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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

114 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Eltern, Hessen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 09:31
Ich konnte bezüglich dieses Falles noch kein Thema entdecken. Da ich mich damit mehr beschäftigen möchte, eröffne ich es hier eine neu Diskussionsrunde. Es geht um Peter Pompetzki.
Er wurde Anfang der 90er Jahre beschuldigt, seine Eltern ermordet zu haben. 1993 wurde er schludig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Tage nach dem Urteil erhängte er sich in seiner Gefängniszelle. Einige Jahre nach der Verurteilung gab es zu dem Fall, der in den Medien recht hohe Wellen geschlagen haben soll, eine TV Dokumentation. Es gab anscheinend doch recht große Zweifel an seiner Täterschaft.

Hier ein Zitat aus Wikipedia zu diesem Fall.
Nachdem er nach eigenen Angaben tagelang vergeblich versucht hatte, seine Eltern telefonisch zu erreichen, fuhr Peter Pompetzki am 31. Juli 1991 von seinem Studienort zum Haus seiner Eltern. Im Keller des Anwesens fand er am Rand des Schwimmbeckens seine Eltern nackt auf dem Boden liegend tot vor. Der Verwesungsprozess hatte bereits eingesetzt. Wie die Ermittlungen ergaben, waren sie zwei Tage zuvor von hinten mit acht Schüssen, vermutlich aus der 635er-Handfeuerwaffe des Unternehmers – eines passionierten Jägers – abgefeuert, erschossen worden. Die Situation am Tatort deutete zunächst auf einen Raubmord hin.[1]

Sein unterkühltes Verhalten nach der Tat ließ Pompetzki in das Blickfeld der Ermittler geraten. Sie stellten die These auf, er habe schon längere Zeit den Plan verfolgt, seine Eltern zu ermorden, um vorzeitig an die erhebliche Erbschaft zu kommen. Der Einbruchsdiebstahl sei lediglich von ihm fingiert. Kurz vor der Tat hatte Pompetzki beim Handel mit Optionsscheinen etwa 26.000 DM verloren. 14 Tage nach dem Auffinden der Leichen wurde er festgenommen. Er dementierte die Tat und machte in Briefen an Freunde sein zeitlebens enges Verhältnis zu den Eltern als einzige Bezugspersonen deutlich.[1]

Am 10. November 1992 begann vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Kassel unter Vorsitz von Wolfgang Löffler der Prozess gegen ihn.[4] Die Staatsanwaltschaft versuchte ihm nachzuweisen, er habe seine Eltern heimtückisch aus Habgier ermordet, und legte ihm insbesondere sein zum Teil widersprüchliches Aussageverhalten zur Last.[2] Pompetzkis Verteidiger Ulrich Ziegert machte neben dem wenig plausiblen Motiv geltend, dass sich am Tatort keinerlei verwertbare Spuren fanden, die auf die Täterschaft des Sohnes hindeuteten. Die Tatwaffe, geraubter Schmuck und Teppiche blieben bis heute verschwunden. Nach 38 Verhandlungstagen wurde er ausschließlich auf Basis von Indizien schuldig gesprochen und am 17. Mai 1993 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Seine Verteidiger kündigten unmittelbar Revision an.[1][5]

Zwei Tage nach dem Urteil erhängte sich Pompetzki in der Justizvollzugsanstalt Kassel I am Gitter seiner Zelle mit dem Stromkabel und dem Antennenkabel des Fernsehers.[1][3] In einem Abschiedsbrief beteuerte er noch einmal seine Unschuld. Mit seinem vier Tage zuvor niedergelegten Testament verfügte er, dass das Tierheim Korbach monatlich 5.000 DM zur Betreuung seines Chow-Chows Askan erhalten solle. Den Rest des Vermögens, etwa 4,8 Millionen DM brutto, erhielt das Tierheim zur freien Verfügung. Der Hund starb 1996. Im Testament legte er zudem Schwarzgeldkonten seines Vaters in der Schweiz und in Österreich offen. Drei Monate nach seinem Tod wurde im Haus seiner Eltern in einem blinden Lüftungsschacht ein Tresor gefunden, der Wertpapiere und Bargeld im Wert von 800.000 DM enthielt.[1]
Hierzu noch ein Zitat aus Wikipedia
Seine Geschichte wurde im Jahr 2000 im Auftrag des Hessischen Rundfunks von dem Dokumentarfilmer Klaus Stern unter dem Titel Unschuldig – Schuldig? verfilmt. Mit Hilfe von Interviews mit seinem Verteidiger, Freunden, Kommilitonen, dem vorsitzenden Richter und Nachbarn sowie Briefen aus dem Nachlass Pompetzkis zeichnete Stern ein differenziertes Bild des Verurteilten. Die Arbeit war 2001 für den Deutschen Fernsehpreis und den Hessischen Filmpreis nominiert.[6]

Auch in der RTL-Sendung "Anwälte der Toten" wurde der Fall gezeigt.
Mich würde interessieren, ob hier jemand mehr Hintergrundinfos hat oder vielleicht weiß, wo man die Dokumenation "Unschuldig - Schuldig? - Die Geschichte des Peter Pompetzki" findet.
Es handelt sich dabei um eine ARD Produktion.
Da der Mord 1991 begangen wurde, findet man im Internet leider fast keine Informationen mehr darüber.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 09:51
@OfficerB
Den Fall kannte ich noch gar nicht und habe auf die schnelle mal im Zeitungsarchiv gestöbert: im Jahre 2013 erschien in der Waldeckschen Ausgabe der hna (Waldeckische Allgemeine) ein Bericht anlässlich des 20. Jahrestages.
Komischerweise finde ich diesen in der online-Suche der Web-Ausgabe nicht, obwohl ich das selbe Schlagwort benutzt habe (Pompetzki). Schätze also, er ist schon vom Netz genommen worden und nur noch über das Archiv abrufbar - oder evtl. über google. Normal vergisst das web ja nichts.

Wenn ich nachher Zeit habe, schaue ich aber die Artikel mal durch, da ich auf die schnelle auch Prozeßberichte z.B. gefunden habe ect.. Das scheint ein sehr interessanter Fall zu sein.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 10:02
@OfficerB
auf jeden Fall hat er alles einem Hund/Tierheim vermacht........
http://www.wlz-fz.de/Lokales/Waldeck/Korbacher-Zeitung/Spektakulaere-Sachen-gemacht


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 10:08
@Tussinelda
Hallo Tussi :) :) :)
Ja, genau. Er hat für den Familienhund (der kam nach der Tat sofort in dieses Tierheim) 5000 Euro monatlich zur Verfügung gestellt und den Rest (ca. 4,8 Mio DM) dem Tierheim vermacht.
Seitens des Tierheimes will man sich heute aber nicht mehr dazu äußern.

Ich lese gerade mal den Artikel aus 2013, der ist ganz interessant und hat auch eine chronologische Aufzeichnung des Falles mit allen Eckdaten in der gedruckten Ausgabe.
Muss mal gucken, wie ich das runterladen kann, ist eine komplette Zeitungsseite.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 10:25
weiß nicht ob etwas davon weiterhilft ?
Wikipedia: Peter Pompetzki
http://www.filmladen.de/dokfest_alt/alt/2000/details/familien.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18535441.html
http://www.mediaartbase.de/handle/10858/2849
http://www.versicherungsvertreter-derfilm.de/index.php/regie/filmografie

meiner meinung nach war er schuldig
warum sollte er sich sonst umbringen?
die eltern wurden erschossen ,das würde bei einem raub unnötig sein ,wobei ja auch nicht alles geraubt wurde ,da war ja noch viel mehr drin für räuber.

ich denke er hatte schulden gemacht und sich geärgert, das die eltern ihn nicht mit geld unterstützt haben,wobei sie soviel hatten.
auch die freilegung der schwarzkonten ist interessant,das zeigt ja wieviel einblick er sich verschafft hatte über die finanzen.ich denke das die eltern sowas auch vor ihren sohn verborgen haben.
die verteilung des erbes zeigt meiner meinung nach auch ,das er verärgert war darüber wieviel geld es gab und wieviele andere es hätten besser gebrauchen können.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 10:52
Hmm, das ist ganz interessant.
Ich bin jetzt bei einem Artikel vom 17.08.1991, wo über seine Verhaftung als dringend Tatverdächtiger berichtet wird.
Es war wohl so, daß u.a. sein Alibi widerlegt werden konnte. Nach seinen Angaben war er am Abend vor dem Mord um 23 Uhr wieder Richtung Marburg gefahren. Zeugen sagten jedoch aus, daß er erst am "Morgen des folgenden Tages" in Marburg ankam.
Die Indizien, die auf einen Raubmord schließen lassen sollten, hielt man für vorgetäuscht und bis heute sind die Gegenstände inkl. Tatwaffe nie gefunden worden.
Interessant auch, daß damals ein Hund, der ebenfalls mit dieser Waffe erschossen worden war, exhumiert worden ist, allerdings werden die Hintergründe, wie es dazu kam, offen gelassen.
Peter Pompetzki galt als "Musterschüler" und hochintelligent, allerdings wurden ihm auch rechtsradikale Tendenzen nachgesagt, wobei es jedoch keinerlei Erkenntnisse im Bezug auf Straftaten gab. Ein Ermittlungsverfahren in 1989 wurde nach einer Hausdurchsuchung eingestellt.
Angeblich war er bereits von Anfang an im Visier der Ermittler, diese Info wurde jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen bis zur Festnahme zurückgehalten.

Alles sehr komisch, aber ich stöbere mal weiter die alten Artikel durch, vielleicht findet sich etwas ergänzendes zu den heute noch abrufbaren Links.

Danke @zweiter :)


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 10:58
@OfficerB
@ARWEN1976
vielleicht einfach mal bei der ard nachfragen,wegen dem film.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:06
@zweiter
Oder beim HR. Wenn der HR den Film federführend für die ARD produziert hat, liegen dort ganz sicher auch die Rechte und sooo alt ist der ja noch nicht. Zwar jetzt auch schon 15 Jahre, aber es wäre echt interessant, sich das mal anzuschauen.
Auch "Anwälte der Toten" wäre interessant, die habe ich immer gerne gesehen, aber es laufen, glaube ich, momentan keine Wdh. und RTL Crime bekomme ich nicht.
Aber dort wurde damals auch der Fall hier in Kassel rekonstruiert, wo der Mord an einer jungen Mutter durch einen Vertreter nach 23 (? glaube, es waren 23 +/-) Jahren aufgeklärt werden konnte und hier dann in KS zum Prozeß gebracht wurde.
Die Töchter des Opfers als Nebenklägerinnen hatte damals Christopher Posch vertreten, ist auch noch nicht so furchtbar lange her.
Die Zusammenfassung in "Anwälte der Toten" war damals ziemlich gut und realitätsnah aufgezogen, was den Tatablauf anbelangt, deswegen würde mich die Pompetzki-Darstellung wirklich auch interessieren.


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OfficerB Diskussionsleiter
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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:09
@zweiter
Der Suizid könnte auf ein indirektes Schuldgeständnis deuten. Es könnte aber auch eine Spontanaktion gewesen sein, da es für ihn eine ausweglose Situation gewesen sein muss - so oder so. Wenn man dann noch davon ausgeht, dass er wirklich unschuldig gewesen war, ist es natürlich für die betroffene Person umso bedrückender zu lebenslanger Haft verurteilt zu werden. Meine Frage dazu, warum hat er nicht wenigstens die Revision abgewartet?? Das kan ich nicht verstehen.
Danke dir jedenfalls für die Links :-)

@ARWEN1976
Wenn du die Infos irgendwie hochgeladen bekommst, wäre dies super. Kannst du vielleicht Auszüge oder die Texte mit der Zitierfunktion kopieren?

@Tussinelda
Ja, das war mir bekannt. Er muss sehr tierlieb gewesen sein. Man liest ja von einer "Rente" für seinen Hund in Höhe von 5000 DM monatlich. Soviel Geld hätte ich nie für einen meiner Hunde ausgeben können.


Ich habe diesen Fall bei Anwälte der Toten gesehen und bin so auf diesen Peter Pompetzki gestoßen. In dem Filmfall wird er als einzig Tatverdächtiger dargestellt. Die Tatumstände sind recht mysteriös. Wenn man den Ermittler hört, sagt man sich "klar, der Peter war es!". Was mich nur stutzig macht ist diese ARD Doku zu diesem Fall. Anscheinend war es doch nicht so eindeutig.
Man muss auch bedenken, dass bei einem ermordeten Ehepaar, die sehr vermögend sind (in diesem Fall sollen die Eheleute ein Vermögen von ca 8 Millionen DM gehabt haben) als erstes die Kinder vernommen und ggf. verdächtigt werden.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:15
@zweiter
es ist für Dich keine Option, dass sich jemand umbringt, der unschuldig verurteilt ist?


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:27
Auf RTL Nitro laufen montags um 22:15 Anwälte der toten das ist ein frei empfangbarer sender sowie online Archiv unter rtlnitro now zu sehen aber immer nur die letzte folge kostenlos die anderen kosten ein paar euro

@OfficerB lief das zufällig letzten Montag? Oder wann hast du es gesehen


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:38
@OfficerB
Ich hab die Ausgabe runtergeladen und speichere die weiteren Texte ab, ich kann sie dir dann schicken, weil ich die echten jpg, glaube ich, hier wegen Urheberrecht nicht einstellen darf, sonst würde ich sie als Bilder hochladen.

Ich bin jetzt bei einem Artikel vom 20.08.1991, wo etwas zum möglichen Motiv (Habgier) berichtet wird.
Es wird dort erwähnt, daß Herr Pompetzki sein Bauunternehmen - er war Architekt - im Vorjahr wegen des schlechten, psychischen Gesundheitszustandes seiner Frau verkauft hatte.
Das Vermögen durch diesen Verkauf war ja beachtlich und Pompetzkis haben neben der Villa noch mehrere Einfamilienhäuser besessen, sowie Bargeld und Wertpapiere.
Dazu kamen dann sicherlich noch die "schwarzen Konten", die der Sohn offenbarte und die es wohl auch gegeben haben muß.

Zum Motiv selber wird wieder das widerlegte Alibi beschrieben und das es am Wochenende des 27./28. Juli 1991, als der Sohn zu Besuch war, Streit wegen der Fehlspekulation des jungen Mannes im Rahmen von 20.000-30.000 DM gegeben haben soll.
Zum Zeitpunkt des Artikels wurden die Konten der Familie (Eltern und Sohn) abgeglichen, um die genaue Schadenshöhe eruieren zu können.
Man spricht dort auch darüber, daß am Tatort eine "dezente Unordnung" hinterlassen wurde, die wirklich wertvollen Gegenstände aber im Haus verblieben sind. Dies hat die Ermittler und STA wohl zusätzlich aufmerksam gemacht. Es wurde auch nichts beschädigt.
Peter Pompetzki sollte in der Folgezeit psychologisch begutachtet werden.

Weiter bin ich momentan noch nicht, aber ich denke, daß es in dem ein oder anderen Artikel noch interessante Infos geben wird.

Was mir aber auch in den ersten Berichten aufgefallen ist: es wurde nach der Obduktion von einer Art "Hinrichtung" geschrieben. Herr und Frau Pompetzki sind aus nächster Nähe mit Kopfschüssen und Schüssen in die Oberkörper ermordet worden.
Ich finde das heftig, aber ich bin echt gespannt, was im Bezug auf die Tatwaffe weiter beschrieben wird.
Es war wohl so, daß die Waffen in der Villa "gut versteckt" aber frei zugänglich deponiert waren. Also: wenn man wusste, wo sie lagen, konnte man ungehindert darauf zurückgreifen.
In einem der ersten Artikel wurde geschrieben, daß die Tatwaffe dem Schwiegervater von Herrn Pompetzki gehört habe, dieser aber zur Tatzeit im Krankenhaus lag.
In anderen Artikeln wird dann nur noch erwähnt, daß Herr Pompetzki begeisterter Jäger war und daher die Waffen im Haus gelagert waren, kein Verweis mehr auf den Schwiegervater.

Aber krass finde ich das schon.
Mein Großonkel war auch Jäger, aber seine Schußwaffen und die richtig scharfen Messer ect. waren immer ordnungsgemäß verschlossen im Schrank.
Gruselig.

Muß mal weiter forschen, was in den folgenden Artikeln noch geschrieben steht. Im Moment bin ich echt ratlos.


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 11:42
@OfficerB
Zitat von OfficerBOfficerB schrieb: Meine Frage dazu, warum hat er nicht wenigstens die Revision abgewartet?? Das kan ich nicht verstehen.
@Tussinelda
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:es ist für Dich keine Option, dass sich jemand umbringt, der unschuldig verurteilt ist?
es ist für mich schon eine option,aber nicht in diesem falle.
die revision hätte er auf jedenfall nutzen können,er hatte alle möglichkeiten dafür gegen das urteil auch anzugehen.
es gab anscheinend keine direkten beweise,wie zb die tatwaffe, oder die gestohlenen gegenstände.
er war intelligent und hatte nun auch genug geld um alles umzudrehen.
sein tod ist für mich eine art eingeständnis ,vielleicht dachte er auch daran das noch beweise gefunden werden,wo wird er wohl die beute und die tatwaffe gelassen haben ?
ich denke er hatte da keine option mehr für sich selbst gesehen und konnte mit der tat auch nicht leben,sonst hätte er sich die freiheit erkämpft.
es ist eigentlich ein jammer,den reichtum den die eltern hatten und den er als unnütze empfand, weil sie ihn seiner meinung nach nicht nutzten, um ihn zu helfen.
hat ihn letzten endes selbst dazu geführt, das das geld ihn zum mörder machte,ein zwiespalt in ihm denke ich.
denn ich glaube nicht das er gierig war ,sondern es einfach nur als ungerecht empfand.


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14.03.2015 um 11:46
@ARWEN1976
Zitat von ARWEN1976ARWEN1976 schrieb: Nach seinen Angaben war er am Abend vor dem Mord um 23 Uhr wieder Richtung Marburg gefahren. Zeugen sagten jedoch aus, daß er erst am "Morgen des folgenden Tages" in Marburg ankam.
das könnte vielleicht damit zusammenhängen ,das er die tatwaffe und die beute noch loswerden mußte.


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OfficerB Diskussionsleiter
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14.03.2015 um 12:05
@flashster
Der Filmfall kam vor einiger Zeit. Da diese Fälle immer wiederholt werden, bin ich optimistisch, dass es bald wieder bei RTL Nitro zu sehen sein wird.

In dem Filmfall werden nur teilweise Tatortfotos gezeigt. Die Tatsache, dass sich die Unordnung im Haus stark in Grenzen hielt, wird von dem Ermittler angesprochen. So waren wertvolle Gemälde oder Porzellan vorsichtig auf den Boden gelegt worden.
Der Hund Askan, ein Chow Chow (im Filmfall ein West Highland White Terrier) war anscheinend Fremden gegenüber sehr misstrauisch und hat diese kontinuierlich verbellt. Der Täter konnte aber anscheinend gut mit dem Hund umgehen, da Nachbarn an dem Tattag kein Gebelle oder ähnliches vernommen haben sollen. Dies wertete die Polizei als Indiz, dass es eben der Sohn gewesen sei.
Ein weiteres Indiz war z.B., dass das eingeschlagene Kellerfenster einen untypsichen Bruchverlauf aufwies. Die offene Stelle im Glas war so klein, dass eine normale, menschliche Hand nicht ohne Verletzungen durchgreifen konnte um den Fensterhebel zu berrühren. Dies wäre aber nötig gewesen um das Fenster öffnen zu können. Die Polizei ging später davon aus, dass dies eine irreführende, absichtlich gelegte Spur war.


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OfficerB Diskussionsleiter
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14.03.2015 um 12:11
@ARWEN1976
wäre super, wenn du mir da was zukommen lassen könntest :-)


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Der Fall Peter Pompetzki - war er wirklich schuldig?

14.03.2015 um 12:28
Ui.

Besten Dank erst einmal dafür, diesen Fall ausgegraben zu haben. Klingt zunächst wirklich nach "Elternmord von Morschen" Wikipedia: Elternmord von Morschen Die Indizien sprechen tatsächlich erst einmal deutlich gegen ihn. besonders das hier:
Zitat von OfficerBOfficerB schrieb:Ein weiteres Indiz war z.B., dass das eingeschlagene Kellerfenster einen untypsichen Bruchverlauf aufwies. Die offene Stelle im Glas war so klein, dass eine normale, menschliche Hand nicht ohne Verletzungen durchgreifen konnte um den Fensterhebel zu berrühren. Dies wäre aber nötig gewesen um das Fenster öffnen zu können. Die Polizei ging später davon aus, dass dies eine irreführende, absichtlich gelegte Spur war.
ferner das geplatzte Alibi und die Tatsache, dass zwar Teppiche entwendet wurden, wirklich wertvolle Dinge aber am Tatort verblieben.

Was mich stört ist das Motiv. Die Eltern waren 8 Millionen Mark schwer. Söhnchen hat im Optionsscheinhandel 23.000 Mark verballert. Das ist für mich sehr viel Geld, selbst heute noch - 11.500 Euro -, aber für Daddy wars doch, sorry, n Klacks mit der Wichsbürste. Wenn das Verhältnis Eltern/Sohn nicht völlig kaputt ist, wird Sohnemann dafür zwar tüchtig "versohlt" von Daddy, aber ansonsten wird der Schaden zur Deckung gebracht. An die, die Zugriff auf mehr Infos haben, insbesondere @ARWEN1976: War das verhältnis Eltern/Kind - so, wie damals in Morschen - denn völlig zerstört? Weiß man näheres?


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14.03.2015 um 13:02
@OfficerB
Ja klar, das mache ich :)

@pfiffi
Ich bin gerade bei den Prozessberichten, die sind sehr interessant. Einer seiner Verteidiger war ein Kompagnon von Herrn RA Bossi (München, Ingrid van Bergen z.B.).

Peter Pompetzki beschrieb das Verhältnis zu seinen Eltern als sehr gut. Seine Mutter muß wohl wegen Depressionen in einer Marburger Klinik gelegen haben, wo er sie regelmäßig besuchte und anschließend mit seinem Vater telefonierte. Auch in der Folge bzw vorher und generll soll nach seinen Aussagen das Verhältnis sehr gut gewesen sein.
Er selber sagte auch, daß er zu Hause, also im Haus seiner Eltern, besser lernen konnte und daher oft daheim war.

Seine Eltern hatten ihm damals zum Studium eine Wohnung in Marburg gekauft und er hatte 600 DM Taschengeld im Monat zur Verfügung, wovon er aber nur rund 100 DM ausgegeben haben will, weil alles andere - Schulbücher ect. ppp - ebenfalls von seinen Eltern finanziert wurde.
Die in den Sand gesetzten 20-30.000 DM hätten aus seinem Ersparten gestammt und zu keinerlei Konflikten mit seinen Eltern geführt, da es sich ja um sein eigenes Geld gehandelt hatte.

Belastend war die Aussage seiner Mitbewohnerin, eben der Zeugin, die ihn morgens hat nach Hause kommen hören, als er seinen PKW am - durch eine Kette abgesperrten Parkplatz - abstellen wollte und sie durch das Kettenrasseln um 7 Uhr wach geworden war.
Er selber sagte, er sei am Bahnhof gewesen und hätte sich eine Zeitung und Chips geholt - diese Gegenstände wurden aber von der Zeugin am Fenster nicht gesehen.
Es ging dann auch um einen Koffer, den er nach seinen Aussagen bereits noch am Abend mit in die Wohnung genommen haben will, er aber erst am besagten 7-Uhr-morgens-Tag vormittags dabei gesehen wurde, wie er diesen Koffer aus dem PKW geholt hat.

Es kam dann auch noch eine Nachbarin als Zeugin, zu der er gelaufen war, nachdem er seine Eltern tot im Schwimmbad entdeckt hatte. Sie sagte aus, daß er zuerst sehr verstört war und geweint hatte, einige Tage später aber vollkommen locker gewesen sei, das Haus gesäubert hatte und überlegt habe, was er mit den Habseligkeiten seiner Eltern anstellen sollte.

Es wird auch von einer Ortsbegehung berichtet, woraufhin der Richter erstaunt/verblüfft war, wie klein das Schwimmbad real war und wie sehr die Tatortbilder in dieser Richtung getäuscht hatten.
Er war der Meinung, daß sich Täter und Opfer sehr nahe gekommen sein müssen (Dies deckt sich auch mit den Obduktionsergebissen).

Das klingt erstmal sehr belastend, allerdings wird auch immer wieder erwähnt, daß es ein reiner Indizienprozeß war und z.B. Haare, die auf der Hand von Herrn Pompetzki gefunden wurden, nie untersucht worden sind und ansonsten auch seitens der Verteidiger etliche Vorwürfe in Richtung Ermittler/STA gingen - bei diesen Artikeln bin ich gerade im Moment, deswegen muß ich erstmal weiterlesen, was dort noch in Richtung Ermittlungen aufkommen mag.

Ich gebe aber zu, daß ich auch spontan an Heinzerlings, also den Eltermord von Morschen, dachte, die damals im Auftrag der Adoptivkinder ermordet wurden.


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14.03.2015 um 13:16
Zitat von ARWEN1976ARWEN1976 schrieb:Seine Eltern hatten ihm damals zum Studium eine Wohnung in Marburg gekauft und er hatte 600 DM Taschengeld im Monat zur Verfügung, wovon er aber nur rund 100 DM ausgegeben haben will, weil alles andere - Schulbücher ect. ppp - ebenfalls von seinen Eltern finanziert wurde.
Die in den Sand gesetzten 20-30.000 DM hätten aus seinem Ersparten gestammt und zu keinerlei Konflikten mit seinen Eltern geführt, da es sich ja um sein eigenes Geld gehandelt hatte.
Das war damals, ich habe damals auch studiert, schon recht fürstlich. Wohnung bereits bezahlt, Lehrbücher (bei BWL durchaus ein Kostenfaktor!) bezahlt...und 600 Umdrehungen zum freien verballern...tötet man die Kuh, die man melkt? Und sein Vater musste nix zur Deckung bringen? Kein Ärger, keine Haue zuhause? Also, ein Motiv sehe ich, wenn das Verhältnis nicht kaputt war, beim besten Willen nicht.
Zitat von ARWEN1976ARWEN1976 schrieb:Belastend war die Aussage seiner Mitbewohnerin, eben der Zeugin, die ihn morgens hat nach Hause kommen hören, als er seinen PKW am - durch eine Kette abgesperrten Parkplatz - abstellen wollte und sie durch das Kettenrasseln um 7 Uhr wach geworden war.
Er selber sagte, er sei am Bahnhof gewesen und hätte sich eine Zeitung und Chips geholt - diese Gegenstände wurden aber von der Zeugin am Fenster nicht gesehen.
Es ging dann auch um einen Koffer, den er nach seinen Aussagen bereits noch am Abend mit in die Wohnung genommen haben will, er aber erst am besagten 7-Uhr-morgens-Tag vormittags dabei gesehen wurde, wie er diesen Koffer aus dem PKW geholt hat.
Mitbewohnerin war bloß Zeugin am Fenster??? MaW: Man konnte ihm gar nicht nachweisen, dass er wirklich erst um 7 Uhr nach Hause kam. Merkwürdig.
Zitat von ARWEN1976ARWEN1976 schrieb:Es kam dann auch noch eine Nachbarin als Zeugin, zu der er gelaufen war, nachdem er seine Eltern tot im Schwimmbad entdeckt hatte. Sie sagte aus, daß er zuerst sehr verstört war und geweint hatte, einige Tage später aber vollkommen locker gewesen sei, das Haus gesäubert hatte und überlegt habe, was er mit den Habseligkeiten seiner Eltern anstellen sollte.
Nun, er war ja wohl sehr introvertiert. Gibts es Normierungen, wie man sich im Trauerfall zu verhalten hat? Und wer es in sich hinein schluckt,, mit sich selbst abmacht, ist verdächtig?


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14.03.2015 um 13:35
@pfiffi
Ja, ganz genau.
600 DM waren damals richtig viel Geld, wenn man rein gar nichts an Lebenshaltungskosten zahlen musste und er war von vorne herein Alleinerbe.
Ich kann mir vorstellen, daß er sehr gehoben und mit allen Mitteln ausgestattet, aufgewachsen ist, aber das macht keinen zum Mörder. Genausowenig, wie es jemanden zum Mörder macht, der "normal" oder weniger begünstigt aufgewachsen ist.
Klar: Geld allein macht nicht glücklich und es heißt überhaupt nichts, elitär aufzuwachsen, aber was mich im Moment noch stört, daß sind fehlende Aussagen im Bezug auf seine Psyche.
Denn klar ist: wer seine Eltern tötet muß meines Erachtens irgendwo eine Störung haben und da in einem der Berichte geschrieben wurde, daß ein psychologisches Gutachten eingefordert wurde, bin ich gespannt, ob darüber in den Berichten etwas zu lesen sein wird.
Wie Du schon schreibst: er muß sehr introvertiert gewesen sein, sowas ist auch in einem der Berichte angeklungen, danach jedoch (bis jetzt) nie wieder.

Zur Zeugin: Es war wohl so, daß die Mitbewohnerin vom Kettenrasseln am Parkplatz wach geworden ist (die Parkplätze waren abgesperrt) und zum Fenster ging, wo sie ihn dann hat aussteigen sehen. An die Uhrzeit 7 Uhr konnte sie sich erinnern, weil die Kirchenglocken um diese Zeit läuten.
Im Umkehrschluß muß er aber nach seinen Aussagen um kurz nach 24 Uhr in Marburg angekommen sein und konnte sich an eine Stelle in einem Dracula-Film erinnern, ehe er einschlief.
Bei der Rekonstruktion vor Gericht kam dann wohl heraus, daß besagte Stelle erst viel später gelaufen sein muß.

Belastend wurden auch Aussagen gewertet, als er für die Todesanzeige den Todeszeitpunkt mit eben diesem Sonntag - dem Mordtag - angab, obwohl er dies zu dem Zeitpunkt ja gar nicht wissen konnte.
Sein Gegenargument war dann, daß er am Auffindetag die Zeitung von Montag im Briefkasten entdeckt hatte, seine Eltern folglich Montag schon nicht mehr gelebt haben konnten.

Ich muß das aber erstmal sortieren und in Einklang bringen. So ein richtig rundes Bild hat sich für mich bisher noch nicht ergeben, aber ich speichere die Artikel ab, nicht, daß ich irgendetwas vergesse oder einseitig darstelle, das möchte ich nicht.


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