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Der Fall Jens Söring

31.090 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:02
@blorgempire
Hier noch die Argumente

Beide Brüder haben ausgesagt vor Gericht dass sie mit der Geschichte von ihr nicht zufrieden sind und glauben dass sie im Haus war während des Mordes

Ich finde das ein starkes Stück wenn die eigenen Brüder das aussagen.... Sie kennen ihre Schwester und trauern ihr das zu

Dazu der FBI Profiler Ed Sulzbach


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:07
@dwt
Man sollte den Fall nicht komplizierter machen als er ist.
Selbst wenn man die Restwahrscheinlichkeit, dass E.H. mitgefahren ist, auf
sagen wir mal sogar 30 Prozent hochzieht, bleibt Soering schuldig.
Das ist fuer mich der Knackpunkt. Die ganze Psycholgie drum herum ... mein Gott.
Natuerlich hat E.H. mehrfach gelogen. Wuerde ich auch, um nicht auf
dem elektrischen Stuhl zu landen. Die drohende Todesstrafe wird als Antreiber
oft unterschätzt. Das gesamt Verhalten von J.S. von 1986 - 1990 ist von panischer
Angst vor der Todesstrafe geprägt. So sehe ich das jedenfalls nach dem Lesen
der (Teil)Geständnisse.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:09
Zitat von dwtdwt schrieb:Meine Kritik ist an Leuten wie dir. Man arbeitet sich tagtäglich an söring ab, aber der Elefant im Raum wird nicht angeschaut
Kritik immer gerne ...
Zitat von dwtdwt schrieb:Wenn man sich ein bisschen mit Elisabeth beschäftigt und sie kritisch hinterleuchtetet dann merkt man sofort.... allerhöchstens.50% stimmt
Höchstens! Ich glaube der Tante nichts - finde aber auch, dass man ihre Aussagen gar nicht braucht, um S. zu überführen.
Zitat von dwtdwt schrieb:Sie ist eine sehr widersprüchliche Person, hat auf jeden Fall psychische Probleme und könnte auch ein Borderline haben...
War das nicht sogar bestätigt? Alles, was man von ihr weiß, spricht auch genau für diese Diagnose. Typische, fast klassische Borderlinerin. Die wirken übrigens in der Tat "erotisch anziehend" auf viele Männer, was ihren "Bienenkönigin"-Status erklärt.
Allerdings: Diese Diagnose betraf die junge E.H. vor, während und nach der Tat. Wie alt ist die Frau inzwischen? Ob sie immer noch Borderline hat oder erfolgreich behandelt wurde - wir wissen es nicht. (Kenne mich jetzt mit diser psych. Erkrankung nicht so gut aus - vielleicht hat jemand anders mehr Erfahrungen.)
Zitat von dwtdwt schrieb:Sie hat auf jeden Fall einen Deal gemacht mit der Staatsanwaltschaft und das darf man nicht unterschlagen
Ist das wirklich gesetzt oder eine Behauptung des JS-Lagers? Ausgeschlossen halte ich es aber nicht. Durch ihre Aussage - und JS damals vorliegende Aussage - war der Fall für die Staatsanwaltschaft ja eine "sichere Kiste". Soweit ich weiß, ist in der US-Justiz die Staatsanwaltschaft nochmal stärker auf das Prinzip "Fall gewinnen!" ausgerichtet als bei uns. Von daher glaube ich auch, dass es einen Deal gab. Der wäre aber auch kein Beweis, dass hier Fakten unterschlagen oder modelliert wurden.
Zitat von dwtdwt schrieb:Sie landet nicht auf dem elektrischen Stuhl dafür Aussage gegen Söring (Kronzeugin) dazu evtl vorzeitige Entlassung
Deine These geht glaube ich in die Richtung "Sie war auch am Tatort". Das ist ja die neue Lieblingsthese vieler S.-Verteidiger. Hier haben wir wieder das Problem das Alibis und der Anwesenheit einer Person in Washington. Wenn S. am Tatort war, muss sie in Washington gewesen sein - oder andersherum. Wenn sie in Washington war, war sie nicht am Tatort und könnte nicht wegen Anwesenheit beim Mord auf dem Stuhl landen.
Anders gefragt: Wenn es keinen Deal gegeben hätte aber die Faktenlage so ist, wie wir (größtenteils) annehmen - JS der Täter, sie die Anstifterin in Washington -, wie bitte hätte dann die Staatsanwaltschaft sie auf den Stuhl befördern können?
Zitat von dwtdwt schrieb:Sind das nicht handfeste Gründe die Wahrheit ein wenig zurecht zu biegen???
Dass die junge Dame sich die Wahrheit zurechtgebogen hat, steht außer Frage. Schon allein ihre widersprüchlichen Aussagen vor Gericht ... "Ich hatte mehr Sorge, dass er den Mord gar nicht ausführt" / "Er hatte die Entscheidung, sie zu ermorden, egal was ich gesagt habe" - das sind alles Modellierungen ihrer Anstiftung. Sie versucht damit, ihre Rolle kleinzureden, so nach dem Motto "War für mich irgendwie nur ein Spiel, ich wußte gar nicht WIRKLICH, ob er das durchzieht, und überhaupt, statt ins Kino zu gehen suchte ich mir Drogen in der Stadt, glaubhaftes Alibi war mir egal, denn ich dachte ja eh, er macht das eh nicht." Das sind doch alles klare Schutzbehauptungen. Ich glaube nichts davon. Die Briefe zeigen auch deutlich, dass sie die Eltern tot sehen wollte.
Aber man braucht ihre Aussagen nicht, um seine Tat zu belegen. Selbst wenn du alles weglässt, was sie sagt.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:14
Zitat von dwtdwt schrieb:Beide Brüder haben ausgesagt vor Gericht dass sie mit der Geschichte von ihr nicht zufrieden sind und glauben dass sie im Haus war während des Mordes
Wenn ich mir vorstelle, einer der Brüder zu sein, und du mitkriegst, dass deine Halbschwester mit ihrem Lover einen Mordplan schmiedete, um die Eltern zu ermodern - tja, da würde ich auch vom Gericht fordern, dass die verknackt wird bis zum St. Nimmerleinstag.


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13.10.2021 um 10:17
Nur nebenbei, sind das nicht Halbbrüder? Beide Elternteile waren vorher schon verheiratet und haben Kinder mit in die Ehe gebracht.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:25
Ja, waren Halbbrüder. Und es gibt Aussagen, dass sie sich nach dem Mord bei der Tatortreinigung seltsam verhielt, ihre Füße mit den Fußabdrücken verglich und seltsame Äußerungen tätigte.
Das ist aber natürlich kein Beweis, dass sie in der Tatnacht dort war. Vielleicht war sie dann doch schockiert über den Zustand des Tatorts. Oder es sind die typischen Schuldgefühle nach einem solchen Mord. Viele Mörder und auch Anstifter verhalten sich seltsam nach der Tat, es treibt sie oft zum Tatort zurück, manchmal scheinen sie sich geradezu verraten zu wollen (als ob das Unterbewußtsein sie dazu drängt, zu gestehen).
Ich finde allerdings entscheidend, dass sie anders als Söring ihre Fingerabdrücke bei der Polizei abgab. Hätte sie das getan, wenn sie in der Mordnacht anwesen gewesen wäre? Glaube ich nicht. Wobei, das könnte wiederum ein verdecktes unterbewußtes Schuldeingeständnis sein: Sie gibt bereitwillig ihre Fingerabdrücke ab im Glauben, dass sie dann eh überführt und festgenommen wird. Dabei weiss auch sie nicht, dass die Fingerabdrücke so gut beseitigt waren, dass sie niemanden belasten.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 10:56
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Ja, waren Halbbrüder. Und es gibt Aussagen, dass sie sich nach dem Mord bei der Tatortreinigung seltsam verhielt, ihre Füße mit den Fußabdrücken verglich und seltsame Äußerungen tätigte.
Genau annie massi (Nachbarin) hat das beobachtet und der Polizei Das mitgeteilt
Zitat von blorgempireblorgempire schrieb:Sie gibt bereitwillig ihre Fingerabdrücke ab im Glauben, dass sie dann eh überführt und festgenommen wird. Dabei weiss auch sie nicht, dass die Fingerabdrücke so gut beseitigt waren, dass sie niemanden belasten.
Null Risiko für EH, als Tochter des Hauses hat es sowieso viele Fingerabdrücke von ihr und auch Zigarettenstummel vor der Türe (Marke Merit)...


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 11:24
Zitat von dwtdwt schrieb:Null Risiko für EH, als Tochter des Hauses hat es sowieso viele Fingerabdrücke von ihr und auch Zigarettenstummel vor der Türe (Marke Merit)...
Da hast du auch wieder recht. Es würde aber wieder ihr eine sehr große Rolle als "Spinne im Netz", als kriminelles Mastermind zusprechen, die so etwas kühl einkalkuliert.
Aber spielen wir doch mal das Szenario durch: Beide fahren zum Tatort. In Washington müsste dann ein Gehilfe das (schwache) Alibi simulieren (ein Gehilfe, der hinterher die Klappe hält ... Frage wieder, wer so loyal ist. Aber egal, lassen wir den Punkt mal fallen). Beide sind am Tatort, die Eltern haben also keinen Argwohn, das Paar hereinzulassen. JS beginnt seine Attacke, sie hält sich im Hintergrund, feuert ihn an. Später verunstalten beide die Opfer - oder er auf ihre Anweisung. Beide verwischen die Spuren, soweit es geht,schalten aber das Außenlicht des Hauses nicht aus (obwohl sie die Position des Lichtschalters kennen muss, sie hat dort schließlich gelebt). Nun fahren sie nach Washington zurück. Obwohl sie kein Alibi organisiert gaben (Punkt siehe oben) gehen sie davon aus, nicht aufzufliegen. JS gerät wegen der Ermittlungen in Panik und flieht, sie folgt ihm kurz darauf. Auf der Flucht verabreden sie, dass - wenn sie geschnappt werden - er alles auf sich nimmt, damit wenigstens einer davonkommt.
So passiert es dann: Er gesteht, reitet sie allerdings als Anstifterin mit rein. Es kann z.B. sein, dass er ihr vorher versprochen hat, sie völlig draußen zu halten, auch als Mitwisserin und Anstifterin. Aber er zieht es nicht durch, verplappert sich, W. und Beaver fragen zu hartnäckig, wie auch immer. Das lassen diese EH wissen, und sie fühlt sich verraten. Also packt sie aus und schiebt die Schuld ihm zu (bestreitet aber nicht die Anstiftung und Mitwisserschaft). Das ist für ihn zunächst in Ordnung, er gesteht brav weiter. Auch als sie sich von ihm trennt. Auch nachdem sie verurteilt wurde: er bleibt bei seiner Version. (Spätestens hier hätte er doch eigentlich widderufen können ... aber nein, er wartet.)
Dann sein Prozess: Erst jetzt widerruft er und bezeichnet EH als Täterin. Die Jury glaubt ihm nicht, er wird verknackt. Entsprechenden Hass schiebt er auf sie. Jetzt hätte er doch eigentlich die Möglichkeit, die ganze Wahrheit zu erzählen, dass sie nämlich bei ihn war. Er ist eh lebenslang verurteilt, hat nichts zu verlieren. Wobei doch: Es gab ja mehrere Revisionsverfahren.

Dennoch: Ich finde, dass diese Version nicht wirklich plausibel klingt. Vor allem ließe sie sich nur durch eine Aussage von JS stützen - die der aber nicht macht, weil er ja dann auch eingestehen müsste, was er seit jeher leugnet. Und würde er entsprechend aussagen, wäre das auch kein Beweis, da er so oft gelogen hat, dass man es eh nicht glauben könnte.
Das ist halt das Problem: Was sie sagt und was er sagt - es ist letztlich wertlos, da beide völlig unglaubwürdig sind. Egal, ob sich selbst oder gegenseitig oder Dritte belasten.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:14
@blorgempire
J.S. hat deshalb das Geständnis nicht widerrufen, als er noch in England war, weil ihm gesagt wurde, daß er das
müsste, damit er nicht nach Virginia ausgeliefert wird. Das steht jedenfalls ganz klar in allen seinen Büchern und
muss auch in "Mortal Thoughts" stehen. Von seinen Anwälten soll ihm das gesagt worden sein, denn, wenn er
sagen würde, daß er unschuldig sei, würde ihn der Europäische Gerichtshof nicht davor schützen, nach USA ausgeliefert zu werden, weil die dann davon ausgehen würden, dass er sich dann vor Gericht in Virginia verteidigen könnte und das dortige Gericht keinen Unschuldigen zum Tode verurteilen würden.
Das ist jedenfalls J.S.s eigene Version, die er mehrfach ausführt.

W. sagt, dagegen, das könne gar nicht der Fall sein, weil auch im Fall von Unschuld ja durchaus die Möglichkeit einer Verurteilung bestünde.

Es wurde schon einmal vor Jahren in den Kommentaren zu einem deutschen Zeitungsartikel über ihn die Meinung gesagt, daß er ja aus "prozesstaktischen" Gründen fälschlicherweise seine Schuld weiter behauptet
habe, also gelogen habe. Wenn er sich nach V. hätte ausliefern lassen, hätte er vor Gericht mit einem guten
Anwalt auch Glück haben können und das Gericht von seiner Unschuld überzeugen können. (Der Kommentator
ging natürlich auch von seiner Unschuld aus.) Das mit den "prozesstaktischen Gründen stimmte, fand ich.
Da ich aber J.S. unterstützte und daher nicht so gern advocatis diabolis sein wollte, habe ich darüber hinweggesehen und mir gedacht, daß eben die Angst vor der Todesstrafe sehr groß sein kann und daß es menschlich natürlich ist, sich davor schützen zu wollen. Es kann ihm ja keiner garantieren, dass es nicht dazu
kommt.


Aber, was mich auch schon störte, war die Art, wie er das so nebenbei schreibt "Ich musste also mein
Geständnis aufrechterhalten,.." und überhaupt, wie er ein Recht für sich behauptete, sich gegen die Todesstrafe zu schützen. Ein Recht hat man nämlich nicht dazu, normalerweise wird in den Ländern, die
diese Todesstrafe haben, erwartet, daß ein Schuldiger diese auf sich nimmt. (Auch nicht meine Meinung, daß
das so sein sollte.) Durchaus menschlich, sich davor schützen zu wollen, aber ein Recht haben zu meinen, sich mit allen Mitteln dagegen zu schützen ? Das ist mir damals schon aufgestoßen. Aber irgendwie menschlich schon, daß man das natürlich vermeiden möchte. Wenn er unschuldig gewesen wäre, wäre es ja
nicht selbstverständlich gewesen, daß er dann als schuldig verurteilt werden würde. Wie können dann seine
Anwälte in England zu ihm sagen : Sie werden hingerichtet werden ? Irgendwie komisch.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:15
Zitat von Dany123Dany123 schrieb:Nebel, Nebel, Nebel.
Jep, das klingt nicht glaubhaft.

Als Jens Söring von der Polizei in Virginia gefragt wurde, ob er Blutproben und Fingerabdrücke abgeben könne, hat er sie um eine Woche vertröstet und ist dann nach Europa geflogen, tags vor dem vereinbarten Abgabetermin. Und hat in seiner Studentenwohnung sämtliche Fingerabdrücke von sich abgewischt. Als er 1986 im Januar in England wegen Scheckbetrugs erwischt und inhaftiert wurde, hat er den Doppelmord mehrfach gestanden, und darin Täterwissen offenbart.

Auf der Beerdigung der ermordeten Eltern wurde er mit einer verbundenen Hand gesehen, die er sich - seinen Geständnissen nach, beim Kampf mit dem männlichen Opfer zugezogen haben soll. Seine Blutgruppe wurde am Tatort gefunden, die alle anderen Familienmitglieder nicht haben.
Nachdem er seine Strafe wegen den Betrügereien in England abgesessen hatte, erzählte er 1990 dann auf einmal, er hatte gedacht, wegen diplomatischer Immunität über seinen Vater vor einer Verurteilung in den USA sicher zu sein, und könne deswegen die Schuld auf sich nehmen. Ohne sich rückzuversichern, dass diese Immunität auch bestand. Für so ein schlaues Kerlchen - ziemlich blöd.

Er wollte EH also schützen? Dann hätte er ihre Spuren verwischt, sie in ein Flugzeug gesetzt, und sie bestenfalls begleitet, (!)das wäre "sie schützen wollen" gewesen.
Nein, er hat seine Spuren in seiner Wohnung beseitigt, sich selbst außer Landes gebracht, und sie auch noch dabei zurück gelassen. "Wahre Liebe" und "sie schützen wollen" sieht anders aus.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:25
Frage an alle

Warum gilt er in Deutschland als nicht vorbestraft?


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:29
Zitat von peterleepeterlee schrieb:Warum gilt er in Deutschland als nicht vorbestraft?
Söring gilt in den USA als „rechtskräftig verurteilter Doppelmörder. Er wurde nicht begnadigt, sondern aufgrund einer Entscheidung des Bewährungsausschusses entlassen und abgeschoben.

Für die deutsche Justiz spielt das US-Urteil keine Rolle. Nach unseren Gesetzen hat er hier bei uns keine Tat begangen, das heißt: Er ist auch nicht vorbestraft.


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13.10.2021 um 12:30
Bezueglich der Frage, warum er so spät das Gestaendnis revidiert hat, ist J.S. wohl schwer zu widerlegen.
Rein formal hätte er bereits schon 1987 (nach dem Urteil gegen E.H.) sein Geständnis revidieren koennen, da man ja nicht zweimal verurteilt werden kann. Seine angebliche "Mission", E.H. vor der Todesstrafe zu bewahren, war also rein formal 1987 bereits erfuellt.
Interessant wäre zu erfahren, wer, wann "Schluss gemacht" hat.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:49
@Dany123
Einfach hier in der Suchfunktion mit Stichworteingabe eingeben.

Alle deine Fragen wurden hier schon ausgiebigst behandelt.


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13.10.2021 um 12:53
@higan7
@Dany123
Zitat von higan7higan7 schrieb:Das mit den "prozesstaktischen Gründen stimmte, fand ich
Da bin ich mir aber gar nicht so sicher - also ob dem wirklich so ist.
Erstens kann ein Geständnis eh nicht "nivelliert" werden. Es wird gegen einen, der gestanden hat, verwendet werden, auch wenn er später widerruft. Deshalb sollte man ja auch (ob schuldig oder nicht spielt keine Rolle) bei der Polizei gar nichts sagen, ohne Anwalt schon gar nicht. Man hat einfach nichts davon.
Zweitens halte ich es für Quatsch, dass dies Auswirkung auf seine Auslieferung gehabt hätte - ob er den Mord gesteht oder bestreitet. Für den Fall vor dem EU-Gerichtshof "Söring gegen das UK" (http://www.eugrz.info/PDF/EGMR4/EGMR04-27.pdf) spielte es überhaupt keine Rolle, soweit ich das überblicken kann. Dort steht: Allein die Tatsache, dass er zum Tode verurteit werden könnte, war ein Grund dafür, ihn erst nach der Zusicherung Virginias, darauf zu verzichten, auszuliefern. Das ist wahrscheinlich heute immer noch so.
Also: Egal ob jemand einen Mord bestreitet oder zugibt - wenn ihm die Todesstrafe droht, wird er nicht ausgeliefert. So verstehe ich das zumindest. (Das UK hat damals wohl im Sinne von Deutschland gehandelt.) Bei E. Haysom war das etwas anderes, da sie ja amerikanische Staatsbürgerin war - sie musste ausgeliefert werden.
(Bitte korrigiert mich, falls ich da falsch liege ... habe das Urteil auch nur überflogen und bin kein Jurist. Aber wenn ich recht habe, ist das wieder eine Falschbehauptung von Söring, er hätte nur aus prozesstaktischen Gründen nicht früher widerrufen.)


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 12:57
Zitat aus dem Buch "Nicht schuldig" von Jens Söring, S. 167

In den verbleibenden Monaten des Jahres 1986 musste ich mein "Geständnis" noch dreimal wiederholen, und
jedes Mal veränderte sich die Geschichte wieder. Zunächst wollte ich die beiden Psychiater davon überzeugen, dass ich verrückt war, und fügte Details hinzu, die ich in den beiden " Geständnissen" am 8.Juni und in der dritten Version überhaupt nicht erwähnt hatte. Außerdem erzählte ich den beiden verschiedene Geschichten, um möglichst verrückt zu klingen, freilich ohne dem jeweils anderen davon zu berichten.
Dann legte ich mein "Geständnis" sogar noch ein weiteres Mal ab, diesmal vor einem deutschen Staatsanwalt, als Teil des Versuchs, meine Auslieferung nach Deutschland zu bewirken. Auch bei dieser Gelegenheit erzählte ich eine vollkommen neue Fassung.



Ende Zitat. Nachher schreibt er dann auch einiges, daß er diese Lügen bereut usw., aber das kann ich jetzt
nicht alles abtippen. Das obige müsste in "Mortal Thoughts " genauso drinstehen, denn er hat es ja kaum
geändert für "Nicht schuldig".


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 13:05
Zitat von peterleepeterlee schrieb:Warum gilt er in Deutschland als nicht vorbestraft?
Das sagt er zwar, aber das ist glaube ich nicht richtig. Deutschland und USA akzeptieren meines Wissens ihre gegenseitigen Rechtssysteme.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 13:14
@blorgempire
Ich bin mir aber sicher, öfter gelesen oder von J.S. in Interviews gehört zu haben, daß er sein Geständnis
aufrecherhalten habe, um dadurch die Auslieferung nach USA zu verhindern. Er stellte das so dar. Die genauen
Stellen muß ich aber auch erst suchen.

Dass W. schreibt, daß das nichts mit seiner Auslieferung oder Nichtauslieferung zu tun hatte, ist mir wohl
bewußt. Ich würde das auch genau so sehen.

Ich bin auch keineswegs dagegen, daß von Europa niemand irgendwohin ausgeliefert werden darf, wo ihm die
Todesstrafe droht.


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Der Fall Jens Söring

13.10.2021 um 13:29
Zitat von higan7higan7 schrieb:Ich bin mir aber sicher, öfter gelesen oder von J.S. in Interviews gehört zu haben, daß er sein Geständnis
aufrecherhalten habe, um dadurch die Auslieferung nach USA zu verhindern. Er stellte das so dar. Die genauen
Stellen muß ich aber auch erst suchen.

Dass W. schreibt, daß das nichts mit seiner Auslieferung oder Nichtauslieferung zu tun hatte, ist mir wohl
bewußt. Ich würde das auch genau so sehen.
@higan7
Wäre er in Deutschland gewesen dann wäre gar nicht ausgeliefert werden können....


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13.10.2021 um 13:35
Zitat von LedaLeda schrieb:Auf der Beerdigung der ermordeten Eltern wurde er mit einer verbundenen Hand gesehen, die er sich - seinen Geständnissen nach, beim Kampf mit dem männlichen Opfer zugezogen haben soll. Seine Blutgruppe wurde am Tatort gefunden, die alle anderen Familienmitglieder nicht haben.
@Leda
Da gehen die Meinungen auseinander, er war ja dann sicher noch sechs Monate an der uni und dort ist es anscheinend niemanden aufgefallen
Zitat von LedaLeda schrieb:Ohne sich rückzuversichern, dass diese Immunität auch bestand. Für so ein schlaues Kerlchen - ziemlich blöd.
So ist es, wäre er nach Deutschland gegangen dann hätte er gar nicht ausgeliefert werden können.. Unabhängig ob Diplomat oder nicht.....


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