Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

163 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: ZUG, Erlangen, Kufstein ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 08:01
Dass der Freund die Suchmeldung zurückgezogen hat, könnte ich nachvollziehen, schließlich wurde er nur dadurch, dass er sie gepostet hat, öffentlich verdächtigt.

Wenn sie sich verfolgt gefühlt hat, verstehe ich, warum sie nicht den Fernbus genommem hat. Denn dort wäre man total ausgeliefert, der Verfolger braucht nur den Bus aufzuhalten und sie herauszwingen. Oder er wartet an der Ausstiegsstelle auf sie. Mit dem Zug, noch dazu wenn man atypisch umsteigt, ist das schon viel unübersichtlicher.

Mit Millionären kenne ich mich nicht aus :-), wohl aber mit normal bis gut verdienenden Bulgaren. Und natürlich bevorzugt man dann meist das Flugzeug, allerdings kann man dann nicht immer spontan reisen, oft bekommt man kein Ticket mehr oder man hat ein Gepäck mit, das man im Flugzeug nicht so gut mitnehmen kann. So kommt es sehr häufig vor, dass gut verdienende Menschen den Fernbus nehmen. Der Zug ist meiner Erfahrung nach eher untypisch und könnte darauf hinweisen, dass sie sich schon in Erlangen verfolgt gefühlt hat.


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 09:54
Eine Entführung mitten in Westeuropa erscheint mir völlig dumm und sinnlos, zumal das Opfer ja auf dem Weg nach Hause war wo organisierte Kriminalität durchaus andere Möglichkeiten und "Connections" hätte, als sie in einem kleinen westeuropäischen Kaff zu entführen wo selbst Autos vom Nachbatort auffallen. Nee, das machen nicht mal Amateure. Wozu auch? Das, mit der wohlhabenden Familie und Zugfahren passt auch nicht!


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 11:09
Zitat von SuinxSuinx schrieb:Das, mit der wohlhabenden Familie und Zugfahren passt auch nicht!
Soso. Die Vermisste stammt aber aus einer wohlhabenden Familie und nahm den Zug. Fakt.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 11:42
Zitat von AllgemeinesAllgemeines schrieb:Mit dem Zug, noch dazu wenn man atypisch umsteigt
Wenn man über München fährt und dann den EN 415 nimmt, ist Wörgl eigentlich die beste und erste Umsteigestelle.
Wenn man in Innsbruck umsteigen würde, würde man einen Teil des Inntals (nämlich eben den Abschnitt Wörgl-Innsbruck) dopplelt fahren, erst hin und dann zurück - und vermutlich deshalb auch mehr bezahlen, weil mehr km.
Dass der DB-Computer Innsbruck zum Umsteigen vorschlägt ist eine Frage der Software-Algorithmen.
So ein Ticket muss man sowieso am Schalter ausstellen lassen (wegen Nachtzug und Ausland) und der Routen-Berechner am Schalter ist ein anderer als der im Internet.
Natürlich ist die Annahme, dass sie den EN 415, Zürich-Belgrad nehmen wollte, nur ein Annahme.

Ich find jetzt die Annahme, dass ihr Verfolgungsgefühl wahnhaft war, unüberzeugend. Sowas bekommt das Umfeld in der Regel mit und in Polizeimeldungen steht dann oft was von "hilfloser Situation", die für möglich gehalten wird.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 11:44
Ja, das mit den Fakten ist hier so eine Sache. Im Moment wird hier wie wild spekuliert, und zu einer Menge der Spekulationen gibt es gar keinen gesicherten Hintergrund.

Fangen wir einmal mit dem angeblichen Profil weiter oben an. Wer den Namen der Vermissten mal bei google eingibt wird feststellen, dass es Leute mit diesem Namen wie Sand am Meer gibt. Vermutlich ist er auf bulgarisch so etwas wie Claudia Schmidt oder Silke Meier. Das Profil oben behauptet z.B. sie hätte vor einigen Jahren in Erlangen studiert, die Suchmeldungen dagegen sprachen davon, dass sie jetzt gerade Studentin sei. Das passt schon mal recht schlecht. Ergo: Ob dieses Profil ihr gehört ist mehr als zweifelhaft.

Und so geht es weiter. Dass der Vater Millionär sei, ein Baulöwe gar (die sind ja immer in dunklen Machenschaften verstrickt, gell?) usw... habe ich in dem Artikel nicht entdeckt: Geschäftsmann soll er sein, ein altmodisches Wort für Unternehmer, Rechtsanwalt von der Ausbildung her, eine eigene Firma, irgendwas mit Gewächshäusern... aber ob das jemanden gleich "reich" macht, ist bei der generellen Armut in Bulgarien schon zweifelhaft (ein Arzt verdient dort umgerechnet vermutlich weniger als die meisten Hartz IV Empfänger bekommen).


Und dann immer noch das unsägliche Thema Fernbus. Das wird uns sicherlich nicht weiter bringen: sie ist nun einmal Zug gefahren.

Warum jemand sie aus Erlangen verfolgen sollte und dann ausgerechnet in Kufstein zuschlagen soll, ist mir auch nicht ganz klar. Immerhin, wenn das eine lange geplante Entführung gewesen sein soll, dann ist ihre "Flucht" mit dem Taxi nach Kufstein ja gerade etwas, was die Täter nicht vorhersehen konnten. Um so schwieriger wird dann die gelungene Ausführung: Wenn die Täter damit rechneten, sie würde in Wörgl den Zug nach Zagreb nehmen, aber dann überrascht werden, als sie das Taxi nach Kufstein nimmt - wie kamen die Täter dann hinterher? Da sie selbst ja bereits im Zug waren, hätten sie in Wörgl kein Auto gehabt. Wäre ein zweites Taxi, zeitgleich mit dem ersten, das ebenfalls nach Kufstein fährt, nicht aufgefallen? Ohne Auto, wie gelang dann die Entführung in Kufstein?

Normalerweise würde man vermuten, dass eine Entführung in Serbien oder Bulgarien leichter durchzuführen ist, als im beschaulichen Tirol. Zumal, wenn wie hier, dabei unausgesprochen im Raum steht, dass die Täter bestimmt Landsmänner des Opfers sind.

Nein, ein "Verfolger" seit Erlangen erscheint mir nicht wahrscheinlich.

Anders ist das bei einem Zufallstäter im Zug von München nach Wörgl - ist hier jemand unangenehm interessiert an ihr gewesen? Jemand, der auch in Wörgl ausstieg, der aus der Gegend kommt, dem es daher vielleicht auch noch recht leicht fiel, sie in ihrem Taxi nach Kufstein zu verfolgen, weil er ein Auto in Wörgl am Bahnhof stehen hatte? Oder, noch wahrscheinlicher, hat jemand aus Wörgl sich erst am Bahnhof unangenehm interessiert gezeigt, als sie dort zum Umsteigen ausgestiegen war? Jemand, der dann mitbekommen hat, dass sie in ein Taxi nach Kufstein stieg und diesem folgte? Dann hätten wir es mit einem lokalen Täter zu tun.

Schade, dass wir nicht mehr über diese Taxifahrt wissen: hat sie mit dem Taxler vor dem Einsteigen über das Fahrtziel verhandelt, so dass man es hören konnte? Hat noch jemand in dieser Nacht, zeitgleich, ein Taxi nach Kufstein genommen? Hat man vielleicht im Funk der anderen Taxis am Bahnhof in Wörgl das Fahrtziel hören können (also: hat der Täter, der am Bahnhof herumlungerte, hören können, wie der Taxler das Fahrtziel über Funk mitteilte? Sehr oft kann man, wenn man neben den Taxis an einem Taxistand steht den Funkverkehr mithören, da die Fahrer den Lautsprecher recht laut eingestellt und oft ein Fenster offen haben).

Ich denke, man sollte sich nicht zu schnell auf ein "bulgarisches Mafia-Szenario mit Entführung" festlegen.


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 12:32
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Fangen wir einmal mit dem angeblichen Profil weiter oben an. Wer den Namen der Vermissten mal bei google eingibt wird feststellen, dass es Leute mit diesem Namen wie Sand am Meer gibt. Vermutlich ist er auf bulgarisch so etwas wie Claudia Schmidt oder Silke Meier. Das Profil oben behauptet z.B. sie hätte vor einigen Jahren in Erlangen studiert, die Suchmeldungen dagegen sprachen davon, dass sie jetzt gerade Studentin sei. Das passt schon mal recht schlecht.
Dass der Name häufig ist, stimmt.
Es passen in dem Freelancer-Profil aber auch das Alter 31, die Herkunftsort Plovdiv (Abitur), die guten Deutschkenntnisse als Deutschlehrerin und auch dass sie Kunst in Erlangen studierte. Dass Fach Kunst erwähne Freunde auf FB. Die Mutter soll in Sofia leben, da hatte sie laut Profil auch einige Berufsstationen. Sie scheint ja einen engen Draht zur Mutter zu haben. Und so viele Kristina Valchevas auf die alles zusammen zutrifft wirst, insbesondere der Studien-Bezug zu Erlangen, Herkunft Plovdiv, Alter 31, wirst Du nicht finden. Das ist in der Summe sehr signifikant und zumindest sehr wahrscheinlich, dass es das richtige Profil ist.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Und so geht es weiter. Dass der Vater Millionär sei, ein Baulöwe gar (die sind ja immer in dunklen Machenschaften verstrickt, gell?) usw... habe ich in dem Artikel nicht entdeckt: Geschäftsmann soll er sein, ein altmodisches Wort für Unternehmer, Rechtsanwalt von der Ausbildung her, eine eigene Firma, irgendwas mit Gewächshäusern... aber ob das jemanden gleich "reich" macht, ist bei der generellen Armut in Bulgarien schon zweifelhaft (ein Arzt verdient dort umgerechnet vermutlich weniger als die meisten Hartz IV Empfänger bekommen).
Was den Vater angeht. Dass er Millionär ist oder sein soll steht in einer Artikel-Überschrift:

Bulgarisch: "Милионерска щерка отвлечена за откуп?"
Deutsch: "Millionärstochter entführt, wegen Lösegeld?"

http://www.struma.com/sinya-lampa/milionerska-shterka-otvlechena-za-otkup_73638/

Wie er zu seinem Geld kommt, wird ja in dem Artikel ausführlich dargestellt, zusammen mit seinem Bruder hat er spezielle Gewächshäuser entwickelt oder verwendet diese, mit "Tröpfchenbewässerung", womit er den Ertrag verdreifachen kann und enorme Mengen an Gurken und Tomaten fabriziert und eben damit "Millionen macht" - so steht es wörtlich in der Übersetzung.
Dass er reich ist und also bei ihm was zu holen ist, wurde einem breiteren Publikum bekannt, weil ihm irgendwelcher Betrug mit EU-Subventionen und Scheingeschäften (im Rahmen des EU-SAPARD-Programms) vorgeworfen wird und seine Firma und sein Name dabei bekannt wurde. Was hier aber nicht das Thema ist.
Höchstens dass in solchen Fällen es nicht mal so selten ist, dass die Entführer einen engeren Bezug zu der erpressten Familie haben.
Außerdem ist der Vater ein "bedeutender Aktionär des Luxus-Business-Center "Intradings" in Sofia".
Steht alles im Artikel. Baulöwe hast Du irgendwie falsch abgerufen.
Mithin eine ziemliche Evidenz bzgl des Reichtums des Vaters.
Dass es in Bulgarien viele sehr arme Leute gibt, stimmt, es stimmt aber auch, dass es nicht wenige Reiche und Superreiche gibt. Die Arm-Reich-Schere klafft in Staaten mit einem Mafia- bzw OK-Problem noch deutlich weiter auseinander als hierzulande schon.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Warum jemand sie aus Erlangen verfolgen sollte und dann ausgerechnet in Kufstein zuschlagen soll, ist mir auch nicht ganz klar. Immerhin, wenn das eine lange geplante Entführung gewesen sein soll, dann ist ihre "Flucht" mit dem Taxi nach Kufstein ja gerade etwas, was die Täter nicht vorhersehen konnten.
In einem Szenario, wo man eine Person aus einem Zug (oder von einem Wartebahnhof auf der Reise) heraus entführt, braucht man mindestens zwei, besser drei Täter, ein Auto und eine günstige Gelegenheit.

Nehmen wir an, der eine fährt im Zug mit und weiß daher, wann ein längerer Aufenthalt kommt oder zu erwarten ist. 3h in Wörgl, einem kleinen Kaff, bei Nacht zuzuschlagen - das ist ideal. Der andere (evtl mit einem dritten) fährt mit dem Auto von Erlangen hinterher. Von der Zeit passt das locker. Kristina bekommt es mit und flieht. Sie hat von der letzten Fahrt die letzte Station Kufstein im noch im Kopf, weiß dass es da touristisch ist und viele Hotels gibt.
Auf der Taxifahrt sieht sie die Verfolger nicht, geht daher noch an den Bahnhof, um zu sehen, ob sie in derselbigen Nacht noch weiterkommt, bzw. wie die Fahrt am nächsten Morgen weitergeht. Daher spricht sie den Fahrdienstleiter an, weshalb der sich auch an sie erinnert.
Leider hat sie sich in der Annahme getäuscht, die Verfolger abgeschüttelt zu haben, die greifen sie am menschenleeren Bahnhof Kufstein auf, schleppen sie in den Wagen und bringen sie erst mal jwd, nach einigen Tagen melden sie sich dann bei dem Vater mit Lösegeldforderungen. Dann beginnt ein Nervenkrieg und Verhandlungspoker. Das bulgarische Umfeld in Erlangen kriegt das von der bulgarischen Verwandtschaft mit und stellt seine FB- und andere Suchaufrufe und -Aktivitäten Mitte April ein.

So ein Entführungsszenario wirkt sicher aufwendig, aber Kriminalität ist wie Normalität immer eine Frage von Einsatz, Risiko und erwartetem Gewinn. Hier ist der erwartete Gewinn recht hoch, da könnte sich der Aufwand aus Tätersicht lohnen.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 12:51
@z3001x
Nur damit ich nicht missverstanden werde: Ich habe nie gesagt, dass ich glaube, ihr Gefühl, verfolgt zu werden, würde aus einem Wahn heraus entstanden sein.

Ich habe nur gesagt, dass ich glaube, dass ihr Verschwinden letztendlich nicht ursächlich mit diesem Verfolger, sei er nun real oder nicht, zu tun hat. Das ist ein großer Unterschied!
Ich gehe eben davon aus, dass selbst wenn es den realen Entführer gibt, dass es dieser nicht geschafft hätte, sie wirklich bis nach Kufstein zu verfolgen.


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 12:54
Im Grossen und Ganzen stimme ich Dir da schon zu, nur die Planung der Entführung erscheint mir unwahrscheinlich (nicht unmöglich). Die Täter hätten ja in diesem Szenario eigentlich keinen Grund zu erwarten, dass sie unterwegs aussteigt. Viel wahrscheinlich wäre doch, dass ein Täter sie im Zug begleitet, die anderen irgendwo in Zagreb oder gar erst in Bulgarien am Ende der Fahrt warten. Der Zug-Täter gibt ihnen dann ein Zeichen, und sie schlagen zu.

Dass sie tausend Kilometer weit neben dem Zug herfahren, glaube ich kaum. Wozu? Sie wussten doch, wo sie hin wollte.

Hätte also jetzt der Zug-Täter durch trotteliges Verhalten ihren Verdacht erweckt, und sie in Wörgl zu dieser Kurzschluss-Taxifahrt gebracht, hätten die Täter ein grosses Problem gehabt.

Mir erscheint daher wahrscheinlicher, dass sie erst in Wörgl zufällig auf einen Täter gestossen ist, dem es gelang, sie nach Kufstein zu verfolgen. Dieser hatte es wohl dann eher auf sie als Sexualopfer abgesehen.

Es gibt natürlich noch eine dritte Möglichkeit: es gelingt ihr, Kufstein wieder zu verlassen, die Entführer stellen sich auf die neue Situation ein, und entführen sie am Ende doch da, wo sie es immer geplant hatten: in Bulgarien.

Gegen eine Entführung spricht auch, dass diese immer noch nicht beendet zu sein scheint. Normalerweise kann man erwarten, dass entweder inzwischen das Lösegeld gezahlt wurde, sie freigelassen wurde, und die Polizei nun in Ruhe nach den Tätern fahndet, oder die Entführung klar schief gegangen ist und das Opfer wohl tot ist, was die Polizei nun ebenfalls zu einer weitaus intensiveren Fahndung bringen sollte. Hier aber gibt es keinerlei Reaktionen der Polizei, die weiter nur von einer "Vermisstensache" spricht.


2x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 13:38
In einem Artikel steht, dass sie in Wörgl versucht hat, die Polizei zu kontaktieren und auch 112 gewählt hat. Die Leitstelle ist unter dieser Nummer immer erreichbar. Es ist deshalb eigenartig, dass man nicht erfährt, ob sie mit der Polizei gesprochen hat und wenn nein, warum nicht.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 13:52
Also Leute, ich bitte euch. Eine Entführung zwischen den überschaulichen Erlangen und Wörgl auch noch im Zug zu planen ist schlicht unseriös. Wo soll man denn die Frau solange verstecken? In Kufstein, Wörgl...oder doch 1500km über zig Länder runterfahren nach Bulgarien? Wozu der ganze Aufwand? Sie wird wohl ohnehin im Jahr 1-2x nach Hause gefahren sein.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

30.04.2015 um 14:27
Die österreichische Polizei scheint ja von der Entführungsgeschichte auch nichts zu halten, denn sie befürchten ja ein Unfallgeschehen, was dann eher zu der Theorie von @Allgemeines passen würde.

Vielleicht ist das Entführungsszenario ja auch eine Vermutung von Kristinas Familie und die bulgarische Presse hat das Thema nur aufgebauscht.


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 00:25
Zitat von woertermordwoertermord schrieb:Die österreichische Polizei scheint ja von der Entführungsgeschichte auch nichts zu halten, denn sie befürchten ja ein Unfallgeschehen, was dann eher zu der Theorie von @Allgemeines passen würde.
Das auffälligste der Stellungnahme der österreichischen Polizei ist ihr Zeitpunkt - 15 Tage nach dem Verschwinden der Vermissten. Vergleichen wir es mit Helmut Herburger - der wurde ab dem 28. März vermisst, die Suche in den Medien begann am 2. April, 5 Tage später.

Kristina V. ist seit dem 24.März vermisst, die Suche in den Medien begann am 8. April, 15 Tage später.
Was hat die Polizei dazu bewogen solange zu warten, ist das intelligent, wenn jemand vermisst ist und evtl in Gefahr?
Eigentlich nicht. Das Warten passt eher zu einer Entführung, und dem erbetenen Stillschweigen. Auch die angebliche Vermutung eines Unfallgeschehens passt dazu, also als "Prätext".
Polizeimeldungen müssen nicht zwingend der Wahrheit bzw der tatsächlichen Einschätzung der Polizei entsprechen. Taktische Darstellungen sind doch eigentlich gängig.

Beim Unfall muss man sich fragen, was für ein Unfall das sein soll? Einen Unfall mit einem Zug hätte man längst entdeckt. Einen im Stadtgebiet Kufstein wohl auch. Was also dann? Und worauf beruht diese angebliche Unfallvermutung? Menschen verunfallen nicht einfach aus dem Nichts.
Zitat von woertermordwoertermord schrieb:Vielleicht ist das Entführungsszenario ja auch eine Vermutung von Kristinas Familie und die bulgarische Presse hat das Thema nur aufgebauscht.
Es wird ja von einer Entführung im Zusammenhang mit Erpressung/Lösegeld gesprochen. Das würde die Familie dann schon konkret wissen, anhand der Forderungen.


1x zitiertmelden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 00:37
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Dass sie tausend Kilometer weit neben dem Zug herfahren, glaube ich kaum. Wozu? Sie wussten doch, wo sie hin wollte.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Viel wahrscheinlich wäre doch, dass ein Täter sie im Zug begleitet, die anderen irgendwo in Zagreb oder gar erst in Bulgarien am Ende der Fahrt warten. Der Zug-Täter gibt ihnen dann ein Zeichen, und sie schlagen zu.


Das wären doch noch nicht einmal 300 km Erlangen - Wörgl.
Es kommt halt auch drauf an, wo die Entführer (jetzt als angenommenes Szenario) selbst ihre Basis haben. Wenn sie selbst im Raum Erlangen/Nürnberg lokalisiert sind, ist ein Zugriff nahe ihrer "Basis" natürlich sinnvoller als einer in Bulgarien.
Man kann sich natürlich immer fragen, ob etwas die wahrscheinlichste Variante ist. Natürlich würde man bei dem Szenario annehmen, dass einen Entführung direkt in Erlangen da viel wahrscheinlicher wäre, das seh ich ein. Aber man steckt ja bekanntlich nicht drin.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb: Hier aber gibt es keinerlei Reaktionen der Polizei, die weiter nur von einer "Vermisstensache" spricht.
Es gibt keine öffentlichen Reaktionen der Polizei. Was hinter den Kulissen geschieht, bekommt man bekanntlich erst mit, wenn sich etwas geklärt hat. Wenn die Polizei eine Entführung vermuten würde und auch jemand im Visier hätte, würde sie es nicht sagen, bis der Zugriff erfolgt.
Nach der langen Zeit des Vermisstenseins, >1Monat, liegt es aber bei einer angenommenen Entführung/Erpressung nahe, das etwas schief ging.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 00:45
Erschreckend wie viele vermißtenfälle alleine hier bei allmy aufgezählt werden....


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 01:39
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Viel wahrscheinlich wäre doch, dass ein Täter sie im Zug begleitet, die anderen irgendwo in Zagreb oder gar erst in Bulgarien am Ende der Fahrt warten. Der Zug-Täter gibt ihnen dann ein Zeichen, und sie schlagen zu.
Ersteres seh ich auch so, einer im Zug, aber der Zugriff in Bulgarien wäre aus Tätersicht unsinnig, wenn sie selbst aus Bayern kommen, da wär ein Zugriff in Heimatnähe eben "sinnnvoller". Das muss ja keine international operierende Bande sein. Hbf München war vermutlich der erste Umstieg, da war es wohl zu schwierig, sie "abzugreifen", weil die Autos zu weit entfernt von Bahnhofsinnenraum geparkt werden müssen, außerdem jede Menge Leute dort und Kameras.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Die Täter hätten ja in diesem Szenario eigentlich keinen Grund zu erwarten, dass sie unterwegs aussteigt.
Wie gesagt, Wörgl kann ein spontaner Ausstieg gewesen sein, evtl aus diesem Eindruck, verfolgt zu werden. Oder eben ein geplanter. Es wäre eine ganz normales Umsteigestationen, um von München kommend in den EN-415-Zürich-Belgrad einzusteigen. Man kann daraus nicht zwingend irgendeine unausgeglichene innere Verfassung ablesen. Das Gegenteil allerdings auch nicht.
Zitat von AllgemeinesAllgemeines schrieb:Ich habe nur gesagt, dass ich glaube, dass ihr Verschwinden letztendlich nicht ursächlich mit diesem Verfolger, sei er nun real oder nicht, zu tun hat. Das ist ein großer Unterschied!
Ich gehe eben davon aus, dass selbst wenn es den realen Entführer gibt, dass es dieser nicht geschafft hätte, sie wirklich bis nach Kufstein zu verfolgen.
Aber was vermutest Du dann konkret? Was ist passiert dMn?

Ich kann Dir und Andy und den anderen schon folgen und zustimmen, dass das Entführungsszenario unwahrscheinlich und etwas filmreif wirkt. Es ist aber denkbar, und es ganz sicher irgendetwas passiert in Kufstein in der Nacht auf den 24.3.
Es steht fest, dass sie sich verfolgt glaubte, sogar die Polizei bzw 112 deshalb rief und es ist klar, dass nach 1 Uhr kein bekanntes Lebenszeichen mehr von ihr gibt und ihr Handy aus ist.

Wenn nichts passiert wäre, wäre sie vermutlich in ein Hotel und hätte die Mutter angerufen, um zu sagen dass alles gut ist und hätte die neuen Ankunftstermin mitgeteilt. Die Mutter hatte sie an dem Abend ja bereits zweimal angerufen und ihr ihre Sorge mitgeteilt. Die Entwarnung kam nun nicht.
Ich kann mir, wenn ich mich in die Situation rein versetze, nicht denken, dass sie einfach 4,5 Stunden in der Nacht am Bahnhof rumgwartet hätte, v.a. bei dem Verfolgungsproblem nicht. Ein Unglück mit einem Zug wäre bemerkt worden, das ist keine menschenleere Pampa dort, wie bei Toni Koschuh (sry Ausdrucksweise).
Bei einem Unfall fragt sich auch, wo ihr Gepäck ist, da sie schätzungsweise mit sich führte.

Meiner Meinung nach muss ein Übergriff erfolgt sein, schätzungsweise ziemlich bald nach dem letzten Kontakt zu dem Bahnangestellten - sonst hätte sie die wenigen Meter vom Bahnhof zu den vielen Hotels in der Innenstadt geschafft, das sind nicht einmal 500m.
Ob es ein Entführer war oder jmd in sexueller Absicht, kann ich nicht wirklich beurteilen. Aber bei einem Vergewaltiger wäre es sehr untypisch, wenn man danach gar nichts mehr von ihr mitbekommt.
Dass jemand der sie das erst Mal in Wörgl sieht, in sexueller Absicht so hartnäckig verfolgt, halt nun ich für unwahrscheinlich. Da ist der Aufwand untypisch.
Wegen des Vermögens des Vaters, das ich als Fakt ansehe, halt ich eine geplante und organisierte Entführung daher immer noch für das Wahrscheinlichste, das v.a. alle bekannten Fakten, auch wenn es nicht viele sind, erklärt.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Es gibt natürlich noch eine dritte Möglichkeit: es gelingt ihr, Kufstein wieder zu verlassen, die Entführer stellen sich auf die neue Situation ein, und entführen sie am Ende doch da, wo sie es immer geplant hatten: in Bulgarien.
Das hätte sie aber wohl der besorgten Mutter mitgeteilt. Hat sie aber leider nicht :-/
Ich hoffe es nimmt dennoch noch ein gutes Ende.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 02:06
Der Onkel der Vermissten, Nikolay Valchev (Bruder des Vaters und heute dessen Kompagnon im Argar-Unternehmen) war der Kabinettschef des ehem. bulgarischen Ministerpräsidenten Iwan Kostow.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 09:21
Ja, einen Unfall schliesse ich auch aus. So leicht verunfallt man eh nicht tödlich, und die in Tirol wahrscheinlichste Variante, nämlich beim Bergsteigen, scheidet hier wohl doch aus. Auf der Strasse, an einem Bahngleis, in der Stadt: in all diesen Fällen hätte man ein Unfallopfer wohl schon bemerkt.

Die geplante Entführung halte ich aus oben genannten Gründen ebenfalls für unwahrscheinlich. Dass die Tiroler Polizei erst so spät von der Vermisstensituation berichtet kann einfach daran liegen, dass sie erst dann bemerkt hat, dass Tirol hier interessant ist: man bedenke, es wird eine in Deutschland lebende Bulgarin vermisst! Sie ist zwar mit dem Zug gefahren, aber die übliche Verbindung geht von Bayern durch Salzburg, die Steiermark und Kärnten nach Slowenien, Kroatien und Serbien. Tirol wird da gar nicht berührt.

Daher ist es durchaus plausibel, dass die Tiroler Polizei erst einmal gar keine Kenntnis davon hatte, dass irgendetwas vorgefallen sein könnte. Die Mutter wird sich erst einmal an die bulgarische Polizei gewendet haben. Wie lange diese dann brauchte, um die deutsche, österreichische, serbische, kroatische und slowenische Polizei zu informieren, weiss man nicht. Solche internationalen Kontakte gehen dann erst einmal in Österreich ans Bundeskriminalamt, und erst von da an die Landespolizeidirektionen. Das kann schon mal einige Zeit dauern, bis es in Innsbruck ankommt.

Eine "Entführung" halte ich schon für wahrscheinlich, aber durch einen Tiroler Täter, der das Opfer erst in Wörgl oder Kufstein kennengelernt hat und vermutlich weniger hinter Geld her war, sondern "Befriedigung" suchte.

Na ja, wir drehen uns hier im Kreis, weil wir viel zu wenig Informationen haben. Wir wissen ja nicht einmal genau, wann und wo sich die junge Frau erstmals "verfolgt" gefühlt hat: bereits im Zug, erst auf dem Bahnhof in Wörgl, ... ?


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 09:40
@Rick_Blaine

Sie hat sich spätestens in Wörgl verfolgt gefühlt. Wenn sie also tatsächlich verfolgt wurde und das mit ihrem Verschwinden zusammenhängt, muss ihr der Täter bis nach Kufstein gefolgt sein, was ich bei einem Spontantäter, der "Befriedigung" suchte, eher ausschließen würde. Der Ablauf würde hier schon eher eine geplante Tat nahelegen. Aber ich halte die Geschichte sowieso für zu wirr, als dass ich an eine Entführung glauben würde. Es wird doch kein Entführer mit ihr im Zug mitfahren, ihr Gelegenheit geben, sich sein Gesicht einzuprägen und in Wörgl die Polizei anzurufen. Immerhin hat sie sich ja wahrscheinlich über zwei Stunden in Wörgl aufgehalten. Eine sorgfältig geplante Entführung sieht anders aus (nicht, dass ich das schon mal gemacht hätte). Eine vorgetäuschte Entführung könnte ich mir schon eher vorstellen, will das aber nicht weiter ausbreiten.

Ein Unfallgeschehen, das immer wieder mal vorkommt, wäre, dass sie in den Inn gestürzt ist und noch nicht gefunden wurde.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 09:53
@nephilimfield

Spätestens in Wörgl ist richtig, mich interessiert aber eher, wann sie frühestens davon berichtete, bzw. ab wann sie sich verfolgt fühlte: noch im Zug, oder eben erst auf dem Bahnhof. Ich vermute ganz stark, erst während des Wartens auf dem Bahnhof in Wörgl.

Weiter oben habe ich plausible Szenarien beschrieben, wie es dem Täter gelingen konnte, ihr nach Kufstein zu folgen. Es ist ja nicht so, dass Gelegenheitstäter nicht oft eine durchaus grosse Energie aufbringen, ihr einmal "gefundenes" Opfer auch wirklich in ihre Gewalt zu bringen. Dem Opfer ein paar Kilometer folgen ist da kein grosser Aufwand, zumal der Täter -leider- sogar ein gewisses Gefallen an einem Katz und Maus Spiel gefunden haben kann: wenn er z.B. bemerkte, dass sie sich von ihm verfolgt fühlte, und ihn das erst richtig "angemacht" hat.

Und ganz so einfach fällt es sich in Kufstein auch nicht in den Inn, zumal wenn man gesund und nüchtern ist.


melden

Junge Frau wollte nach Bulgarien, aber kam dort nie an.

01.05.2015 um 09:59
@z3001x
Zitat von z3001xz3001x schrieb:Auch die angebliche Vermutung eines Unfallgeschehens passt dazu, also als "Prätext".
Polizeimeldungen müssen nicht zwingend der Wahrheit bzw der tatsächlichen Einschätzung der Polizei entsprechen. Taktische Darstellungen sind doch eigentlich gängig.
Guter Gedanke, das könnte sein.

Allerdings
Zitat von z3001xz3001x schrieb:Beim Unfall muss man sich fragen, was für ein Unfall das sein soll?
Die Inn fließt doch direkt bei Kufstein. Und um zur Polizeiwache zu gelangen, muss man sie sogar überqueren.
Aber ich weiß nicht ob ich glauben kann, dass jemand aus Angst und Panik versehntlich in einen Fluss fällt.


1x zitiertmelden