Eselchen schrieb:Am Ende sind die Gegner dieser Mannschaften nur noch Sparringspartner
Dass der fcb dem Rest der Bundesliga enteilt ist, hat jetzt eher wenig mit der WM zu tun.
Da müsste man näher hinschauen, auf den Umsatz (wie er erreicht wird) und auf die Kaderkosten im Vergleich zu den Konkurrenten.
(Hab dazu sogar mal ne Umfrage gemacht, mit interessanten Links. Interesse? Interessierte kein Schwein.)
Was - zugegeben - viel zu selten gemacht wird, da gehts meist um Ligaklatsch oder Transferfragen ... es geht ums Produkt, nicht nur beim Doppelpass Klatsch :-)
Am Fußball verdienen ja alle mit, sogar die, welche auf Kritik a la 11Freunde (Köster und co.) machen :-)
Eselchen schrieb:Na ja, mit Fussball als Volkssport hat das sowieso schon lange nichts mehr zu tun.
Wäre auch eine eigene Diskussion.
Da müsste man dann auch fragen, wann und wo das denn der Fall war?
Christoph Biermann hat das mal aufgeschrieben, wie das so war, im deutschen Fußball und den Stadien, vor dem Bundesliga Boom.
Der Fußball damals war in seiner allübergreifenden Dumpfheit und Primitivität schrecklich. Doch genau darin lag ein besonderer Reiz. Es war auch deshalb toll, Fußballfan zu sein, weil alle dagegen waren ...
Für den rohen Matsch traditioneller Fußballbegeisterung war ab Beginn der neunziger Jahre kein Platz mehr, auch wenn es in Deutschland bis 1998 dauern sollte und erst der Polizist Daniel Nivel zu einem Pflegefall getreten werden musste, um die Vorherrschaft der Hooligans in den Kurven zu brechen.
"Gegen den modernen Fußball" ist eine der für mich rätselhaftesten Parolen im Zeitalter des modernen Fußballs. Ich verstehe ihn als das Mantra der "Ultra-Bewegung", wenn er sich etwa gegen so praktische Fragen wie zersplitterte Spieltage richtet oder das Gefühl ausdrückt, dass alles im Fußball nur daran gemessen wird, was man damit verdienen kann. Aber ich befürchte, dass darin die Sehnsucht nach einer vormodernen Zeit liegt, die besser war. Ich kann versichern, das war nicht der Fall.
Quelle:
https://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-in-den-80er-das-fanleben-vor-dem-bundesliga-boom-a-822789.htmlIst n interessanter Artikel.
Und nu ... bei der WM? ... ist die Selfie-Influencer-Generation im Stadion ...
Mehr als die Hälfte schaut gefühlt aufs Display statt aufs Spielfeld. Die Grenzen sind fließend. Der eine verfolgt den Livestream, der andere chattet mit einem Freund, der Nächste teilt sein Erlebnis in Echtzeit. Wenn man schon so viel Geld für die Tickets bezahlt, soll die eigene Community bitte viel Anteil nehmen. Man wird den Eindruck nicht los: Bei vielen Besuchern herrscht ständige Unruhe ganz losgelöst vom Spielverlauf.
Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien in New Jersey (Sonntag, 21 Uhr MESZ/live im ZDF) dürfte diesen Trend noch mal toppen. Rund 82.500 Zuschauer werden einen gigantischen Multiplikator bilden, der das Vorprogramm mit Robbie Williams, die Schlussfeier mit Post Malone oder die Halbzeitshow mit Justin Bieber und Madonna verbreitet.
Viele WM-Besucher kommen für eigene Social-Media-Inhalte. Verschickt werden auch ständig Videos vom laufenden Spiel, obwohl das untersagt ist. Als Brasilien gegen Marokko (1:1) im New York/New Jersey Stadium auftraten, konnten viele im Fanblock platzierte Medienleute die Begegnung kaum verfolgen, weil der Wunsch nach Selfies so groß war.
Der Eindruck: Das Publikum bei der WM war jünger, wilder und weiblicher als in Europa im Vereinsalltag. Auf Anfrage erteilte die FIFA am Freitag exklusiv Auskunft über die Zusammensetzung des Publikums. Bis zu den Finalspielen sind bei der WM exakt 4,444 Millionen Zuschauer gezählt, davon 1,164 Millionen weiblich (26 Prozent).
Quelle:
https://www.zdfheute.de/sport/fussball-wm/fussball-wm-2026-stadien-zuschauer-trends-100.html... die imitieren, was auf dem Spielfeld auch passiert - wann fing das eigentlich an, mit der Inszenierung des Torjubels
:ask: