@DearMRNewman Willkommen zurück auch von mir (ebenfalls unter neuem, aber ähnlichen Usernamen).
Das Pilotensuizidszenario überzeugt mich natürlich weiterhin nicht, denn zwar hat die malaysische Regierung in den ersten Tagen, wie viele andere auch, ähnlich gedacht und Zaharie als den naheliegenden Schuldigen gesehen, war offenbar relativ kurz davor, dies auch der Öffentlichkeit mitzuteilen. Als es dann aber überhaupt keine Hinweise auf ein Motiv oder eine psychische Erkrankung gab, hat man das verständlicherweise gelassen. Und bei der Vorstellung der Safety Investigation (Stand jetzt der Abschlussbericht) hat der Leiter der Kommission gesagt, dass er einen Pilotensuizid durch Zaharie für unwarscheinlich hält. Hätte es da innerhalb des internationalen Untersuchungsteams andere Ansichten gegeben, wären die sicherlich an die Presse geleakt worden, wie in anderen Fällen in der Vergangenheit auch. Insbesondere die US-Amerikaner hätte sich eigentlich für einen Reputationsschutz von Boeing (ohnehin stark angeschlagen) stark machen müssen.
In den ein bis zwei Minuten nach dem letzten Funkspruch können zwar schlecht externe Entführer in das Cockpit eingedrugen sein, aber bei MAS war es offenbar gang und gäbe, dass Ungefugte im Cockpit mitflogen. Die Wende wurde manuell geflogen, jedoch würde ein Verkehrspilot in der Praxis die Wende nicht mit so einem steilen Winkel fliegen, sondern per Autopilot, oder zumindest so, dass den Passagieren nicht schlecht wird. Man kann also nur schlussfolgern, dass die Entführer Pilotenkenntnisse sowie Kenntnisse über eine Boeing 777 hatten.
Ohne einen Plan und eine Vorbereitung scheint das Unternehmen so nicht durchführbar. Gerade daher ist es seltsam, dass Zaharie bis zum letzten Funkspruch überhaupt keine Nervosität (auch durch Stimmanalyse) gezeigt hat. Das klingt nicht nach jemanden, der im Begriff ist, weit über 200 Menschen in den nächsten Minuten zu ermorden - bei ungewissem Ausgang.
Was die Simulatordaten angeht, so sind die ersten Speicherpunkt keine Auffälligkeit, da es die Hauptroute von Kuala Lumpur in den Nahen Osten oder nach Europa war. Bei den letzten beiden Datenpunkten im SIO ist nicht klar, ob sie zur selben Session gehören. Bei vielen tausenden Speicherpunkten sind diese keine statistische Auffälligkeit.
Dass es eine Verschwörung oder Mithilfe gab, ist gut möglich - aber gerade dann wäre das Pilotensuizidszenario mit Massenmord unplausibel, da dies niemand unterstützen würde.
Ich bin aber mittlerweie mehr deiner Meinung, was ein Ditching am Ende des Fluges angeht - dafür gibt es auch durchaus einige neuere Daten. Außerdem halte die Idee, dass Geopolitik bzw. eine Einflussnahme in die malaysische Regierung und den Regierungswechsel eine Rolle gespielt haben könnte, für möglich - zumal angesichts der weiteren beiden Verluste malaysischer Flugzeuge im gleichen Jahr.