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Der Fall Jens Söring

29.200 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 20:25
@Bluelle
Spontan fällt mir der Vierfachmord von Eislingen ein, auch wenn da die Opfer erschossen wurden. Und das Gemetzel in Tessin, wo zwei 17-Jährige vor einigen Jahren die Eltern eines Schulkameraden mit Messern abgeschlachtet haben. Allerdings ging diese Tat nicht vom Sohn aus, sondern von den Schulkameraden.


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Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 20:26
@Bluelle
ich habe auf die schnelle den Fall in Eislingen gefunden. Wo der Sohn mit einem Freund seine Familie tötete. Ich glaube den gibt es hier auch den Fall. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/eltern-und-schwestern-getoetet-lebenslange-haft-fuer-vierfachmoerder-von-eislingen-a-686618.html

Den anderen LInk müsste ich noch suchen.@hopkirk unsere Beiträge haben sich überschnitten :)


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Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 20:35
Danke für Eure Links. Davon hatte ich auch gelesen, ist mir nur nicht mehr eingefallen.
Der grosse Unterschied- für mich- wäre die Tatwaffe.
Ich schrieb schon einmal, dass ich JS eher eine Tat mit der Waffe zutraue, aber mit dem Messer ist noch einmal eine ganze andere Nummer.
Du stichst in den Menschen, bist praktisch ganz nah an ihm dran. berührst ihn, siehst sein Blut direkt.
Die Waffe oder Art der Tötung ist ja auch Stoff für die Profiler, bzw. sagt etwas aus über die Tat.


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Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 20:37
@Bluelle
Wenn du mal nach der Tat in Tessin googelst, wirst du sehen, dass die beiden 17-Jährigen die Eltern des anderen Jungen auch mit Messern niedergemetzelt haben. Und zwar, ohne jemals viel mit ihnen zu tun gehabt zu haben. Hier ein Link dazu: http://www.stern.de/panorama/stern-crime/tessin-neuneinhalb-jahre-haft-fuer-doppelmord-3273570.html

Und hier: https://www.welt.de/vermischtes/article964414/Der-Mord-der-Tessin-fuer-immer-veraenderte.html


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Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 22:54
Zitat von hopkirkhopkirk schrieb:Die Haysoms dürften allein aufgrund ihres Alkoholspiegels in der Gegenwehr gehandicapt gewesen sein, und auch Jens dürfte voller Adrenalin gewesen sein. Außerdem die Liebe zu Elizabeth projiziert als Hass auf die Haysoms und ne gehörige Portion Testosteron - da kann schon so ein Gemetzel rauskommen.
Das sehe ich ganz genau so. Hinzu kommt der Überraschungsmoment. Was willst du denn bitte machen, wenn dir dein Gegenüber unvermittelt ein Messer in den Bauch oder Hals rammt?

Zum Motiv ist mMn alles gesagt. Ich denke @Ashford1986 hat es sehr gut auf den Punkt gebracht.


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Der Fall Jens Söring

01.05.2017 um 23:36
@yasumi

Anbei noch einige Gedanken zu deinen Kommentaren zu der Liste. (Übrigens schön zu sehen, dass auch User, die Zweifel an der Schuld von JS haben, sich damit auseinander setzten. So entseht doch eine gepflegte Diskussion. Wenn ich hingegen an die fortwährenden Spam Attacken eines anderen Users denke...).

- Zu 5: Es geht dabei um das Lieblingsspiel von JS. Die anderen Personen in diesem Spiel zu verunglimpfen und sich selber gut darzustellen ("ich wollte meine große Liebe vor dem elektrischen Stuhl bewahren"). Glaubwürdigkeit ist eben ein hohes Gut. In vielen unqualifizierten Kommentaren von unbedarften Usern lese ich immer wieder davon, dass EH doch sowie so nicht zu trauen ist, weil sie Borderlinerin ist. Ergo ist sie auch die Täterin. JS gesteht schon die große Liebe gegenüber EH ein. Aber psychische Abhängigkeit? Auch seine Geisteskrankheit erwähnt er so gut wie gar nicht. Stattdessen wird die Erkrankungen von EH in jedem zweiten Satz ausgeschlachtet (so wie sein , der Status seines Vaters, etc..). Tenor: Es gibt keinen Grund IHR zu glauben. Wer zu solchen Mitteln greifen muss, verrät vielleicht mehr über sich, als ihm lieb ist.

- Zu 6: Zum Täterwissen habe ich eine feste Meinung. Dieser Punkt ist ähnlich wie 14. Ich denke, anders als du, aber schon, dass multiple Geständnisse schwer wiegen. Zumal die Mär, dass JS unter Druck gesetzt wurde, ja nun ausgeräumt wurde. Oder hat ihn auch ein Vertreter der deutschen Botschaft unter Druck gesetzt?

- Zu 9: Ja, uneindeutig. Vielleicht trifft es das. Aber von dem Blut von der Blutgruppe von EH gibt es eben nur eine Mini Spur im ersten OG. Wie ist das zu erklären?

- Zu 12: Warum versteift er sich in seiner Berufung auf die Landstreicher? Und warum hätten die Geschworenen von ihnen wissen müssen, wenn die Polizei sie sogar zuerst verdächtigt hatte, dann aber aussortiert hat?


- Zu 18. Klar. Aber auch wieder: Glaubwürdigkeit. Wenn ein Mensch aus dem Gefängnis kommen möchte oder vor Gericht plaubilisieren will, dass er unschuldig ist, müssen seine Geschichten schon Sinn machen.

- Zu 19: Die Details weiß ich nicht mehr. Aber am nächsten Tag, macht es doch noch weniger Sinn. Ich halte die sinnfreie Washington Story, wie JS sie erzählt, für sehr relevant.

- Zu 21: Stimmt. Engt aber eben auch den Täterkreis ein.

- Zu 23: Inzwischen sind einige Lügen zusammen gekommen. Ich kann das morgen gerne ausführen.

- Zu 24: Sorry, aber welche unschuldige Mensch denkt sich solche Nummern aus? Vor allem die TB Story?

- Zu 27: Stimmt. Aber es ist auf Grund der Blutspuren eben wahrscheinlicher, dass JS es war (s.o.).

- Zu 29: An seiner Stelle hätte ich mich von Anfang an bemüht Mister X zu finden. Hat er aber nie, zumindest hat er nie darüber breichtet, obwohl er ja recht redseelig ist, was seine "Arbeit" angeht. Warum?

So. Das war es erst einmal auf die schnelle.

---> Die Liste war ja nie so zu verstehen, dass alle Punkte jeweils der ultimative Schuldbeweis sind. Wichtig ist mMn nach die Fülle von Argumenten/ Indizien, die gegen JS sprechen. In Kombination mit den Lügen und den unglaubwürdigen Aussagen sowie den Nebelkerzen ergiebt sich schon ein recht eindeutiges Bild.

Ich denke aber, dass die Liste neu strukturiert werden sollte:

A. Indizien
B. Unglaubwürdige Aussagen
C. Lügen

Vielleicht komme ich sogar die Tage dazu.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 10:10
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Zum Täterwissen habe ich eine feste Meinung.
Die darfst du auch gerne haben. Nur solltest du das dann nicht damit begründen, Söring selbst habe gesagt, er habe nie mit Elizabeth über die Tat gesprochen. Ich hatte dir die entsprechende Stelle aus dem englischen Buch zitiert, in der deutschen Version wird das noch deutlicher:
In den frühen Morgenstunden, die uns noch blieben, arbeiteten wir unsere Version der Shakespeare-Geschichte aus. Ich erzählte Liz, was ich den ganzen Tag über getan hatte, so dass sie ihre Alibigeschichte überzeugend erzählen konnte. Und dann beschrieb Elizabeth mir das Verbrechen, und ich versuchte mir vorzustellen, wie man mich dazu gebracht haben könnte, ihre Eltern umzubringen.
Buch: Zweimal lebenslänglich   
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Sorry, aber welche unschuldige Mensch denkt sich solche Nummern aus? Vor allem die TB Story?
Wie meinst du das? Dass Söring Tony Buchanan für seine Aussage bezahlt, ihm seine Worte diktiert hat und Sörings Anwälte das dann alles arrangiert haben?
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Die Details weiß ich nicht mehr. Aber am nächsten Tag, macht es doch noch weniger Sinn. Ich halte die sinnfreie Washington Story, wie JS sie erzählt, für sehr relevant.
Die Details hatte ich vor kurzem dargelegt (z.B. hier), weil ich sie ebenfalls relevant finde. Für mich hört sich die Geschichte so an, als ob sie unvollständig wäre.
Denn wenn er gesagt hätte, Elizabeth wollte an diesem Samstag die Drogen überbringen, wäre es nachvollziehbar, warum er für sie Alibis erstellte, da sie als Drogenkurierin mit dem Gesetz in Konflikt geraten könnte.

Aber er erzählt sie anders.

Vielleicht - ich spekulier mal - weil der Washington-Trip auch deshalb stattfand, um Drogen transportieren zu können, ein Drogentransport, getarnt als unauffälliger Kurzurlaub. Freitag Ankunft, Samstag Empfang der Drogen, am Sonntag nach der Rückkehr die Übergabe.

Sie nehmen die Drogen am Samstag in Empfang und haben dann doch schiss, sie über Nacht bei sich zu behalten und entschließen sich, gleich loszufahren um die Drogen zu übergeben. Er oder sie oder beide zusammen. In Charlottesville nimmt das dann eine andere Wendung. Geplant oder nicht, fahren er, sie oder beide vom Dealer-Kollegen weiter zu ihren Eltern.

Denkbar wäre, dass Söring dieses Detail nicht erzählen will, um zu verheimlichen, dass er mehr mit Drogen zu tun hat, als er zugeben will.

Aber diese Version könnte erklären, warum im Mietwagen kein Blut gefunden wurde - es könnte dann vom Dealer bis zu den Eltern ein anderes Auto benutzt worden sein. Und sie könnte erklären, warum Elizabeths Story schon um 13/14:00 Uhr beginnt: Gegen Mittag werden die Drogen entgegengenommen, und am späten Nachmittag sind sie beim Dealer-Kollegen. Es wird gefeiert, und dann, als es dunkel wird und alle entsprechend enthemmt, geht es weiter.

Naja. So könnte ich mir das vorstellen. Aber Söring erzählt die Drogengeschichte halt anders. Kann man nix machen.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 12:39
@Ashford1986

Danke für Deine sehr interessanten und aufschlussreichen Beiträge. Ich bin nun noch fester davon überzeugt das JS Schuldig der grausamen Morde an NH und DH ist. Ein JS welcher mit einem dauer Lächeln im Gesicht zwei grausame Morde auf sich nimmt, muss sich zum damaligen Zeitpunkt in einem absoluten psychisch verwirrten Ausnahmezustand befunden haben. Was sehr bedauerlich ist, den JS stand die ganze Welt offen. JS hinterlässt, nach meinem Eindruck auch heute nicht das Gefühl(Bücher, Interviews), das er sich der Grausamkeit der Verbrechen bewusst ist. Kein Mensch (egal welchem Bildungsgrades) der sich in keinem psychischen Ausnahmezustand befindet(wie JS) Mordet oder lässt sich in ein Mord verwickeln, wenn dieser Mensch die Möglichkeit hat dem auszuweichen. Ich schließe mich der Aussage von EH an : „ Er hatte die Wahl, zu Morden oder nicht“. JS wurde nicht gezwungen NH und DH zu ermorden. Genauso hatte er die Wahl ( von seiner Unschuldsbehauptung ausgehend) die Morde auf sich zu nehmen oder nicht. Falls JS noch mal in Freiheit kommen sollte( was ich persönlich nicht glaube) dann frühestens, wenn EH ihre Strafe abgesessen hat. Da er aber bis heute keine Therapie durchlaufen hat, ist nicht davon auszugehen das sich sein krankes Gedankengut von selbst geheilt hat, deswegen denke ich, das es zu gefährlich für die Mitbürger wäre, JS ohne die Auflage einer Therapie auf die Bürger loszulassen. Ein Grund für die Ablehnung von Bewährung war. das JS eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellt. 

@alle @Ashford1986

Kannst Du oder jemand der es weiß mir die Sache mit dem Voodoo Zauber  erklären? JS hielt es für möglich DH und NA durch Voodoo zu beseitigen?


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 13:06
Danke, Venice.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 13:23
Zitat von FFFF schrieb:Die Identität u.s.w. hat der User gegenüber der Verwaltung belegt, öffentlich ist er dazu natürlich nicht verpflichtet.
Ich hab jetzt nicht verstanden, wer dieser Matthias ist? Ein Freund von Söring, ein ehemaliger Mithäftling? Wieso versucht Söring, alle Welt von seiner Unschuld zu überzeugen und prahlt dann diesem Mann gegenüber damit, er habe die Tat begangen? Für mich passt das nicht zu ihm...so dumm wird er -sofern er der Täter ist- doch wohl nicht sein. Zumal er damit rechnen musste, dass das an die Öffentlichkeit kommt.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 13:59
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Die darfst du auch gerne haben. Nur solltest du das dann nicht damit begründen, Söring selbst habe gesagt, er habe nie mit Elizabeth über die Tat gesprochen. Ich hatte dir die entsprechende Stelle aus dem englischen Buch zitiert, in der deutschen Version wird das noch deutlicher:
Das schreibt er unter andrem auf seiner Homepage:

"Warum wolltest Du von deiner Freundin nicht wissen, was genau geschehen ist?:
Der Grund ist ein ganz einfacher: Wenn wir das Thema „Was geschah denn da wirklich?“ offen angesprochen hätten, so hätten wir uns mit der entsetzlichen Wahrheit konfrontieren müssen – und das war einfach viel zu schrecklich und gefährlich, um es zu riskieren (...)

Wenn ich Elizabeth gefragt hätte, was denn wirklich geschah, hätte ich mich mit der Tatsache konfrontieren müssen, dass die junge Frau, die ich über alles liebte, in Wahrheit eine Mörderin war. Die Frau, mit der ich mich jede Nacht ins Bett legte! Das konnte, das durfte nicht wahr sein. Denn wenn es war wäre, dann müsste meine Liebe für sie enden – und unsere (aus meiner Sicht besonders enge) Beziehung müsste enden – und ich müsste irgendwas tun, z.B. die Polizei informieren. Diese Konsequenzen (Ende der Liebe, Ende der Beziehung, Anruf an die Polizei) waren schlicht zu schrecklich. Alles, alles wäre kaputt gegangen! (...) Ich glaube übrigens, dass dieses Verdrängen einer Wahrheit, die einfach „zu gefährlich“ ist, gar nicht so ungewöhnlich ist. Es gibt doch sogar den Ausdruck dafür „Das will ich gar nicht so genau wissen!“ Vor 75 Jahren sind viele jüdische Nachbarn unserer Großeltern in den Osten „umgesiedelt“ worden, aber man hörte dann nie wieder etwas von ihnen. Das mit der „Umsiedlung“ konnte also gar nicht so recht stimmen. Aber wer sollte es schon genau wissen?"


und in seinem Blog B 83:

"...So bizarr es klingt: Ich habe Elizabeth nie gefragt, was denn wirklich passiert sei."
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wie meinst du das? Dass Söring Tony Buchanan für seine Aussage bezahlt, ihm seine Worte diktiert hat und Sörings Anwälte das dann alles arrangiert haben?
So weit würde ich jetzt nicht gehen. Aber letztlich kann ich auch nur spekulieren. Bringt aber nichts. Entscheidend ist doch, dass (a) TB seine Geschichte nicht beweisen kann (Kreditkartenbeleg o.ä.) und (b) die Geschichte keinen Sinn macht (blutiges Messer liegt mehr oder weniger offen drei Monate lang im Auto des Mörders herum). Hinzu kommt ja noch, der etwas seltsame Persönlichkeit des Herren (siehe den Artikel "Blood Ties" von NH).

Davon mal abgesehen: Einen Doppelmörder entlassen, weil 25 Jahre nach der Tat auf einmal ein "Zeuge" auftaucht? Das dürfte in keinem Rechtssystem der Welt funktionieren.  
  
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Denn wenn er gesagt hätte, Elizabeth wollte an diesem Samstag die Drogen überbringen, wäre es nachvollziehbar, warum er für sie Alibis erstellte, da sie als Drogenkurierin mit dem Gesetz in Konflikt geraten könnte.
Vielleicht verstehe ich einfach nicht worauf du hinaus willst: Wofür ein Alibi? Wenn sie auf frischer Tat erwischt wird bringt das doch auch nicht viel.  


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 19:45
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Das schreibt er unter andrem auf seiner Homepage:

"Warum wolltest Du von deiner Freundin nicht wissen, was genau geschehen ist?:
Der Grund ist ein ganz einfacher: Wenn wir das Thema „Was geschah denn da wirklich?“ offen angesprochen hätten, so hätten wir uns mit der entsetzlichen Wahrheit konfrontieren müssen – und das war einfach viel zu schrecklich und gefährlich, um es zu riskieren (...)
Er sagt halt beides: wir haben miteinander darüber gesprochen, sind dabei aber nicht ins Detail gegangen. Er versucht wohl den Spagat zwischen "ich weiß genug um ein plausibles falsches Geständnis ablegen zu können" und "ich weiß zu wenig, um sagen zu können, wieviel Personen beteiligt waren, wie sich das Geschehen genau abgespielt hat".

Darin offenbart sich meines Erachtens das Grundproblem seiner Geschichte: sie hört sich konstruiert an, auf ein bestimmtes Ergebnis hin erzählt - so dass sie alles, was er bisher in Bezug auf die Morde getan und gesagt hat, erklären kann. Alles geht irgendwie auf, aber nachvollziehbar wird es dennoch nicht.
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Sorry, aber welche unschuldige Mensch denkt sich solche Nummern aus? Vor allem die TB Story?
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Entscheidend ist doch, dass (a) TB seine Geschichte nicht beweisen kann (Kreditkartenbeleg o.ä.) und (b) die Geschichte keinen Sinn macht (blutiges Messer liegt mehr oder weniger offen drei Monate lang im Auto des Mörders herum). Hinzu kommt ja noch, der etwas seltsame Persönlichkeit des Herren (siehe den Artikel "Blood Ties" von NH).
Du findest die Aussage von Buchanan unglaubwürdig. Und dadurch dass Söring diese Geschichte ins Spiel bringt, schadet er seiner Glaubwürdigkeit. Weswegen seine Beteuerungen, unschuldig zu sein, unglaubwürdig werden.
Ist das ungefähr dein Gedankengang?

Wer will, kann sich selbst ein Bild von Buchanan und seiner Aussage machen: Youtube
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Wofür ein Alibi? Wenn sie auf frischer Tat erwischt wird bringt das doch auch nicht viel.  
Wenn sie in Verdacht geraten wäre, Drogen transportiert zu haben, dann hätte sie ein Alibi gehabt. Genauso wie beide, als sie verdächtigt wurden, die Haysoms ermordet zu haben, auf ihr Washington-Alibi verweisen konnten.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 20:10
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wenn sie in Verdacht geraten wäre, Drogen transportiert zu haben, dann hätte sie ein Alibi gehabt. Genauso wie beide, als sie verdächtigt wurden, die Haysoms ermordet zu haben, auf ihr Washington-Alibi verweisen konnten.
Es ist nicht anzunehmen, das Elisabeth auf Schritt u. Tritt von ihren Eltern begleitet worden wäre. Wie sollten sie ahnen oder noch mehr wissen, was sie "gerade" macht?

Drogen übergeben oder abholen hätte sie auch ohne WE-Ausflug abwickeln können.

Elisabeth konnte vor dem Wash.-WE nicht wissen, das ihre Eltern ermordert werden.. oder doch?

Wozu also das "Alibi"?


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 21:35
@borabora
Wenn du eine größere Menge Drogen von A nach B transportierst, dann sind deine Eltern glaub ich das geringste Problem. Denn du bist ja dann auch Teil eines Drogen-Vertriebssystems, für das sich naturgemäß auch Drogenermittler interessieren. Da macht es meines Erachtens schon Sinn, ein Alibi zu haben, falls du in den Verdacht geraten solltest, für die Drogenlieferung verantwortlich gewesen zu sein.

Und es würde auch Sinn ergeben so eine Lieferung in etwas Unverfängliches wie einen Kurzurlaub einzubetten - so wie der ein oder andere für seine Affären Geschäftsreisen nutzt.

Wenn Söring sagen würde, die Drogenlieferung haben wir aus den und den Gründen vorgezogen, deshalb fuhr Elizabeth schon am Samstag wieder zurück, dann fände ich seine Geschichte stimmiger. Aber er erzählt sie anders. Darüber hatte ich in der unteren Hälfte meines Beitrags hier laut nachgedacht. Aber das sind, wie gesagt, nur Spekulationen.


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Der Fall Jens Söring

02.05.2017 um 21:39
Zitat von yasumiyasumi schrieb: dann sind deine Eltern glaub ich das geringste Problem.
Ich denk mal, das Alibi war weniger für die Drogenermittler bestimmt, viel eher für den Mordtag...


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 08:55
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Du findest die Aussage von Buchanan unglaubwürdig. Und dadurch dass Söring diese Geschichte ins Spiel bringt, schadet er seiner Glaubwürdigkeit. Weswegen seine Beteuerungen, unschuldig zu sein, unglaubwürdig werden. Ist das ungefähr dein Gedankengang?
Ja, so in etwa. In der Liste steht ja auch folgerichtig "Nebelkerzen". Es geht neben den ganzen Indizien nun einmal um die Glaubwürdigkeit. Wem kaufe ich seine Geschichte ab? Das war ja schon vor Gericht so. Ich habe JS seine wirre Washington Geschichte einfach nicht geglaubt. Genauso wenig glaube ich an seine TB Geschichte. Und wenn ein Mensch fortwährend solchen Klaumauk unter die Leute bringt, glaube ich ihm am Ende eben gar nichts mehr. Erst recht nicht, dass er unschuldig ist.
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wenn sie in Verdacht geraten wäre, Drogen transportiert zu haben, dann hätte sie ein Alibi gehabt. Genauso wie beide, als sie verdächtigt wurden, die Haysoms ermordet zu haben, auf ihr Washington-Alibi verweisen konnten.
Wie kann man denn in Verdacht geraten Drogen transportiert zu haben? Ich denke wir sind beide der Meinung, dass die Eltern von EH aus dem Spiel sind (Boonsboro und Charlottesville liegen etwa 120 KM auseinander). Bezog sich JS nicht sogar ausdrücklich auf die Eltern? Ich habe das jetzt nicht mehr so parat. Ansonsten bliebe ja nur noch die Polizei, die den Dealer hochgehen lässt. Wenn sie aber bei ihn die Drogen findet, fragt sich vermutlich nicht wo er sie her hat, oder? Aber spielen wir das einmal durch: Woher kommen die Drogen? Vom Großdealer aus Washington. Und wie sind sie von Washington nach Charlottesville gekommen? Dann sagt der Dealer: EH war es! Und so kann sie sich absichern. Hm.   

Ich sehe es wie @borabora und denke, dass die Kinokarten von Anfang an, als Alibi für den Mord beschafft wurden ("besser als nichts").


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 09:27
@ElvisP
Ja, die Alibigeschichte sollte den Eltern dienen. Deshalb auch so sinnlos.


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 10:46
@all

Es gibt eine neue Söring Litanei. Dieses Mal von einem Sheriff vorgetragen:

http://ftpcontent.worldnow.com/wvir/documents/letter-to-governor-mcauliffe.pdf (Archiv-Version vom 26.11.2019)

Die üblichen Punkte, Sockenabdruck, Alibi, Lügen von EH (kein Wort über die Lügen des JS), Motiv (SIE hatte eins, ER nicht). Alles sehr einseitig und wenig reflektiert. Da fragt man sich schon, was solche Leute antreibt.

Einzig interessant sind die Ausführungen zur DNA ab S. 16. Leider wird es hier auch ein wenig kompliziert. Ab diesem Satz, kann ich den Ausführungen nicht mehr zu 100% folgen:
 
"One of the findings that had been a concern for me was when I read the DFS report stating that 8 samples ( 6 with A blood types and 2 with O blood) had all “originated from a common male contributor.” I read it to mean the same person had two different blood types which would be impossible and might imply Mary Jane Burton, the DFS serologist got the blood typing wrong. . I was confused."

Kennt sich jemand besonders gut mit dem DNA Kram aus? Ich werde es heute Abend erneut lesen, vielleicht hilft es...


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 11:18
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Ich sehe es wie @borabora und denke, dass die Kinokarten von Anfang an, als Alibi für den Mord beschafft wurden ("besser als nichts").
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Ja, die Alibigeschichte sollte den Eltern dienen. Deshalb auch so sinnlos.
Mir ging es nicht darum zu klären, ob die Kinokarten als Alibi für die Morde gedacht waren oder nicht, sondern mir ging es darum herauszufinden, warum Söring seine Geschichte so und nicht anders erzählt hat. Ausgangspunkt: Er lügt, aber warum gerade so?

Söring hätte alles mögliche erzählen können, da sowieso Aussage gegen Aussage stand. Letztendlich ging es darum, glaubwürdiger als Elizabeth zu sein.

Die einfachste Version wäre gewesen:
- Sie waren in Washington, stritten sich, Elizabeth verzog sich mit dem Auto, er war sauer, ging ins Kino, dann ins Hotel. Irgendwann nachts kam sie wieder, gestand die Morde. Dass er in Washington war, kann er mit einer Kinokarte belegen, die noch in seinem Besitz ist.

Diese Version konnte er vielleicht nicht erzählen, weil 2x2 Kinokarten als Beweismittel in den Prozess eingeführt wurden, bzw er damit rechnen musste, dass sie im Prozess vorgelegt werden könnten. Er musste also schlüssig erklären, warum er doppelte Karten kaufte, obwohl er allein ins Kino gegangen sein will.

Er hätte z.B. die weiter oben von mir erwähnte Version erzählen können, die alle bekannten Zutaten enthält, sie nur anders zusammenfügt:
- Der Washington-Trip war als Cover für eine Drogenlieferung gedacht. Die Lieferung war größer als gedacht, sie wollten sie nicht eine ganze Nacht lang bei sich behalten. Deshalb entschieden sie sich, das Drogenpaket gleich (und nicht erst nach ihrer Rückkehr) beim Empfänger abzugeben, deshalb fuhr Elizabeth zurück. Da durch diese kurzfristig Planänderung das "wir waren im Kurzurlaub in Washington"-Alibi so nicht mehr funktioniert hätte, dachten sie, Elizabeth bräuchte ein zusätzliches Alibi (für die Strafverfolgungsbehörden), weshalb er auch für sie Kinokarten mitkaufte. Sie kam zurück, gestand die Morde.  

Er erzählt aber die Geschichte so:
- Elizabeth wollte (für ihn überraschend) ein Drogenpaket in Washington in Empfang nehmen, was sie dann am nächsten Tag dem Empfänger übergeben wollte. Die Entgegennahme sollte zwei Stunden dauern. Als Alibi für ihre Eltern sollte Söring für sie Kinokarten mitkaufen. Nach zwei Stunden kam sie nicht wieder. Er stellte ein weiteres Alibi her, dann noch ein weiteres, dann noch eins. Bis sie irgendwann nachts wiederkam. Sie gestand ihm die Morde.

Was genau ist an dieser Washington- Geschichte unglaubwürdig?
1) Weil das Alibi für die Eltern gedacht war.
2) Weil sie nur ein Paket in Empfang nehmen, aber trotzdem ein Alibi wollte - und Söring dann, als sie nicht wiederkam, weiterhin für sie Alibis erstellte.

Warum aber erzählt Söring diese unglaubliche Geschichte, wenn er sie auch plausibler hätte erzählen können?
Meine Überlegung dazu war, dass er vielleicht keine Geschichte erzählen wollte, die ihm einen aktiven Part in einer Drogenlieferung zuweist.

Er wollte eine Geschichte erzählen,
- die zeigt, dass er in Washington war, Elizabeth nicht.
- die erklärt, warum es dennoch zwei Doppeltickets gibt
- in der die Drogen nur Elizabeth zugeordnet werden (vielleicht rechnete er damit, dass die Drogentransport-Geschichte vor Gericht erwähnt und nachgewiesen werden könnte)

Und heraus kam dann das, was er erzählte.


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03.05.2017 um 11:39
@Bluelle
Ich schrieb schon einmal, dass ich JS eher eine Tat mit der Waffe zutraue, aber mit dem Messer ist noch einmal eine ganze andere Nummer. Du stichst in den Menschen, bist praktisch ganz nah an ihm dran. berührst ihn, siehst sein Blut direkt. Die Waffe oder Art der Tötung ist ja auch Stoff für die Profiler, bzw. sagt etwas aus über die Tat.
Ein Messer als Tatwaffe in Kombination mit einer Übertötung  ist jedenfalls im hiesigen Kulturkreis zumeist Zeichen einer Beziehungstat. Die war es ja auch.

Söring fühlte sich von Haysom´s Eltern gekränkt...hatte mit Haysom eine folie a deux und Haysom hatte einen tiefen Dauerkonflikt mit ihren Eltern. 

Söring und Haysom haben sich schon Wochen vor der Tat in wenig kaschierten Tötungsphantasien bezüglich Haysoms Eltern ergangen.

Dann nahmen zum einen Elizabeth Haysom und Jens Söring regelmäßig Drogen ein, zum anderen haben beide eine Persönlichkeitsstörung, Haysom läuft unter Borderline, Söring hat wohl eine psychopathische Störung.

Das Aufeinandertreffen zweier Psychopathen, die sich angezogen fühlen und eine gemeinsame Parallelwelt schaffen, ist eine kriminologische Hochrisikosituation. Der Fall erinnert mich im Übrigen durchaus an den Fall in Perugia 2007.

Da ist mit uns nachvollziehbaren Reaktionen bei einer Übertötung mittels Messer nicht zu rechnen.

Schaut man sich die La Bianca-Morde an, so machten und machen die daran Beteiligten auch den Eindruck, als könnten sie so eine Schlachterei gar nicht verübt haben.

Haben sie aber.


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