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Jahrestage der Wissenschaft

229 Beiträge, Schlüsselwörter: Wissenschaft, Wissenschaftler, Meilensteine, Jahrestage

Jahrestage der Wissenschaft

13.02.2019 um 20:23
Peter0167 schrieb:In Australien wurde ein Nationalpark und eine Universität nach ihm benannt
Und nicht zu vergessen die Stadt "Darwin" im Nordwesten von Australien:

Wikipedia: Darwin_(Northern_Territory)
Peter0167 schrieb:ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in einige wichtige Phasen seines Lebens vermitteln
Ja, es war ein schöner kleiner Überblick. :)

Spannend ist immer wieder die dramatische Zuspitzung im Jahr 1858, als Alfred Russel Wallace seinen "Ternate-Essay" an Darwin zur Begutachtung schickte und dieser ihn so einschätzte, dass es keinen besseren Auszug aus seinen zuvor angefertigten Entwürfen geben könnte, die er im Verlauf der zwanzig Jahre zuvor ausgearbeitet hatte. Erst nach der gemeinsamen Vorstellung von Wallaces Essay und drei Ausarbeitungen Darwins zur Evolution am 1.Juli 1858 vor der Linné-Gesellschaft entschloss sich Darwin zur Ausarbeitung einer gekürzten Fassung seines lange geplanten Arten-Buches, welches dann Ende November 1859 unter dem bekannten Titel "On the Origin of Species by Means of ..." erschien - und das moderne Denken nachhaltig veränderte ...


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Jahrestage der Wissenschaft

14.02.2019 um 17:25
@Peter0167
Würde dir gerne wieder einen Impuls geben. Hast du nämlich ganz ausgezeichnet gemacht, das mit Darwin. ^^

Ich bekomme die Infos über meinen fb-acc, habe aber nicht so viel Zeit zum recherchieren.

Sometimes, the most profound discoveries are the ones you never expected. Alexander Fleming accidentally discovered penicillin's antibacterial properties in 1929, though it took over a decade for the mold to be turned into a treatment for humans.


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Jahrestage der Wissenschaft

14.02.2019 um 18:50
weißichnixvon schrieb:Würde dir gerne wieder einen Impuls geben.
An Impulsen herrscht kein Mangel, ich habe aber das gleiche Problem wie du ... nämlich zu wenig Zeit.

Dennoch versuche ich fiberhaft, dem "Threadgeist" wenigstens annähernd gerecht zu werden, indem ich versuche, die Qualität der Beiträge gleichbleibend hoch zu halten, und nicht auf ein Niveau abzurutschen, wo nur noch ein Datum mit zugehörigem Ereignis genannt wird.

Letztlich habe ich aber keinen Einfluss darauf, was hier gepostet wird, aber wenn es meine begrenzte Zeit zulässt, versuche ich dennoch den einen oder anderen Karren aus "dem Dreck" zu ziehen :D

Übrigens wurde sowohl Apollo 11, wie auch Alexander Fleming hier bereits thematisiert ...

Beitrag von Peter0167, Seite 7

Beitrag von Sonni1967, Seite 1

... daher konzentriere ich mich weitestgehend auf neue Namen oder Ereignisse.

Noch was zum erwähnten "Threadgeist" ... als ich diesen Thread erstellt habe, hatte ich bereits eine Vorstellung davon, wie das hier laufen sollte. Nach einigen Monaten wurden meine ursprünglichen Erwartungen sogar noch weit übertroffen, eben weil es nicht dem üblichen "News-Hype" wie beim Fratzenbuch oder anderen asozialen Medien entsprach, sondern eine eigene Dynamik entwickelte, mit der ich am Anfang selbst nicht gerechnet hätte.

Ich selbst lese mir den Thread gelegentlich noch mal von Anfang an durch, und es bereitet mir immer wieder aufs Neue eine große Freude, da viele Beiträgen mit persönlichen Erinnerungen verbunden sind, und ich ganz nebenbei Wissen auffrische, welches sonst verloren gegangen wäre.

Daher auch meine Bitte, den Thread nicht zu "überladen", dafür mehr in die Tiefe gehen und sich mit dem Thema auch intensiv auseinandersetzen, und die absolute Krönung wäre es, wenn auch noch ein persönlicher Bezug besteht. Nur so bleibt der Thread lesenswert, Wissenschaftskalender gibt es bereits wie Hülle und Fülle.


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01.03.2019 um 14:57
Nachdem sich gestern die Aufdeckung der DNA zum 66. Mal gejährt hat (ich hatte dazu bereits vor ein paar Wochen etwas geschrieben), möchte ich heute ein paar Anmerkungen dazu machen, warum diese Entdeckung nicht zu unrecht für eine der bedeutendsten Entdeckungen der modernen Biologie gehalten wird. Betrachten wir dazu mal das DNA-Molekül etwas genauer:


191px-DNA Overview


Man erkennt hier die charakteristische Doppel-Helix-Struktur, wo sich zwei Stränge umeinander winden. Der Innenraum zwischen den Strängen ist mit Ringstrukturen gefüllt, die sich paarig zu einer Gesamtstruktur ergänzen, die in ihrer Ausdehnung identisch ist. Somit passt in den Innenraum der Doppel-Helix jede beliebige Anordnung von Ringstrukturen. Die Außenkante - oder das Rückgrat - jedes Strangs wird durch ein Zucker-Phosphat-Gerüst gebildet, wobei der Zucker hier die Desoxy-Ribose ist (also Ribose mit einem Sauerstoffatom weniger im Molekül).

Da es sich in der DNA um Desoxy-Ribose als Zuckeranteil handelt, können sich die Einzelstränge zu einer langgestreckten Doppelhelix zusammenfalten. Bei Ribose klappt das nicht, weil hier das in 2'-Position befindliche Sauerstoffatom eine zusätzliche OH-Gruppe bildet, die sowohl sperrig ist wie auch elektromagnetisch negativ polar geladen, so dass sie mit der Phosphatgruppe oder anderen funktionellen Gruppen Bindungen eingeht, die die Regelmäßigkeit einer Doppelhelix bereits nach wenigen Windungen nicht zulassen. Aus diesem Grund erscheint RNA (also Ribo-Nucleinsäure) meist in verknäuelter Struktur:


243px-TRNA-Phe yeast 1ehz


Aber zurück zur DNA ...

Die schon erwähnten Ringstrukturen im Innenraum der Doppelhelix werden durch vier verschiedene Basen gebildet, die sich aus stereochemischen Gründen so zu einem Basenpaar verbinden, dass Adenin mit Thymin und Guanin mit Cytosin gepaart ist. Adenin und Guanin sind Purinbasen - bestehen also aus zwei Ringen, die neben Kohlenstoff auch Stickstoff im Ring-Gerüst enthalten. Solche Ringstrukturen nennt man auch Heterocyclen ("Gemischt-Ringe"). Thymin und Cytosin hingegen sind Pyrimidinbasen und enthalten nur einen einzelnen sechsgliedrigen heterocyclischen Ring als Grundgerüst:


411px-Chemische Struktur der DNA.svg


Die Basenpaare Adenin-Thymin und Guanin-Cytosin ergänzen sich wechselseitig. Sie bilden komplementäre Basenpaare. Da sich die Basen entlang jedes einzelnen Stranges anordnen, stellt jeder einzelne Strang eine Vorlage dar, der die Basenanordnung des gegenüberliegenden Stranges komplementär festlegt. Befindet sich also auf einem Strang die Base Adenin, so muss sich auf dem gegenüberliegenden Strang die Base Thymin befinden. Ebenso umgekehrt. Dasselbe trifft auch auf das Basenpaar Guanin-Cytosin zu: Die Basenanordnung des einen Stranges legt die Basenanordnung des anderen Stranges fest. Beide Stränge zusammen winden sich als Doppelhelix umeinander und bilden einen Faden, der beim Menschen über drei Milliarden Basenpaare aufweist.

Diese komplementäre Struktur lässt sofort auf die Rolle der DNA bei der Vererbung schließen: Bei jeder Zellteilung wird die DNA-Doppel-Helix aufgetrennt und an jedem Einzelstrang wird ein komplementärer Strang synthetisiert, so dass am Ende zwei identische Doppelhelices herauskommen, von denen sich nach Ende der Zellteilung jede in je einer der beiden Tochterzellen befindet. Auf diesen Umstand hatten Watson und Crick bereits in ihrer ersten Veröffentlichung im April 1953 hingewiesen:
It has no escape our notice that the specific pairing we have postulated immediately suggests a possible copying mechanism for the genetic material.

Deutsch: Es ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass die spezifische Paarung, die wir vorgeschlagen haben, einen möglichen Kopiermechanismus für das genetische Material nahelegt.
In der Folge stellte sich diese Vermutung als richtig heraus. Aber damit nicht genug. Watson und Crick publizierten am 30. Mai 1953 einen zweiten Artikel, der sich insbesondere den genetischen Implikationen der DNA-Struktur widmete. Darin findet sich folgende Passage:
Das Phosphat-Zucker-Rückgrat unseres Modells ist vollkommen regelmäßig, doch jede Sequenz der Basenpaare passt in die Struktur hinein. Daraus folgt, dass in einem langen Molekül viele verschiedene Permutationen möglich sind, und daher erscheint es wahrscheinlich, dass die präzise Sequenz der Basen der Code ist, der die genetische Information überträgt. (S. 965 unten rechts über der Grafik)
Diese Passage inspirierte George Gamov (Ja, der Gamov, der 1948 gemeinsam mit Alpher und Bethe die Drei-Kelvin-Hintergrundstrahlung vorausgesagt hatte!) dazu, die Bemühungen anzustoßen, die zur Entschlüsselung des Genetischen Codes führten. Doch das ist eine andere Geschichte, die sich am 27. Mai jährt ...


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01.03.2019 um 16:01
JacobMonod schrieb:Nachdem sich gestern die Aufdeckung der DNA zum 66. Mal gejährt hat
An dieser Stelle sollte auch noch mal an Rosalind Franklin erinnert werden, die bereits 1951 ganz kurz vor einem Durchbruch bei der Entschlüsselung der DNA stand. Das alles hat @Alicet bereits in einem sehr guten Beitrag vor über einem Jahr zusammengefasst...

Beitrag von Alicet, Seite 2

Mir fiel das beim lesen gerade ein, und weil Frauen häufig benachteiligt wurden/(werden?), wenn es um die Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen geht, ist es mir ein besonderes Bedürfnis, heute auch an diese großartige Forscherin zu erinnern.

body-rosalind-franklin-portrait-notes-DN


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01.03.2019 um 18:01
Peter0167 schrieb:die bereits 1951 ganz kurz vor einem Durchbruch bei der Entschlüsselung der DNA stand.
Sie hatte sich nach der Entdeckung der B-Form dann doch für die Untersuchung der A-Form entschieden, weil sie auf den Röntgenbeugungsfotos mehr Details enthielt. Das berühmte Foto der B-Form, das auch im Film "Wettlauf zum Ruhm" eine Rolle spielt, ist übrigens dieses hier:


Photo 51 x-ray diffraction image

Im Film kommt auch gut zum Ausdruck, wie knapp es gewesen ist, dass Rosalind Franklin an der Aufklärung der exakten Struktur vorbeigeschrammt war. Sie war von gleichlaufenden Ketten ausgegangen, hatte aber in ihrem Bericht einen Hinweis drin, den sie dann übersehen hatte (Raumgruppe C 2), als sie ihren Strukturvorschlag ausarbeitete. Crick erkannte den Lapsus und nutzte das gnadenlos aus, um selber ein Modell zu bauen, welches sich dann als richtig erwies.

So kann es eben manchmal gehen ...

Da wir gerade bei Frauen und verpassten Chancen sind - Maxine Singer bekam von Marshall Nirenberg ein Angebot, in seinem Labor gemeinsam mit Heinrich Matthaei an der Aufklärung des Genetischen Codes mitzuarbeiten - und lehnte ab, obwohl ihr ihr Vorgesetzter Leon Heppel gut zuredete. Heppel kommentierte die Ablehnung mit der Bemerkung: "Da schwimmt Dein Nobelpreis davon." Nirenberg bekam den Nobelpreis dann tatsächlich 1968 ...

Etwas mehr Glück hatte Barbara McClintock, die bereits in den 1950er Jahren die "springenden Gene" entdeckte, lange dafür verlacht und nicht ernst genommen wurde, und dann doch noch 1983 den Nobelpreis erhielt. Auch so kann es eben manchmal gehen ...


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Jahrestage der Wissenschaft

12.03.2019 um 17:42
12.03.1989

Beim heutigen Jahrestag weiß ich gar nicht so recht, wo ich am besten anfangen soll. Zunächst soviel, es geht um etwas ganz Großes, dessen Geburtsstunde sich heute zum 30. Mal jährt. Für die Jüngeren unter uns ist es kaum noch wegzudenken, die Älteren wissen oft gar nichts mit anzufangen, und meine Generation steht irgendwo dazwischen. :D

Das 20. Jahrhundert begann bekanntlich mit vielen weitreichenden Entdeckungen, Einstein erkannte den Zusammenhang von Masse und Energie. Planck, Bohr, Heisenberg, Schrödinger, Born und Pauli ermöglichten uns einen ersten Blick in die Welt der Quanten. Raum und Zeit wurden relativ, völlig neue und unglaubliche Anwendungen ergaben sich aus der Möglichkeit, Hertzsche Wellen zu modulieren, und mittenrein platzte der verheerendste Krieg, den es je gab.

Einsteins berühmte Formel lieferte plötzlich beiden Seiten die Grundlage zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, wie sie die Welt zuvor nicht kannte, aber das soll heute kein Thema sein. Nachdem der Krieg vorbei war, begann man schnell damit, auch über die friedliche Nutzung der Kernenergie nachzudenken. Und weil es für die vom Krieg noch geschwächten Nationalstaaten allein nicht zu stemmen war, vereinbarten elf europäische Regierungen die Gründung eines gemeinsamen Kernforschungszentrums (CERN), dessen Grundsteinlegung nach über dreijährigen Verhandlungen letztlich am 10.Juni 1955 erfolgte.

Das hat aber immer noch nicht viel mit unserem heutigen Jahrestag zu tun, zumindest nicht direkt. Wenn wir uns aber den Standort der Laboratorien betrachten, kommen wir der Sache schon näher. :D

Location Large Hadron Collider.

Wie man sieht, wurde das CERN zum Teil auf französischem, und auch auf schweizer Territorium erbaut, was zunächst nichts weiter bedeutete, aber 30 Jahre später die Effizienz der wissenschaftlichen Arbeit doch so sehr behinderte, dass sich jemand grundlegende Gedanken über eine Lösung machte, deren Tragweite er zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht erahnen konnte.

Sir Tim Berners-Lee
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sir_Tim_Berners-Lee.jpg

Die Rede ist von Tim Berners-Lee. Die Netzwerk-Infrastrukturen der Schweiz und Frankreichs unterschieden sich damals so sehr, dass es den Informationsaustausch zwischen den Laboratorien extrem behinderte. Tim Berners-Lee unterbreitete daher seinem Arbeitgeber einen Vorschlag, der auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte, und dieses Problem lösen sollte. Und der Tag, an dem er das tat, der 12.03.1989, gilt heute als Geburtsstunde des Internets.

Ich gebe ehrlich zu, ich hatte dies bisher weder mit dem CERN, noch mit Europa in Zusammenhang gebracht, ich ging vielmehr davon aus, dass der Ursprung irgendwo im Silicon Valley zu suchen sei. Aber das ist ja das Schöne daran, man lernt niemals aus. :D

Dies ist übrigens ein Bild vom ersten Webserver der Welt:

1280px-First Web Server
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:First_Web_Server.jpg

... was mich natürlich sofort an den ersten "Allmy-Server" erinnert, auf dem man bereits (im Telnet) sörven konnte, als das "WWW" noch gar nicht existierte.

Allmystery1988
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Allmystery1988.jpg

Für alle die, die es noch nicht wussten, Allmy ist tatsächlich älter als das Internet! Guggst du hier:

Wikipedia: Allmystery

Wäre übrigens interessant zu erfahren, warum es dann noch 7 Jahre gedauert hat, aufs WWW umzusatteln!? 1996 war ja im Grunde alles schon gelaufen, zumindest was die Börsengänge anging. :D


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12.03.2019 um 17:50
@Peter0167:
Peter0167 schrieb:Allmy ist tatsächlich älter als das Internet!
[Besserwissermodus]WWW ≠ Internet. ;) Die Anfänge des Internets gehen bis in die 1960er zurück.[/Besserwissermodus]


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12.03.2019 um 17:54
@uatu

Und die Anfänge der Verschwörungstheorien reichen vermutlich bis in die frühe Prä-Astronautik zurück 1b658b038e6e blum


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