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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

123 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, DDR, Aktenzeichen Xy, Sachsen, 1987, Moped, Plauen, Heike Wunderlich

Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.08.2017 um 20:54
In einem Presseartikel wird bestätigt, dass die gefundene DNA eindeutig dem TV zugeordnet werden konnte.
Eine mögliche Verunreinigung der DNA-Spur hatte der Spurensachverständige des Landeskriminalamtes ausgeschlossen.
https://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/PLAUEN/Mordprozess-Heike-Wunderlich-Er-soll-unseren-Hass-spueren-artikel9958...

Zum Leidwesen der Angehörigen von Heike W. schweigt sich Helmut S. auch weiterhin zu seiner vermutlichen Tat aus. Der Prozess läuft nun seit Dezember 2016 und es sind laut Pressebericht noch weitere Termine bis Jahresende anvisiert. Möglicherweise kommt es also erst 2018 zu einem Urteilsspruch. Bislang ist die DNA Spur am BH der Toten das belastende Indiz. Der TV will das Mädchen aber weder gekannt noch getroffen haben und hat auch keine alternative Erklärung dafür, wie seine DNA dort hin gekommen ist. Sieht alles nach Indizienprozess aus.
Vermutlich benötigt die Anklage mehr Zeit, um weitere Zeugen zu hören.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.08.2017 um 21:29
@inextenso

Dies ist nicht korrekt. Der Artikel auf den du dich beziehst, ist nicht mehr aktuell sondern vom 24. Juli, inzwischen hat sich viel getan. Der Prozess befindet sich bereits in der Endphase, sowohl die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger als auch die Verteidigung haben bereits ihre Plädoyers gehalten.

Das Urteil wird am kommenden Mittwoch fallen, somit steht der Urteilsspruch nur noch zwei Tage bevor.

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage forderten die lebenslange Freiheitsstrafe mit dem Zusatz der besonderen Schwere der Schuld, wodurch eine Haftentlassung nach 15 Jahren äußerst unwahrscheinlich scheint.

"Staatsanwaltschaft und Nebenklage fordern hingegen eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten. Sie beantragten zudem, die besonderen Schwere der Schuld festzustellen. Im Falle einer Verurteilung könnte der mutmaßliche Täter damit nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden."



Die Verteidigung plädiert natürlich auf Freispruch und drängt darauf, dass der entscheidende Beweis trotz der DNA-Spur fehlen würde.

"Der Nachweis der Täterschaft sei durch die Beweisaufnahme nicht erbracht worden, sagten die Anwälte des Angeklagten. Ihr Mandant müsse daher freigesprochen und der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben werden."



Außerdem wirft die Verteidigung die These in den Raum, dass der 62-jährige Angeklagte Helmut S. durch seinen Jahre zuvor erlittenen Schlaganfall nicht mehr verhandlungsfähig sei.

http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/plaedoyer-mordfall-wunderlich-100.html

http://www.sz-online.de/sachsen/verteidiger-fordern-freispruch-im-wunderlich-prozess-3760204.html


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.08.2017 um 21:32
Es wird also spannend am Mittwoch!

Ich für meinen Teil bin von der Schuld des Angeklagten mehr als überzeugt und hoffe, dass ich in meinem Glauben an das Rechtssystem nicht enttäuscht werde.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

28.08.2017 um 22:07
@Gartenbauer

Oh, danke, dann hast Du die aktuelleren Artikel gefunden oder bist anderweitig auf dem neuesten Stand. Gut zu wissen, dass der Prozess nun doch so bald zum Abschluss kommt. Es war zu erwarten, dass die Verteidigung in diese Richtung argumentiert. Ein Indizienprozess, der auf einer einzigen DNA Spur basiert, ist letztlich immer irgendwie heikel. Andererseits gibts keine vernünftige Erklärung dafür, wie die DNA des TV auf das Beweisstück gekommen sein könnte? Tja, hoffen wir, dass am Mittwoch die Wahrheitsfindung soweit vorangeschritten ist, dass der Gerechtigkeit doch noch Genüge getan werden kann.



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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

29.08.2017 um 01:06
@inextenso

Ja, das hast du gut formuliert. Ich hoffe auch, dass der ganze Mammutprozess nun doch Klarheit in den Fall gebracht hat.

Es könnte zudem schwierig sein, da man nicht nur die DNA-Spur des Tatverdächtigen an der Leiche von Heike Wunderlich fand. Die anderen Männer konnte man (meinem Stand nach) als Tatverdächtige zwar ausschließen, dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack dass sich am Slip des Opfers auch eine DNA-Spur befand, die nicht dem 62-jährigen Helmut S. zuzuordnen ist.

Doch eine Verunreinigung der DNA-Spur von Helmut S. konnte zu 100% ausgeschlossen werden und die Tatsache, dass seine DNA-Spur an der Innenseite des BHs von Heike anhaftete, verweist schon auf ihn als Mörder, da Heike W. eben mit ihrem BH erdrosselt wurde.


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SCMP77
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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

29.08.2017 um 09:18
@Gartenbauer
Niemand kann wissen, ob der Angeklagte der Täter ist, auch nicht das Gericht.

Ob mit einer Verurteilung handelt es sich einzig und allein um die sogenannte juristische Wahrheit, mehr nicht.

Mich persönlich würde ein Freispruch in keiner Weise an dem Glauben an unserer Rechtssystem erschüttern. Ich persönlich glaube, dass ein Freispruch von einem Gericht mehr Überwindung kostet als eine Verurteilung, da es sich gegen den ganzen Ermittlungs-Apparat und StA stellen muss und sogar zugeben, dass es sich bei der Zulassung des Verfahrens in gewisser Weise geirrt hat. Das ist eine psychologische Herausforderung. Wenn man Statistiken ansieht, sind auch Freisprüche deutlich seltener als Verurteilungen. Sicherlich kommt das zum Teil durch die Vorprüfungen, es erklärt jedoch nicht die Diskrepanz, wenn Leute aus den eigenen Reihen der Justiz angeklagt werden, da ist die Verurteilungsrate deutlich geringer.

Ich persönlich habe keine Ahnung, ob er wirklich der Täter ist. Was mich persönlich einfach stutzig macht, ist die "Güte" der Spur. Dass angeblich ein Transfer durch die Spurensuche ausgeschlossen sein soll, kann grundsätzlich nicht stimmen, aber das dürfte die Presse mal wieder nicht richtig weitergegeben haben. Das assoziiert man automatisch mit dem Fall Knobloch. Dort war es von vornherein klar, das etwas nicht stimmen könnte, da gab es ein sehr klares Profil, was aber im Waldboden die vielen Jahre nicht hätte überleben können. Was aber gewesen wäre, wenn Peggy in einer Umgebung gefunden worden wäre, wo das rein theoretisch möglich gewesen wäre?

Es gibt auch andere Fälle, wo Kontaminationen zwischen unterschiedlichen Fällen erfolgt ist. Die angeblich hohen Wahrscheinlichkeit, dass es sich  um die Spur des Angeklagten handeln soll, sind da eher Augenauswischerei, weil sie etwas vorspiegelt, was so nicht existent ist. Klar, es dürfte die DNA des Täters sein, aber ob sie bei der Tat darauf kam oder später, wissen wir nicht. Es ist viel zu viel unbekannt, wie das Corpus Delicti behandelt wurde, davon wusste der Sachverständige nicht wirklich etwas.


Außerdem zeigt dieser Fall wieder deutlich, dass Angeklagte nach so viel Jahren kaum die Möglichkeit haben, noch überprüfbare Alibis zu liefern. Man nimmt dem Angeklagten eine Verteidigungsmöglichkeit.

Ich persönlich fände da eher ein Freispruch mit einem Rechtsstaat vereinbarer als eine Verurteilung, zumindest sollte er den "Glauben" an den Rechtsstaat nicht mindern, ganz im Gegenteil, eine Verurteilung hätte für mich eher einen bitteren Beigeschmack.
Gartenbauer schrieb:Doch eine Verunreinigung der DNA-Spur von Helmut S. konnte zu 100% ausgeschlossen werden
Das dürfte der Sachverständige bestimmt nicht gesagt haben, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Das dürfte die Presse falsch weitergegeben haben, bzw. eine Verunreinigung muss bei einer Übertragung auch nicht automatisch erfolgen. Außerdem sprach der Sachverständige selber von
frosch5 schrieb am 18.01.2017: gab bei den Systemen der DNA-Typisierung geringfügige Abweichungen. Nach Nachfrage kam die Reaktion, dass das wahrscheinlich ein "bilogisches Geheimnis ist und nicht alles erklärbar".
Nach nochmaligem Nachfragen des Vorsitzenden kam zum Ausdruck, dass diese Unregelmäßigkeiten auch mit dem Vorliegen einer dritten Person zu tun haben könnten.
Sprich eine Kontamination kann nicht ausgeschlossen werden, die Meldung der Presse ist falsch.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 13:21
Der Angeklagte wurde zur einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt:
Zwickau -
Mehr als 30 Jahre nach einem Sexualmord im Vogtland ist ein 62-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau sah es am Mittwoch nach 43 Verhandlungstagen als erwiesen an, dass Helmut S. am 9. April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich vergewaltigt und erdrosselt hat.
Es wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt, somit wird eine vorzeitige Haftentlassung des 62- Jährigen erschwert:
Wegen der Brutalität der Tat stellte die Schwurgerichtskammer zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine vorzeitige Haftentlassung für den Mann aus dem thüringischen Gera erschwert.
Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Verurteilt wurde der gebürtige Zwickauer nach dem zum Zeitpunkt der Tat geltenden DDR-Recht wegen der Möglichkeit einer geringeren Strafe.
http://www.mz-web.de/sachsen/fall-heike-wunderlich-30-jahre-nach-sexualmord---lebenslange-freiheitsstrafe-fuer-taeter-28...


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 15:11
@SCMP77

Man soll seine DNA im BH des Opfers gefunden haben -ein sehr starkes Indiz wie ich finde. Insofern finde ich das Urteil schon richtig -ob er aber über die 15 Jahre hinaus noch in Sicherungsverwahrung muss, so empfinde ich diese Entscheidung zu hart, zumal oft Kinderschändler glimpflicher davon kommen....


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 16:33
Dafür war er 30 Jahre auf freiem Fuss ...............


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 17:54
@Suinx
Wie ich schon oben angesprochen hatte, irritiert mich die angebliche Güte dieser Spur nach so viel Jahren, das weckt Assoziationen zum Fall Peggy Knobloch und anderen, wo es Übertragungen zwischen den Fällen gegeben hat. Wo man dann in einem solchen Fall findet, ist da kaum relevant, naturgemäß findet man sie auch in einem solchen Fall genau da, wo man besonders gut sucht.

Es ist eben auch ein großer Zufall (natürlich nicht unmöglich), dass man offenbar nur an einer einzigen Stelle so etwas gefunden hat und dann wohl noch in dieser Stärke. Da man mit beiden Händen entsprechend zupacken müsste, erscheint mir das doch recht suspekt.

Wie gesagt, der Fall bereist bei mir in ungutes Gefühl, hätte aber nichts anderes erwartet, die Zeichen einer Verurteilung waren schon deutlich.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 18:04
@SCMP77

Also ich weiß nicht. Es gibt wahrlich andere Fälle, die einen politischen und gesellschftlichen Druck erzeugen als dieser 30 Jahre alte 0815-Fall. Welchen Sinn würde denn machen einen 62 jährigen nach 30 Jahren lebenslänglich + Sicherungsverwshrung zu verurteilen?


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SCMP77
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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 18:16
Was hat das mit politischem Druck zu tun? Gesellschaftlicher Druck ist immer da, man will jemanden bestraft wissen.

Ich vermute, dass Du meinen letzten Satz falsch gedeutet hast. Die Zeichen waren da, denn der Angeklagte war nicht aus der U-Haft vorzeitig entlassen worden, der Vorsitzende sah offenbar nach wie vor einen dringenden Tatverdacht.

Sicherungsverwahrung steht hier wohl nicht zur Debatte, sondern es wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, so dass er lange in Strafhaft bleiben wird. Folgerichtig, wenn man von seiner Schud ausgeht.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 18:45
SCMP77 schrieb:Was hat das mit politischem Druck zu tun?
Politischer Druck heiß wie im Fall Maria Bögerl (der wohl meist behandelte Fall bei XY) oder Jakob von Metzler den Verdächtigen u.U. zu foltern um weiter zu kommen. Ich denke dass auch alle Strafverfahren mit beteiligten Flüchtlingen derzeit ebenfalls unter politischen Druck stehen -Wahlen sind nicht jetzt nur im September sondern auch viele Landtagswahlen.

Worauf ich hinaus will: Das ist ein sowas von unspektakulär Fall, dass kein Staatsanwalt oder gar Richter unbedingt einen Unschuldigen ins Gefängnis stecken müssen. Wozu? Es gibt so viele ungeklärte Fälle, man hätte den auch noch dazu legen können...


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 20:25

Damit ist wohl der statistisch zu erwartende Normalfall eingetreten, den @SCMP77 weiter oben geschildert hat: Nämlich, dass im Zweifel eher verurteilt als freigesprochen wird, um das individuelle und kollektive Rechtsvertrauen zu gewährleisten.

Mich würde mal interessieren, ob und welche weiteren Indizien und Zeugenaussagen hinsichtlich einer Verdichtung der Täterschaft des Helmut S. in der Urteilsbegründung gewichtet worden sind. Denn eine einzige hauptbelastende DNA-Spur scheint mir nicht genug, um jemanden lebenslang hinter Gitter zu bringen. Zurecht weist @SCMP77 auf die in letzter Zeit entdeckten Fälle von verunreinigten falschen Spurenträgern hin, ganz prominent im Fall Peggy Knobloch. Ohne Prüfung einer möglichen Kontamination der Aservate kann man sich ja nie sicher sein, ob Helmut S. diese Spur bei der Tatausführung hinterlassen hat? Es wäre beruhigend gewesen, hätte man das der Form halber vor der Urteilsfindung noch abgeklärt. Die Presse hat jedenfalls nichts darüber berichtet. Fragt sich, warum die Verteidigung nicht darauf gedrungen hat, denn der Angeklagte hatte ja keine Erklärung für seine DNA am BH des Opfers? All das hinterlässt einen Beigeschmack und man kann nur hoffen, dass es den Richtigen getroffen hat.

Es ist wirklich erstaunlich, welche faktische Objektivität einer DNA-Spur heutzutage zugemessen wird und wie sich das auf Anklage, Prozessverlauf und Urteil auswirken kann. Man vergleiche diesen alten DDR Fall mal mit dem Mordprozess gegen eine 74-jährige, die 2016 vor dem Landgericht Neuruppin angeklagt war, 1974 ihren kleinen Sohn in Schwedt/O. mit Gas vergiftet zu haben. Die Frau wurde aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen bzw. musste freigesprochen werden. Trotz aller Bedenken war dies das einzig mögliche, rechtstaatlich zu vertretende Urteil, denn es konnten keine konkreten Indizien für ihre Schuld beigebracht werden. Auch dort hatte die Angeklagte eine etwaige Tat verneint und bis zuletzt geschwiegen. Wäre sie vielleicht verurteilt worden, hätte man eine verdächtige DNA-Spur gefunden? Tatsächlich spielte DNA in diesem Prozess aber gar keine Rolle, weil solche Spuren seinerzeit (vermutlich) gar nicht gesichert worden sind da man von einem Unfall ausging. Und die Frau hatte (wenn sie wirklich zur Täterin geworden ist, was bis heute niemand weiss) einfach Glück.



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SCMP77
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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 20:45
@Suinx
Kaum ein Richter wird einen Unschuldigen verurteilen wollen. Aber trotzdem erfolgen Justizirrtümer.

Und für mich hat das hier von Prozessbeobachtern geschriebene eben mehr Zweifel geweckt. Wie gesagt, die Güte der Spur nach so langer Zeit ist seltsam und abgesehen von dieser gibt es sonst keine einzige andere bestätigende Spur, für mich eher ein Hinweis auf eine Verunreinigung in jüngerer Zeit. Aus meiner Sicht hätte man die Güte der anderen DNA-Spuren z.B. den des Opfers mit der gefundenen erfolgen müssen. Wenn die Spuren des Opfers selber schlechter gewesen sein sollten, wäre das in keiner Weise erklärbar und man müsste von einer falschen Spur - ähnlich wie im Fall Knobloch ausgehen. Eine solche Untersuchung wird jedoch nicht von den Prozessbeobachtern berichtet. Man hätte sich nur mit der Frage der Wahrscheinlichkeit der Zuordnung der DNA zum Angeklagten selber stärker beschäftigt und vom Sachverständigen Nachbesserungen verlangt.

Stattdessen hätte man sich mit ganz anderen Wahrscheinlichkeiten befassen müssen.

Die Wahrscheinlichkeit von Transfers durch Ermittler selber ist mittlerweile weitaus größer, hierfür hätten Wahrscheinlichkeiten hergehört. Das Gericht hat sich da mit weniger Wichtigen mehr beschäftigt.


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Ludwig_01
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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

30.08.2017 um 22:06
Ich stimme @Gartenbauer vollkommen zu, denn auch für mich besteht kein vernünftiger Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Es gibt nicht nur die DNA-Spur, sondern auch andere belastende Indizien, die auf den Verurteilten als Täter hinweisen, nicht zuletzt dessen notorisch kriminelle Biographie.
@Suinx : Für eine Verurteilung ist es nicht entscheidend, wie lange eine Tat zurück liegt (falls sie noch nicht verjährt ist, was bei Mord aber nicht der Fall ist) und auch Alter und Gesundheitszustand des Angeklagten dürfen keine Rolle spielen, sofern er verhandlungs- und haftfähig ist.
Suinx schrieb:Politischer Druck heiß wie im Fall Maria Bögerl (der wohl meist behandelte Fall bei XY) oder Jakob von Metzler den Verdächtigen u.U. zu foltern um weiter zu kommen. Ich denke dass auch alle Strafverfahren mit beteiligten Flüchtlingen derzeit ebenfalls unter politischen Druck stehen -Wahlen sind nicht jetzt nur im September sondern auch viele Landtagswahlen.

Worauf ich hinaus will: Das ist ein sowas von unspektakulär Fall, dass kein Staatsanwalt oder gar Richter unbedingt einen Unschuldigen ins Gefängnis stecken müssen. Wozu? Es gibt so viele ungeklärte Fälle, man hätte den auch noch dazu legen können...
Nichts für ungut, aber ich habe selten so einen substanzlosen Blödsinn gelesen!


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

31.08.2017 um 10:17
Wie soll die DNA denn sonst an dem BH gekommen sein? Gekannt haben will er sie ja nicht. Für mich kein Zweifel an der Schuld. Komme aus der Region, fahre öfter am Tatort vorbei und bin froh das die Familie endlich Gewissheit hat!


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31.08.2017 um 18:16
@SCMP77
@inextenso
@Suinx

Der Verdeutlichung halber werde ich nun versuchen die gewichtigsten Indizien aufzulisten:


- DNA-Spur des Verurteilten Helmut St. am BH-Träger von Heike an der zugeknoteten Stelle
--> genau die Stelle, die der Täter für die Erdrosselung durch den BH-Träger hätte berühren müssen (natürlich MUSS man dabei keine Spuren hinterlassen)

- DNA-Spur seit 2001 bekannt, erst 2016 dank neuster kriminaltechnischer Möglichkeiten analysierbar

2001 fanden die Ermittler erstmals eine unbekannte männliche DNA-Mischspur. Das war Spur 29. Dank verbesserter Analyseverfahren konnte die Spur etwa 15 Jahre später dem Angeklagten zugeordnet werden. Der heute 61-Jährige muss sich nun wegen Mordes verantworten.



http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/mordprozess-heike-wunderlich-zeugenaussage-kriminalpolizist-100.html


- Helmut St. vorher schon schwerkriminell, trat auch durch Vergwaltigungen in Erscheinung

Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Seine DNA war aufgrund von Straftaten während der Wendezeit in die bundesweite Datei eingetragen.

Nach zwei weiteren Verurteilungen wegen Vergewaltigung (2006) erfolgte die Erneuerung des genetischen Fingerabdrucks.



https://www.tag24.de/nachrichten/zwickau-plauen-mordfall-heike-wunderlich-ermittlungen-todesfall-kommissar-tatort-raetse...


- sehr früh durch Sexualtaten polizeibekannt (zwei Jahre nach dem Mord an Heike)

EIN Beispiel:

► Am 8. Juni 1989 (zwei Jahre nach dem Mord an Heike) versuchte Helmut S. (heute 61) bei Plauen, eine Frau zu küssen, drohte, sie umzubringen und sagte: „Ich will dich nackt sehen.“

Durch die Schreie von Ute S. wurden Passanten auf die Sex-Tat aufmerksam – ihre Rettung, Ute S. erlitt Würgemale. Urteil: zwei Jahre Haft.



http://www.bild.de/regional/chemnitz/mord/heikes-moerder-wuergte-weitere-frauen-bei-seiner-gier-nach-sex-49754522.bild.h...


- versuchter sexueller Missbrauch an seiner Halbschwester im Alter von 15 Jahren, zeigte sich also demnach schon sehr früh stark verhaltensauffällig

- Halbschwester traut ihm diese Tat zu

Die heute 56 Jahre alte Frau beschuldigte Helmut S. der versuchten sexuellen Nötigung. Sie sei etwa zehn Jahre alt gewesen, als der damals 15-jährige Angeklagte beim Pilze suchen im Wald eine sexuelle Handlung von ihr verlangt habe. Sie sei damals ausgerissen. Später habe sie das Erlebnis verdrängt.



http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/mordprozess-heike-wunderlich-zeugenaussage-halbschwester-sexualdelikt-100.html

- Verunreinigung der DNA-Spur wird ausgeschlossen

Eine mögliche Verunreinigung der DNA-Spur hatte der Spurensachverständige des Landeskriminalamtes ausgeschlossen.




https://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/PLAUEN/Mordprozess-Heike-Wunderlich-Er-soll-unseren-Hass-spueren-artikel9958...

- fragwürdiges Auftreten von Helmut St., scheint nicht so erkrankt zu sein, wie er tut, kann in den Pausen lachen und Witze erzählen

Nicht, weil ihn ein Schlaganfall von 2012 am Sprechen hindert, sondern weil er offenbar nicht zur Aufklärung des Verbrechens beitragen will. Helmut S. leugnet die Tat nicht, er gesteht sie aber auch nicht. Er sagt einfach nichts. Dafür spricht er in den Pausen, die für ihn gemacht werden müssen. Dann lacht der Angeklagte auch schon mal und kommuniziert mit seinen beiden Anwälten. "Das sind die schlimmsten Momente für uns. Denn das sagt uns, dass er allen etwas vorspielt", sagt Frank Wunderlich.




https://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/PLAUEN/Mordprozess-Heike-Wunderlich-Er-soll-unseren-Hass-spueren-artikel9958...

- Helmut St. soll einem Mithäftling ein Zellengeständnis abgelegt haben, auch wenn dieses nicht in die Verurteilung miteingeflossen ist

So soll der 62-jährige Helmut S. die Tat gegenüber einem Mithäftling in der Haftanstalt Zwickau eingeräumt haben. Dort sitzt der Beschuldigte derzeit in Untersuchungshaft. "Er habe jemanden vom Moped gezerrt, vergewaltigt und umgebracht", gab Nebenklage-Vertreter Guido Zengerle die Worte des Mannes wieder.




http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/mordprozess-heike-wunderlich-zellengestaendnis-des-angeklagten-wird-eroertert-100.htm...


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

31.08.2017 um 18:47
@Gartenbauer

Ja, finde die Indizienkette "erdrückend" wie man so schön sagt.


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Mordfall Heike Wunderlich DDR 1987

31.08.2017 um 21:12

Hallo @Gartenbauer,
danke Dir für die gute Zusammenfassung. Da sind ja doch einige Indizien zusammengekommen und vor allem die einschlägige kriminelle Karriere untermauert natürlich die Täterschaft des HS. Auch dass sich die DNA innerhalb des Knotens befunden haben soll, macht es unwahrscheinlich, dass es sich um eine nachträglich dort aufgebrachte Spur handeln kann. Ich gehe davon aus, dass das Gericht einen guten Job gemacht hat. Interessant war noch mal zu lesen, dass seine DNA bereits seit der Wendezeit in der Datenbank war und 2006 noch mal erneuert wurde.



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