Fedaykin schrieb:Mmh nichts für ungut, der versteht das schon,
Nö. Er schreibt:
Bei iterativer Vorgehensweise baut man nicht eine Anwendung, die irgendwann mal komplett fertig ist, sondern zerlegt sie in Module, die man nacheinander programmiert und die dann zusammen die ganze Anwendung geben.
Was nicht korrekt ist.
Bei iterativer Softwareentwicklung hat man Teams, die in festen Entwicklungszyklen arbeiten. Meist 2 Wochen oder so. Am Ende eines Zyklus ist immer ein releasefähiges Produkt. Will man was komplett neues bauen, dann programmiert man eine komplette Software, aber mit dem absoluten Minimum an Funktionalität. Gerade so, das es Sinn macht einen Nutzer damit arbeiten zu lassen. Man nennt das einen MVP (Minimum valuable product).
Dann sammelt man regelmäßig Nutzerfeedback ein. Und in jedem Zyklus wird dann der Funktionsumfang erweitert und Nutzerfeedback umgesetzt. Im Ergebnis bekommt man dann eine Software die die Nutzeranforderungen bestmöglich umsetzt, weil man ja ständiges Feedback hat.
Übertragen wir das mal auf SpaceX:
Dann würde man ein Starship schaffen, das halt irgendwie erstmal funktioniert. Irgendeine Nutzlast in den Orbit bringen kann, Höhe der Nutzlast erst mal wurscht. Und an einem Stück wieder zur Basis zurück kehrt. Ob man das Teil danach noch mal Wiederverwenden kann ist auch erst mal egal.
Und dann schaut man jeweils: was funktioniert gut, was nicht so. Und verbessert das System dadurch immer weiter.
Das ist so in etwa der Plan den SpaceX hier verfolgt.
Fedaykin schrieb:Ist da so? Dann waren einige Vorfälle umso trauriger, wenn sie niemals bestimmte Strukturteile , Tanks getestetet haben.
Man kann durchaus anzweifeln ob de QA gut genug funktioniert. Aber zu behauten, dass sie die Raketen ungetestet starten ist so eben auch nicht richtig.
Was man von aussen sehen kann ist:
Jede neue Variante geht durch Strukturtests, bei denen bis zur Zerstörung getestet wird. Das Gerät dazu steht auf der Massey Test Site und nennt sich CanCrusher.
Jeder neue Booster und jedes neue Schiff durchläuft ein etwa 6 Wöchiges Testprogramm. Beginnt mit Cryotests der Tanks und endet mit einem static fire.
Man weiß aus verschiedenen Aussagen auch, das massiv simuliert wird.
Ob sie die Tanks, wie z.b. der bei Ship36 wirklich nie getestet habe, das ist doch pure Spekulation. Kann man als Außenstehender jedenfalls weder betätigen noch dementieren. Denn wenn die einen Tank irgendwo in der Produktionshalle mal mit Druck beaufschlagen, würde man von außen nie sehen können.
Fedaykin schrieb:Trial and Error eben, kerbal space Programm in echt.
Eben nicht. Trial und Error wäre einfach planlos drauf los zu experimentieren. Iterativ ist planvoll. Probleme analysieren und zielgerichtet Lösungen zu finden.
Fedaykin schrieb:Welche sollten das denn sein? Gerade bei einem wiederverwendbaren Objekt ist das nebensächlich, und deshalb ist man weit entfernt von der Nutzlast die man bislang haben wollte ( obiger airor hat sie Nutzlast schon vor einem halben Jahr ziemlich genau errechnet.
Die haben verschiedene Materialen erwogen. Alu, Carbon und Edelstahl. Und Edelstahl hat eben das Rennen gemacht.
Ein Grund ist, dass ein Bosster aus Alu bei der Rückkehr zur Basis zu heiß werden würde. Deswegen muss bei der Falcon 9 ja zwischendrin noch mal gezündet werden zum bremsen. Wahrscheinlich haben sie ausgerechnet, das das mehr Gewicht durch zusätzlichen Treibstoff bedeuten würde, als wenn man Edelstahl nimmt.
Ob es noch weiter Gründe gibt, keine Ahnung.
Fedaykin schrieb:Fragt sich ob man noch an der aktiven Kühlung arbeitet.
Aktive Kühlung ist wohl noch im Spiel.
Fedaykin schrieb:Legitime Vermutung, wo ist das Problem?
Das Spiel geht doch über die Bande. Klar stecken da am Ende Kostengründe dahinter, aber eben anders als behauptet.
Der Leitenberger behauptet "Ha, die machen das nur weil es billisch is".
Das Ziel ist aber einen Hitzeschild zu schaffen der mehrfach fliegen kann. Idealerweise ohne Wartungsarbeiten dazwischen. Klar spart das am Ende Kosten bzw. optimiert den Umsatz.
Wenns nur darum ginge den Hitzeschild billig herzustellen, dann wären sie schon fertig. Die Form des Starship ermöglicht es, das ein Großteil der Kacheln identisch ist. Können also problemlos auf Serie gefertigt werden. Zusammen mit dem Klick-System könnte der Hitzeschild jetzt schon in ein paar Tagen erneuert werden. Haben sie bei Flug 4 oder 5 schon mal bewiesen.
Das reicht ihnen aber eben noch nicht.
Fedaykin schrieb:Das ist immer me Frage des Vergleiches.
Kennst du jemanden der billiger fliegt?
Fedaykin schrieb:Die wichtigsten Kritikpunkte, also das Wesentliche lässt du leider aus.
Man kann ja Spacex im Allgemeinen und das Starship-Programm im speziellen gerne kritisieren. Gibt ja auch genug an dem man rumkritiseren kann.
Die QA ist offensichtlich nicht gut genug. Die Sprünge zwischen den Versionen sind zu groß und zu riskant. Mit dem Ergebnis das Starship V2 ein Komplettausfall ist.
Das kann man alles völlig berechtigt kritisieren. Und gibt sicher noch mehr. Deswegen habe ich diese Punkte vom Leitenberger auch nicht kommentiert, weil die wenigstens zutreffend sind.
Was mich anpiept ist, wenn zusätzlich zu der berechtigten Kritik Dinge behauptet werden die offensichtlich unwahr sind. Das Starlink nur Internet aber kein Mobilfunk kann ist offensichtlich unwahr. Das die ungeteste Raketen starten ist offensichtlich unwahr. siehe oben.
Und was mich auch noch anpiept, sowohl bei SpaceX als auch bei Tesla, ist das viele Leute nur bis zur Person Musk schauen können. Und dabei übersehen wieviele talentierte Ingenieure dort arbeiten und das die eigentlich verdammt gute Produkte entwickeln. Ich habe auch ein Problem mit Musk. Der Typ ist ein durchgeknallter Irrer. Aber trotzdem kann ich anerkennen das dort Leute arbeiten, die geistig normal sind und einen guten Job machen.