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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 21:16
Zitat von monstramonstra schrieb:Das dürfte aber erst später gewesen sein, als er die Geständnisse widerrufen hatte. Sonst macht das keinen Sinn. Wir müssen da die Aussagen Sörings genau zeitlich differenzieren, anstatt von Lüge zu sprechen. Das trägt zur Sachaufklärung einfach gar nichts bei.
Also, er lügt auf jeden Fall. Entweder während der vier Jahre, in denen er sein Geständnis aufrecht erhalten hat, oder danach vor Gericht bis heute. Beides kann ja nicht der Wahrheit entsprechen.
Was ich mich auch frage: Wie erklärt Söring, warum E.H. anstatt zu ihrem Drogendealer zu ihren Eltern gefahren ist (in seiner zweiten Version der Wahrheit vor Gericht)?
Anscheinend war sie ja beim Dealer, da sie ja laut Söring auf Drogen war. Was ist denn dann mit den Drogen passiert, die sie angeblich transportieren sollte? Sie hätte ja dann eine größere Menge Drogen (Heroin, Cannabis?) bei sich haben müssen. Die hätte sie ja nicht behalten können, sonst hätte sie wohl richtig Ärger mit ihrem Dealer bekommen.
Die Geschichte wirkt dermaßen konstruiert, für mich wirklich unglaubwürdig, wenn man länger drüber nachdenkt.
E.H. braucht angeblich ein Alibi für ihre Eltern, damit diese nichts von ihrem Drogenkonsum und ihren Drogendeals mitbekommen.
Und dann fährt sie angeblich hackendicht und mit Drogen im Auto zu ihren Eltern. Hm, alles sehr logisch.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 21:22
Zitat von Judith123Judith123 schrieb:Und dann fährt sie angeblich hackendicht und mit Drogen im Auto zu ihren Eltern. Hm, alles sehr logisch.
und hatte auch noch 1 oder 2 Mittäter dabei laut Söring!


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 21:47
... und die lassen Tausende Dollar dort unberührt liegen... Ganz sicher Drogendealer!!! ;-)


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04.02.2020 um 21:52
Zitat von Judith123Judith123 schrieb:Anscheinend war sie ja beim Dealer, da sie ja laut Söring auf Drogen war. Was ist denn dann mit den Drogen passiert, die sie angeblich transportieren sollte? Sie hätte ja dann eine größere Menge Drogen (Heroin, Cannabis?) bei sich haben müssen. Die hätte sie ja nicht behalten können, sonst hätte sie wohl richtig Ärger mit ihrem Dealer bekommen.
Die Geschichte wirkt dermaßen konstruiert, für mich wirklich unglaubwürdig, wenn man länger drüber nachdenkt.
Söring sagt ja nicht, dass es diese Drogenfahrt gab.

Er sagt, dass das ihre Geschichte war, die sie ihm erzählt hatte. Dass diese Geschichte nicht stimmte, habe er dann erfahren, als sie wieder zurück war, und ihm die Morde gestand.

Wenn man seiner Version folgt, dann hat er einen angeblichen Drogendeal mit Alibis abgesichert, ohne zu wissen, dass er stattdessen einen Mord deckte.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 21:54
Nur dass er durch seine ähm, nennen wir es "eigenwillige" Mißdeutung der DNA-Spuren auch noch zwei fremde Männer an den Tatort zaubert...

Jede Version hanebüchener als die vorige.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 23:02
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Er sagt, dass das ihre Geschichte war, die sie ihm erzählt hatte. Dass diese Geschichte nicht stimmte, habe er dann erfahren, als sie wieder zurück war, und ihm die Morde gestand.Wenn man seiner Version folgt, dann hat er einen angeblichen Drogendeal mit Alibis abgesichert, ohne zu wissen, dass er stattdessen einen Mord deckte.
Ich meine mich zu erinnern, dass er aussagte, dass sie auf Drogen war. Sie soll ja angeblich gesagt haben: "Das war nicht ich (die Morde), das waren die Drogen."
Also hat sie sich doch Drogen besorgt.
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wenn man seiner Version folgt, dann hat er einen angeblichen Drogendeal mit Alibis abgesichert, ohne zu wissen, dass er stattdessen einen Mord deckte.
Dann hätte er aber davon ausgehen müssen, dass die Tat von Elizabeth geplant war und dass sie ihn nur benutzt.
Und dann trotzdem alles auf sich nehmen? Was er ja im übrigen auch nicht getan hat. Er hätte sie aus seiner Story auch ganz heraushalten können, z.B. indem er ausgesagt hätte, dass er alleine zu den Eltern gefahren ist, um etwas zu klären und die Situation dabei eskaliert ist.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 23:22
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:das ist falsch! Manien und schwere Depressionen mit Wahn gehören zu den Psychosen.
Bei allem Respekt für Deine Quelle. Da bin ich jetzt etwas erstaunt. Kann mir das eigentlich nur mit einer "überkommenen" Begrifflichkeit erklären (so wie früher vom "manisch-depressiven Irresein" gesprochen wurde).
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:Affektive Psychosen – hierbei sind vor allem die Stimmung, Motivation und Antrieb beeinträchtigt (psychotische Depression, Manie, bipolare Erkrankungen.
Damit litten Depressive unter einer Psychose, wären gar Psychotiker. Bipolare erst Recht. Das dürfte heute nicht herrschende Meinung der Zunft sein. Schon wegen der völlig unterschiedlichen Behandlungswege. Aber gut. Ausgangspunkt war ja eine eventuell vorhandene "wahnhafte Erkrankung" Sörings zum Tatzeitpunkt. Solche Diagnosen sind ex post immer schwierig (siehe Mollath). Sie spielten jedenfalls im Prozess keine Rolle und wurde von ihm auch nicht vorgebracht. Wer ihn für einen Irren halten möchte, möge das tun.
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wenn man seiner Version folgt, dann hat er einen angeblichen Drogendeal mit Alibis abgesichert, ohne zu wissen, dass er stattdessen einen Mord deckte.
Selbst wenn sich Söring diese Geschichte ausgedacht hat, dürfte er genügend Zeit gehabt haben, sie sich so auszudenken, dass sie nicht einfach widerlegbar ist. Und auch nicht nachprüfbar. Deshalb hat sie ganz schön was von Räuberpistole an sich.

Ich denke mir immer wieder: War ganz schön salomonisch, beide zu verurteilen und gleichzeitig wieder laufen zu lassen. Das ist einfach nicht auseinander zu dividieren, was beide uns hier auftischen.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 23:33
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Zusammengefasst: Am Anfang stand die Überlegung, jemand der die Räumlichkeiten kannte, hätte das Außenlicht ausgemacht. Deswegen dürfte der Täter ein Fremder sein.
Nein, die Sache mit dem Außenlicht entstammt nicht diesem Forum sondern geht auf Jens Sörings Geständnisse in England zurück. Ricky Gardner hat sich im Laufe der Jahrzehnte hierzu mehrfach geäußert.
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Und dann kam die stille Post, die daraus das machte, was du schreibst.
Wenn man Jens Söring Glauben schenkt ist wohl alles, was gegen ihn vorgebracht wird und wurde, auf "stiller Post" basierend.
Zitat von monstramonstra schrieb:Der erste wäre, aus der Tatsache, dass das Außenlichte brannte und nicht gelöscht worden war, überhaupt einen Tatbezug abzuleiten. Es könnte einfach an gewesen und vom Täter an gelassen worden sein, weil das Haus (wir erinnern uns an die Satelliten-Bilder) sehr einsam lag und es ohne jede Bedeutung war.
Der Tatbezug ist, dass Söring gestand auf Socken zurück ins Haus gegangen zu sein um das Außenlicht zu löschen, aber den Lichtschalter nicht fand.

Die Spurenlage am Tatort, namentlich die Rückkehr des Täters ins Haus, auf (passenden) Socken, sowie das bei Auffinden der Leichen brennende Außenlicht, stützen dieses Geständnis und machen es zu Täterwissen.

Die Sache mit dem Außenlicht ist deswegen so brisant weil der Schalter sich im Schlafzimmer der Haysoms befand, was Söring als praktisch Fremder eben nicht wusste.

Wie konnte er von diesen Tatortspuren nun wissen wo er doch gar nicht vor Ort gewesen sein will? Zumal er wiederholt geäußert hat mit Elizabeth über die Morde nie gesprochen zu haben. Wieso machen ihn derlei Widersprüche nicht verdächtig?
Zitat von monstramonstra schrieb:Das ist einfach nicht auseinander zu dividieren, was beide uns hier auftischen.
Ihre Geständnisse waren tatsächlich nicht auseinander zu dividieren weil sie deckungsgleich waren.
Zitat von monstramonstra schrieb:Zum Beerdigungszeugen: Zeugen können irren. Habe ich 100 Leute, die auf der Beerdigung waren und befrage keinen einzigen Weiteren (besser drei oder fünf), dann ist das ein schwerer Ermittlungsfehler.
Der Zeuge hat immerhin vor Gericht ausgesagt. Also auch keine "stille Post".
Zitat von monstramonstra schrieb:Das ist einfach nicht auseinander zu dividieren, was beide uns hier auftischen.
Ihre Geständnisse waren tatsächlich nicht auseinander zu dividieren weil sie deckungsgleich waren.


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Der Fall Jens Söring

04.02.2020 um 23:45
P.S.: Habe das mit dem "nicht auseinander dividieren" versehentlich doppelt geschrieben.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb: Monstra schrieb:
Das ist einfach nicht auseinander zu dividieren, was beide uns hier auftischen.

Ihre Geständnisse waren tatsächlich nicht auseinander zu dividieren weil sie deckungsgleich waren.

Monstra schrieb:
Zum Beerdigungszeugen: Zeugen können irren. Habe ich 100 Leute, die auf der Beerdigung waren und befrage keinen einzigen Weiteren (besser drei oder fünf), dann ist das ein schwerer Ermittlungsfehler.

Der Zeuge hat immerhin vor Gericht ausgesagt. Also auch keine "stille Post".

Monstra schrieb:
Das ist einfach nicht auseinander zu dividieren, was beide uns hier auftischen.

Ihre Geständnisse waren tatsächlich nicht auseinander zu dividieren weil sie deckungsgleich waren.



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04.02.2020 um 23:49
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Der Tatbezug ist, dass Söring gestand auf Socken zurück ins Haus gegangen zu sein um das Außenlicht zu löschen, aber den Lichtschalter nicht fand.
Da muss man (auch chronologisch) etwas genauer sein:

1. Außenlicht brennt beim Auffinden der Toten. Es gibt Sockenabdrücke.
2. Schlussfolgerung Polizei: Es brannte auch zur Tatzeit. Es wurde vom Täter nicht gelöscht.
3. Festnahme und Vernehmung Söring: Erklärung zu Außenlicht, Rückkehr, Socken und Nichtfinden Lichtschalter.
4. Schlussfolgerung Polizei: So war es. Täterwissen?

Interessant wäre jetzt, ob Söring die Sache mit dem Außenlicht von sich aus - ohne jeden Hinweis der Vernehmenden - angesprochen hat oder nicht. Das weiß ich nicht. Nur dann könnte man die Schlussfolgerung ziehen, es können kein Wissen vom Hörensagen sein, weil Elizabeth auf jeden Fall gewusst hätte, wo sich der Schalter befindet.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ihre Geständnisse waren tatsächlich nicht auseinander zu dividieren weil sie deckungsgleich waren.
Wenn man es sich einfach macht: Ja.

Die Angaben der beiden in London wirkten aber von Anfang an unkoordiniert und unsicher. Und nicht unbeeinflusst von der Meinung der Vernehmer. Einerseits wussten beide nicht, was der jeweils andere aussagte. Und beide kannten nicht die Ermittlungsergebnisse. Der Eindruck ist: Die Vernehmer lenkten das in Bahnen und haben (bewusst oder unbewusst) darauf hingearbeitet, ein konsistentes Ergebnis beider Aussagen zu bekommen.


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 00:08
Zitat von monstramonstra schrieb:Bei allem Respekt für Deine Quelle. Da bin ich jetzt etwas erstaunt. Kann mir das eigentlich nur mit einer "überkommenen" Begrifflichkeit erklären (so wie früher vom "manisch-depressiven Irresein" gesprochen wurde).
Die Beschreibung entstammt dem triadischen System, ein nach (möglichen) Ursachen klassifizierendes System (veraltet) psychiatrischer Erkrankungen aus dem deutschsprachigen Raum. Heutzutage richtet man sich nach den Klassifikationen des ICD -10 oder DSM -5 (in den USA), die nicht mehr nach möglichen Ursachen (indogen/exogen) unterscheiden, sondern sich ausschließlich nach der Symptomatik richten.
Schizophrenie und affektive Störungen sind vollkommen unterschiedliche psychiatrische Erkrankungen, da hast Du recht. Wobei auch affektive Störungen mit einem Wahn einhergehen können (beispielsweise "Manie mit psychotischen Symptomen"), Wahn wiederum auch ein Symptom von Psychosen ist. Daher vielleicht die Irritation.
Wenn teilweise die Abgrenzung dieser Störungen auch schwierig ist, so handelt es sich doch um verschiedene psychiatrische Erkrankungen.


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 00:32
Zitat von monstramonstra schrieb:2. Schlussfolgerung Polizei: Es brannte auch zur Tatzeit. Es wurde vom Täter nicht gelöscht.
Natürlich könnte auch nach der Tat jemand ins Haus gegangen sein, das Außenlicht angestellt und dabei die nicht zu übersehenden Leichen ignoriert (bzw. der Polizei nicht gemeldet) haben. Nur wie wahrscheinlich ist das? Wozu sollte das jemand tun?

Oder anders gefragt: Gibt es eine gute Erklärung wieso das Außenlicht zur Tatzeit nicht, danach aber sehr wohl gebrannt hat, und wer sich dafür warum verantwortlich zeichnet?

Jens Söring hat jedenfalls eine stimmige Erklärung abgeliefert, zudem mehrfach gestanden. Muss die Polizei jetzt daran zweifeln um "gute" Polizeiarbeit zu leisten?
Zitat von monstramonstra schrieb:3. Festnahme und Vernehmung Söring: Erklärung zu Außenlicht, Rückkehr, Socken und Nichtfinden Lichtschalter.
4. Schlussfolgerung Polizei: So war es. Täterwissen?
Wann würde man denn dann von Täterwissen sprechen wenn nicht in so einem Fall?

Die Polizei ist doch schon vorher davon ausgegangen, dass der Täter nochmal - auf Socken - zurück ins Haus kam weil die Tatortspuren genau dieses Bild zeichneten.

Jens Söring wiederum gestand auf Socken ins Haus zurück gekehrt zu sein - Täterwissen! - und hatte dafür sogar eine konsistente Erklärung: Er wollte das Licht ausschalten und fand den Schalter nicht. Das Licht wiederum war nach der Tat tatsächlich an und der Schalter "versteckt".

Wieso also ist es ein Trugschluss hier von Täterwissen zu sprechen, wenn das Geständnis nicht nur die Tatortspuren wieder gibt, sondern sogar erklärt? Bis zu Sörings Geständnis konnte sich die Polizei keinen Reim darauf machen warum der Täter ins Haus zurück kehrte, danach schon. Jens Sörings Erklärung ergibt Sinn, das ist der Knackpunkt!
Zitat von monstramonstra schrieb:Interessant wäre jetzt, ob Söring die Sache mit dem Außenlicht von sich aus - ohne jeden Hinweis der Vernehmenden - angesprochen hat oder nicht.
Er hat stundenlang jedes Detail gestanden. Mehrfach. Und stimmig. Mit Täterwissen über das o. g. hinaus.
Zitat von monstramonstra schrieb:Wenn man es sich einfach macht: Ja.

Die Angaben der beiden in London wirkten aber von Anfang an unkoordiniert und unsicher. Und nicht unbeeinflusst von der Meinung der Vernehmer.
Beeinflussung durch die Vernehmer - hast du dafür Quellen?

Dass die zwei, unter Mordverdacht stehend, unsicher waren ist ja wohl nachvollziehbar, widerspricht aber doch in keinster Weise seiner Täterschaft und ihrer "Anstifterei", im Gegenteil!

Wenn jemand davon aus geht durch Beweise bereits überführt zu sein und nur deswegen gesteht wird sie/er in Anbetracht der zu erwartenden "Zukunft" (Strafe) wohl kaum sicher auftreten.

Diese "Unsicherheit" war ja auch der Grund für ihre Flucht: Elisabeth schrieb schon in den USA in ihr Tagebuch, dass Fingerabdrücke auf einer Kaffeetasse bei der Polizei in Bedford Jens womöglich überführt haben und der Fall bald gelöst ist. Daraufhin die Flucht der beiden, nicht ohne die Briefe mit zu nehmen und vorher noch Sörings Fingerabdrücke in Wohnung und Auto weg zu wischen.

Natürlich wird Jens Söring für all diese Aspekte Erklärungen haben. Ganz sicher. Nur wie viele Erklärungen muss man "schlucken" damit seine Unschuldsgeschichte überhaupt funktioniert? Wie wahrscheinlich ist seine teils "räuberpistolige", widersprüchliche bis regelrecht widersinnige Fassung, und wie wahrscheinlich dagegen die offizielle Version?

BTW: Die Briefe waren so brisant, dass die Londoner Polizei schnell zu dem Schluss kam es nicht nur mit Scheckbetrügern sondern sogar mit Mördern zu tun zu haben. Daraufhin hat man in Virginia nachgefragt ob die Haysom-Eltern noch leben und falls nicht, ob sie denn ermordet wurden.

Alles nur dumm für Jens Söring gelaufen?
Zitat von monstramonstra schrieb:Einerseits wussten beide nicht, was der jeweils andere aussagte. Und beide kannten nicht die Ermittlungsergebnisse. Der Eindruck ist: Die Vernehmer lenkten das in Bahnen und haben (bewusst oder unbewusst) darauf hingearbeitet, ein konsistentes Ergebnis beider Aussagen zu bekommen.
Wie kommst du zu diesem Eindruck?


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 01:10
Trimalchio schrieb (Beitrag gelöscht):Und die Fangroup darf sich aus allen sieben oder elf in sich inkonsistenten und nicht kompatiblen Versionen die Rosinen herauspicken! Schlau eingefädelt. Das merken die NIE!!! ;-) Lol.
Die vielen, in sich inkonsistenten und nicht kompatiblen Unschuldsversionen haben vermutlich dazu beigetragen, dass Söring von der Jury schuldig gesprochen wurde. Er war einfach nicht mehr glaubwürdig.


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 01:54
Zitat von JackiJacki schrieb:Das liest und hört man aber überall anders, @Rick_Blaine. Immerhin wäre es möglich, dass der Flieger zwischen- oder notlanden muss. Von *no fly Listen* bis hin zu *USA verweigert Flugzeug das Einfliegen in den us amerikanischen Luftraum*, weil sich xy an Bord befindet, hab ich alles schon gelesen - und neu ist das auch nicht. Lügen die denn alle?
Man muss unterscheiden zwischen der "no fly Liste," deren Zusammensetzung geheim ist und die in erster Linie gegen Terroristen gedacht ist, und dem einfachen, normalen Einreiseverbot für vorbestrafte Verbrecher, das sich aus dem Einwanderungsgesetz ergibt. Letztes ist für den Mörder JS ausschlaggebend, und da gibt es kein Überflugverbot. Ich habe oft Mandanten mit diesem Problem, daher kenne ich mich da ein wenig aus. Es ist in diesem Fall eh schnuppe, da JS auch in Canada ein Einreiseverbot hat, wie alle verurteilten Mörder (siehe IRPA).

Daher erübrigt sich diese Diskussion sowieso.
Zitat von CuchulainCuchulain schrieb:Ich dachte, hier geht es seit der Abschiebung von Jens Söring um seine aktuelle Lage.
Aber NEIN. Es geht um seine Schuld oder Unschuld, obwohl er eindeutig verurteilt wurde?
Es ist unbegreiflich, wie fanatisch hier das Märchen seiner Unschuld gegen alle Realität verteidigt wird, so wird sich dieser thread wohl noch jahrelang im Kreis drehen. Diskutiert wurde das alles hier schon zigmal.


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 07:41
Zitat von Judith123Judith123 schrieb:Beides kann ja nicht der Wahrheit entsprechen.
Logisch! :-) Im Übrigen habe ich viel Verständnis dafür, dass die Jury Sörings "Räuberpistole" nicht geglaubt hat. Er sagt ja selbst, das sei schwer zu glauben.
Cpt.Germanica schrieb (Beitrag gelöscht):Im Grunde ist der Thread zu einer Plattform für die Verbreitung seiner Unschuldslegende geworden.
Nun ja. Das stimmt schon rein quantitativ nicht. Qualitativ auch nicht. Plädoyers für seine Unschuld? Habe ich hier schon sehr lange keine mehr gelesen. Das ist doch ein Mythos.

Stattdessen wird viel in den Details gebohrt (kann man für sinnlos halten, ich finde es jedenfalls interessant, da die Außenlichtthese auf einer Logik aufbaut, wie sie in jeder Sachverhaltsermittlung angewandt wird). Z.B.:
Zitat von MelusineMelusine schrieb am 26.01.2020:Da fällt mir gerade ein, ich musste mich früher mal mit "Aussagenlogik" beschäftigen. Ich habe gerade mal eine Tabelle aufgestellt, aber die wird echt verdammt lang, wenn man alle Faktoren mit reinnimmt:
- Licht aus/an
- Täter kennt Lichtschalter ja/nein
- Täter benutzt Lichtschalter ja/nein
- Täter lügt über Lichtschalter ja/nein
- Täter lügt über Benutzung ja/nein

Es gibt verschiedene denkbare Möglichkeiten und Ricky Gardner legt sich meiner Meinung nach vorschnell fest, wenn er sagt:
Das Licht war vorher an und JS flüchtete in Panik und log später, dass er den Schalter ausgeschaltet hatte.
Siehe: Beitrag von Melusine (Seite 1.317)

Deshalb ist das Außenlicht eben auch ein eher schwaches Indiz für Täterwissen.

@Melusine war es auch, der die Geständnisse anhand der Quellen sehr akribisch analysiert hat:

Beitrag von Melusine (Seite 1.301)
Beitrag von Melusine (Seite 1.301)

Ich habe das im Detail nicht noch mal nachgeprüft, halte das aber für sehr plausibel.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Es ist unbegreiflich, wie fanatisch hier das Märchen seiner Unschuld gegen alle Realität verteidigt wird, so wird sich dieser thread wohl noch jahrelang im Kreis drehen.
Das liegt aber auch daran, dass jede Frage, jeder Zweifel (vielleicht aus Unkenntnis) bereits als "fanatische Verteidigung der Unschuld" interpretiert wird. Ohne diese Reaktionen wäre der Thread wohl auch schon lange auf die hinteren Seiten versackt... :-)


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 07:53
PS: Mir ist jedenfalls völlig egal, wer 1985 die beiden Haysoms getötet hat. Die beiden mutmaßlichen Beteiligten wurden verurteilt und bestraft. Aus Sicht des Rechts ist alles in Ordnung.

Der Fall ist interessant, weil es in den Prozessen und danach sehr viele widersprüchliche, glaubhafte oder unglaubhafte Angaben gab (v.a. von Söring). Erstaunlich auch, wie viele Journalisten, Ermittler und Sonstige sich bemüßigt fühlten, sich ausführlich dazu einzulassen (bis hin zum "W.-Bericht"). Es gibt also sehr viel Material. Das ist nicht üblich. Normalerweise schweigen (ehemalige) Ermittler, wenn gegen sie Vorwürfe erhoben werden. Und Vernehmungsprotokolle bleiben unter Verschluss. Auch ist es eher selten, dass sich (ehemalige) Ermittler dann noch uneins werden.

In Deutschland ist mir kein vergleichbarer Fall bekannt. Was vermutlich auch daran liegt, dass die Haftstrafen hier kürzer sind (was auch dem Rechtsfrieden dient).


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Der Fall Jens Söring

05.02.2020 um 07:59
Zitat von monstramonstra schrieb:Stattdessen wird viel in den Details gebohrt (kann man für sinnlos halten, ich finde es jedenfalls interessant, da die Außenlichtthese auf einer Logik aufbaut, wie sie in jeder Sachverhaltsermittlung angewandt wird). Z.B.:
Melusine schrieb am 26.01.2020:
Da fällt mir gerade ein, ich musste mich früher mal mit "Aussagenlogik" beschäftigen. Ich habe gerade mal eine Tabelle aufgestellt, aber die wird echt verdammt lang, wenn man alle Faktoren mit reinnimmt:
- Licht aus/an
- Täter kennt Lichtschalter ja/nein
- Täter benutzt Lichtschalter ja/nein
- Täter lügt über Lichtschalter ja/nein
- Täter lügt über Benutzung ja/nein

Es gibt verschiedene denkbare Möglichkeiten und Ricky Gardner legt sich meiner Meinung nach vorschnell fest, wenn er sagt:
Das Licht war vorher an und JS flüchtete in Panik und log später, dass er den Schalter ausgeschaltet hatte.
Ich finde überhaupt nicht, dass sich Gardner vorschnell festgelegt hat. In Anbetracht dessen, dass JS sich verweigerte seine polizeidienstlichen Erkennungsmerkmale abzugeben und daraufhin geflohen ist, man die Briefe fand, kann man dieses Detail letztlich nicht anders deuten und es hat nichts mit vorschnell zu tun.
Wann darf denn deiner Meinung nach jemand überhaupt verdächtigt werden?
Im Übrigen kann man vereinzelnde Indizien immer verschieden deuten. Wenn sich aber der Verdacht erhärtet, dass jemand etwas mit dem Tatgeschehen zu tun hat, dann muss man doch nicht mehr von der Unschuld desjenigen ausgehen.

In welchem Land funktioniert das so?


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