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Wer liest die Landser Hefte?

62 Beiträge, Schlüsselwörter: Nazi, Skandal, Hefte, Landser

Wer liest die Landser Hefte?

27.11.2011 um 03:03
@Thawra
...?
wie @Bernard schon schrieb
Bernard schrieb:kannte ich als Kind schon. Zwar nie eins gelesen -
aber eben mit in berührung gekommen.
da hier die wenigsten älter als 40 sind mein spruch dazu.

reicht dir das als antwort auf dein fragezeichen oder willst du noch mehr details haben?


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Wer liest die Landser Hefte?

27.11.2011 um 03:05
@Outsider

Irgendwie klang dein Kommentar ein bisschen so, als würde die 'ältere Generation' die Dinger dann aber schon lesen bzw. hätte das zumindest mal getan... naja, ist ja auch egal.


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Wer liest die Landser Hefte?

27.11.2011 um 03:19
@Thawra
Bis heute sind mehr als 2700 Kleinband- sowie rund 2300 Großbandausgaben erschienen.
ebenfalls aus dem wiki link.
da werden mit sicherheit auch welche aus der "älteren generation" dabei sein die landser romane lesen.


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Wer liest die Landser Hefte?

27.11.2011 um 03:49
Wird nen Grund haben, dass sie nicht verboten sind. Sofern keine nationalsozialistischen Verbrechen verherrlicht oder ne besondere Gewalt dort mitspielt, dürften sie da rechtlich unbedenklich sein.

Aber gut, man verbietet in Deutschland ja trotzdem gerne....oder will es zumindest. Und wenn man etwas nicht verbieten kann, dann müssen halt so lange neue Gesetze ran, bis man es kann. Mein Kampf darf auch verkauft werden aber soweit ich weiß nur in editierten Fassungen. Überlebt in Kriegsfilmen ein einziger deutscher Panzer - ist es ein Nazifilm. Wird eine gescheiterte alliierte Operation gegen Deutschland als Haupthandlung verfilmt - ist es ein Nazifilm. Der Deutsche ist nicht fähig, rein militärische und räumlich/zeitlich begrenzte Handlungen aus politischen Verstrickungen auszuklammern. Bei anderen geht das natürlich. Was die Alliierten gemacht haben, war ja grundsätzlich gut, ob nun Klöster bombardieren, Finnland okkupieren wollen oder Ostpolen besetzen.

Ich kenn den genauen Inhalt der Landserhefte nicht, will sie auch nicht grundsätzlich verteidigen (ich hoffe der Leser erinnert sich auch noch am Ende an diese Zeile hier), stuf es nach dem bis jetzt Gelesenen aber nicht anders ein als ex-sowjetische und westalliierte Kriegsliteratur.

Ich habe einige Bücher sowjetischer Autoren über den "Großen Vaterländischen Krieg" gelesen und wie wurde die Handlung dargestellt? Auf der einen Seite der glorreiche, unfehlbare, 17 Meter große Sowjetbürger, ne grundehrliche Haut, gestählt und Vorzeigesozialist. Und auf der anderen Seite? Der Faschist, egal ob Melder oder General. Nein "deutsch" hat man in den Büchern nicht gefunden, was "deutsch" war, war grundsätzlich "faschistisch". Alles. Auch die Kloschüsseln. Dargestellt als zwar technisch und taktisch versiert aber grundsätzlich Verbrecher. Sogar der Küchenhelfer der letzten Berliner Notküche war ein grausamer Barbar, der seine gewetzten Messer in mörderischer Absicht "bis zur letzten Klinge" schreiend quer über den Kontinent auf das ehrbare Sowjetvolk warf. Da war nie die Rede von Alkoholexzessen russischer Soldaten und folgender Gewalttaten. Da war auch nur selten mal die Rede von der miesen Qualität, die aus den Urwaldschmieden geschissen wurde und so dem russischen Soldaten den Krieg noch schwerer machte. Da war nicht die Rede von politischer Verfolgung, weil es war ja jeder Soldat ein Vorzeigekommunist und Menschenfreund. Wohlgemerkt Menschenfreund, denn auch in poststalinistischer Kriegsliteratur wurde der Deutsche nicht als Mensch angesehen. Wie sich doch die Rivalen wieder angleichen.

Schauen wir uns in Richtung Westen um, was sehen wir? Wir sehen wie deutsche Soldaten aus Bunkern geflammenwerfert werden und der Soldat ruft "nicht schießen, lasst sie verbrennen" und kein Gutmensch protestiert. Wir sehen wie der Amerikaner oder Engländer, oder beide einen Angriff machen...damits auch wirkt, wird der Deutsche 5 Minuten lang als schier unbezwingbarer Gegner dargestellt, man will ja die Muskeln spielen lassen...nach kurzer Zeit des zähen Kampfes erschallen gigantische Hintergrundorchester und der eigentliche Held betritt das Feld und räumt die Wehrmacht im Vorbeigehen weg, am Ende sieht man ausschließlich gebrochene Gestalten auf deutscher Seite....und wenn man Pearl Harbor verfilmt, dann muss halt noch ne Szene mit dran, wo ein paar suizidale Patrioten einen vollkommen wirkungslosen Angriff auf Tokio fliegen, Monate später und damit nur noch Mikrometer an der eigentlichen Handlung klebend. Und wenn die Triumphszene auch nur 5 Minuten dauert. Sie muss rein.

So und jetzt zeigt mir mal den Unterschied. Die Wehrmacht wird in Deutschland grundsätzlich politisiert, eine Handlung in Nordafrika, die Kriegführung der Wehrmacht gegen die Alliierten - die übrigens auf dem afrikanischen Kontinent von beiden Seiten überaus fair geführt wurde - egal, der kleinste Kohlenschaufler war immer und überall der allergrößte Nazi. Solang er halt deutsch spricht. Aber dann zu Pearl Harbor rumknutschen. Die Heftchen müssen nicht mal Landser heißen, Hand aufs Herz, für euch ist alles Naziliteratur, was nen deutschen Autor und nen schwarzweißes Foto aufm Einband hat. Solang nicht Guido Knopp draufsteht. Ich hab hier die Memoiren von Oberst Hans von Luck, Titel "Mit Rommel an der Front", ein von Grund auf sachliches Buch, was nüchtern die Lage an sämtlichen Fronten und der sowjetischen Kriegsgefangenschaft schildert.....ich trau mich nicht, dieses Buch in der Öffentlichkeit zu lesen. Schwarzweißer Einband, Portrait von Erwin Rommel drauf und deutscher Autor....und zack würde man mich anfeinden.

Und ein Stauffenberg wird als Vorzeigedemokrat stilisiert, der wieder alles heile gemacht hätte.


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Wer liest die Landser Hefte?

27.11.2011 um 04:48
Bernard schrieb:"Wastl" (kurzzeitig im Bastei-Verlag erschienen; mit einem Franz-Josef-Strauß-ähnlichen bajuwarischen Supermann als Titelhelden)
Das grenzt an Blasphemie. Wie konntest Du nur...

Ist euch denn hier gar nichts heilig?


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27.11.2011 um 10:13
Höre zum ersten mal von diesen Romanen und habe sie auch noch nirgends gesehen. Also mir ist kein Laden in der nähe bekannt der solche Romane anbietet.


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27.11.2011 um 10:35
@GilbMLRS


Nach der Anmerkung du hättest nie eins gelesen habe ich aufgehört zu lesen, fachunkundige Meinungen sind dann doch langweilig.

Kurze Anmerkung ;Hand aufs Herz :Würde das Ding "Der Djhihad" heissen und nur ein Muselmann dort vorkommen würdest du doch im Sechseck springen und auf die christlichen Werte verweisen.


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27.11.2011 um 12:31
@Capspauldin

Nicht weiter gelesen haben wollen aber weiterführende Wortgruppen zitieren, ja nee is klar. Aber nun sag mir doch mal, was der Unterschied zur sowjetischen Kriegsliteratur ist. Weil mit der kenn ich mich nämlich aus. Weißt schon...fachkundige Meinung. Solltest du diese noch nicht gelesen haben, kannste dir die Antwort auch sparen.


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Paka
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27.11.2011 um 13:02
@Bernard

Stimmt nicht, die kriegste bei Ebay hinterhergeworfen und auf Flohmärkten liegen die auch rum.

Ich hatte auch mal eins davon, das ist einfach Kriegsliteratur, natürlich ein wenig heroisch geschrieben. Aber in welcher Kriegsliteratur sind die eigenen Leute nicht die Guten? Da gibts doch massig Filme, wo z.b. die US Armee als heroisch dargestellt wird. Nicht zu verwechseln mit Antikriegsfilmen/literatur.

Ich sehe jedenfalls keinen Grund die zu verbieten.


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27.11.2011 um 13:21
@GilbMLRS

Was scherrt mich was die Russen schrieben und schrieben; du ziehst hier deine Rote Lektüre heran um einen banalen Vergleich zu erzeugen, und fragst dann nach Unterschieden.

Nochmal, würde eine durch Pakistan finanziertes Blatt "Der Heilige Krieg" hier verkauft werden, wäre das Abendland bedroht!
Die Glorifizierung der Wehrmacht zeigt nur, welch niederes Niveau die deutsche Kultur in der Hinsicht hat, militärische Versager zu bejubeln, nunja.

Warum die Amerikaner das dürfen? The Winner takes it all!


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27.11.2011 um 13:33
Zumal das Bejubeln von Krieg einfach nur erbärmlich ist. Da kann sich der deutsche Michel den gleichen Schuh anziehen; wie der Rote Ivan und der Amerikaner.

Das Bejubeln bis zum Exzess ist einfach nur widerlich.


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27.11.2011 um 13:39
@Capspauldin

Sorry ich les grad nur Geschwurbel raus, wird in den Landserheften der Holocaust und der Nationalsozialismus hochgehalten und glorifiziert/gerechtfertigt?

Das will ich ja wissen...weil, wie du dich sicher erinnern kannst (weil ich ja dazuschrieb, dass sich der Leser an die entsprechende Zeile erinnern sollte, ich bin ein Fuchs) hab ich geschrieben, dass ich die Hefte nicht grundsätzlich verteidigen will sondern von dem, was ich BIS JETZT HIER drüber gelesen hab sie in die selbe Sparte einordne wie Kriegsliteratur anderer Staaten.

Ok, dass in Deutschland jeder, der sich für Militär interessiert, und sei er noch so links, ein Nazi is, das wissenwer ja, musst mich mit dem Brei erstmal nicht weiter belästigen.

Wäre vielleicht hilfreich für die Diskussion, wenn du mal Ausschnitte aus den Heftchen posten würdest, ich verlass mich ungern auf "das war aber so" Dritter, sondern möchte mir ein objektives Bild drüber bilden. Und bring nich wieder so einen aus dem Zusammenhang vergewaltigten Vergleich mit irgendwelchem Islamzeugs, das hat mit dem Thema WK2 nämlich gar nichts zu tun und eigentlich müsste ich schon bei von Lucks Buch das Abendland bedroht gesehen haben, als die Stelle kam, in der sie zu Gast bei den Wüstennomaden waren, die dort mit den Deutschen anbandelten. Hab ich aber dummerweise nicht. Was deine prophezantischen Kräfte als Mumpitz entlarvt.

So...und nun bitte Textausschnitte. Weil hier gehts ja nicht um meine Meinung zu Heiligen Krieg Büchern, gelle?


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27.11.2011 um 13:40
Ich hatte in persönlichen Gesprächen den Eindruck als würden die Leute die im Krieg waren, die letzten sein die ihn danach bejubeln.

Und von Helden konnte auch keine Rede sein. Wäre es in Russland nicht so kalt gewesen, wären sie in ihrem Angstchweiß ertrunken.


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27.11.2011 um 13:50
@GilbMLRS
GilbMLRS schrieb:Ok, dass in Deutschland jeder, der sich für Militär interessiert, und sei er noch so links, ein Nazi is, das wissenwer ja, musst mich mit dem Brei erstmal nicht weiter belästigen.
Äpfelchen, von einem Nationalsozialisten hab ich nie gesprochen, eher von einem debilen moralischen Krüppel der den Tod und Krieg als letztes Mittel sieht, seine Anwesenheit hier zu rechtfertigen.

Den Krieg zu verklären, mit allen Mittel ist mehr als arm.


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27.11.2011 um 13:56
@Capspauldin

So da hammers doch....diese Lektüre nimmt sich also nichts gegenüber den Werken anderer. Auch nichts gegenüber den Leuten, die zu Pearl Harbor rumknutschen, gelle? Scheiße, dass das Thema Krieg in der Unterhaltungsindustrie doch nen bisschen etabliert ist. Was beschwerste dich also? In den Landserheftchen wird der Krieg selbstzwecktechnisch idealisiert und in Hollywood wird er für irgendwelche Liebesschnulzen instrumentalisiert (haben sich doch die Turteltauben bei der Musterung kennengelernt), Landser nimmt hier also keine Sonderrolle ein. Lediglich eins unter vielen kriegsverherrlichenden Werken. Wird halt kein roter Stern bejubelt, auch kein weißer Stern sondern das Balkenkreuz. Damit hat sich das dann auch schon.


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27.11.2011 um 14:13
Ich lese ganz gerne solche Sachen über`n WKII, obwohl ich mir jetzt keine Landserhefte kaufe.
Vielleicht sollte man die Intention der Leute kennen, die sich für sowas interessieren.
Glaube die wenigsten machen das, weil sie den Krieg verherrlichen oder den 2. WK als was schönes sehen.
Wenn ich mir das TV Programm so ansehe, kommen nur wirklich wenige amerikanische Filme, wo es nicht um Mord geht. Verherrlicht deshalb jeder der sich das anguckt die Mordlust?


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27.11.2011 um 14:18
@martialis

Nein, zivile Mordlust, Leichengaffen, Splatterwichsen sind natürlich was gaaaaaaaanz anderes. Solang kein Panzer im Film vorkommt, kannste die Leute ala Saw verstümmeln wie du willst, da ist das geil. Fährt aber ein Panzer durchs Bild, ist das ganz ganz pöse pöse pöse Gewaltverherrlichung und abgrundtief unterirdisch, moralisch verwerflich und so.


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27.11.2011 um 16:54
@Dr.Plöke
Wenn das so in Wiki steht, steht dort zu diesem Thems Müll, was aber nicht unbedingt die Ausnahme in Wiki ist.
Ich habe als Jugendlicher Hunderte von den Heften gelesen (wahrscheinlich Tausende)
Man bekam die immer von älteren Nachbarn geschenkt.
Die grundsätzliche Weltanschauung entsprach dem, was in der BRD und auch der Bundeswehr üblich war, wenn auch nicht unbedingt dem, wie ich heute darüber denke.
Der „Feind“ wurde im allgemeinen auch als ehrenvoller Kämpfer oder armes Schwein dargestellt, wie die eigenen Soldaten.
Hefte mit Handlung im pazifischen Raum wurden aus amerikanischer Sicht erzählt.

Menschen, die jünger sind mag das seltsam erscheinen, ebenso Menschen mit DDR Hintergrund.
Aber das war die BRD der 60er und 70er Jahre.
Unser Lehrer erzählte uns in der Schule auch immer, wie der mit seinem Stuka Russen gebombt hat, die älteren Vereinskameraden erzählten immer wieder, wie nahe man „urrä“ schreiende Russen herankommen lassen musste, um die hohe Kadenz des MG 42 voll zur Wirkung kommen zu lassen. Und bei jeder Erzählung waren es mehr Russen.

Grundsätzlich gab es mehrere Arten von Hefen.
1) Die meisten waren in reiner Romanform geschrieben. Die Handlung wurde in irgendwelche Kontexte des 2. Weltkrieges verlegt. Diese Hefte entsprachen im Prinzip Western- , Horror oder SF-Romanheften.
2) Außerdem gab es Schilderungen von technischen Entwicklungen, Raketen, Propeller-, Düsenflugzeugen oder Panzern.
3) Chroniken von Schlachten oder ganzen Feldzügen.

Auch 2 und 3 enthielten oft romanhafte Teile zur "Auflockerung".

4) Lebensläufe bestimmter Helden gern Ritterkreuzträger.

Die letzte Kategorie war politisch die bedenklichste.


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27.11.2011 um 17:02
Muss zuerst noch "Scheiss Krampf" zuende lesen.


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Bernard
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27.11.2011 um 17:04
@Chefdecuisine
Von wegen! "Erfunden" hat die Comic-Figur nämlich ein Belgier:

"Wastl (im Original: Jerom) ist eine Comicfigur des belgischen Zeichners Willy Vandersteen (1913–1990). Der Name ist eine bayrisch-österreichische Abwandlung von Sebastian."

Quelle: Wikipedia: Wastl_(Comic)

@Paka
Meinte jetzt nicht die Soldaten-Erlebnis-Literatur sondern "Wastl-Hefte"... ;)
Die sind wohl schon erheblich seltener zu bekommen.


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