Ich gehe davon aus, dass der Bericht in den Kieler Nachrichten nicht gefälscht wurde.
„Die neuen Funde bestätigen unser Verdriftungsmodell perfekt“, sagt Prof. Arne Biastoch. „Die Fundorte liegen quasi auf dem weiteren Weg.“
„Nachdem wir mit unserer Theorie an die Öffentlichkeit gegangen sind, meldeten sich britische Wissenschaftler bei uns, die ähnliche Untersuchungen gemacht haben“, erzählt Prof. Biastoch. Die Briten hatten sich aber auf den Welleneffekt fokussiert. Diese Daten flossen nun in die Kieler Strömungsanalyse mit ein. Mit zwei weiteren europäischen Forschungsinstituten wurde ebenfalls eng zusammengearbeitet. Dank der neuen Ergebnisse kann der mögliche Absturzort nun noch besser eingekreist werden. „Aber noch immer ist das mögliche Suchgebiet riesengroß“, so die Wissenschaftler. „Vor vier Wochen haben wir unseren gemeinsamen Bericht nach Australien geschickt und auch schon erste Nachfragen erhalten“, so Biastoch. „Nun sind wir gespannt, wie abschließend auf den Bericht reagiert wird. Aber durch die neuen Teilefunde sind die Australier zurzeit ziemlich stark beansprucht.“
Und auch CSIRO hat sich mittlerweile zu dem ersten weiteren Fund (NO STEP) geäußert. CSIRO steht durchaus in der Kritik, dem ATSB nicht wiedersprechen zu wollen. Denn es hängt an der Suche viel Geld, das vor allem vom australischen Steuerzahler aufgebracht wird. Vor diesem Hintergrund äußerst sich CSIRO durchaus kritisch:
The tracks of Global Drifter Program drifters arriving in the Mozambique Channel (during 1985-2015) were overwhelmingly from the east, as shown at right. Two were close to the ATSB search area 700d prior to being in the Mozambique Channel, suggesting that the 'no step' item could very well have followed a similar path. But other drifters arrived near Mozambique from very different points along the 7th arc, showing that those, too, could also be regarded as possible origins of the item.
As with the flaperon, therefore, we conclude that while the location of this finding does not cast doubt on the ATSB's choice of search area (based on the Inmarsat handshakes), it can not provide particularly strong support for it either, because the trajectories of drifting items are so chaotic.
Dazu diese Grafik, die das NO STEP Teil einbezieht:

http://www.marine.csiro.au/~griffin/MH370/ (28.2.2016)
Man sieht, dass die Wahrscheinlichkeit klar auf dem Norden liegt.
Warum gibt es immer noch keine Aussage zumindest zu dem Flap Track Fairing, das mittlerweile mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit als MH370 Teil identifiziert wurde?
Das Teil wurde ebenfalls in Mozambik gefunden, jedoch nachweislich bereits viel früher. Da nun die Driftbewegungen kreisförmig erfolgen, wird dadurch trivialerweise noch unwahrscheinlicher, dass es von soweit südlich stammen kann.
Mit "soweit südlich" meine ich das derzeitige Suchgebiet, also ohne einen anschließenden Gleitflug. Mir ist keine Drifstudie bekannt, die diese Möglichkeit (südliches Suchgebiet plus Gleitflug) überhaupt wenigstens als theoretisch gegebene Möglichkeit (wie unwahrscheinlich auch immer) bislang in Erwägung zieht.
Es erübrigt sich zu sagen, dass die weiteren Teile, also v.a. das in Südafrika (das eine noch größere Strecke zurückgelegt haben muss), schon gar nicht mit einem Absturzort im gegenwärtigen Suchgebiet (oder gar noch weiter südlich davon) zumindest theoretisch in Einklang zu bringen ist.
Das heißt nicht, dass man den Absturzort damit bestimmen kann, lediglich, dass man bestimmte Gebiete nach diesen Berechungen und nach menschlichem Ermessen ausschließen kann.