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Der Fall Jens Söring

29.405 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 21:38
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Genauso mit der Handschrift von Kim... hier wir EH plötzlich geglaubt. Wo ist der Beweis, dass es sich tatsächlich um die Handschrift von Kim handelte?
Nur gerade ganz kurz direkt darauf:
1: Elizabeth Haysoms Schrift war es mit Sicherheit nicht, das sieht jeder, der die Schriften vergleicht und schon mal 2 Schriften gegeneinander verglichen hat.
2. Hallo? Du sagst es! Genau!
Genau das wäre eine Ermittlungsaufgabe für Gardner gewesen, herauszufinden, ob und warum ( ich gehe davon aus!) Chr. Kim diese Timeline schrieb.
Das ist auch so eine interessante Frage...


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 21:43
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Die richtige Frage muss daher heute lauten: Ist Söring in der Lage seine Unschuld zu beweisen?
100% Disagree und das ist nach meiner Auffassung auch nicht die anliegende Argumentation beim G.

Hardings Schlussargument ist, dass JS heute und auf der Basis was wir heute wissen, nicht verurteilt werden würde. Wahrscheinlich würde er nicht einmal angeklagt.

Ob das Aussicht auf Erfolg hat? Ist für mich auch nicht entscheidend für die Frage. Das muss das US-Jusitz mit sich selber aussmachen. Da würde dann die Frage in etwa so lauten: "Ist es für uns in Ordnung zu akzeptieren, dass auch mal Unschuldige im Gefängnis sind, wenn wir dafür .... schnellere Verfahren ... im Durchschnitt bla bla ... usw. erreichen."

Da wirds dann zur Frage auf höhrer Ebene. Und wenn ich das US Justizsystem positiv sehe, dann weil der G. ein menschliches Korrektiv ist. Der G. steht über dem System und kann Fehler dieses Systems "ohne Begründung" per simpler Order beheben, kaschieren, ignorieren, für seinen Erfolg nutzen oder sonst noch was.

Ab dem Urteil drehte sich die Beweislast, drum:
Zitat von AehmAehm schrieb:Ich habe schon mehrmals betont, dass ich bei diesem Fall an der Frage ansetze, ob:
=> nach allem was wir heute wissen
=> unter Einbeziehung der zur Schuld führenden Argumentation im Prozess
=> mit Berücksichtigung des Prozessablaufs
=> ein SCHULDIG "beyond a reasonalble doubt" oder "with moral certanty" vertretbar ist.
Nein, das ist es nach meiner festen Überzeugung nicht.
Btw. die Ernello Liste gibt es gefühlte zig mal, da haben wir noch einiges gut:)


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 21:48
Zitat von AehmAehm schrieb:Hardings Schlussargument ist, dass JS heute und auf der Basis was wir heute wissen, nicht verurteilt werden würde. Wahrscheinlich würde er nicht einmal angeklagt.
Kurze Frage: Das trifft dann ja ebenso und noch viel mehr auf EH zu, richtig? (also wenn sie sich konform JS verhalten und nicht mal gestanden hätte)
Zitat von AehmAehm schrieb:Btw. die Ernello Liste gibt es gefühlte zig mal, da haben wir noch einiges gut:)
Btw. - ein "wir" und "ihr" sollte es hier gar nicht geben, höchstens mal ein paar Tage. :)


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 22:24
Sodele, mal etwas anderes.
Artikel des Tages bei Wikipedia sind heute Kriminologische Lerntheorien. Das tangiert den Kriminalfall Söring / Haysom nur peripher, schließlich hat Söring nicht von seinen Vorfahren das Panzerknackerhandwerk gelernt. Der Artikel bespricht aber auch fünf Strategien der Rechtfertigung des Berufsverbrechertums, und da wird es interessant, denn manches kommt dem aufmerksamen Betrachter von Söring bekannt vor.


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 22:29
Zitat von ligalaligala schrieb:1: Elizabeth Haysoms Schrift war es mit Sicherheit nicht, das sieht jeder, der die Schriften vergleicht und schon mal 2 Schriften gegeneinander verglichen hat.
und in diesem Punkt muss ich dir widersprechen. Ich finde nämlich, dass sich die Schriften sehr wohl ähneln. Um das genau beurteilen zu können, sollte JS das überprüfen lassen? Er möchte beweisen dass er unschuldig ist. Dazu hat er doch einige Spuren die am Tatort hinterlassen wurden zur Verfügung, wie z. B. den Sockenabdruck, den Schuhabdruck und eben auch den Schriftabgleich der Timeline. Das würde seine Geschichte stützen. Aber nein, er denunziert lieber alle anderen und wirft ihnen Unfähigkeit, für etwas vor, was er sich selber zuzuschreiben hat.

zu der 2. Die Ermittler müssen nicht über jedes Stöckchen springen, was man ihnen hinhält. Oder meinst du, dass sie tatsächlich jedem absurden Detail nachgehen müssen?


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 22:41
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:mr_majestic schrieb:
@Sector7
woher hast Du die Story mit " am Sonntag die Drogen verkaufen"....ist mir neu?
EH fuhr um 16:30 Uhr los zum Drogenhändler, der sich in Washington DC (Gebiet grob 10x20 km) relativ nahe des Hotels der beiden befand. (nicht zum Drogendealer in Virginia, wo die Gesamt-Fahrtstrecke mind. 400 Km betrug)

"She had already arranged to pay off her debts to Jack by picking up a large shipment of drugs in Washington this weekend and bringing it back to U. Va. when we returned on Sunday."

Und nach dem ersten Film, Dauer ca. 17:05-19 Uhr:

"I went to our room and waited. Liz had told me that picking up the drugs would take at least two hours, so she should be returning soon."

Mortal Thoughts, 1995, Kapitel 4
OK ich hab mich mal upgedated.

Prozess 90: Drogen in DC abholen und nach C-Ville bringen zusammen mit JF
JS in MT 95: in MT wie Du da oben schreibst: Blackmailing etc...Gestreckte Übergabe auf Sonntag (JF treffen auf der Rückfahrt)
JS 2011 Interview: Drogenkauf, Drogenübergabe, Länge kommt aber nicht genau raus. Grund des Alibis Kinokarten für die Eltern, falls JF petzt da EH mit JS in DC ist.

Ich hatte tatsächlich den Hotelservice nach hinten gelegt. Also Scheck und Hotelservice liegen schon vorher. Söring hatte also eigentlich nicht wirklich vor den 2 Film zu sehen.

Im Grunde genommen werden 2 Dinge klar. Er hat in seinem Prozess versucht die ganze Story auf einen Satz zu bringen, um JF in der Tat mit der Mordnacht zu verknüpfen. Guter Tip vom Anwalt. Kam nur nicht an. Ich bin mir auch sicher, dass er wusste das JF Geburtstag hat oder ne Party schmeisst.
Er hätte ihr wohl für mehr als 2 Std. niemals das Auto gegeben. Das ist also noch logischer, wenn es um ein Turtel-WE geht. Die einzige Frage die ich mir stelle, warum er bei 95 Dollar (Spritgeld, oder Tripgeld für EH?) für EH nicht skeptischer geworden ist.


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 22:42
@Mr.Stielz
danke für den Link. Insbesondere der Teil der theoretischen Aussagen (Neutralisierungstheorie) ist sehr aufschlussreich und sehr treffend auf JS.


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Der Fall Jens Söring

28.05.2018 um 23:12
@Venice2009
@Mr.Stielz

Wirklich interesant ("fits like a glove").

Die Ausführungen zu "Condemnation of the Condemners" und vieles andere passen zu dem Nachtatgefasel von Söring.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 04:02
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Insbesondere der Teil der theoretischen Aussagen (Neutralisierungstheorie) ist sehr aufschlussreich und sehr treffend auf JS.
Nun muss ich doch ein wenig schmunzeln.
Diese Neutralisierungstheorie wurde im Jahre 1 9 5 7 publiziert.
Ablehnung der Verantwortung (Denial of Responsibility): Das delinquente Handeln wird auf Ursachen zurückgeführt, die vom Straftäter nicht beeinflusst werden können. Folglich ist er für sein Tun nicht verantwortlich und begründet es mit beispielsweise dem Einfluss falscher Freunde oder dem einer ungünstigen Wohngegend.
- bitte um Angabe wie man da mit JS vergleichen kann, ich gehe davon aus, dass du einfach nur die Überschrift gelesen hast.
Verneinung des Unrechts (Denial of Injury): Das delinquente Verhalten wird zwar als normverletzend erkannt, aber nicht als unmoralisch gewertet. Der Täter beruft sich darauf, dass er weder einen großen Schaden angerichtet noch jemanden konkret geschädigt habe (etwa bei Verkehrsdelikten, Sachbeschädigung oder Versicherungsbetrug).
-Bitte, wo passt das auf JS? Mir nicht verständlich.
Abwertung des Opfers (Denial of Victim): Der Täter macht sich zum moralisch überlegenen Bestrafer. Er übernimmt zwar die Verantwortung für sein Delikt, würdigt aber das Tatopfer herab (Opfer-Abwertung). Das Opfer wird zum Übeltäter ernannt, zu einer Person, die genau diese Behandlung verdient hatte (geschieht häufig gegenüber Sexualstraftätern im Strafvollzug).
Wann und wo wertet JS die Haysoms ab - bitte um Quellennachweis.
Verdammung der Verdammenden (Condemnation of the Condemners): Der Delinquent verschiebt die Aufmerksamkeit von sich und seiner Straftat auf diejenigen, die seine Tat verurteilen und unterstellt ihnen verwerfliche Motive (wie etwa persönliche Abneigung gegen den Täter oder die Bevölkerungsgruppe aus der dieser stammt).
- JS verschiebt die Aufmerksamkeit auf jemand der die Tat verurteilt, bitte auch da eine Erklärung.
Berufung auf höhere Instanzen (Appeal to Higher Loyalties): Der Straftäter beruft sich darauf, nicht aus Eigeninteresse gehandelt zu haben, sondern für die bedeutenden Belange einer wichtigen Gruppe (gilt auch für politisch mo
JS ????

Freue mich auf Deine Erklärung. Ich kann nämlich beim besten Willen eine Theorie aus dem Jahre 1957 nicht erkennen wie das auf JS passen könnte. Sind ja alles nur Schlagwörter, dahinter stecken zig Seiten mit Analysen und Auswertungen usw.
Danke.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 06:56
Ablehnung der Verantwortung (Denial of Responsibility): Das delinquente Handeln wird auf Ursachen zurückgeführt, die vom Straftäter nicht beeinflusst werden können. Folglich ist er für sein Tun nicht verantwortlich und begründet es mit beispielsweise dem Einfluss falscher Freunde oder dem einer ungünstigen Wohngegend.
Söring schiebt sehr viel Verantwortung auf Elizabeth Haysom ab: die "Drogenkurierfahrt", das falsche Alibi, danach "Du musst mich retten", ...
Verneinung des Unrechts (Denial of Injury): Das delinquente Verhalten wird zwar als normverletzend erkannt, aber nicht als unmoralisch gewertet. Der Täter beruft sich darauf, dass er weder einen großen Schaden angerichtet noch jemanden konkret geschädigt habe (etwa bei Verkehrsdelikten, Sachbeschädigung oder Versicherungsbetrug).
Söring manipuliert die Geschichte, bis nichts mehr übrig bleibt als seine angebliche Heldentat, eine Doppelmörder vor dem elektrischen Stuhl gerettet zu haben. Und selbst das wird verharmlost als "ein Vergehen wie mehrfaches Falschparken".
Abwertung des Opfers (Denial of Victim): Der Täter macht sich zum moralisch überlegenen Bestrafer. Er übernimmt zwar die Verantwortung für sein Delikt, würdigt aber das Tatopfer herab (Opfer-Abwertung). Das Opfer wird zum Übeltäter ernannt, zu einer Person, die genau diese Behandlung verdient hatte (geschieht häufig gegenüber Sexualstraftätern im Strafvollzug).
Das ist der eine Punkt, der etwas weniger offensichtlich zur Geltung kommt als die anderen. Zumindest Elizabeth Haysom beschuldigt ihre Mutter, sie sexuell mißbraucht zu haben, und Söring bestätigt mittlerweile dieses Motiv (obwohl er nicht an der Tat beteiligt gewesen sein will). Im Geständnis vor dem deutschen Staatsanwalt, in dem Söring sich an vieles nicht mehr richtig erinnern will, behaupter er gar zwischenzeitlich, Derek Haysom habe ihn zuerst mit einem Messer angegriffen, und er, Söring, habe ihm dieses abgenommen und in Notwehr zurückgestochen. Letzteres ist weniger eine Abwertung des Opfers, aber Täter-Opfer-Umkehr (blaming the victim).
Verdammung der Verdammenden (Condemnation of the Condemners): Der Delinquent verschiebt die Aufmerksamkeit von sich und seiner Straftat auf diejenigen, die seine Tat verurteilen und unterstellt ihnen verwerfliche Motive (wie etwa persönliche Abneigung gegen den Täter oder die Bevölkerungsgruppe aus der dieser stammt).
  • der karrieregeile Gardner
  • der nicht neutrale Staatsanwalt
  • der befangene Richter
  • die voreingenommene Hinterwäldler-Jury
  • Beever und W. von Scotland Yard, die ihm einen Anwalt vorenthalten, Tonbandaufnahmen verschwinden lassen und ein Verhörprotokoll manipulieren
Berufung auf höhere Instanzen (Appeal to Higher Loyalties): Der Straftäter beruft sich darauf, nicht aus Eigeninteresse gehandelt zu haben, sondern für die bedeutenden Belange einer wichtigen Gruppe (gilt auch für politisch motivierte Straftaten).
Die Heldengeschichte von der uneigennützigen Selbstaufopferung.


@Bluelle
Passt da nicht einiges?


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 07:09
@Mr.Stielz
Tja, das was Du aufführst, geht von seiner Schuld aus.

Wenn man ihn für unschuldig hält passt gar nix.
Von daher gibt es diesbezüglich keine Diskussionsgrundlage.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 09:09
@Mr.Stielz

"Condemnation of the Condemners", scheint nicht nur bei JS selber durchzuschlagen.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 09:28
@Mr.Stielz

Sind das alles O-Töne von Söring...?

Der kann nämlich gar nichts dafür, wenn seine Supporter übereifrig aus dem Hinterwald in die freie Welt ziehen
und derat "reisserisch" auftreten würden....;)


der karrieregeile Gardner :"fehlerhaft"
der nicht neutrale Staatsanwalt : OK + "moralisch unkorrekt"
der befangene Richter : OK
die voreingenommene Hinterwäldler-Jury ? Woher kommt das....die war doch nur aus dem Nachbardorf
Beever und W. von Scotland Yard, die ihm einen Anwalt vorenthalten, Tonbandaufnahmen verschwinden lassen und ein Verhörprotokoll manipulieren : Tonbandaufnahmen verschwinden lassen? Hab ich noch nicht gelesen und noch nicht benutzt...;)

Vergiss aber nicht, dass er Beever wg. seiner Erfahrung über den Klee lobt, weil er angeblich sein kommendes Falschgeständnis sieht, oder passt da nichts aus Deinem "Analyseschlüssel"?


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 10:01
Zitat von mr_majesticmr_majestic schrieb:die voreingenommene Hinterwäldler-Jury ? Woher kommt das....die war doch nur aus dem Nachbardorf
Söring hat es mit seiner Arroganz bekanntlich darauf angelegt, es sich mit jedem zu verscherzen. Im Artikel "Soering trial full of culture shocks" (The Roanoke Times: (1990/07/23)), auch zu finden bei Söring, heißt es:
Asked whether it affected his feelings towards Soering, Juror Sterl Irvine just laughed.

"I'm originally from West Virginia," Irvine said. "I've been called a hillbilly so many times, it don't bother me none at all."
Nächster Punkt:
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:Beever und W. von Scotland Yard, die ihm einen Anwalt vorenthalten, Tonbandaufnahmen verschwinden lassen und ein Verhörprotokoll manipulieren
Zitat von mr_majesticmr_majestic schrieb:Hab ich noch nicht gelesen und noch nicht benutzt...;)
Das man Vernehmungsprotokolle in andersfarbiger Tinte gefälscht habe, ist eine Behauptung Sörings. Weiterhin habe man zur Vertuschung Tonbandaufzeichnungen verschwinden lassen. Den Skandal, dass sich jetzt sogar Scotland Yard gegen Söring verschworen hat, hast Du vor ein paar Tagen abzumildern versucht:
Zitat von mr_majesticmr_majestic schrieb am 21.05.2018:Mir ist schleierhaft wie man selbst mögliches menschliches Versagen (oder doch Vorsatz) von Individualpersonen auf eine ganze Behörde personifizieren will/muss.
Die Argumentation hat wenig Sinn, wenn Du jetzt Deine eigenen Argumente unter den Teppich kehrst. Da hilft jetzt auch ein Smiley nichts.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 10:02
@Mr.Stielz
Bevor du hier die x-te Variation zum Thema "ich mag ihn nicht" bringst, hättest du besser einen Beleg für deine mehrfache Behauptung bringen sollen, der Handabdruck auf einem der Stühle sei ein Hinweis auf Sörings
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb am 20.05.2018:knallhartes Täterwissen

Ich hatte dich vor neun Tagen gefragt, auf welche Aussage Sörings du dich beziehst, und welchen Stuhl du konkret meinst (siehe Beitrag von yasumi (Seite 702)). Bisher kam dazu nichts.

...nicht dass hier noch der Eindruck ensteht, dass du Söring allein aus Abneigung für schuldig hältst....


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 10:13
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:Das man Vernehmungsprotokolle in andersfarbiger Tinte gefälscht habe, ist eine Behauptung Sörings. Weiterhin habe man zur Vertuschung Tonbandaufzeichnungen verschwinden lassen. Den Skandal, dass sich jetzt sogar Scotland Yard gegen Söring verschworen hat, hast Du vor ein paar Tagen abzumildern versucht:
Danke, dass du das noch einmal herausstellst. Man kann diesen Irrsinn nicht oft genug thematisieren.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 10:16
@yasumi
ich habe das mit dem Handabdruck auf dem Stuhl auch gelesen.

Da der Fall sehr umfangreich ist, findet man manche Quellen nicht auf die Schnelle. Bei dem schönen Wetter hat man sicherlich besseres zu tun als nach Quellen zu suchen.
Übrigens verstehe ich nicht, warum man ihn für schuldig halten sollte, wegen fehlender Sympathie?

Ich finde z. B. Amanda Knox auch nicht sympathisch trotzdem habe ich sie deshalb nie für schuldig gehalten.

Ist es so schwer nachzuvollziehen, dass man ihm seine Unschuldsbeteuerungen nicht abnimmt?
Selbst sein Rettungsmotiv, sie vor dem elektrischen Stuhl retten zu wollen ist doch Blödsinn. Er hat die Schuld überhaupt nie auf sich laden wollen. Er sah nur keine andere Möglichkeit, aber das hatte weniger mit EH zu tun, mMn.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 10:28
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:mr_majestic schrieb:
die voreingenommene Hinterwäldler-Jury ? Woher kommt das....die war doch nur aus dem Nachbardorf
Söring hat es mit seiner Arroganz bekanntlich darauf angelegt, es sich mit jedem zu verscherzen. Im Artikel "Soering trial full of culture shocks" (The Roanoke Times: (1990/07/23)), auch zu finden bei Söring, heißt es:
Asked whether it affected his feelings towards Soering, Juror Sterl Irvine just laughed.
"I'm originally from West Virginia," Irvine said. "I've been called a hillbilly so many times, it don't bother me none at all."
Nächster Punkt:

Seriös bleibt nur wer in dem Zusammhang O-Töne benutzt. Ich glaube Irvine bezieht es auf "Yokels". Wenn ein Irvine mit "Hillbilly" antwortet ist das irgendwie nicht dasselbe. Und ausserdem wieso bezieht ein Jurymitglied "Yokel" auf sich, wenn Söring damit Updike und Gardner meint. Zu den Jurymitgliedern hatte er doch gar kein Kontakt.
Zitat von Mr.StielzMr.Stielz schrieb:mr_majestic schrieb:
Mr.Stielz schrieb:
Beever und W. von Scotland Yard, die ihm einen Anwalt vorenthalten, Tonbandaufnahmen verschwinden lassen und ein Verhörprotokoll manipulieren


mr_majestic schrieb:
Hab ich noch nicht gelesen und noch nicht benutzt...;)
Das man Vernehmungsprotokolle in andersfarbiger Tinte gefälscht habe, ist eine Behauptung Sörings. Weiterhin habe man zur Vertuschung Tonbandaufzeichnungen verschwinden lassen. Den Skandal, dass sich jetzt sogar Scotland Yard gegen Söring verschworen hat, hast Du vor ein paar Tagen abzumildern versucht:
mr_majestic schrieb:
Mir ist schleierhaft wie man selbst mögliches menschliches Versagen (oder doch Vorsatz) von Individualpersonen auf eine ganze Behörde personifizieren will/muss.
Die Argumentation hat wenig Sinn, wenn Du jetzt Deine eigenen Argumente unter den Teppich kehrst. Da hilft jetzt auch ein Smiley nichts.
Du musst versuchen sachlich zu bleiben und genauer zu werden, andernfalls kommt nur "Verriss" an. Das mit den 4 ausgetauschten Seiten ist mir klar. Die hatte ja er ja erwähnt. Und ich habe den Screenshot aus seinem Buch gepostet.
Ich finde da nichts von Tonbandaufnahmen löschen.
Wenn Du keine Quelle dazu finden kannst, bitte löschen!

Du ich denke wir kommen aus 2 Lagern, ich hasse aber weder Söring noch Beever noch Gardner noch Updike. Vielleicht liegt es einfach daran.

Ich habe auch nichts dazu mit Smileys abgemildert, sondern zu dem Vorfall/Behauptung Sörings Quellen gesucht und in den Zusammenhang gestellt.
Eine Quelle davon war aus der von Dir bevorzugten unabhängigen Juristenecke.
Die andere von dem beauftragten Gutachter Griffiths.

Es sollte herausgestellt werden, ob es weitere Quellen (ausser Söring) gibt, die einen Hinweis darauf geben könnten, dass die Seiten tatsächlich ausgetauscht wurden oder andernfalls einen Widerspruch ergeben.

Du musst Dir Tatsachen und Nachlässigkeiten wie, Gardner ist alleine mit ihm (wenn es interessant wird), schaltet das Diktiergerät ab ohne es irgendwo festzuhalten (Schriftlich oder auf Audio, wie in USA) oder sind die Protokollseiten von Beever paraphiert, schon irgendwo gefallen lassen.

Das da von Dir nichts mehr kommt ist verständlich, aber eigene Gedanken solltest Du Dir schon dazu machen dürfen.
So wie jeder andere auch.


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29.05.2018 um 12:31
Zitat von Sector7Sector7 schrieb:Ein Geständnis von Söring kannst du hier https://soeringguiltyascharged.files.wordpress.com/2018/03/soering-interview-with-german-prosecutor-30-december-1986.pdf nachlesen, es war aber nicht das erste.
Ich habe mir das Geständnis von 87 durchgelesen und mir ist diese Aussage aufgefallen:

Spoilertxt

Was für einen Sinn macht diese Aussage, wenn er unschuldig ist und mit seinem (dann ja komplett falschen) Geständnis einzig und allein so glaubwürdig wie möglich seine Freundin von jedem Verdacht freimachen möchte? Warum sagt er nicht, Elizabeth war ganz sicher nicht dabei? Warum will er ausgerechnet diesbezüglich Erinnerungslücken haben?
Wenn er unschuldig ist, lügt er bei diesem Geständnis. Bei einer Lüge hat man alle Aussagefreiheiten. Man kann sich die beste Story ausdenken und alles passend machen. Er war dann in Wahrheit übrigens auch weder alkoholisiert noch hatte er Erinnerungslücken. Er lügt nach eigenem spätererem Bekunden angeblich, um E. zu schützen. Und sagt dann: „Vielleicht war sie auch da“? Da gäbe es aber bessere Lügengeschichten zum Schutz seiner Freundin. Da hätte man den Alkohol und die Erinnerungslücken einfach streichen und eine klare Aussage zur Abwesenheit von E. machen können.

Diese weiß-nicht-Aussage macht weder richtig Sinn, wenn er der alleinige Täter war und die Wahrheit sagen möchte (auch dann würde er als aufrichtiger Geständiger ja vermeiden, seine zumindest im Hinblick auf die Tatausführung unschuldige Freundin mit hineinzuziehen), noch, wenn er unschuldig war und sein einziges Ziel ist, mit dem Geständnis E. aus allem herauszuhalten.

Diese Aussage macht am ehesten Sinn, wenn E. in Wirklichkeit dabei war, beide den Mord gemeinsam begangen haben, und er das zwar nicht so direkt kommunizieren will (evtl., weil er es ihr tatsächlich versprochen hat), aber sie auch nicht völlig heraushalten möchte. Also hintenherum andeuten, dass sie durchaus anwesend und alles auch ganz anders gewesen sein könnte.

Hier wurde zu den Auffälligkeiten im Geständnis auch schon etwas gesagt:
Zitat von SiebengardSiebengard schrieb am 31.08.2017:Der wesentliche Knackpunkt scheinen die geständigen Einlassungen gewesen zu sein, die offenbar Täterwissen zum eigentlichen Tatablauf enthielten. Partiell waren die Angaben aber auch falsch, v.a. im Hinblick auf die Kleidung der Opfer. Eine Jeans mit einem Hausmantel mit Blumenmotiven zu verwechseln, kann das auf reinen Erinnerungslücken beruhen? Oder auf Kalkül?
Ich habe hier zunächst mal den Eindruck, dass sein Geständnis kein „ich mache reinen Tisch-Geständnis darstellt, sondern durchkonstruiert war. Aber nicht, weil er in erster Linie E. schützen wollte, auch nicht, weil er gar nicht am Tatort war, sondern weil er trotz Geständnis von sich selbst so viel Schuld wie möglich weisen wollte (Anstiftung, Alkoholeinfluss, Abstreiten eines Plans, Erinnerungslücken, Haysom habe ihn geschubst). Evtl. sind Fehler und Schwächen sogar im Hinblick auf einen möglichen Widerruf eingebaut oder um Zweifel aufkommen zu lassen. Er wollte vielleicht gar nicht glaubwürdig rüberkommen.
Zitat von Venice2009Venice2009 schrieb:Er hat die Schuld überhaupt nie auf sich laden wollen. Er sah nur keine andere Möglichkeit, aber das hatte weniger mit EH zu tun, mMn.
Zu dieser Einschätzung tendiere ich auch. Aber trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass er E. ein Versprechen gegeben hat, die meiste Schuld auf sich zu nehmen. Wobei er aber nicht unschuldig ist, sondern (Mit- oder Haupt-) Täter.


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Der Fall Jens Söring

29.05.2018 um 12:46
@Sector7
Du hattest mich gestern angesprochen zu der Frage, warum Soering das Geständnis spät - erst 1990 widerrufen hat oder nicht wenigstens die Eltern aufgeklärt hat.
Dazu: Dass er seinen Eltern nichts gesagt hat, wissen wir doch gar nicht. Aber was ändert das?
Zum späten Widerruf:
Sörings Ziel war ja zur damaligen Zeit, (nachdem in den USA schon Anklage gegen ihn erhoben worden war) nach Deutschland ausgeliefert zu werden und vor einem deutschen Gericht abgeurteilt zu werden.
Eine Auslieferung Sörings durch die Briten nach Deutschland und nicht in die USA konnte aber nur erfolgen, wenn man den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einschaltete wegen der ihm drohenden Todesstrafe.
Denn mit welchem Recht, mit welchen Argumenten, hätte man sonst die Auslieferung in die USA ablehnen können?
Zu entscheiden, wir liefern ihn auf keinen Fall in die USA (wo ja die Tat begangen worden war) aus, hätte ja impliziert, dass die Briten ein Misstrauen gegenüber den USA geäußert hätten, dass sie ihre Prozesse nach rechtsstaatlichen Prinzipien führ(t)en.
Das war aufgrund der internationalen Gepflogenheiten absolut unmöglich. Und GB war (und ist) ja mit den USA befreundet und verbunden.
Also musste das Geständnis aufrecht erhalten werden bis nach der Entscheidung des EuGfM. und danach noch weiter, bis die USA zugestimmt haben, Söring eben in keinem Fall hinzurichten.
Hier habe ich noch mal zu der Frage,warum das Geständnis aufrecht erhalten worden ist, etwas aus einem alten FAZ- Artikel kopiert:
"Auch im Verhör mit einem deutschen Staatsanwalt, der nach London kommt, sagt Söring, dass er auf das Ehepaar eingestochen habe. Zu diesem zweiten Geständnis sagt Söring heute, seine Anwälte in London hätten ihm damals gesagt, nur wenn er weiter behaupte, der Mörder zu sein, gebe es eine Chance, seine drohende Auslieferung in die Vereinigten Staaten zu verhindern. „Wenn wir gesagt hätten, ,übrigens ist der Söring unschuldig‘, dann hätte die englische Regierung gesagt: ,Gut, überlassen wir ihn den Amerikanern, amerikanische Gerichte verurteilen keine Unschuldigen‘“.
"Virginia zeigte sich anfangs fest entschlossen, die Todesstrafe für Söring zu fordern. Der juristische Kampf um das Auslieferungsersuchen zog sich Jahre hin. Schließlich befasste sich sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Fall. Söring dürfe nicht der amerikanischen Justiz übergeben werden, solange ihm ein Todesurteil drohe, entschieden die Richter. Daraufhin erklärte sich Virginia zum Verzicht auf die Todesstrafe bereit. Die britischen Behörden lieferten Söring an die Vereinigten Staaten aus."

http://www.jenssoering.de/zum_weiterleben_verurteilt

Erst Januar 1990 war endgültig klar, dass Söring ausgeliefert würde unter der Zusicherung an den EuGfM, dass er nicht hingerichtet würde.


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