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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 13:33
Zitat von durant12durant12 schrieb:Da hat orenoa schon recht. Die Ermittler haben ihre Energie in Voodooclans gesteckt, waren zu sehr von der
Exverlobten überzeugt, obwohl Dr
Der Whright Bericht bestätigte, dass es anfangs Ermittlungsfehler gab, die Diskrepanz des Tachostandes war schon nach 2 Wochen bekannt.
Die Ermittler waren mit Voodoo Inszenierung, Ablenkungsmanöver aufgesessen, das Söring/ Haysom bewusst nutzten. In 80er Jahren waren Jugend Sekten in Öffentlichkeit sehr präsent, auch Manson Morde waren noch gut in Erinnerung, im Kino Filme wie Exorzist.
Wenn man als Täter den Eindruck erwecken will, dass keinerlei persönlichen Motive vorliegen, und finanzielle oder sexuelle Motive offensichtlich keine Rolle spielten, dann war diese Inszenierung damals plausibele Vorlage für Ermittler. Hinsichtlich einer potentiellen Strafbemessung war es jedoch zusätzliches Risiko, weil mit Grausamkeit eine der zusätzlichen Faktoren erfüllt war, die für Todesstrafe vorliegen müssen. Dessen war sich Söring zu Beginn Londoner Verhör sehr wohl bewusst, wie sein Bemühen zeigt, Straftat zu splitten. Allein das steht im Widerspruch zu seiner dipl Immunität Begründung.
Wobei ein Teil dieser Grausamkeit wohl nicht geplant war, sondern eher der Kampfunerfahrenheit des Täters zuzusprechen war. So einfach wie im Film war es dann wohl doch nicht.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 13:39
Zitat von durant12durant12 schrieb:Es geht schlichtweg darum, dass Gardner und andere den Deckel hätten wohlmöglich vorher drauf machen können. Keine Flucht, keine Weltreise, keine Betrügereien, keine Auslieferung, kein Menschenrechtsurteil.
Das ist im Nachhinein, mit dem bekannten Wissen natürlich leicht zu sagen.

Wie ich schon zuvor schrieb, war es damals in Bedford wahrscheinlich weniger gängig gewesen, dass Kinder ihre Eltern töteten. Ein Ermittler aus NYC oder LA wäre vielleicht anders vorgegangen, als ein Ermittler aus dem verschlafenen Bedford.
Allerdings kann ich keine Fehler erkennen, dass man eben zuerst tatsächlich in alle Richtungen hin ermittelte.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:22
Das spannende an dem Fall scheint mir zu sein, dass es eben bis heute objektiv nicht klar ist, wer der Mörder der Haysoms ist:

1. Täter Jens. Anstifterin Elizabeth (so die gerichtlichen Feststellungen).
2. Elizabeth alleine.
3. Elizabeth und Unbekannte.
4. Jens & Elizabeth gemeinsam.

Nun kenne ich die Argumente für die gerichtliche Wahrheit ziemlich gut, restlos überzeugen können sie mich aber nicht.

Stattdessen finde ich es durchaus bemerkenswert, warum sich Menschen pro oder contra so sehr ins Zeug legen. Es werden Filme gedreht, mehrere hundert Seiten "Report" geschrieben, aufwendige Webseiten betrieben, Zitate seziert und sogar ehemalige Ermittler, die vermutlich viele Leichen in ihrem Leben gesehen haben, die legen sich ins Zeug. Das kann man als Hype abtun. Oder als Indiz dafür, dass die offizielle Aufklärung eben bis heute nicht völlig überzeugend ist und deshalb zerlegt oder vehement verteidigt werden muss.

Ansonsten:

Fehler gibt es in jeder Ermittlung. Wenn es gut läuft, werden sie hinfällig, ausgebügelt oder sind für den gerichtlichen Tatnachweis letztlich ohne Relevanz. Es ist nicht Aufgabe eines Gerichtsverfahrens (irgendwelche) Ermittlungsfehler aufzudecken. Sondern "nur" solche, die für den Schuldspruch von Relevanz sein können. So wie das falsche Zahngutachten im Aschaffenburger Mordfall von 1979.

In den USA kommt mangels Amtsermittlungsverfahrens hinzu, dass der Verteidiger die Hauptlast hat, solche Fehler zu identifizieren und zu präsentieren. In Jens' Prozess scheinen aber eine ganze Reihe von Fragen nicht oder nur oberflächlich behandelt worden zu sein. Diese Schwächen der Verteidigung gehen bei einem Gerichtssystem wie dem in Virginia halt voll zu seinen Lasten.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:25
Zitat von monstramonstra schrieb:Nun kenne ich die Argumente für die gerichtliche Wahrheit ziemlich gut, restlos überzeugen können sie mich aber nicht.
Offenbar kennst du sie dann doch nicht "ziemlich gut". Sonst blieben keine Zweifel.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:39
@monstra
du hast die Variante Söring und Unbekannte vergessen!
Dies wäre doch nach Spurenlage viel wahrscheinlicher als
Zitat von monstramonstra schrieb:2. Elizabeth alleine.
3. Elizabeth und Unbekannte.
Söring wars alleine oder Söring + EH oder Söring mit Unbekannten.
Ich glaube immer noch Söring war´s alleine.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:42
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:du hast die Variante Söring und Unbekannte vergessen!
Danke. Dann ergänze ich:

5. Jens und Unbekannte
6. Unbekannte

Ziff. 6. schließt die Spurenlage auch nicht aus.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:48
Zitat von monstramonstra schrieb:6. Unbekannte
Ziff. 6. schließt die Spurenlage auch nicht aus.
die großen Unbekannten in den Mordfällen. Unbekannte die keine Spuren hinterlassen, können wohl nie ausgeschlossen werden.
Aber EH alleine kann wohl ausgeschlossen werden, weil ihre BG und ihre Fussabdrücke nicht passten.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 15:58
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:Unbekannte die keine Spuren hinterlassen, können wohl nie ausgeschlossen werden.
Mir sind hinterlassene Spuren von Unbekannten am Tatort, die identifiziert werden, lieber. Warum stand eigentlich ein Weinglas neben der Eisschale? Keine Spur von Longdrinkgläsern oder einer Ginflasche. Das Shotglas mit den fremden Fingerabdrücken wird aber stehengelassen. Da fragt man sich, wie sind die Haysoms auf den hohen Alkoholwert im Blut gekommen und welche Gläser wurden beseitigt oder eben stehen gelassen.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 16:17
Zitat von monstramonstra schrieb:sogar
Zitat von monstramonstra schrieb:werden Filme gedreht, mehrere hundert Seiten "Report" geschrieben, aufwendige Webseiten betrieben, Zitate seziert und sogar ehemalige Ermittler, die vermutlich viele Leichen in ihrem Leben gesehen haben, die legen sich ins Zeug. Das
Sind wir mal brutal ehrlich: Der gleiche Tathergang in Sozialbausiedlung, die Verdächtigen working class-Der Fall wäre längst aus öffentlichen Gedächtnis verschwunden, niemand würde irgendetwas hinterfragen. Beide haben ein doppeltes asset: Bildung + Herkunft. Das Etikett "Diplomatensohn" +"Jefferson Stipendiat" hat sich für Söring ausgezahlt. Die ganze Story vermarktet sich gut, auch Sörings Narrativ des selbstlosen Helden. Soziologisch gesehen, hat Söring damit alle Vorteile auf seiner Seite. Justiz Opfer, die in USA im System zumeist durchfallen, sind in der Regel arm, psychisch krank, ungebildet oder haben Nachteile wg. Hautfarbe. Soering konnte sich über die Jahre ein eigene Lobby aufbauen, weil er dank upper-middle class Herkunft über den richtigen Habitus verfügt, mit dem sich seine supporter aus gleichen Schicht identifizieren können. Ham. nannte das in einem post "class solidarity" +erklärte Effekt so : Jmd, der ihnen in Bildung/Herkunft so ähnlich ist, kann so etwas nicht getan haben. Hört man den Interviews seiner supporter genau zu, wird oft eine Art Bauchgefühl artikuliert, dass anfangs den Recherchen vorausging. Im Gegensatz zu anderen Inhaftierten verfügte er dank Bildung über nötige Eloquenz, um öffentlichkeitswirksam auf sich aufmerksam zu machen + Netzwerk durch Herkunft. Kontakt zu der ehemaligen Vertreterin general attorney, die ihn ebenso öffentlich wirksam vertrat, wurde durch Familienfreund R. Zorn hergestellt. Das ist dann schon was anderes als irgendein Anwalt. Monsignore B. Kaut ist als Geistlicher im Beirat eines öffentlich-rechtlichen Sender mit Medien vernetzt+hat Kontakt zu Steinberger hergestellt, ein anderer Geistlicher in USA stellte politische Kontakte in VA her.
Sörings Fall ist auch ein Lehrbeispiel, wie sich Klassenvorteile auswirken.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 16:39
Zitat von SilentobserverSilentobserver schrieb:Sörings Fall ist auch ein Lehrbeispiel, wie sich Klassenvorteile auswirken.
Das mag im Fall Bence Todt oder dem Fall Klaus Geyer auch so sein. Es ist schon nicht mehr so bei Fall Werner Mazurek oder bei Manfred Genditzki.

Wer sich ausdrücken kann, wer (vermeintlich) authentisch agiert, der kann andere überzeugen. Das muss im Übrigen nicht aus einer "Klasse" stammen, eine Person wie Jack Unterweger war als Manipulator eine Naturbegabung. An Gert Postel oder "Dagobert" sein zudem erinnert. Intelligenz und Bildung mögen das raffinierte Spiel nochmals verfeinern, entscheidend ist die Begabung, die Bürde, ein "Con" zu sein. Welche Faktoren letztlich entscheidend sind, warum ein Fall faszinierend wird, das mögen Berufenere als ich bestimmen.

Hier denke ich, dass die Persönlichkeit der beiden Protagonisten und ihre Fluchtgeschichte - mit Sex, perverser oder romantischer Obsession und raffinierten Betrügereien - ein wesentlicher Faktor ist. Die widersprüchlichen Angaben und die (vermeintliche) Glaubwürdigkeit Beider ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Sie drücken sich (scheinbar) reflektiert und facettenreich aus. Sie verteidigen sich beide extrem überzeugend.
Zitat von RosenmontagRosenmontag schrieb:Aber EH alleine kann wohl ausgeschlossen werden, weil ihre BG und ihre Fussabdrücke nicht passten.
Der Knackpunkt ist "wohl". Weil ihre Blutgruppe und Fussabdrücke (angeblich) nicht passten, heißt das nicht, dass sie nicht am Tatort war (oder im Autor vor dem Haus). Sie hat halt nur keine Spuren hinterlassen, was im Übrigen erheblich leichter ist, wenn man am Tatort vorher ein- und ausgegangen war.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 16:54
Zitat von monstramonstra schrieb:Es ist schon nicht mehr so bei Fall Werner Mazurek oder bei Manfred Genditzki.
Oder Dieter Riechmann. Rotlichtmilieu, es wurden Krimibücher in Deutschland gefunden und ein Foto, aud dem sich eine Spinne über ein Insekt hermacht. Wurde beides als belastend eingestuft. Komischerweise bei Avery interessierte man sich nicht mehr für die Gewalt- und Snuffblider auf Bobby Dasseys Rechner. Dazu seine widersprüchlichen Aussagen hinsichtlich des Verlassen des Geländes von TH. Man macht also auch Ausnahmen, wenn man sich erst einmal jemanden ausgeguckt hat.
Zitat von monstramonstra schrieb:Weil ihre Blutgruppe und Fussabdrücke (angeblich) nicht passten, heißt das nicht, dass sie nicht am Tatort war (oder im Autor vor dem Haus). Sie hat halt nur keine Spuren hinterlassen, was im Übrigen erheblich leichter ist, wenn man am Tatort vorher ein- und ausgegangen war.
Wurde Haysom jemals befragt, ob sie mit der B-Spur auf dem Lappen in Verbindung steht? (wäre eine 1A Frage am Polygraphen gewesen). Also ob sie die das Wochenende zuvor verursacht hat.
10%-B-Gruppen Träger ist wirklich gering.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 17:46
Unterweger + Postel litten nachweislich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung + lebten im strafrechtlich liberaleren Europa. Das beeinflusste Rezeption von vornherein.
Riechmann sitzt nach meiner Kenntnis noch immer + hat keine medienwirksame Lobby hinter sich. Wenn die Dokumentation " Das Versprechen" nicht viel zeigt, kommt die Ehrfurcht der Mitwirkenden vor einem "Jefferson Stipendium" als unwichtige Fußnote jedoch deutlich zur Geltung. In einem Land wie USA, wo gesellschaftliche Ungleichheit so viel höher ist als Europa + Bildung nicht frei, kommt derartigen sozialenVorteilen angesichts eines weltweit führender Höchststandes an Inhaftierten, eine andere Bedeutung zu als in Europa.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 21:29
Zitat von JackiJacki schrieb:Aber keine Sockfussabdrücke auf einem blutigen Fussboden. Die konnten nur vom Täter nach der Tat hinterlassen worden sein. Und ihre Füsse passten nunmal schlicht nicht dazu.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Das stimmt so nicht. Einen blutigen Sockenabruck hätte sie nicht erklären können oder einen blutverschmierten Fingerabdruck.
Dieses Sockenargument kann ich weder nachvollziehen noch mittlerweile mehr hören. Der Sockenabdruck war und ist überhaupt kein Beweis ob JS, EH oder jemand vollkommen anderes am Tatort waren.
Selbst Gardner sagt doch das dieser Abdruck nur "ähnlich" ist aber nicht das die Abdrücke übereinstimmen. Also nix als reine Suggestion. Erst hat man es von seiten's der Ermittler verbockt, dann hat man getrickst und die Jury sowie die Verteidigung haben es nicht gecheckt.

Mit blutverschmierten Fingerabdrücken hätte die ganze Sache natürlich anders ausgesehen.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Denn die gefundene Blutgruppe am Tatort passte nicht mit ihrer BG überein. Darauf wird hier von deiner Seite ja gar nicht eingegangen.
Schade, aber das ist ja schon ein wichtiger Beweis der eben FÜR EH spricht. Und da kommen eben nur noch Dritte in Frage.
Aber ein Szenario wie das alles passt, gibt es gar nicht. Es gibt nicht einmal Verdächtige. ich mein, wer hat sich in der Sache denn verdächtiger gemacht als die beiden? Mir fällt niemand ein. Wie sollte man also noch jemanden mit dem Verbrechen in Verbindung bringen und ihm/ihr eine Tatbeteiligung nachweisen,
wenn hier schon einige an einer Tatbeteiligung von JS zweifeln. Bei einem anderen Verdächtigten wärt ihr überzeugt? Da wäre die Indizienlage ja noch viel viel dünner? Oder hätte man JS einfach laufen lassen sollen eurer Meinung nach?
Die Blutgruppe ist doch ebenfalls weder für JS noch für EH ein Ausschlußkriterium. Vielleicht war er nie dort und vielleicht hat sie sich nicht verletzt. Am Ende der gleiche Quatsch wie mit den Sockenabdruck.
Das Mitwisser oder Zeugen sich bei dem aktuellen Stand noch dazu äußern glaub ich weniger. Einer der beiden wird vor Ort gewesen sein. Nur deshalb kann doch nicht aufgrund von halbgaren Geständnissen und irgendwelcher Zaubertricks dann beide für immer wegbuchten.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 22:02
Jmd mitgekriegt das der ne neue hat?


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26.05.2020 um 22:12
@Sachbearbeiter

Erzähl mal. Saß die beim Lanz mit roter Birne und albern kichernd im Publikum?


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26.05.2020 um 22:26
@Jamegumb kein Plan gibt ein zwei Kommis auf Twitter in denen das vermutet wird


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 22:35
@Sachbearbeiter

Nun, es war ja schon bei seiner Ankunft in Frankfurt erkennbar, dass er auf bestimmte Damen sehr anziehend zu wirken scheint. Normalerweise endet die Faszination für Mörder, wenn sie in Freiheit entlassen werden.
Viele Mörder haben Frauen geheiratet, die sie erst kennenlernten, nachdem die Stahltür ins Schloss gefallen ist.
Sollte es so sein, hoffe ich das Beste für diese Dame. Ich persönlich halte ich nach wie vor für gefährlich.
Und eine Hochzeit in Las Vegas ist leider auch nicht mehr drin.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 23:12
Eine "Neue"? Na und?

Aus weiblicher Sicht dürfte bei Jens Söring weniger die Tatsache ausschlaggebend sein, dass er als Doppelmörder verurteilt wurde und vielleicht zwei Menschen mit dem Messer in einem Blutbad getötet hat. Es mag ja Frauen geben, die auf Mörder stehen. Söring scheint mir aber gar nicht in dieses Beuteschema zu passen, zumal der Deal zumeist ja elementar darauf aufbaut, dass der Mann im Knast ist und keine "Gefahr" darstellt.

Sondern vielmehr die Tatsache, dass er 33 Jahre Knast scheinbar ungebrochen und mit großer innerlicher Stärke und lebendiger Emotionalität überwunden hat. Er ist ein absolutes Unikum in der Gesellschaft. Ob er 33 Jahre Kriegsgefangener oder Häftling in einem Strafgefängnis war, das spielt dann keine so große Rolle. Er wirkt jugendlich, schlank, durchtrainiert, wortgewandt, sensibel, gebildet, voll sozialisiert, "vorzeigbar" und überhaupt nicht brutal oder gewalttätig. So ein Mann wird als stark, als beschützend, als attraktiv wahrgenommen.

Das gilt jetzt noch viel mehr als zu Gefängniszeiten, wo er darum kämpfte, seine Botschaft loszuwerden. Interessant bei "Lanz" war z.B. die Kleidung. Ein Söring im teuren Designer-Anzug (wie der geschniegelte Lanz mit dicker Dresswatch), das wäre nicht gut gekommen. So war er für seine Geschichte ausgewählt gekleidet: Sportlicher Freizeitlook, ohne Hemd, Rundkragen, weiße Addidas-Sportschuhe. Jemand, der am Anfang steht. Das war clever und wirkte authentisch. Vielleicht läuft er so auch am liebsten herum.

Ob frau dann mit ihm gut zurecht kommt, ist eine ganz andere Frage. Söring dürfte ziemlich zwanghaft und unflexibel sein, vermutlich ziemlich rechthaberisch und leicht verletzbar. Sein Hang, sich größer zu machen als er ist, ist vermutlich auch eine anstrengende Eigenschaft. Er giert noch immer nach Anerkennung. Ob er wirklich Vertrauen fassen und Nähe zulassen kann, was er sich vermutlich sehr wünscht, das dürfte noch viel Arbeit für ihn sein. Eine leichte Partie ist das nicht.


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Der Fall Jens Söring

26.05.2020 um 23:25
Zitat von monstramonstra schrieb:Ob er wirklich Vertrauen fassen und Nähe zulassen kann, was er sich vermutlich sehr wünscht, das dürfte noch viel Arbeit für ihn sein.
Das kann unter Umständen schnell gehen.
Ich denke, das man Söring nicht mit normalen Maßstäben messen sollte oder kann, der er vermutlich narzisstisch ist. Von daher hätte er die Kontrolle.
Zitat von JamegumbJamegumb schrieb:, dass er auf bestimmte Damen sehr anziehend zu wirken scheint.
Einen gewissen aufgesetzten Charme hat er..^^

Eine gute Partie wäre er bei seiner Hochintelligenz, ist Autor einiger Bücher u. würde für seine große Liebe sogar in den Knast gehen.
Gut zu wissen, das er keinen zur Hölle schickt :troll:


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