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Zwergplanet Ceres

211 Beiträge, Schlüsselwörter: Ceres

Zwergplanet Ceres

08.03.2020 um 01:40
@perttivalkonen
Ich sehe in den besagten Strukturen eher Gräben statt Erhebungen. Wenn man die Aufnahme von 3/2016 anschaut, meine ich auch zu erkennen, dass der Helligkeitsverlauf bei offensichtlichen Erhebungen umgekehrt verläuft:

01512-ceres-viereck

Aber das ist für die Frage auch nicht so wichtig. Zweifellos verleihen diese annähernd parallelen Formationen dem "mysteriösen" Quadrat die Form, ja erwecken überhaupt erst den (wohl falschen) Eindruck, dass da überhaupt so was wie eine eigenständige Struktur vorhanden ist.


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Zwergplanet Ceres

08.03.2020 um 02:18
Menedemos schrieb:Ich sehe in den besagten Strukturen eher Gräben statt Erhebungen.
Dann so rum. In der Tat scheint auf dem Bild, aus dem der Ausschnitt ist, an anderen Stellen der Schatten von Erhebungen nach oben zu fallen statt nach unten. Dann also Gräben.

Aber wie Du ja ebenso schreibst: gehuppt wie gesprungen, sorum oder sorum, die Landschaftsformen bestimmen (zusammen mit dem hellen Material) jene "Form", die dann auch nur arg ungefähr (und z.T. erst mit gedanklicher Ergänzung) rechteckig wirkt.


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Zwergplanet Ceres

08.03.2020 um 15:12
Nachdem das mit dem "Quadrat" halbwegs geklärt zu sein scheint, mal was anderes:

Zitat aus Wikipedia: (1)_Ceres:
Man geht davon aus, dass es sich um einen differenzierten Zwergplaneten mit einem Gesteinskern sowie einem Mantel und einer Kruste aus leichteren Mineralien und Wassereis handelt. [...] Die äußeren zehn Kilometer schmolzen allerdings nicht auf, sondern bildeten eine feste Kruste aus Eis, während sich schweres Material (Silikate, Metalle) im Kern sammelte. Insgesamt dürfte Ceres zu 17 bis 27 Gewichtsprozent aus Wasser bestehen.
PIA22660 hires


Ich bin mal so laienhaft dreist, diese Sichtweise hier anzuzweifeln. Also dass die äußere Schicht niemals aufgeschmolzen ist.

Den Gedankengang kann ich zwar schon nachvollziehen: Weil Ceres kugelrund ist, muss sie (zumindest teilweise) mal aufgeschmolzen sein, sondern wäre sie nur ein unförmiger Brocken. Eine Aufschmelzung bringt aber immer auch eine Differenzierung des Materials mit sich, schwerere Bestandteile sinken Richtung Kern, leichtere, in Ceres' Fall Wasser, setzt sich oben ab. Das Dilemma besteht darin, dass die oberste Schicht keineswegs nur aus Wasser besteht, dazu ist sie viel zu dunkel. Daher eben die Mutmaßung, das die oberste Schicht von der Aufschmelzung immer verschont geblieben ist und gewissermaßen den ursprünglichen, undifferenzierten Zustand bewahrt hat.

Aber meine Einwände gegen diese Sichtweise:

1. Warum sollte Ceres nicht ganz aufgeschmolzen sein, während deutlich kleinere Objekte wie viele Eismonde der äußeren Planeten mit sicherlich weniger radioaktivem Material und bei noch niedrigeren "Außentemperaturen" bis zur Kruste ausdifferenziert sind und dementsprechend eine blütenweiße Eisoberfläche zeigen?

2. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese äußere, abgeblich undifferenzierte Kruste nicht irgendwann eingebrochen und in den darunter befindlichen Ozean eingesunken wäre. Sie sollte ja deutlich schwerer als das Wasser darunter sein. Zumindest an einigen Stellen sollte sie eingebrochen und abgesunken sein, z.B. dort, wo größere Meteoriten eingeschlagen sind.

3. Die makellose runden Form scheint mir auch nicht zu dieser Sichtweise zu passen. Wenn die Kruste nie aufgeschmolzen wäre, müsste sie teilweise ihre unregelmäßige Form bewahrt haben. Zwar kann sich auch eine feste Oberfläche den Gegebenheiten in der Tiefe durch Verformung halbwegs anpassen, aber mächtige Faltengebirge sollten dann als Relikte dieser Vorgänge zurückgeblieben sein. Dergleichen sehe ich auf Ceres aber nicht. Außerdem müssten sich auch irgendwo Spalten gebildet haben, die große Bereiche mit aufsteigendem, rein weißen Wassereis geflutet hätten. Auch davon keine Spur.

4. Der bis heute noch bestehende Kryovulkanismus deutet ebenfalls auf eine verhältnismäßig dünne Kruste hin.

Meine Gegenhypothese also: Ceres wurde komplett aufgeschmolzen und vollständig differenziert. Von der ursprünglichen weißen Eiskruste ist aber nichts mehr sichtbar, weil sie durch spätere Einschläge von dunklem Material völlig überlagert wurde.


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Zwergplanet Ceres

08.03.2020 um 16:33
Menedemos schrieb:Das Dilemma besteht darin, dass die oberste Schicht keineswegs nur aus Wasser besteht, dazu ist sie viel zu dunkel. Daher eben die Mutmaßung, das die oberste Schicht von der Aufschmelzung immer verschont geblieben ist und gewissermaßen den ursprünglichen, undifferenzierten Zustand bewahrt hat.
Eine ursprüngliche, leidlich undifferenzierte Zusammensetzung der Materie (oberhalb von H und He) des Sonnensystems findet sich am ehesten in Chondriten. Sie bestehen vor allem aus Silizium in Form von Verbindungen, zu einem erheblichen Teil aber auch Metallen, vornehmlich Eisen. Auch der Anteil der weiteren Elemente ähnelt stark der Materieverteilung in der Photosphäre der Sonne.

Die stark H2O-haltige Außenschicht von Ceres entspricht definitiv nicht dem ursprünglichen, undifferenzierten Zustand der Wolke, aus der unserer Sonnensystem entstand.

Es gibt durchaus unterschiedlich zusammengesetzte Chondriten. Dies hängt mit der Materieverteilung in der verbliebenen Materiewolke nach Initialzündung der Sonne zusammen. So gibt es z.B. die "Schneelinie". In gasförmigem Zustand kann H2O nicht miteinander oder mit anderen Stoffen verklumpen, um kleinere oder größere Körper (Staub, Meteoriten, Planetesimale...) zu bilden. Eis kann sich erst ab einer gewissen Entfernung zur Sonne bilden und dauerhaft halten, und zwar etwa am Ende des Asteroidengürtels in Richung Jupiter. Deswegen gibt es erst dort nennenswerte H2O-Anteile in den dortigen Gasriesen, in den Eismonden, in den Kometen. Aber auch Asteroiden können einen nicht unwesentlichen H2O-Anteil beherbergen. Diese müssen dann jenseits der Schneelinie entstanden sein.

Ceres jedenfalls liegt deutlich innerhalb der Schneelinie; daß dort so viel Wasser vorkommt, ist ungewöhnlich, nicht ursprünglich.

Denkbar ist, daß Ceres zu seinem H2O ebenso gekommen ist wie z.B. die Erde: durch spätere Impakte von Asteroiden etc.


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Zwergplanet Ceres

08.03.2020 um 23:22
@Menedemos


pia21436

Das ist der Saturnmond Pan, weisst Du aus welchem Material diese Pelmeni-Ähnliche Ausbuchtung besteht? Ist das Gestein oder etwa Eis? Oder Gestein mit einer Eisschicht darauf?


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Zwergplanet Ceres

09.03.2020 um 08:28
@perttivalkonen
Du meinst also, dass Ceres bereits differenziert war, bevor das Wasser dazukam? Eine sehr interessante Möglichkeit, an die ich bisher noch gar nicht gedacht habe.

Vielleicht war es so, aber das dürfte gegenwärtig leider kaum beweisbar sein, solange noch nicht einmal abschließend geklärt ist, woher das irdische Wasser kam.
Gleich vier Möglichkeiten sind für Ceres m.E. denkbar:

1. Es ist so, wie du sagst.
2. Ceres stieß bereits während der Akkretionsphase mit wasserreichen Objekten zusammen, die von außerhalb der Schneelinie kamen.
3. Eine Mischung aus (1) und (2).
4. Ceres hat seine Position geändert und lag ursprünglich jenseits der Schneelinie.

Für Interessierte:

Wikipedia: Eislinie

Wikipedia: Herkunft des irdischen Wassers



@Frostrubin
Frostrubin schrieb:weisst Du aus welchem Material diese Pelmeni-Ähnliche Ausbuchtung besteht?
Soweit ich weiß, sammelt Pan Material aus Saturns Ringen, dann sollte es auch aus demselben Material bestehen wie diese. Und die bestehen hauptsächlich aus Wassereis, oder täusche ich mich da?


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Zwergplanet Ceres

09.03.2020 um 23:46
@Menedemos

Nein, eigentlich nicht. Die Saturnringe bestehen aus Milliarden von Felsbrocken, Mini-Monden und Eis.
Ich habe herausgefunden, dass Pan ein "Schäfermond" ist. Solche Monde halten die Partikel bzw. Ringe eines Ringsystems mit deutlichen Lücken auseinander und sammeln auch Partikel auf.
Ich vermute, dass Pan und seine Ausbuchtung gleichzeitig entstanden sind. Man kann auch kleine
Krater von Einschlägen erkennen.

220px-Pan-NASA-cassini


IMG 20200309 230635


230px-PIA07712 - F ring animation


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Zwergplanet Ceres

11.03.2020 um 00:20
Frostrubin schrieb:Ich vermute, dass Pan und seine Ausbuchtung gleichzeitig entstanden sind.
Aus welchem Grund vermutest du das?

Da die Ringe noch existieren, gehe ich eher davon aus, dass Pan nach wie vor Material von ihnen einsammelt. Es ist im Übrigen unklar, ob Saturn von Anfang an Ringe hatte. Ringe scheinen eine etwas kurzlebige Angelegenheit zu sein. Mal gibt es welche, mal nicht.


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Zwergplanet Ceres

11.03.2020 um 01:23
In diesem welt.de-Artikel von 2018 wird von einer Studie von schweizer Wissenschaftler berichtet, die mit Computersimulationen vergleichbare Mondformen erzielen konnten, und zwar durch eine bis wenige Kollisionen vergleichbar großer Monde. Bei Kollisionen auf selber Ebene entstehen Pelmeni-Monde (dort Ravioli-Monde genannt) wie Pan und Atlas, bei zur Ebene schräger Kollision entsteht ne Spätzle-Form wie bei Prometheus.

Das wäre also ne Formgebung ohne sekundäres Anwachsen.


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Zwergplanet Ceres

11.03.2020 um 06:00
@Menedemos

Wegen den Einschlagskratern, die müssen schon sehr alt sein. Wenn Pan immer noch Material einsammelt, könnte man sie nicht mehr sehen, da sie mit der Zeit aufgefüllt würden.


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Zwergplanet Ceres

11.03.2020 um 06:28
@Menedemos

Die Ringe vom Saturn sind schon 100'100'000 Jahre alt. Die Kommen und Gehen nicht einfach so. Zur Entstehung des Ringsystems gibt es mehrere Theorien.


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