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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

115 Beiträge, Schlüsselwörter: 2016, Tötungsdelikt, Restaurant, Asia, Backnang, Rems-murr-kreis

Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

22.03.2016 um 21:38
Na, da kann man dem Sohn ja nur die Daumen drücken, dass nach sowas der Laden überhaupt noch läuft. Ich würde ja vermuten, ein ungeklärter Mord im Laden mit potentieller Beziehungstat ist nicht gerade geschäftsförderlich.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

06.04.2016 um 14:49
Hallo an euch alle,
war bislang stille Mitleserin und hoffe ich mache nun alles richtig. Es gibt einen neuen Zeitungsbericht in diesem Fall, in dem nun auch per Plakat auf deutsch sowie auf chinesisch nach Zeugen gesucht wird. Hier ist der link zum Bericht http://www.schwaebische-post.de/1467114/


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

06.04.2016 um 18:32
Hallo @Nlda84
Warum solltest du etwas falsch machen? Danke für den Hinweis auf den neuen Bericht! :)

Schon seltsam, dass sich bisher anscheinend keine Spur ergeben hat...

Von einem reinen Raubmord scheint die Polizei ja von Anfang an nicht ausgegangen zu sein. Und bei Beziehungstaten findet sich doch meist ein Ansatz.

Leider wissen wir wohl zu wenig, um den Fall bewerten zu können.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

10.04.2016 um 01:13
So wie in dem Artikel der Zeitung zu lesen ist, wurden bislang noch nicht mal alle Zeugen vernommen.
Bisschen Geduld müssen wir wohl noch haben.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

10.04.2016 um 10:44
Gestern gab es einen neuen Bericht in der Printausgabe der Marbacher Zeitung, den ich noch nicht online finden kann. Zusammenfassung:
Soko Perle hat Sprachprobleme
...
Die Seniorchefin, die am Morgen des 4.März von einer Mitarbeiterin tot auf der Toilette des Restaurants gefunden wurde, ist kurz nach Mitternacht an den Folgen massiver Gewalt gestorben.
...
Von den mehr als 200 gesicherten Spuren seien rund 80 abgearbeitet worden.
...
Man ermittle weiter in alle Richtungen, gehe aber nach dem jetztigen Stand nicht davon aus, dass jemand aus dem näheren Umfeld der Getöteten, etwa der Ehemann, der Sohn oder die Mitarbeiter des Lokals in Frage kämen. Auch einen Raubmord oder einen fremdenfeindlichen Hintergrund hält Möller für eher unwahrscheinlich, naheliegender erscheint ein Motiv im persönlichen oder geschäftlichen Bereich.
...
Die Familie der Frau stamme aus der südöstlichen Provinz Zhenjiang, in der ein Dialekt gesprochen werde, den herkömmliche Dolmetscher nicht verstünden. Rund zwei Wochen habe es gedauert, bis man einen kundigen Übersetzer habe auftreiben können. Der weit verzweigte Familienclan sei in verschiedenen Ländern sesshaft geworden, so dass sich die Ermittlungen auch auf die Niederlande, Spanien, italien und Ungarn erstreckten.
...
Ein Gutteil der Kommunikation sei per Smartphones über eine in China weit verbreitete Plattform...per Sprachnachricht...
3,77 Terabyte umfasse die Sammlung an Daten
...
...bis in 14 Tagen...
Rund 240 potentielle Zeugen sollen bis dahin vernommen sein.
Da sieht man, was für eine Heidenarbeit die Polizei in solchen Fällen vor sich hat.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

10.04.2016 um 15:48
@Mr.Stielz
Das finde ich ausgesprochen aufschlussreich zu erfahren, wo überall die Polizei auf Probleme bei den Ermittlungen trifft. Man stellt sich das immer alles so einfach vor.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

10.04.2016 um 21:31
Ich hoffe, daß man auch durch die Medien über den weiteren Ermittlungshergang informiert wird.
Ob hier nun Raub, Schutzgelderpessung (leider in vielen Asiarestaurants vorherrschend), dahinter steckt, oder vielleicht eine Beziehungstat, bleibt abzuwarten! Es ist in jedem Fall grausam und unbegreiflich, daß diese arme Frau durch eine brutale Gewalttat aus dem Leben gerissen wurde. Ich empfinde asiatische Menschen zwar nicht gerade emotional, da es wohl dort eher unüblich ist, Gefühle zu zeigen! Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, daß hier ein Menschenleben brutalst ausgelöscht wurde!
Mein Mitgefühl gilt allen Angehörigen.
Ich hoffe die Polizei bleibt hier am Ball und klärt dieses schreckliche Verbrechen schnell auf!
Wenn die Familie entscheidet das Restaurant weiter zu betreiben kann ich nur wünschen, dass weiterhin viele Gäste kommen, denn seit diese Betreiber im Restaurant sind, ist die Qualität des Essens deutlich gestiegen!
Mein tiefes Beileid den Familienangehörigen, denen ich viel, viel Kraft wünsche, dieses tragische Ereignis aufzuarbeiten!


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

20.04.2016 um 18:01
Dieser schon etwas ältere Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten ist recht aufschlussreich (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.backnang-obduktion-bestaetigt-frau-wurde-umgebracht.0a4127ff-dff3-4d4b-8380...
Die Obduktion der Toten, die am Freitagmorgen in einem Chinarestaurant in Backnang gefunden wurde, hat bestätigt, dass die 53-jährige Seniorchefin des Lokals an den Folgen „massiver Gewalteinwirkung“ gestorben ist.

Backnang - Traurig flattern die rot-weißen Absperrbänder der Polizei im Wind. Irgendjemand hat Blumen vor dem Haupteingang des Restaurants Asien-Perle abgelegt. Im Inneren des chinesisch-mongolischen Lokals an der Stuttgarter Straße in Backnang bleiben die Lichter auch heute aus. Am Freitagmorgen war die 53-jährige Seniorchefin des Lokals in einem der hinteren Räume gefunden worden – offenbar ermordet. Diesen Verdacht hat die Obduktion, die am Samstag in der Tübinger Gerichtsmedizin stattgefunden hat, bestätigt. Demnach starb die Frau durch „massive Gewalteinwirkung auf den Körper“. Es gebe auch Erkenntnisse, die darüber hinausgingen. Doch darüber will die Polizei nicht sprechen, weil es sich dabei um Täterwissen handeln könnte. Auch Spekulationen darüber, wo und wie die Tote gefunden wurde, mag der Polizeisprecher Rudolf Bihlmaier weder bestätigen noch dementieren.

Die Spurensicherung läuft auch nach vier Tagen noch

An den Eingangstüren des Lokals kleben jetzt Siegel der Polizei. Einige von ihnen sind geöffnet worden. Vor den Fenstern auf der Gebäuderückseite klebt Plastikfolie, drinnen bewegen sich Gestalten in den typischen weißen Anzügen der Spurensicherung. „Es ist nicht unüblich, dass an Tatorten nachgearbeitet wird“, erklärt der Polizeisprecher Bernhard Kohn.

Das Restaurant Asien-Perle liegt am Rand eines Backnanger Industriegebiets. In der Nachbarschaft befinden sich ein PC-Reparaturservice, ein Dönerladen, ein Hotel, ein Elektronikmarkt, auch die Anna-Haag-Berufsschule ist in der Nähe. Um die Mittagszeit herrscht in dem Viertel reger Betrieb, vor allem in den Imbissen. Gleichzeitig geht es auch anonym zu: Gesehen hat zur vermutlichen Tatzeit, dem späten Donnerstagabend nach 23 Uhr, niemand etwas – abgesehen von dem großen Polizeiaufgebot, das am Morgen danach angerückt war. Laut Bihlmaier haben die Ermittler durchaus Hinweise erhalten. Allzu viel erhofft er sich davon aber nicht: „Die Tat an sich hat sich ja im Verborgenen ereignet.“

Einbruchsspuren gab es keine

Im sozialen Netzwerk Facebook löst der Backnanger Mordfall indes Bestürzung aus. „Ich bin entsetzt und traurig. Ich habe sie persönlich gekannt“, schreibt eine Frau beispielsweise. Bei der Getöteten handelt sich um die 53-jährige Seniorchefin der Asien-Perle. Die Leitung des Lokals hatte sie bereits an ihren Sohn übergeben – eines von insgesamt vier Kindern, die sie nun hinterlässt. Die Chinesin stammte aus einer Großfamilie aus dem chinesischen Kreis Wencheng und war im Jahr 1991 nach Europa gekommen – zunächst nach Holland, 1996 dann nach Deutschland. Ihre fünf Brüder leben ebenfalls in Europa, vier davon sind ebenfalls Gastronomen. Eine Mitarbeiterin des Restaurants hatte den leblosen Körper der Frau am Freitagmorgen gegen 10 Uhr entdeckt.

Die Sonderkommission „Perle“ der Polizei versucht jetzt herauszufinden, wie es zu der Bluttat gekommen ist. Einen Einbruch hat es laut dem Polizeisprecher Bihlmaier nicht gegeben. Die Ermittler nehmen unter der Telefonnummer 0 71 51/9 50-2 18 Hinweise entgegen – relevant sind vor allem Beobachtungen zwischen Donnerstag, 23 Uhr, und Freitagvormittag.
Drei Punkte finde ich bemerkenswert:

Wenn die Polizei
von keinem Einbruch ausgeht
, dann heißt das doch, dass sie davon ausgeht, dass das Lokal bereits abgesperrt war (und die Inhaberin den Täter freiwillig Einlass gewährte), oder?
Demnach starb die Frau durch „massive Gewalteinwirkung auf den Körper“. Es gebe auch Erkenntnisse, die darüber hinausgingen. Doch darüber will die Polizei nicht sprechen, weil es sich dabei um Täterwissen handeln könnte.
Was ist damit gemeint, Erkenntnisse gingen über "massive Gewalteinwirkung HINAUS?" Folter???
relevant sind vor allem Beobachtungen zwischen Donnerstag, 23 Uhr, und Freitagvormittag
Anscheinend lebte die Frau wirklich allein, es hat sie ganze Nacht lang niemand vermisst.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

20.04.2016 um 18:38
@Menedemos
Menedemos schrieb:Was ist damit gemeint, Erkenntnisse gingen über "massive Gewalteinwirkung HINAUS?" Folter???
Ich verstehe das so, dass nicht die Gewalteinwirkung, sondern die Kenntnisse darüber hinausgehend sind, also nicht nur "massive Gewalteinwirkung" vorliegt, sondern die Polizei zum Beispiel einen begründeten Verdacht hat, womit oder auf welche spezielle Art diese Gewalt ausgeübt wurde ("Warmhalteplatte auf den Kopf", "Wokpfanne gegen die Kopfseite", "Fleischmesser mit Stichen im Oberkörper" etc.), und diese Information nicht bekannt geben will, siehe den Verweis auf "Täterwissen".

knusperkopp


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

20.04.2016 um 18:47
Wenn die Polizei

von keinem Einbruch ausgeht

, dann heißt das doch, dass sie davon ausgeht, dass das Lokal bereits abgesperrt war (und die Inhaberin den Täter freiwillig Einlass gewährte), oder?
Naja,

der letzte Kontakt war gegen 23:00, laut Pressebericht.
Geöffnet ist bis 23:30.
Der Tod trat kurz nach Mitternacht ein, laut Pressebericht.

Das muss nicht zwingend heißen, dass die getötete Seniorchefin dem Täter nach Zapfenstreich geöffnet hat. Der Täter könnte auch der letzte Gast gewesen sein oder gezielt kurz vor Schluß das Lokal betreten haben.
Ein Szenario so denkbar wie das andere.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

03.05.2016 um 19:18
Ich habe noch einen Artikel zu dem Fall gefunden, auch schon etwas älter, aber interessant:

Stuttgarter Zeitung vom 8.4.:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.tote-in-asien-perle-in-backnang-kripochef-wir-koennen-nichts-ausschliessen.6619...

Textauszug:
Kripochef: Wir können nichts ausschließen

Die Polizei ermittelt wegen des gewaltsamen Todes einer Frau in ihrem China-Restaurant nach wie vor in alle Richtungen. Raubmord oder Fremdenfeindlichkeit als Hintergrund gilt allerdings als eher unwahrscheinlich. Auch das nähere familiäre Umfeld wurde überprüft.

Gut einen Monat nach dem gewaltsamen Tod einer 53-jährigen Frau in einem Chinarestaurant in Backnang sind die Hintergründe des mutmaßlichen Mordes weiterhin unklar. Am Freitag hat die Polizei in einem Pressegespräch Einblicke in die Arbeit der 40-köpfigen Sonderkommission gewährt, dabei aber nicht viel über die Umstände der Tat preisgegeben. Nur so viel steht fest: Die Seniorchefin, die am Morgen des 4. März von einer Mitarbeiterin tot auf der Toilette des Restaurants an der Stuttgarter Straße aufgefunden wurde, ist kurz nach Mitternacht an den Folgen massiver Gewalteinwirkung gestorben. Details könnten nicht öffentlich gemacht werden, weil man ansonsten Täterwissen verraten würde, so die Polizei.

...

Man ermittle weiterhin in alle Richtungen, gehe aber nach jetzigem Stand der Erkenntnisse nicht davon aus, dass das nähere Umfeld der Getöteten, etwa der Ehemann, der Sohn oder die Mitarbeiter des Backnanger Lokals für die Tat in Frage kommen. Auch einen Raubmord oder einen fremdenfeindlichen Hintergrund hält Möller für unwahrscheinlich, nahe liegender erscheint ein Motiv im persönlichen oder geschäftlichen Bereich. Doch „ausschließen können wir zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts“.

Ex-Mann, Sohn und Mitarbeiter überprüft

Der aktuelle Geschäftsführer der „Asien Perle“, die mittlerweile wieder ihren Restaurantbetrieb aufgenommen hat, ist der Sohn des Opfers. Die Frau, die einen niederländischen Pass besitzt, aber gelte als die Seniorchefin des Unternehmens. Sie hatte vor Jahren zunächst ein Lokal in der Sulzbacher Straße eröffnet und war mit diesem dann in die Stuttgarter Straße übergesiedelt. Ihr Ehemann lebe von ihr getrennt an einem anderen Ort in Deutschland.

Die Ermittlungen gestalteten sich aus verschiedenen Gründen schwierig, erläuterte der Kripochef. Ein wesentliches Problem sei die Sprache. Die Familie der Frau stamme aus einem Kreis in der südöstlichen chinesischen Provinz Zhejiang, in dem ein Dialekt gesprochen werde, den herkömmliche Dolmetscher nicht verstehen könnten. Rund zwei Wochen habe es gedauert, bis man einen kundigen Übersetzer habe auftreiben können. Der weit verzweigte Familienclan sei in verschiedenen Ländern sesshaft geworden, so dass sich die Ermittlungen neben Backnang und China unter anderem auch auf die Niederlande, Spanien, Italien und Ungarn erstreckten. Das geschäftliche Beziehungsgeflecht sei ebenfalls international.

Dies alles abzugleichen, bedeute einen erheblichen Aufwand, betonte Möller. Ein Gutteil der Kommunikation sei per Smartphones über eine in China weit verbreitete Plattform abgelaufen, in der man sich vornehmlich per Sprachnachricht austausche. Das System sei überdies tief verschachtelt und lasse wenige Rückschlüsse auf die jeweiligen Absender zu.

3,77 Terabyte umfasse die Sammlung an Daten, die seine Kollegen von Handys, Computern oder Tablets sichergestellt hätten, sagte Möller. Allein mehr als eine Million Bilddateien müssten zugeordnet werden. Die Polizei hofft dennoch, das Gros der Spuren bis in 14 Tagen abgearbeitet zu haben.

...

Man habe nur sehr wenige Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, sagt Möller. Der Kripochef geht davon aus, dass sich längst nicht alle Gäste gemeldet haben, die das Restaurant am Vortag der Tat besucht haben. An weitere Informanten versucht man nun, wie berichtet, über ein spezielles Internetportal heranzukommen.

...

Dazu sollen in den nächsten Tagen Plakate in chinesischer Sprache in asiatischen Restaurants ausgehängt werden. Außerdem will man einem Hinweis im chinesischen Handelsblatt platzieren.
Scheint eine komplizierte Geschichte zu sein, ich sage nur "verzweigter Familienclan" und "das geschäftliche Beziehungsgeflecht sei ebenfalls international." Offenbar geht die Polizei nicht von einem "einfachen" Raubmord aus.
Immerhin wissen wir jetzt, dass sie zwischen 23:00-24:00 Uhr ermordet und auf der Toilette gefunden wurde, getötet durch "massive Gewalteinwirkung".


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

15.05.2016 um 19:48
Interessanter Artikel:

Quelle:http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/mordnacht-in-sittensen-die-handschrift-der-triaden/807728.html
Die Handschrift der "Triaden"

Sie agieren lautlos und brutal - und seit der Mordnacht in Sittensen sind die "Triaden" in aller Munde. Ein Netz der chinesischen Mafia überzieht den Sicherheitsbehörden zufolge ganz Deutschland.
Berlin - Alles deutet darauf hin, dass die drei Frauen und vier Männer im China-Restaurant "Lin Yue" im niedersächsischen Sittensen von Mitgliedern der Triaden hingerichtet wurden. Die "Machart", dass die Opfer vorher gefesselt wurden, ist ein "eindeutiges Zeichen für die Handschrift der Triaden", war am Dienstag aus Sicherheitskreisen zu erfahren. "Alle äußeren Tatumstände" sprächen dafür, hieß es. Der Besitzer des Restaurants muss sich nach Einschätzung der Fahnder nachhaltig geweigert haben, weiter seinen festgelegten Schutzgeldbetrag an die Triaden zu zahlen.

Ein Besitzer eines chinesischen Restaurants, der auf keinen Fall genannt werden wollte, schilderte das Vorgehen der Triaden in den Tausenden China-Lokalen in Deutschland. Die Mitglieder der Triaden verständigten sich durch einen Fingercode. Die Triaden-Männer kämen in unregelmäßigen Abständen in sein Lokal zum Essen, meist abends. Sie seien gut gekleidet und benähmen sich tadellos. Zunächst seien sie überhaupt nicht als Angehörige der Triaden zu erkennen. Erst bei der Bezahlung werde der Chef verlangt. "Nach einer bestimmten Handbewegung weiß ich, es ist Zahltag", sagt der Restauranteigentümer. Welche Geldmengen wie übergeben werden, wollte er nicht verraten. "Das wäre mein sicherer Tod."

Sämtliche China-Restaurants zahlen Schutzgeld

"Das Eintreibungsnetz der Triaden ist nicht zu durchdringen", erläuterte ein Experte. "Wir wissen nur, dass sämtliche China-Restaurants abkassiert werden." Die Triaden, schon im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt gegründet, erstrecken sich über die ganze Welt. In China gibt es nach Schätzungen etwa 5.000 "Triaden-Brüderschaften". In Europa soll die chinesische Mafia, die wesentlich brutaler als die italienische Mafia agiert, rund 250.000 Mitglieder haben. Sie sollen jährlich 16 Milliarden Dollar mit ihrem kriminellen Vorgehen erwirtschaften.

Einem chinesischen Gastronom auf der Hamburger Reeperbahn wollten die Triaden einfach die Hand abhacken, weil er nicht zahlen wollte. Die Polizei schätzt, dass so gut wie alle rund 150 chinesischen Restaurantbesitzer in Hamburg Schutzgelder zahlen müssen.

Einige Hauptsitze der Triaden in Europa sind bekannt. Dazu gehört in Großbritannien in Manchester die "Wo"-Gruppe, in den Niederlanden die "Fourteen-K-Bande" und in Paris der "Big Circle". In Deutschland sollen etwa 70.000 chinesische Staatsbürger leben. "Wir haben mit ihnen so gut wie nie Schwierigkeiten. Sie leben eigentlich unauffällig", berichtet ein Polizeiexperte. Die Lokale zahlten offenbar immer pünktlich ihre Schutzgelder. "Das geht im Allgemeinen ohne Aufhebens über die Bühne", sagt der Experte.

Auch als Menschenschmuggler betätigen sich die Triaden

Auffällig wurden die Triaden allerdings im Frühjahr 2005. Damals betätigten sie sich verstärkt als Menschenschmuggler. Ihre Schleuser, "Shetous" und "Schlangenköpfe" genannt, schleusten gleich dreimal in kurzen Abständen hintereinander chinesische Landsleute in die Bundesrepublik. Drehscheibe war Bonn. Die von der Polizei befreiten Schmuggelopfer waren in einem erbärmlichen Zustand in Kleinlastern eingepfercht und sollten offensichtlich weiter nach Frankreich und England befördert werden. Die "Shetous" bringen die "Wu Min", die "Namenlosen", die ihr Heil im Ausland als Tellerwäscher, Prostituierte oder Handlanger in Restaurants suchen wollen, von China in alle Welt - gegen ein hohes Honorar.

Die Triaden leiten sich vom spätlateinischen trias (drei) ab. Sie sind die Gesellschaft der "Dreiheit": Himmel, Erde, Mensch. Mitglieder der Triaden müssen Eide auf absoluten Gehorsam und Verschwiegenheit auf Lebenszeit leisten. In Ungnade gefallenen Mitgliedern rote Gladiolen zugeschickt - als Warnung, dass ihnen der Tod bevorsteht. (tso/ddp)
Bei meinem mongolischen Stammrestaurant, vermute ich auch, dass nicht alles normal verläuft.
Der Chef des Restaurants war immer nett und freundlich, sodass man immer ins Gespräch kam und ihn dann auch öfters gesehen hat. Einige Monate hat man ihn nicht zu Gesicht bekommen. Und auf einmal war er wieder da und hatte eine eine rießige Narbe am Hals, von dem einen zum anderen Ohr. Angesprochen darauf haben wir ihn natürlich nicht. Aber es wirkte sichtlich erdrückt und von Monat zu Monat hat die Qualität auch nachgelassen. Der Konkurrenzkampf ist enorm und da will man die anderen erfolgreichen Restaurants auslöschen......

Wer weis was in Backnang vor sich ging...


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15.05.2016 um 21:13
Danke für diesen interessanten Bericht, @schnuffeline00

"Die Mordnacht in Sittensen" mit 7 Opfern war bereits 2007 und mir bisher nicht bekannt. Gut möglich, dass dieser Mordfall in eine ähnliche Richtung geht.

Ich google immer wieder, aber zu Backnang gibt es seit mehr als einem Monat (08.04) keine neuen Nachrichten. Wie ich hier auf Allmy gelernt habe, ist das ein Zeichen für solide Polizeiarbeit, die Fortschritte macht. ;)
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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

15.05.2016 um 22:08
Mr.Stielz schrieb:Danke für diesen interessanten Bericht, @schnuffeline00
Bitte. :-)

Hier nochmal einen Artikel über die "China-Mafia". Auch von 2007, aber ich denke es wird nicht besser als damals sein.

Quelle: http://www.focus.de/panorama/welt/china-mafia_aid_124128.html

China-MafiaRote Gladiolen als Todeswarnung


Ein unsichtbares Netz der Triaden überzieht nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Deutschland. Alles deutet darauf hin, dass die drei Frauen und vier Männer im China-Restaurant „Lin Yue“ im niedersächsischen Sittensen lautlos und brutal von Mitgliedern der Triaden hingerichtet worden sind.
Die „Machart“, dass die Opfer vorher gefesselt wurden, ist ein „eindeutiges Zeichen für die Handschrift der Triaden“, war am Dienstag aus Sicherheitskreisen zu erfahren. „Alle äußeren Tatumstände“ sprächen dafür, hieß es. Der Besitzer des Restaurants muss sich nach Einschätzung der Fahnder nachhaltig geweigert haben, weiter seinen festgelegten Schutzgeldbetrag an die Triaden zu zahlen.

Verständigung durch Fingercode

Ein Besitzer eines chinesischen Restaurants, der auf keinen Fall genannt werden wollte, schilderte das Vorgehen der Triaden in den Tausenden China-Lokalen in Deutschland. Die Mitglieder der Triaden verständigten sich durch einen Fingercode. Die Triaden-Männer kämen in unregelmäßigen Abständen in sein Lokal zum Essen, meist abends. Sie seien gut gekleidet und hätten tadelloses Benehmen.

Zunächst seien sie überhaupt nicht als Angehörige der Triaden zu erkennen. Erst bei der Bezahlung werde der Chef verlangt. „Nach einer bestimmten Handbewegung weiß ich, es ist Zahltag“, sagte der Restauranteigentümer. Wie das Geld in welcher Höhe übergeben wird, wollte er nicht verraten. „Das wäre mein sicherer Tod.“

Brutaler als die italienische Mafia

"Das Eintreibungsnetz der Triaden ist nicht zu durchdringen“, erläuterte ein Experte. „Wir wissen nur, dass sämtliche China-Restaurants abkassiert werden.“ Die Triaden, schon im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt gegründet, erstrecken sich über die ganze Welt. In China gibt es nach Schätzungen etwa 5 000 „Triaden-Brüderschaften“. In Europa soll die chinesische Mafia, die wesentlich brutaler als die italienische Mafia agiert, rund 250 000 Mitglieder haben. Ihr Gewinn wird auf jährlich 16 Milliarden Dollar geschätzt.

Einem chinesischen Gastronomen auf der Hamburger Reeperbahn wollten die Triaden einfach die Hand abhacken, weil er nicht zahlen wollte. Die Polizei schätzt, dass so gut wie alle rund 150 chinesischen Restaurantbesitzer in Hamburg Schutzgelder zahlen müssen.

Verschwiegenheit für Lebenszeit

Einige Hauptsitze der Triaden in Europa sind bekannt. Dazu gehört in Großbritannien in Manchester die „Wo“-Gruppe, in den Niederlanden die „Fourteen-K-Bande“ und in Paris die „Big Circle“. In Deutschland sollen etwa 70 000 chinesische Staatsbürger leben. „Wir haben mit ihnen so gut wie nie Schwierigkeiten. Sie leben eigentlich unauffällig“, berichtete ein Polizeiexperte. Die Lokale zahlten offenbar immer pünktlich ihre Schutzgelder. „Das geht im Allgemeinen ohne Aufhebens über die Bühne“, sagte der Experte.

Die Triaden leiten sich vom Spätlateinischen trias (drei) ab. Modern auf Englisch ausgedrückt: „Triad Society“. Es ist die Gesellschaft der „Dreiheit“: Himmel, Erde, Mensch. Mitglieder der Triaden müssen Eide auf absoluten Gehorsam und Verschwiegenheit für Lebenszeit leisten. Rote Gladiolen werden den in Ungnade Gefallenen als Warnung geschickt, „dass ihnen der Tod bevorsteht“.


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15.05.2016 um 22:55
Den Gedanken, es könnte sich um eine Angelegenheit der organisierten Kriminalität (egal, ob Triaden, Mafia oder sonst we), finde ich (gelinde gesagt) hochspekulativ. Das einzige, was darauf hindeuten könnte, ist die Nationalität des Opfers und irgendwelche Geschichten über Schutzgelderpressungen.

Die fehlenden Einbruchspuren dagegen sehe ich eher kritisch. Das Picken eines Schlosses oder das Öffnen mit einem Schlagschlüssel hinterlassen normalerweise minimale Spuren, die sich nicht sonderlich von denen unterscheiden, die beim normalen auf- und zusperren entstehen.


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15.05.2016 um 23:24
@Tombow
Tombow schrieb:Den Gedanken, es könnte sich um eine Angelegenheit der organisierten Kriminalität (egal, ob Triaden, Mafia oder sonst we), finde ich (gelinde gesagt) hochspekulativ.
Es ist aber nicht auszuschließen.
Tombow schrieb:Die fehlenden Einbruchspuren dagegen sehe ich eher kritisch.
Könnte somit ein letzter Gast gewesen sein.


Es kann schon eine große Kriminalität dahinter stecken.
Gerade in Großstädten öffnen und schließen China-Restaurants am laufenden Band. Oft verändern sie den Namen oder ein anderer aus der Familie übernimmt den Laden.

Wie oft war ich schon in China-Restaurants und plötzlich war es ein anderer Betreiber. Bekommt man oftmals gar nicht mit. Aus angst hauen sie ab oder verstecken sich. Wer weis das schon...

Ich bin auf jeden fall gespannt was bei diesem Fall hier raus kommt. Wenn es überhaupt aufgeklärt werden kann.
Um den Mord aufzuklären, müssen Angestellte/Familienmitglieder reden. Wenn sie unter druck stehen oder aus angst nicht aussagen, dann kann der Mord nicht aufgeklärt werden...


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16.05.2016 um 05:25
Um auf den direkten Thread zu gehen.

Dieses Schild wegen des umbaus könnte also der "Mörder" der Inhaberin angehangen haben, um seine Tat zu verschleiern ?

Oder wie ist es mit jenem Schild zu verstehen?


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16.05.2016 um 08:47
@schnuffeline00

Ich wollte sagen, dass die fehlenden Einbruchspuren nicht ausschließen, dass sich irgendjemand ohne Schlüssel Zutrifft verschafft hat.


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19.05.2016 um 21:43
@schnuffeline00
@Mr.Stielz
Vielen Dank für den Artikel an @Schnuffeline00. Ich sehe es eigentlich ähnlich. Ich glaube, da ist viel Fassade davor. Und wir können das gar nicht einigermaßen realitätsnah einschätzen, was da im Hintergrund abläuft. Das glaube ich wirklich. Tut mir sehr leid um die Frau.


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16.11.2016 um 12:12
Im Fall der Anfang März ermordeten Besitzerin eines China-Restaurants in Backnang gibt es nach acht Monaten endlich neue Erkenntnisse: Die Polizei hat offenbar zwei Mordverdächtige festgenommen.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.asia-mord-in-backnang-polizei-verhaftet-zwei-verdaechtige.f8e97207-50ab-42a...


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