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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

123 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, DDR, Aktenzeichen Xy, Sachsen, 1987, Moped, Plauen, Heike Wunderlich

Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

13.01.2017 um 15:17
Auf die Frage des Richters nach Männerbekanntschaften, sagte die Vogtländerin: "Heike war eher vorsichtig, ist nicht gleich mit jedem losgezogen oder ins Bett gegangen." Sie sei insgesamt eher zurückhaltend, aber beliebt gewesen. Es habe einen Freund im Betrieb gegeben, mit dem sei immer mal Schluss gewesen, weil der schnell auf 180 gewesen sei und sie auch gleich mal angeschrien habe. Sie habe dann auf Arbeit deshalb mehrfach spontan geweint. Am 21. März 1987 seien sie gemeinsam in der Wema Plauen zur Disco gewesen. Da habe Heike einen neuen Freund kennengelernt. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Quelle:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/ZWICKAU/Mordfall-Heike-Wunderlich-Arzt-sorgt-fuer-Paukenschlag-artikel9763634....

War die Aussage vor Gericht

Soviel dazu


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

13.01.2017 um 22:27
Wenn aus der Mischspur am Tötungswerkzeug eine männliche DNA extrahiert werden konnte, die mit der des TV übereinstimmt, dann gibts da mEa nicht viel zu diskutieren. Der mutmaßliche Täter müsste eine plausible Erklärung beibringen, wie seine DNA an diesen BH gekommen sein kann. Stattdessen hat er ausgesagt, HW nicht gekannt zu haben. Das ist genau das Gegenteil von plausibel. Und jeder weiß nun, dass er etwas verschweigt. Auch seine einschlägigen (!) (und nicht irgendwelche) Vorstrafen sind im Zusammenhang mit der Vergewaltigung und dem Mord an HW von Relevanz. Aber abwarten, welche Indizien die Staatsanwaltschaft im Laufe des Prozesses noch vorlegen wird.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

14.01.2017 um 13:50
"Heike war eher vorsichtig, ist nicht gleich mit jedem losgezogen oder ins Bett gegangen."
....
Es habe einen Freund im Betrieb gegeben, mit dem sei immer mal Schluss gewesen,
....
Da habe Heike einen neuen Freund kennengelernt.
Das passt alles aber so gar nicht zusammen!!


Jemand, der "vorsichtig" sei läßt sich von einem Kollegen und angeblichen Freund im Betrieb schikanieren -obwohl nur ein Satz beim Partei -bzw. FDJ Sekretär und der Kollege/Freund wäre aber sowas von gerügt worden....

Und dann soll die "vorsichtige" junge Frau ausgerechnet mal eben so einen neuen Freund in der Dorfdisko kennen gelernt haben?

Für mich passt dieses Bild vom Opfer einfach nicht -etwas stimmt also bei den Aussagen nicht.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

14.01.2017 um 16:27
es wurde doch ein markstück in der scheide von heike gefunden....

kann es nicht sein, das sie ihre periode hatte, und das der täter ihr deswegen, diese so in ihre scheide gelegt hat,als eine art "plombe" und sie deswegen auch nicht vergewaltigt hat.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

14.01.2017 um 17:17
@Ralph30z

Was hat denn die Periode mit einer Vergewaltigung zu tun? Dem eigentlichen Akt stört das gar nicht und noch weniger einen Vergewaltiger...

Was die Münze angeht, so verstehe ich das als ein makaberer Scherz in Anspielung auf den "Zahltag" und den Schlitz einer Spardose, denn in der Tat wurde an dem Tag Geld ausgezahlt und Heike hatte die 550 Mark bei sich.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

14.01.2017 um 17:31
@ sinux

das kann vieleicht sein aber da die kleidung nicht zerrissen war ,denke ich das der täter und heike schon miteinander gesprochen haben.


vieleicht hat er dann doch ,wenn sie ihre tage hatte, davon abstand genommen...da der überfall ja nicht so spontan gewesen ist,wie bei vergewaltigungen im allgemeinen leider üblich.........und tampons gab es selten in der ddr.

mit der "spardose" kannst du natürlich recht haben.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

14.01.2017 um 17:57
@Ralph30z

Ich weiß zwar nicht was im Kopf eines Vergewaltigers vorgeht, aber wegen einer Periode Abstand von seinem Vorhaben zu nehmen finde ich sehr unwahrscheinlich. Anderseits was glaubst du denn was bei einer Periode so rauskommt...?

Nein, jemand der so an der Sache ran gegangen ist, der hört doch nicht kurz vorher auf. Und was Zweifel an seine Täterschaft angeht, so bricht ihm diese DNA Spuer das Genick....


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

16.01.2017 um 17:35
Der erste Zeuge im Prozess ( Auffinden der Leiche) wollte eine Diskrepanz zwischen Fotos und eigener Erinnerung benennen. Dies hat zu gehöriger Aufregung im Saal geführt, zumal der Zeuge sich auch nicht vom Vorsitzenden davon abbringen lassen wollte.
Fotos vom Tatort (Moped) lassen Beschädigungen (Blinker hinten links, Fußraste vorn links) erkennen. Beschädigte Seite lag aber oben.

Es wurden verschiedene DNA-Spuren gefunden. Unter anderem auch zwei verschiedene Sperma , diese Spuren wurden bisher nicht verfolgt, da sie nicht vom Angeklagten stammen.

Wenn mich heute jemand nach einem Namen einer Person fragen sollte, der ich vielleicht vor 30 Jahren mal begegnet sein sollte, vielleicht in einer Gruppe, ich wüsste den bestimmt nicht mehr. Dass der Angeklagte die Frage, ob er Heike Wunderlich kannt, verneinte, ist nachzuvollziehen, vieleicht kannte er sie, aber nur mit Spitznamen, war so üblich damals.
Dass er zu verstehen gab, das Opfer nicht zu kennen ist für mich nachvollziehbar.

Der Angeklagte wurde damals nicht als Zeuge vernommen, dass er die Person gewesen sein soll, die sich am Grab auhhielt ist auch sehr unwahrscheinlich, da die Personenbeschreibung dieser Person nicht mit dem damaligem Aussehen des Angeklagten übereinstimmt.

Fragen über Fragen


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

16.01.2017 um 20:57
@frosch5
frosch5 schrieb:Dass der Angeklagte die Frage, ob er Heike Wunderlich kannt, verneinte, ist nachzuvollziehen.
Ne, das ist unlogisch. Wie kommt denn seine DNA an den Tatort?


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

17.01.2017 um 01:03
@frosch5

Danke, dass du über den Prozess berichtest.
Kannst du etwas konkretisieren, welche Diskrepanzen der Zeuge genau meinte? Bezieht es sich darauf, dass er das Moped in anderer Lage vorgefunden hat? Was genau hat er denn "anders" in Erinnerung?

Und was genau wurde zu den "Sperma"-Spuren gesagt? Wurde gesagt, wo diese gefunden wurden? Die Beschuldigten-DNA soll ja am Drosselungsmaterial gefunden worden sein, wo also das Sperma?


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

18.01.2017 um 18:57
Heute 9.30 Uhr war wieder Verhandlung im Mordfall Heike Wunderlich.

Als Zeuge war Dr. Schulze, vom LKA Sachsen geladen als zuständiger Forensiker in diesem Fall seit 2015.

Er trug als Einführung Grundwissen über DNA vor, um das folgende verständlicher zu machen.

Dann ging es zur Spur 29, dem sogenannten Tatwerkzeug. Dieses wurde schon vor Jahren auf Spuren untersucht, hauptsächlich auf Sperma, bisher ohne Nachweis.
Am 22.02.2016 erfolgte ein erneutes Gutachten. Dieses mal wurde eine Mischspur gefunden, die auf dem BH haftete. Der BH wurde in 22 Teile zerlegt und diese Teile dann behandelt. Auf einem Teil (Träger) konnte eine Mischspur nachgewiesen werden, die dann extrahiert wurde. Es handelte sich um eine weibliche und männliche DNA.
Es folgte die Erläuterung der Signalstärken der entprechenden Untersuchungen.
Bei der männlichen DNA wurde nach Datenabgleich der TV ermittelt.

Da zur weiblichen DNA, die übrigens auch am Slip der Geschädigten gefunden wurde, kein Vergleichsmaterial mehr vorhanden ist, da nach Angaben des Sachverständigen die Blutprobe der Heike Wunderlich verschwunden war, wurde von da an nur noch bezüglich der DNA von einer "unbekannten weiblichen Person gesprochen"

Was für eine Art von männlicher Spur es war oder die Größe dieser, dazu konnte der Sachverständige auch keine Angaben machen.

Es gab bei den Systemen der DNA-Typisierung geringfügige Abweichungen. Nach Nachfrage kam die Reaktion, dass das wahrscheinlich ein "bilogisches Geheimnis ist und nicht alles erklärbar".
Nach nochmaligem Nachfragen des Vorsitzenden kam zum Ausdruck, dass diese Unregelmäßigkeiten auch mit dem Vorliegen einer dritten Person zu tun haben könnten.
Quellen: meine Notizen heute am LG Zwickau

Fazit des heutigen Verhandlungstages: neben dem Beweisstück "Mark" ist nun die Blutprobe des Opfers verschwunden, die DNA (eine Spur) des TV wurde am BH des Opfers extrahiert.
Mich macht nur stutzig, dass es nur EINE Spur gibt, man hätte doch wenn dann schon mehr"Anwesenheitspuren" von ihm finden müssen. So verliert jeder Mensch im Durchschnitt ein Haar pro Viertelstunde, Hautschuppen sterben permanent ab, bilden sich wieder neu. Die abgestorbenen Hautschuppen stößt der Körper ab, der Mensch verliert sie an seine Umgebung.
Kommt es zu heftigen Bewegungen, dann ist das Absondern von DNA-Spuren praktisch unvermeidlich. Und nach der Anklage soll es ja eine Vergewaltigung mit anschließender Tötung gewesen sein, wo sind andere DNA-Spuren des TV?

Wo ist die Blutprobe des Opfers ? Um die Beweismittel 29 zuordnen zu können?

Fragen über Fragen.

Ich glaube, es sind nicht die letzten und es wird bestimmt richtig spannend.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

18.01.2017 um 20:01
@frosch5

kannst du mir bitte auch noch beantworten, auf welche Diskrepanzen der Auffindungszeuge hinweisen wollte?


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

18.01.2017 um 20:21
DNA am TatortBeweis oder Trugspur?

DNA-Spuren galten in der Kriminologie bisher als eindeutiger Beweis, dass die Person, zu der die DNA gehört, am Tatort war. Doch das wird nun infrage gestellt: Denn DNA lässt sich offenbar auch über andere Gegenstände oder Personen an den jeweiligen Ort transferieren. Das haben erste Studien gezeigt. Rechtsmediziner warnen vor falschen Rückschlüssen.

Von Michael Stang

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"Ausschlaggebend war eigentlich eine Frage aus dem Gerichtssaal."

Bei einer Gerichtsverhandlung ging es um einen Tatort, an dem genetische Spuren mehrerer Personen entdeckt wurden. Der Verteidiger wollte wissen:

"Ob es überhaupt sein kann, dass ein Angeklagter eventuell gar nicht am Tatort gewesen sein muss?"
Mischspuren an Türklinken oder Fernbedienungen

Diese Frage beleuchtet ein Dilemma der heutigen Rechtsmedizin, so Janine Helmus vom Universitätsklinikum Essen. Genetische Untersuchungsmethoden sind mittlerweile so sensitiv, dass bereits wenige Hautschuppen ausreichen, um den genetischen Fingerabdruck einer Person zu bestimmen. Der Umkehrschluss, dass diese Person automatisch auch am Tatort gewesen sein muss, muss damit nicht zwangsläufig zutreffen.

"Und das war eine ganz interessante Fragestellung. Es gibt tatsächlich viele Wege, wie es zu Mischspuren kommen kann und dem wollten wir mal auf den Grund gehen, weil richtig Literatur dazu gab es nicht. Man kennt verschiedene Wege und es gibt sicherlich Möglichkeiten, aber es gibt halt keine Daten dazu."

Mischspuren sind genetische Hinterlassenschaften mehrerer Personen. Diese findet man etwa an Türklinken oder Fernbedienungen. Die Frage also war, zu wie viel Prozent ist es möglich, dass Hautschuppen von Dritten übertragen werden? Oder einfacher: Ist folgendes Szenario denkbar:

"Person eins hinterlässt auf Gegenstand 1 ihre DNA. Und diese Zellen können durch eine Person zwei aufgenommen werden und an einem Gegenstand - eventuell dann Tatort - hinterlassen."

Janine Helmus und ihr Team vom Institut für Rechtsmedizin wollten bei ihrer Studie herausfinden, ob und wenn ja, zu wie viel Prozent ein sogenannter tertiärer Transfer möglich ist. Sechs Freiwillige waren sowohl Spender als auch Empfänger. Die Forscher rieben mit einem Tuch zunächst einem Spender über den Nacken, danach wischten sie das Tuch über die Hand des Empfängers. Der Empfänger musste danach einen zweiten Gegenstand anfassen.

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Anschließend kontrollierten die Experten, ob an Gegenstand Nummer zwei noch Hautspuren von Person eins nachweisbar sind, obwohl diese den zweiten Gegenstand nie berührt hatte. Nach 180 Versuchen mit verschiedenen Utensilien und Versuchsaufbauten waren die Resultate eindeutig:

"Unsere Ergebnisse waren, dass ein tertiärer Transfer tatsächlich möglich ist und das sogar zu einem hohen Prozentsatz."

In bis zu 40 Prozent der Fälle wurden genetische Spuren übertragen. Die ursprüngliche Frage aus dem Gerichtssaal: "Kann die DNA einer Person, die nie am Tatort gewesen ist, mittels Übertragung durch den Täter an den Tatort gelangen?" muss mit "Ja" beantwortet werden. Zwar sei dieses Experiment nur eine erste Studie, versichert Janine Helmus, aber die Ergebnisse zeigen eines deutlich. Blindes Vertrauen in die Genetik kann theoretisch zu falschen Rückschlüssen führen. Dieser Gefahr sollten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung bewusst sein. Die Molekulargenetik ist lediglich eine Untersuchungsmethode, die angibt, ob DNA von einer bestimmten Person vorliegt oder nicht. Die Urteile aber werden weiter im Gericht und nicht im Labor gefällt.

Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/dna-am-tatort-beweis-oder-trugspur.676.de.html?dram:article_id=333365

Um hier nochmal die Frage nach der Spur aufzugreifen, wie die DNA des TV an die Spur 29 kommt.
Einfach mal lesen. Da langt schon ein Händeschütteln. Und wie schon im Vorfeld geschrieben, NUR EINE SPUR ?

Es geht nicht darum, Partei zu ergreifen, es geht darum Objektivität darzustellen unabhängig von gewissen Schmierblättern, es geht auch darum, eine Anklage begründet zu führen, mit Beweisen, denn bisher ist nur als Indiz die seltsame eine DNA-Spur vorhanden.
Einige hier sind erstaunt, dass das Opfer doch Freunde hatte. Die Aussagen sind beim Prozess gekommen, obwohl schon damals nach der Tat. Also nichts neues.
Wenn aber durch die Ermittler versucht wird, damalige Aussagen zu beeinflussen, dann hat das nichts mit Objektivität zur eigentlichen Sache zu tun sondern hilft nur der eigenen Profilierung.

Wer hier behauptet, der TV hat was ausgesagt, der irrt, nach Schlaganfall mit einer Hemiparese und dazu eine Aphasie gepaart mit masiven koknitiven Störungen kann man nicht aussagen, kann nicht schreiben , sich nicht oder nur begrenzt mitteilen, man ist hilflos, man kann sich nicht wehren, unabhängig der Vergangenheit. Und die war sicher nicht berauschend.
Aber wer hier urteilt sollte sich mit der ganzen Geschichte auseinander setzen.

Es treten mit jedem Verhandlungstag neue Ungereimtheiten auf.
Sind schon erstaunliche Wendungen, die sich da auftun! Keine Frage! Warum die jahrelange Geheimniskrämerei? Ermittlungstaktische Gründe oder Täterwissen? Verschwundene Beweismittel ?

Oder hat das was damit zu tun, dass der Tatort damals in der Grenzregion der DDR lag.
Soll hier was vertuscht werden mit einem Baueropfer, um der Seele Frieden zu finden?

Das frage ich mich fast immer, denn ich verliere nie die Justizirrtümer aus den Augen. Das in diesem Fall so plötzlich neue Fakten ans Tageslicht kommen, macht ihn tatsächlich etwas merkwürdig. Aber das kann auch gute Gründe haben. Wir werden sehen.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

18.01.2017 um 20:49
@frosch5

Naja, du willst objektiv sein -hörst dich aber wie die Verteidigung an. Warum sollten alle beteilgten und ermittelnden Parteien alles manipulieren um einen unschuldigen ins Gefängnis zu bringen? Verbrecher/Verbrechen aus der DDR Zeit würde doch eigentlich und ggf. Nur die DDR vertuschen wollen sollten Parteifunktionäre darin verwickelt sein. Aber wen sollte die westdeutsche Justiz nach 30 Jahren noch aus der DDR schützen?


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

18.01.2017 um 20:51
frosch5 schrieb:Warum die jahrelange Geheimniskrämerei?
Was und v.a. WEN meinst du damit? Woran machst du fest, dass Geheimniskrämerei betrieben wurde?

Ich freue mich, wie gesagt, dass du vom Prozess berichtest, und Objektivität halte ich ebenso für unabdingbar, aber du machst in deinen eigenen Ausführungen oft nur vage Andeutungen, ohne zu konkretisieren. Könntest du bzgl. der o.g. Frage also etwas konkreter werden, damit deine Gedanken auch nachvollziehbar werden?


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

23.01.2017 um 20:38
Also erst einmal finde ich es sehr gut, dass @frosch5 uns durch seine Prozessteilnahme und die persönlichen Berichte darüber hier im Forum auch einen anderen - durchaus diskussionswürdigen - Standpunkt aufzeigt. Bitte weiter so!
Und ich würde das sehr ungern auf irgendwelche "DDR-Vergangenheiten" reduzieren wollen, wie z.B. von @Suinx kürzlich oben angeführt.
Ich habe in meinem engen Freundeskreis einen Kriminalkommissar und sofern er erzählen darf, "lasse ich mir gern berichten". Der Ermittlungsdruck ist schon sehr hoch! Es sind Ergebnisse gefordert, Fallabschlüsse! Das hat gar nix mit DDR oder BRD oder sonstigen Staaten zu tun, das ist so wie in jedem anderen Unternehmen auch -> die Statistik muss stimmen. Hinzu kommt der erhöhte Druck, Unsicherheit aus der Bevölkerung zu nehmen. Der ermittelnde Kommissar im Fall Heike Wunderlich sagt es ja mehr oder weniger direkt selbst:
„Wenn wir keine Ergebnisse bekommen hätten, wäre langsam alles erschöpft gewesen“, sagt er zu BILD... Da wäre irgendwann der Tag gekommen und wir hätten die Ermittlungen leider eingestellt... Petzold erleichtert: „Beharrlichkeit führte mich zum Erfolg.““
Quelle: http://www.bild.de/regional/chemnitz/kriminalhauptkommissar/so-kam-ich-heikes-moerder-auf-die-spur-49804730.bild.html

Es ist ja auch eine mehr oder weniger ländliche Gegend, da fühlt man sich aufgrund nun mittlerweile persönlicher Kontakte zur Lösung des Falls berufen. Ungereimtheiten sehe ich hier ebenso mehr als genug. Es ist uns allen klar, dass der nun verhandelte TV kein "weißes Blatt Papier" - insbesondere bei Gewalt gegenüber Frauen - ist. Zum Thema Spuren erinnere ich sehr gern an Michéle Kiesewetter oder Uwe Bönhardt im Fall Peggy Knobloch. Vielleicht sollte man trotz der "eindeutigen" Spurenlage den Versuch wagen, einen möglichen ganz anderen Täter in Betracht zu ziehen. Ich hoffe sehr, aber glaube nicht, dass dies der Prozess bieten kann.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.01.2017 um 22:03
Auch ich bin dir dankbar für deine Ausführungen, Frosch, und auch mich hat es ein wenig stutzig gemacht, dass die ursprüngliche DNA-Spur so plötzlich keine Rolle mehr spielt und stattdessen eine quasi brandneue Spur den "Durchbruch" gebracht haben soll. Das klingt erstmal irgendwie fragwürdig.

Dazu deine Berichte, die ich mangels eigenem Erleben im Gerichtssaal und den - wie hier schon angemerkten - eher vagen Andeutungen deinerseits nicht werten kann.

Natürlich wäre da eine Tertiär-Übertragung denkbar. Allerdings darf man dabei zweierlei nicht außer Acht lassen :
1. Der Versuchsaufbau der Studie scheint mir auf den ersten Blick doch etwas sehr realitätsfern zu sein. Ein erheblicher Faktor, nämlich die zwischenzeitlich vergangene Zeit und die in dieser durch den Überträger getätigten Handlungen scheinen mir hier nicht ausreichend berücksichtigt zu sein. Ist ein bisschen mehr Bauchgefühl, da der Versuchsaufbau nicht ausreichend beschrieben wird. Den müsste man ums Bewerten zu können aber schon genau kennen.

2. Das Nichtvorliegen weiterer DNA-Spuren des Angeklagten bzw. die Tatsache, dass bislang nicht mehr von ihm festgestellt wurde, ist KEIN entlastendes Indiz. Es bedeutet auch nicht, dass der Angeklagte, so er den der Täter war, da quasi in Schutzkleidung herumgelaufen sein muss. Die Ursachen können unterschiedlich sein.

Grundsätzlich sind das beides Auswirkungen des sog. CSI-Effektes. Du begehst also quasi auf der einen Seite denselben Fehler, den du nicht ganz zu Unrecht wie es scheint, den Ermittlungsbehörden ankreidest.


Bin mal gespannt, was du noch zu berichten hast.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.01.2017 um 22:43
Zunächst mal finde ich es gut, bzgl. DNA-Spuren alles zu hinterfragen, um nicht Unschuldige hinter Gitter zu bringen. Aufgrund von DNA-Spuren alleine darf aber sowieso niemand verurteilt werden, das hat der BGH mehrmals festgestellt.

Zur Tertiärübertragung:

Ja, die ist möglich, aber man muss bedenken, dass es dabei auch in aller Regel eine Primärübertragung durch den Täter gibt, die man dann feststellen könnte. Als Bsp. das von @frosch5 angeführte Experiment: Hier hat man sicher zusätzlich zur DNA von Person 1 (die tertiär übertragene) auch massig DNA von Person 2 (vulgo "Täter") gefunden. Soll heißen: Wenn man ausschließlich eine einzige DNA-Spur findet, ist es unwahrscheinlich, dass die durch eine Tertiärübertragung zustande kam. Bei Mischspuren sieht das natürlich anders aus.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.01.2017 um 20:10
23.01.2017

Die Verhandlung wurde fortgeführt, als Zeuge wiederum Gutachter Dr. Schulze.
Es wurde allgemein über Mischspuren sowie DNA-Profil gesprochen, um der Allgemeinheit noch mehr Verständniss zur Zeugenbefragung rüber zu bringen.
Es wurde über die statistische Berechnung anhand Hardy Weinbergs Beziehungsberechnung berichtet und wie sich diese Berechnung auf den aktuellen Fall auswirkte. Hypothese oder Wahrscheinlichkeit? Es wurde eine Wahrscheinlichkeit berechnet,
dass die gefundene Mischspur zu 1: 73 Milliaren zum TV gehört.
Es kam auch zum Ausdruck, dass man eine absolute Wahrheit nicht rausbekommen wird, da alles statistisch berechnet wird.
Da mit Populationsdaten auf Europäischer Ebene grechnet wurde, stellte der Vorsitzende die Aufgabe, auch Berechnungen anzustellen mit eurasischen und russischen Populationen zu rechnen, da zum Tatzeitpunkt in der damaligen DDR viele russische (sowjetische) Streitkräfte stationiert waren.

Auf die Frage: "Wo genau befand sich die Spur am BH der Geschädigten?" konnte keine genaue Antwort gegeben werden.
Da der BH in Einzelteile zerlegt wurde konnten Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage am Richtertisch ein Foto aus dem Jahr 1999 in Augenschein nehmen, auf dem der BH zu sehen war.


25.01.2017

dieser Prozesstag wurde eingeleitet mit einer Verständigungsprüfung mit dem TV.
Es wurden die im Verlaufe der letzten Tage die an den TV gestellten Fragen und seine Antworten wiedergegeben, um die Aufnahmefähigkeit zu prüfen inwieweit der TV dem Verlauf der Verhandlung folgen kann, ob er weiß, worum es geht.
Es wurde daraufhin festgelegt, nach Abschluss des Blockes DNA einen Psychologen zur Verhandlungsfähigkeit hinzu zu ziehen, um diese abermals zu prüfen.

Anschließend wurde zum Thema DNA wieder Dr. Schulze in den "Zeugenstand" gerufen. Er legte die neuen Berechnungen mit Russischen Daten vor. Er konnte nur mit 7 Merkmalssystemen arbeiten. Die Berechnung ergab eine Wahrscheinlichkeit von
1: 11,6 Millionen, dass die hier behandelte Mischspur vom TV stammt.
Berechnung mit europäischen Daten mit 7 Merkmalen 1:17 Millionen.

Nächstes Thema: Sekundärübertragung, nach Meinung des Sachverständigen war die gefundenen DNA des TV Hautabrieb,
die Frage nach dem Nachweis konnte er wieder nicht beantworten, da nicht untersucht wurde, ob es Hautschuppen oder Hautabrieb gewesen ist, die Aussagen beruhen auf Annahmen. Er tippe mit 99,9 %iger Wahrscheinlichkeit auf Hautabrieb, kann aber eine Haut- oder Kopfschuppe nicht ausschliessen. Es gebe keine Erkenntniss über das Material.

Es wurden allgemeine Fragen gestellt. Ist Spurenverschleppung möglich? Welcher Einfluss hat die Lagerung von DNA auf die Zerstörung dieser.

Zum Abschluss des Tages wurde noch sehr kurz was zur Spur 33/34 gesagt bzw. angerissen. (Vaginal- und Analabstriche, Auffinden von 2 wahrscheinlich männlichen DNA-Spuren) , Spur 28.2 (Spermaspuren im Bereich des Zwickels der Thermohose der Geschädigten) sowie Spur 29.1,29.2,29.3 (Drosselwerkzeug Innenbereich Knoten , Slip, es wurden mehrfach DNA Spuren gefunden, die als Rumpf-DNA zu bezeichnen sind aber dem TV nicht zugeordnet werden kann)


30.01.2017

Die Verhandlung wurde fortgeführt, als Zeuge wiederum Gutachter Dr. Schulze.

Spur 28.2
Es wurden im Jahre 2001 eine Mischspur von 2 Personen im Zwickelbereich der Thermohose inne gefunden.
Diese Mischspur (Sperma) konnte zwei männlichen Personen zugeordnet werden.
Es erfolgte ein Vortrag über die Merkmale dieser DNA-Spuren.
Da zum Ausgang der Untersuchung ein Sexualdelikt angenommen wurde, konnte zweifelsfrei die gefundenen Spuren in der Hose der Geschädigten als Spermaspuren ermittelt werden. Es handelte sich um Zwei unterschiedliche männliche Personen, die DNA stimmt nicht mit der des TV überein. Auf die Frage, inwieweit es sich um Spermaspuren handelt, wurde als Beweis ein Foto den Anwesenden vorgelegt.
Fragen zum Zustandekommen dieser Spuren blieben unbeantwortet, es konnte zur Übertragungsart keine Aussage getroffen werden, es wurde spekuliert ob sich diese Spuren schön länger dort befanden ( der Sachverständige führte eigene Tests mit Wäschewaschen und Verbleib von Spermaspuren in Bekleidung an), die Nebenklage führte die Hypthese auf, dass das Sperma aus der Scheide der Geschädigten nach Geschlechtsverkehr durch die Slip in die Hose gelangt sein könnte. Da aber die Geschädigte beim Auffinden nicht bekleidet war, kann diese Spur nichts mit der Tat zu tun haben.
So wurden die Spurenleger als mögliche Täter ausgeschlossen.

Weiter ging es noch mal zur Spur 29.1, dem BH
Es wurde neben der Mischspur, die letzdendlich zum sogenannten TV führte eine weiter Mischspur gefunden, diese Mischspur war auch an der Spur 29.2 (Slip) und 29.3 (Gummiband) vorhanden.
Dr. Schulze erläuterte die Mermale dieser Spur. Am BH an der Innenseite des Knotens sowie an den Körbchen, Slip und Gummiband wurde eine Mischspur gefunden, die in eine weibliche DNA, der H.W zuzuordnen ist und Fragmente einer männlichen DNA. Diese männliche DNA weist nicht genug Merkmale auf, um sie einer bestimmten Person zuordnen zu können.
Es seien zu wenig Merkmale, aber die wenigen Merkmale können einen der Spurenverursacher aus Spur 28.2 nicht ausschließen.
Auf Befragung wurde geantwortet, dass die wenigen Merkmale nicht verwertbar sind und er wolle sich hier nicht festlegen, ob die zweite DNA in dieser Mischspur männlich oder weiblich sind, da es ja nur Fragmente sind, diese Merkmale reichen eventuell zum Ausschlusseverfahren, und außerdem war es der Stand von 2000, würde nach heutigem Stand keinen Befund mehr ergeben. Ausschließen kann man anhand der wenigen Merkmale den TV.
Auf Befragung:" Es kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine männliche DNA handelt."
" der XXX kann nicht ausgeschlossen werden beim genau hinschauen"(Zitate aus meinen Aufzeichnungen)
Zur Spur 29.2 und 29.3 habe ich mir notiert:"es können 2 oder auch drei DNA sein"

Anschließend wurde nochmal Über Sekundärübertragung gesprochen.

Dr. Schulze wies im Anschluss nochmal darauf hin, dass die gefundene Spur des TV sehr eindeutig und rein ist, in hoher Konzentration, obwohl es "nur" eine Spur ist.
Auf die Frage, wie er darauf kommt, gab er zu verstehen, nach seinem Wissen und seiner Erfahrung muss die nach fast 30 Jahren untersuchte Spur des TV ja vor 30 Jahren noch intensiver gewesen sein, ansonsten hätte man 2016 nicht solche Ergebnissse bekommen.
Auf die Frage, wieviel DNA-Material für dieses Ergebnissen notwendig ist, konnte er keine eindeutige Antwort geben.
Leider können heute auch keine neuen Untersuchungen der gefundenen Rumpf-DNA mit neuen Methoden gemacht werden , weil diese nicht mehr vorhanden oder verbraucht ist.

Das war mein Bericht zu den letzten Verhandlungstagen.
Wie ich schon in vorangegangenen Beiträgen schrieb, es gibt so viele Ungereimtheiten in diesem Fall und es werden auch nicht die letzten sein
Es geht auch nicht um Parteilichkeit, es geht um Objektivität, Sachlichkeit und Gerechtigkeit.

PS: das Interesse der Medien wird auch immer kleiner, sie müssten wohl mal die Wahrheit zum Verlauf berichten.
Dass Die Verteidigung die DNA des TV infrage stellt, wie es verschiedene Medien berichteten hat nicht den Anschein,
Die DNA des TV ist nun mal da, aber es ist nicht die einzige DNA, und nur eine von vielen Spuren die gefunden wurden.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

21.08.2017 um 19:40
Der Prozess hat angefangen, der TV bestreitet nach wie vor die Tat.
http://www.mz-web.de/sachsen/mord-an-heike-wunderlich--bestialische-vergewaltigung-passt-zu-seinem-wesen--28201024


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