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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

501 Beiträge, Schlüsselwörter: Bewusstsein, Physik, Logik, Quantenmechanik

Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

22.02.2014 um 21:18
@Dawnclaude
Dawnclaude schrieb:Gibt es dafür eigetnlich erklärungen, dass man so schnell die Erinnerungen an solche Träume verliert, obwohl man sie noch sekunden vorher erlebt hat?
Also, gefunden habe ich noch keine, ich erklär´s mir mit:

* entweder war ds schon das Ende des Traumes und ich merke es mir nicht, weil mir der Zusammenhang fehlt
* oder es hat mich emotional nicht gefesselt
* oder das Hirn war besonders schnell beim Wegräumen


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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

13.04.2014 um 01:36
So, ich Platz mal wieder rein. Werde ein paar Dinge zitieren die schon eine Weile her sind, weil sie noch um dem Zeitraum geschrieben wurden wo ich das letzte mal hier war.
Ich bin erstens mit der Abtrennung zwischen der Beobachtung von Prozessen und Prozessen überhaupt nicht einverstanden. Die Beobachtung von etwas ist an sich ein Prozess, da sie ein Vorgang ist bei dem Information übertragen und umgewandelt wird. Also ist auch die Beobachtung eines Prozesses ein Prozess.
...
@gerhard86
Habe mich wohl etwas schwammig ausgedrückt. Natürlich wäre die Beobachtung ein Prozess. Die Beobachtung des Prozesses ist ein Prozess.
Aber, wenn wir davon ausgehen, dass unser Universum aus purer Information entsteht (was ja eine ganz plausible Annahme ist), dann kann man zwischen 2 "Regelwerken" unterscheiden. Die Information bildet ein Regelwerk, unsere Naturgesetze. Aber offensichtlich besteht die Information auch in einem Regelwerk. Das was ich hier beschreibe ist ein Modell. Tatsächlich existieren keine 2 Ebenen (was jetzt nur eine Annahme ist), aber so ist es einfach verständlicher.
Also, nehmen wir die Ebene der Information und die Ebene die sich aus dieser Information bildet (unser Universum, unsere Naturgesetze etc.). Die Information, dass Atom A XY tut besteht auf der Ebene der Information. Das Atom selbst, auf der Ebene unseres Universums.
Wenn unser Gehirn denkt, wenn bestimmte chemische Prozesse zu verschiedene Reaktionen in unserem Gehirn führen, und wenn elektrische Impulse Körperregionen reizen, dann können wir all dies mit Physikalischen Gesetzen erklären, mit Gesetzen die in unserem Universum bestehen. Wenn wir aber zu Dingen kommen wie Farbe, Geruch insgesamt Gefühle, können wir zwar erklären wie diese Dinge hervorgeruft werden (eben durch bestimmte chemische Reaktionen etc), aber nicht wie und warum sie existieren. Rot, blau, süß, sauer, all diese Dinge lassen sich nicht mit Physikalischen Gesetzen erklären. Wir können nur erklären, was unser Gehirn wie interpretiert, aber nicht wie es diese Interpretation in etwas anderes "verwandelt".
Ich habe keine Ahnung was diese Ebene der Information ist (wie gesagt, Information ist nur ein Wort um es ansatzweise zu verständlichen), aber sie wäre eine Erklärung für das Universum welches in unserem Kopf existiert. Das Universum welches sich fundamental von dem physikalischen unterscheidet.
Es kommt natürlich darauf an wie Bewusstsein definiert ist aber ich bezweifle dass man das Verhalten eines Menschen realistisch kopieren kann ohne zumindest eine Immitation von Bewusstsein mit einzubauen.
@naas
Ich bezweifle, dass man eine Immitation von Bewusstsein überhaupt irgendwo einbauen kann. Das Bewusstsein ist ein Resultat des Gehirns. Baut man das Gehirn nach, hat man auch ein Bewusstsein. Nein anders:
Es gibt keine Immitation von Bewusstsein. Die Immitation ist ja keine Immitation, sie ist ein Bewusstsein. Die Frage ist, ob das Bewusstsein in Wechselwirkung mit unserem Gehirn besteht. Um es anders auszudrücken:
Wenn mein Bewusstsein nicht existieren würde, könnte ich dann über die Farbe rot diskutieren? Würde ich an die Farbe rot glauben, obwohl sie für mich keine Farbe ist, sondern nur Information meines Gehirns?
Wenn ja, warum sehe ich die Farbe rot überhaupt, wenn sie nicht von nöten ist? Ganz geschweige davon, dass die Farbe rot eigentlich überhaupt nicht existieren kann und ich sie eigentlich nicht sehen darf...

@fritzchen1
fritzchen1 schrieb am 20.02.2014:Ist ja schrecklich das manche Leute Begriffe wie Realität und Wirklichkeit gleubedeutent benutzen. Wo doch jeder weis das die Realität nur eine Illusion ist und die Wirklichkeit durch die Physik beschrieben wird.:)
not-sure-if-trolling-or-just-stupid


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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

13.04.2014 um 10:41
therichter schrieb:Ich bezweifle, dass man eine Immitation von Bewusstsein überhaupt irgendwo einbauen kann. Das Bewusstsein ist ein Resultat des Gehirns. Baut man das Gehirn nach, hat man auch ein Bewusstsein. Nein anders:
Es gibt keine Immitation von Bewusstsein. Die Immitation ist ja keine Immitation, sie ist ein Bewusstsein. Die Frage ist, ob das Bewusstsein in Wechselwirkung mit unserem Gehirn besteht. Um es anders auszudrücken:
Wenn mein Bewusstsein nicht existieren würde, könnte ich dann über die Farbe rot diskutieren? Würde ich an die Farbe rot glauben, obwohl sie für mich keine Farbe ist, sondern nur Information meines Gehirns?
Wenn ja, warum sehe ich die Farbe rot überhaupt, wenn sie nicht von nöten ist? Ganz geschweige davon, dass die Farbe rot eigentlich überhaupt nicht existieren kann und ich sie eigentlich nicht sehen darf...
Eine Immitation ist doch per Definition nicht das gleiche wie das was immitiert wird.. Es ist etwas ähnliches, etwas was das zumindest oberflächlich betrachtet verwechselt werden kann.

Was genau ist denn ein Bewusstsein für dich? Warum sollte es nicht möglich sein über die Farbe rot zu diskutieren ohne Bewusstsein? Warum kann sie nicht existieren ohne Bewusstsein?


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13.04.2014 um 13:51
Die physikalische Farbe, die durch die Wellenlänge definiert wird, existiert auch ohne Bewusstsein. Die Deutung dieser Farbe im Gehirn jedoch bedarf natürlich eines Gehirns. Dieses verpackt bestimmte Wahrnehmungsmuster von Hauptsinnesorganen in Begriffe wie Rot, Grün, Blau, Gelb, Rosa usw. Diese Begriffe sind jedoch vermutlich nach nicht mal von Existenz von Lichtwellenlängen abhängig, worauf die Existenz von Synästhetikern zumindest hinweist. Es ist möglich, das zum Beispiel Fledermäuse den Begriff Rot auf raue Oberflächen beziehen (bei ihrer Ultraschallabtastung von Oberflächen)

@naas
Diesen Sinnesbegriff meinte therichter wahrscheinlich. Was ich aber auch nicht verstehe, ist, warum Farben seiner Meinung nach nicht existieren sollen.

@therichter
therichter schrieb:Rot, blau, süß, sauer, all diese Dinge lassen sich nicht mit Physikalischen Gesetzen erklären.
Du meinst deine subjektiven Sinnesbegriffe?

Auch in der Wissenschaft gibt es „Schichten“. Zuerst Elementarphysik, dann Chemie, dann meinetwegen Biologie usw. Verschiedene Naturwissenschaften bauen aufeinander auf, um die Welt erklären zu können.

Zur Ebene des Bewusstseins;
· Alles, was physikalisch im Gehirn passiert, lässt sich durch Gesetze der Physik prinzipiell erklären. Anders formuliert verletzt das Gehirn zumindest keine Gesetze dieser Naturwissenschaft.
· Das, was das Gehirn tut, ist logisch erklärbar und evolutionär gut einordbar. Es verarbeitet Informationen und benutzt ein Neuralnetz, um dazuzulernen. Ein selektiver Vorteil bei Arten, die in ihrer natürlichen Umgebung auf eine Informationsverarbeitung angewiesen sind. Selbst die Sinnebesgriffe, auf die die Qualia Bezug nimmt, sind als Modell eines modular aufgebauten und flexiblen Gehirns, das nicht von ganz speziellen Sinnesorganen abhängig ist, soweit logisch.

Dein Problem liegt darin, dieses Hirnmodell auf deine subjektive Erfahrung zu beziehen. Das Wesen deines Sinneseindrucks kann doch unmöglich nur in dieser naturwissenschaftlichen Deutung bestehen. Und ich muss sagen, dass ich dasselbe Problem habe.

Und es erschüttert mich ein wenig, dass sich die Frage nach dem Wesen des Bewusstseins nur innerhalb desselben stellt; das impliziert mir, dass es sich bei der ganzen Frage nur um einen Nebeneffekt desselben handelt.

Ich habe nicht das Gefühl, uneingeschränkt gut formuliert zu haben, was ich eigentlich sagen wollte ;)


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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

13.04.2014 um 20:37
@Lingu
Lingu schrieb:Es ist möglich, das zum Beispiel Fledermäuse den Begriff Rot auf raue Oberflächen beziehen (bei ihrer Ultraschallabtastung von Oberflächen)
Wenn es um das indivuduelle Erleben der Farbe rot geht würde ich eher in die entgegengesetze Richtung gehen, nämlich dass jeder den Begriff "Rot" auf eine leicht verschiedene Art und Weise wahrnimmt. Jeder hat andere Erlebnisse und Erfahrungen die in seinem Gehirn mit diesem Sinneseindruck verknüpft sind. Und Fledermäuse erleben deshalb erst recht die Rauheit einer Oberfläche anders als wir die Farbe rot.
Wahrscheinlich willst du darauf hinaus, dass das Funktionsprinzip vom abstrakten Umgang mit einer Sinneswahrnehmung hinter beidem ähnlich sein kann. Dem würde ich zustimmen.
therichter schrieb:Rot, blau, süß, sauer, all diese Dinge lassen sich nicht mit Physikalischen Gesetzen erklären.
Dass ausgerechnet unser Bewusstsein so ziemlich als einziges im Universum nicht auf Naturgesetzen beruhen soll klingt doch ziemlich weit her geholt.
Wesentlich wahrscheinlicher ist wohl dass dieser Eindruck ein Trick des Gehirns ist, um einen davon abzuhalten das Vertrauen ins Bewusstsein zu verlieren. Wir würden sonst Gefahr laufen den Alltag nicht mehr bewältigen zu können.

Etwas das nicht auf Naturgesetzen beruht muss doch zwangsläufig völlig willkürlich sein oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Und sogar die völlige Willkürlichkeit ist logischen Regeln unterworfen.


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oneisenough
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13.04.2014 um 22:12
@Lingu
Lingu schrieb:Die physikalische Farbe, die durch die Wellenlänge definiert wird, existiert auch ohne Bewusstsein.
Ohne Bewusstsein bedeutet nicht ”Nur ich ohne Bewusstsein“. Es bedeutet: ÜBERHAUPT KEIN Bewusstsein. Das ist die Bedingung in deiner Aussage.

Wenn du nun eine solche Bedingung formulierst, dann darfst du sie nicht schon im Nebensatz wieder vergessen, und eine Aussage machen, die irgendetwas betrifft, wo du doch kein Bewusstsein vorausgesetzt hast, mit dem man irgendeine Aussage machen könnte. Das ist ähnlich falsch, als würdest du in einem Satz die Bedingung aufstellen ”Es gibt keine Formel-1-Autos“ und dann plötzlich behaupten, es gäbe dennoch einen Weltmeister. So funktioniert Logik nicht.

Die Bedingung ”ohne Bewusstsein“, formuliert als überall geltend, gibt überhaupt keine weitere Aussage her.

Was du über das Gehirn schreibst, ist ebenfalls nicht korrekt.

Im Gehirn kommt keine einzige deiner genannten Wellenlängen an. Was tatsächlich passiert ist: Was du Wellenlänge nennst, trifft auf die Netzhaut jedes Auges und erzeugt ein 2-dimensionales Reizmuster, das auch noch auf dem Kopf steht. Die Sehzellen wandeln diese Reize nun in ganz bestimmte elektrische Impulse um (dadurch geht das, was eben noch die Wellenlänge darstellte, verloren) und sendet diese neu erschaffenen Impulse ins Sehzentrum des Gehirns. Elektrische Impulse haben weder eine Farbe, einen Geruch, eine Uhrzeit, eine Helligkeit, ein Aussehen oder ein sonstiges Design. Es sind elektrische Impulse und sonst nichts.

Das Gehirn hat keine Ahnung, was diese Impulse bedeuten, sondern es tut lediglich das, wozu es da ist, nämlich die Impulse ins Sehzentrum zu transportieren. Und da werden sie nicht plötzlich zu einem Kühlschrank, zur Farbe rot oder zu einem Sonnenuntergang. Stattdessen bist du derjenige, der mit Hilfe dieser Impulse in einem abgrundtief dunklen Sehzentrum das erzeugst, was du für Licht hälst, für einen Sonnenuntergang oder lediglich für die Farbe rot. Der einzige ”Ort“, an dem es jemals etwas für dich geben wird, ist das Sehzentrum des Gehirns. Das ist eine weltweit wissenschaftlich übereinstimmend festgestellte Tatsache.

Das Gehirn speichert auch nichts, wie fälschlicherweise immer noch angenommen wird. Eine Speicherung der Farbe ”rot“ beispielsweise würde die ständige Aufrechterhaltung von bestimmten ”feuernden Neuronen“ bedürfen, denn man will sich ja an ”rot“ wieder erinnern können. Doch eine dementsprechende Aufrechterhaltung von bestimmten feuernden Neuronen wurde noch niemals nachgewiesen. Das ist auch überhaupt nicht nötig, wenn man sich das Folgende vergegenwärtigt:

Wenn ich in diesem Moment etwas Rotes sehe, dann ist der Körper und das Gehirn, mit dem ich auch gestern ”rot“ gesehen habe, heute überhaupt nicht mehr vorhanden. Es haben inzwischen millionenfache sub-atomare und selbst zig-fache molekulare Veränderungen stattgefunden. Im Klartext: Die Hardware gibt’s gar nicht mehr, die eine angenommene Speicherung erzeugt hat.

Wir alle wissen, dass Kompatibilität von gespeicherten Daten eine Frage der Hardware ist, und nicht der Software. Es gibt in diesem Fall aber keine Software, die etwas Gespeichertes an eine neue Hardware übertragen und damit die Kompatibilität gewährleisten könnte.


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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

13.04.2014 um 22:54
@naas
naas schrieb:Jeder hat andere Erlebnisse und Erfahrungen die in seinem Gehirn mit diesem Sinneseindruck verknüpft sind.
Ja schon, das meinte ich aber nicht. Ich glaube, dass das, was wir als Farbwahrnehmung kennen, ein uraltes Konzept ist, dass sich bei vielen Tieren wiederfindet, auch solchen ohne Augen. Kann aber auch genauso gut falsch sein.


@oneisenough
Vorab: Ich weiß nicht genau, wie du meinen Post verstanden hast, aber ich glaub, dass es nicht das war, das ich meinte.
Die physikalische Farbe, die durch die Wellenlänge definiert wird, existiert auch ohne Bewusstsein.
Ohne Bewusstsein bedeutet nicht ”Nur ich ohne Bewusstsein“. Es bedeutet: ÜBERHAUPT KEIN Bewusstsein. Das ist die Bedingung in deiner Aussage.
Und genau das meinte ich, auch wenn es nicht direkt eine Bedingung war: Das physikalische Phänomen, das der Farbe zugrunde liegt, existiert auch ohne dass es jemand beschreibt oder empfindet.
Auch wenn ansonsten niemand von Wellenlängen wüsste, sind sie nicht von der Existenz eines Bewusstseins abhängig. So gesehen hab ich eben keine Bedingung aufgestellt, sondern eine infrage gestellt. @therichter hatte sowas erwähnt…
therichter schrieb:Wenn ja, warum sehe ich die Farbe rot überhaupt, wenn sie nicht von nöten ist? Ganz geschweige davon, dass die Farbe rot eigentlich überhaupt nicht existieren kann und ich sie eigentlich nicht sehen darf...
„Die physikalische Farbe ist nur von ihrer Wellenlänge abhängig.“ Ich wollte sie der subjektiven Farbe gegenüberstellen, die das Gehirn als Reaktion auf bestimmte grundlegende Wahrnehmungsmuster (zB Farben) generiert.
oneisenough schrieb:Wenn du nun eine solche Bedingung formulierst, dann darfst du sie nicht schon im Nebensatz wieder vergessen, und eine Aussage machen, die irgendetwas betrifft, wo du doch kein Bewusstsein vorausgesetzt hast, mit dem man irgendeine Aussage machen könnte.
Das hab ich jetzt wiederum nicht verstanden. Hä? ;)
oneisenough schrieb:Im Gehirn kommt keine einzige deiner genannten Wellenlängen an.
Hab nichts anderes behauptet. Genau, was im Gehirn ankommt, sind Signale der Sinnesorgane.
oneisenough schrieb:Elektrische Impulse haben weder eine Farbe, einen Geruch, eine Uhrzeit, eine Helligkeit, ein Aussehen oder ein sonstiges Design.
Aber gesehene Farben verursachen elektrische Impulse, wie Uhrzeiten auch.
oneisenough schrieb:Das Gehirn speichert auch nichts, wie fälschlicherweise immer noch angenommen wird.
oneisenough schrieb:Wenn ich in diesem Moment etwas Rotes sehe, dann ist der Körper und das Gehirn, mit dem ich auch gestern ”rot“ gesehen habe, heute überhaupt nicht mehr vorhanden. Es haben inzwischen millionenfache sub-atomare und selbst zig-fache molekulare Veränderungen stattgefunden. Im Klartext: Die Hardware gibt’s gar nicht mehr, die eine angenommene Speicherung erzeugt hat.
Du folgerst daraus, dass die Hardware nicht mehr dieselbe ist, dass das Gehirn keine Daten speichern kann?

Wie erklärst du dir dann einen RAID 1-Verband? Wenn man nach und nach defekte Teile austauscht, ist es nicht mehr die dieselbe Hardware. Die Daten sind hoffentlich trotzdem noch drauf. Dass ich mir Passwörter merken kann, spricht doch für sich: Mein Gedächtnis ist ein Datenspeicher (oder kann auch als ein sehr kleiner solcher benutzt werden). Funktioniert halt nur ein bisschen anders als die SSD von MediaMarkt ;)


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13.04.2014 um 22:59
naas schrieb:Wahrscheinlich willst du darauf hinaus, dass das Funktionsprinzip vom abstrakten Umgang mit einer Sinneswahrnehmung hinter beidem ähnlich sein kann. Dem würde ich zustimmen.
Jap ^^


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oneisenough
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13.04.2014 um 23:26
@Lingu
Wie erklärst du dir dann einen RAID 1-Verband?
Redundanz ist nur mehr Speicherung.

Die Speicherung beim PC entspricht dem, was wir aufrechterhaltende Magnetisierung nennen.

Die Speicherung beim Gehirn wird als ”feuernde Neuronen“ erklärt.

Die zeigen aber kein solches Verhalten der Aufrechterhaltung von irgendwas. Jene Neuronen, die damit beschäftigt sind, die Einnahme deines Mittagessens zu ”repräsentieren“ halten weder ihre Schwingungen, ihre Botenstoffe oder sonst etwas aufrecht.

Und trotzdem kannst du dich auch morgen noch an das leckere Steak oder den Salat von gestern erinnern. Obwohl die Neuronen und ihre Umgebung selbst eine millionenfache Veränderung auf sub-atomarer Ebene durchgemacht haben. Das heißt: Selbst die gibt es nicht mehr 1:1, doch genau das zeichnet ja eine Speicherung erst aus, das 1:1 Aufrechterhalten. Wenn gespeicherte Daten nicht mehr in 1:1 Form vorliegen, sind sie nicht mehr zu gebrauchen.
Lingu schrieb:Das physikalische Phänomen, das der Farbe zugrunde liegt, existiert auch ohne dass es jemand beschreibt oder empfindet.
Wenn niemand da ist, wer sollte dann etwas beschreiben können?


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13.04.2014 um 23:33
@oneisenough

Und was willst du jetzt damit sagen? Dass das Gehirn keine Informationen speichern kann?

Im übrigen sind die Informationen soweit ich weiß in form von Verbindungen von Nervenzellen abgelegt, und diese bedürfen keiner ständigen Befeuerung.


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13.04.2014 um 23:33
oneisenough schrieb:Redundanz ist nur mehr Speicherung.
Okay, stimmt, war ein Scheißbeispiel ;)
oneisenough schrieb:Speicherung beim Gehirn wird als ”feuernde Neuronen“ erklärt.
Nicht von mir.
Und trotzdem kannst du auch morgen noch an das leckere Steak oder den Salat von gestern erinnern.
Es muss also eine Information geben, die das Auswechseln der Hardware überlebt hat.
Obwohl die Neuronen selbst eine millionenfache Veränderung auf sub-atomaren Ebene durchhgemacht haben. Das heißt: Selbst die gibt es nicht mehr 1:1, doch genau das zeichnet ja eine Speicherung erst aus, das 1:1 Aufrechterhalten. Wenn gespeicherte Daten in veränderter Form vorliegen, sind sie nicht mehr zu gebrauchen.
Die Kerninformation, dass ich gestern zu mittag gegessen habe (und vielleicht sogar die, was ich gegessen habe), wurde aber nunmal nicht verändert, und sie ist sehr wohl zu gebrauchen. Ich habe sie wohl gespeichert.

Genau wie ich mir auch Passwörter merken kann. „1:1“
(sonst wären sie eben nicht zu gebrauchen, richtig)


Edit: Da hatte sich was ganz anderes reingemogelt, kommt davon, wenn man alles im selben Texteditor-Fenster bearbeitet ^^


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oneisenough
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13.04.2014 um 23:36
@naas
naas schrieb:Und was willst du jetzt damit sagen? Dass das Gehirn keine Informationen speichern kann?
Korrekt. Das Gehirn speichert keine Information, sondern hilft bei der Verarbeitung. Das ist unstrittig. Doch die Information befindet sich NICHT in den Nervenverbindungen, sondern es sind die für die Verarbeitung notwendigen Hilfskonstrukte.

Information ist etwas anderes als Materie/Nervenverbindungen.


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13.04.2014 um 23:38
@oneisenough
oneisenough schrieb:Doch die Information befindet sich NICHT in den Nervenverbindungen
Gespeichert wird sie aber trotzdem, egal, wo.

(Was die ständig feuernden Neuronen angeht: Das Gehirn ist kein Arbeitsspeicher, der sofort alles vergisst)


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13.04.2014 um 23:39
@oneisenough
oneisenough schrieb:Korrekt. Das Gehirn speichert keine Information, sondern hilft bei der Verarbeitung. Das ist unstrittig. Doch die Information befindet sich NICHT in den Nervenverbindungen, sondern es sind die für die Verarbeitung notwendigen Hilfskonstrukte.
Das ist unstrittig? Ich habe bisher nur vom Gegenteil gehört. Nämlich dass alles was wir uns merken können im Gehirn gespeichert ist (in welcher Form auch immer).

Wikipedia: Gedächtnis


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13.04.2014 um 23:42
@Lingu

Okay, wenn du es so haben willst :)

Nenne mir einen Gehirnchirurgen auf der Welt, der jemals an dem offenen Schädel eines Patienten, in dessen Gehirn den gespeicherten Namen des Patienten gefunden hat, oder die Erinnerung an dessen gestriges Mittagessen.

Die Angabe eines Gehirnchirurgen oder eines in diesem Bereich forschenden Experten sowie der Verweis auf seine veröffentlichte Arbeit, in der er die Beweise dokumentiert, genügt.


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13.04.2014 um 23:44
@oneisenough
Ob man die Information auch mit einfachen Mitteln dekodieren kann, ist eine andere Frage. Ich habe ähnliches nicht behauptet.

Mein Passwort kann ich mir aber trotzdem exakt merken. Es muss einen Informationsspeicher geben. Forschungen der letzten Jahrhunderte legen zunehmend nahe, dass dieser sich eben im Gehirn befindet.


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oneisenough
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13.04.2014 um 23:44
@naas
naas schrieb:Nämlich dass alles was wir uns merken können im Gehirn gespeichert ist (in welcher Form auch immer).
Das passiert bei vielen Sachen, die man nur per Hörensagen übernommen hat. :)


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oneisenough
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13.04.2014 um 23:45
@Lingu

Den Informationsspeicher nennt man Bewusstsein. Immer dann, wenn du ihn benutzt, wird dir das bewusst, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.


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Physikalische Erklärung für das Bewusstsein?

13.04.2014 um 23:46
oneisenough schrieb:Das passiert bei vielen Sachen, die man nur per Hörensagen übernommen hat. :)
Dann eben schwarz auf weiß ^^


(aus oben verlinkten Wiki Artikel: )
Das Langzeitgedächtnis schließlich ist das dauerhafte Speichersystem des Gehirns. Es handelt sich nicht um ein einheitliches Gebilde, sondern um mehrere Speicherleistungen für verschiedene Arten von Information. Information kann im Langzeitgedächtnis von Minuten bis zu Jahren gespeichert werden (sekundäres Gedächtnis) oder sogar ein Leben lang (tertiäres Gedächtnis). Über Begrenzungen der Kapazität des Langzeitgedächtnisses ist nichts bekannt. Allerdings lassen Studien bei sog. Savants (franz.) oder Inselbegabten eine deutlich höhere Gedächtniskapazität vermuten, als die normal genutzte.[11] Vergessen scheint kein Kapazitätenproblem, sondern ein Schutz vor zu viel Wissen zu sein. Vergessen findet anscheinend weniger durch Informationsverlust wie in den anderen, kurzzeitigen Gedächtnisformen statt, sondern durch Interferenz mit anderen, vorher oder später gelernten Inhalten.
edit: oder noch besser folgender Abschnitt:
Der Speicherort des deklarativen Gedächtnisses ist der gesamte Neocortex, für das episodische Gedächtnis insbesondere der rechte Frontal- und der Temporalcortex, für das semantische Gedächtnis speziell der Temporallappen.

Auch wenn der Ort der Speicherung dort liegt, sind für das Lernen, für die Überführung neuer Informationen in das deklarative Gedächtnis, Bestandteile des limbischen Systems, vor allem das mediale Temporallappensystem – der Hippocampus und angrenzende Gebiete – unerlässlich. Oft zitiert wird der Fall des Patienten HM, dem zur Therapie schwerer Epilepsie beide Hippocampi entfernt wurden. Zwar war die Epilepsie geheilt, der Patient entwickelte aber eine schwere anterograde Amnesie – er konnte sich nichts Neues mehr merken. Der Zugriff auf vor der Operation erworbene Gedächtnisinhalte war unbeeinträchtigt, aber neue Informationen waren nicht mehr abzuspeichern.
Da kann man nun doch wirklich nicht mehr von sprechen dass keine Information im Gehirn gespeichert wird oder liegt der Wiki Artikel falsch?


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13.04.2014 um 23:47
@oneisenough
Eigentlich meinte ich ja das Gedächtnis. Ich kann dieses mit meinem Bewusstsein „ansteuern“.

RAID 1 war doch kein so schlechtes Beispiel. Ein System, das trotz komplett wechselnder Hardware sich seine Infos merken kann.

Wie wirst du reagieren, wenn man dir eines Tages einen selbstreparierenden Computer in die Hand drückt? Wirst du sagen „der kann ja gor nix speichern, weil sich die Hardware austauscht“? ^^


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