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Der Fall Jens Söring

29.217 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 18:39
Zitat von Luna2510Luna2510 schrieb:Wenn dem so ist, warum hat er dann immer noch keinen Lügendetektortest gemacht?
@Luna2510


weil diese tests vollkommen daneben sind. gott sei dank hat die deutsche justiz das begriffen.


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 19:52
@ElvisP

"One of the findings that had been a concern for me was when I read the DFS report stating that 8 samples ( 6 with A blood types and 2 with O blood) had all “originated from a common male contributor.” I read it to mean the same person had two different blood types which would be impossible and might imply Mary Jane Burton, the DFS serologist got the blood typing wrong. . I was confused."

Ich bin jetzt auch nicht stark in der DNA-Analyse bewandert, aber das heißt für mich, dass es 8 Proben gibt (6 mit Blutgruppe A und zwei mit Blutgruppe 0), die die Merkmale von einer einzigen männlichen Person haben. Ich denke, dass sich entweder die Laborantin mit den Blutgruppen vertan hat, oder die DNA vielleicht von Brüdern stammt.. 


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 20:23
@ElvisP

Ich lese in Deiner PDF gerade, dass eine AB Spur, zwar auch die Mutter hat, aber mit männlicher DNA und ich lese, dass E. H. mindestens zwei Halbbrüder hat. 
Das muss ich mir alles noch mal richtig durchlesen, wenn ich mehr Zeit habe, in Englisch auch etwas schwieriger. 
Ist mir beim Überfliegen so aufgefallen und ich wollte es mal erwähnen.


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 20:36
Zitat von yasumiyasumi schrieb:Wenn ich das recht verstehe, dann wurden die Spuren auf 30 DNA-"Merkmale" untersucht (verzeiht mein Laien-Vokabular).
Bei der Blutgruppe-'A'-Spur "35K" konnten 17 davon bestimmt werden.
Bei der Blutgruppe-'0'-Spur "6FE" konnten 7 davon bestimmt werden, die aber identisch mit denen der Blutgruppe-'A'-Spur sind
Ich muss das ergänzen: Bei der zweiten Blutproben-'0'-Spur "2FE" konnten 12 bzw 13 Merkmale bestimmt werden. Sie sind identisch mit der Blutguppe-'A'-Spur.

Hoffe, ich hab nicht wieder was übersehen. Ich hab mal die Blutgruppen in die Tabelle mit den DNA-Ergebnissen geschrieben (männliche DNA in blau, weibliche DNA in rot). Vielleicht macht es das etwas übersichtlicher. Angaben ohne Gewähr ;-)

haysoms crime DNA Blutgruppen Small


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03.05.2017 um 21:45
@Bluelle
"Die ganze Gerichtsverhandlung kann man in der Pfeife rauchen."

Das finde ich sehr interessant, hast du den den ganzen Prozessfilm gesehen? Wenn JA, koenntest du es hier verlinken als Quellenangabe? Danke im voraus.


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 22:30
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Das resultiert wahrscheinlich daher, weil die Leiche der Mutter in der Küche lag.

War es ein Kleidungsstück oder ein Waschlappen? Ich hatte letzteres gelesen. Es sollte sich dabei um einen feuchten Waschlappen gehandelt haben.
In dem Bericht von 2009, also der einizig belastbaren Quelle zu dieser Frage, steht lediglich "Rags from washer in kitchen". Also ein Lappen. Trotzdem frage ich mich, was diese nachweislich falsche Behauptung des Sheriffs soll? In der Waschmaschine = in der Nähe der Leiche? Nur weil die Leiche auch in der Küche lag? Seriös ist diese Darstellung nicht. Wie vieles andere in diesem Bericht... Da hat SR ganze Arbeit geleistet.
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Jetzt kannst du uns noch erklären, warum Updike deiner Meinung nach gelogen hat, wenn er, wie du ja selber schreibst, zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung diese Informationen noch nicht hatte. Wenn man der obigen Argumentation folgt, hat er einen Fehler gemacht. Das ist aber keine Lüge. (Das gilt auch für die unbegründeten Manipulationsvorwürfe).
@Bluelle

Wie war das jetzt mit Updike? Erst Behauptungen in den Raum werfen und dann mal wieder abtauchen?


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Der Fall Jens Söring

03.05.2017 um 22:48
@yasumi
@oBARBIEoCUEo

Ich habe mich jetzt noch einmal durch den Abschnitt gequält. Meine Meinung als absoluter Laie ist, dass es am wahrscheinlichsten ist, dass die Proben doch vermischt wurden. Scheinbar kommt es auf die übereinstimmenden Merkmale an, wie @yasumi richtnig angemerkt hat. Und genau in diesem Punkt scheint keine eindeutige Aussage möglich zu sein bzw. von "zweifelsfrei", in die eine oder andere Richtung, scheint keine Rede zu sein.

Entscheidet ist daher vielleicht etwas, was nicht in dem Bericht steht:

Es gibt noch immer 5 Blutspuren von der Blutgruppe von JS, die nicht ausgewertet werden können. Wie will er so zweifelsfrei seine Unschuld beweisen? Ist das nicht die Voraussetzung um frei zu kommen?


Vorläufiges Fazit: Mal wieder nur heiße Luft.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 03:10
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Wie war das jetzt mit Updike? Erst Behauptungen in den Raum werfen und dann mal wieder abtauchen?
Ich denke Du weisst wie das gemeint war.
Bez. Abtauchen, ich weiß nicht, arbeitest Du nicht?
Damit müsste die Frage des Abtauchens geklärt sein.

Meines Erachtens nach hatte Updike zwei stichfeste Beweise, die er der Jury präsentieren konnte.
Die Geständnisse und das gefundene Blut mit der Blutgruppe 0. Nach seiner Aussage, das Blut des Mörders und das von Jens.

Wie das mit Geschworenen ist, mag ich hier bei unserem Rechtssystem nicht beurteilen, kann mir aber vorstellen, dass ein Staatsanwalt sowohl wie ein Anwalt  - vorsichtig ausgedrückt - diese ja auf ihre Seite bringen will, also dementsprechend argumentiert.

Eine Jury, die hört, da wurde die Blutgruppe des Angeklagten gefunden, ist ja als Beweislage und dazugehöriger Glaubwürdigkeit kaum zu überbieten.


Manipulation und Lüge ist natürlich dementsprechend falsch, Du kannst gerne die Beiträge melden, damit sie gelöscht werden.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 03:51
Zitat von ElvisPElvisP schrieb:Es gibt eine neue Söring Litanei. Dieses Mal von einem Sheriff vorgetragen:

http://ftpcontent.worldnow.com/wvir/documents/letter-to-governor-mcauliffe.pdf (Archiv-Version vom 26.11.2019)

Die üblichen Punkte, Sockenabdruck, Alibi, Lügen von EH (kein Wort über die Lügen des JS), Motiv (SIE hatte eins, ER nicht). Alles sehr einseitig und wenig reflektiert.
Da fragt man sich schon, was solche Leute antreibt.
 
Das habe ich mich auch gefragt, also wer denn "solche Leute" sind.
Wen es interessiert hier mal etwas detaillierter wer dieser Chip Harding ist.

http://www.albemarleso.org/Nwhois.html (Archiv-Version vom 26.02.2017)
In 2007, Chip was recognized in New Orleans by Parade Magazine and the International Association of Chiefs of Police. At their annual banquet he was presented a plaque recognizing him as one of the “Top 10 Cops In America”.



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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 04:10
zu guter Letzt scheint das Schreiben von Harding an den Gouverneur in Amerika doch Wellen zu schlagen:

http://www.nbc12.com/story/35326898/albemarle-county-sheriff-asks-governor-mcauliffe-to-pardon-jens-soering


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 04:46
Tja, gerade dieses Schreiben des Sheriffs sollte man sehr vorsichtig begutachten.

Zum Ersten ist es ein wenig unredlich, das auf offiziellem Briefkopf zu verfassen. In meinem Stand, als Rechtsanwalt, wäre das schon ein ethischer faux-pas der mir teuer zu stehen kommen könnte. Der Verfasser dieses Briefes hat den Brief nämlich keineswegs in seiner offiziellen Funktion verfasst, sondern ganz im Gegenteil, als jemand, der von JS Anwalt beauftragt und wohl auch bezahlt wurde. Wenn der Briefkopf also Neutralität suggeriern soll, dann ist das mehr als nur unlauter. Hier hat jemand einen Brief geschrieben, der eindeutig und nur auf der Seite von JS steht und keineswegs aus der Sicht eines Polizeibeamten.

Damit gehen die Probleme schon los. Wenn ich als Anwalt diesen Zeugen einbringen wollte, würde ich gleich im nächsten Schritt schon wieder vor die Wand fahren: er schreibt nämlich so, als verstände er etwas von dem, was er da schreibt. Das aber ist wieder nicht belegt: einmal ist klar, er ist kein wissenschaftlicher Experte. Alles was er über die Blutanalyse schreibt, z.B., wäre vor Gericht nicht verwertbar, da er einfach keine Ahnung davon hat.

Ein Sheriff ist ein Polizeichef, er ist in erster Linie ein Verwaltungsbeamter, noch dazu ein Politiker, denn in den USA werden die Sheriffs gewählt. Man kann Sheriff werden, ohne jemals eine Ausbildung zum Polizeibeamten genossen zu haben. In Deutschland ist das vergleichbar mit einem Polizeipräsidenten, die sehr oft Juristen, aber seltentst Polizeibeamte sind. Man darf hier also nicht unterstellen, der Brief ist aus der Sicht eines erfahrenen Ermittlers geschrieben.

Aber nun zum Inhalt: der Brief ist sehr einseitig und vor allem sehr eindimensional geschrieben, er beschäftigt sich eigentlich nur mit dem Plädoyer des Staatsanwalts und der DNA Analyse. Offensichtlich hat es der Verfasser nicht so sehr mit Neutralität, denn einerseits bemängelt er, dass der Staatsanwalt Dinge einseitig aufgefasst habe und einseitig interpretiert habe, ohne die gegenteilige Möglichkeit zu erwähnen (was gar nicht seine Aufgabe wäre, sondern die des Verteidigers), der Verfasser hier verfällt genau dem selben Problem:

Er zitiert eine kurze Szene aus einem Verhör mit E.H. und behauptet von da an, E.H. habe den Mord an ihren Eltern gestanden. Das entspricht aber ganz und gar nicht den Tatsachen: in dem Verhör wird deutlich, dass sie eine sarkastische Bemerkung gemacht hat "ja und ich habe sie ja umgebracht" was auch die vernehmenden Beamten offensichtlich so interpretiert haben und daher gar nicht weiter darauf eingehen.

Der Verfasser dieses Briefes hier behandelt diese Episode aber als Kernsequenz, die seine Sicht auf diesen Fall von daher geprägt hat. Das hat mit Objektivität freilich nichts zu tun.

Von da an geht alles nur bergab. Einseitig und eklektisch ausgewählte Beispiele, wie man der Auffassung des Verfassers nach Indizien falsch gedeutet habe werden dann getoppt von einer hier bereits als Fehlinterpretation dargelegten Darstellung der ominösen Blutgruppe 0 Spuren.

Wäre ich JS' Anwalt, ich würde mich schämen, einen solchen Brief dem Gouverneur vorzulegen. Aber in der Politik ist freilich alles möglich. Ich empfinde ihn jeweils als komplett wertlos für diesen Fall.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 08:04
@Rick_Blaine
Danke Dir.

@ElvisP
Ich gehe mal davon aus, dass der Sheriff viele Äußerungen einfach von JS übernommen hat.

 Für JS bedeutet, es, wie ich ihn einschätzen würde, da er etwas zur Übertreibung neigt, in der Nähe der Leiche von NH.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 09:05
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Ein Sheriff ist ein Polizeichef, er ist in erster Linie ein Verwaltungsbeamter, noch dazu ein Politiker, denn in den USA werden die Sheriffs gewählt. Man kann Sheriff werden, ohne jemals eine Ausbildung zum Polizeibeamten genossen zu haben.
Das mag sein, aber im Falle von Harding trifft das nicht zu.
Man muss sich mal seinen Lebenslauf durchlesen.
He relies on his diverse experience in all levels of law enforcement, his continuing formal education - he is a graduate of the FBI National Academy in Quantico, Virginia, and has completed a number of courses in strategic leadership at the University of Virginia's Darden School of Business-and his ongoing, "real-world" education from his personal mentors-leaders in law enforcement locally and across the country.
Wie das aussieht mit dem offiziellen Briefkopf kann ich nicht beurteilen, er wurde ja von Rosenfield nicht bezahlt sondern hat Pro Bono im Falle JS recherchiert.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 09:43
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Wäre ich JS' Anwalt, ich würde mich schämen, einen solchen Brief dem Gouverneur vorzulegen. Aber in der Politik ist freilich alles möglich. Ich empfinde ihn jeweils als komplett wertlos für diesen Fall.
Das sehe ich ebenso. Übrigens finde ich inzwischen, dass dieser ominöse Brief Super- Jens noch aus einem anderen Grund mehr schadet als hilft: Endlich sind die Vorbehalte von Frau DesPortes gegenüber dem neusten Söring Klamauk ("zwei andere Männer waren am Tatort") plausibilisiert worden.

 


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04.05.2017 um 11:40
Zitat von boraboraborabora schrieb am 25.04.2017:In DE hätte er eine ähnliche "Nummer" abgezogen, das er vollkommen unschuldig sei
Ich denke, das wäre gar nicht nötig gewesen. In Deutschland hätten sich einer oder mehrere Faktoren mit Sicherheit zu seinem Gunsten ausgewirkt (Sein Alter, evtl. attestierte verminderte Schuldfähigkeit, mögl. andere Tatbestände als Mord (Totschlag, vorsätzl. Tötung)) und ein geringes Strafmass erwirkt.
Ich gehe davon aus, dass Jens im März 1985 einen Masterplan zur Beseitigung der Eltern ausgearbeitet hat und mit Wissen oder Beitrag von EH durchgeführt hat. Die Möglichkeit geschnappt zu werden kam darin nicht vor. Vermutlich hat er EH sogar versprochen, dass sie nicht überführt werden können. Nach der Festnahme musste er einsehen, dass er zu überheblich gewesen war. Als EH erfuhr, dass er sofort nach der Festnahme seine diplomatischen Kontakte spielen liess und eine Auslieferung nach DE anstrebte, fühlte sie sich im Stich gelassen und schwächte ihren Tatbeitrag gegenüber den Ermittlern im Laufe der Zeit immer weiter ab. Ich vermute, sie neidete ihm diese vermeintliche Option nach DE zu kommen und dort nur kurze Zeit inhaftiert zu sein, während sie selbst eine lange Strafe würde absitzen müssen. Seitdem war das Verhältnis der beiden von Wut/Hass geprägt.
Zitat von hopkirkhopkirk schrieb:Und es ging ja nicht nur um Elizabeth, sondern um das vermeintliche gemeinsame Glück von Elizabeth und Jens
Zitat von BluelleBluelle schrieb:Die waren doch bald volljährig, zumindest EH. Das ist doch ein unsinniges Argument.
EH war finanziell von ihren Eltern abhängig und stellte es JS gegenüber so dar, dass die Eltern weiterhin grossen Einfluss auf ihr Leben ausüben würden. Ausserdem wollte JS sicherlich nicht auf sein Stipendium verzichten. Er hätte nicht einfach so weggehen können. Finanzielle Probleme scheinen ein Teil des Motivs gewesen zu sein. Auch JS selbst schreibt in seinem Buch ziemlich oft davon. Im Sommer 1985 haben die beiden ja auf Wunsch von JS eine Europareise gemacht. Die Eltern wären dagegen gewesen.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 14:17
@Rick_Blaine
Ich emfand es gleich auch als sehr irritierend, dass Sheriff Harding seine privaten Recherchen, die zudem außerhalb des örtlichen Zuständigkeitsbereiches seines Countys liegen, auf offiziellem Briefpapier übermittelt, diese gleichsam als Ergebnis einer "offiziellen" Recherche darstellt. Dabei sind seine "Rechercheergebnisse" nur seine Privatmeinung.

Nachdem in einem Bericht vom 02.04.2017 Governeur McAuliffe noch der Meinung war, dass kein Beweis auf die Unschuld von JS hinweise,

    http://www.wdbj7.com/content/news/McAuliffe-says-no-evidence-supports-Soering-pardon-request-417881653.html


wird wohl jetzt möglicherweise kurz vor der Entscheidung noch ein As mit "Chip" gezogen, dh. mit dem offiziellen Briefkopf und quasi amtlicher Unschuldsbeteuerung. Ich bin mal gespannt, ob auch Major Gardner jetzt noch ein Schreiben nachlegt.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 14:43
Zitat von ErnelloErnello schrieb:wird wohl jetzt möglicherweise kurz vor der Entscheidung noch ein As mit "Chip" gezogen, dh. mit dem offiziellen Briefkopf und quasi amtlicher Unschuldsbeteuerung. Ich bin mal gespannt, ob auch Major Gardner jetzt noch ein Schreiben nachlegt.
Das ist wohl die Denkrichtung von Super-Jens und seinen Spießgesellen. Nur glaube ich nicht, dass dieser "Coup" aufgeht:

1. McAuliffe wird erkennen, dass sich der copy & paste Sheriff nicht an die üblichen Gepflogenheiten hält und daraus seine Schlüsse ziehen.
2. Es ist deutlich erkennbar, wie dilettantisch und einseitig der Bericht abgefasst ist. Auch das wird dem Gouverneur auffallen.
3. Natürlich hat ein Sheriff in den USA einen hohen Stellenwert. Aber es gibt ja auch genügend "Gegenspieler". Ricky Gardner und Sheriff Brown sind die bekanntesten. Aber es gibt bestimmt noch andere, die wir aus der pro- JS- Berichterstattung nicht kennen.  Dort wird ja immer so getan, als wenn sich die ganze westliche Welt die Freiheit von JS wünscht...
 


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04.05.2017 um 14:47
@ElvisP
Ich schätze Sheriff Harding wird Probleme bekommen, wenn er angibt, 200 Stunden seiner Arbeitszeit in einen Fall investiert zu haben, der ihn nichts angeht und er dabei nur Dinge wiederholt, die der Anwalt von JS dem Gouverneur schon mitgeteilt hat.


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Der Fall Jens Söring

04.05.2017 um 14:54
PS: Hier noch der Ausbildungsgang aus Wikipedia von Sheriff Chip Harding: "He graduated from Virginia Commonwealth University in 1973 with a degree in Social Welfare" (sic!).

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass er das Sheriff-Office als Republikanischer Kandidat erreichte. Gouverneur McAuliffe ist ja Demokrat, Virginia ist auch ein eher blauer Bundesstaat, der letztes Jahr für Clinton stimmte.

In diesem Zusammenhang ist auch noch interessant, dass Virginia das Recht von ehemaligen Strattätern ermöglichte - und das rechtzeitig vor der Präsidentenwahl 2016 - wieder das aktive Wahlrecht zu erhalten, wohl um noch ein wenig Druck zur Wahl Clintons zu machen. Tim Kaine, Clintons letztjähriger Running Mate als Vizepräsident, stammt ja auch aus Virginia...

https://www.nytimes.com/2016/04/23/us/governor-terry-mcauliffe-virginia-voting-rights-convicted-felons.html

Virginia hat ja durchaus auf der Trump-Agenda gestanden, diesen Staat für sich zu gewinnen. Da wohl ehemalige Sträflinge eher Demokraten wählen, finde ich ich diesen Aspekt durchaus interessant, wie McAuliffes Entscheidung ausgehen könnte. Gemäß o.g. von mir zitiertem Zeitungsartikel hatte er 2015 wohl schon eine Überstellung von JS nach Deutschland abgelehnt, vor ein paar Jahren hatte außerdem das Abgeordnetenhaus von Virginia das ja auch einstimmig abgelehnt. Eine direkte Wiederwahl von McAuliffe in Virginia als Gouverneur ist zwar rechtlich nicht möglich, aber meine persönliche Einschätzung ist, dass er den Begnadigungsantrag von JS ohnehin ablehnen wird. Es würden u.a. möglicheweise erhebliche Schadenersatzforderungen auf den Commonwealth Virginia zukommen, von daher halte ich eine Begnadigung von JS auf diesem Weg für ausgeschlossen. Er würde damit seinen persönlichen Ruf nicht nur in Virginia, sondern in den gesamten USA nachhaltig ruinieren.


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04.05.2017 um 15:20
Zitat von Kristin73Kristin73 schrieb:Ich schätze Sheriff Harding wird Probleme bekommen, wenn er angibt, 200 Stunden seiner Arbeitszeit in einen Fall investiert zu haben, der ihn nichts angeht und er dabei nur Dinge wiederholt, die der Anwalt von JS dem Gouverneur schon mitgeteilt hat.
Den Satz verstehe ich nicht so ganz.
Du meinst man braucht 200 Stunden um nur ein paar Dinge zu wiederholen?
Ausserdem weiß Du wahrscheinlich nicht, wann er die 200 Stunden dazu genommen hat, oder?


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