parabol schrieb:Mein Lösungsvorschlag kommt ohne die Unendlichkeitsparadoxa aus, es handelt sich eigentlich nur um ein einfaches Zeitberechnungsproblem, man kann das Ganze als Ungleichung darstellen
t_verfügbar < w / (v_a - v_s)
v_a ist die Geschwindigkeit von Achill, v_s ist die Geschwindigkeit von Schildkröte, w ist die Wegstrecke (Vorsprung) der Schildkröte am Anfang, und t die Zeit, die Achill verfügbar hat, um die Schildkröte nicht zu erreichen
Dass man das ganze auch anders darstellen und lösen kann sollte jedem klar sein. Zwei Geraden, die sich schneiden, kann man grafisch lösen. Das Entscheidende für mich ist ja gerade (deswegen Paradoxon) die vermeintliche (Nicht-)Lösung aufgrund unverstandener Grenzwertprozesse.
Moderne Version I:
Nimm ein Quadrat mit Seitenlänge 2, Fläche 4, Umfang 8.
Jetzt schnipsel immer Quadrate ab, der Umfang bleibt. Aber ich kann mich unendlich vielen hintereinandergeschalteten Schnipseleien dem einbeschrieben Kreis mit Radius 1 näheren, aber die Gesamtstrecke, die ich außen der gestuften Approximation entlanglaufen muss, bleibt immer gleich und wird sich nie Annähern an den Strecke des Umfang des Kreises (2 pi).
Natürlich komme ich anders an Umfang des Kreises, aber das ist gar nicht der Punkt! Sondern die Überlegung: Was passiert beim Grenzwertprozess!?
Moderne Version II:
lim(n->inf) (1 + 1/n)^n
Für jedes endliche n, was ich einsetze, bekomme ich eine rationale Zahl.
Das Ergebnis des Grenzprozesses ist aber keine rationale Zahl, sondern eine transzendente.
Das ist ja gerade das Paradoxon: ein scheinbarer Widerspruch.
Jeder Mensch mit ein paar intakten Restzellen kann ausrechnen (grafisch oder algebraisch oder 'scharfes Hinsehen'), wann die Schildkröte überholt wird => Ich habe eine Lösung und sie ist eindeutig!
Aber wenn ich die Grenzwertbetrachtung mache, dann bekomme ich ein falsches Ergebnis, hier Unkenntnis von Infenitesimalrechnung.
So ähnlich ging es damals mit den Mysterien um komplexe Zahlen. Man musste erst einmal verstehen,was man da macht und heraus bekommen, wie man damit umgeht.
Der Kern ist IMHO nicht 'unlösbares Problem', sondern 'scheinbarer Widerspruch'.Grüße
Omega Minus