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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

1.119 Beiträge, Schlüsselwörter: Steven Avery, Making A Murderer, Brendan Dassey

Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:10
seps13 schrieb:Ist denn bei der Kritik am Verhör eine gesetzliche Vorschrift betroffen, die fehlt oder ergänzt/geändert werden sollte?
Ehrliche Frage, ich habe mich mit der Vernehmung noch nicht weiter befasst. Er hatte keinen Anwalt? Es hat zu lange gedauert? Er wurde unter Druck gesetzt? Wie ist die Rechtslage dazu?
Es geht darum, ob ein Verhör freiwillige Aussagen zustande bringt oder nicht. Aussagen unter Zwang sind als Verstoss gegen das Verfassungsrecht, nicht gegen sich selbst aussagen zu müssen, nicht verwertungsfähig. Der Begriff der "Freiwilligkeit" ist hier das Problem: Dassey und seine Vertreter sahen im tatsächlichen Ablauf des Verhörs, angesichts seines geringen IQs und seines Alters, keine Freiwilligkeit mehr. Die Mehrheit der Revisionsrichter, die hier entschieden haben, sah die Aussagen noch als freiwillig erfolgt an.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:13
Falstaff schrieb:"Verschwörungstheoretiker" ist nicht so böse gemeint wie es vielleicht klingt. Es steht die Theorie einer Verschwörung im Raume - das macht die die sie vertreten, halt zu Verschwörungstheoretikern.
Es vertritt aber nicht jeder die Theorie einer großangelegten Verschwörung, der an Dasseys und/oder Averys Unschuld oder zumindest unrechtmäßige Verurteilung glaubt.

Für meinen Teil halte ich die Verabredung zu Beweis-Manipulation u.s.w. zwischen zwei Polizisten nicht für eine "Verschwörung". Vielleicht wollten sie sogar wirklich das Richtige tun und die wirklichen Täter fassen.
Was den Staatsanwalt angeht, hat der womöglich ganz eigenständig noch eins draufgesetzt. So, wie er auch die Familie des Opfers manipulierte und vor der Presse auftrat, wäre mir sein Verhalten auch ohne Fehlurteile schon suspekt.

@Rick_Blaine
@seps13
Das ist ja das tückische an der Befragung: Der Befragte wird so weit manipuliert, dass er freiwillig gesteht.
Darum wird die Methode ja auch von Fachleuten kritisiert, zumal wenn sie an Kindern oder Jugendlichen angewendet wird.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:24
seps13 schrieb:Wenn du es so weißt, schreib es doch eben hier rein. Wenn nicht, gucke ich natürlich selbst nach.
Auswendig weiß ich das leider gerade nicht. Kann auch momentan schlecht nachschauen, aber die gängigen Quellen zu diesem Fall mit allen Infos und Dokumenten wurden hier ja bereits mehrfach eingebracht.
Es wird allerdings kein "Infozettel" geben, wo die komplette Reihenfolge von allen Aussagen drauf steht. Das müsste man wahrscheinlich selber chronologisch sich rausschreiben.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:42
Rick_Blaine schrieb:Ich erlaube mir aber jetzt einmal, die Diskussion in eine ganz andere Richtung zu lenken und frage hier alle, die ernsthaft hier diskutieren wollen:

Es geht um Bobby Dassey. Was bedeutet in diesem Fall der Fund der Horror- Meuchel- und sonstwas Pornos auf seinem Computer? Wir wirkt diese Tatsache auf Euch hinsichtlich der Frage, ob er der Täter sein kann oder nicht. Das könnte in diesem Fall juristisch nämlich noch ganz interessant werden, aber mir geht es einfach um eine Einschätzung der Relevanz dieser einen Tatsache für die Beobachter hier.
Ich sag mal so:
Der Mann hat schon reichlich eigenartige Hobbies. Zumindest bei einer Gelegenheit war doch laut diverser Zeugenaussagen nur er zu Hause anwesend als solche Bilder abgerufen/gespeichert wurden, also liegt nahe, dass es "seine" sind, zudem war er der Hauptnutzer des Computers. Worauf sich die Ähnlichkeit der toten Frauen/Mädchen mit TH bezieht, weiß ich natürlich nicht, aber er hatte doch auch Bilder von ihr selbst gespeichert. Ob er auch sonst Verdächtiges getan hat oder wie er in den Tatablauf passen würde, entzieht sich meiner Kenntnis, aber begegnen wollen würde ich dem Typen auch am hellsten Tag nicht.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:47
Blutgräfin schrieb:Worauf sich die Ähnlichkeit der toten Frauen/Mädchen mit TH bezieht, weiß ich natürlich nicht, aber er hatte doch auch Bilder von ihr selbst gespeichert. Ob er auch sonst Verdächtiges getan hat oder wie er in den Tatablauf passen würde, entzieht sich meiner Kenntnis, aber begegnen wollen würde ich dem Typen auch am hellsten Tag nicht.
Von ihr selbst hatte er meines Wissens keine Bilder auf der Festplatte. Und Avery würdest du genauso wenig gerne begegnen, auch nicht am helligsten Tag.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 11:52
Simi96 schrieb: Hassel schrieb:
Genau man wusste es nicht, und soweit ich mich erinnern kann wurden doch teilweise die Beweisstücke erst nach Brendons Aussage gefunden.

Ja und auch nur so rum macht es Sinn. Brendan sagt etwas, die Polizei schaut nach ob dies stimmt und fertig.
Wurde nicht vor der Befragung rießen razzia gemacht zwecks Beweismaterial sicherung usw. Es wurde ja zwecks spurensicherung richtig dick aufgefahren. Unter anderem auch in der Garage. Also war es scheinbar vorher nicht möglich die offensichtlich herumliegende Kopfschusskugel zu finden, erst nach Brendans Aussage. Da haste recht das macht schon sinn.....


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 12:19
Simi96 schrieb:Von ihr selbst hatte er meines Wissens keine Bilder auf der Festplatte. Und Avery würdest du genauso wenig gerne begegnen, auch nicht am helligsten Tag.
She alleged in the court filing that “the Dassey computer contains images of Ms. Halbach, violent pornography and dead bodies of young females viewed by Bobby Dassey at relevant time periods before and after the murder of Ms. Halbach.”
https://heavy.com/entertainment/2018/10/bobby-dassey-cd/

Im Original auf Seite 46:
http://www.stevenaverycase.org/wp-content/uploads/2017/10/Oct-23-2017-Motion-for-Reconsideration.pdf

Jetzt weißt du es wirklich.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 12:21
@Simi96
Doch hatte er, eins von TH und eins von SA. Und einen Ordner namens TH/SA und DNA.


Zu der Frage von @Rick_Blaine bzgl Bobby Dassey

Es wurde doch belegt, das zu den Zeiten in denen die Bilder aufgerufen/gespeichert sind, nur er im Haus war. Andere waren arbeiten / zur Schule. Das heißt ja es kann in dem Moment kein anderer gewesen sein. Seine Chat-Protokolle sind ja auch nicht ganz harmlos.
Zudem belegen die Internetprotokolle auch am 31.10.05 das rege gesurft wurde, zu Zeiten in denen er geschlafen haben will. Und alleine im Haus war.
Zu den Bildern selbst, wenn es nur ein zwei drei wären könnte man noch sagen das ist jugendliche Neugier, aber es waren wieviele? Hunderte? Tausende?
Das ist für mich eine krankhafte Neigung, die sich vielleicht irgendwann einmal nicht nur durchs anschauen befriedigen lässt, sondern durch selbst erleben.
Als diese Dateien gefunden wurden, wurden Sie unterschlagen, nicht erwähnt, nicht der Verteidigung übergeben. Dabei sind diese Dateien, für mich, ein Hinweis, das es auch anders oder ein anderer gewesen sein "kann". Er ist damit verdächtigt, denn zu dem Zeitpunkt, als der Fund war, war ja schon hinlänglich "bekannt" wie und wo TH gestorben sein soll. Man hat ihn aber nie dazu vernommen. Warum? Weil es alle anderen vorher aufgestellten Behauptungen gesprengt hätte.
Hätte er es tun können? Ja, wenn man den Ablauf annimmt, das sie das Gelände verlassen hat und er ihr hinterher ist. So wie es ja eine Theorie von KZ ist. Genau so gut hätten es auch Bobby und SA gemeinsam sein können. Aber ein "hätte" ist eben kein "ist".
Ergänzend dazu sollen seine Cellphone-Bewegungen zeigen, das er nicht dort war, wo er gesagt hat an dem Nachmittag gewesen zu sein.
Auch das wäre ein Punkt gewesen, den es zu klären gibt während der Ermittlungsarbeit. Aber es wurde sich von Anfang an nur auf SA konzentriert. Einseitig nenne ich das. Und das meine ich unabhängig von Schuld oder Unschuld von SA.

@Rick_Blaine
Was mich interessieren würde, da hier ja soviel Kritik an KZ laut (nein sympatisch ist sie mir auch nicht ;) ) wird und Du ja wohl Anwalt in den USA bist, was würdest Du anders machen wenn Du ihn vertreten würdest? Ganz konkret anders?
seps13 schrieb:Ist denn bei der Kritik am Verhör eine gesetzliche Vorschrift betroffen, die fehlt oder ergänzt/geändert werden sollte?
Ehrliche Frage, ich habe mich mit der Vernehmung noch nicht weiter befasst. Er hatte keinen Anwalt? Es hat zu lange gedauert? Er wurde unter Druck gesetzt? Wie ist die Rechtslage dazu?
Vielleicht solltest Du dir das Verhör einfach mal anschauen. Seine Reaktionen, auf welche Fragen er wie antwortet...
hätte schon Sinn das zu machen oder?


Und allgemein wäre es schön, wenn der Ton hier mal wieder freundlich und sachlich werden könnte. Egal ob ihn für schuldig oder unschuldig hält, kontrovers diskutieren sollte doch möglich sein


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 12:27
Roadblock schrieb:Vielleicht solltest Du dir das Verhör einfach mal anschauen. Seine Reaktionen, auf welche Fragen er wie antwortet...
hätte schon Sinn das zu machen oder?
Diese Verhörmethode ist auch nicht spaßeshalber in vielen europäischen Ländern bei Jugendlichen (oder überhaupt gänzlich) verboten. Man weiß ja aus Erfahrung, dass es dabei immer wieder zu falschen Geständnissen kommt.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 14:58
@Rick_Blaine: Danke.
Roadblock schrieb:Vielleicht solltest Du dir das Verhör einfach mal anschauen
Ich habe mir vor einiger Zeit mal die ersten drei oder vier Minuten angesehen, da sitzt er aber nur allein herum und dann habe ich das Interesse verloren. Und jetzt will ich es mir nicht mehr ansehen, weil es im Thread eine klare Vorgabe gibt, wie man es finden muss. Ich scheue ein wenig den Gedanken, die Befragung nicht "schlimm" zu finden und das dann hier äußern zu wollen. Und was dann passiert, ist ja wohl klar.
Also: Ich gehe einfach davon aus, dass ihr alle richtig liegt und die Vernehmung nicht korrekt abgelaufen ist.
Wenn dann ferner die Unzulänglichkeiten oder sich ergebenden Ungerechtigkeiten hier generell problematisiert werden sollen: Was kann man besser machen? Reichen z. B. diese Vorgaben aus oder nicht?:
https://de.wikibooks.org/wiki/Rechte_und_Pflichten_im_Umgang_mit_der_Polizei/_Vernehmung
Verbotene Methoden der Vernehmung sind alle jene, die das Erinnerungsvermögen oder die Einsichtsfähigkeit (z.B. Verabreichung von Betäubungsmitteln) oder jede Misshandlungoder Quälerei, Ermüdung, körperliche Eingriffe, die Verabreichung von Mitteln, Täuschung oder Hypnose. Hinzu kommt, dass jede also Foltermethode definierte Art der Vernehmung verboten ist (siehe EMK in Verbindung mit Art. 25 GG sowie Art. 1-19 GG). Auch die Drohung dessen oder das Versprechen von Vorteilen, die gesetzlich nicht vorgesehen sind (z.B. Straffreiheit bei Aussage gegen den Auftraggeber), sind verboten. Zuwiderhandlungen dagegen ziehen ein Beweisverwertungsverbot mit sich.
Roadblock schrieb:Und allgemein wäre es schön, wenn der Ton hier mal wieder freundlich und sachlich werden könnte
Ergänze ich noch um die Hoffnung, dass Sachverhalte nicht reißerisch und manipulativ vorgetragen werden. Ich bin auch nicht frei davon, aber bereit, an mir zu arbeiten. Die Rückfallquote hängt stark von der Einhaltung aller ab. Wenn sich alle daran halten, sollte eine gute und konstruktive Unterhaltung gelingen.
FF schrieb:Für meinen Teil halte ich die Verabredung zu Beweis-Manipulation u.s.w. zwischen zwei Polizisten nicht für eine "Verschwörung".
Hier möchte ich erneut unterscheiden zwischen einer Beweisvortäuschung und einer nicht rechtmäßigen Beweiserhebung.

-Die Vernehmung von Brendan war (evtl.) eine nicht rechtmäßige Beweiserhebung. Sollte es dazu Absprachen gegeben haben, ist der Begriff übertrieben.

-DNA aus der Asservatenkammer zu entwenden und auf ein Beweismittel aufzutragen, ist keine Beweiserhebung mehr. Eine geheime Absprache zum Nachteil eines Verdächtigen dazu ist eine Vortäuschung, eine strafbare Handlung und da passt m.E. auch definitiv das Wort Verschwörung bereits ab der Beteiligung von zwei im Staatsdienst tätigen Personen.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 16:22
seps13 schrieb:Wenn dann ferner die Unzulänglichkeiten oder sich ergebenden Ungerechtigkeiten hier generell problematisiert werden sollen: Was kann man besser machen?
Nein, das reicht besonders bei Kindern, Jugendlichen und beeinträchtigten Personen nicht.
Lies mal zu der angewandten Methode nach:
Wikipedia: Reid-Methode


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 16:55
seps13 schrieb:Ich habe mir vor einiger Zeit mal die ersten drei oder vier Minuten angesehen, da sitzt er aber nur allein herum und dann habe ich das Interesse verloren. Und jetzt will ich es mir nicht mehr ansehen, weil es im Thread eine klare Vorgabe gibt, wie man es finden muss.
Und dann meinst Du, ganz entspannt beurteilen zu können, dass die Verurteilung rechtens war und sich andere User hier ganz unnötig echauffieren?

Du sagst selbst, dass wir nicht wirklich urteilen können, weil uns nicht alle Akten vorliegen. Das Verhör liegt aber vor und man muss nicht alles gesehen haben um zu merken, dass es höchst manipulativ war und der Junge nicht verstanden hat, was auf dem Spiel steht oder was seine Rechte wären.
seps13 schrieb: Ich scheue ein wenig den Gedanken, die Befragung nicht "schlimm" zu finden und das dann hier äußern zu wollen. Und was dann passiert, ist ja wohl klar.
Dann könnte schlimmstenfalls passieren, dass darüber diskutiert wird.
Falls jemand unsachlich, persönlich oder sonstwie unangenehm wird, schreibt man einfach die Mods an.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 20:30
@seps13
Um dir wirklich eine Meinung bilden zu können reichen die ersten drei oder vier Minuten nicht aus. Vor allem nicht wenn er da nur alleine saß.
Wenn du der Meinung bist du willst die Videos nicht sehen, wie kannst du dann sagen es ist alles richtig gelaufen? Das ist das gleiche wie zu sagen jeder hier hätte sich seine Meinung nur aufgrund MAM gebildet. Die Serie war vielleicht ein Anstoß sich weiter damit zu beschäftigen.
Er hätte gar nicht erst verhört werden dürfen ohne Anwalt bzw. Elternteil anwesend. Nicht mal in der Schule.
Und selbst wenn Du sagst nach dem ansehen Du findest es ok wie es gelaufen ist, dann kann man trotzdem sachlich drüber diskutieren ohne zynisch, ironisch oder gar beleidigend zu werden. Ich glaube auch nicht das hier jemand manipulativ berichtet. Einer mag grosse und viele Worte der andere eben nicht. Was man davon mit nimmt bleibt doch jedem selbst überlassen.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 20:32
Roadblock schrieb:Er hätte gar nicht erst verhört werden dürfen ohne Anwalt bzw. Elternteil anwesend. Nicht mal in der Schule.
Das ist sein Recht, auf welches er aber nicht bestehen muss.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 20:43
@Simi96
Da ist doch schon das Problem..er versteht doch gar nicht was genau sein Recht ist.
Und das Argument " ihm wurden seine Rechte vorgelesen und er hat sie verstanden
" kann ich nicht gelten lassen weil TF und MW genau wussten was sie machen müssen.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 22:36
Bobby Dassey und Steven Avery wurden einen Tag vor Brendan Dassey befragt. Eine gewisse Sensibilisierung für das auch Bobby bevorstehende Interview wird bei den Dasseys vorhanden gewesen sein.
http://stevenaverycase.com/interviews/#sthash.lMUKmC9d.U3cQXupn.dpbs
Roadblock schrieb:Wenn du der Meinung bist du willst die Videos nicht sehen, wie kannst du dann sagen es ist alles richtig gelaufen?
Ich schrieb doch, ich gehe der Einfachheit halber davon aus, dass es nicht richtig gelaufen ist, dann muss ich mir das Video auch nicht ansehen.
seps13 schrieb:Ich gehe einfach davon aus, dass ihr alle richtig liegt und die Vernehmung nicht korrekt abgelaufen ist.
Blutgräfin schrieb:Lies mal zu der angewandten Methode nach:Wikipedia: Reid-Methode
Zitat aus Wikipedia:
In Deutschland verstößt sie gegen § 136a StPO, da sie schon vom Konzept her mit Täuschungen und Drohungen arbeitet und Belehrungspflichten missachtet.
Es ist also in Amerika eine Befragungsmethode erlaubt, die hier gegen den § 136a StPO verstößt. Gut, dann sind wir hier also schon fortschrittlicher bei der Rücksichtnahme gegenüber den Rechten eines Verdächtigen im Verhältnis zur Zielsetzung, diesem ein (wahres) Geständnis zu entlocken. Es bleibt zu hoffen, dass die Einsicht in Amerika noch kommt. Das hatte @Rick_Blaine ja auch schon so formuliert.
Rick_Blaine schrieb:Ich hoffe sehr, dass in Zukunft andere Richter einmal sagen werden: das ist unakzeptabel.
FF schrieb:Und dann meinst Du, ganz entspannt beurteilen zu können, dass die Verurteilung rechtens war
Ich habe mich bisher nur mit den Indizien beschäftigt, die gegen Avery sprechen. Das kannst du nachlesen. Von dessen Schuld bin ich überzeugt. Mehr oder minder "entspannt", ja. Verurteilen muss ich ihn ja nicht, das haben andere bereits gemacht.
Im Zusammenhang damit erscheint es mir aber auch sehr wahrscheinlich, dass Brendan beteiligt war. Dieser wäre dann aber halt wegen des Verwertungsverbotes des Geständnisses freizusprechen gewesen, ausreichend andere Beweise gibt es für seine Beteiligung nicht. Das würde ich ebenso "entspannt" akzeptieren wie nun auch die Entscheidung gegen ihn.
@Rick_Blaine: Wurde zuletzt vom Appellationsgericht nur darüber entschieden, ob das Geständnis verwertet werden darf oder gleich über seine Verurteilung insgesamt? Wäre er also anderenfalls direkt freigesprochen worden? Angenommen, es hätte noch weitere gegen ihn sprechende Indizien gegeben, das Geständnis hätte aber nicht berücksichtigt werden dürfen – wäre sein Fall dann noch einmal neu verhandelt worden, um die restlichen Indizien zu werten?
Rick_Blaine schrieb:selbst wenn man davon ausgeht, dass es ihre Knochen sind, dann ist die Schlussfolgerung aus dieser Tatsache noch lange nicht klar.
Kratz sagt zum Antrag auf DNA-Analyse der Knochen:
Ich erinnere mich, dass Brendan Dassey behauptete, sein Onkel Steven habe einige der Knochen mitgenommen und sie in der Gegend ausgebreitet. Ein Hinweis darauf, dass die Knochen menschlich waren (oder sogar Teresa Halbachs Knochen), dient einfach dazu, Brendan Dasseys Aussage über Avery weiter zu bestätigen?
http://www.tekk.tv/news/kathleen-zellner-gibt-steven-avery-fall-update-nachdem-dna-tests-von-wisconsin-gerichten-abgeleh...

Ich habe es nicht nachgeprüft, aber sollte Brendan so etwas wirklich gesagt haben, wäre das Ergebnis der Analyse tatsächlich noch nicht einmal für ein Unterschieben der Beweise in die Feuertonne aussagekräftig.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 22:56
seps13 schrieb:Eine gewisse Sensibilisierung für das auch Bobby bevorstehende Interview wird bei den Dasseys vorhanden gewesen sein.
Korrektur: Für das Brendan bevorstehende Interview


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

30.01.2019 um 23:09
seps13 schrieb:Es ist also in Amerika eine Befragungsmethode erlaubt, die hier gegen den § 136a StPO verstößt. Gut, dann sind wir hier also schon fortschrittlicher bei der Rücksichtnahme gegenüber den Rechten eines Verdächtigen im Verhältnis zur Zielsetzung, diesem ein (wahres) Geständnis zu entlocken. Es bleibt zu hoffen, dass die Einsicht in Amerika noch kommt. Das hatte @Rick_Blaine ja auch schon so formuliert.
Mir ging es in erster Linie eigentlich darum:
Von Strafverteidigern und Strafrechtsexperten im europäischen Raum wird die Reid-Methode kritisch gesehen. Sie führt zu einer hohen Rate von falschen Geständnissen bei Verdächtigen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit den polizeilichen Verhörmethoden wenig entgegensetzen können. Aus diesem Grunde ist diese Methode in mehreren europäischen Ländern insbesondere bei der Befragung von Kindern und Jugendlichen untersagt.
In einer Laborstudie konnte gezeigt werden, dass die inquisitorische PEACE-Methode der anklägerischen Reid-Technik in Bezug auf das Produzieren wahrer Geständnisse und das Minimieren falscher Geständnisse deutlich überlegen ist.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

31.01.2019 um 03:09
Roadblock schrieb:Was mich interessieren würde, da hier ja soviel Kritik an KZ laut (nein sympatisch ist sie mir auch nicht ;) ) wird und Du ja wohl Anwalt in den USA bist, was würdest Du anders machen wenn Du ihn vertreten würdest? Ganz konkret anders?
Ich habe einen ganz anderen Stil. Ich würde einen laufenden Fall niemals im Fernsehen aufführen. Und vor allem: ich wäre weitaus vorsichtiger im Formulieren von Schlussfolgerungen, die sich im Nachhinein als unhaltbar herausstellen könnten. Laura Nirider wäre hier weit eher mein Vorbild als Kathleen Zellner.
seps13 schrieb:Wurde zuletzt vom Appellationsgericht nur darüber entschieden, ob das Geständnis verwertet werden darf oder gleich über seine Verurteilung insgesamt? Wäre er also anderenfalls direkt freigesprochen worden? Angenommen, es hätte noch weitere gegen ihn sprechende Indizien gegeben, das Geständnis hätte aber nicht berücksichtigt werden dürfen – wäre sein Fall dann noch einmal neu verhandelt worden, um die restlichen Indizien zu werten?
Nein, Revisionsverfahren enden in den USA seltenst mit einem neuen Urteil durch das Revisionsgericht. Normalerweise weist das Revisionsgericht das Verfahren an die Tatsacheninstanz zurück mit der Aufforderung, den Fall neu zu behandeln und die beantstandeten Elemente nicht noch einmal so zuzulassen. In diesem Fall konkret, in einem neuen Prozess hätte das Geständnis nicht zugelassen werden dürfen. Da es aber der Kern des ganzen Verfahrens gegen Dassey gewesen ist, ist zu vermuten, dass die Staatsanwaltschaft den Fall gar nicht mehr zu einer neuen Hauptverhandlung gebracht hätte. Das wäre dann der gleiche Effekt wie ein Freispruch. Vielleicht hätten sie auch versucht, eine einfache Einstellung zu erreichen.


Hinsichtlich des Dassey-Verhörs drehen wir uns ziemlich im Kreis. Tatsache ist, dass eine relativ grosse Zahl Richter nun einmal der Meinung ist, dass es im erlaubten Rahmen blieb. Es war ja nicht nur das Bundesappellationsgericht, das so entschieden hat, sondern vorher auch die Revisionsgerichte in Wisconsin. Eine kleinere Anzahl Richter sah es anders. Es geht da nun mal auch um Dinge, die nicht einfach schwarz oder weiss zu entscheiden sind. Wen das interessiert, sollte sich erst einmal das letzte Urteil durchlesen:

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Für den Avery Fall aber bringt diese Diskussion jetzt nichts. Dasseys Geständnis wurde nicht gegen ihn verwendet. Sein Fall hat andere Spielwiesen. Und hier könnte Zellner tatsächlich etwas gefunden haben, was ihr hilft. Es geht auch hier nur um eine prozedurale Frage, aber die hat es in sich: hätte die Jury womöglich ein anderes Urteil gefällt, wenn sie von den einschlägigen Daten auf Bobby Dassey's Computer (ich nenne ihn jetzt mal so, da, wie schon beschrieben, recht glaubhaft dargestellt wurde, dass er die fraglichen Daten nutzte) gewusst hätte?

Auch hier gibt es wieder keine einfache schwarz-weiss Antwort. Aber es gibt z.B. hier im Thread auch keinen eindeutigen Trend. Diese Frage kann noch sehr interessant werden.


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Making a Murderer - der Fall Steven Avery/Brendan Dassey

31.01.2019 um 03:16
Wenn der link oben nicht funktioniert, versucht mal diesen hier: https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/ca7/16-3397/16-3397-2017-12-08.html


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