mitH2CO3 schrieb:Allerdings könnte dadurch -mit etwas good will- bestimmt eine gewisse Empathie mit denjenigen entwickelt werden, die auch keine Belege für ihre höchstpersönlichen Wahrnehmungen, Erfahrungen und den daraus resultierenden subjektiven Schlussfolgerungen beibringen können. Hoffe ich zumindest.
Das ist dann der erwähnte Unterschied, ob sich jemand dafür interessiert, das Thema aufgeschlossen und konstruktiv zu diskutieren, oder einfach nur den einfachsten Weg der Destruktivität sucht. Aber das, was du da sehr stark als Subjektivität framest, ist nur eine Variante von mehreren. Ich habe dazu an anderer Stelle was gesagt, muss ich ja nicht jeden Tag wiederholen.
Nur als Beispiel mal schnell: Epidemologie ist ein Statistik-Mischpult. Was da raus kommt, ist aber keine Evidenz, keine Kausalität (stattdessen ein mehr oder weniger willkürlicher Mix an Korrelationen) und erlaubt niemals Risiko-Claims. Man muss sich dann auch noch mit Statistik auskennen, um die Knackstellen zu identifizieren. Bspw. Absolutes vs. relatives Risiko, Statistical Power, statstische Signifikanz, p-Wert, p-Hacking und so weiter und so fort.
Allein schon das Paket in diesem letzten Absatz setzt schon so viele Vorkenntisse voraus, dass man jedem, der nicht damit vertraut ist, überhaupt nicht vermitteln kann, warum der Artikel im aktuellen "Hausfrau Aktuell" kein valides Bild zum Stand der so genannten Ernährungswissenschaft abbildet. Nicht mal die Autorin Lara wusste etwas davon, als sie so fleißig die Pressemitteilung von Harvard abtippte. Auch auf Seiten der experimentellen Wissenschaft, die im Gegensatz zur Epidemologie echte Daten generieren kann und zu neuen Erkenntnissen führen kann, gibt es zahlreiche kritische Studien-Kriterien. Wenn dann User A den ersten Google-Treffer, die Studie X, auf den Tisch knallt ... so what? Für was ist das dann ein Beleg oder Beweis? User B kann ihm nicht mal begreiflich machen, warum das nicht valide ist. Dazu kommt im Forum Asymmetrie auf vielen Ebenen und ein Format, bei dem längst alles verschüttet und zerfleddert ist von den Beiträgen, die dann von verschiedenen Usern dazu kommen, sodass überhaupt kein sinnvoller Diskussionsfaden möglich ist. Vielleicht wurde der eine User, während er noch umfassend sich die Mühe macht, seine Belege zusammenzustellen, schon gesperrt.
Dies nur als Ausschnitt der gesamten Problematik. Man kann dann resignieren und sagen: Okay, das geht halt hier im Forum nicht. In der Konsequenz kann man über viele wichtige Themen nicht sprechen. Oder man versucht es, so gut es geht, und handelt sich jede Menge Ärger ein und riskiert sein Nervenkostüm
:shrug: Ich bin mir nicht sicher, ob alle diesen Problemkomplex wirklich klar vor Augen haben.