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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

108 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mädchen, Entführung, Wieder Aufgetaucht ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

17.05.2014 um 11:33
Am 21.05.2014

Zu Gast im Studio bei Aktenzeichen XY – Spezial: Entführungsopfer Michelle Knight aus Cleveland

Einen besonderen Studiogast aus Cleveland erwartet Rudi Cerne bei Aktenzeichen XY – Spezial: Michelle Knight (33). Die US-Amerikanerin war mit zwei weiteren jungen Frauen elf Jahre lang in der Gewalt eines Psychopathen – bis einem der Opfer im Mai 2013 die Flucht gelang. Daraufhin konnten auch die beiden anderen aus der Hölle in Cleveland befreit werden.

http://www.serienhai.de/aktenzeichen-xy-vermisste-kinder/5673 (Archiv-Version vom 10.05.2015)


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31.05.2014 um 11:14
Michele Knight- Die Unzerbrechliche Elf Jahre in Gefangenschaft. Wie ich überlebte

Das Buch ist am 16.05.2014 erschienen.

UnzerbrechlicheOriginal anzeigen (0,2 MB)



Buchrezension "Die Unzerbrechliche" von Michelle Knight
Selten hat mich ein Buch so aufgewühlt und bewegt wie dieses.

Zum Inhalt:

2013 wurden in Cleveland 3 junge Frauen aus dem Haus eines sadistischen Triebtäters befreit, der sie lange Jahre unbemerkt gefangen gehalten hat.
Das erste Opfer war die damals 21-jährige Michelle Knight. Da er der Vater einer Schulfreundin war, vertraute sie ihm, als er sie in sein Haus lockte, unter dem Vorwand, er wolle ihr einige Welpen zeigen. Doch in Wirklichkeit entführte er sie und hielt sie jahrelang in seinem Haus gefangen. Ein unvorstellbares Martyrium begann für die junge Frau. Der Mann nahm ihr sämtliche Würde, so wurde sie z.B. die ersten Monate angekettet, ohne Gelegenheit sich zu waschen und zu duschen, er mißbrauchte sie, schlug sie und folterte sie auch verbal, indem er ihr weismachen wollte, dass keiner nach ihr sucht. Es war sein Ziel, sie innerlich und äußerlich zu zerbrechen.

Mit Entsetzen muß Michelle nach einigen Jahren feststellen, dass sie nicht mehr alleine im Haus ist. Ihr Peiniger hat noch zwei weitere Mädchen ins Haus geholt, die wesentlich jünger sind als Michelle, eine 16, die andere 14! Die drei jungen Frauen halten fest zusammen und geben sich gegenseitig Halt, immer in der Hoffnung, eines Tages befreit zu werden, dieser Hölle zu entkommen.
Und eines Tages erfüllt sich dieser Wunsch!

Meine Meinung:

Selten hat mich ein Buch so aufgewühlt, berührt und auch wütend gemacht. Es zeigt, wie tief die seelischen Abgründe mancher Menschen sind. Was muß in einem Mann vorgehen, der selber Vater von Kindern ist, junge Mädchen zu entführen und wie Sklaven zu halten?
Bei Michelle tat mir besonders leid, dass sie schon als junges Mädchen keine leichte Zeit hatte. Zu Hause bekam sie keine richtige Liebe, wurde vom Stiefvater mißbraucht und landete auf der Straße. Durch ihren Sohn bekam sie wieder Halt und mußte dann erneut durch die Hölle gehen. Was mich so erschüttert, dass Michelle ganze 11 Jahre in dem Haus gefangengehalten wurde. 11 Jahre, in denen ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ein Fernseher und ein Radio war und nicht mal das durfte sie regelmäßig benutzen. Dann die ständigen Erniedrigungen von ihrem Peiniger. Wie hält ein Mensch das aus, 11 Jahre wie ein Tier gefangengehalten zu werden?

Und trotz aller Schmerzen und verbalen Attacken ist es Michelles Entführer nicht gelungen, sie zu zerbrechen. Diese Stärke der Frau ist bewunderswert. Obwohl sie selber oft verletzt, verwundet und nervlich angeschlagen ist, gibt sie den anderen beiden Mädchen im Haus auch noch Halt.
Im Interview sagte Michelle später, dass die Liebe zu ihrem Sohn ihr die Kraft gab durchzuhalten. Ich habe beim Lesen sehr mitgelitten und war so froh, dass das Buch gut endet und die jungen Frauen befreit werden. Ihr Peiniger wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und nochmal zu 1000 Jahren Gefängnis, was in Amerika keine Seltenheit ist. Jedoch kam er bei einem autoerotischen Akt in seiner Zelle ums Leben.

Es ist ein Buch, was nach dem Lesen wirklich noch lange haften bleinbt im Gedächtnis. Sicherlich ist so ein Buch auch keine leichte Kost, ein paar Mal mußte ich schlucken und würgen beim Lesen. Trotzdem ist es lesenswert, weil es eben zeigt, wie stark Menschen sein bzw. werden können, wenn sie Extremsituationen ausgesetzt werden. Es zeigt aber auch, wie schwer es ist, zu vertrauen, wenn sich sogar der Vater einer Schulfreundin als Sadist entpuppen kann.

Heute geht es Michelle den Umständen entsprechend wieder gut, sie arbeitet als Köchin und hat ihr Lachen wiedergefunden.

http://karinasschreibstuebchen.blogspot.de/2014/05/buchrezension-die-unzerbrechliche-von.html


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31.05.2014 um 12:35
Überleben hat auch seinen Preis…

Mit Hilfe eines ghostwriters kann eine Traumata zunächst bewältigt werden.

Doch was kommt danach?

Tiefsitzende Verletzungen und Demütigungen müssen langfristig psychologisch behandelt werden, um Kompensation erreichen zu können.

Das wird in diesem Fall sicher angestrebt werden…ob es gelingt?

Es macht keinen Sinn, zu einem späteren Zeitpunkt wieder demselben Schemata devot unterliegen zu wollen…nicht anders leben/handeln zu können.

Spuren der Vergangenheit bleiben in jedem Fall zurück…


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

02.06.2014 um 19:45
Entführte aus Cleveland
Nie mehr Schweigen

Elf Jahre lang wurde Michelle Knight zusammen mit zwei anderen Frauen von Ariel Castro festgehalten und brutal gequält. Die Entführungen von Cleveland im Bundesstaat Ohio sorgten für weltweite Aufmerksamkeit. Jetzt hat Knight eine Autobiografie geschrieben. Ein Treffen in München.

Von Jana Stegemann

Michelle Knight hat kaum geschlafen. Magenprobleme. "Ich glaube, ich werde krank", sagt die zierliche Frau zur Begrüßung und hustet. Doch das Gespräch über ihr Buch soll trotzdem stattfinden. "Haben Sie keine Scheu, fragen Sie mich alles was Ihnen einfällt", sagt die 33-Jährige und klettert in das große Hotelbett, zieht das Laken über ihre Beine, streicht es glatt. Sie will nicht mehr stumm sein. Will ihre Geschichte der ganzen Welt erzählen. "Elf Jahre meines Lebens habe ich mich unsichtbar gefühlt", sagt sie und meint damit die Zeit, in der sie als Gefangene im Haus von Ariel Castro in Cleveland lebte. "Er hat mir immer wieder gesagt: Niemand sucht nach dir. Niemand vermisst dich. Das war das Schlimmste. Damit hat er mich am meisten gequält". Und ja, der Mann, den Knight nur "the guy" nannte, hat in dieser einen Hinsicht nicht gelogen.

Niemand suchte nach der nur 1,40 Meter großen Michelle Knight, die an einem Juni-Tag im Jahr 2002 verschwand. Dem Jahr, in dem die Deutschen sich an eine neue Währung namens Euro gewöhnten und George W. Bush noch Präsident der USA war. Niemand hielt eine Mahnwache für die damals 21-Jährige. Verwandte oder Nachbarn hängten keine Suchplakate auf. Die Welt ging ihren normalen Lauf. Für Michelle Knight, die aus schwierigen Verhältnissen kam, begann die Hölle im Haus von Ariel Castro. "Es kam mir vor, als brüllte ich mir die Seele aus dem Leib - und niemand hörte mich."

Fast 4000 Tage war sie dort eingesperrt. Tägliche Vergewaltigungen, Misshandlungen, verdorbenes Essen, fünf Fehlgeburten - all das ertrug Michelle Knight. Sie lenkte sich von den unendlich wirkenden Tagen ab, indem sie malte und Gedichte schrieb. Und mit Gedanken an Joey, der bei Pflegeeltern aufwächst. Nach einem Jahr kam eine Leidensgenossin hinzu, Amanda Berry, im darauffolgenden entführte Castro auch Gina DeJesus. Durch einen Zufall gelang es Berry am 6. Mai des vergangenen Jahres, einen Nachbar auf sich aufmerksam zu machen. Die Polizei befreite die drei Frauen schließlich nach einem Jahrzehnt Gefangenschaft.

Ein selbstbewusster Auftritt

Nach all diesen Jahren, in denen sie das, was ihr angetan wurde, stumm und still erdulden musste, will Michelle Knight ihr Schicksal selbst bestimmen. Sie will sich und ihre Geschichte selbst erzählen. Sie nicht von Dritten und Journalisten, die sie oft als bemitleidenswertes Opfer darstellten, erzählen lassen. Natascha Kampusch wurde als kleines Mädchen von Wolfgang Prikopil entführt und acht Jahre im Keller seines Hauses gefangen gehalten. Wenige Tage nach ihrer Befreiung gab die junge Frau Interviews. "Ich möchte auf keinen Fall, dass irgendwer anders sich als Experte über mein Leben ausgibt", sagte sie in ihrem ersten Fernsehinterview. Die Zuschauer sahen eine selbstbewusste junge Frau - und waren irritiert. Sollte sich ein Opfer nicht eigentlich anders verhalten? Erwartet worden war mindestens ein öffentlicher Nervenzusammenbruch, ein hysterischer Anfall. Kampuschs selbstbewusstes, aktives Auftreten hat viele verstört.

Auch Michelle Knight tritt selbstbewusst auf, sie lächelt viel. Sie spricht mit fester, klarer Stimme. Ihre Augen hinter den dicken Brillengläsern halten stets Blickontakt. Sie trägt eine schwarze Leggins, ein giftgrünes Shirt und zeigt stolz die zahlreichen Tattoos, die sie sich im vergangenen Jahr hat machen lassen. Gerade macht sie eine Ausbildung zur Köchin. "Ich liebe Thai-Food", sagt Michelle Knight. Sie singt, sie schreibt Gedichte, sie malt.

Michelle Knight kennt Natascha Kampuschs Geschichte, sie hat sich über die Schicksale von anderen Entführungsopfern informiert. Sie weiß auch, dass Kampuschs Umgang mit ihrer Geschichte nicht überall auf Gegenliebe stieß. Aber Michelle Knight ist unterwegs in einer Mission: eine Stimme zu sein, für die unzähligen vermissten Menschen auf der ganzen Welt. Ihr Adressat: die Weltöffentlichkeit.

"Das Schreckliche fasziniert die Menschen seit Urzeiten"

Die Mai-Sonne scheint durch das weit geöffnete Fenster auf moosgrünen Teppich. Wer aus dem Fenster des Münchner Vier-Sterne-Hotels schaut, blickt direkt auf eine lärmende Touristengruppe vor dem Hofbräuhaus. Michelle Knight hat keine Zeit für das übliche Touristenprogramm. Die vergangenen Wochen standen unzählige Fernsehauftritte und Interviews auf ihrem Terminplan. Erst die große Amerika-Tour, dann Großbritannien, Kanada - jetzt Deutschland. Gelandet in Köln, jetzt München. Abends hat sie einen Aufritt bei Aktenzeichen XY, am darauffolgenden Tag geht es weiter nach Paris.

Knight reist durch die Welt, um Werbung für ihr Buch zu machen: Finding me: A Decade of Darkness, a Life reclaimed (Auf deutsch: "Die Unzerbrechliche", Bastei Lübbe). Wenige Monate nach ihrer Befreiung aus dem Haus in Cleveland, Ohio hat sie es geschrieben. Ihre Anwältin Peggy Foley Jones weicht ihr seit sechs Monaten nicht mehr von der Seite. Stets mit auf Reisen ist auch deren erwachsener Sohn Matt. Er ist auch während des Interviews dabei. Nimmt immer wieder Augenkontakt zu Michelle auf. Im Blick die stumme Frage: Alles ok? Michelle lächelt. Matt lehnt sich wieder entspannt auf seinem Stuhl zurück. Zu ihrer biologischen Familie wollte Knight nach ihrer Gefangenschaft nicht zurück. "Ich hatte keine gute Kindheit", sagt sie mit dieser warmen, weichen, fast kindlichen Stimme.

In ihrer 290 Seiten umfassenden Autobiografie sind alle grässlichen Details ihrer ersten Lebensjahre aufgelistet. Verwahrlosung, Probleme mit den Eltern, Geldnot, Mobbing in der Schule, der jahrelange sexuelle Missbrauch, ihre Obdachlosigkeit, ihre Teenie-Schwangerschaft ... Knight spart in dem Buch nicht an Einzelheiten. "Das Schreiben des Buches war mehr als ein Heilungsprozess, es half mir, alle Emotionen durchzustehen."

Doch ihr geht es nicht nur um innere Heilung, sondern auch, um ihre äußere Botschaft: "Ich bitte die Menschen um eines: Sollte Ihnen etwas seltsam vorkommen - ein Kind, das längere Zeit in der Schule fehlt, eine Frau, die offenbar das Haus nicht verlassen kann, ständig zugezogene Fensterläden - rufen Sie bei der Polizei an. Viele machen das nicht, aus Scham, sich zu blamieren und sich die Blöße zu geben zu neugierig zu sein und sich in das Leben anderer Leute einzumischen. Aber Sie können Leben retten, Leiden verkürzen. Nehmen Sie sich bitte immer die zwei Minuten, die so ein Anruf dauert."

Während es Michelle Knight in die Öffentlichkeit drängt, werden die anderen beiden Frauen von ihren Anwälten hermetisch abgeschirmt. Die drei Frauen, die mehr als ein Jahrzehnt im selben Haus ausharrten, haben heute keinen Kontakt mehr.

Warum das Böse die Menschen so fasziniert
Michelle Knight wurde von Castro so schwer misshandelt, dass ihr Gesicht durch die zahlreichen nicht behandelten Knochenbrüche schief ist. Sie ist taub auf einem Ohr, wird keine Kinder mehr bekommen können. Doch wer sie sich als verschüchtertes Opfer vorstellt, liegt falsch. Sie hat es geschafft, dass die Welt ihre Geschichte wahrnimmt, nicht die des Täters. Die erste Auflage ihres Buches ist in den USA mittlerweile ausverkauft. Michelle Knights Anwältin bespricht sich während des Interviews auf dem Hotelflur mit einer Produktionsfirma. Es soll ein Film gedreht werden. Schon jetzt dürfte klar sein, dass er ebenso viele Menschen anlocken wird, wie der Film über Natascha Kampuschs' Martyrium. Sensationslust, Voyeurismus - ist es das, was die Menschen auf der ganzen Welt an solchen Entführungsfällen so anzieht? Was sind das für Menschen, die ein Buch kaufen, indem explizit Vergewaltigungen und jahrelange Quälereien beschrieben werden?

"Das Außergewöhnliche, das Schreckliche fasziniert die Menschen seit Urzeiten", sagt Franz Wuketits, Evolutionsbiologe an der Universität Wien und Autor des Buches Warum uns das Böse fasziniert. Das Ungewöhnliche, die Katastrophe biete für die Menschen nicht nur eine Ablenkung vom Alltag, sondern sorge auch für neuen Gesprächsstoff. Die Faszination für solche Fälle habe sogar eine positive Funktion. "Der Steinzeit-Mensch konnte und durfte eine Katastrophe, ein wildes Tier, ein Verbrechen nicht ignorieren - anderenfalls hätte er nicht überlebt. Daher ist es aus evolutionsbiologischer Sicht sogar höchst wichtig, dem Außergewöhnlichen Aufmerksamkeit zu schenken."

Der Fall des Österreichers Josef Fritzl, der seine Tochter mehr als 20 Jahre im Keller gefangen hielt und mit ihr sieben Kinder zeugte, sorgte 2008 für ebenso große weltweite Aufmerksamkeit wie die Cleveland-Entführungen. "Solche Fälle werden in den Medien sehr hervorgehoben, wodurch sie einer großen Öffentlichkeit bekannt werden. Dadurch entsteht natürlich auch ein Stück weit soziale Sensationslust", sagt Wuketits. Die Möglichkeiten der globalen Verbreitung solcher Nachrichten habe sich durch die Massenmedien radikal verändert. "Das ist heute ganz anders als noch vor 50 Jahren. Wenn da etwas ähnliches beispielsweise in Peru geschehen wäre, hätte das in Deutschland niemand mitbekommen." Menschen wie Josef Fritzl, Wolfgang Prikopil oder der Cleveland-Entführer Ariel Castro, die über ihre Opfer die absolute Verfügungsgewalt hatten und als das personifizierte Böse in der Öffentlichkeit wahrgenommen würden, seien jedoch "glücklicherweise absolute Ausnahmefälle". Der Psychiater und Buchautor Theo Payk aus Düsseldorf hat noch einen anderen Grund für das Interesse der Menschen an solchen Fällen ausgemacht. "Wir sind gleichzeitig unendlich erleichtert, dass das Unglück uns nicht persönlich getroffen hat."

Castro wurde zu lebenslänglich und weiteren 1000 Jahren Gefängnis verurteilt, er erhängte sich kurz nach dem Urteil in seiner Zelle. Wieder war es Michelle Knight, die ,als einzige der drei entführten Frauen, das Wort gegen Castro im Gerichtssaal erhoben und eine selbstverfasste Erklärung vorgelesen hatte. "Der Mann, der mir einen großen Teil meines Lebens gestohlen hat, hätte gewollt, dass ich schweige. Darum schweige ich nie mehr."

"Die Unzerbrechliche. Elf Jahre in Gefangenschaft. Wie ich überlebte" von Michelle Knight mit Michelle Burford, Bastei Lübbe, 19,99 Euro.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/michelle-knight-in-muenchen-nie-mehr-schweigen-1.1973718


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02.06.2014 um 20:17
Ich hoffe für sie, dass sie nicht die gleiche Hetzjagd mitmachen muss, die man auf Natascha Kampusch ausübt.

Vielleicht hilft es ja aber auch gerade Natascha Kampusch, dass die Leute sehen, dass auch andere so nach außen wirken können und trotzdem entsetzliches mitgemacht haben.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

02.06.2014 um 20:30
natascha kampusch hat berater, die sie bewusst in die rolle der beneideten hievten.
man vereinnahmte sie sofort nach ihrem auftauchen.

sie zahlt einen hohen preis dafür, aber die macher wussten, was sie taten.

solange man sie von ihrer familie fernhält, funktioniert das.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

02.06.2014 um 22:39
@vielefragen


Das funktioniert nur, solange die die gegen sie hetzen, das auch weiter tun.

Man muss das ja nicht machen.

Ob sie sich für oder gegen ihre Familie entschieden hat, ist alleine ihre Sache. Das sollte man nicht nur den Beratern anlasten. Vielleicht hat sie ja eigene gute Gründe dafür, dass sie nichts mehr mit ihnen zu tun haben will.
Dass ihre Eltern aus ihrer Geschichte Kapital geschlagen haben und sie (Natascha) teilweise noch schlecht haben dastehen lassen, wirft kein gutes Bild auf sie (die Eltern). Und das was da noch bekannt wurde, an Vorgeschichte, klingt auch nicht nach glücklicher Kindheit.


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02.06.2014 um 23:33
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb:Ob sie sich für oder gegen ihre Familie entschieden hat, ist alleine ihre Sache. Das sollte man nicht nur den Beratern anlasten.
deutlicher wiederspruch.

wenn man eine traumatisierte sofort von der familie komplett fernhält, sie nur mit dem freund des täters telefonieren lässt, sie sonst nur mit beratern aus einer einzigen clique reden darf, und gleichzeitig sofort eine geldverdienmaschinerie angeworfen wird, dann stellt man schon weichen.

ich rief damals nach der ersten radiomeldung hohe entscheidungsträger an, um meinen protest gegen ihre mediale verwurschtung zu deponieren. die angesprochen fachleute sagten, sie seien auch strikt dagegen, sie hätten kraft ihres fachwissens heftigst dageghen protestiert, aber andere hätten halt jetzt das sagen...

meine gesprächspartner waren fachleute, best ausgebildete fachleute.


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02.06.2014 um 23:47
in meinem protest sagte ich auch, wenn jetzt um spenden gebettelt wird, jetzt in der phase, wird österreich ihr in einem halben jahr in neidbedingtem hass gegenüberstehen.

man bediente sich bestimmter mechanismen, von denen die fachliteratur lehrt, welche liebsamen und unliebsamen folgen das mit sich bringt.

wäre es um ihr seelisches wohl gegangen, hätte man das anders aufziehen müssen. gar nicht aber, hätte man sie in der phase zum medienwurschtel machen dürfen.
therapeutische enthaltsamkeit laut berufsvorschrift, lässt meines erachtens so manche rolle, wie sie neben ihr gespielt wurde, eigentlich auch nicht zu.


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03.06.2014 um 10:37
Ich werde dieses Buch auf jeden Fall lesen, eine schreckliche Geschichte. Ich habe es von Anfang an in den Medien verfolgt, wie kann man so was aushalten? Gerade sie, die ja von den Entführern "nicht so gemocht wurde", wie die anderen beiden?!


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05.06.2014 um 19:44
@Schnaki


Sie waren zu dritt. Vielleicht erleichtert das doch ein bisschen, auch wenn es auf der anderen Seite sicherlich auch fürchterlich ist. Zu wissen, dass da andere kommen, mit denen das gleiche passiert wie mit einem selbst.

Aber als sie erzählte, dass sie keiner vermisst hat, da war ich auch den Tränen nahe. Wie schlimm in so einer Situation zu sein und zu wissen, dass einen keiner sucht und vermisst.

Zwar erzählen sicher alle Entführer, dass niemand einen sucht, aber dann weiß man es zumindest zu Anfang besser und später hat man sicher wenigstens noch Hoffnung. Aber diese junge Frau wusste es sicher.

Unbeschreiblich, was passieren kann direkt in der Nachbarschaft, ohne dass es jemand merkt.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

05.06.2014 um 20:54
Ich kann mir auch überhaupt nicht erklären, wie ein Mensch sowas aushalten kann. Selbst Gedanken, Gedichte, Malen etc. können doch nicht über eine solch schwere Zeit hinweghelfen. Sicherlich kann man sich nicht in die Situation hineinversetzen aber ich bin mir sicher, dass ich schon nach relativ kurzer Zeit eingehen würde wie eine Primel und ein absolut gebrochener Mensch wäre. Unvorstellbar, wie man sowas aushalten kann!
Auch mir ging es besonders nahe, dass sie nicht gesucht wurde. Das wurde ja nicht nur behauptet, sondern war wirklich so. Sie hat keinen Kontakt mehr zu Verwandten, sie steht nach solch einem Martyrium ganz alleine da in dieser Welt...unglaublich.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

28.06.2014 um 08:40
Mal ne Anmerkung zum Tod des Täters - ich zitiere mal aus der "Augsburger Allgemeine" :
Lustgewinn durch kurzweilige Verstopfung der Luftwege

Der Bericht, auf den sich der "Guardian" bezieht, legt nahe, dass Castro bei einer Sexpraktik gestorben sein soll. Dabei wird durch die kurzweilige Verstopfung der Luftwege Lust gewonnen. Laut Bericht spricht gegen einen Selbstmord, dass der Entführer von Cleveland keinen Abschiedsbrief hinterließ. Außerdem hätten sich vor seinem Tod keine Selbstmordtendenzen angedeutet.
Gefängniswärter versäumten vor Castros Tod, ihn zu kontrollieren.


Soweit, so gut - jetzt das Sahnehäubchen :
„Es gab keine Beweise für eine ernsthafte Geisteskrankheit oder Hinweise auf Vorbereitungen auf einen Selbstmord“, so der Bericht.
Keine Beweise für eine ernsthafte Geisteskrankheit?? Seh ich ein bißchen anders ...

Ach so, die Quelle
http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Vergewaltiger-Ariel-Castro-starb-moeglicherweise-an-Sexpraktik-id27338332.html


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30.06.2014 um 14:21
Wäre er geisteskrank, hätte man ihn vielleicht gar nicht verurteilen können.

Ich halte nicht jeden für geisteskrank, der so abartige Dinge tut. Ich denke aber, es gibt Menschen, die abgrundtief böse sind. Für letzteres halte ich ihn.


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16.08.2014 um 04:16
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb am 30.06.2014:Ich halte nicht jeden für geisteskrank, der so abartige Dinge tut. Ich denke aber, es gibt Menschen, die abgrundtief böse sind. Für letzteres halte ich ihn.
Ja der hat genau gewusst was er diesen Frauen antut.
Zitat von SpiritualSoulSpiritualSoul schrieb am 28.06.2014:Der Bericht, auf den sich der "Guardian" bezieht, legt nahe, dass Castro bei einer Sexpraktik gestorben sein soll. Dabei wird durch die kurzweilige Verstopfung der Luftwege Lust gewonnen.
Wenn dem so wäre, wäre doch nicht schlimm, Selbstmord würde ich da wieder zu einfach finden, erst Menschen misshandeln und dann sich der Verantwortung entziehen.
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb am 02.06.2014:Ich hoffe für sie, dass sie nicht die gleiche Hetzjagd mitmachen muss, die man auf Natascha Kampusch ausübt.

Vielleicht hilft es ja aber auch gerade Natascha Kampusch, dass die Leute sehen, dass auch andere so nach außen wirken können und trotzdem entsetzliches mitgemacht haben.
Das darf man nicht vergleiche, weil bei NK sind zu viele Fragen offen, bei MK weiss man das sie auch vorher schon kein schönes Leben hatte.

Und ja MK wurde zum Beispiel hat mit einem Mottorradhelm auf dem Kopf, angekettet und im Stehen schlafen müssen.
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb am 02.06.2014:Ob sie sich für oder gegen ihre Familie entschieden hat, ist alleine ihre Sache. Das sollte man nicht nur den Beratern anlasten.
Was hat sie denn gesagt warum sie keinen Kontakt will sie sagte mal
Harte Worte von Natascha: „Meine Eltern waren bei meiner Geburt nicht bereit, die Verantwortung für eine Tochter zu übernehmen.“
ich denke mal aus irgend einem Grund hat sie das gesagt, den wir leider nicht kennen. Hört sich für mich so an wie meine Eltern haben sich nicht um mich kümmern wollen.
Und ohne Grund denkt man das ja auch nicht, und ich denke sie spricht da von der Zeit als sie noch bei den Eltern war, also von Null bis Zehn, weil seit dem 10 Lebensjahr war sie ja bei WP. Hab da ja auch schon einiges dazu gelesen in dem Buch Staatsaffäre NK, NK,s Buch, was in Zeitschriften und Foren stand, bestimmt auch viele Gerüchte dabei, dann hab ich mitbekommen das beide Eltern Bücher geschrieben haben, der Vater angeblich Fotografen eingeladen hat. Die besagten Fotos mit Reitgerte und Stola usw. Aber den eigentlichen Grund kennt nur NK selbst.

Aber wie gesagt den Fall Cleveland darf man nicht mit NK vergleichen.
Diese Frauen haben wenn ich NK Ihre Geschichte glauben soll weitaus schlimmeres erlebt.


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03.01.2016 um 11:53
@senseless999
Zitat von senseless999senseless999 schrieb am 16.08.2014: Aber wie gesagt den Fall Cleveland darf man nicht mit NK vergleichen.
Diese Frauen haben wenn ich NK Ihre Geschichte glauben soll weitaus schlimmeres erlebt.
wie kann man solch eine Aussage machen.

@Katinka1971
In Vergessenheit gerät sovieles. Und so mancher macht die Augen zu, wenn es darum geht wenn Menschen einfach "für tot" erklärt werden in eigenen Familien.

An diesem Beispiel von Michelle Knight lässt sich am Ende des Buches sehr gut ablesen, wie die Mutter sich aus der Affäre zu winden versucht und die Kindheit von ihrer Tochter vor der Öffentlichkeit als "heil" darstellen will.

Fachmännisch beraten auf diesem Gebiet wahrscheinlich. Nach elf Jahren Märtyrium kann man ja auch einfach sagen, das Opfer hat einen "weg" bekommen und erinnert sich nur falsch.

Das Buch ist sehr empfehlenswert und ich wünsche dieser Michell Knight, sie möge es beibehalten und den Abstand zu solch einer Mutter tunlichst weiter wahren.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

03.01.2016 um 12:42
Ich bin auch entsetzt, dass man hier die Aussage getroffen hat, diese drei Frauen hätten weitaus schlimmeres durchgemacht, als Natascha Kampusch.

Man kann doch so etwas nicht wirklich annehmen.

Wenn man jetzt nur mal den Fälle Fritzl, Kampusch, Dugard und den Fall hier gegenüber stellt, wer will sich da wirklich erdreisten, zu sagen was schlimmer war?

Vielleicht ist es einfacher zu ertragen, wenn es drei Frauen sind, vielleicht macht es aber auch alles schwerer?

Vielleicht ist es schwerer immer in einem Verlies zu sein, vielleicht ist es noch schrecklicher ab und zu raus zu dürfen und dann wieder ins Verlies zu müssen.

Wer will das wirklich beurteilen?

Michelle ist sehr offen. Sie erzählt von Anfang an auch von den Vergewaltigungen. Natascha hat lange Jahre alles dazu verschwiegen.
Ist nur ein Opfer glaubwürdig, dass alles offen legt, was eine breite Öffentlichkeit hören will?

Wer sagt, dass Michelle wirklich alles erzählt hat? Vielleicht hat sie trotz aller Offenheit, sich aus gutem Grund entschieden, einige Dinge nicht zu erzählen? Nur fällt das hier nicht auf.

Es gibt ja noch zwei andere Opfer, die sich nicht äußern. Da ist es einfach anzunehmen, dass eventuelle “Unstimmigkeiten“ als “normal“ angenommen werden. Natascha hat diese “Entschuldigung“ nicht.

Aber im Grunde ist es so, dass beide das Gleiche machen jetzt hinterher.

Sie vermarkten ihre Geschichte. Anwälte und Berater verdienen mit. Sie haben sich von ihren Herkunftsfamilien losgesagt.
Beide versuchen sich wieder etwas Normalität aufzubauen. Auch Natascha hat es mit einer Lehre versucht.


Aber egal was sie tun, getan haben, sie werden immer von den Taten gezeichnet sein. Irgendwie.

Und für mich haben die Opfer jedes Recht, sich auszusuchen, was und ob sie es erzählen möchten und ob sie damit Geld verdienen wollen oder nicht.



Ich gebe offen zu, ich wüßte gerne, was aus der Tochter von Fritzl geworden ist. Ich will auch keine Einzelheiten wissen. Nur, ob sie ihre Freiheit geniessen kann, ob es ihr einigermaßen gut geht. Ob die Tochter wieder gesund wurde. Ob der damals 5jährige noch jung genug war, um das zu vergessen. Ob sie ihre Kinder alle wieder um sich hat.
Ob sie alle Hilfen bekommen, die sie brauchen.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

03.01.2016 um 13:06
@Katinka1971
Ein Buch zu schreiben über ein solch grausames unmenschliches Märtyrium finde ich mutig.

Warte einfach ab, wenn sich diese Frau wo Du gerne Näheres wissen würdest es schafft, vllt. teilt auch sie sich auf diesem Wege mit.

Michelle schrieb übrigens ausdrücklich, vieles weggelassen zu haben in ihrem Buch weil es einfach zu schlimm gewesen wäre.

Sie schrieb sie empfindet ihre Freiheit als Segen.
Ich wünsche ihr so sehr sie kann ihr Leben genießen nachdem sie ersteinmal ein riesiges Loch in ihrer Seele etwas ausfüllen konnte nun in Freiheit.

Ich finde es immer gut und beachtenswert gehen Opfer transparent mit Gewalt um und teilen sich mit.
Das dies nicht gerne gesehen wird bei diversen Menschen muß man glaube ich nicht verstehen, die Hauptsache ist man kann sie sich vom Hals halten.

Und das wünsche ich allen Menschen die jeden Tag Ohnmacht und Ausgeliefertseins erleben müssen.

Ganz egal um welche Art von Gewalt es sich handelt. Die Menschen welche schweigen im Umfeld machen sich dabei mitverantwortlich.

Und dies sagt Michelle alsauch Natascha..sowie viele viele Opfer von familiärem Missbrauch.


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

03.01.2016 um 13:28
Ich muss ehrlich gestehen @Eisbär, ich habe einiges im Buch von Michelle nur überflogen. Weil ich einige Schilderungen nicht ertragen habe zu lesen. Es ist also nicht auszuschließen, dass ich auch einige Sätze, wie den von dir genannten, auch nicht gelesen habe, weil ich zu weit überlesen habe.



Familie Fritzl hat jedes Recht sich nicht zu äußern. Es ist alleine mein Problem, dass ich da gerne mehr erfahren würde über ihre jetzige Situation.


Von Dugard weiss man ja auch nur, dass sie mit ihren Töchtern/Mutter lebt in den USA. Das sie eine Entschädigung in Millionenhöhe bekam und versucht Normalität zu erlangen. Völlig ausreichend für mich.









Ich hoffe nur, dass es für die anderen Opfer von verschiedenen Fällen wirklich der richtige Weg ist, dass man sie so abschirmt. Dass sie selbst das auch wirklich so wollen.

Dass sie trotzdem alle Hilfen haben, die sie brauchen.

Ich denke dabei z. B. auch an die junge Frau aus China, die 9 Jahre gefangen gehalten wurde und die nach ihrer Befreiung völlig abgeschirmt bei ihren Eltern lebt (und scheinbar auch arbeitet, die Eltern sind Reisbauern).


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3 vermisste Frauen wieder aufgetaucht

03.01.2016 um 13:42
Ja Michelle ich habs durchgelesen in zwei Tagen und sehr genau. Erst als der Zeitpunkt als die Befreiung kam ließ ich innere Gefühle zu weil ich wußte nun ist alles gut.

Ja@Katinka1971, ich hoffe sie bewahrt sich einen Teil ihrer erworbenen harten Schale, wenn ich dies einmal so formulieren dürfte, um diese "Antennen" nicht zu verlieren.
Ich hoffe sehr sie geht sehr behutsam mit sich um und füllt jeden Augenblick damit, sich selber in die Mitte zu holen.

Einmal und immer wieder als gutgläubiger Mensch in Zustände des Ausgeliefertseins zu kommen, welcher Art auch immer ist ein Muster, welches sich nur über Jaaahre der "Achtsamkeit" eventuell irgendwann lösen läßt.

Ich hoffe sie passt gut auf sich auf!


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