und konnte den Raum Jahre später noch betreten. Es war alles unverändert, so wie wir ihn verlassen hatten. Irgendwann jedoch war die Türe aufgebrochen und es lagen Berge alter Zeitschriften dort herum. Nun ja und den heutigen Zustand des Gebäudes kennt man ja. Falls jemand unsere Band noch kennen sollte: Wir nannten uns damals "This Side Up". Damit hoffe ich, die Geheimnisse der jüngeren Vergangenheit dieses Gebäudes ein wenig zerstreut zu haben. Auf jeden Falle handelte es sich bei dem Chemiker um keinen geheimen Alchemisten. Er hatte kleinere Forschungsprojekte, die er dort ungestört verfolgen konnte. Schade, dass alles so enden musste.


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Pension Riesenmühle in Hessen

27.11.2014 um 13:37
Arrrggggghhhhh

Ich bin gerade von einem Berg Buchstaben erschlagen worden

und ich habe jetzt bestimmt 20 min gebraucht um das ganze hier vernünftig zu lesen und zu verstehen


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Pension Riesenmühle in Hessen

13.12.2014 um 03:18
Kann ich nicht nachvollziehen. Ich fand @Heinrich68 s Post sehr interessant und anschaulich geschrieben. Okay...ich bin ein Freund des Absatzes, da hätte der eine oder andere dem Post sicher gut getan.

Insgesamt bin ich @Heinrich68 aber sehr dankbar für den tollen Post!


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Pension Riesenmühle in Hessen

15.12.2014 um 09:09
@LivingElvis
Jepp. Genau das wollte ich eigendlich damit auch sagen


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Pension Riesenmühle in Hessen

24.03.2015 um 20:12
Hallo "Riesenmühle-Interessierte"!
Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gelangt und habe mich mal angemeldet weil ich die heutige Ruine als Kind/Jugendlicher im Betrieb erlebt habe (ich bin 1956 geboren) und dazu einige Erinnerungen mitteilen kann.
Aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich von deren Aufenthalt in der einstigen Pension und Gaststätte ca. Anfang August 1954.
Damals von Stuttgart aus angereist mit dem Motorrad (NSU Konsul) verbrachten sie dort einige Tage anläßlich ihrer Hochzeitsreise.
Die Wahl der Örtlichkeit hing damals mit einem Besuch bei einer Freundin meiner Mutter in Wiesbaden zusammen.
Etwa Mitte der 1960er Jahre verbrachten wir als Familie (5 Personen) einen 10-tägigen Sommerurlaub in der Riesenmühle, angereist mit einem VW-Käfer.
Ausflüge in die Umgebung (unter anderem Taunus-Wunderland, Freibad Bad Schwalbach) wurden nach meiner Erinnerung täglich unternommen.
Gegenüber der Gaststätte, war oberhalb auf dem von den Besitzern sogenannten "Hausberg" ein Wäschetrockenplatz eingerichtet. Dieser Platz diente uns auch als Spielplatz. Das überqueren der Straße war uns damals aufgrund der "vielen" Fahrzeuge nur unter Aufsicht erlaubt.
Die damaligen Besitzer/Eigentümer waren eine Familie Glatz. Der Vater war Koch, die beiden Töchter arbeiteten mit als Bedienung in der Gaststätte und beim Instandhalten des gesamten Hauses (Gaststätte, Pension). Von der Mutter habe ich keine Erinnerung.
Herr Glatz war öfter in den unteren Gebäudeteilen im Bereich des Wasserrades tätig und hat uns Kinder das auch gezeigt. Ich meine mich zu erinnern dass er uns damals erklärte, der Strom fürs Haus werde damit gemacht und wegen Wassermangels oder bei Verschmutzung des Einlaufes müsse dann der Diesel angeworfen werden.
Hinter dem Gebäude waren im Bach zwei Holzkästen verankert. In diesen schwammen die Forellen, welche bei Bestellung frisch gefangen wurden und dann in der Küche zubereitet wurden.
An einem Tag gab es mal ein Unwetter mit hohem Anstieg des Baches. Wir Kinder beobachteten den Anstieg des Wassers mit großem Interesse. Ich erinnere mich noch genau daran, dass plötzlich ein Starker Geruch nach Heizöl zu richen war.
Am Abend gabs dann eine ziemliche Aufregung weil die Gäste die Forellen als ungenießbar zurückgehen ließen.
Offensichtlich schmeckten alle nach Heizöl.
War wohl oberhalb eine größere Menge davon aufgrund des Unwetters in den Bach gelangt. Der Koch hat dann mehrere Tage keine Forellen angeboten, zum Unmut der übrigen Gäste.
Heutzutage wäre da sicherlich das Umweltschutzamt zusammen mit dem Veterinäramt erschienen und hätte ein risiges Tohuwabohu veranstaltet.
Mein Vater, gelernter Koch und Küchenmeister, hat sich Mitte oder Ende der 1970er Jahre ernsthaft um die Pacht der Riesenmühle bemüht. Anscheinend waren die Verhandlungen mit einer Brauerei sehr positiv verlaufen. Die Brauerei wollte die komplette Renovierung des Gebäudes und der Außenanlage übernehmen!
Im Gegenzug sollte die Brauerei zu einem bestimmten Prozentsatz am Gewinn beteiligt sein.
Mein Vater wollte dann aber für eine Anlaufzeit von einem Jahr einen eventuellen Verlust ebenfalls mit der Brauerei teilen,und dies im Vertrag verankern. Daraufhin machte die Brauerei eine Zusage welche kurz vor Unterschrift wieder zurückgezogen wurde. Damit war das gesamte Vorhaben geplatzt. Vielleicht war das gut so!!
Grüße aus dem Schwäbischen Wald!
dinosaurier


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Pension Riesenmühle in Hessen

17.04.2015 um 06:15
Ich find es schon interessant, wie sich im Laufe der Zeit Geschichten um nicht mehr bekanntes, spektakulär wirkendes ranken, die in dieser Form so zumindest nicht ganz stimmen. :)

Ich muss es ja wissen, weil gute Bekannte von mir aus der Gegend kommen wo die Riesenmühle steht und ich selber auch in der unmittelbaren Umgebung sehr oft zu Besuch war und längere Zeit fast täglich an diesem Haus vorbeikam - wo das genau ist kann ja jede(r) hier z.B. auf den Ansichtkarten nachlesen.
Richtig ist wohl, dass dieses Gebäude viele Jahrzehnte eine Gastwirtschaft war und ihre beste Zeit in den 50er und 60 er Jahren gesehen hat - und das war sie sicher auch noch im Jahr 1971 wenn da auch schon überwiegend als Pension.
Im Laufe der 70er Jahre ( genaues Datum weiss ich leider nicht ) wurde der Betrieb dann endgültig eingestellt, da der Fremdenverkehr in dieser Gegend (wohl) merklich nachgelassen hatte.
In der Zeit danach fanden scheinbar mehrere Wechsel des Besitzers und der Bewohner statt, so etwa im Abstand von 15 Jahren.
Von einem Chemiker (@Heinrich68 ) ist mir nichts bekannt, auch nicht von seiner rothaarigen Freundin, auch wenn Deine Geschichte sich spektakulär anhört und sich so ereignet haben könnte - leider weiss ich nichts davon und müßte davon wissen - wie gesagt habe heute Verwandtschaft und Bekannte in der Gegend und das spricht sich viel rum... und das Gebäude befindet sich an einer Schnellstraße.

Fakt ist dass die Eigentümer (oder Mieter / Bewohner) in den achtziger Jahren in diesem Haus keine Pension sondern so etwas wie eine "Kommune" ( alternative Wohngemeinschaft ) unterhalten haben und aus teilweise aus intellektuellen Schichten stammten, wie damals öfter so üblich. Ich (und andere Leute aus der Gegend) vermute(n) sogar, dass es sich hier um politische Aktivisten aus den Rhein-Main-Gebiet im Rahmen der damals Aktuellen Abrüstungsproteste gehandelt hat, die hier eine Bleibe gefunden hatten. Vielleicht war unter diesen Personen auch eine rothaarige Frau ... :) Wiesbaden und Frankfurt waren in den 70er und 80er Jahren jedenfalls bekannte Städte für diese Szene, soviel steht fest.

Vielleicht rührt daher auch diese Idee von einem Chemiker. Und : Wer diese Leute waren, davon weiss ich nichts.
Jedenfalls das Chemielabor ist kein Chemielabor eines Geologen sondern ganz offensichtlich eine Dunkelkammer / altes Fotolabor zur Herstellung von Negativen von Klein-und Rollfilmen und Schwarz-weiß-Papierabzügen, worauf auch die in dem Film auf youtube erkennbaren Utensilien wie Entwicklerschalen, die Vorratsflaschen usw. schließen lassen.
Solche Labore waren seinerzeit üblich um selbstständig Fotografien und Negative ohne Nutzung vo Fremdentwicklung (Fotograf o.ä.) entwickeln zu können - ein Hobby vieler junger Leute in dieser Zeit. Ein Geheimnis war dies eigentlich nicht, es gab diese Hobbyfotolabore sehr sehr viel. Jedenfalls sind in dieser Zeit wechselnde Personenkreise in der Riesenmühle ein-und Ausgegangen.

Zu den im Film sichtbaren einrichtungsgegenständen: Die Fensterscheibe mit dem Tiffany-Motiv stammt ungefähr aus dieser Zeit (frühe 1980er), da dies damals modern war und in einem älteren Gebäude wie der Riesenmühle (zumal nicht an dieser Stelle ) nicht eingebaut gewesen sein kann.

Richtig ist auch dass man sich in der Gegend zusehends über die neuen Bewohner gewundert hat da es ja eher als Ausflugsgaststätte bekannt war und sich das eine oder andere Gerücht bildete.... :)

Auch sind diese Personen in der damaligen Zeit konfrontationen mit der öffentlichen Ordnung aus dem Weg gegangen, weil der "alternativen Szene" damals immer Fremdkontakte in die Warschauer Vertragsstaaten ( insbesondere der ehemaligen DDR ) vermutet und unterstellt wurden, was gelegentlich zu problemen führte.
In dieser Gegend wurde dies hier in den späten 1970ern und 1980ern auch immer vermutet, zumal sich etwa 10 Kilometer von dort militärische Anlagen der Bundeswehr sowie US Streitkräfte befanden von strategisch wichtiger Bedeutung befanden.

Eine Nutzung der Riesenmühle in dieser Zeit als Probenraum für Musiker wie von Heinrich68 beschrieben ist durchaus möglich - dazu würde auch das Tonband von bis in die 1980er Jahre hinein für Direktaufnahmen genutzten Tonbandgeräten passen. In dieser Zeit gab es wirklich Tage in denen dort "volles Haus" war was dann auch eine nicht unerhebliche Geräuschkulisse ( :) ) zur Folge hatte. Fahrzeuge parkten damals teilweise nicht nur auf dem Parkplatz sondern auch auf am Straßenrand der am Haus vorbeiführenden Straße.

Diese Nutzung der Riesenmühle lies Anfang der 1990er Jahre sehr schnell nach, die Riesenmühle war fast nicht bewohnt und stand lange Zeit ungenutzt und leer. In dieser Zeit muss auch wieder ein Eigentümerwechsel des Grundstückes und des Gebäudes stattgefunden haben.

Ich habe mich gewundert, dass in den Postings hier nichts von dem spektakulären Unfall / Unglück von 1991 berichtet wurde, bei dem bei einem Frühjahrshochwasser fast das gesamte Heizöl / Dieselöl aus den Lagerräumen im Kellerbereich in den am Haus vorbeiführenden Bach geschwemmt wurde und eine Umweltverschmutzung sondergleichen anrichetete, die in dem gesamten Bachlauf bis zur Mündung in den Rhein wochenlang noch deutlich zu riechen war.
Die Lokalzeitungen haben damals darüber berichtet.

Eine Nutzung als Wohnhaus oder als hat sich nicht etablieren können - richtig ist aber, dass das Gelände eine Zeitlang eingezäunt war und (unüberhörbar) von einem großen Hund bewacht wurde.
Seit Mitte der neunziger Jahre ist das Anwesen nun unbewohnt und verfällt seither.
Vermutlich ist auch der angedachte Verkauf des Gebäudes nicht möglich, da das Grundstück ggf. immer auch noch nach 20 Jahren mit Schadstoffen / Heizöl stark belastet ist und dieses Unglück mit dem Heizöltank immer noch in der Gegens gut in Erinnerung geblieben ist. Das ist eine Vermutung.

Die in dem Haus befindlichen Einrichtungsgegenstände usw. zeigen diese Geschichte des Gebäudes mit etwas lebenserfahrung deutlich auf. Der Abfall und andere Gegenstände und Schadstoffe wie z.B. auslaufende Batterien sind erst in neuester Zeit (letzte zehn Jahre) in das Gebäude gekommen, so sicher auch die massenweise gelben Kapseln von Ü-Eiern die in dem Film zu sehen sind. Leider missbrauchen viele Leute auf dieser immer schon recht stark befahrenen Straße das Gebäude dessen Fenster nun leider eingeschlagen sind auch zusehends als "Müllschlucker", weil auch die Müllentsorgung z.B. von Sperrmüll in Hessen streng reglementiert ist, hohe Kosten verursacht und weil da anscheinden sowieso jeder mit dem baldigen Abriss des Gebäudes rechnet - jede(r) weiss ja wie so etwas leider verläuft. :/
Jedenfalls ist dieses Gebäude über die Jahrzehnte leider durch seine im weniger attraktive Lage, die provisorische Versorgungstechnik und das mangelnde Verantwortungsbewußtsein der wechselnden Nutzer nach dem Betrieb als Gastwirtschaft immer mehr heruntergekommen - schade.
Ich bin durch das Video auf youtube nach langer Zeit wieder daran erinnert worden - und weiss auch noch einiges mehr darüber, jedenfalls was die Vergangenheit dieses Gebäudes anlangt.
Leider stimmt diese spektakuläre Geschichte von Heinrich68 so wie geschrieben aus meiner Sicht nicht ganz... aber man könnte es sich bei dem Anblick des Gebäudes so vorstellen.

Woher ich das weiss, kann sich jede(r) aus dem gesagten schon in etwa denken - es ist kein Geheimnis. Ich habe dies Geschrieben um das wissen mancher, die hier fragen nach meinem wissen etwas zu befriedigen, denn man fragst sich vieles wenn man das Video so sieht und die Geschichten und Gerüchte liest und hört die sich um dieses Haus und seine jüngere Geschichte ranken.
Ich als "Zeitzeugin" muss es wissen...
Zudem habe ich mich darüber gewundert, dass mein Kommentar zur Geschichte der Riesenmühle aus der Liste zu dem Video gelöscht wurde ob wohl ich dort nicht detailliertes geschrieben habe. (?)
Was heute des Nachts oder sonst da bei der Riesenmühle vorgeht, das möchte ich so genau gar nicht wissen.... ganz ehrlich.... :)

Passend dazu zum Nachdenken:

Das Haus ist 98 Jahre alt,
von der Fassade bröckelt immer mehr der Putz,
der Hof nach hinter der ist grau und kalt-
und in der Ecke, viel Müll staut sich der Schmutz.... :)
Das Haus ist 98 Jahre alt -
bestimmt hat es einmal ein reicher Mann gebaut -
die Zeit macht auch nicht vor den Reichen halt -
was heut´verstummt ist das war gestern einmal laut...

Sabrina


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Pension Riesenmühle in Hessen

10.07.2016 um 20:36
Hallo Sabrina,

vielen Dank für Deinen aufschlussreichen Beitrag. Du zweifelst Teile meiner Ausführungen an und begründest das damit, dass Du als Zeitzeugin es wissen musst. Ich versichere Dir jedoch, dass meine Ausführungen der Wahrheit entsprechen.

Ich selbst war als Gitarrist ein Bandmitglied und wir hatten den Anbau der Riesenmühle ja gepachtet. Somit kannte ich den Eigentümer und seine rothaarige (kann auch mit Henna gefärbt gewesen sein) Frau persönlich. Wir hatten mit denen den Pachtvertrag ausgehandelt. Er war definitiv ein Chemiker! Er führte uns schließlich durch seine Wohn- und Arbeitsräume im Haupthaus und als wir ihn während der missglückten Dialyse retteten, waren wir ja schließlich bei ihm.

Warum sollte ich die Unwahrheit über diese Begebenheiten erzählen? Ich bin somit zumindest für diese Episode der Riesenmühle ebenfalls ein Zeitzeuge.

Du hast recht mit den Fahrzeugen, die wir oft neben der Riesenmühle direkt an der Hauptstraße parkten. Das lag daran, dass der Zugang zu unserem Proberaum nur über eine straßenseitige Rampe möglich war und wir unsere schweren Boxen ungern weit tragen wollten. Daher parkten wir neben der Rampe und hoben unser Equipment direkt aus den Fahrzeugen über die Rampe in den Proberaum.

Von einer "Kommune" oder einer WG dieses Chemikers ist mir nichts bekannt. Gleichwohl hätte man ihn dem Aussehen nach durchaus der Hippie-Szene zurechnen können. Er hatte schulterlange Haare und sah aus, wie so ein Alt-68iger.

Der "Lärm" stammte in der Tat von uns, aber von wilden Partys ist mir wiederum nichts bekannt. Wir selbst haben da natürlich ab und an gefeiert und dann auch dort übernachtet, aber regelrechte Exzesse hat es nicht gegeben.

Hast Du, Sabrina, dort in der von mir beschriebenen Zeit etwa gewohnt? Kanntest Du uns etwa? Wenn ja, würden mich weitere Informationen hierüber sehr interessieren. Musst ja keinen Namen nennen, jedoch würde mich interessieren ob und ggf. bei welcher Gelegenheit wir uns evtl. einmal damals über den Weg gelaufen sind.


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