Kerstin Lee Langley - seit 2007 in Regensburg vermisst
um 01:16Den Ausschlag für den Fund in Kadenzhofen gab ein Hinweis. Ein Zeuge hatte vor vielen Jahren eine Beobachtung auf dem Gelände gemacht, diese aber damals als unbedeutend abgelegt. Erst als er in den Medien von den aktuellen Polizeieinsätzen las, stellte er den Bezug zum Vermisstenfall her und meldete sich bei der Kripo. Durch seine detaillierten Angaben konnte das weitläufige Suchgebiet entscheidend eingegrenzt werden. Genau dort stießen die Beamten schließlich auf die Gebeine.Quelle: NEWS5
ichhier schrieb:Das kann ich mir nicht vorstellen, dass er eine grabende Person gesehen hat. Das wäre zumindest für mich ein Grund gewesen, nachzuschauen, was dort vergraben wurde.
Ich würde mich, wenn ich die gemachten Angaben bei NEWS5 betrachte, sogar noch etwas weiter aus dem Fenster lehnen. Eine Beobachtung an dieser Örtlichkeit spricht, wenn man es mal aus Sicht eines Ermittlers betrachtet, genau für zwei Typen von Hinweisgebern. Zum einen kann es der Ortsansässige sein, der die Örtlichkeit kennt und somit auch auf Veränderungen aufmerksam wird, die an der besagten Örtlichkeit nicht als allgemeines Bild einstufbar sind, oder eben ein Mitwisser oder Helfer, der bei der Beseitigung der sterblichen Überreste den Täter unterstützt hat.1899Ost schrieb:19 Jahre muss dieser Zeuge seine Beobachtung im Gedächtnis behalten haben. Und 2012 bei der Suchaktion an selbiger Stelle meldete er sich nicht.
Während Variante 2 natürlich erklärt, warum die Person über Jahre die Örtlichkeit nicht vergessen konnte und hier lediglich die Frage entsteht, warum denn gerade jetzt damit an die Öffentlichkeit getreten wurde, ist bei Variante 1 die Frage, was denn bei einem Zeugen so lange in Erinnerung geblieben war, dass es für das Langzeitgedächtnis ausreichte, aber nicht gewichtig genug war, gleich den Behörden mitzuteilen?
Würde die Person nun vor mir sitzen, wäre meine erste Frage wohl, wenn du es schon nicht damals der Polizei mitgeteilt hast, dann war es ja doch so auffällig, dass du dich darüber wohl mit anderen ausgetauscht hast, um eben das "Merkwürdige" an der Situation zu verstärken oder widerlegen zu lassen.
Somit müssten aus meiner Sicht also noch weitere Personen vorhanden sein, welche die Beobachtungen, die der eigentliche Zeuge gemacht hat, bestätigten könnten, da eben darüber mal diskutiert wurde.
Nun zu den möglichen Beobachtungen, welche das Langzeitgedächtnis des Zeugen so lange in Schwung gehalten haben könnten. Die wahrscheinlichste Variante sind natürlich ein Fahrzeug oder eine Person, die sich, vermutlich auch noch zur Nachtzeit, dort aufgehalten haben könnten und der Zeuge zunächst vielleicht einen anderen Bezug, wie zum Beispiel ein Liebespaar, herstellte. Mir würden aber auch noch zwei weitere Möglichkeiten in den Sinn kommen, die nicht zwingend eine Person oder Fahrzeug als Beiwerk haben müssten.
So wäre es möglich, dass diese Person eine Erdaushebung wahrgenommen hat, die er im späteren Verlauf, eben mit den Suchmaßnahmen, mit einer möglichen Grabstätte in Verbindung brachte. Vielleicht war sogar noch Grabungswerkzeug vor Ort vorhanden, weshalb er möglicherweise an Kinder dachte, die dort ihren Abenteuertrieb freien Lauf ließen.
Die zweite Version, die mir spontan in den Sinn kam, ist starker Verwesungsgeruch, der durch den Zeugen an der Örtlichkeit wahrgenommen wurde. Möglicherweise hat er sogar noch nach der Quelle gesucht, aber wurde nicht fündig. Der Geruch blieb vielleicht sogar einige Tage erhalten, womit die Örtlichkeit einfach bei dem Zeugen im Kopf hängen blieb und somit auch nach so langer Zeit noch benannt werden konnte.
Wäre der Zeuge kein Ortsansässiger, der dort quasi sein ganzes Leben verbrachte, wäre ich eher bei dem Typus Mitwisser. Auch wenn man von Seiten der Ermittler keine Personen findet, mit dem der Zeuge die mögliche verdächtige Beobachtung teilte, blieb die Variante des Mitwissers am wahrscheinlichsten.

