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Der Fall Jens Söring

25.689 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, 1985 + 24 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

13.01.2020 um 20:04
breakup schrieb:Das spiegelt sich auch an dem ersten vollzogenem Geschlechtsverkehr am Tag der Beerdigung wieder.
Ich könnte sowas definitiv nicht!
Für die Haysom´s gab es keine Beerdigung, sondern nur eine kirchliche Trauerfeier am Sonntag, dem 07. April 1985.
Bluelle schrieb:Manchmal begegnen sich Menschen auf dieser Ebene um sich zu trösten, sich zu spüren. Ich weiß ja nicht was ihr da im Kopf habt und was ihr mit Sexualität verbindet aber absurd oder krank ist das keinesfalls.
Und ja auch nach einem Mord, wer auch immer ihn verübt hat, kann man sich so Nähe schaffen, wenn man davon ausgeht, dass auch dies Menschen sind.
EH hat am Tage der Trauerfeier den Sex mit Söring eher als Vergewaltigung beschrieben. Auch wenn JS an diesem Tag grade "gekonnt" hätte, hätte er sich doch rücksichtsvoller verhalten können.


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Der Fall Jens Söring

13.01.2020 um 21:09
@synthia

Ich bin da alles in allem ganz bei Dir, da haben sich die richtigen getroffen! Von den beiden hat sich keiner was genommen, wie man so sagt.


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13.01.2020 um 22:13
Katelbach schrieb:Ich bin ein seit gut 20 Jahren in Deutschland tätiger Rechtsanwalt und kann dazu sagen: Meiner Meinung nach wäre er vermutlich auch in Deutschland verurteilt worden.

Das lässt sich aber deshalb nur schwer einschätzen, weil die Rechtssysteme so unterschiedlich sind.
Im Bereich Jura bin ich ein Laie und bedanke mich bei @Katelbach und @Rick_Blaine für ihre professionelle Einschätzung.

Ich war fünf Jahre lang Schöffe am Landgericht und bin mir nicht sicher, wie ich aufgrund der Indizien-/Beweislage gestimmt hätte - obwohl ich ziemlich sicher bin, dass JS am Tatort war.

Ein großer Unterschied bei einem Prozess in Deutschland wäre mMn aber gewesen, dass man CK als Zeugin geladen hätte. Denn hier entscheidet das Gericht über die Zeugenliste. Wenn ich mich nicht irre, werden die Zeugen in USA von Anklage und Verteidigung benannt.

CK hat wahrscheinlich einiges über die Tat gewusst, sie hat die Zeittafel verfasst, die als Alibi dienen sollte. Warum ist sie weder auf der Zeugenliste der Staatsanwaltschaft noch auf der Zeugenliste der Verteidigung aufgetaucht? Ich vermute, dass sie sowohl JS als auch EH stark belastet hätte (EH war ja schon verurteilt, aber eben nicht wegen Mordes, aufgrund eines Deals mit der Staatsanwaltschaft).


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13.01.2020 um 22:15
Falls es überhaupt stimmt, dass sie die Liste geschrieben hat. Diese wurde hier im Thread eingestellt und meiner Meinung nach handelt es sich um die Handschrift von EH.


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13.01.2020 um 22:18
Oh, davon habe ich noch gar nichts gehört! Weißt Du vielleicht in etwa, wo ich danach suchen muss? Im Wiki ist mir das nicht aufgefallen...


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13.01.2020 um 22:21
@DeeDeeDee
Beitrag von yasumi, Seite 455 hier ist die Liste


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13.01.2020 um 22:25
Venice2009 schrieb:Falls es überhaupt stimmt, dass sie die Liste geschrieben hat. Diese wurde hier im Thread eingestellt und meiner Meinung nach handelt es sich um die Handschrift von EH.
Warum sollte EH ihre gute Freundin und Roommate in ein Verfahren ziehen, in dem sie selber schon verurteilt wurde (dann hätte sie es doch zugeben können und gelogen hatte sie ja vor Gericht doch bereits zu Genüge, wenn es ihr nützt?).

Ohne Schriftanalyse macht so eine Annahme doch keinen Sinn oder was nennst Du als Grund?


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Der Fall Jens Söring

13.01.2020 um 22:27
@synthia
Kann ich dir nicht beantworten, warum. Ich finde, dass es nach ihrer Schrift aussieht.
EH hat einige Dinge getan, die mein nicht nachvollziehen konnte.


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13.01.2020 um 22:45
Venice2009 schrieb:wurde hier im Thread eingestellt
das ist ja interessant! Hast du zufällig die Seite für mich, oder ein Stichwort zur Suche?
(sorry, ich sehe gerade das hast du bereits getan).


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13.01.2020 um 22:50
DeeDeeDee schrieb:CK hat wahrscheinlich einiges über die Tat gewusst, sie hat die Zeittafel verfasst, die als Alibi dienen sollte. Warum ist sie weder auf der Zeugenliste der Staatsanwaltschaft noch auf der Zeugenliste der Verteidigung aufgetaucht? Ich vermute, dass sie sowohl JS als auch EH stark belastet hätte (EH war ja schon verurteilt, aber eben nicht wegen Mordes, aufgrund eines Deals mit der Staatsanwaltschaft).
Die Vermutung habe ich auch, nämlich dass weder J.S. noch E.H. ein Interesse daran hatten, CK als Zeugin aussagen zu lassen, da sie beide belastet hätte.


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14.01.2020 um 00:00
Ist Jens Söring "normal"?

Es scheint so: Er verliebt sich unsterblich in das schönste und begehrenswerteste Mädchen seines Studenten-Wohnheims. Als deren Freund zeigt er tiefes Verständnis für ihre Konflikte mit den Eltern. Und als Partner der Tochter fühlt er sich selbst von deren Eltern abgelehnt.
Ihm ging es also wie Millionen anderer Boy-Friends in diesem Alter.
Und was vielleicht manch einem auch schon passiert ist: Aufgrund seiner tiefen Zuneigung zu der falschen Person manövriert er sich selbst in eine sehr heikle Situation. In seinem Fall zerstört diese sogar sein Leben. Nachvollziehbar, dass ein solcher Mensch auf eine Menge Mitleid, Verständnis und Unterstützung trifft.


Oder ist Jens Söring nicht "normal"?

Nein, ist er nicht: Er fühlt sich unglaublich angezogen von einem heroinsüchtigen, weiblichen Junkie, mit einem häufig wechselnden Geschlechtsverkehr. Eine Frau, die aber eher auf gleichgeschlechtlichen Sex steht und diesen anscheinend parallel noch praktiziert. Eine Person, die sicher nicht ganz unattraktiv ist, aber eine äußerst schräge Ausstrahlung hat. Mit dieser Frau geht er eine Beziehung ein und bestärkt sie hartnäckig in ihrem Wunsch, die eigenen Eltern zu töten. So zeigt er ihr sogar Szenarien auf, wie sie ihren Wunsch erfolgreich umsetzen könnte.
Nachdem sie dieses Vorhaben (nach seiner Version) dann in die Tat umgesetzt hat, scheint ihn dieser Umstand nicht sonderlich zu erschrecken. Und das, obwohl er die Tat erst realisierbar werden ließ. Denn er war in jedem Fall das noch fehlende und alles entscheidende Puzzlestück im Mordplan einer verrückten Tochter im Hass gegenüber ihren Eltern. Denn wie wäre das Leben von Elisabeth Haysom und ihren Eltern verlaufen, wenn sie zeitlebens niemanden gefunden hätte, der sie in ihrer Idee für einen Mord an ihren Eltern bestärkt hätte? Wenn sie zeitlebens auf Menschen getroffen wäre, die zu ihr gesagt hätten: „Ich verstehe, dass Du Hass auf Deine Eltern verspürst, aber Du kannst Dir doch nicht allen Ernstes wünschen, dass sie umgebracht werden. Du bist doch nicht normal.“ Vielleicht wäre EH irgendwann einmal in eine Therapie gekommen, wenn sie diesen Wunsch weiter verfolgt und auf ihrer fortwährenden Suche nach einem Komplizen auch an weitere Personen kommuniziert hätte. Aber ihren Eltern wäre nichts geschehen und hätten normal weitergelebt. Aber dann traf EH auf Jens Söring …


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14.01.2020 um 00:16
Venice2009 schrieb:Ich finde, dass es nach ihrer Schrift aussieht.
es sieht für mich keinesfalls nach der Schrift von EH aus.


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Der Fall Jens Söring

14.01.2020 um 00:20
silentlistener schrieb:Wenn sie zeitlebens auf Menschen getroffen wäre, die zu ihr gesagt hätten: „Ich verstehe, dass Du Hass auf Deine Eltern verspürst, aber Du kannst Dir doch nicht allen Ernstes wünschen, dass sie umgebracht werden. Du bist doch nicht normal.“
Es hätte gereicht, wenn Söring das zu ihr gesagt hätte.
Vielleicht sogar hätte er sie zu einer Therapie bewegen können oder Alternativen aufzeigen.
Zuende studieren, einen Job u. Wohnung suchen.. , aber statt dessen ist er auf ihre Mordfantasien eingegangen, wofür er allein verantwortlich ist.

An dem u. anderen Punkten versteh ich nicht, warum E. dafür die Schuld gegeben wird, das er sich auf sie eingelassen hat.

Es kommt so rüber, das E. alleine den Tod ihrer Eltern wollte u. Söring nicht.

Vielleicht war auch er der "treibende Keil".


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14.01.2020 um 00:23
Tatort70 schrieb:es sieht für mich keinesfalls nach der Schrift von EH aus.
z. B. bei Jens das J. Ist schon recht eindeutig, wie ich finde.

Die Liste ist doch aus der Ich-Perspektive geschrieben. CK hat sich dahingehend nie geäußert, somit behauptet doch eigentlich nur EH, dass diese Liste von CK geschrieben worden ist. Es gibt dafür keinerlei Anhaltspunkte, weshalb sie diese Liste geschrieben haben sollte.


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Der Fall Jens Söring

14.01.2020 um 02:59
Lesende schrieb:Nach Ansicht von Strafrechtsexperten wurde Sörings Schuld in dem Verfahren bewiesen. Bei dieser Beweislage wäre er auch in Deutschland verurteilt worden.
Andante schrieb:Was Medien schreiben und was Strafrechtsexperten zu der Sache sagen, muss ja nicht immer übereinstimmen. Ich würde im Zweifel weit eher den Experten glauben :-)
Ja, das sollte man wohl. :)
DeeDeeDee schrieb:Ich war fünf Jahre lang Schöffe am Landgericht und bin mir nicht sicher, wie ich aufgrund der Indizien-/Beweislage gestimmt hätte - obwohl ich ziemlich sicher bin, dass JS am Tatort war.

Ein großer Unterschied bei einem Prozess in Deutschland wäre mMn aber gewesen, dass man CK als Zeugin geladen hätte. Denn hier entscheidet das Gericht über die Zeugenliste. Wenn ich mich nicht irre, werden die Zeugen in USA von Anklage und Verteidigung benannt.
Nun, erst einmal hättest Du den gesamten Prozess miterlebt, hättest persönlich die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten einschätzen können, hättest ihre Art und Weise, wie sie sich äussern erlebt usw. Das sind Eindrücke, die man vom reinen Aktenstudium oder noch schlimmer, vom Medienstudium nicht bekommt. Dann wärest Du freilich vom Einfluss der Medien und vor allem von allmy abgeschirmt gewesen, das ist m.E. sehr entscheidend.

Du hättest Dinge direkt aus den Ermittlungsakten erfahren, soweit der Vorsitzende diese mit den Schöffen teilt. Du hättest mit den Berufsrichtern an der Beratung teilgenommen. Das heisst, Du hättest viel mehr zum Fall gewusst, als hier aus dem Fallstudium bei allmy möglich ist.

Ob man CK geladen hätte ist fraglich. Offensichtlich haben im Prozess beide Seiten darauf verzichtet, weil sie mindestens davon ausgingen, dass diese nichts Wesentliches beitragen kann. Das kann ein deutsches Gericht genauso sehen. Hätte CK für eine der beiden Seiten etwas wirklich wichtiges beitragen können, kann man davon ausgehen, dass diese Seite sie als Zeugin aufgerufen hätte.


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14.01.2020 um 08:00
borabora schrieb:An dem u. anderen Punkten versteh ich nicht, warum E. dafür die Schuld gegeben wird, das er sich auf sie eingelassen hat.
genau, das geschah ganz freiwillig. Ein anderer Mann hätte wahrscheinlich das Weite gesucht, wenn sie ihn bezüglich ihrer Phantasien eingeweiht hätte. Nicht so JS, er ist geblieben, er hat sogar mitgemacht und ging auf ihre Phantasien ein. Sagt das nichts über ihn aus?
Ich habe den Eindruck, dass man für alles EH verantwortlich macht, und seinen Teil recht klein hält.
borabora schrieb:Vielleicht war auch er der "treibende Keil".
so sieht es aus. Insbesondere als er erfuhr, dass ihre Eltern eine ablehnende Haltung ihm gegenüber hatten. Er sah ihre Beziehung gefährdet. Dieser Punkt wird hier leider gar nicht berücksichtigt. Obwohl er diesen als Motiv in seinem Geständnis angab. Er war den Eltern, nicht gut genug für ihre Tochter gewesen.


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Der Fall Jens Söring

14.01.2020 um 08:23
Das sehe ich absolut genauso.
Keine Hinterfragung, keine Abbringung, sondern Einlassung.

Negatives, seine Einlassung in den Briefen, lässt sich ins scheinbare Positive umwandeln.
Auf dieser Ebene hat es immer für Söring funktioniert mit seinen Unterstützern u. mit den Menschen, die ihn (daraufhin) für unschuldig halten.

Ausgehend davon, seine Geschichte wäre wahr gewesen, hätte er allerspätestens bei ihrem Geständnis im Hotelzimmer (was nie stattgefunden hat) aussteigen können, sogar müssen, das wäre normal gewesen.
Grausig, der Gedanke, ein Mensch sitzt vor einem, sogar noch mit Blut der Opfer an den Unterarmen u. gesteht die Tat.

Das ist nur schwer bis gar nicht glaubhaft.
Einfach unvorstellbar.
(Ist ja schon unmoralisch, ein Alibi für die Eltern zu konstruieren).

Bei der Indizienkette braucht es mMn nicht unbedingt ein Motiv, um den Mörder zu überführen.
Er war als Jugendlicher nicht angesagt, was psychisch allerhand anrichten kann, noch dazu bei seiner Wesensart.
Auch die Eltern waren gegen ihn, da kann es u.U. schnell zu so einer Tat kommen, wenn bei der Person vorher schon einiges im Argen lag.


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Der Fall Jens Söring

14.01.2020 um 08:37
borabora schrieb:Grausig, der Gedanke, ein Mensch sitzt vor einem, sogar noch mit Blut der Opfer an den Unterarmen u. gesteht die Tat.
genau, schon allein die Reaktion ihr helfen zu wollen halte ich für unvorstellbar. Da müssen einem doch ganz andere Gedanken, wie Abscheu, Ekel usw. durch den Kopf schießen. Nicht aber als einer der ersten Gedanken, ihr helfen zu wollen und sogar die Tat auf sich zu nehmen.

Davon einmal abgesehen, dass ich auch nicht glaube, dass es sich so abgespielt hat, hört sich das doch sehr unglaubwürdig an. Der Mensch den man liebt hat seine eigenen Eltern getötet. Das muss man doch zuallererst realisieren, hinterfragen weshalb sie das getan hat. Aber doch nicht gleich den Impuls verspüren dieser Mörderin an den eigenen Eltern helfen zu wollen? Keine Fragen zu stellen? Gruselig, und für mich überhaupt nicht überzeugend.


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Der Fall Jens Söring

14.01.2020 um 09:07
Sehr richtig u. ein weiteres Glied in der Indizienkette, was für eine Täterschaft von Jens Söring spricht.
Es reiht sich eins an das Andere.
Keine Erklärung ist richtig nachvollziehbar u. verständlich.

Wenn er sie geheiratet hätte, was wäre das gegenüber seinen Schwiegereltern für ein Einstieg gewesen, bei einem fingierten Alibi mitzumachen?
Das wäre unmoralisch u. nicht ehrlich ihnen gegenüber gewesen.
Wie dann ein gutes Verhältnis entstehen sollte bei so einer Vorgehensweise, fast schon skrupellos, wüsste ich nicht.


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14.01.2020 um 09:53
DeeDeeDee schrieb:Ein großer Unterschied bei einem Prozess in Deutschland wäre mMn aber gewesen, dass man CK als Zeugin geladen hätte.
Da stimme ich dir zu und das betrifft auch den Punkt, den ich schon angesprochen habe: In Deutschland ist man schon im Vorfeld des Prozesses bemüht, möglichst allen Spuren so lange nachzugehen, bis man eine möglichst schlüssige Erklärung hat. Insbesondere die Staatsanwaltschaft verfolgt daher auch entlastende Umstände so lange, bis man eine plausible Erklärung dafür gefunden hat, warum dieser Umstand doch irgendwie ins Tatgeschehen passt.

Für einen deutschen Juristen ist es daher etwas befremdlich, dass es drei Personen gibt, die möglicherweise etwas zur Klärung hätten beitragen können, im Prozess aber offenbar überhaupt keine Rolle gespielt haben: Neben CK auch Nick Farmer und Edward "Ned" B.

Die Gründe hierfür können aber vielfältig sein. Möglicherweise haben sie eine Rolle gespielt, wurden auch befragt, konnten jedoch nichts Erhellendes sagen. Möglicherweise gab es damals auch überhaupt keine Anhaltspunkte, sie zu befragen.

Zu allen drei Personen findet man relativ viel im Internet, insofern hätte ich mir von dem Film Das Versprechen erhofft, dass man hier investigativ nachhakt. Leider hat mich der Film auch in der Hinsicht total enttäuscht. Dieser Privatermittler Watson stapft etwas unbeholfen durch die Szenerie, lässt sich von Farmers Vater schon am Telefon abwimmeln und schafft es bzgl. CK gerade mal bis zum schwarzen Brett der Uni. Wahnsinn.

Der Film hinterlässt so leider einen Eindruck, der Verschwörungstheoretikern viel Futter gibt, insbesondere Spekulationen schürt, die drei würden den Schlüssel für JS Unschuld liefern. Dies auch deshalb, weil der Film just dann abricht, als sich CK und NB etwas merkwürdig zu verhalten scheinen. CK droht mit Strafanzeige und NB ergreift die Flucht, als er befragt werden soll. Aus journalistischer Sicht find ich das eher schäbig, weil klar ist wie das wirkt: hier wurde noch eine wichtige Spur entdeckt, die damals in dem ach so unfairen Verfahren gegen JS nicht berücksichtigt wurde. Wieder ein Indiz für seine Unschuld!

Die Wahrheit wird viel profaner sein: Alle drei hatten mit der Tat nichts zu tun, wurden erst später in die Geschichte als mögliche Mitwisser eingewoben und haben heute schlicht keinen Bock immer wieder mit einer 35 Jahre alten Sache behelligt zu werden und reagieren deshalb aggressiv bei entsprechenden Fragen. (JF ist inzwischen verstorben)


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